Großer Soldatentreff in Hemau

In Treue fest zur Wehrmacht

Willkommen in Hemau im Landkreis Regensburg: Dort findet demnächst ein großes Treffen verdienter Vaterlandsverteidiger statt. Und dass „unschuldige Zivilisten“ eine Mär und die Verdienste der Wehrmacht nicht zu leugnen sind, hat deren Vorsitzender schon lange deutlich gemacht.

Nicht nur der Bundeswehr, auch der Ehre der Wehrmacht hat sich der Bayerische Soldatenbund verschrieben. Der Vorsitzende bedient sich einer fragwürdigen Rhetorik. (Im Bild: Großer Zapfenstreich für die Bundeswehr in Regensburg). Foto: Archiv/ Staudinger

Nicht alle werden bei dem Termin in Hemau willkommen sein.

Wie das Regensburger Wochenblatt berichtet, trifft sich dort am 29. September einer der größten Zusammenschlüsse ehemaliger Soldaten in Deutschland zu seiner alljährlichen Hauptversammlung: der Bayerische Soldatenbund 1874 e.V. (BSB). Bürgermeister Johann Pollinger (CSU) wird den Kameraden seine Aufwartung machen, ebenso der bayerische Innenminister Joachim Herrmann.

Und für wen der BSB „eine Heimat“ bietet, macht der Verein ausdrücklich in seinen Zielen deutlich: „Mitglieder aller Parteien und Strömungen, welche die deutsche Nation achten, die Leistungen und Opfer der Wehrmacht nicht leugnen und die Bundeswehr und ihre Soldaten mit Kopf und Herz bejahen“.

Mit Nostalgie und Pathos für Kriegsverbrecher

Was das Ziel, die „Leistungen und Opfer der Wehrmacht“ gebührend anzuerkennen betrifft, hat sich der BSB den richtigen Vorsitzenden gewählt: Seit zwölf Jahren hat Jürgen Reichardt dieses Amt inne. Der 73jährige Generalmajor a.D. hat enge Verbindungen zu Regensburg: Er war der letzte Kommandeur der hier stationierten 4. Panzergrenadierdivision, ehe er Mitte der 90er zum Chef des Heeresamts aufstieg. Und im im Lauf seiner steilen und bewegten Karriere – in den 80ern war Reichardt Sprecher des damaligen Bundesverteidigungsministers Manfred Wörner – hat er es immer wieder verstanden, sich mit Verve, Pathos und verklärender Nostalgie für den deutschen Landser in die Bresche zu werfen – im Zweifel auch für verurteilte Kriegsverbrecher.

Als 2008 der ehemalige Wehrmachtssoldat Joseph Scheungraber vom Landgericht München wegen 14fachen Mordes an italienischen Zivilisten angeklagt wurde, empörte Reichardt sich in der BSB-Verbandszeitung „Treue Kameraden“ über die Strafverfolgung und schrieb: „Auch unsere Soldaten können heute noch in Situationen geraten, in denen sie aus Angst, Kurzschluss oder Wut, etwa über eine grausame Behandlung gefangener Kameraden, überreagieren (…). Müssen sie befürchten, dass man sie heute, in genauer Bewertung der Umstände, entlastet, aber nach vielen Jahrzehnten noch vor Gericht bringt, wenn niemand mehr über Einzelheiten berichten kann, nur weil sich spätere Zeitgenossen andere Vorstellungen machen von falsch und richtig?“

„Unschuldige Zivilisten“? Unerhört!

Scheungraber wurde vom Landgericht München zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach einem Partisanenangriff, bei dem zwei Soldaten getötet wurden, hatte er zunächst befohlen, drei Menschen zu erschießen, darunter eine 74jährige Frau. Anschließend wurden elf weitere Menschen in ein Bauernhaus gesperrt und mit Handgranaten in die Luft gesprengt. Ein Jugendlicher überlebte schwer verletzt.

Der Generalmajor a.D. Reichardt indes beklagt in diesem Zusammenhang, dass sich im heutigen Sprachgebrauch der Begriff „unschuldige Zivilisten“ eingebürgert habe, „was ja wohl bedeuten soll, dass Soldaten immer irgendwie schuldig sind“. Demonstrationen im Umfeld der Gerichtsverhandlung bezeichnet der BSB-Vorsitzende als „gezielte Terrorakte kommunistischer Organisationen“.

„Kommunistische Psycho-Propaganda“

Wie ein roter Faden zieht sich diese Auffassung durch zahlreiche Leitartikel, die Reichardt für die Verbandszeitung verfasst und stets mit  „In Treue fest“ unterzeichnet hat. Der Ton erinnert bisweilen an Freikorps-Rhetorik. Regelmäßig wird die Ermordung von Zivilisten durch Wehrmachtssoldaten als legitime Tötung von Partisanen gerechtfertigt. Es wird gleichgesetzt, verglichen und relativiert.

„Nächtens wurden, sattsam bekannt, von Terroristen erbeutete Tankfahrzeuge bombardiert, fernab jeder Siedlung, nach direkt übertragenen Funkbildern, die eindeutig Waffenträger zeigten. Später hieß es, ‚unbeteiligte‘ Zivilisten seien dabei umgekommen. Unbeteiligt? Sollten es Geiseln gewesen sein, zur Anwesenheit gezwungen, mit terroristischer Gewalt? Wem ist das anzulasten? So gingen schon Partisanen in Russland und Jugoslawien vor. Aber auch in Italien und anderswo. Nicht sie standen vor dem Nürnberger Militärtribunal, sondern die reguläre Truppe, der die Eskalation der Exzesse entglitten war. Ein Vergleich drängt sich förmlich auf.“

 

Reichardt in der BSB-Verbandszeitschrift zum Luftangriff auf zwei LKWs bei Kundus, bei dem NATO-Angaben zufolge 142 Menschen getötet und verletzt wurden

Stets wittert der Generalmajor kommunistische Propaganda, die nicht nur für die oben erwähnten Demonstrationen („Terrorakte“) verantwortlich sei, sondern etwa auch für das Aus der von ihm befürworteten Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf, die daran scheiterte, so Reichardt, dass Westdeutschland „jahrzehntelang das Zentrum kommunistischer Psycho-Propaganda gegen den ‚Atom-Tod’“ gewesen sei.

Es versteht sich von selbst, dass Reichardt zu den schärfsten Kritikern der Wehrmachtsausstellung zählte. Doch das nur am Rande.

Der Ruhm der Fallschirmjäger, der Geist der SS…

Ehrengast in Hemau: Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Foto: Archiv/ Jelinski

Berührungsängste mit Rechtsextremen hat Reichardt dagegen weniger. 2010 gab er der Deutschen Militärzeitschrift (DMZ) ein ausführliches Interview. Die Bundesregierung hatte diese Zeitschrift bereits 2008 als rechtsextrem eingestuft und den Bezug durch Stellen der Bundeswehr untersagt. Selbstverständlich kann Reichardt tun, was er will. Er selbst ist seit langem außer Dienst, der BSB, dem Reichardt vorsteht, ist weder der Bundeswehr unterstellt, noch hat er etwas mit dem Bundeswehrverband zu tun.

Doch bereits in seiner Zeit als aktiver Soldat und Chef des Heeresamts machte er aus seiner Verehrung für Hitlers Wehrmacht keinen Hehl. Lob gab es in den 90ern ebenso für den „unsterblichen Ruhm“ der Fallschirmjäger wie auch für „Geist und Haltung der SS-Leibstandarte Adolf Hitler“. Schneidige, pflichtbewusste Soldaten eben.

Schützend stellte sich Reichardt in jener Zeit auch vor die „Ordensgemeinschaft deutscher Ritterkreuzträger“ (OdR).

„Wer – in welcher Situation auch immer – anständig zu bleiben wußte, Treue zeigte, wo ein anderes Verhalten auch nicht zum Schaden gereicht hätte, und Tapferkeit, wo Feigheit vielleicht sicherer gewesen wäre, der dient uns auch heute noch als Vorbild und genießt unseren Respekt“, schreibt er 1997 in deren Verbandszeitschrift „Das Ritterkreuz“.

In der OdR sind Hitlers Elite-Soldaten aus Wehrmacht und Waffen-SS zusammengeschlossen. 1999 untersagte der damalige Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping alle Kontakte zwischen Bundeswehr und der OdR, da die Gemeinschaft dem Rechtsradikalismus nahe stehe.

Reichardt hatte kaum zwei Jahre zuvor Kritik an der „Ordensgemeinschaft“ in eine Reihe mit „kommunistischer Agitation“, gestellt, die der Bundesrepublik seit ihrer Gründung die Grundlagen zu entziehen versuche, auch die „sittlichen“.

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Kommentare (38)

  • Gondrino

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    Reichhardt ist ein typisches Beispiel für einen Menschen, den Tatsachen und aktuelle Forschungsergebnisse nicht von seinen einmal gefassten Ansichten abbringen.

    Er ist in dieser Republik nicht allein.

  • Tommy

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    Ein sehr verdienstvoller Artikel.

  • Burk

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    Tendenziöser Artikler einer immer weiter nach links driftenden Online-Platform.
    Wieso darf man an die Opfer der Wehrmacht nicht denken ?
    Es waren Soldaten und jedes Land darf an sei ne Gefallenen denken.
    Pietätlos immer wieder gegen das Heer zu wettern.
    Ich bin stolz auf meinen Großvater und bedanke mich beim BSB und Herrn Herrmann durch seine Anwesenheit.

    Aber Regensburg Digital kann ja als politisch unabhängige Platform indirekt zu Demonstrationen aufrufen…

  • Tendenz

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    @Burk natürlich darf und soll man wohl aller Toten gedenken, auch der Soldaten.

    Es geht in Hemau aber um keine Gedenkveranstaltung, sondern um eine Vereinssitzung.

    Und von einigen Mitgliedern des BSB wird ein soldatischer Kodex vertreten, den mein Großvater, der zwei Jahre in Sibiren in Kriegsgefangenschaft war, verabscheut hätte.

    Dass Krieg. die Hölle ist, heißt nicht, dass man jede Tat entschuldigt und jeden Exzess relativiert. Und auch bei der Wehrmacht gab es doch erstaunlich koordiniert ablaufende Exzesse.

    Den Mord an 14 Zivilisten darf man aufklären wollen, das muss man und muss sich nicht auf Entscheidungen eines NS-Staats verlassen. Reichhardt relativiert und setzt gleich, auch auf Kosten derer, von denen er behauptet, sie zu vertreten.

    Warum gelten Deserteure der Wehrmacht bei ihm nichts?

  • Commander

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    unglauiblich sowas zu schrieben. Deutschland ist das einzige Land das seine eigenen Leute verurteilt und am liebsten hängen sehn würde. Unfassbar daß man unsere Helden die für uns gekämpft und Ihr Blut vergossen haben wos nur geht diffamiert und beleidigt. Hierzu ist nichts mehr zu sagen. Der Verfasser des Artikels sollte sich mal sogenannte Kriegsverbrechen genauer anschaun bzw. mit einseitiger Verleumdungskampagne gegen die eigenen Leute aufhören…

  • Jetzt reichts

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    Diese Seite wird wirklich immer schlimmer! Ständig mit der Nazi-Keule herumzuschwingen ist abgrundtief langweilig! Das Beste wird sein, die Lehren aus diesen Artikeln zu ziehen und diese Seite nicht mehr zu besuchen!

  • Bert

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    Niemand wird hier pauschal verurteilt und beleidigt. Reichhardt pauschalisiert, wenn er verurteilte Mörder auf eine Stufe mit einfachen Soldaten stellt, die gezwungenermaßen in den Krieg zogen und entweder dreckig verreckt sind oder irgendwie mit dem Leben davonkamen. Er pauschalisiert, wenn er die Ermordung von Zivilisten mit Partisanenbekampfung gleichsetzt. Er ist Ideologe und kein Soldatenvertreter.

  • Tony Mach

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    Lieber „Commander“,

    „unsere“ „Helden“ haben den faschistischen Vernichtungskrieg erst möglich gemacht – an ihren Händen klebt das Blut von über 20 Millionen. Etwas das sie geflissentlich übersehen.

    Und nein, die haben nicht für mich gekämpft, und ganz bestimmt nicht für „uns“.

    Und wer von „sogenannten“ Kriegsverbrechen spricht, so wie sie, der hätte wohl auch nix dagegen wenn diese Kriegsverbrechen heutzutage wiederholt werden, um an dieser oder jener Bevölkerungsgruppe ein Exempel zu statuieren.

    Man kann gar nicht so viel fressen, wie man bei den faschistoiden Rechtfertigungen des „Commander“ kotzen möchte.

  • Bert

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    Das interessante ist, dass das Wort „Nazi“ in dem Artikel nicht einmal fällt.

  • Tony Mach

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    Lieber „Jetzt reichts“,

    wenn es Ihnen jetzt reicht, dann möchte ich sie ganz herzlich dazu einladen hier nicht mehr zu erscheinen – uns reicht es mit den Faschisten-Pack seit es Faschisten gibt.

    Tschüß

  • Tony Mach

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    Und lieber „Commander“,

    die wahre Ironie ist, das diejenigen die Helden waren, die „Nein!“ gesagt haben – und es waren diese Helden die damals das „eigene Land“ nicht nur hängen „sehen“ wollte, sondern die damals tatsächlich vom faschistischen Terror-Regime gehängt wurden. Aber das passt sicher nicht in ihr Weltbild.

  • Veronika

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    @Jetzt reichts:
    „Diese Seite wird wirklich immer schlimmer! Ständig mit der Nazi-Keule herumzuschwingen ist abgrundtief langweilig! Das Beste wird sein, die Lehren aus diesen Artikeln zu ziehen und diese Seite nicht mehr zu besuchen!“

    Aber warum denn nur? Lassen Sie sich doch bilden, und lernen Sie dazu. Dies kann nie schaden!

    @Burk: Gefallenengedenken ist in Ordnung, nur dass man dann auch gleichzeitig immer auch die ganze Wahrheit erwähnen sollte.

  • Burk

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    Ja und im dem Fall auch die Wahrheit, dass andere Heere genauso schlimme Sachen getan haben.
    Außerdem geht meine Kritik nicht unbedingt gegen den Inhalt sondern die Art und Weiße wie wieder gehetzt wird und Mittel zur Hand genommen werden die einfach unnötig sind.

    „In Treue fest“ ist kein NS-Affiner Ausdruck…

    Dem BSB geht es um die Soldaten unseres Landes und da gehört eben die Wehrmacht dazu.

  • schorsch

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    @ den Generalmajor a.D. Jürgen Reichardt
    (auch wenn ich glaube, das man ihn erst auf diese seite hier hinweisen muss)

    zitat:„Auch unsere Soldaten können heute noch in Situationen geraten, in denen sie aus Angst, Kurzschluss oder Wut, etwa über eine grausame Behandlung gefangener Kameraden, überreagieren
    zitat ende

    gilt das nur für soldaten, oder darf ich als „normalbürger“ wenn ich z.B durch die behandlung die ein vergewaltiger einer frau angedeihen lässt, auch in wut geraten, und überreagieren? und den vergewaltiger töten, so im kurzschluss?

  • Bert

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    @Burk

    Ich würde Ihnen in vielem Recht geben, aber wenn es Reichardt um ein würdiges Andenken an alle Soldaten geht, dann ist Relativieren und Gleichsetzen der falsche Weg.

  • Joachim Datko

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    Die Welt ist ein klein wenig besser geworden

    Das Bild erinnert mich an meine kurze Wehrpflichtzeit, die ich zwangsweise antreten musste. So eine Uniform und einen Stahlhelm hatte ich auch. Beim zweiten Versuch und mit bester Empfehlung von der Bundeswehr, ich wäre unbrauchbar, bestand ich die zweite Verhandlung vor einem Ausschuss und durfte die Bundeswehr nach 6 Wochen verlassen. Der Wehrersatzdienst war mit etwas Getrickse und Glück leichter zu knacken.

    Heute ist man vernünftiger, Wehrdienst und Zivildienst sind abgeschafft, die Welt ist ein klein wenig besser geworden.

  • Christian

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    Der Kommentar wurde von der Redaktion gelöscht.

  • Christian

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    @Datko:

    „Beim zweiten Versuch und mit bester Empfehlung von der Bundeswehr, ich wäre unbrauchbar, bestand ich die zweite Verhandlung vor einem Ausschuss und durfte die Bundeswehr nach 6 Wochen verlassen. Der Wehrersatzdienst war mit etwas Getrickse und Glück leichter zu knacken.“

    Bist Du auf diese Leistung stolz???

  • Roland Hornung

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    Wenn jeder einen DIENST für die GESELLSCHAFT leistet
    (welcher der Gesellschaft insgesamt dient), ist das ganz in Ordnung. Es muss keineswegs Kriegsdienst sein. Versöhnungsarbeit, wie z.B. beim ASF ist sicher wichtiger.

  • Richard

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    @ Christian,
    Auch ich hab mich durch das System Wehrpflicht nicht erpressen lassen und bin der Wahl:“ Kaserne oder Altenheim“ nicht nachgekommen.
    Ich leiste genügend ehrenamtliche Arbeit in vielen Bereichen aus Überzeugung und nicht weil es das kleinere Übel ist.

    Und noch was: Darauf bin ich weder Stolz noch schäm ich mich dafür. Es ist einfach nur in meinen Augen konsequent.

  • Christian

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    Obwohl ich längere Zeit bei der Bundeswehr gedient habe, hatte und habe ich noch immer großen Respekt vor den Zivildienstleistenden und denn neuerdings benannten Bufdis. Ich habe aber etwas gegen Drückeberger, die sich erst dann an den Staat und die Gesellschaft erinnern, wenn es ihnen selbst schlecht geht!

  • Bundeswehrverband stellt Verhältnis zu Soldatenbund klar | Regensburg Digital

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    […] Wie berichtet, beschreibt sich der BSB in seinen Zielen unter anderem als „Heimat“ für alle jene, welche u„die Verdienste und Opfer der Wehrmacht nicht leugnen“. Was man positiv vielleicht noch als das Bemühen um ein würdiges Andenken für alle Gefallenen interpretieren könnte, führt bei Generalmajor a.D. Jürgen Reichardt immer wieder zu Verharmlosung und Relativierung von Kriegsverbrechen. […]

  • Abscheulich

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    Wenn hier unter den Kommentatoren schon so gerne „gekotzt“ wird (die Ausdrucksweise sagt viel über den Intellekt des Verfassers…), dann sei mir die Bemerkung gestattet, dass ich den Artikel abscheulich finde!

    Ich war ein regelmäßiger Gast hier auf dieser Seite, aber diese Schreiberei geht nun doch zu weit. — Sachliche Argumente bringe ich nicht vor, denn die werden sofort von der „Nazi-/Hitler-/Faschisten-Keule“ erschlagen. Eine sachliche Diskussion ist hier ohnehin nicht erwünscht.

    Viel Spaß noch!

  • Christian

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    @Abscheulich:
    Mir geht es ähnlich wie Dir. Ich fand diese Seite auch immer ziemlich gut, da aktuelle Vorgänge in der Stadt kritisch beleuchtet wurden. Aber mittlerweile ist es wohl tatsächlich so, dass hier alles was nicht am linken Rand steht als primitiv und dumm dargestellt wird. Dieses Niveau ist mir einfach zu dumm.
    Wahrscheinlich ist das Büßerhemd so warm, das es viele hier nicht mehr loswerden wollen anstatt in die Zukunft zu blicken. Aber ich weiß schon, die Erbschuld geht ewig und lässt sich nicht abstreifen. Viel Spaß noch beim Selbstverleugnen!!!

  • Stefan Aigner

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    @Abscheulich
    @Christian
    @Burk

    Es ist irritierend, mitanzusehen, wie auf belegbare Zitate und Verhaltensweisen eines ewig gestrigen Militaristen nur heilige Empörung und diffamierende, zum Teil vorweg genommene Unterstellungen folgen. Eine stärkere Wertung erspare ich mir. Einem 73jährigen Mann, der sein Leben lang nichts anderes kannte, als Soldat zu sein, seien manche Sichtweisen zugestanden.

    Mein Großvater (beide waren im Krieg, aber ich habe nur einen kennengelernt) war nie bei einem Reservisten- oder derartigen Verband. Er hielt auch nicht besonders viel davon (Ich zitiere ihn mal sinngemäß: „Da sind die Vorsitzenden Politiker, die früher nur in der Schreibstube saßen und sich jetzt wichtig machen und von Schlachten erzählen, die es nicht einmal gegeben hat.“). Er ging ab und zu zu Treffen, um alte „Kriegskameraden“ wiederzusehen und über das zu reden, was man damals erlebt und getan hat. Das hatte auch seine Berechtigung und war wichtig, damit eben auch diese Soldaten irgendwie wieder einen Weg zurück in die Gesellschaft fanden.

    Dem BSB, zumindest dessen Präsidenten, geht es aber doch nicht ehrlich um das Andenken von Soldaten, die damals in den Krieg ziehen mussten, mal mehr, mal weniger begeistert, dort Schreckliches erlebt haben und entweder irgendwie durchgekommen oder eben gestorben sind. Der eine mit mehr, der andere mit weniger Schuld behaftet.

    Wenn man die Aussagen und Texte von Herrn Reichardt verfolgt, dann gibt es dabei sicher das Eine oder Andere, abseits der Mainstream-Meinung, was man verstehen und worüber man nachdenken kann. Es zieht sich aber wie ein roter Faden durch seine Leitartikel und Äußerungen, dass er Mörder und überzeugte Nazis auf eine Stufe mit dem „einfachen“ Soldaten stellen will und ihnen durchweg einen „ehrenvolles“ Verhalten zugesteht. So als wäre die Wehrmacht nur ein bedauernswertes Instrument in den Händen der Nazis gewesen und nicht aktiver und machtvoller Part beim Vernichtungskrieg. So, als ob man als Soldat eben gar nicht anders handeln konnte, als ab und an Zivilisten hinzurichten.

    Nur ein Beispiel (Es steht noch genügend oben im Text und es gäbe noch genug, was Reichardt so geschrieben hat.):

    Wie kann man sich, wie Reichardt, derart darüber empören, dass im Fall Joseph Scheungraber der Mord an 14 Menschen auch noch Jahrzehnte später verfolgt und gegebenenfalls dann eben gerichtlich geklärt wird? Was ist daran so falsch, dass Reichardt deswegen zu kruden Vergleichen und Verharmlosungen greift? Im Fall Scheungraber ging es nicht um eine „Überreaktion“. Es war Massenmord. Und dass Scheungraber diesen Massenmord befohlen hat, sah das Gericht 2009 als erwiesen an. Seine Haftstrafe musste er ohnehin nicht antreten.

    Wenn Reichardt so etwas verharmlost und relativiert, dann kann es mit der immer wieder beschworenen soldatischen Ehre nicht weit her sein. Aber die sieht Herr Reichardt ja selbst bei der SS Leibstandarte Adolf Hitler. Die mittlerweile detailliert bewiesene Beteiligung der Wehrmacht am Vernichtungskrieg – Reichardt weigert sich ja diesen Begriff so zu verwenden – redet er klein, fast so als hätte es das nie gegeben. Herr Reichardt scheint auch vergessen zu haben, dass sich die Bundeswehr bei ihrer Gründung dezidiert nicht in der Tradition der Wehrmacht sah, die er immer wieder betont und diese „ungebrochene deutsche Militärtraditionen“ gar als „sittliche Grundlage“ der Bundeswehr ansieht.

    Wer unter dem Vorwand, das Andenken Toter zu ehren, Mörder und überzeugte Nazis auf eine Stufe mit Soldaten stellt, die an solchen Morden nicht beteiligt waren, die trotz der Umstände anders gehandelt haben, sie alle zu Opfern und ehrenvollen Männern erklärt, der tritt dieses Andenken und die Erinnerung mit Füßen. Vom Andenken an die Ermordeten in KZs und Massenerschießungen ganz zu schweigen. So etwas halte ich für abscheulich.

  • fairdeal

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    @Stefan Aigner Hochgestellte Verharmloser handeln ehrlos. Auch wenn in grausamer Zeit Unrecht häufiger „passierte“ und es manch mildernden Umstand gab, muss erkennbares Unrecht bei Linken wie bei Rechten benannt werden.

  • leider

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    @Abscheulich und Christian:
    „Mir geht es ähnlich wie Dir. Ich fand diese Seite auch immer ziemlich gut, da aktuelle Vorgänge in der Stadt kritisch beleuchtet wurden. Aber mittlerweile ist es wohl tatsächlich so, dass hier alles was nicht am linken Rand steht als primitiv und dumm dargestellt wird.“

    Muss Euch leider recht geben. Auch ich fand diese Seite konkurenzlos gut… Jetzt wird man als Nazi bezeichnet, wenn man nicht extrem links ist. Übrigens – bezieht sich auf andere Artikel – auf kommunistische Versprechen wird nie Bezug genommen. Leider…

  • HUHUHUHUHU Geist

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    @leider,

    „auf kommunistische Versprechen wird nie Bezug genommen. Leider…“

    Naja, die Kommunisten haben uns halt das Paradies versprochen. Und Gleichheit. Und Freibier!!!!!

    Sorry. Keine Versprechen dabei worauf man Bezug nehmen kann. Leider

  • leider

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    Danke, Geist, für den Hinweis. Tur mir Leid, habe mich vertippt. Statt „Versprechen“ sollte natürlich „Verbrechen“ stehen. Leider.

  • Bert

    |

    Lustig, dass das Wort „Nazis“ nur von denen benutzt wird, die bar jeglicher Argumente herumjammern, dass sie als Nazis beschimpft würden, wenn sie irgendetwas sagen würden. Zur Beruhigung der vermeintlichen Opfer eines von ihnen befürchteten Nazi-Vorwurfs: Ihr seid keine Nazis. Sogar dafür habt ihr Jammerlappen zu wenig Eier in der Hose. Vielleicht seid ihr aber auch nur debil.

  • Bert

    |

    Nachtrag: konkret gerichtet war das an @ Burk, @leider, @ Christian, @commander, @Jetzt reicht’s. Fürs argumentieren braucht es eben nicht nur Ideologie, sondern auch Verstand. Der fehlt Euch. Insofern: Zum Fürchten seid ihr nicht. Nur nervige Jammerlappen.

  • leider

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    an Bert

    Na ja, dass kommunistisches Regime Milionnen Menschenleben kosteten, gehört zur Allgemeinbildung; dafür muss man gar nicht besonders vernünftig sein, um dies zur Kenntnis zu nehmen. Dies aber bewusst auszublenden, finde ich gefährlich. Das nenne ich dann Ideologie.

    Über die NS-Verbrechen muss man nicht disktutieren.

    Mein Kommentar bezog sich aber wie gesagt eher auf Reaktioen auf andere Artikel, war allgemein gemeint.

    Aber wie jemand anderer schon sagte, solche Diskussionsbeiträge sind hier unerwünscht.

    Viel Spaß noch bei der Hexenjagd!

  • leider

    |

    Nachtrag:

    Über die NS-Verbrechen muss man nicht diskutieren – damit meinte ich, dass man nicht anzweifelt, dass es Verbrechen waren. Für mich ist auch sicher, dass es nie weder passieren darf, ist klar.

  • Dubh

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    leider: „Dies aber bewusst auszublenden, finde ich gefährlich. Das nenne ich dann Ideologie. “

    Ach, die Wehrmacht hat also kommunistische Verbrechen begangen?
    Und in Regensburg und Umgebung wurden kommunistische Verbrechen begangen – welche – erzähl doch!

    Von einer kommunistischen Herrschaft in und um Regensburg wäre mir allerdings nichts bekannt – auch nicht historisch, aber mei……………..

    Schon schlimm, wenn man ne Seite angeblich ach so gerne gelesen hat, aber leider nie bemerkt, worum es auf dieser geht.

    Aber freilich könnte man unter jeden Artikel, vollkommen ohne Bezug zum Artikel den Satz setzen:
    Es gab kommunistische Verbrechen auf dem Erdball.

    Dann darf ich mir aber auch nen Satz unter jedem Artikel wünschen:
    „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
    Albert Einstein

    Beim Universum ist man mittlerweile der Ansicht es sei nicht unendlich, aber in punkto menschliche Dummheit hat das www doch unendlich weitergeholfen Unendlichkeit zu begreifen………………….

    Weitere Wunschsätze?

  • uhu12

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    Interessant, Seehofer besucht Yad Vashem und sein Innenminister die Freunde der Wehrmacht. Die CSU deckt ja wirklich ein erstaunliches Spektrum ab.

  • Joachim Datko

    |

    Humanismus und Wissenschaften

    Religionen, Kommunismus und Nationalismus sind von gestern, sie versuchen die Menschen zu bevormunden, sie machen den Menschen zum Opfer. Religionen, Kommunismus und Nationalismus indoktrinieren die Menschen von klein auf, sie sind Feinde der Selbstbestimmung.

    Die Wissenschaften bieten Herausforderungen und erschließen uns die Welt. Ihre Ergebnisse führen zu einer besseren Versorgung und zur Verlängerung des Lebens.

    Der Humanismus stellt den Menschen mit seinen individuellen Bedürfnissen in den Mittelpunkt. Selbstbestimmung, Demokratie und soziale Marktwirtschaft, anstatt Fremdbestimmung durch Bevormundung.

    Wir sollten uns vor den Menschen hüten, die freiwillig hinter einer Fahne herlaufen, sie sind meist Feinde der Selbstbestimmung.

    Ich bin gerne bereit, gegenüber Print- und Internetmedien zum Unterschied zwischen Humanismus und Dogmatismus Stellung zu nehmen.

    Joachim Datko
    Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft
    Monopole.de

  • Bert

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    @Burk

    Irgendwie scheint Ihre Lesefähigkeit sehr begrenzt zu sein.

    Hier steht nirgends, dass „In Treue fest“ ein NS-affiner Ausdruck wäre.
    Hier wird an keiner Stelle gegen das Heer gehetzt.
    Und wenn Sie sich darüber aufregen, dass Verteidigungsreden für Kriegsverbrecher kritisiert werden, dann sind Sie einfach schon ein bisschen weit nach rechts gedriftet.
    Aber, wie gesagt, vielleicht können Sie auch einfach nur nicht lesen…

  • THOMAS

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    Vielen Dank für diesen gut recherchierten und sehr aufschlussreichen Artikel.
    Fremdschämen für viele der Kommentare hier.

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