Museum der Bayerischen Geschichte kommt

Museum der Bayerischen Geschichte: Regensburg nimmt erste Hürde erfolgreich Einen dankbaren und zufriedenen Oberbürgermeister sähen sie vor sich, aber keinen überschwänglich ausgelassenen, erfuhren die zahlreich zu einer Pressekonferenz ins Alte Rathaus der Stadt Regensburg geladenen Medienvertreter, die voller Spannung die Entscheidung über den Standort für ein künftiges Museum der Bayerischen Geschichte erwartet hatten. Zufrieden sei er deshalb, so das Stadtoberhaupt, „weil wir die erste Hürde erfolgreich gemeistert haben und aus der heutigen Sitzung des Bayerischen Kabinetts als ‚preferred partner‘ für das Museumsprojekt hervorgegangen sind“. Allerdings seien jetzt noch weitere Etappen zu absolvieren. Mit dieser Entscheidung des Ministerrates ist Regensburg der einzige Bewerber um das Museumsprojekt, mit dem konkrete Verhandlungen geführt werden. Das Risiko, dass diese noch scheitern könnten, schätzt der OB „zu null Prozent“ ein, der schließlich dann doch noch zugab, dass er sich „wirklich sehr“ freue. Anerkennung für Konzept Vor allem deshalb, weil er diese Entscheidung als außerordentlich wohlwollende Anerkennung des Kabinetts für das Museumskonzept werte, das das Kulturreferat in Kooperation mit dem Planungs- und Baureferat erarbeitet habe. Die Bewerbungsmappe der Stadt Regensburg sei sehr gelobt worden, erzählte er. „Mit allem, was wir in unserem Konzept angeboten haben, konnten wir vor den hohen Maßstäben, die angelegt wurden, auch bestehen.“ Darunter falle beispielsweise die autarke Energieversorgung, denn alle Gebäude des künftigen Quartiers Donaumarkt sollen energiesparend und kohlendioxidneutral beheizt und gekühlt werden: Die dazu nötige Wärme wird aus dem Abwasserkanal unter dem Donaumarkt gewonnen. Ehrgeiziger Zeitplan Darüber hinaus sei die Stadt Regensburg in der Lage, das hohe Tempo, das der Freistaat für die Umsetzung des Projektes vorgegeben habe, auch mitzugehen. So seien ein Spatenstich im Jahr 2013 und eine Fertigstellung im Jahr 2018 rechtzeitig zum 100-jährigen Jubiläum der demokratischen Verfassung des Freistaats durchaus realisierbar. Die Stadt Regensburg habe frühzeitig dafür gesorgt, dass die Grundstücke verfügbar und die Planungsgrundlagen geschaffen seien. Bereits Anfang 2012 könne ein europaweiter Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden. Die Stadt will nun gemeinsam mit dem Freistaat und insbesondere in enger Abstimmung mit dem Haus der Bayerischen Geschichte und dem Stadtrat, das weitere Vorgehen und die baulichen Details für das Museum, das eine Gesamtfläche von etwa 10 000 Quadratmeter umfassen soll, klären. Er freue sich sehr, so Schaidinger, dass auf diese Weise auch ein großer Teil des Donaumarkt-Areals nach dem Aus als Stadthallenstandort nun doch für eine öffentliche Nutzung gesichert werden könne. Zukunftsorientierte Museumslandschaft Kulturreferent Klemens Unger wertete die Entscheidung des Kabinetts als „große Ehre und Herausforderung“. Gleichzeitig trat er Befürchtungen entgegen, das neue Museum könne eine Konkurrenz für die Regensburger Museumslandschaft darstellen. Er hoffe im Gegenteil auf Synergieeffekte, betonte er. „Das Museum der Bayerischen Geschichte bietet die einmalige Gelegenheit, das Museumsquartier Regensburg als moderne zukunftsorientierte Museumslandschaft zu profilieren.“ Energieeffizienz und Denkmalschutz unter einem Dach Anton Sedlmeier, der die Planungs- und Baureferentin Christine Schimpfermann vertrat, unterstrich, neben den planerischen Voraussetzungen habe das Konzept der Stadt, das Energieeffizienz und Denkmalschutz unter einem Dach vereine, eine wichtige Rolle bei der Entscheidung gespielt. Er sei sich sicher, dass es dank des europaweiten Architektenwettbewerbes eine „herausragende planerische Lösung“ für das Museumsgebäude geben werde. Dieter Daminger, Referent für Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzen, erklärte, auch die Universität Regensburg wolle sich in das Projekt mit einbringen. Er selbst werde unverzüglich in die Grundstücks-Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern eintreten. Reichsstädtisches Selbstbewusstsein und weiß-blauer Patriotismus Dass Regensburg der geeignete Standort für ein Museum der Bayerischen Geschichte sei, darin waren sich alle einig. „Regensburg steht für Bayern wie kaum eine andere Stadt oder ein anderer Ort in diesem Land“, so der OB. Die Donaumetropole sei die erste Hauptstadt Bayerns gewesen und im Frühmittelalter auch die wohlhabendste. „Regensburg war immer bayrisch und trotzdem besonders. Das Museum gibt uns die Gelegenheit, noch mehr als bisher reichsstädtisches Selbstbewusstsein und weiß-blauen Patriotismus zusammen zu bringen.“

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Kommentare (1)

  • Stefan Grammer

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    „Preferred partner“ des Ministerrats? Sind wir hier in England oder in der DDR? Im Übrigen heute ich schon ganz gerne gewusst, was es im Museum der Bayerischen Geschichte denn nun konkret an Exponaten zu sehen geben wird. Fände ich wichtiger als lokalpatriotische Selbstbeweihräucherung.

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