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Im zehnten Jahr, zum siebten Mal sind Hannelore und Richard Goppel das Seniorenprinzenpaar der Narragonia. Gratulation! Foto: ar

Der Lehner Edi ist ein Gaudi-Fünferl. Während er herumhüpfend von den Festwägen redet, von den Fußgruppen und der Musik, von den Gummibärchen, Luftschlangen und vom Popcorn ziert ein breites Grinsen das Gesicht des 1. Vizepräsidenten der Narragonia.

Und auch wenn es „eine Plage” war, den Faschingsumzug am 27. Januar mit der Lusticania zu organisieren: Die Präsidenten von Narragonia und Lusticania, Roscoe Pielmeier und Armin Ogurek, können gar nicht anders als dazu unter ihren bunten Narrenkappen zu feixen. Das Seniorenprinzen-Paar, Hannelore Goppel nebst Gatte Richard, lächelt dazu huldvoll vom Podium herab. Pressekonferenz.

Vorbei mit Huld und Lächeln ist es rasch, als die Frage wieder auf den leidigen Holocaust-Gedenktag kommt – der Tag, an dem der Umzug – Gaudiwurm genannt – seine Kreise durch Regensburg ziehen wird. „Steht ja nirgends geschrieben, dass man’s nicht darf”, murmelt Prinz Richard grimmig. Und auch wenn man nichts vom Gedenktag gewusst, einen brieflichen Hinweis der Grünen im April 2007 nicht erhalten haben will, sich entschuldigt und bedauert, gibt Ogurek schließlich zu verstehen: „Den Umzug hätten wir wohl auch gemacht, wenn wir’s gewusst hätten.”
Nun sind die Narren in Regensburg nicht die ersten, die sich den Holocaust-Gedenktag zum Feiern ausgesucht haben. Im vergangen Jahr machte das Stadttheater bundesweite Schlagzeilen, weil der Theaterball für den 27. Januar anberaumt wurde. Und der Lehner Edi ist sicher nicht der einzige, der diesen Termin, der 1996 auf Anregung von Bundespräsident Roman Herzog eingeführt wurde, nicht im Kopf hat. Aber, dass er gar nicht mehr lustig ist merkt man schon, als er laut wird und meint: „Der steht ja nicht in jedem Kalender”.

Dort vielleicht nicht, aber in einem Brief, den die Stadträtin Margit Kunc (Grüne) an Lehner geschrieben hat. Nach einem Artikel in einer Tageszeitung, der den Termin nannte, am 2. April schrieb Kunc zwei Tage später einen Brief an Lehner, wies auf die „Irritationen” hin, für die bereits der Theaterball gesorgt hatte und legte Lehner und den Narragonen nahe, „den Termin des Faschingszuges nochmals zu überdenken”.

Lehners Kommentar: „Es gab keinen Brief.” Eine Frau Kunc kenne er nicht. Schließlich war es Narragonen-Präsident Pielmeier, der von den bitteren Problemen der Narren bei der Postzustellung sprach.

„Wir haben über Monate hinweg keine Post bekommen, weil unser Briefkasten nicht gefunden wurde.” Kunc glaubt das nicht: „Es ist eine wunderbare Ausrede.”
Aber – wie gesagt – verlegt hätte man den Termin vermutlich ohnehin nicht. Ogurek: „Das ist der einzig wirklich sinnvolle Termin.” Und er stellt fest: „Da finden nirgendwo anders Umzüge statt.” Anschließend wurde noch ein wenig ostentativ bedauert, darüber sinniert, wann es den letzten lustigen Fasching gegeben habe und Ogurek bat, das leidige Thema Holocaust-Gedenktag ad acta zu legen: „Man sollte das alles nicht so schwarz reden. Wir tun ja was für die Kinder.”

Der Kommentar von Margit Kunc – „Ungenügende Erinnerungskultur – davor hatte Otto Schwerdt (der am 30. Dezember verstorbene Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Anm. d. Red.) immer Angst” – wird dem Lehner Edi sicher nicht die Laune verderben. „Ich bin ja kein Grüner”, meint er und grinst wieder.

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