„Regensburger Stadtgesellschaft denkt nun antifaschistisch“

„Es scheint eine Zeit zu Ende zu gehen. Und wir müssen uns da hineinfinden“, resümierte Luise Gutmann, Vorsitzende der Regensburger Kreisvereinigung der VVN – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) auf deren Jahresversammlung. Und sie sah dies durchwegs positiv. „Im Jahre 2013 finden über VHS, Stadtbücherei und Staatbibliothek mehr Veranstaltungen in Regensburg zu unseren Themen statt als wir in den letzten Jahren selbst organisieren konnten.“ Die Gedenkkultur der Stadt selber trübe allerdings das ansonsten erfreuliche Bild. Weder zum Gedenktag am 23. April noch zum Coloseum ist bisher Bewegung von Seiten der Stadtspitze zu erkennen. Um so wichtiger sei es, daß die VVN-Bda auch in diesem Jahr antifaschistische Akzente setze. Zur Jahresversammlung waren gut die Hälfte der Mitglieder erschienen. Gutmann faßte in ihrem Tätigkeitsbericht für das letzte Jahr die Aktivitäten zusammen. In mehreren Veranstaltungen wurde die Verfassungsfeindlichkeit der NPD thematisiert und ihr Verbot gefordert. Die Neuherausgabe der Lebenserinnerung des langjährigen Betriebsratsvorsitzenden und Antifaschisten Walter Zauner wurden der Öffentlichkeit vorgestellt. In Kürze wird das neuerschienene Buches über Elly Maldaque präsentiert, an deren Erstellung mehrere VVN-Mitglieder beteiligt waren. Für das Jahr 2013 wurden drei Schwerpunkte beschlossen, zu denen jeweils mehrere Veranstaltungen selbst durchgeführt werden sollen, bzw sich die VVN-BdA aktiv beteiligen will. Am 23. April findet der Gedenkmarsch anläßlich der Ermordung des Domprediger Maier, sowie Lotter und Zinkl statt, in desem Zusammenhang wieder mal auf die städtische Gedenkkulutr und Colosseum aufmerksam gemacht werden soll. Breiteren Raum sollen auch der NSU-Untersuchungsausschuß sowie der Prozeß gegen Beate Zschäpe einnehmen. Zum Jahresende wird der 75. Jahrestag der Reichsprogrommnacht die Diskussion beherrschen. In der Diskussion erläuterte Gutmann, daß die VVN-BdA nicht jede antifaschistische Veranstaltung verantworten könne, aber gerne alles unterstütze und bewerbe, was mit den Zielen der VVN-BdA vereinbar ist. Interessierte Gruppen und Einzelpersonen können dies über www.regensburg.vvn-bda.de machen. Gutmann schloß die Versammlung mit der Bitte an alle Mitglieder, sich auch in anderen Vereinen und Organisationen für die Ziele des demokratischen Antifaschismus einzusetzen.

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Kommentare (5)

  • Roland Hornung

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    Liebe Luise,
    danke!

    Gerade der 75. Jahrestag der Reichspogromnacht ist ein ganz wichtiges Datum.
    Hier gilt es Zeichen zu setzen!

    Auch wir werden diesbezüglich einige wichtige Veranstal-tungen durchführen.
    Veranstaltungen wird es von uns immer wieder dieses Jahr zu jenem Thema geben.

    Herzliche Grüße von Roland

  • Joachim Datko

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    Der Geschichte ins Auge sehen: Die Christen hatten seit alters her die Juden verfolgt.

    Zitat : „Zum Jahresende wird der 75. Jahrestag der Reichsprogrommnacht die Diskussion beherrschen.

    Mir ist es wichtig, dass auch die Verantwortung der Christen, speziell der römisch-katholischen Kirche, zur Sprache kommt.

    Wie kann man nur einer der großen christlichen Kirchen angehören? Luther, der große Meister der evangelischen Kirche:

    „1543 schrieb er:[39]

    „Ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes, durchteufeltes Ding ist’s um diese Juden, so diese 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen. Wenn ich könnte, wo würde ich ihn [den Juden] niederstrecken und in meinem Zorn mit dem Schwert durchbohren.

    Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther#Luther_und_die_Juden

    *****

    – Und da behaupten viele Christen, ihre Religion wäre friedfertig!

    Hier könnte man jetzt weiter argumentieren. Die Frage ist: Wie groß ist die Verantwortung der christlichen Religion für die Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten?

  • Veronika

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    Es wäre schön, wenn es so wäre! Leider jedoch zeigen Veranstaltungen gegen Faschismus nicht, wie das Groß der Bevölkerung wirklich denkt! Nach „aussen hin“ sicherlich eine Möglichkeit, Regensburg – gerade bei einem bayerisch-deutschen Papst als Ehren-Ehrenbürger – gut darzustellen. Mehr aber (leider) wohl auch nicht. Melden Sie mal rechtslastige Dinge an irgendwelche gegen diese Klientel eintretenden Vereinigungen. Sie werden sich wundern, wie wenig Feedback man erhält.

  • Barbara Junghans

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    @Joachim Datko
    Es scheint Ihnen entgangen zu sein, dass auch die Islamisten behaupten, der Islam sei eine friedliche Religion und vom Koran gingen keinerlei Agressivitäten Richtung anderer Religionen aus. Die Frage ist, ob die Menschen, die sich auf ihn berufen, wirklich willens sind, die positiven Ziele zu verwirklichen.

    Abgesehen davon möchte ich mal Ihre Aufmerksamkeit darauf lenken, dass in vielen Christen ihr Glaube der entscheidende Anreiz ist, sich caritativ für ihre Nächsten einzusetzen.

    Vielleicht sind Sie eines Tages selbst auf Hilfe angewiesen. Darüber sollten Sie mal nachdenken, bevor Sie hier ständig gegen „die Kirche“ polemisieren und andere madig machen, die – aus was für Gründen auch immer – dieser Institution angehören.

  • Joachim Datko

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    Die abrahamitischen Religionen sind aggressiv

    Zu Barbara Junghans 08.02.13 – 16:44 Zitat: „Die Frage ist, ob die Menschen, die sich auf ihn [Islam, Koran] berufen, wirklich willens sind, die positiven Ziele zu verwirklichen.“

    Auch der Islam hat negative Ziele, wie die anderen abrahamitischen Religionen. Es geht den abrahamitischen Religionen um die Unterdrückung der Menschen.

    Stellen Sie sich einen intelligenten Menschen vor, der religiöse Texte wiederholen soll, immer wieder dieselbe Leier, man denke nur an den katholischen Rosenkranz.

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