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Regensburgs Psychotherapeuten sind sauer

Rund 300 Menschen haben am 21. Mai auf dem Regensburger Haidplatz gegen Kürzungen in der Psychotherapie protestiert. Auslöser ist das geplante GKV‑Beitragsstabilisierungsgesetz.

„Suizid ist die häufigste Todesursache bei Jugendlichen“, antwortet Alex als er nach seiner Botschaft an die Bundesregierung gefragt wird. In der Hand hält er ein Schild, darauf steht:

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Wir atmen ein – wir RASTEN aus!

Neben ihm ist Klara, auch sie trägt ein Plakat. Ihre Arme sind über und über mit Narben bedeckt. Beide befinden sich in psychotherapeutischer Behandlung. Die Narben, die dort versorgt werden, sind für das menschliche Auge nicht sichtbar. Trotzdem kann ihre Versorgung lebensnotwendig sein. Das könnte bald schwierig werden.

Denn die Bundesregierung plant Kürzungen bei Psychotherapeuten. Am Ende müssten Erkrankte länger auf einen dringend benötigten Therapieplatz warten. Deshalb sind Alex und Klara heute hier – zusammen mit 300 weiteren Menschen. Um gegen das geplante GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz zu demonstrieren.

Bedarf an Therapieplätzen kann jetzt schon nicht gedeckt werden

Beate Leinberger steht auf der Ladefläche eines kleinen Lastwagens. „Unser Berufsstand wurde noch nie so abgewertet wie heute“, ruft die Psychotherapeutin ins Mikrofon. Dabei sei der Bedarf höher denn je. Nach Zahlen der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention nahmen sich im Jahr 2024 in Deutschland 10.372 Menschen das Leben. Das sind 28,3 Menschen pro Tag.

In Bayern warten Patienten im Mittel 108 Tage auf einen Therapieplatz, so die Psychotherapeutin. Und das bereits vor der geplanten Reform. Ihr Kollege Bittner nennt die Reform deshalb auch „Wartezeitverlängerungsgesetz“.

Fehlt der Respekt vor psychotherapeutischer Arbeit?

Leinberger fordert die Bundesregierung auf, Respekt vor der psychotherapeutischen Arbeit zu haben. „Erfüllt, was ihr im Koalitionsvertrag versprochen habt“, ruft sie der Bundesregierung zu.

Pfiffe, Trommeln und Rufe dröhnen über den Haidplatz. Die Rednerin hat einen Nerv getroffen. Die Menge skandiert: „Ohne Finanzierung, keine Therapie.“

Die Stimmung ist aufgeheizt. Leinberger ruft, die Politik werfe den Psychotherapeuten Faulheit und Raffgier vor. Dabei gehörten sie zum Mittelstand und trügen das Land. Sie hätten es nicht verdient, dass so mit ihnen umgegangen werde.

So teuer ist eine Psychotherapeuten-Ausbildung – und solange dauert sie

Die Ausbildung zum Psychotherapeuten dauert gut zehn Jahre. Nach Bachelor- und Masterstudium folgt eine Ausbildung zum Therapeuten. Diese kostet je nach Fachrichtung mindestens 25.000 Euro. Zusätzlich müssen die angehenden Psychotherapeuten eine sogenannte Selbsterfahrung machen – eine Therapie auf eigene Kosten.

Am Ende dieser berufsbegleitenden Ausbildung steht eine Approbationsprüfung. Wer die besteht, darf sich ins Ärzteregister eintragen lassen. Ein Kassensitz, um eine eigene Praxis führen zu können, kostet in Regensburg nochmal circa 30.000 Euro. Dafür nähmen die meisten einen Kredit auf, weil die Reserven durch Studium und Ausbildung längst aufgebraucht seien, sagt Laura Olcher.

„Wer diesen Weg geht, der tut das nicht aus finanziellem Anreiz. Der tut das aus Leidenschaft“, so die Psychotherapeutin. Denn Therapeuten verdienen durchschnittlich nur 46 Euro pro Stunde. Während ihre Facharztkollegen 91 Euro pro Stunde bekommen. Im Auge der drohenden Kürzungen fürchten viele deshalb ein Nachwuchsproblem.

Wo soll gekürzt werden?

Trotzdem wolle die Regierung den Therapeuten ihren Stundensatz kürzen, so Dr. Steffie Sauer. Die Kinderpsychologin erzählt, dass bereits 4,5 Prozent gekürzt wurden. Bei einem durchschnittlichen Stundensatz von 120 Euro macht das 5,40 Euro aus. Doch das ist nur der Anfang.

Die Rede sei von bis zu 40 Prozent, sagt die Kinderpsychologin. Außerdem solle die Anzahl pro Kassensitz auf 36 Patienten pro Woche begrenzt werden. Die meisten Therapeuten hätten einen halben Sitz – das bedeutet 18 Patienten pro Woche. Bisher durfte man auch mehr als das betreuen. Aber auch das könnte bald Geschichte sein. Leidtragende seien am Ende die Patienten, so Sauer.

Stimmen von SPD, Grünen und den Kassen – CSU war nicht zu erreichen

Die Stellungnahme des GKV-Spitzenverbandes bezeichnet diese Reform als „unumgänglich“. Denn bereits 2024 hätten Krankenversicherungen und Gesundheitsfonds ein Defizit von zehn Milliarden Euro ausgewiesen. Steuere man nicht gegen, sei 2027 eine Lücke von mehr als 15 Milliarden Euro zu erwarten.

Die Bundestagsabgeordnete der SPD, Carolin Wagner weiß um dieses Dilemma. Einerseits verstehe sie die Sorgen und Nöte von Therapeuten und Patienten. Anderseits „drohen Defizite in Milliardenhöhe“.

Deshalb müsse man das System reformieren, damit es bezahlbar bleibe und eine qualitativ hochwertige Versorgung aufrecht erhalten werden könne.

Weitaus kritischer sieht das der Grünen-Bundestagsabgeordnete Stefan Schmid. Die geplante GKV-Reform reformiere nicht das kaputte System, sondern stopfe einfach die großen Finanzlöcher. Das gehe zulasten von Versicherten und Betrieben.

Die Bundesregierung verteile die Reformlasten nicht fair auf die gesamte Gesellschaft. „Sie belastet einseitig Versicherte und Betriebe. Und schont gleichzeitig große Krankenhauskonzerne und die Pharmaindustrie“, so der Grünen-Politiker.

Peter Aumer von der CSU sitzt ebenfalls im Bundestag. Trotz Anfrage unserer Redaktion war er nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Ausgaben- statt Einnahmeproblem

Simon ist etwas später zur Demo gekommen und hat sich dem gerade beginnenden Umzug angeschlossen. Gemeinsam ziehen die gut 300 Menschen durch die Regensburger Innenstadt und zurück zum Haidplatz.

Er erzählt wie schwierig es für ihn war, einen Therapieplatz zu bekommen. Über ein halbes Jahr habe er gesucht. Die Situation war sehr belastend. Deshalb habe er für die Reformpläne der Bundesregierung kein Verständnis. Der Staat habe ein Ausgaben- kein Einnahmeproblem.

Das sagt auch Grünen-Politiker Schmid. Er schlägt vor, das Kostenproblem mit einer nachhaltigen Strukturreform zu lösen. Konkret heißt das, „die Preise für überteuerte Medikamente zu senken oder überflüssige Parallelstrukturen bei der Versorgung abzubauen“.

Kommende Woche tausche er sich bei einem Pressegespräch mit Psychotherapeuten in Regensburg aus. Er hoffe sehr, dass die Botschaft bei den Abgeordneten der Regierungsfraktionen ankomme.

Da trifft es sich gut, dass seine SPD-Kollegin Wagner ebenfalls daran teilnimmt. Sie ist Teil der Regierungskoalition und trägt diese Reformen mit.

Peter Aumer von der CSU ist bei diesem Gespräch nicht anwesend. Laut Kreisen um das Aktionsbündnis Psychotherapie Regensburg bekommt er einen eigenen Pressetermin. Dieser stehe aber noch nicht fest.

Alex, Klara, Simon und die anderen Patientinnen, fühlen sich von der Politik alleine gelassen. Man hört ihre Wut und ihre Enttäuschung. Während sie durch die Stadt ziehen skandieren sie immer wieder: „Hört uns zu, schaut uns an, Psychotherapie geht jeden an.“

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Kommentare (36)

  • Tagesgscheidster

    |

    Wenn am 1.1.27 aufgrund der geplanten Budgetierung plötzlich 1/3 alles Therapieplätze wegfallen weil sie nicht mehr vergütet werden, dann bitte ich alle Betroffenen sich direkt bei Carolin Wagner und Peter Aumer zu melden – dort sitzen zwei Verantwortliche…

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  • nixda

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    …sagte ein bekannter zu mir:
    meine psychotherapie ist der knei.
    vielleicht deshalb äussern sich teile der politik nicht.

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  • Günther

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    Vielleicht sollte man sich fragen, woher dieser Bedarf an Therapie kommt? Übermässiger Internetkonsum?

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  • Manfred van Hove

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    Die Kosten in diesem Bereich sind in wengen Jahren geradezu explodiert. Das musste beschnitten werden. Insbesondere die Stundensätze der Therapeuten scheinen mir ausreichend. Aber auch hier geht es um Gruppeninteressen, die selbst Einsparungen bei anderen fordert, Es herscht das Prinzip: Heiliger St- Florian, verschon mein Haus. zünd andere an.
    Ich sehe hier jammern auf hohem Niveau.

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  • nixda

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    scheint nicht so schwer zu sein, den titel psychotherapeut zu erlangen.
    für richtige probleme bietet sich eher der gang zum psychiater an.

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  • Daniela

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    @ Manfred van Hove
    26. Mai 2026 um 15:23 | #

    Es tut mir leid, aber ich kann Ihre Ansicht nicht teilen.

    Bundesverpflichtungen aus dem Bürgergeldgesetz wurden in Höhe von ca. 10 Mrd. Euro auf die GKV abgewälzt. Das bedeutet den GKVs fehlen 10 Mrd. aus dem Bundeshaushalt. Diese Tatsache wurde jetzt häufig genug diskutiert.

    Dies führt nunmehr dazu, dass alle GKV Versicherten Beitragszahler die Zeche zahlen müssen, bzw. mit Leistungskürzungen leben müssen.

    Und zum Thema, wenn Sie in einer psychisch schwierigen Lebenslage 108 Tage auf einen Therapieplatz warten müssen, dann ist das eindeutig zu lange. Oder um es anders auszudrücken, Sie erreichen 108 Tage zu spät Hilfe und sind womöglich dauerhaft krank.
    Und in psychisch schwierige Lebenslagen kann man sehr schnell ohne eigenes Verschulden kommen.

    Und ein Psychiater (Facharzt) verdient wesentlich mehr, als ein Psychotherapeut.

    Um die Fachärzte zu entlasten müssten eigentlich wesentlich mehr Psychotherapeuten zur Verfügung stehen.

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  • Seppl

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    @nixda:
    Ausgesucht hirnloser Kommentar!

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  • Manfred Martin

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    Scheinbar schreiben hier einige, die keine Ahnung von Medizin haben.
    Bis zu 80 % Erkrankungen haben psychische und psychosomatisch Ursachen. Dazu kommen noch die Suchterkrankten mit Alkohol und Rauschgift und Spielsucht!
    Viele dieser Erkrankten müssen bis zu einem Jahr warten, bis mal ein Therapieplatz frei ist!

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  • Bürni

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    Schon krass, wie manche sich hier äußern und welche (abwertenden) Mutmaßungen über (junge) Menschen angestellt werden, die psychologische Hilfe benötigen.
    In meinem Beruf erlebe ich das anders. Immer wieder haben Jugendliche Probleme in ihrem familiären Umfeld, haben Suizide oder schwere Erkrankungen miterlebt. Und ich spreche hier von einem Gymnasium, um schon mal abwertenden Vermutungen entgegenzuwirken.
    Dass von den Kommentatoren vor mir nicht gesehen wird, wie wichtig es ist, dass man jemand zum Reden hat, wenn es einem nicht gut geht, zeigt von wenig Empathie, was sie ungeeignet dafür macht, überhaupt darüber urteilen zu dürfen.
    Mich macht das wütend und besorgt, dass Menschen, denen es psychisch nicht gutgeht, so lange und manchmal zu lange auf einen Therapieplatz warten müssen. Es ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, dass man diese Menschen so lange allein lässt.

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  • Manfred van Hove

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    @Daniela
    Bei einem Gebührensatz von ca. 150 Euro für eine 50-minütige Behandlung kann ich nicht erkennen, dass es zu wenige Psychotherapeuten gibt, weil der Verdienst zu gering ist. Da sie kaum Gerätekosten haben, stellen sie sich besser als jeder praktische Arzt.
    Bei den meisten jungen Patienten liegt der Fehler im Elternhaus und den Eltern.
    Personalmangel ist in vielen Bereichen der Medizin zu verzeichnen. Die Psychotherapeuten bilden dabei kene Ausnahme. Das liegt aber sicher nicht an deren Bezahlung.

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  • Konradsiedlungsanwohner

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    Früher war alles besser. Da san de Auffälligen in de Sonderschul kemma oder auf Karthaus weil dann war s furt. Hart wie Kruppstahl muss man sein, alle anderen san zu schwach. Gell Manfred? Gell Günther?

    Augenscheinlich hattet Ihr nie dringenden Bedarf für psychotherapeutische Betreuung und einhergehenden Wartezeiten. Ich wünsche es Ihnen auch nicht weil es ist die Hölle.

    Aber ich würde mir sehr wünschen, vor dem Schreiben eines geistigen Ergusses dahingehend zu prüfen, ob es nicht nur geistiger Dünnpfiff ist sondern auch substanziell zur Diskussion beiträgt.

    Ich kann aus eigener Erfahrung den Text hier sehr empfehlen. Ohne professionelle Psychotherapie würde es mir nicht wieder gut gehen.

    https://youtu.be/lI92uiDnUjM?is=keuPwq6WVCpEceIp

    danke Bürni ich stimme zu 💯% zu
    ‘Mich macht das wütend und besorgt, dass Menschen, denen es psychisch nicht gutgeht, so lange und manchmal zu lange auf einen Therapieplatz warten müssen. Es ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, dass man diese Menschen so lange allein lässt.’

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  • Günther Herzig

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    Rein präventiv, um nicht sofort gesteinigt zu werden, erkläre ich nicht ausreichende Kenntnisse zu haben, vom Fach Psychotherapie, den Voraussetzungen, um Psychotherapeut zu werden, von der Notwendigkeit in allen Fällen eines subjektiv empfundenen psychischen Zustands Hilfe durch eine therapeutische Behandlung zu erhalten, ohne den Einsatz eigener Ressourcen unter finanzieller Belastung aller.
    Ich habe versucht zu recherchieren wie sich die Abrechenbarkeit psychotherapeutischer Leistungen in unserem Land entwickelte:
    Psychotherapeutische Leistungen wurden in der gesetzlichen Kranken-versicherung in Deutschland schrittweise ab den 1970er Jahren übernommen, mit einem gesicherten Anspruch ab 1967/1987, und die Möglichkeit der Kostenerstattung bei Systemversagen bestand besonders vor Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes 1999.
    Mich interessiert besonders, wie eine Abgrenzung erfolgt innerhalb des Gesamtspektrums eines psychischen Zustands mit der Folge, dass die Öffentlichkeit immer stärker belastet wird mit Kosten, deren Erstattung der Betroffene selbst nicht tragen muss, ohne dass wirklich überprüfbar ist, ob objektiv ein Krankheitswert festgestellt werden kann. Soll auch der “eingebildete Kranke” ein unbestreitbares Recht haben sein gefühltes oder tatsächliches Unwohlsein unter Belastung aller auszuleben.
    Eine provokante Frage: Wenn der Jugendliche aus dem bayer. Wald traurig ist, weil er nicht schwimmen kann oder er den Erwerb der Fahrerlaubnis finanziell nicht stemmen kann, soll dann auf Kosten der Allgemeinheit Abhilfe erfolgen, damit er nicht noch trauriger wird und er sich enttäuscht das Leben nimmt?
    Zitat: „Suizid ist die häufigste Todesursache bei Jugendlichen“, antwortet Alex als er nach seiner Botschaft an die Bundesregierung gefragt wird. In der Hand hält er ein Schild, darauf steht: Wir atmen ein – wir RASTEN aus!“ Gab es vor der gesetzlichen Ausweitung des Sozialstaates auf das Gebiet psychotherapeutischer Leistungen mehr und um wieviel mehr Suizidfälle unter Jugendlichen?
    Was sind denn zählbare Todesursachen bei Jugendlichen? Ist Suizid eine unter vielen, oder vielleicht nur ein singuläres Problem bei Jugendlichen?
    Ich bin gespannt auf Antworten, hoffentlich nicht durch anonyme Psychotherapeuten, deren maßgebliches Interesse den eigenen Fleischtöpfen gilt und erst dann der Volksgesundheit, die sie beschwören.

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  • Franz Josef Avestruz

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    Der Abbau des Sozialstaats geht weiter, da kann Holetschek noch so tönen wie wichtig der Union diese Errungenschaft ist…Union und SPD tun alles in der Ges.politik, um Leistungen zu rationieren. Es heisst halt Prävention, bleiben sie einfach gesund, dann verbrauchen sie kein Geld. In der Pflege werden die Zugänge zu den Pflegegraden erschwert, der MD wird schon dafür sorgen. Psychotherapie war eh schon ein Bereich, der vollkommen unterversorgt war/ist, wahrscheinl denkt man sich, man kriegt eh keinen Platz, also kann das auch weg.

    Derweilen verbrennt Spahn mal schnell einen Mrdbetrag bei Masken, der bayer Rechnungshof lässt aufhorchen, dass ein dreistelliger Miobetrag an Essensgeld für Pflegende in der Pandemie nicht zweckgebunden eingesetzt wurde. Die Hebammen werden aus Qualitätsgründen beschnitten….es wundert nicht, dass sich viele Ges.dienstleister gleich nur noch auf Privatzahler verlagern.

    Gut, dass sich wenigstens die Demontrierenden solidarisch mit den Betroffenen erklären. Der Staat hat sich längst umgedreht.

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  • tom lehner

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    Leider weiß ich nicht wieso mir das gerade jetzt in den Sinn kommt, aber ein allseits bekannter Comedian hat vor kurzem mal gesagt: “Einfach mal die Fresse halten”.

    Vorab ein Dank an den Bürni und den Konradsiedlungsanwohner für Ihre sehr sympathischen Anmerkungen.

    Den anwesenden Qualitätskommentatoren, die ganz genau wissen was Psychotherapie kostet und Psychotherapeuten so verdienen dürfen sei gesagt, das ich sehr froh darüber bin das es Menschen mit dieser Ausbildung gibt. Leider gibt es davon viel zu wenige! Käme einer von Euch auf die Idee den “Aderlass” aus dem Mittelalter wieder einzuführen?
    Ach, da gibts jetzt was von Ratiopharm?

    Und ja, die Anzahl der Inanspruchnahmen von Therapie- “Angeboten” hat zugenommen. Woran das wohl liegen mag?
    Gerade die Psychiatrie hat in den letzten hundert Jahren viel dazugelernt. Das Erkennen und Behandeln schwerer psychischer Erkrankungen hat sich weiterentwickelt. Die Diagnostik sowie die medikamentöse Behandlung hat sich enorm verbessert. Mal so ganz nebenbei kommt das ja nicht von ungefähr. Die BehandlerInnen müssen das ja irgendwie erlernen. Dabei ist ganz wichtig: Vieles was Mann oder Frau so “Nebenbei” in berufsbegleitenden, teils jahrelangen Fortbildungen so erarbeitet, gibts nicht für lau.
    Den Zeitfaktor gar nicht einberechnet. Wer sich schon mal mit, neudeutsch oft Manuals und deren Preisen beschäftigt hat weiß das oben “Geschriebene” einzuordnen. Das gilt auch für Tests und zertifizierte Behandlungsverfahren. Und da haben wir den ganzen Kleinkram an Therapiematerial noch gar nicht angesprochen.

    Bei unseren ersten glorreichen Heldentaten auf dem Balkan hatte man völlig vergessen, das Kriege auch Verletzungen mit sich bringen. Viele Soldaten kamen zurück, traumatisiert, mit einer Depression oder einer Posttraumatischen Belastungsstörung im Gepäck. Niemand hat das interessiert.
    Nicht erst seit 9-11 wissen wir alle was das ist und wie sich das auf ein Leben auswirken kann.

    Zitat: “Mich interessiert besonders, wie eine Abgrenzung erfolgt innerhalb des Gesamtspektrums eines psychischen Zustands mit der Folge, dass die Öffentlichkeit immer stärker belastet wird mit Kosten, deren Erstattung der Betroffene selbst nicht tragen muss, ohne dass wirklich überprüfbar ist, ob objektiv ein Krankheitswert festgestellt werden kann. Soll auch der “eingebildete Kranke” ein unbestreitbares Recht haben sein gefühltes oder tatsächliches Unwohlsein unter Belastung aller auszuleben”

    Mit Verlaub, ich könnte k…… “Der eingebildete Kranke” “Sein gefühltes oder tatsächliches Unwohlsein unter Belastung aller auszuleben” Das ist eins zu eins die Argumentation einer Aktion T4, besser bekannt als Euthanasie, der Vernichtung “Unwertem Lebens” durch das Dritte Reich. Das ist ganz einfach nachzulesen.

    Menschen mit psychischen Erkrankungen haben das GLEICHE Recht auf Teilhabe und die GLEICHE medizinische und therapeutische Behandlung. Punkt.
    Diese AfD Parolen gerade zu diesem Thema aufzugreifen und zu verbreiten sind einfach nur bodenlos dumm.

    Ein Menschenleben als “Unwert” zu deklarieren, oder ihnen die richtige Behandlung zu verweigern, kommt aus einer Zeit die wir wirklich nicht wieder haben wollen. Das sollte sich der Ein oder Andere hier mal vor Augen führen.

    Ich schäme mich für so eine Ausdrucksweise!

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  • Bert

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    Herzig will sich mit seinem Quatsch wieder einmal in die Opferrolle katapultieren und im Forum in den Mittelpunkt rücken.
    Don’t feed the troll.

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  • Günther

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    Es ist schon erstaunlich, mit welcher Arroganz hier den Kommentatoren der Mund verbieten wird.

    Wer sich dafür einsetzt, neben Alkohol und Nikotin ein weiteres Suchtmittel freizugeben, darf sich nicht beklagen, wenn für die Folgen daraus zu wenig Therapieplätze frei sind, oder den wirklich unschuldig erkrankten dadurch die Therapieplätze weggenommen werden.

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  • nixda

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    sozialverwahrlosung, darum geht es doch bei kindern und jugendlichen.
    während sich mami und papi selbstverwirklichen, geraten die abkömmlinge unter die räder.
    heutzutage sollens immer andere richten.

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  • Zapfnmandl

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    @Günther Herzig: Sie machen glaube ich sehr viel an Ihren eigenen Lebenserfahrungen fest. Der Punkt ist der: gerade Jugendliche sind heutzutage einem psychischen Druck ausgesetzt, den man sich als älterer Mensch gar nicht vorstellen kann, weil es die technischen Möglichkeiten damals nicht gab: soziale Medien können einen immensen Druck erzeugen, der bis hin zu Suizid führen kann, selbst wenn man sich als betroffene Person diesen Medien verweigert (Kinder waren/sind da SEHR erfinderisch – schon immer). Es sind hier völlig neue Krankheitsbilder entstanden, die man auch (schnell!) therapieren muß! Und wenn man dann ein 1/2 Jahr bis Jahr auf einen Platz warten muß0, dann kann das schon zu lange sein.

    Oder anders gesagt: die meisten Männer, die im 1./ 2. Weltkrieg an der Front waren, hätten ob ihrer Erlebnisse eigentlich Therapeuten gebraucht. Das Krankheitsbild war aber damals unbekannt und so gab es in Folge dann entsprechende (häusliche) Gewalt, die halt schweigend akzeptiert wurde bzw. Menschen, die einfach nur kaputt waren und denen man mit heutigem Wissensstand hätte helfen können. Die Medizin ist heutzutage dankenswerter Weise entsprechend fortgeschritten.
    Aktuell kann man das auch an Berichten verfolgen, die von Gewalttaten von ehemaligen Soldaten aus dem aktuellen Krieg in der Ukraine berichten.

    Übrigens: was das Kostenargument betrifft: gleiches gilt auch für z.b. für Krebsbehandlungen oder so “einfache” Dinge wie Bandscheibenprobleme: früher starb man halt oder mußte man damit leben, heutzutage kann eine entsprechend aufwendige/teure Medizin(technik) für Abhilfe/Linderung sorgen. Sollten wir deswegen heute auf die moderne Medizin verzichten, nur weil es ja die “Allgemeinheit” zahlen muß?

    Vieleicht mal darüber nachdenken ;-)

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  • Stephan

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    Es war ja abzusehen, dass der alte Dorfadvokat hier wieder versucht, sich in all seiner Vermessenheit um Aufmerksamkeit buhlend mit steilen Thesen zu inszenieren.
    Don’t feed the troll.

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  • Sample

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    @Bert:
    Sie haben ja Recht. Aber bei so viel Blöd-/Unsinn kann ich die Finger nur schwer still halten.

    @Günther Herzig:
    Mich irritiert an Ihrem Beitrag weniger die Frage nach Kosten im Gesundheitssystem. Darüber kann man selbstverständlich diskutieren. Mich irritiert die Art, wie Sie über psychische Erkrankungen und suizidgefährdete Jugendliche sprechen.
    Sie konstruieren hier einen Gegensatz zwischen „wirklich krank“ und angeblich nur „gefühltem Unwohlsein“, als würden psychische Erkrankungen hauptsächlich aus Einbildung oder mangelnder Belastbarkeit bestehen. Genau diese Haltung ist ein Grund, warum viele Betroffene viel zu spät Hilfe suchen bzw. sich helfen lassen.
    Psychotherapie wird in Deutschland nicht deshalb von den Krankenkassen übernommen, weil jemand „traurig“ ist oder keinen Führerschein bezahlen kann, sondern weil psychische Erkrankungen diagnostizierbare Krankheitsbilder mit teils massiven Folgen sind (Arbeitsunfähigkeit, Suchterkrankungen bis hin zum Suizid). Die Vorstellung, Therapeuten würden wahllos „Befindlichkeiten“ abrechnen, entspricht schlicht nicht der Realität. Es gibt Diagnostik, Richtlinienverfahren, Gutachten und klare Voraussetzungen für die Kostenübernahme. Aber diese Fakten interessieren Sie sicher eh nicht.
    Besonders problematisch finde ich Ihre Formulierung über Jugendliche, die „enttäuscht das Leben nehmen“. Enttäuscht?! Really?! Suizidalität ist kein moralisches Versagen und keine überzogene Empfindlichkeit, sondern oft Ausdruck schwerer psychischer Krisen. Dass Sie das in einen Zusammenhang mit „Belastung der Allgemeinheit“ stellen, wirkt für mich entmenschlichend.
    Und auch sachlich stimmt die Unterstellung nicht, Suizid sei bloß ein „singuläres Problem“. Suizid gehört bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen tatsächlich zu den häufigsten Todesursachen (kann man alles nachlesen). Daraus folgt nicht, dass jeder Kummer therapiebedürftig ist. Aber daraus folgt sehr wohl, dass psychische Gesundheit keine lächerliche Luxusfrage ist.
    Und bevor jetzt wieder Ihr übliches Muster verfallen: Opferrolle, alle hätten Sie absichtlich missverstanden oder würden Sie unfair angreifen. Nein! Man versteht sehr genau, was Sie schreiben. Genau deshalb werden Sie regelmäßig kritisiert. Zwischen einer sachlichen Diskussion über Gesundheitspolitik und abwertenden, provokanten Formulierungen über psychisch kranke Menschen besteht nun einmal ein Unterschied.
    Natürlich darf man über Grenzen des Sozialstaats, Fehlentwicklungen oder Ressourcenverteillung sprechen. Aber wer psychische Erkrankungen pauschal als eingebildetes Leiden darstellt und Betroffenen indirekt mangelnde Legitimation unterstellt, trägt eher zur Stigmatisierung bei als zu einer ernsthaften Debatte.

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  • Günther Herzig

    |

    @Bert
    27. Mai 2026 um 10:57 | #
    Mein Beitrag enthält mehrere Fragen, deren Beantwortung über Statistik wenigstens weitgehend möglich ist. Antworten zu meinem Posting verraten jedenfalls vorläufig, dass kaum jemand beabsichtigt sich statistischer Erkenntnisse zu bedienen, um eine Diskussion dann gestützt auf vorhandene und erhaltene Werte zielführend fortzusetzen.
    Ich bin seit Jahrzehnten befreundet mit der renommierten Inhaberin der Praxis für Psychotherapie, Körperpsychotherapie und Coaching,
    Lic. phil. I, Psychologische Psychotherapeutin Regula Sanders in Regensburg.
    Es wäre zu empfehlen Wissenslücken aufzufüllen, durch Befassung mit vorhandenen Quellen, statt zu polemisieren.
    Ich bestreite Niemandes Recht auf Teilhabe. Die Behauptung mein Beitrag stelle eins zu eins die Argumentation für Euthanasie dar, unter Verwendung von AfD Parolen, ist unerhört und einfach nur falsch. Wer sich so äußert, sollte bedenken, dass diese öffentlichen Zuweisungen im Internet so leicht nicht mehr zu korrigieren sind.

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  • nixda

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    psychiater sind approbierte ärzte.
    (psychologische) psychotherapeuten nicht. in der regel sozialpädagogen o.a. auch fh dipl mit fortbildung. übergangsweise bis 2032 erlaubt. dann rrst reines univ. studium.
    appr. ärzte nö.

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  • Evamaria Meier

    |

    Lieber Herr Herzig,

    ich würde Ihnen empfehlen in diesem Fall besagte Therapeutin zu fragen, wie sie die Indikationen für ihre Behandlungen stellt.

    Die Durchführung einer ambulanten Psychotherapie auf Kosten der Krankenkasse ist rechtlich verbindlich in der Psychotherapierichtlinie (PT-RL) geregelt. Diese können sie bei Interesse einfach über Google finden.
    In §27 der PT-RL ist geregelt, wann die Indikation für eine Psychotherapie vorliegt und wann nicht. Dies dürfte Ihre Frage “Mich interessiert besonders, wie eine Abgrenzung erfolgt innerhalb des Gesamtspektrums eines psychischen Zustands mit der Folge, dass die Öffentlichkeit immer stärker belastet wird mit Kosten, deren Erstattung der Betroffene selbst nicht tragen muss, ohne dass wirklich überprüfbar ist, ob objektiv ein Krankheitswert festgestellt werden kann.” beantworten. Wann objektiv ein Krankheitswert vorliegt ist übrigens in den Diagnosemanualen geregelt.

    Im Übrigen müssen alle ambulanten Psychotherapien im Vorfeld von der Krankenkasse genehmigt werden. Dafür muss ein Antrag, bei längeren Therapien zusätzlich ein Gutachten eingereicht werden, das dann von der Krankenkasse geprüft wird.

    Ich weiß nicht, ob man hier Links posten darf, aber hier finden Sie eine Entwicklung der Suizidraten bei Jugendlichen: https://econtent.hogrefe.com/doi/10.1024/1422-4917/a001067
    Wie man sieht zeigt sich eine Abnahme mit Plateau bzw. leichtem Anstieg ab der Coronapandemie.

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  • Manfred van Hovem

    |

    Sicher ist, dass die sozialen Kosten, der der Staat stemmen soll, auf Dauer in diesem Umfang nicht mehr zu leisten sind. Wir haben das teuerste Gesundheitssystem der Welt, aber die Bprger sind im Durchschnitt nicht gesünder als in Ländern mit weniger Gesundhetsaufgaben. Allen ist deshalb klar, dass gespart werden muss, aber eben immer bei den anderen. Es ist dieser Gruppenegoismus, der unser Land am Ende in den Bankrott treibt. Alles und Jedes scheint im bestenden Umfang unverzichtbar und täglich werden die Ansprüche an den Staat grösser. Selbstverarwortung scheint aus der Mode gekommen zu sein und jede Regierung, die das anders sieht, wird in die Pfanne gehauen.
    Noch nie in unserer Geschichte ging es dem Bürger besser als heute. Gleichwohl wird gejammert wie nie zuvor.
    Liebevolle und verständnisvolle Eltern sind auch durch Therapeuten nicht zu ersetzen, jedoch umgekehrt. Voraussetzung dafür ist eine intakte Familie und nicht Lebensmodelle, die auf purem Egoismus basieren und nur die Selbstverwirklichung zum Ziel haben.

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  • Daniela

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    @ Manfred van Hovem
    27. Mai 2026 um 14:34 | #

    Selten so einen haarsträubende Unsinn gelesen. Sorry, ich kann das gerade nicht anders formulieren.

    Das teuerste und gleichzeitig ineffizienteste Gesundheitssystem liegt doch nicht in Ansprüchen an den Staat begründet. Seid ca. 40 Jahren wissen wir alle, dass die demografische Entwicklung dazu führen wird, dass immer weniger Beitragszahler die Leistungen für alle erbringen müssen. Das grenzt die Gesundheitssorge nicht aus. Die Politik der letzten 40 Jahre hat sich immer darauf versteift, möglichst unpopuläre Entscheidungen nicht an zu sprechen und schon gleich gar nicht an zu gehen, um die Wählerschaft nicht zu verprellen. Statt dessen wurden allenfalls kurzfristig gedachte Lösungen angeboten. Die Bürokratie wurde gefüttert und mit dieser Fütterung die Kosten hoch getrieben. Zig Reformen ohne sichtbaren Erfolg, denn wären diese Reformen erfolgreich gewesen, würden wir heute nicht diskutieren.

    Die jahrzehnte lange Politik ist wohl eher zu kritisieren, als die Beitragszahler, noch nicht einmal die Dienstleister wären zu kritisieren. Sie bekommen die Rahmenbedingungen von der Politik aufgedrückt.

    Sich jetzt hinstellen und auf ‘Gruppenegoismus’ zu verweisen, ist schon haarsträubend. Noch vermessener ist es, heutige schlechte ‘Elternhäuser’ ins Feld zu führen, um zu erklären, dass es bei guten Elternhäusern keines Therapeuten bedürfe, ist die Krönung des Kommentars.

    Sie treffen noch nicht einmal eine Unterscheidung, welche Ursachen eine psychische Erkrankung zugrunde liegt., nur um es kurz ins Feld zu führen, bspw. endogene oder exogene Ursachen.

    Bitte, künftig, bevor Sie sich zu einem Kommentar hinreißen lassen, vielleicht erst ernsthaft mit dem Thema beschäftigen.

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  • Nesrin

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    @Günther Herzig:
    Hallo Herr Herzig, ich habe jetzt nicht genau verstanden zu welchen Krankheitsbildern Sie gerne statistische Auswertungen wollen. Sie thematisieren, gelinde gesagt, etwas flapsig das Thema Suizid. Zum Thema Suizid finden Sie hier eine interessante Zeitreihe vom statistischen Bundesamt:
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/583/umfrage/sterbefaelle-durch-vorsaetzliche-selbstbeschaedigung/
    Im Langzeittrend zeigt sich glücklicherweise ein deutlicher Rückgang der Fallzahlen.
    Zu den Ursachen für den Rückgang schreibt das Amt:

    “Zwar lässt sich der Rückgang der Selbstmordzahlen nicht auf eine einzige Ursache zurückführen, noch kann man den Anteil einzelner Maßnahmen exakt beziffern. Experten nennen jedoch effektivere Vorsorgemaßnahmen, eine verbesserte Aufklärung und eine gewachsene Sensibilität in der medialen Berichterstattung als Gründe für den Rückgang. Auch die Verkleinerung von Packungsgrößen schwerer Medikamente, sodass eine Selbsttötung mit dem Inhalt einer Packung ausgeschlossen ist, trägt zur Reduktion der Zahlen bei” (ebenda).

    Prävention und Aufklärung sind also wichtige Bausteine zur Bewältigung dieses großen Problems. Suizide sind in der BRD die zweithäufigste Todesursache, das ist leider grausame Realität. Durch lange Wartezeit auf einen PT Platz verzögert sich dringend notwendige Hilfe für Betroffene, die an einer psychischen Erkrankung, zB Depressionen, leiden. Ich finde jeder Cent im das Hilfesystem ist gut investiert, das zeigen ja auch o.g. zahlen. Ach ja: die meisten Personen die sich suizidieren sind älteren Semesters und keine traurigen Jugendlichen. Traurig sein ist das eine, eine schwere Depression zu haben das andere.

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  • Tagesgscheidster

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    @nixda
    Viel Meinung, keine Ahnung:
    Psychologische Psychotherapeuten (geschützter Begriff) sind zumindest im Erwachsenenbereich Psychologen mit Diplom/Master, die eine fachärztliche Ausbildung mit staatlicher Approbation abgeschlossen haben und damit auf demselben Niveau anzusiedeln sind wie ärztliche Psychotherapeuten, Psychiater oder jeder andere Facharzt. Was sie dagegen beschreiben ist der Zustand von anno Dunnemal…in dem sie offensichtlich auch strukturell steckengeblieben sind!

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  • nixda

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    @tagesgscheidster
    was sagen ihnen 2020, bzw. 2032?
    vermutlich die meisten der demo-tn und die meisten derzeit praktizierenden haben vor 2020 abgeschlossen, bzw. fallen unter die übergangsfrist 2032.

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  • Evamaria Meier

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    Hier ist unwahrscheinlich viel Meinung und wenig Fakten.
    Approbierte Psychologische Psychotherapeuten gelten im System der Vertragsärztlichen Versorgung als Fachärzte. Da sie mit Erwerb der Fachkunde eine Behandlung nach Facharztstandard leisten.

    Zur Frage, ob die steigenden Zahlen an psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen durch veränderte Familienstrukturen bedingt sind: Das ist eine denkbare Hypothese. Mir ist allerdings keine Evidenz bekannt, die hier einen Zusammenhang, geschweige denn einen Kausalzusammenhang nachweist. Dafür, dasss sich die Eltern-Kind-Beziehungen verschlechtert haben auch nicht. Worauf stützen Sie diese Hypothese? Einfach eine in der Raum geworfene Vermutung?

    Wofür es dagegen stichhaltige Evidenz gibt, ist der negative Einfluss der Corona-Pandemie und der Digitalisierung auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Die Hypothese, dass diese Faktoren eher für die steigenden Bedarfe verantwortlich sind, ist daher deutlich plausibler.

    Die Verschlechterung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist zudem nicht auf Europa oder westliche Industriestaaten beschränkt, sondern tritt global auf. Was gegen die Hypothese der Wohlstandsverwahrlosung spricht. Kann man auch in entsprechenden Studien nachlesen. Wenn man bereit ist, zuzugeben, dass man eigentlich nicht viel über das Thema weiß, sondern sehr viel Meinung hat, für die es keine Evidenz gibt, dass sie zutreffend ist.

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  • Evamaria Meier

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    “Liebevolle und verständnisvolle Eltern sind auch durch Therapeuten nicht zu ersetzen, jedoch umgekehrt.”

    Sie sind also der Ansicht, dass liebevolle und verständnisvolle Eltern einer 15-jährigen Jugendlichen, die an Magersucht erkrankt ist, eine Psychotherapie ersetzen können? Und dass die Jugendliche allein durch Liebe und Verständnis wieder gesund wird?

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  • Evamaria Meier

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    “was sagen ihnen 2020, bzw. 2032?
    vermutlich die meisten der demo-tn und die meisten derzeit praktizierenden haben vor 2020 abgeschlossen, bzw. fallen unter die übergangsfrist 2032.”

    Das ändert nichts an der Aussage des Foristen, auf die Sie sich beziehen. Wer nach dem alten System Psychologischer Psychotherapeut werden wollte hat einen Master oder Diplom Abschluss in Psychologie benötigt. Anschließend die Ausbildung, die mit der Approbationsprüfung und dem Erwerb der Fachkunde abgeschlossen wurde. Durch den Erwerb der Fachkunde ist man einem Facharzt gleichgestellt.

    Im neuen System macht man einen Master in klinischer Psychologie und Psychotherapie und approbiert nach dem Master zum Psychotherapeuten. Danach folgt die fünfjährige Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten, in deren Rahmen man die Fachkunde erwirbt.

    Wenn ich nach dem neuen System am Ende des Studiums zum Psychotherapeuten approbiere (trifft auf mich zu), habe ich noch keine Fachkunde. Im Gegensatz zu jemandem, der nach dem alten System Psychologischer Psychotherapeut ist. Die Person ist also einem Facharzt gleichgestellt, ich noch nicht. Ich bin erst am Ende der Weiterbildung als Fachpsychotherapeutin gleichgestellt.

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  • Evamaria Meier

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    “Sicher ist, dass die sozialen Kosten, der der Staat stemmen soll, auf Dauer in diesem Umfang nicht mehr zu leisten sind.”

    Sicher ist, dass es ohne psychotherapeutische Versorgung noch teuerer wird. Der Return on Investment bei Psychotherapien liegt bei 2-4. D.h. für jeden Euro, den Sie investieren, bekommen Sie 2-4€ zurück. Bei Interesse: die Techniker Krankenkasse hat dazu eine große Studie gemacht.

    Ambulante Psychotherapie verursacht übrigens 0,05% aller Gesundheitskosten. Warum sollte man ausgerechnet dort sparen? Warum setzt man nicht an anderen Hebeln an? Zum Beispiel ist bekannt, dass in manchen chirurgischen Disziplinen regelmäßig die Indikation für bestimmte OPs (Bandscheiben oder Knie-OPs) gestellt werden, ohne dass diese vorliegt. Weil die OPs den Kliniken Geld einbringen. Das sagen mir bekannte Ärzte auch ganz offen. Es werden OPs durchgeführt, die eigentlich unnötig sind, damit die Bilanz der Klinik und die Auslastung der OP Säle aufgebessert wird.

    Im Zuge der Krankenkassen-Reform soll das Einholen einer Zweitmeinung vor bestimmten Operationen (wie dem Einsatz eines künstlichen Kniegelenks) schrittweise zur Pflicht werden. Um Kosten für unnötige OPs samt anschließender Reha zu sparen. Posten, die weitaus größer sind als ambulante Psychotherapien.

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  • Tagesgscheidster

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    @nixda
    Je mehr sie posten, desto mehr beweisen sie ihr Nichtwissen! Diese „Übergangsfristen“ beziehen sich auf die universitäre Ausbildung der Psychotherapeuten und hat nichts mit irgendeiner in ihren Augen minderwertigen Grundausbildung zu tun – im Gegenteil! Aber alle weiteren detaillierten Fakten wären hier wohl Perlen vor die Trolle, das spar ich mir…

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  • Justmy2cent

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    @ Manfred Van Hoven:

    Teile ihre Ansicht zu 100%.
    Jeder schaut nur auf seinen Vorteil und ist egoistisch. Ich denke da z.B. auch an die noch nicht erwähnte Gruppe der Schwerreichen, die keinesfalls durch höhere Steuern/Abgaben ihren Teil zum Gemeinwohl adäquat beitragen wollen. Oder an Politiker, die ihre Sponsoren und Förderer nicht durch entsprechende Gesetzesänderungen höher besteuern wollen. Gleichzeitig ihren Freunden vieles erlassen und viele Ressourcen für Rüstung ausgeben.

    Grundsätzlich ist es jedenfalls zu begrüßen, wenn Personen im Gesundheits- und Sozialbereich gut verdienen (warum auch nicht, wenn sie etwas unbestreitbar wichtiges für die Gesellschaft leisten).
    Und selbstverständlich eine Errungenschaft, dass kranke Menschen mit geringem oder keinem Einkommen nicht sterben oder leiden müssen, sondern alle notwendige Hilfe erhalten.
    Wer sowas furchtbar findet, kann ja versuchen ein Visum in die USA zu erhalten oder anderweitig dort hinzuziehen und “Gesundheitsvorsorge = zu bezahlende Ware” genießen.

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  • Daniela

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    @ Evamaria Meier
    27. Mai 2026 um 17:43 | #

    Danke für Ihre Beiträge.

    Um einmal auf meine Jugend zurück zu greifen.
    Wir hatten weder Handy noch irgendwelche sozialen Medien, wo anonym irgendwelche Hasskommentare los gelassen werden konnten.
    Wir befanden uns eher immer Angesicht zu Angesicht in Konfliktsituationen und mussten diese dann auch bewältigen. Wir sind auch nicht mit jedem Problem in unser liebevolles Zuhause geflüchtet. Ich will jetzt nicht behaupten, dass früher alles besser war, war es nicht. Aber es ist etwas anderes jemanden gegenüber zu stehen und mit hasserfüllten Kommentaren, oder Beleidigungen zu überfluten.

    Ich denke, dass die Corona Pandemie mit viel sozialer Isolation gerade bei Kindern und Jugendlichen Schäden hinterlassen hat. Gerade auch im jugendlichen Alter ist der persönliche Kontakt zu Gleichaltrigen wichtig und soziale Medien können den persönlichen Kontakt nicht ersetzen. Soziale Medien sind häufig ungefiltert und teilweise völlig ohne Kontrolle.
    Wenn ich heute betrachte, mit wie vielen Fakenews diverse Medien gefüttert werden, bin ich dankbar, dass mir diese Vielfalt an Medien als Jugendliche nicht zur Verfügung standen.

    Aber sei es drum, diese Medien bestehen nun heute einmal, ob diese nun Fluch oder Segen sind, mag jeder für sich entscheiden. Für Kinder und Jugendliche ist es halt nur wesentlich schwieriger, sich neutral zu diesen Medien eine eigene Meinung zu bilden, Kinder und Jugendliche sind leichter zu beeinflussen, als Erwachsene, die in aller Regel schon auf eine gewisse ‘ Lebenserfahrung ‘ zurückgreifen können und auch eher die Möglichkeit finden, sich noch andere Quellen und Informationen zu erschließen.

    Prävention gg. bspw. Mobbing… ect. kann auch nicht allein von Eltern geleistet werden, vielmehr müssen Hilfsangebote eben auch in Schulen ( ist in aller Regel so) zu finden sein. Die Familie an sich ist in aller Regel kein Ort von Mobbing, wobei Familie natürlich auch zu einer Überforderung (Bspw. Leistungsansprüche) von Kindern und Jugendlichen führen kann. Und eben deswegen braucht es auch mitunter Psychotherapie, um schnellstmöglich die Ursachen für psychische Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen zu klären und Probleme zu analysieren, um die geeignete Therapie ein zu leiten.

    Ich denke, es wäre besser mehr Plätze für Psychotherapie frei zu setzen, damit schnellstmöglich den psychischen Problemen auf den Grund zu gehen und schnellstmöglich die erforderliche Therapie ein zu leiten, eben um schnellstmöglich die psychische Belastung zu reduzieren oder ab zu schaffen.

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  • tom lehner

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    @ Evamaria Meier: Danke

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