„Enttäuschende Halbwahrheiten zur Stadtbau“: Armutsforum Regensburg kritisiert OB-Kandidatin Astrid Freudenstein
Die Stadtbau Regensburg braucht Geld von der Stadt, um ihrer Aufgabe nachzukommen und mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Das sehen bei einer Befragung durch das Armutsforum alle OB-Kandidaten so – außer Astrid Freudenstein (CSU).

Gilt als Favoritin bei der OB-Wahl: CSU-Kandidatin Astrid Freudenstein (bei der Nominierungsversammlung der CSU).
Die Debatte, wie Regensburg mehr bezahlbaren Wohnraum schafft, läuft auf Hochtouren. Ende Dezember verbreiteten die großen Bauträger einen Offenen Brief. Ziel: im Wahlkampf Auflagen drücken und das „Regensburger Baulandmodell“ – die Sozialquote – kippen. Unter den Unterzeichnern: auch verurteilte Akteure der Korruptionsaffäre.
Stadtpolitik und Verwaltung wirken darauf bislang hilflos und uneins. Planungsreferent Florian Plajer hat nach mehreren Gesprächsrunden mit Unternehmern und Fraktionen zwei Vorlagen für den Ausschuss am kommenden Dienstag vorgelegt: eine zur Umsetzung des Bauturbos, eine zweite für ein überarbeitetes Baulandmodell.
Doch SPD, CSU und Brücke haben bereits abgewunken. Eine Vertagung steht im Raum – eine Einigung vor der Kommunalwahl rückt damit in die Ferne.
Ein zentraler Akteur für bezahlbaren Wohnraum – mit zu wenig Geld
Aus dem Blick geraten ist dabei ein zentraler Akteur für bezahlbaren Wohnraum: die Stadtbau GmbH. Weil der Freistaat zu wenig Fördermittel bereitstellt, bräuchte die städtische Wohnbautochter mehr Kapital aus dem Rathaus, um stärker gegen die Wohnungsnot zu wirken.
Allein auf der Prinz-Leopold-Kaserne plant die Stadtbau über 600 Wohnungen. Insgesamt liegen 900 Einheiten in der Pipeline. Bezahlbare Wohnungen – doch die Fördertöpfe des Freistaats sind leer und wurden bis heuer trotz steigender Baupreise seit Jahren nicht aufgestockt. Entsprechende Zuschüsse fließen nur teilweise. Der Bau stockt. Es braucht zusätzliches Geld, um loslegen zu können – von der Stadt Regensburg.
Doch eine finanzielle Stärkung der Stadtbau ist mit der CSU nicht zu machen. Das geht aus den „Wahlprüfsteinen“ hervor, die das Regensburger Armutsforum kürzlich veröffentlicht hat.
Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl – nur CSU gegen Geld für die Stadtbau
Das Armutsforum ist ein Bündnis, dem unter anderem die Sozialen Initiativen, die Gewerkschaft ver.di, attac und pax christi angehören. Der Stadtpass Regensburg geht maßgeblich auf seine Initiative zurück.
Für die Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl befragte das Bündnis die OB-Kandidatinnen und -Kandidaten aller Stadtratsparteien. Abgesehen von FDP und CSB antworteten alle, heißt es.
Im Fokus der Kritik: CSU-Kandidatin Astrid Freudenstein. Sie ist die einzige Bewerberin fürs OB-Amt, die es ablehnt, der Stadtbau mehr Geld zu geben. Mit einer Begründung, die auch innerhalb der Stadtbau Irritationen auslöst. Denn sie ist in dieser Form falsch.
Eigenkapital und liquide Mittel – zwei Paar Stiefel
Freudenstein behauptet, die Stadtbau brauche kein zusätzliches Geld. Wörtlich: „Kapital und Personal der Stadtbau GmbH wurden in den vergangenen Jahren bereits erhöht wie aus den Geschäftsberichten ersichtlich.“ Die Stadtbau müsse „ihre Bautätigkeit wieder erkennbar verstärken“. Eine kaum verhohlene Kritik an der Geschäftsführung.
Als vermeintlichen Beleg führt Freudenstein das Eigenkapital in den Jahresbilanzen an – gestiegen von 112 Millionen Euro im Jahr 2013 auf rund 220 Millionen Euro im Jahr 2024. Doch diese Zahlen sagen nichts über die Mittel aus, die der Wohnbautochter tatsächlich für Investitionen zur Verfügung stehen. Flapsig ausgedrückt: Eigenkapital und Liquidität sind zwei paar Schuhe.
An flüssigen Mitteln hat die Stadtbau seit 2013 weitgehend konstant zwischen 13 und 15 Millionen Euro – Geld für den laufenden Betrieb und für Sanierungen.
Finanzierung über Kredite? Dann kein bezahlbarer Wohnraum
Die Eigenkapitalsteigerung, auf die Freudenstein verweist, beruht im Wesentlichen auf Wertzuwächsen durch Renovierungen, steuerlichen Abschreibungen und auf Grundstücken, die die Stadt der Stadtbau überlassen hat. Keine Grundstücke zum Beleihen oder Verkaufen, sondern Flächen, die sie selbst bebauen soll.
Darunter Flächen auf der Prinz-Leopold-Kaserne und an der Guerickestraße – dem früheren Boschmarkt.
Zur Wahrheit gehört: Mit mehr Eigenkapital könnte die Stadtbau leichter Kredite aufnehmen. Würde sie den Wohnungsbau aber so finanzieren, lägen die Mieten durch Zins und Tilgung am Ende bei 15 bis 20 Euro pro Quadratmeter – allein um die Kosten zu decken. Das wäre kein Beitrag zum bezahlbaren Wohnen und kaum anders als bei privaten Anbietern.
Schon im November Irritationen
Schon im November vergangenes Jahr äußerte sich Astrid Freudenstein in der türkischen Zeitung Yeni Posta ähnlich zur Stadtbau. Bei der städtischen Tochter sei „noch nie so wenig gebaut und so wenig modernisiert worden“ wie in den letzten zehn Jahren, so die OB-Kandidatin. „Wir haben keinen Mangel an Kapital bei der Stadtbau, sondern einen Mangel an Umsetzung.“
Diese Aussage sorgte dem Vernehmen nach bereits damals für Verärgerung bei Verantwortlichen der Stadtbau. Offen geäußert wurde sie nicht. Das Armutsforum wird gegenüber Freudenstein und der CSU nun deutlich.
Armutsforum enttäuscht von Freudenstein
Im Vorwort zu den Wahlprüfsteinen heißt es:
„Besonders enttäuschend sind für uns die Antworten der CSU, beantwortet von Frau Freudenstein selbst. Gerade von ihr als bisheriger Sozialbürgermeisterin hatten wir sachkundige konkrete Lösungsvorschläge zur Armutsbekämpfung (…) erwartet. Stattdessen lobt sie in ihren Antworten meist ihre eigenen Leistungen in der Vergangenheit oder sie zieht – wie bei der Stadtbau – fachlich völlig falsche Schlüsse (…) auf Grund deren Eigenkapitalentwicklung oder sie äußert Halbwahrheiten. Die angebliche Eigenkapitalerhöhung erfolgte nämlich lediglich mit drei städtischen Grundstücken und nicht mit Geldkapital. Eine Fachfrau (oder ein Fachreferent) wäre hier der CSU zu wünschen.“




Hinnerk
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Astrid Freudenstein steht für das Baubusiness und die reichen Hausbesitzer in der Stadt, sie kann, nein sie darf gar nicht anders reden! Wenn sie die Wahl gewinnt und die CSU Mehrheiten im Stadtrat organisieren kann, dann können sich die Normalbürger und kleinen Leute wegen der eklatant ansteigenden Mietpreise warm anziehen!
Aber: Das Beispiel Leopoldt-Kaserne zeigt auch auf, mit welcher Hybris eine Stadtverwaltung und ihre externen Berater und Experten in den vergangenen Jahren mit Wohnraum umgegangen sind. Hier wurden vier große Kasernenblöcke komplett geschreddert, die andernorts in der Republik ohne Problem als Wohnquartiere dienen. Heute hätten hier bereits hunderte Familien bzw. Studenten einfach, aber günstig leben können. Das Argument mit dem Schimmel im Keller, welches damals für diese Gebäude angebracht wurde , ist lächerlich! Es ging wohl nur darum, dass elitäre Planungsunternehmen in München und ein Kreis von Geschäftsleuten mit einem komplex gestalteten Neubaugebiet viel Geld verdienen.
Infomant
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Ich verstehe das immer noch nicht: Was macht die Stadtbau mit 220 Mio Eigenkapital, wenn keine Wohnung bauen? Oder gehören da sie Wohnungen mit dazu?
Manfred Hellwig
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@infomant dem Irrtum Eigenkapital habe etwas mit vorhandenem Geldkapital zu tun unterliegen nicht nur Sie sondern offenbar auch Frau Freudenstein.
Das Eigenkapital der Stadtbau steckt fast komplett im Anlagevermögen der Stadtbau und besteht aus Grundstücken und Gebäuden. Das Anlagevermögen setzte sich 2024 aus ca. 220 Mill. Eigenkapital und ca. 257 Verbindlichkeiten (Schulden) zusammen. Lediglich ca. 15 Mill. sind das CashFlow also die frei verfügbare Masse mit der u.a. Renovierungen, Reparaturen usw. bezahlt werden.
Wenn kein Eigenkapital mehr da wäre, wäre die Stadtbau Pleite. Daher ist die Antwort von Frau Freudenstein, die Stadtbau habe das ihr zur Verfügung gestellte Eigenkapital nicht verausgabt völlig daneben. Eigenkapital soll nicht verausgabt werden sondern vermehrt werden, denn damit steigt der Besitz.
Wintermute
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@Informant: Die Wohnungen gehören dazu. Das Eigenkapital steht auf der rechten Seite der Bilanz und die zeigt, wo die Werte, die im Unternehmen stecken, herkommen. Die linke Seite zeigt, wo sie gerade stecken. Eigenkapital ist kein Geld, das irgendwo rumliegt.
Die Bilanz der Stadtbau (z.B. hier https://www.stadtbau-regensburg.de/fileadmin/user_upload/Downloads/2024_news/Stadtbau_Geschaeftsbericht_2024_gross.pdf auf S. 30) zeigt unter Aktiva II Sachanlagen 1. Grundstücke mit Wohnbauten ca. 376 Millionen, dass das Geld in den Grundstücken mit fertigen Häusern gebunden ist, die die Stadtbau vermietet.
Das Geld, mit dem sie arbeiten kann, ist u.a. unter B. Umlaufvermögen III. Flüssige Mittel ca. 15 Millionen, darüber hinaus helfen Kredite.
Soweit mir bekannt ist, baut die Stadtbau durchaus gerade, u.a. die PLK.
Ehrlich gesagt, von einer Partei, die sich die Wirtschaftskompetenz so sehr auf die Fahnen schreibt, hätte ich mehr erwartet.
Dieses Eigenkapital kann man auch nicht mal eben so “verausgaben”, wie in den Antworten steht.
Realist
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Oh mei…oh mei oh mei….Liebe Frau Freudenstein…es wird immer peinlicher was Sie da erzählen…Hallo Leute von der CSU…für das ziehen der Reissleine ist es wohl jetzt zu spät…bin enttäuscht von euch, dass ihr dieser Frau keinen Maulkorb verpasst…die schadet ja nicht nur sich sondern der ganzen CSU Liste. Die soll 6 Wochen lang Urlaub machen…irgendwo ohne Handy damit sie nichts mehr sagen kann…und um die Katze wird sich schon wer kümmern..bin auf ihren Auftritt in Regensburg digital gespannt…aber die Frau kommt nicht….man kann ja schnell krank werden…oh mei oh mei oh mei
Manfred Martin
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Ich denke, dass die herrschen Parteien in Bayern, CSU & Freie Wähler, die Bayerische Verfassung nicht kennt.
Diese sagt eindeutig, daß jeder Bewohner Bayern ein Recht auf eine bezahlbare hat. Die Verantwortung dafür hat das Land und die Kommunen!
Art. 106 Bayerisch Verfassung
(1) Jeder Bewohner Bayerns hat Anspruch auf eine angemessene Wohnung.
(2) Die Förderung des Baues billiger Volkswohnungen ist Aufgabe des Staates und der Gemeinden.
(3) Die Wohnung ist für jedermann eine Freistätte und unverletzlich.
Ludwig Sadredin SAHESCH-PUR
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Der Artikel ist sehr informativ und lädt dazu in der Tat ein, sich besser damit auseinanderzusetzen.
Danke dafür, erstmal.
Die Situation der Stadtbau ist uns Rgbgern, ein und ich darf sagen, das wichtigste Thema, welches eine Stadt sozial macht und dadurch wirklich verstanden werden sollte.
Das halte ich für wesentlich.
Unklar sind mir die Hintergründe der Umsetzungsverhinderungen der Stadtbau.
Das darf man gerne genauer betrachten, in der Bewertung der Kommentierung von Frau Freudenstein.
Sie ist nicht Alleinentscheiderin, sondern wägt, die Situation ab. So meine hoffnungsvolle Erwartung.
Ich denke nicht, das es an einer kreativen od. kosmetischen Leseart liegt, wo an welcher Stelle Einsparungen Eigenkapital oder Liquidität geht sondern eine Kritik, an die Protagonisten, die angesprochen wurden.
Was tut die Stadtbau heute und was ist ihr Auftrag ?
Welche „Performance“ hat sie gebracht?
Jedoch erwarte ich von einer SozialOB schon, das sie sozial agiert und sich äussert dazu.
Dieser Erwartung kommt sie nicht nach und lässt Raum für Spekulationen.
Am 9.2.2026 im Presseklub in der Ludwigsstrasse besteht Gelegenheit dazu Stellung zu beziehen.
Seid dabei um Klarheit zu erfragen, dafür sind diese Termine da.
Ich werde anwesend sein und die Gelegenheit nutzen.
Eines ist jedoch klar:
Wir haben hier ein Thema, das erwachsen und seriös behandelt werden muss warum? Weil soziale Wohnungen, deren Umsetzung in Regensburg ein Identitätsproblem werden wird wenn man sich dem rhetorisch strategisch politisch weigert.
Glück auf.
Hartl Norbert
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Richtig ist, dass die Stadtbau, insbesondere mit meiner Unterstützung ihr letztes großes Objekt in der Nibelungenkaserne realisiert hat. Wir haben damals der Stadtbau die Grundstücke zu Eigenkapitalstärkung überlassen. Zusammen mit den Fördermitteln des Staates war es möglich dort viele Sozialwohnungen zu bauen. Wenn nun die Stadt die Grundstücke in der Prinz-Leopold-Kaserne als Eigenkapitaleinlage überlässt, müsste auch dort zusammen mit den Fördermittel des Staates sozialer Wohnungsbau möglich sein. Fehlende Fördermittel durch zusätzliche Geldeinlagen der Stadt zu ersetzen wird im notwendigen Umfang kaum möglich sein. Bund und Land sind gefordert, mehr Fördermittel zur Verfügung zu stellen. Richtig ist auch die Aussage von Frau Freudenstein, dass es seit dem Nibelungenkasernenenprojekt an der Umsetzung für weitere Bauvorhaben fehlte. Bei der Prinz-Leopold-Kaserne wurde jahrelang ein Energiekonzept favorisiert, dass finanziell nicht darstellbar war, wodurch sich ein Baubeginn um Jahre verzögerte. Der Stadtrat und insbesondere der Aufsichtsrat der Stadtbau unter Vorsitz der Oberbürgermeisterin wäre hier gefordert gewesen.
Beim sozialen Wohnungsbau sind die Fördermittel der Schlüssel zu Lösung auch für Bauträger.
Hindemit
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Ich bin nicht sehr überrascht, da ich in den letzten 6 Jahren in keinem öffentlichen Statement besondere Detailtiefe bei A. Freudenstein entdecken konnte. Egal welches Thema. Nur hübsch Lächeln und das berühmte Telefonbuch voller wichtiger Kontakte scheinen nicht zu reichen. Auch die Argumentation, mit der sie ihre Kehrtwende bei der Radbrücke am Grieser Spitz zu begründen versucht, lässt tief blicken.
Bin allerdings pessimistisch, dass ihr dies schaden wird. Hoffe auf eine/n mehrheitsfähige/n Gegenkandidat/in in der Stichwahl.
Lilith
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Frau Freudenstein war schon als Sozialbürgermeisterin eine Fehlbesetzung. Es wäre eine Katastrophe, vor allem für die ärmeren Bevölkerungsschichten, sollte sie tatsächlich die Wahl gewinnen.
Jakob Friedl
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@hartl
Schön, dass stets in Erinnerung rufen, was Sie alles für die Stadtbau und (Tretzel) getan haben. Ich möchte Ihnen in Erinnerung rufen, was Sie 2015 für das IZ getan haben:
Hier ein umfangreich gegliedertes Dossier zum B-Plan 193 “Wohnen am Kunstpark”, die Rahmenplanung und die damit verbundenen Auswirkungen auf die unmittelbare Umgebung. Der B-Plan 193 verstößt in fast allen Punkten gegen den Rahmenplan.
http://europabrunnendeckel.de/download/B-Plan193_und_Umgebung_Informationsbedarf_26_03_2023_Ribisl.pdf
Hier im Blog: https://ribisl.org/b-plan-193-vs-rahmenplanung/
Aus meinem illustrierten Fragenkatalog vom 26.03.2023
“[…]
Sehr geehrte Oberbürgermeisterin,
Am 24.06.2015 fiel – noch unter Ihrem Vorgänger – der Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 193 – Guerickestraße (ehemaliges Betonwerk – LERAG) VO/14/10593/61 im beschleunigten
Verfahren. (http://europabrunnendeckel.de/download/LERAG/Aufst_Bpl193_LERAG_24_06_2015.pdf )
Bedauerlicherweise wurde in der vom Baureferat vorbereiteten Beschlussvorlage zwar auf die grundlegende Rahmenplanung Innerer Osten verwiesen, die für den Planungsumgriff relevanten und
konkret ausformulierten Ziele der zwischen 2008 und 2010 von der Verwaltung mit Bürgerbeteiligung erarbeiteten und der Aufstellung von B-Plänen im Gebiet zugrunde zu legender Rahmenplanung
allerdings nicht aufgezeigt. Zwar fand eine Übersichtsgrafik der Rahmenplanung für das gesamte Gebiet des Inneren Ostens Eingang in die Beschlussvorlage, der konkrete auf den Umgriff des aufzustellenden B-Plans 193 bezogene Vorschlag der Rahmenplanung wurde allerdings unterschlagen und im selben Maßstab durch einen vom IZ in Auftrag gegebenen und favorisierten Entwurf „städtebauliches Entwicklungskonzept“ ersetzt.
Ein Abgleich der für die Aufstellung der einzelnen B-Pläne im Inneren Osten im Jahr 2010 ausformulierten Planungsziele und der Wünsche des Investors fand in der Vorlage weder grafisch noch inhaltlich Raum. Für den Planungsumgriff wurden lediglich die Planungsziele des
Investors aufgezeigt, nicht jedoch die der Stadt. Damit wurde eine unmittelbare Vergleichbarkeit durch die Stadträt*innen erschwert – insbesondere in der Sitzungssituation. Ich halte so ein Vorgehen für
manipulativ.
Der einstimmig beschlossene Änderungsantrag des ehem. Kollegen Hartl behielt diese Richtung bei: „Die im Bericht dargestellten Planungsziele, die Bestandteil dieses Beschlusses sind, werden beschlossen. Beiliegendes Entwicklungskonzept ist Grundlage des weiteren Verfahrens.“ (vgl. Niederschrift:
http://europabrunnendeckel.de/download/LERAG/LERAG_Niederschrift_StPl%2026-06-15.pdf ).
Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes 193 von „Wohnen am Kunstpark“ am 24.06.2015 [IM BESCHLEUNIGTEN VERFAHREN] wurden die für den Planungsumgriff spezifisch formulierten Ziele der Rahmenplanung Innerer Osten außer acht gelassen und zugunsten der Interessen des IZ über Bord geworfen. Die Verhandlungsposition der Stadt wurde so von Anfang an aufgegeben, auch für den weiteren Verlauf bis zum Satzungsbeschluss:
• Keine öffentlichen und ineinander greifenden Grünflächen und Plätze im Viertel, sondern ein exklusiver und vom Viertel abgetrennter „Kunstpark“ als öffentliche Grünfläche!
• Keine Durchwegungen aus dem Viertel zur Bahnlinie und zu dem mit öffentlichen Geldern zu schaffendem Quartierspark mit Erholungs- und Spielmöglichkeiten, sondern ein 220m langer Zaun zum Viertel!
• Keine Verbindung aus dem Viertel zum in der Rahmenplanung vorgesehenen Bahn-Radweg und somit eine Schwächung des Hauptradroutennetzes und der allgemeinen Frequenz im öffentlichen
Quartierspark!
• Keine Rad- und Fußgängerunterführung mit vorgelagertem öffentlichem Platz mit Bäumen auf der Höhe des Gasometers, sondern zwei Gebäuderiegel zum Lärmschutz! (Auf der gegenüberliegenden Seite der Bahn wurde die Unterführung am Radweg entsprechend der Rahmenplanung baulich grundgelegt.)
• Die in der Rahmenplanung vorgesehene Möglichkeit eines S-Bahnhofs an dieser Stelle wurde mit dem Aufstellungsbeschluss für alle zukünftigen Entwicklungen beerdigt!
[…]”
Aktuell sind nun zwischen Guerickestr. 53 bis 75 hinter den Häusern alle große Pappeln auf Stadtbaugrund zur Fällung freigegeben, weil ihnen in 1,5 m Entfernung auf IZ-Grund für das Entwässungsbauwerk über eine Breite von 220 m die Wurzeln abgebaggert wurden. Die Firma, die die ökologische Baubegleitung machen sollte, ging anscheinend während der Bauarbeiten insolvent. So ein Zufall! Hier haben Kontrollmechanismen offenbar effektiv versagt.
Aktueller Antrag für den Umweltausschuss am 10.02.26
https://ribisl.org/wurzelschaden-entwaesserungsbauwerk-iz/
Ich würde mir wünschen, dass das IZ für den verheerenden Wurzelschaden zur Rechenschaft gezogen wird und dass die Ausgleichsmaßnahmen zu 100 % vor Ort auf Stadtbaugrund abgebildet werden. Das würde bedeuten, dass nicht nur wie aktuell vom Umweltamt vorgesehen 2 statt der in der Baumschutzverordnung geforderten 3 kleinen Bäume nachgepflanzt werden, sondern außerdem ökologisch wertvolle Heckenstrukturen mit Aufenthaltsqualität auch für die Nachbarschaft geschaffen werden.
Samson
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“Würde sie den Wohnungsbau aber so finanzieren, lägen die Mieten durch Zins und Tilgung am Ende bei 15 bis 20 Euro pro Quadratmeter – allein um die Kosten zu decken.”
Zitat Ende.
Das wird nicht reichen, wenn die Wohnungen frei finanziert werden.
Die Stadtbau bekommt aber sehr wohl günstige Kredite, wenn die Stadt bürgt.
Auf dem freien Markt muss der Investor auch für seinen Kredit bürgen.
Sogar ein Christian Schlegl hat im Wahlkampf gefragt:„ Warum braucht die Stadt überhaupt ihre Bauträger?“
Die einzige Antwort ist Unfähigkeit.
So unfähig kann man doch gar nicht sein, wenn man auf einem eigenen Grundstück nicht billiger bauen kann, als ein Bauträger, der das Grundstück teuer erwerben muss.
Andere Städte können das auch Wien in Österreich ist ein gutes Beispiel Chicago in den USA.
Dort organisieren sie kommunalen Wohnungsbau und arbeiteten mit Gewinnen.
Regensburg wurde über Jahrzehnte von drei Bauträgern geprägt. Es ist viel Geld geflossen.
Schon in der Vergangenheit wurden die Standard runtergeschraubt so müssen die ganzen Neubauprojekte der letzten 20 Jahre schon mindestens KfW 50 Standard haben, haben Sie aber nicht.
Die Quittung gibt es jetzt.
Tom
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An Alle, die über die aktuelle Wohnsituation und Frau Freudenstein herziehen. Welche Partei stellt eigentlich seit zwölf (!) Jahren den Oberbürgermeister der Stadt Regensburg? Frage für einen Freund.
Wintermute
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@Tom: Da kann man aber genauso fragen welche Partei da auch dabei war, den Stillstand zu gestalten und auszubauen. Das war nicht die andere Partei alleine, die die OB gestellt hat.
Es geht an der Stelle eher drum, dass jemand auf Basis einer ziemlich falschen und naiven Vorstellung eines Sachverhalts (und offenbar ohne jemand mit Kenntnissen zu fragen) Konsequenzen für die Stadtbau und für den zukünftigen Wohnbau in Regensburg ableiten möchte. Und ob man dieser Person die Zukunft der Stadt in die Hand geben will.