Ernst-Reuter-Platz: Altstadt-SPD lehnt Bodensprenkler ab

Europabrunnen in der Maximilianstraße Versprochen ist versprochen! Regensburg Altstadt. Oberbürgermeister Hans Schaidinger möchte in der Maximiliansstraße langweilige Bodensprenkler von der Stange anstelle des Europabrunnens. Die Altstadt SPD fordert stattdessen ein starkes Zeichen der Stadt für die urbane Entwicklung des Areals Maximilianstraße und ein Bekenntnis Regensburgs zum geeinten Europa. „Das wichtigste Tor zur Altstadt muss endlich ein Gesicht bekommen“, fordert Tobias Hammerl, Vorsitzender der Altstadt SPD. „Jahrelang passierte von Seiten der Stadt gar nichts, jetzt auf einmal sollen irgendwelche Bodensprenkler von der Stange installiert werden.“ Hammerl versteht nicht, warum es in einer Stadt wie Regensburg nicht möglich ist, diesen prominenten Zugang zur Altstadt hochwertig zu gestalten. „Wer die Geschichte des Europabrunnens kennt, weiß, dass das Projekt ein Versprechen von Herrn Schaidinger an den ehemaligen CSU-Abgeordneten Benno Zierer war. Wir fordern dieses Versprechen vom Oberbürgermeister ein!“ Der Altstadt SPD geht es jedoch nicht nur um ein sichtbares Symbol für das geeinte Europa. Die GenossInnen stellen sich grundsätzlich die Frage, wie es mit dem Areal rund um die Maximilianstraße weitergehen soll. „Man kann zu den Installationen und Aktionen des Künstlers Jakob Friedel auf und unter dem Europabrunnendeckel stehen wie man will, zumindest ragten sie meilenweit aus dem beliebigen Einheitsbrei, mit dem in Regensburg öffentliche Plätze bespielt werden, heraus“, wirft Apothekerin Luisa Wolf ein. Und Stadtratskandidatin Carolin Salvamoser pflichtet ihr bei: „Neupfarrplatz, Kassiansplatz: die Stadt Regensburg hat es in den vergangenen Jahren nicht geschafft, ihre öffentlichen Plätze qualitativ und menschenfreundlich zu gestalten.“ Deshalb fordert die Altstadt SPD nicht nur die Ausführung des Brunnens, sondern ein ganzheitliches und zukunftsorientiertes Gestaltungs- und Nutzungskonzept für das ganze Areal. Tobias Hammerl bringt es auf den Punkt: „Römermauer, mittelalterliche Stadtmauer, die städtebaulichen Narben der napoleonischen Kriege, ein neobarockes Hotel, denkmalgeschützte Bausubstanz aus den 1950er Jahren: Wo sich die Geschichte der Stadt verdichtet, könnte die Stadt ein kreatives und urbanes Eingangstor zum Welterbe entwickeln. Man stelle sich zum Beispiel vor, die Stadt hätte den Mut gehabt, in die Räume des ehemaligen Bürgerzentrums ein kreatives Gründerzentrum einzurichten, einen Kristallisationspunkt für die Regensburger Kreativwirtschaft.“ Die Altstadt SPD wird sich in Zukunft mit aller Kraft dafür einsetzen, dass die Maximilianstraße nicht mehr nur der schmuddelige Vorgarten der pittoresken Gassen des Welterbes sein wird, so der Vorsitzende Tobias Hammerl zum Abschluss.

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Kommentare (4)

  • Eleonore

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    Genau, das ist sie, die Maximilianstraße: Ein schmuddeliger Vorgarten, der einmal umgegraben worden ist und zur Bepflanzung vorbereitet__Die grünen Bodenlichter zeugen davon beispielsweise__Dann wurde der Deckel drauf getan und eine Menge Schnick-Schneck zog ein und flutete die Straße mit marktschreierischer Großtuerei__Überall Sonderangebote und noch sonderere Angebote und noch angebotene Sonderbarheiten etc. pp. —>> eine Billigeinkaufsmeile bar jeglichen Flairs, ohne Charme und ohne Kultur__Konzeptlos und vergessen dämmert die Straße vor sich hin — die Geranienpötte rings um den Europadeckel erinnern an die lieblosen Bemühungen einer Bayerischen Hausfrau ihr heruntergekommenes Haus ein wenig zu schönen__

  • Radlertölpel

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    Mal so auf die Schnelle:

    Um etwas zukunftsweisendes auf den Weg zu bringen wird es ganz wesentlich sein, dass das Stadtplanungsamt damit betraut wird, zeitnah eine Ausschreibung für den Europabrunnen zu gestalten, die den Anforderungen und Bedürfnissen von Architekten, Stadtforschern, Aktivisten und Performern und nicht nur den bildenden Künstlern gerecht wird: Vielleicht als „vorgezogener Kunst am Bau Wettbewerb“ – denn am Ernst Reuter Platz wird noch das eine oder andere Gebäude fallen.

    Es ist unverständlich, wie auf Referentenebene vom OB einfach mal entschieden werden kann, das Tiefbauamt zu beauftragen eine „Übergangslösung“ für über 200 000€ auf den Weg zu bringen – ein Wasserspiel, wie es der OB bereits in einer anderen Stadt gesehen hat) und eine Woche später den Ort bereits aus den Planungen des Stadtplanungsamtes für den Ernst Reuter Platz herausnehmen kann.
    Der Chef des Tiefbauamtes hat sich bestimmt nicht darum gerissen eine Ausschreibung für solch ein interaktives Wasserspiel, was selbst ihm ziemlich uninspiriert vorkommen mag, auf den Weg zu bringen.

    Es kann nicht angehen, dass Kompetenz innerhalb und ausserhalb der Stadtverwaltung systematisch vermieden und ausgebotet wird.

    Die Bevölkerung der Stadt Regensburg könnte genauso wie Touristen von der Atmosphäre eines durch sich gegenseitig einladende, wechselnde Künstler belebten Platzes profitieren. Die Leute haben keine Angst vor Interaktion mit freier Kunst !

    Es muß endlich möglich werden öffentlich Ideen für eine sinnvolle Platzgestaltung zu diskutieren.
    (z.B. http://europabrunnendeckel.de/download/Stadtentwicklungeuropabrunnendeckel.pdf )

    Der nie gebaute Europabrunnen ist eine große Chance für die Stadt neue Wege in der Kunst und Kulturförderung zu beschreiten, in dem man z.B. die Hälfte der Kunst am Bau Summe zur Finanzierung von Kunstprojekten im öffentlichen Raum bereitstellt – so wie das in München mit Geldern für Kunst am Bau seit 10 Jahren geregelt ist.
    100 000 für den Deckel
    10 Jahre lang 1000€ im Monat für Künstler, die vor-, an- unter- oder über- dem Ort arbeiten.

    Der Europabrunnendeckel bietet mit seiner unterirdischen Stadtforschungsstation den idealen Standort um die baulichen Veränderungen seiner Umgebung und die Planungen dazu zu begleiten und den Umgang mit Kunst auf unterschiedlichsten Ebenen weiterzuentwickeln.

    Ein neuer Europabrunnendeckel über einer unterirdischen Stadtforschungsstation kann bei aller Schlichtheit, doch hochwertige Maßstäbe an eine der Kunst dienlichen Architektur stellen: z.B. emotionale Durchlässigkeit (Akustik).

    Es sollte möglichst bald einen künstlerischen Wettbewerb für die Gestaltung und Nutzung des Ortes geben.
    Im Vorfeld des Wettbewerbs sollten eine Reihe von Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen finanziert werden und mehrere Künstlergruppen (z.B. die AG Ast) eingeladen werden um den Blickwinkel von verschiedenen Richtungen aus zu erweitern: Architektur, performative und partizipative Kunst im öffentlichen Raum, Raumproduktion, Stadtforschung, Psychologie, Marketing…

    Wenn der Ort schon etwas überregionales im Namen führt sollte man auch auf veschiedenen Gebieten Maßstäbe setzen, die auch überregional für Kunsttheoretiker und Aktivisten tatsächlich von Interesse sind.
    – …und bitte keine langweiligen Simulationen…-

    Dieser Wettbewerb sollte von einer Jury aus Fachleuten für Kunst im öffentlichen Raum (nicht KUNST AM BAU!) und Architektur betreut werden.

    Es hat hohen symbolischen (Un)wert, dass das finanziell unter“finanzierte“ Europabrunnendeckelprojekt des Fvfu-uüiUF.e.V., im Jahr 2010 ohne fundierte Begründung von der Stadtverwaltung eingestellt und erneut hinter Blumenkübeln versteckt wurde….Es hatte nach 1 1/2 Jahren erst begonnen auch für weitere Akteure wirklich interessant zu werden. Es ist keine konstruktive Lösung die Kultur zu meucheln anstatt dabei zu helfen sie weiterzurtragen – im eigenen Interesse.

  • Dugout

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    Warum zum Teufel baut die Stadt denn nicht einfach einen Brunnen!
    Das Regensburg anscheinend nicht in der Lage ist eine Stadthalle,ein Fussballstadion, eine Brückensanierung, eine neue Brücke( Gottsei Dank denn die braucht eh keiner) eineUfermauer( vor kurzen gelesen: “ Ende der Bauarbeiten nicht absehbar!!)hinzustellen
    ist ja schon beschämend genug. Aber einen Sch… Brunnen ! Das wird doch noch möglich sein ohne 15 Jahre rumgeeiere.

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