„Masterplätze für Alle“

Pressemitteilung des studentischen Sprecher*innenrats vom 6. Juni 2013: Sprecher*innenrat fordert Masterplätze für Alle und größere Mobilität Der Sprecher*innenrat fordert Masterplätze für alle Bachelorabsolvent*innen sowie eine verbesserte Mobilität zwischen den Universitäten. Den Studierenden deutscher Hochschulen stehen nicht genügend Masterplätze zur Verfügung. Besonders für Studiengänge, die einen klar definierten Beruf nach dem Master haben, ist das ein Problem. Außerhalb Bayerns gibt es an vielen Universitäten ein Bachelor-Mastersystem für Lehramt. Und dabei eine Begrenzung für den Master. Für Bachelorabsolvent*innen eines Lehramtsstudiums gibt es jedoch keinen adäquaten Beruf. Ähnlich ergeht es Bachelorpsycholog*innen. Ihre Zulassung zum Master ist streng begrenzt, aber sie benötigen einen Masterabschluss um die Ausbildung an einer Therapeutenschule zu machen. Und auch Naturwissenschaftler*innen sind mit einem Bachelor nicht gut genug ausgebildet, um forschen zu können. “Es ist unverantwortlich, wenn Studierende nach einem Bachelorabschluss nicht weiterstudieren dürfen. Nachdem sie einen Teil der Ausbildung zu ihrem Wunschberuf gegangen sind, werden sie aufgehalten und ohne Perspektive auf einen Arbeitsmarkt geworfen, der kein Interesse an ihnen hat” , sagt Franziska Hilbrandt, studentische Sprecherin. Das Ziel der Bolognareform war es, den Menschen frei zu stellen, ob sie weiterstudieren wollen oder nicht. In der Umsetzung der Reform können heute nur diejenigen weiterstudieren, die sehr gute Noten haben. Der Sprecher*innenrat vertritt das Ideal einer freien Bildung und lehnt solche Bildungshürden daher ab. Eine andere Zielsetzung der Bolognareform lautet: mehr Mobilität. In der Realität ist der Wechsel von einer Hochschule zu einer anderen sogar innerhalb Deutschland sehr schwierig: Entweder die Zugangsvoraussetzungen fehlen – dadurch, dass wichtige Studieninhalte oft noch im 6. Semester vorgesehen sind, ist das häufig der Fall. Schließlich bewirbt man sich im laufenden 6. Semester und die verschiedenen Universitäten sehen in diesem unterschiedliche Lerninhalte vor. Oder man hat jene speziellen Leistungen nicht, die bei der Bewerbung zusätzliche Punkte einbringen. Dabei geben die Hochschulen Zusatzpunkte auf die Leistungen, die die eigenen Bachelorabsolventen sowieso erbracht haben. Ein weiter studieren an der Hochschule der Wahl ist also – wenn überhaupt – nur mit exzellenten Noten möglich. Studierende, die nur an ihrer bisheriger Universität zugelassen werden, müssen sich dann auf die Spezialisierung der Universität einlassen. Dabei unterscheiden sich die Schwerpunkte sehr stark und es wäre sinnvoller die eigenen Interessen und Stärken auszubauen. Eine Spezialisierung im Master wird verhindert, weil sich die Universitäten schon in ihrem Bachelor nicht mehr vergleichen lassen wollen. “Durch verschiedene Bewerbungszeiträume, immer wieder andere Sprachtests und eine starke Bevorzugung der eigenen Studierenden verhindern die Universitäten, dass bis dahin auswertige Studierende an ihre Universitäten kommen. Ein Wechsel ins Ausland oder von einer Hochschule an eine Universität ist dabei deutlich schwerer als früher. Dabei hat sich Deutschland bei der Unterzeichnung der Bolognaerklärung zur Förderung der Mobilität verpflichtet”, sagt Matthias Zunhammer, studentischer Sprecher.

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