Theater und Musik aus dem Gefangenenlager

100 Jahre nach der Erstaufführung mitten im Ersten Weltkrieg kommen Musik und Theater erneut auf die Bühne im Innenhof des Thon-Dittmer-Palais

Ein Kulturereignis der Extraklasse erwartet Regensburg. Am Freitag, 17. Juni (20.00 Uhr, im Innenhof des Thon-Dittmer-Palais) wird das Theaterstück „L’Affaire de la rue de Lourcine“ von Eugène Labiche in deutscher Sprache und hundert Jahre nach der Aufführung im Kriegsgefangenenlager Regensburg präsentiert. Am selben Abend ist auch eine Auswahl aus Chansons und Orchesterstücken zu hören, die im Ersten Weltkrieg im Kriegsgefangenenlager von französischen Soldaten für ein Publikum aus französischen Soldaten zum Vortrag gebracht wurden. Gestaltet wird der Abend von der Akademie für Darstellende Kunst Bayern sowie der Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik.

Die Aufführungen bilden den kulturellen Rahmen der vom 16. bis zum 18. Juni 2016 stattfindenden internationalen Tagung „Das Regensburger Lager im Kontext der deutsch-französischen Beziehungen“ im Regensburger Thon-Dittmer-Palais (Haidplatz 8, 93047 Regensburg). Die Die Die TagungTagung widmet sich einem bislang kaum beachteten Kapitel der Regensburger Stadtgeschichte. Referentinnen und Referenten kommen aus den Bereichen der Geschichtswissenschaft, der deutschen und französischen Literaturwissenschaft, der französischen Sprachwissenschaft, der Musikwissenschaft und der Kulturwissenschaft. Organisiert wird die Tagung vom Lehrstuhl für Romanische Philologie I der Universität Regensburg (Prof. Dr. Isabella von Treskow) und der Staatlichen Bibliothek Regensburg.

Die Erforschung des Regensburger Kriegsgefangenenlagers während des Ersten Weltkriegs ist einem glücklichen Zufall zu verdanken. Durch den Erwerb einer in den antiquarischen Handel gelangten vollständigen Ausgabe der Lagerzeitung „Le Pour et le Contre. Journal hebdomadaire des Prisonniers de Regensburg“ aus den Jahren 1916/17 durch die Staatliche Bibliothek Regensburg konnte ein umfassendes Gemeinschaftsprojekt angestoßen werden. Mit Unterstützung der Stadt Regensburg widmet sich eine Forschergruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Isabella von Treskow (Universität Regensburg) und Dr. Bernhard Lübbers (Leiter Staatliche Bibliothek Regensburg) der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Themenbereiche Lagerzeitung, Gefangenschaft im Ersten Weltkrieg, kulturelles Leben im Kriegsgefangenenlager, Regensburg im Ersten Weltkrieg sowie den deutsch-französischen Beziehungen vor, während und nach den Kriegsjahren.

Weiterführende Informationen zur Tagung und zum Begleitprogramm unter:
https://mitten-im-krieg-1914-18.net/start/


Über die Staatliche Bibliothek:
Die Staatliche Bibliothek Regensburg zählt mit ca. 470.000 Medien zu den großen kulturellen Institutionen in Regensburg und der Region. Gegründet 1816 ist die Bibliothek mit mehr als 90.000 Drucken mit Erscheinungsjahr vor 1800, mehr als 1.000 Handschriften und Autographen sowie etwa 7.000 Altkarten eine Schatzkammer des gedruckten Kulturerbes der Region. Sie verschließt sich aber auch der Transformation des anvertrauten Wissens in das digitale Zeitalter nicht. Neben vielen anderen Digitalisierungsprojekten wurden gemeinsam mit der Bayerischen Staatsbibliothek und Google etwa 70.000 urheberrechtsfreie Drucke digitalisiert und über den Onlinekatalog zur Verfügung gestellt. Damit nimmt die Staatliche Bibliothek Regensburg eine Spitzenstellung in der Bereitstellung digitaler Medien unter allen kulturellen Institutionen in der Bundesrepublik Deutschland ein. Ferner erfüllt die Staatliche Bibliothek die Aufgabe als Archivbibliothek nach dem Bayerischen Pflichtstückegesetz für den Regierungsbezirk Oberpfalz. D.h. von jedem veröffentlichten Werk der Region wird ein Exemplar dauerhaft in der Staatlichen Bibliothek verwahrt und steht einer öffentlichen Nutzung zur Verfügung. Öffnungszeiten: Mo – Fr 9-18 Uhr, Sa 14-18 Uhr

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