Schnupfe eröffnet: Und noch ein „document”…

Führten schon mal vorab durch das „document” in der Schnupftabakfabrik: Dr. Martin Angerer von den städtischen Museen, die Schriftstellerin Eva Demski und Kulturreferent Klemens Unger.	Foto: LangGeschichte soll „lebendig und erlebbar” werden Warum das Museum in der „Stadtburg“, genannt Ingolstetter- und Zanthaus, bekannt unter dem Namen „Schnupfe“, neben den Ausgrabungen am Neupfarrplatz und unter der Kirche Niedermünster auch ein „document“ sein soll, wird mit der Tatsache begründet, dass am Original-Schausplatz mit Original-Versatzstücken Geschichte lebendig und dem Betrachter erlebbar gemacht wird. So ganz mag das für die drei Schauräume in der ehemaligen Schnupftabakfabrik in der Gesandtenstraße nicht einleuchten, aber egal. Der Einwand von Denkmalschützern und Historikern wurde von OB Schaidinger weggewischt. Wie dem auch sei, es ist vollbracht. Das Museum, seit 1999 im Gespräch, war eine der zentralen Bedingungen für die Baugenehmigung an Investor Franz Nerb. Erst verschlafen oder verschlampt, öffnete nun Regensburgs jüngstes Museum. Foto: LangDer Pflicht zur Präsentation dessen, was vom Industriedenkmal geblieben ist, wird genüge getan. 180.000 Euro soll das „document“ den Steuerzahler gekostet haben, sämtliche Exponate sind Leihgaben der Bernhard Tabal AG. Das berühmte Stampfwerk, spektakulärstes Inventar der ehemaligen Fabrik, wird zu einem späteren Zeitpunkt im Gebäude (nicht am Original-Schauplatz!) ausgestellt, es wird derzeit restauriert. Zur Preview für die Presse standen Dr. Martin Angerer (Museen Regensburg) und Kulturreferent Klemens Unger Rede und Antwort, Oberbürgermeister Hans Schaidinger schaffte es erst zu Feierstunde im Kaisersaal. Terminprobleme! Die Frankfurter Schriftstellerin Eva Demski, die zwanzig Jahre im Gebäudekomplex gewohnt hatte, war zur Eröffnung gekommen und zeigte sich bewegt. Die Museumsräume hätten Authentizität, ja, man erinnere sich an früher, auch wenn der Geruch, wenn der Duft nach Exotik nur mehr ein schwacher Hauch sei und keineswegs mehr die „Decke sei, unter der alles im Haus verborgen gewesen sei“. Nicht so ganz glücklich mit dem schnellen und oft einfachsten Umbau des Hausriesen, ist Eva Demski doch froh, „dass wieder Leute in den Mauern wohnen“. Zugänglich ist das „document“ nur in Turnusführungen zu folgenden Zeiten: Freitag, 14.30 Uhr, Samstag und Sonntag 11 Uhr, 14.30 Uhr.

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