SOZIALES SCHAUFENSTER

Hans-Herrmann-Mittelschule wird „Willi-Ulfig-Schule“

PM der Stadt Regensburg

Schulen im Stadtnorden: Demokratische Entscheidung für neue Namen

Die Hans-Herrmann-Grundschule und die Hans-Herrmann-Mittelschule werden ihre bisherigen Namen ablegen. Künftig soll die Grundschule „Schule der Vielfalt und Toleranz“ heißen. Die Hans-Herrmann-Mittelschule wird dann voraussichtlich den Namen „Willi-Ulfig-Schule“ tragen. Dies ist das Ergebnis eines kreativen Prozesses, an dem Schulleitungen, Schüler, Eltern und Lehrer beider Schulen beteiligt waren.

 

„Was unsere Schule auszeichnet, ist die Tatsache, dass wir Vielfalt immer schon als Potenzial und als Chance angesehen haben“, erklärte Amalia Hartung-Käser, die Schulleiterin der Grundschule. Dafür sei ihre Schule, an der Kinder aus rund 20 Nationen unterrichtet werden, auch schon mit dem Aumüller-Integrationspreis und dem Integrationspreis der Regierung der Oberpfalz ausgezeichnet worden. Und deshalb sei es eigentlich nur konsequent gewesen, dass der Schulentwicklungsprozess letztlich zu diesem Namen geführt habe. Dennoch war die Namensfindung von Anfang an offen. Ein Jahr lang wurden Namensvorschläge in einer Zettelbox im Sekretariat gesammelt. Parallel dazu erarbeiteten die Lehrkräfte gemeinsam mit den Kindern ein Meinungsbild. Elternbeirat, Lehrkräfte und nicht zuletzt die Schülerinnen und Schüler entschieden sich dann schließlich mit großer Mehrheit für den Namen „Schule der Vielfalt und Toleranz“.

Die Begründung der Kinder habe gelautet: „Wir sind eine Schule, in der viele unterschiedliche Sprachen gesprochen werden und in der niemand ausgegrenzt wird. Das finden wir gut“, so Hartung-Käser. Sie persönlich sei der Stadt Regensburg sehr dankbar dafür, dass man für den Entwicklungsprozess so viel Zeit eingeräumt habe.

Rainer Lacler, Schulleiter der Mittelschule, berichtete ebenfalls von einem breit angelegten Informations- und Abstimmungsprozedere. Man habe Zuschriften ausgewertet, ein Abstimmungs-Tool auf der Homepage im Internet eingerichtet und ein Schwarzes Brett in der Schule zur Verfügung gestellt, auf dem Namensvorschläge angeheftet werden konnten. Alle Vorschläge wurden dann in einem Gesprächskreis mit Eltern, Schülern, Lehrern und anderen Interessierten diskutiert. Dazu hatten die Schülerinnen und Schüler eine Power-Point-Präsentation mit Hintergrundinformationen erarbeitet. In der Lehrerkonferenz, der Klassensprecherversammlung und im Elternbeirat wurde anschließend getrennt abgestimmt, in der Sitzung des Schulforums schließlich eine mehrheitliche Entscheidung gefällt.

„Der Bezug des Namens zu unserer Schule ist vielfältig“, erläuterte Lacler. Ulfig habe im Schulsprengel gewohnt, seine Kinder seien in diese Schule gegangen. Besonders hervorzuheben sei aber, dass sowohl innen als auch außen am Schulgebäude Originalwerke von Ulfig angebracht seien. „Ich finde es sehr schön, dass die Schule jetzt einen Namen trägt, der die Anregung beinhaltet, sich mit den Werken des Künstlers auseinanderzusetzen“, so der Schulleiter.

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ausgang des Namensfindungsprozesses. „Mein herzlicher Dank geht an alle, die sich intensiv damit beschäftigt haben. Ich bin sehr froh, dass die beiden Schulen jetzt Namen tragen werden, die in einem nicht von außen beeinflussten demokratischen Prozess entwickelt worden sind.“

Auch Dr. Hermann Hage, der Referent für Bildung, Sport und Freizeit, unterstrich dies. „Es hat sich um ein Verfahren gehandelt, dass genau denen die Entscheidung überlassen hat, die es betrifft“, betonte er und fügte hinzu, er freue sich darüber, dass sich die beiden Schulen nicht für den gleichen Namen entschieden hätten, weil beide doch ganz unterschiedliche Profile hätten.

In einem nächsten Schritt werden die neuen Bezeichnungen nun dem zuständigen Ausschuss für Bildung, Sport und Freizeit vorgelegt. Wenn dann auch das zuständige staatliche Schulamt eine zustimmende Erklärung abgegeben hat, wird an die Regierung der Oberpfalz die Bitte ergehen, die neuen Schulnamen auch zu institutionalisieren.

 

 

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Kommentare (2)

  • oregon

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    Lange hat es gedauert mit der Namenssuche. Aber ist es auch gut geworden?

    Was zeichnet diese Grundschule gegenüber anderen Regensburger Grundschulen im Bereich Vielfalt und Toleranz auch, dass sie glaubt, sich hinsichtlich Vielfalt und Toleranz durch die Namensgebung über die anderen Grundschulen erheben zu können.

    Vielfalt und Toleranz sind wertende Begriffe, die durch ihre Verwendung geeignet sind den Eindruck zu erwecken, anderen Schulen würde es an Vielfalt und Toleranz fehlen.
    Wer eine solche Namenswahl anstrebt hält sich für etwas besseres. Diese Schule oder deren Lehrer halten sich und ihre Schule offensichtlich für Vielfältiger und Toleranter als die Kolleginnen und Kollegen an anderen Grundschulen, warum sonst könnte man diesen Namen wählen.
    Das hat nichts mit Vielfalt und Toleranz zutun sondern mit einer gewissen Arroganz, die man hier auf dem Rücken anderer Schulen bewußt oder unbewußt auslebt.
    Deshalb für die Namenswahl meine Note 5 -, sehr mangelhaft, setzen.

  • blauäugig

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    Ich finde es nicht glücklich, für den Namen einer Grundschule ein Fremdwort zu verwenden.
    Der Weg zu dem Namen – Einbeziehung der Schulfamilie – gefällt mir allerdings aus basisdemokratischen Gesichtspunkten sehr.
    @oregon: Was Sie da hineininterpretieren, halte ich für eine Unverschämtheit. Ihrer Argumentation zufolge dürfte sich keine Partei irgendwas mit sozial oder demokratisch nennen.

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