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„Schrecken des Hotelbusiness“

Investor für Kaiser-Therme Bad Abbach: Problemlöser oder nächstes Problem?

Steht der schon für ausgemacht gehaltene Verkauf der Kaiser-Therme in Bad Abbach an einen Stuttgarter Investor auf der Kippe? Eine Recherche des Manager Magazins erschien jedenfalls mitten in die laufenden Verhandlungen hinein – für die einen zur rechten Zeit, für die anderen zur Unzeit.

Der Zweckverband kann die Sanierung der Kaiser-Therme in Bad Abbach nicht stemmen. Jetzt soll es ein Investor richten. Foto: Tourismusverband Ostbayern/ Gerhard Illig

Die Vorgeschichte:

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Eigentümer der Kaiser-Therme ist der Zweckverband Kurmittelhaus Bad Abbach. Daran sind der Bezirk Niederbayern mit 60 Prozent, der Landkreis Kelheim und der Markt Bad Abbach mit jeweils 20 Prozent beteiligt.

Im Sommer 2024 beschloss der Verband offiziell den Verkauf. Begründung: ein Sanierungsbedarf von 52 Millionen Euro sowie jährliche Verluste zwischen 1,5 und 2,2 Millionen Euro. Das sei für Bezirk, Landkreis und Markt nicht zu stemmen. Daran änderten auch Kritik, Bedenken und Gegenvorschläge der Bürgerinitiative „Pro Therme“ nichts. Ein Bieterwettbewerb startete. Attraktiv machten das Angebot zudem umliegende, bebaubare Grundstücke.

Investor InterSpa verspricht Großes für Bad Abbach

Ende September 2026 dann die frohe Botschaft: Ein Käufer ist gefunden. Der „Projektentwickler und Bäderspezialist InterSpA“ habe ein entsprechendes Angebot vorgelegt, teilte der Zweckverband mit. Das Stuttgarter Unternehmen präsentierte große Pläne.

Schon im kommenden Jahr sollten die Therme saniert und modernisiert werden – bei laufendem Betrieb. Geplant seien ein Fitnessstudio sowie ein Massage- und Physiotherapiezentrum. Auch die Saunalandschaft wolle man erweitern, hieß es. Und es werde eine „Attraktion“ geben.

Auf den umliegenden Grundstücken plane man ein Wellness-Resort mit 120 Hotelzimmern. Fertigstellung bereits 2028 – bei voraussichtlich niedrigeren Eintrittspreisen. Die Beschäftigten würden übernommen. InterSpa-Geschäftsführer Volker Kurz sprach gegenüber dem BR von einem „Masterplan für die Therme Bad Abbach“, angelegt auf 15 bis 20 Jahre.

Manager-Magazin über InterSpa: „Schrecken des Hotelbusiness“

Entsprechend erleichtert und optimistisch zeigten sich die Verantwortlichen des Zweckverbands angesichts solcher Perspektiven. Doch noch laufen die Verhandlungen. Zum Glück, möchte man sagen, wenn man die Recherche des Manager Magazins liest, veröffentlicht am 27. Oktober.

Dort wird die InterSpa-Gruppe schon in der Überschrift als „Schrecken des Hotelbusiness“ bezeichnet.

Dem Bericht zufolge liegt der Zeitschrift ein Dossier mit 19 Fällen vor, zwölf hat man nachrecherchiert. Das Fazit: Fast überall gebe Probleme.

„Mal geht es um Streitsummen in den Hunderttausenden, mal um deutlich mehr als eine Million Euro, etliche Fälle sind inzwischen vor Gericht gelandet. Nicht in allen gibt es bereits ein rechtskräftiges Urteil. Es gilt die Unschuldsvermutung.“

Zwei Geschäftsfelder: Private Hoteliers und die öffentliche Hand

Betroffen seien private Hoteliers, gelockt mit „Sanierungs- oder Neubauvisionen, die wie gemalt klingen“. Als „zweites Standbein“ der InterSpA bezeichnet das Manager Magazin „Thermen und Spaßbäder, die der öffentlichen Hand gehören“, bei denen sich das Unternehmen als „Problemlöser“ andiene.

„Die Kommunen haben in der Regel irgendwann ein teures Schwimm- oder Spaßbad gebaut. Aber jetzt belastet der Unterhalt die knappen Budgets, häufig staut sich zudem die Renovierung.“

Ersetzt man „Kommune“ durch „Zweckverband“, beschreibt das exakt die Lage der Kaiser-Therme in Bad Abbach.

Konkret nennt die Recherche unter anderem die Stadt Marktheidenfeld, die sich ihr Wonnemar-Bad von der InterSpa via Schiedsgericht zurückholen musste. Die Stadt Schwerin beklage „finanzielle Außenstände“ bei einer Projektentwicklung durch die InterSpa. Es gibt erhebliche Verzögerungen. In Bad Sachsa warte man seit drei Jahren auf versprochene Neuerungen im dortigen Badeparadies, so der Bericht. Ärger gibt es auch in der Stadt Nidda, die kürzlich ihren Vertrag mit der InterSpa in Zusammenhang mit der dortigen Therme kündigte.

InterSpa weist Vorwürfe zurück

Die InterSpa teilte dem Manager Magazin mit, ihr könne „kein objektiv begründetes Fehlverhalten zur Last gelegt werden“. Über Anwälte werden die erhobenen Vorwürfe als falsch oder irreführend bezeichnet.

Volker Kurz, der die Pläne für Bad Abbach vorstellte, ist laut Northdata Geschäftsführer von knapp 20 Tochtergesellschaften der weit verzweigten InterSpa-Gruppe und alleiniger Gesellschafter der Vermögensgesellschaft InterSpa Treuhand GmbH. Aktuelle Geschäftsberichte gibt es nicht. Die Seite der InterSpa-Gruppe ist „wegen Wartungsarbeiten“ nicht erreichbar.

Hätte man gewarnt sein können?

Wenngleich das Manager Magazin mit seiner Recherche erstmals ein so umfassendes Bild der Probleme mit InterSpa liefert, war es auch zuvor kein Geheimnis, dass es solche Probleme in mehrere Kommunen gibt. Eine kurze Google-Suche dazu liefert entsprechende Berichte der jeweiligen Lokalzeitungen.

In der Stadt Nidda warnte die örtliche SPD in einer Pressemitteilung vom 26. April 2025 ausdrücklich vor InterSpA:

„Wir haben mit Vertretern fast aller Städten und Kommunen – wo der Investor bereits Bäder betreibt oder plant – Kontakt aufgenommen und die Rückmeldungen waren durchweg ‘Vorsicht’, es lief in keiner Kommune ‘nach Plan und es wurde immer nachverhandelt oder Druck ausgeübt’.“

Das Unternehmen betreibe „Schönfärberei“ bei den Besucherzahlen, um einen höheren Betriebskostenzuschuss von der Stadt zu erhalten, so die SPD.

Schockstarre beim Zweckverband

Beim Zweckverband für die Kaiser-Therme Bad Abbach scheint angesichts des Berichts eine gewisse Schockstarre zu herrschen. Auf eine erste Anfrage, bei der wir Verantwortliche am Montag mit dem Bericht des Manager Magazins konfrontierten, folgt zunächst keine Reaktion.

Als wir am Freitag nachhaken, schickt eine Sprecherin des Bezirks Niederbayern ein kurzes Statement. Der Bericht sei bekannt, heißt es. „Die Kaiser-Therme befindet sich noch immer im öffentlichen Vergabeverfahren. Folglich dürfen wir uns aus rechtlichen Gründen nicht zu Details äußern. “ Der Prozess werde „nach wie vor intensiv und sorgfältig geprüft“.

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