Thomas Burger ist neuer OB von Regensburg – CSU kündigt sechs Jahre Oppositionsarbeit an
Thomas Burger gewinnt die Stichwahl. CSU ist am Boden zerstört. Viele wünschen sich eine progressive Koalition für Regensburg. FDP appelliert an Union zum Wohle der Stadt zu arbeiten. Ein turbulenter Wahlabend im Regensburger Marinaforum.

Kam leicht verspätet: Wahlsieger Thomas Burger. Foto: rr
„Wir freuen uns auf sechs Jahre Oppositionsarbeit“, sagt CSU-Fraktionschef Michael Lehner. Seine Spitzenkandidatin Astrid Freudenstein hat gerade die Oberbürgermeisterwahl gegen Thomas Burger (SPD) verloren. Burger gewinnt mit 53,2 Prozent und trägt die nächsten sechs Jahre die Oberbürgermeisterkette der Domstadt.
Das Duell der Doktoren
Der promovierte Physiker konnte sich in einem engen Rennen gegen die Dr. phil. durchsetzen. Wobei Astrid Freudenstein während der Auszählung zu keinem Zeitpunkt in Führung lag.
Seit um 18:11 Uhr die ersten Hochrechnungen veröffentlicht wurden, ist Burger vorne. Als mit 54,3 Prozent sein erstes Ergebnis angezeigt wird, geht ein Raunen durch den Saal. Eine Genossin am Nebentisch sagt: „Ich war gestern extra noch in der Kirche.“

Kündigt Gang in die Opposition an: CSU-Fraktionschef Michael Lehner (2. v.r.) Foto: rr
Scheinbar hat es sich gelohnt. Die Zahlen des SPD-Kandidaten steigen immer weiter. Um 18:23 erreichen sie den vorläufigen Höchststand, 55,2 Prozent. Die Auszählung geht schnell. Die Spannung steigt immer weiter.
Vor der Leinwand bildet sich eine Traube von gut gelaunten SPD-Mitgliedern.
CSU hofft und bangt
Am Tisch der CSU hingegen – versteinerte Gesichter. Ein Herr im Janker starrt fassungslos auf die Leinwand. Eine Dame sagt: „Wir bleiben optimistisch, die Briefwahl kommt erst noch.“. Und tatsächlich, als die ersten Briefwahlbezirke ausgezählt sind, sinkt Burgers Wert.
18:27 54,5 Prozent. 18:33 53,7 Prozent.
Am Tisch der CSU wird gerechnet, die Stimmung wirkt hoffnungsvoll.

Betretene Gesichter bei der CSU. Foto: rr
Die Genossin, die sich göttlichen Beistand erbeten hatte, seufzt und sagt: „ Mein Puls ist hoch, mein Adrenalin ist hoch.“ Zu diesem Zeitpunkt sind 184 von 223 Wahlbezirken ausgezählt, Burger liegt bei 53,5 Prozent. Um 18:39 sind 194 Bezirke ausgezählt, Burger führt immer noch mit 53,5 Prozent. „Nun sind wir nicht mehr hoffnungsvoll, sondern realistisch“, sagt die Dame, die gerade noch optimistisch gerechnet hat. Der SPD-Kandidat liegt uneinholbar vorne.
Brücke, SPD und Volt stehen zusammen
Die Traube vor der Leinwand wird immer größer. Zwischen den Genossen stehen Mitglieder von Volt. Thomas Thurow, der OB-Kandidat der Brücke, umarmt Evelyn Kolbe-Stockert von der SPD. Diese bedankt sich bei Thurow: „Super, dass ihr das gemacht habt“ und meint damit die von der Brücke abgegebene Wahlempfehlung für Thomas Burger.

Freude bei Volt. Foto: rr
Bei der CSU herrscht Fassungslosigkeit. Das Gesicht des Herren im Janker ist mittlerweile so weiß wie sein Hemdkragen. Andreas Träg, neugewählter CSU-Stadtrat, bringt es auf den Punkt: „Spannend is des nimma. Des is umme.“
CSU ist schockiert
Um 18:44 betreten Astrid Freudenstein und Michael Lehner das Marinaforum. Der CSU-Tisch beginnt zu applaudieren. Zielstrebig gehen die beiden darauf zu, als suchten sie Schutz vor den neugierigen Blicken im Saal. Schließlich hat die selbsternannte „neue Oberbürgermeisterin von Regensburg“ gerade die Stichwahl verloren.

Sichtlich mitgenommen: Astrid Freudenstein. Foto: rr
„Ich akzeptiere solche Ergebnisse. Wir haben der Stadt ein gutes Angebot gemacht“, sagt sie und bleibt ganz die professionelle Politikerin, die man gewohnt ist. Doch aus ihrem Gesicht spricht die Enttäuschung – ein starrer, leerer Blick, zusammengepresste Lippen. Die CSU und ihre Spitzenkandidatin sind geschockt. Mit so einer deutlichen Niederlage haben sie nicht gerechnet.
Burger unpünktlich? Egal, Hauptsache da.
„Das Ding ist doch, wo bleibt Thomas? Ich will feiern“, ruft ein Genosse zwei Tische weiter und konterkariert die Stimmung der Christsozialen. Mittlerweile sind 221 Bezirke ausgezählt, Burger liegt bei 53,3 Prozent. Die SPD-Mitglieder vor der Leinwand skandieren „Thomas, Thomas“. Die Stimmung ist ausgelassen. Doch Thomas Burger lässt weiter auf sich warten.
Vielleicht hatte Astrid Freudenstein doch recht im Wahlkampf und er kommt wirklich immer zu spät?

Ausgelassene Stimmung: OB Maltz-Schwarzfischer und ihr Nachfolger. Foto: rr
Die „Thomas,Thomas“-Rufe werden immer lauter. Um 19:09 Uhr ist es endlich soweit, der frisch gebackene Oberbürgermeister betritt das Marinaforum. Großer Jubel bricht aus. Blitzlichter überall. Es bildet sich eine Traube um Thomas Burger. Nun ist er der Mittelpunkt des Abends.
CSU kündigt Oppositionsarbeit an
„Thomas Burger gratulieren wir natürlich“, sagt Michael Lehner deutlich niedergeschlagen. Der CSU-Fraktionsvorsitzende ergänzt, dass Burger sich nun eine Koalition suchen werde, aus den Parteien, die er angekündigt habe, denn: „Wir freuen uns auf sechs Jahre Oppositionsarbeit. Das ist eine fixe Nummer.“
Burger habe dank der Wahlempfehlungen gewonnen. In der Stadt gebe es eine linke Mehrheit. Der neue SPD-Oberbürgermeister müsse nun zeigen, wie er mit der Linkspartei umgehe. In Lehners Augen sind die eine ebenso große Gefahr für die Demokratie wie die AfD. „Natürlich sind das zwei völlig unterschiedliche Parteien, aber antidemokratisch sind beide.“
Burger gibt sich staatsmännisch
Der Gewinner des Abends, Thomas Burger, reagiert auf solche Aussagen ganz entspannt. Er rede grundsätzlich mit allen demokratischen Kräften im Stadtrat. „So bin ich einfach“, sagt er. Dann werde sich zeigen, wer miteinander gestalten will und wer nicht. Es hätten sich in den letzen Wochen schon leichte Tendenzen heraus kristallisiert. Aber, man werde sehen.
Er sei erstmal froh, dass sich die Mühen der letzen Monate gelohnt hätten. Die SPD habe gezeigt, dass sie die Leute zusammenbringen können, er habe gezeigt, dass er das könne. Zusammenhalt und Miteinander seien nicht nur Schlagworte. „In Regensburg scheinen sie auch etwas zu gelten“, so der frisch gebackene Oberbürgermeister.
Er werde auch mit der Linkspartei sprechen, wobei er nicht glaube, dass diese an einer Koalition interessiert sei. Aber auch diese sei für Burger eine demokratische Partei. Er ziehe nicht mal den Vergleich in Erwägung zu denen, die sich Alternative nennen und meint damit die AfD.
„Ich freue mich über alle, die in den Stadtrat gewählt wurden, um konstruktiv zu arbeiten. Wenn die alle nach vorn wollen, können wir uns bestimmt in vielen Punkten einigen.“
Grüne hocherfreut
Da die Grünen Burger in der Stichwahl unterstützt haben, dürfte es nicht überraschen, dass „wir uns natürlich über das Ergebnis freuen“, so Grünen-Stadtrat Stefan Christoph. Jetzt sei die SPD am Zug, etwas gutes für die Stadt auf die Beine zu stellen. Am Besten solle es nicht so laufen, wie bei den letzten Koalitionsverhandlungen. Christoph spielt damit auf die gescheiterten Verhandlungen 2020 an. Trotzdem, am Ende sehe er bei den Grünen und der SPD größere thematische Überschneidungen als bei der CSU.

Daniel Gaittet (Grüne) gratuliert. Foto: rr
Auf Lehners Absage zu Koalitionsverhandlungen antwortet er: „ Ich verstehe das vielleicht aus taktischen Gründen, ob das das Beste für die Stadt ist, weiß ich nicht.“ Der Unwillen der Christsozialen Verantwortung zu übernehmen, spiegle ganz gut das Wahlergebnis wieder, so der Grünen-Stadtrat.
Thomas Thurow zuversichtlich
„Ich habe persönlich auf Thomas Burger getippt“, sagt Thomas Thurow, OB-Kandidat der Brücke. Es freue ihn, dass dieser die Wahl gewonnen habe. Es sei wichtig, dass nun zeitnah etwas passiere. Die Wähler würden einen handlungsfähigen Stadtrat sehen wollen. Die Koalitionsverhandlungen dürften sich nicht ewig ziehen. In Zeiten wie diesen sei es wichtig, dass „Politik liefere“, sagt der Brücke-Stadtrat.
Er sei zuversichtlich, dass Thomas Burger eine progressive Mehrheit schmiede und die Themen anpacke, die sich im Wahlkampf als dringlich herauskristallisiert hätten.
„Ausschlaggebend war, dass wir eine Einheit gebildet haben.“
„Wir sind sehr glücklich über das Wahlergebnis und ich glaube, dass ausschlaggebend war, dass wir eine Einheit gebildet haben“, so Lisa Brenner, OB-Kandidatin der Partei Volt. Sie sei zuversichtlich, dass dies auch die nächsten sechs Jahre möglich sei, sogar mit der CSU.

Lisa Brenner (Volt) gratuliert. Foto: rr
Benedikt Suttner von der ÖDP freut sich, dass Thomas Burger die Stichwahl gewonnen hat. Seine Partei hat eine Wahlempfehlung für den SPD-Mann ausgesprochen. Das Ergebnis zeige, dass die Mitte-Links-Parteien „eine bunte Vielfalt im Stadtrat bieten“ und sich auf eine gemeinsame Wahlempfehlung einigen konnten. Das sei ein Sieg für die Demokratie, so der Stadtrat. „Damit gehen wir nun zuversichtlich in die anstehenden Gespräche.“
Spitzen gegen Lehner und Freudenstein
„Wir sind natürlich froh, dass es nicht Astrid Freudenstein geworden ist.“ Sebastian Wanner, OB-Kandidat der Linken, strahlt übers ganze Gesicht. Die CSU sei in den letzten zwei Wochen nervös geworden und habe begonnen um sich zu schlagen. Dies habe ihr nicht gut bekommen. Viele hätten sich gedacht, „warum beleidigt sie grundlos andere Parteien“.
Es habe vielen Regensburgerinnen nicht gefallen, dass Freudenstein gegen alle Parteien links der CSU geschossen habe, gegen die rechts von ihr hingegen nicht. Dass ein Michael Lehner die Linke und die AfD gleichsetze, schockiere ihn, verwundert sei er davon aber nicht.
Mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen verweist Wanner auf einen basisdemokratischen Parteibeschluss, ergänzt aber, dass „die Koalition für sie nicht der Goldstandard ist“. Sie sind vor allem an demokratischer Zusammenarbeit zum Wohle der Domstadt interessiert.
Ulrich Lechte (FDP) fordert eine bürgerliche Koalition
Als Liberaler könne Lechte die Wahl rationaler betrachten, als involvierte Kräfte. Während er spricht, blickt er belustigt zu Carolin Wagner, der SPD-Bundestagsabgeordneten für Regensburg. „Gegen Helene Sigloch hätte Astrid Freudenstein wahrscheinlich gewonnen“, konstatiert er. Thomas Burger hingegen sei 24 Jahre im Stadtrat und in Regensburg gut vernetzt.

An diesem Abend ein Herz und eine Seele: Ulrich Lechte und Carolin Wagner. Foto: rr
Außerdem seien viele AfD-Wählerinnen nicht zur Wahl gegangen, die im ersten Wahlgang vermehrt die CSU-Kandidatin gewählt hätten.
Er hoffe, dass die CSU sich relativ schnell besinne, weil „wir keine Fundamentalopposition in Stadtrat oder Kreistag brauchen können“. Auf Regensburg warten wichtige Aufgaben, da gelte es zum Wohle der Stadt zusammen zu arbeiten.
Lechte plädiert für ein Bündnis aus SPD, CSU, Brücke und Freien Wählern.
Was passiert mit Astrid Freudenstein?
Die Wähler hätten Astrid Freudenstein nicht abgestraft, zumindest nicht im klassischen Sinne, so Lechte. Sie sei das zweite Mal knapp gescheitert. Wenn es zu der von ihm favorisierten Koalition käme, sei sie als erfahrene Kraft wichtig für die Domstadt und vermutlich wieder die erste Wahl der CSU für das Amt der zweiten Bürgermeisterin.
Gänzlich anders sieht das Sebastian Wanner (Die Linke). „Ich denke sie ist verbrannt.“ Wer zwei Mal daran scheitere, ins Regensburger Rathaus einzuziehen, werde „am Ende des Tages keine so große Rolle mehr spielen“.
Auch aus Kreisen der Grünen hört man ähnliche Töne. Astrid Freudenstein hätte ihr Ergebnis nicht signifikant steigern können. Man sei zwar nicht geneigt, den Christsozialen Strategietipps zu geben, aber nach zwei Wahlniederlagen sei klar wohin die Reise gehe. Freudenstein könne beispielsweise ins Verkehrsministerium zurückkehren.
Gertrud Maltz-Schwarzfischer: „Ich übergebe mein Werk in die richtigen Hände.“
„Ich bin glücklich über das deutliche Ergebnis. Gerade in diesen Zeiten ist das sehr wichtig“. Gertrud Maltz-Schwarzfischer wirkt gelöst und euphorisch. Sie sei froh, dass ihr Kandidat es auf den Bürgermeistersessel geschafft habe. Es seien in ihrer Amtszeit viele Dinge aufs Gleis gesetzt worden, die sie nun in guten Händen wisse. Es werde weiterhin in ihrem Sinne Politik gemacht.

Rechtsreferent Walter Boeckh bei der Verkündung des Wahlergebnisses.
„Mein Herz schlägt links“ sagt sie. Und das sei es auch, was sie sich vom neuen Stadtrat und dem neuen Bürgermeister erhoffe. Offener, internationaler und vielfältiger solle Regensburg werden. Alle Menschen die in Regensburg sind, müsse man als Geschenk begreifen. „Nicht Regensburg besser machen, sondern Regensburg offener machen“, dafür sei Thomas Burger der richtige Mann, so die Noch-Oberbürgermeisterin. Wenn Maltz-Schwarzfischer an Burger übergeben hat, möchte sie sich etwas Distanz vom Rathaus gönnen. Ob ihr das gelingt?




Studi
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Fun Fact: Frau Freudenstein hat in der Stichwahl nominal weniger Stimmen erhalten als im ersten Wahldurchgang.
baal
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Schöner Artikel. Das kommt davon wenn man siegessicher als A. Freudenstein lieber inhaltslose Bilder vom lustigen Faschingstreiben auf Social Media verbreitet anstatt einen seriösen Wahlkampf zu machen. Glückwünsche an Hr. Burger. Ich bin zuversichtlich.
PommesBurger
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Pommes Burger auf die 1!
PT
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Gratulation an Herrn Burger.
ich kann zwar nicht behaupten ein Unterstützer der CSU zu sein, bin aber trotzdem enttäuscht, dass sie den Kurs der Fundamentalopposition weiterfahren wollen.
In der Kommunalpolitik gibt es wirklich Wichtigeres als solche Spielchen und wenn 18 von 51 aus Prinzip nicht mitmachen wollen, dann kann man sich das ganze eigentlich auch sparen.
Hugo Knorr
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wer sich viele Jahre hinterm warmen Ofen versteckt den will man einfach nicht.
Aber macht nicht den Fehler und lasst die Frau wieder weiter schlafen Schickt sie raus zum Philosophieren. Hugo Knorr
Hindemit
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Obacht: Wenn M. Lehner für die CSU 6 Jahre Oppositionsarbeit ankündigt, dann bedeutet das, er sieht die CSU wieder als Teil der Rathaus-Koalition ;)
Er bräuchte halt einen Schmied, der ihm das Hufeisen gerade biegt.
Wird sicher noch etwas dauern, bis sie die Wunden geleckt haben.
El
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Na dann –
lieber ein Burger XXL-Menue als ein Cheeseburger.
Volle Fahrt voraus – aus der farblosen Zeit !!!
Alfred Santfort
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Herzlichen Glückwunsch an Thomas.
Für mich war aber die Sache schon nach dem ersten Wahlgang entschieden. Thomas lag (zum Glück) denkbar knapp vor der Grünen und kam so in die Stichwahl. Dass nun die Wählenden, die für eine grüne OB gestimmt haben, plötzlich schwarz wählen, war kaum vorstellbar. Ebenso verhält es sich bei der Mehrzahl der Wählenden, die “kleine” Parteien und deren Kandidatschaft wollten. Frau Dr. AF war nach dem ersten Wahlgang eine Scheinriesin und der Ausgang der Stichwahl kein Wunder.
CS
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Ein wie ich finde doch etwas überraschendes, vor allem in der Deutlichkeit, aber für mich auch sehr erfreuliches Ergebnis. Hätte ich absolut nicht damit gerechnet, aber schön zu sehen, dass Regensburg dann doch kein Interesse an Frau Freudenstein und CSU hat.
Und wenn ich dann schon höre, dass die CSU sich direkt in die Opposition begibt und Aussagen trifft, in der die Linke als eben so große “Gefahr” dargestellt werde wie die AfD – dann bin ich gleich doppelt und dreifach froh, dass die hier so abgestraft wurden.
Ein erwachsener, vernünftiger Schritt wäre jetzt, sich im Interesse der Stadt zusammenzureißen und konstruktiv zu arbeiten, aber ich fürchte das ist bei der CSU zunehmen unmöglich. Stattdessen lieber Populismus und Stück für Stück nach rechts an die AfD rücken und alles links von sich (also zunehmend fast alle Parteien) als “Gefahr für die Demokratie bezeichnen.
Davon mal abgesehen, wird die Aufgabe für Herrn Burger natürlich auch nicht leicht. Eine CSU die vermutlich blockieren und erstmal grundsätzlich dagegen sein wird auf der einen Seite, eine ziemlich zersplitterte Parteienkonstellation (Grüne, ÖDP, Linke, Volt, Brücke) auf der anderen Seite und die SPD mit auch nur 6 eigenen Sitzen – da stabile Mehrheitsverhältnisse zu finden klingt extrem schwierig.
Ich hoffe und wünsche ihm natürlich das beste, damit die aktuell herrschenden Probleme angegangen und Stück für Stück bearbeitet werden können und Regensburg eine schöne, lebenswerte Stadt bleibt.
Bischof Sailer
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Na wunderbar… Dann kann die extrem erfolgreiche Politik der letzten Jahre ja fröhlich fortgesetzt werden: Seid umschlungen, Millionen! Die Stimmung ist schon mal gut – was sollte da schon schiefgehen?
Novalis
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Wie peinlich, die CSU mutiert zur BLP (BeleidigteLeberwurstPartei). Mensch, kapiert ihr es nicht? Die Leute rollen vielleicht die Augen wegen Genderklos, aber wer reaktionär pöbelt, wählt halt AfD. Die CSU macht sich mit Bratwürsten nicht attraktiv und als beleidigte Leberwurst – wenn wir nicht die OB stellen, gehen wir in die Opposition – ist sie es auch nicht.
Sogar eine Partei wie die FDP ist vernünftiger. Aber was will man denn von Leuten erwarten, die sich an die Fürstin und einen erzreaktionären Bischof, der einen Vertuscherpapst anhimmelt, heranwanzen?
Bepp
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Da wars wieder, das Hufeisen. Wie peinlich vom Lehner!
Walter
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Die Rolle rückwärts bei der Stadtbahn Regensburg haben ihr die Wähler übel genommen… das sollte jetzt schnell wieder in Angriff genommen werden, denn die Sallerner Regenbrücke (Nordspange) kommt ja nun sicher nicht…
Wolfgang Theine
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Dass Herr Burger zum Glück eine OBin Freudenstein verhindert hat, ist nicht seinen Qualitäten geschuldet – die wird er ja hoffentlich noch beweisen-, sondern der Tatsache, dass Regensburg halt eine Mehrheit Mitte links hat. Hätten alle, die ihn jetzt gewählt haben, ihm schon im ersten Wahlgang ihre Stimme gegeben, anstatt diese für Kleinst- und Spassparteien sinnlos zu verschwenden, hätte man sich die Stichwahl wahrscheinlich sparen können. Dass die Grünen so deutlich verloren haben,was natürlich das nun notwendige Rot-Grün-Links Bündnis schwächt, ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass sie ausgerechnet im Wahlkampf kein wichtigeres Thema gefunden haben, als Gendertoiletten. Das hat sicherlich viele Regensburger und Regensburgerinnen sehr beeindruckt.
Vor Herrn Burger liegt nun eine Sisiphosaufgabe: Gegen eine CSU-Fundamentalopposition höchstwahrscheinlich zusammen mit FW und ja, AFD, gilt es in der zersplitterten anderen Hälfte des Stadtrates eine Mehrheit zu finden. Wobei die Linke ja nun nicht gerade als Mutter des Kompromisses gilt, und die Ein-bis Zwei Personen- Splitterparteien aufgrund der Mehrheitsverhältnisse jeweils jede für sich ein eigenes Erpressungspotential geltend machen kann.
Ich beneide Herrn Burger nicht um diese Aufgabe, hoffe aber, dass er sich als der Supermann erweist, als der er schon jetzt häufig gesehen wird.
Viel Glück und eine gute Hand, Herr Oberbürgermeister. Sie haben meine Symphatie und Unterstützung!
Burgweintinger
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@CS “…Stattdessen lieber Populismus und Stück für Stück nach rechts an die AfD rücken …”
googeln sie mal zu Lehner 2007ff…, also da muss er gar nicht mehr Stück für Stück nach rechts rücken…
Realist
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Ich habe gehofft dass Burger die Wahl gewinnt, habe aber eigentlich, auf Grund des so großen Vorsprungs der Freudenstein nicht mehr damit gerechnet. Dass das Ergebnis sogar so deutlich ausgefallen ist für viele denke ich mehr als überraschend.
Burger wird es sicher auch schaffen eine Koalition zu zimmern, die die Mehrheit im Stadtrat besitzen wird. Ich traue es ihm zu.
Schade finde ich aber das Verhalten der CSU, die immerhin die stärkste Fraktion im Stadtrat darstellt. Ich denke sie sollte auch Regierungsverantwortung hier in Regensburg mit übernehmen, aber ganz klar nicht mehr mit den beiden Personen Lehner und Freudenstein. Beide sind in meinen Augen für das Scheitern in der Wahl verantwortlich und alleine der Anstand sollte ihnen sagen jetzt Konsequenzen zu ziehen. Auch wen es Lehner nicht wahrhaben will, seine Reichskriegsflagge ist und bleibt seine Reichskriegsflagge und er wird damit immer angreifbar sein. Und die Freudenstein ist verbrannt durch die zwei Niederlagen.
Beiden müssen, in meinen Augen, Verantwortung übernehmen und bei der CSU ins 2. Glied zurücktreten und neuen Köpfen einen Vortritt lassen. Einen Bürgermeister Eberwein oder eine Bürgermeisterin Schmidl könnte ich mir gut vorstellen. Ich denke die CSU wird jetzt erst einmal ihre Wunden lecken müssen und dann hoffentlich die richtigen Entscheidungen innerparteilich treffen und das auch hoffenlich kompromisslos.
Dem Burger wünsche ich eine gute Hand beim Regieren unserer Stadt.
Mr. T.
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Der Lehner und seine Hufeisenfetisch. Schade, dass ihn Freudenstein et al damals nicht aus der CSU kicken konnten. Fast hätte es ja geklappt, aber irgendwer hat das Parteiausschlussverfahren wegen “rechter Umtriebe” gerade noch abgebrochen.
Dabei macht Lehner bei seinen dummen Hufeisensprüchen einen großen Fehler. Wenn man die beiden Extreme des Hufeisens der demokratischen Parteien betrachtet, sind das eigentlich CSU und die Linken, auf keinen Fall aber AfD und die Linken. Die AfD ist im Gegensatz zu den Linken weit außerhalb des demokratischen Spektrums. Wenn dann also eine Partei der Mitte meint, nicht mit den beiden Extremen im Parteienspektrums zusammenarbeiten zu wollen, also der CSU und den Linken, werden die Partner weniger.
Strauß hat damals auch keine Partei rechts der CSU gesehen, obwohl es damals die Republikaner gegeben hat.
Alfons
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Stillstand versus Veränderung! Ich vermute, dass die knappe Mehrheit der Wählenden Veränderung wollen, auch auf Grund der Herausforderungen, denen Regensburg gegenüber steht. Wohnraum, Verkehr, Aufheizen der Stadt, Verlust von Lebensflächen und eine Abkehr von propagierter Klientelpolitik gegenüber Lobbyisten, wie der Immobilienbranche. Aus meiner Sicht, gewinnt man in einer Studentenstadt nichts mit Vorwürfen und persönlicher Angriffen, Sachargumente und konkrete Vorschläge oder Ideen wären und sind hilfreich und ehrlich. Tricksereien alles Gute hab nur ich getan, die anderen sind für den Stillstand verantwortlich, werden vielleicht mehr und mehr durchschaut.
Jetzt müssen nur noch, ich nenne sie mal die progressiven Kräfte, den Mut haben, nicht nur eine Wahlempfehlung auszusprechen, sondern auch zusammen Kompromisse finden, die Veränderung ermöglichen und Entscheidungen ermöglichen. So könnte der Start tatsächlich besser gelingen, als beim letzten Mal mit dem stabilen Störfaktor graue Koalition.
Ich wünsche Herrn Burger und der bunten Stadtratsvielfalt Mut und Erfolg, die Lebensqualität dieser Stadt durch ein miteinander mit pragmatischen Planungen voranzubringen.
Bischof Sailer
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@Alfons
“Stillstand versus Veränderung”
Ach, wie schön progressiv alles ist: Nur ein in der Welterbestadt Geborener darf hier die Amtskette des OB tragen. Jene Frau aus dem fernen Rottal war nie wirklich erwünscht, auch nicht ihre fremde Berliner Prägung. Dasselbe gilt für ihre schwer zu fassende sexuelle Identität, die wäre nicht “echt” rengschbuagerisch gewesen. Mit dem hiesigen Feuerwehrmann und seinen drei Töchtern ist die Gender-Welt nun wieder “in Ordnung”.
Nix für ungut – aber was bitte ist an der Regensburger SPD “progressiv”?
Novalis
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“Thomas Burger ist”… Müsste es nicht eigentlich heißen: “wird”? Er tritt das Amt ja erst am 1.5. an. Unsere OB ist ja immer noch Frau Maltz-Schwarzfischer.
Lieber Thomas Burger, ich gratuliere herzlich und freu mich enorm.
Oleg
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“Nicht Regensburg besser machen, sondern Regensburg offener machen”
Ja, dass mit dem nicht besser machen hat sie die letzten Jahre bewiesen und ich sehe leider mit dem neuen Stadtrat/ Koalition leider auch wenig Chancen auf Besserung. Derweil gäbe es so viel zu tun…..
Briefwähler
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‚Wie viele Briefwahlunterlagen fehlen?‘
Waren es doch nicht zu viele?
https://www.regensburg-digital.de/kurz-vor-der-ob-stichwahl-in-regensburg-wie-viele-briefwahlunterlagen-fehlen/20032026/
Dominik Müller_alt
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@Walter Das Ergebnis zur Stadtbahn weist tatsächlich viele Parallelen zur Stichwahl auf. Freudenstein erreichte 46,7%, die Stadtbahnplanung 46,3%.
Wer also das Stadtbahnvotum beiseite schieben will, hält wohl auch den Sieger der Stichwahl für nicht legitimiert? Es bräuchte schon eine von Grund auf neue Planung der Straßenbahn, und das geht bei wendigeren Fahrzeugen los, um dafür eine Mehrheit zu finden.
Im Wahlkampf hat sich auch die grüne Spitzenkandidatin dafür aisgesprochen, den Bürgerentscheid zu respektieren.
Die Nordspange dagegen kommt. Wieso denn nicht?
michinga
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wer hätte gedacht, dass J. Wolbergs dann am Ende doch Recht behält: “nur nett lächeln reicht nicht, um eine OB-Wahl zu gewinnen”. Er meinte A und F.
Samson
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ja, vor der Wahl, sagte Freudenstein noch die SPD hat ja die große Koalition gekündigt.
Da war sie noch siegessicher.
Ob die Opposition so fix ist wie Lehner das sieht?
Der Sieg war fix gesetzt.
Das Wetter war’s.
„ Die gwinnt ja sowieso, außerdem is ma des wurscht.“
Diese Einstellung hat sich wie ein Schleier der Lethargie um die konservative Wählerschaft gelegt.
Erstmal aufgetreten bei Christian Schlegl.
Die hellste Kerze brennt auf jeden Fall bei der CSU nicht.
Hindemit
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Im Vorfeld der Stichwahl hat uns AF noch im Zeitungsinterview belehrt, dass der Stadtrat ein Kollegialorgan sei und keine Legislative. Da brat mir doch einer nen Storch!
Es sei eine naive Vorstellung, in Kategorien von Regierung und Opposition zu denken! Nur um sofort nach der enttäuschenden Niederlage eben genau diese Opposition anzukündigen, garniert mit der Dolchstoßlegende “die haben uns vor 2 Jahren aus der Koalition geworfen!”.
Das hat AF scheinbar im CSU Vorstand gelernt. Schuld sind immer nur die anderen, nie das eigene Handeln bzw. die strategisch miserable Ausrichtung. Sogar die aufgehetzte Margaretenau hat in der Stichwahl deutlich für Burger votiert. Wunderbar aufgegangen die Macher-Strategie. Die CSU braucht neues Personal, aber wer kommt da nach?
Das OB-Ergebnis ist so überraschend nicht, wenn man bedenkt dass 2020 wie 2026 (7 SPD, 4 Brücke Sitze) das Brücke-Ergebnis zum SPD-Ergebnis gezählt werden kann und Grüne nah dran an diesem Wählerpotential sind.
tom lehner
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Die Arroganz der CSU hat die Quittung bekommen. Aber auch die SPD wird sich auf diesem Erfolg nicht ausruhen dürfen. Zu schwer ist der Identitätsverlust der Sozialdemokratie. Ich wünsche den Regensburgern eine Politik, die vereint die Ziele im Sinne der Bürger verfolgt und nicht amigoesk handelt.
Wie viele andere Kommunen auch brauchen die Bürger Regensburg bezahlbaren Wohnraum und eine Infrastruktur die nicht zuerst an die Wirtschaft, sondern sich an den Menschen orientiert. Arbeitsplätze sind nicht alles. Eine urbane Entwicklung ist komplexer als eine leidige Work-Life-Balance Diskussion die Menschen als das hinstellt was sie nicht sind.
Man möge mir verzeihen. Leider habe ich wenig Hoffnung. Die Aussagen der CSU sind vielsagend. Eine echte “Oppositionspartei” will man sein. Verhinderungspartei triffts da schon eher. Konstruktiv ist anders.
dachsschaden
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Ich atme auf… dass jemand OB wird, der und dessen Partei eine gestalterische Haltung zeigt.
Sich wie die CSU und Frau Freudenstein nicht auf dem CSD blicken zu lassen, find ich auch in einem etwaigen christlichen (nächstenliebenden) Sinne schwach. Sich aber auch bei allen Fragen auf der Podiumsrunde zu Naturschutzthemen der Stimme zu enthalten…so schade, dass solch essentielle Themen der Toleranz und der Überlebensgrundlagen einfach geghostet werden.
Das man Wurstwahlkampf macht wenn es um die Wurst geht ist leider der falsche Schluss.
Burgweintinger
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Tom Lehner: “…Zu schwer ist der Identitätsverlust der Sozialdemokratie…..”
Hat zwar jetzt nicht direkt was mit der Sozialdemokratie in Regensburg zu tun, aber das verhalten eines OB Reiter in München vor und nach der Wahl wird den Identitätsverlust noch schneller vorantreiben…
Sonntag Abend hat er noch all seine Social Media Auftritte deaktiviert, um sich dann Montag früh krank zu melden… Asoziales Verhalten, sag ich dazu! Anstatt mit Würde das Amt an seinen Nachfolger zu übergeben, ist er jetzt erstmal untergetaucht…, nach mir die Sintflut…
Studi
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@Dominik Müller_alt
23. März 2026 um 20:21
“Im Wahlkampf hat sich auch die grüne Spitzenkandidatin dafür aisgesprochen, den Bürgerentscheid zu respektieren.” –> Der Bürgerentscheid hat noch 1Jahr und 3Monate Bestand. Bis dahin wird man sich schon Gedanken machen wie man eine Stadtbahn umsetzen könnte, natürlich nicht offiziell. Die alten Pläne liegen ja bestimmt noch irgendwo rum als Grundlage. Auszug aus dem Wahlprogramm der Grünen: “Wir setzen uns […] für die entschlossene Wiederaufnahme der Arbeiten an einer Stadtbahn ein”, “Projekte: – Umsetzung einer Stadtbahn”.
Die SPD schreibt nicht explizit Stadtbahn aber es ist schon sehr leicht in ihre Formulierungen reinzuinterpretieren:
-“modernisieren [den ÖPNV] mit starken Stammstrecken in einem höherwertigen System mit emissionsfreien Fahrzeugen”
-“verbessern die Anbindung von Veranstaltungs- und Sportstätten sowie
Bildungseinrichtungen” (also die Stadtbahnstrecke)
– Ein S-Bahn ähnicher Verkehr mithilfe der Bahnhaltepunkte Walhalla, Wutzlhofen Prüfening, braucht eine Stadtbahn fast schon als Voraussetzung dafür.
ÖDP: “Ausbau von Bahnhaltepunkten und ein neuer Anlauf für die Stadtbahn”
Volt: “Wir stehen klar hinter der Stadtbahn.”
Linke: “Zu den zentralen Forderungen gehören: […] ein Straßenbahnsystem”
Sollten diese Parteien in einer Koalition zusammenfinden ist es schwer vorstellbar dass die Planungen der Stadtbahn nach Ablauf des Bürgerentscheids nicht wieder aufgenommen werden.
Thilo B.
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Eine progressive Koalition mit 30 von 50 Sitzen ohne CSU, FW und Afd sollte nun zeigen, was sie kann. Daran wird man sie nach 6 Jahren messen. Keine Ausreden auf die CSU mehr.
Robert Fischer ÖDP
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@Studi:
Soweit ich weiß, arbeitet die Verwaltung gerade an einem Konzept eines höherwertigen Bussystems.
Da muss man halt schauen, was da herauskommt.
Wenn da herauskommt, ein höherwertiges Bussystem ist schneller umzusetzen, besser in der Taktung, günstiger und bequemer, dann glaube ich nicht, dass irgendwer ideologisch daran festhält.
Wenn herauskommt, das ist teurer, schlechter, unbequemer, schwer umzusetzen, weil Busspuren nicht überall ausgezeichnet werden können und weil personalaufwändiger, dann muss man sich halt überlegen, was man macht. Dann wärs ja auch reine Ideologie, was Schlechteres zu nehmen.
Benedikt hat in einer Podiumsdiskussion vorgeschlagen, dass wenn beides ausgearbeitet wurde, man ja nochmal die Bevölkerung fragen könnte, was für einen ÖPNV sie dann wollen. Fand ich gar nicht so dumm die Idee, außer, dass wir uns halt mal wieder sehr ins Planen und nicht ins Umsetzen verlieren.
Aber lieber verliere ich ein Jahr und nimm die Bevölkerung mit, anstatt wieder alle vor vollendete Tatsachen zu stellen und mich dann zu wundern, dass keiner mitmacht.
Dominik Müller_alt
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@Studi, 24. März 2026 um 11:05
Der Bürgerentscheid bindet in Bayern grundsätzlich 12 Monate, die sind schon längst vorbei.
Die SPD hält sich mit ihrer Formulierung das offen, was als Pilotprojekt umgesetzt werden soll, wohl akkubetriebene Gelenkbusse. Vergleichen Sie hierzu die laut amtierender OB schlechte Vorlage https://www.regensburg-digital.de/der-kuenftige-regensburger-oepnv-nach-dem-stadtbahn-aus-verwaltung-prueft-pilotstrecke-fuer-irgendwelche-busse/22092025/.
Die Straßenbahn der Linken soll laut ihrem letzten OB-Kandidaten auch die historische Straßenbahn für Charterfahrten wie in seiner Studienstadt Mannheim ermöglichen, das heißt, in Meterspur statt der bisher geplanten Normalspur gebaut werden.
Und im Wahlkampf ließen sich die SPDler durchaus entlocken, “dass man die Regensburger nicht mit 45m-Monstern erschrecken hätte sollen, wenn selbst in München 36m-Züge reichen”. Beides erfordert eine komplett neue Planung und ermöglicht im Gegenzug eine Mehrheit unter den Wählern.
Dass die alten Pläne sehr ähnlich weiterverfolgt werden, halte ich für unwahrscheinlich, freilich in Regensburg nicht unmöglich (siehe Stadthalle und dann RKK). Übrigens wurden im Bürgerentscheid 2024 nur diese alten Pläne verworfen.
Dominik Müller_alt
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@Robert Fischer ÖDP
“schwer umzusetzen, weil Busspuren nicht überall ausgezeichnet werden können”
Die Straßenbahn braucht überall Gleise, Busse können auch ohne Busspur fahren. Es wäre schon viel gewonnen, wenn die Verwaltung eine Vorrangschaltung für Busse konfiguriert. Der Verkehrsrechner, zahlreiche Busse und viele Ampeln sind technisch dazu in der Lage.
Samson
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@Burgweintinger
ich glaube, das Reiter eine mittleren Zusammenbruch hat.
In der Geschichte Münchens hat noch nie jemand so brutal eine Wahl verbockt.
Normalerweise spendet man als OB seine Aufsichtsratsgehälter.
Das hat die CSU gesteuerte Behörde knapp vor der Wahl aufliegen lassen.
Jetzt haben sie grün.
🤣👍
Informant
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Ich finde, AF hat noch viel zu viele Stimmen bekommen. Klickt man mal alle Wahlbezirke durch, sieht das Ergebnis noch schlechter aus: In 60% der Bezirke hat TB die Mehrheit. Die CSU macht halt keine Stadt-Politik.
Die Wiederöffnung der Bahnhofsdurchfahrt ist ungefähr so zeitgemäss wie der Bau von AKWs. Der plötzliche Sinneswandel beim Holzgartensteg und vor allem die Begründung sorgen bestenfalls für ein “WTF?!?”. Dann noch Lehner, der sich extra aufmacht, um ein paar ewig grantigen Autofahrer-Anwohnern ihr Stückchen Autostrasse zu retten. Das ist keine Politik für eine Stadt, das ist rückgratloser Opportunismus.
Die Hochburgen der CSU-Wähler sind in den Randgebieten, wo man schon gar nicht mehr von “Stadt” sprechen kann.
Wolfgang Theine
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@ studi 23. März 2026 um 12:52 | #
Das ist ja nun nicht besonders verwunderlich: beim ersten Wahlgang hatte Frau Freudenstein noch alle Stimmen der AFD, welche ja keinen OB-Kandidaten hatte. Bei der Stichwahl sank die Wahlbeteiligung erheblich, vermutlich auch die der AFD-Wähler.
Daniela
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Meine Güte, wann schafft es irgendwann irgendwer den Herrn M. Lehner von der CSU begreifbar zu machen, dass man mit der von ihm, bockig wirkend, wie ein Kleinkind, dass keine Schokolade bekommt vor dem Mittagessen, angekündigten Oppositionsarbeit, kontraproduktiv in der Kommunalpolitik sein kann.
Warum ist es der CSU so fremd, sachbezogen im Stadtrat über Themen zu entscheiden. So ein Palavere…
Es geht um Regensburgs Zukunft und nicht um gekränkt Eitelkeiten nach einer verlorenen OB – Wahl.
Nach meiner Meinung disqualifiziert sich die CSU immer mehr für eine ordentliche Kommunalpolitik.
Sehr verehrte Alt – CSUler bremst bitte einer den M. Lehner aus.
Insofern hat Herr Burger völlig zu Recht die OB Wahl gewonnen. Herzlichen Glückwunsch.
WinThomas
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Herzlichen Glückwunsch an unseren neuen Burgermeister!!
Nicht zum Wahlsieg, sondern zu der empfundenen positiven Stimmung danach. Das könnten nicht alle und das hört man gerne.
Bei Herrn Burger strahlt ein gewisses Kultpotential durch – das sei an dieser Stelle ebenfalls erwähnt und wird von allen Seiten an mich herangetragen. Er wird die Fäden mit Gelassenheit ziehen, jede Märchenstunde schnell beenden und die Stadt nach vorne bringen, wenn alle, die dazu Bock haben auch am Start sind.
Viel Erfolg mit dem hoffentlich bunten Haufen und bleiben Sie wie Sie sind!
@funfact1:
Nach meinen Recherchen bekam AF im zweiten Wahlgang etwa 100 Stimmen mehr als im ersten.
funfact2: Im zweiten Wahlgang gab es etwa 300 Wahlberechtigte weniger.
… wenn das so weitergeht … :-D
Charlotte
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Ich gratuliere Herrn Burger zur Wahl des Oberbürgermeisters. Ich freue mich, dass er im Nominierungsprozess zur OB Wahl nicht hingeschmissen hat, trotz der linken Aktion seiner eigenen Parteikollegen aus dem Kreis der SPD. Jetzt kommen wir zum eigentlichen Problem: Herr Burger spricht eben auch eher den Kreis der Mitte an Wähler an und nicht ausschließlich das linke Spektrum. Und ein weiteres Problem ist natürlich die extreme Zersplitterung der Unterstützer-Kreise. Wir wissen aus Erfahrung der letzten Koalitionen, dass es nicht funktioniert und zum Stillstand führt. Und das wird auch in dieser Konstellation nicht wirklich funktionieren. Auf gar keinen Fall geht eine Koalition mit der Brücke, die Brücke hat der SPD vor sechs Jahren durch die Gründung durch Herrn Wolbergs und dem Überlauf der ehemaligen SPD Mitglieder zur Brücke sehr geschadet. Auch die jetzigen Brücke Kandidaten distanzieren sich bis heute nicht von korrupten Vorgehensweisen und nicht transparenten Spenden. Der CSU kann man nur raten, endlich Herrn Lehner als prominenten Funktionsträger seiner Partei zu entfernen. Nicht nur seine Vergangenheit ist problematisch, auch sein toxisches agieren. Es gibt Stadträte in der CSU, mit denen man vernünftig arbeiten und somit auch das konservative Spektrum der Stadt einbinden kann , Das ist ja da und hat der CSU die meisten Stadträte geschenkt. Wir wären gut beraten, sie auf kommunaler Ebene einzubinden. Wir brauchen eine Politik für alle Bürger in der Stadt, und die finden eben nicht alle Ideen der gewählten Mini Parteien akzeptabel. Wir können es uns als Gesellschaft nicht leisten, weiterhin zu spalten. Wir müssen mit den großen, demokratisch gewählten Parteien zusammenarbeiten für die Bürger und nicht gegen sie. Und vor allem: Wir müssen endlich dafür sorgen, dass alle Parteien gemeinsam den überbordenden öffentlichen Dienst in Regensburg deutlich reduzieren, die Ausgaben sind nicht akzeptabel und explodiert. Deshalb ist auch Herr Meierhofer aus der FDP so wichtig, weil er offensichtlich der einzige ist, der weiß, dass Steuergelder nicht überwiegend für die Verwaltung einer Stadt ausgegeben werden dürfen. Ich wünsche Herrn Burger viel Glück und ein gutes Händchen für die Gestaltung der Rahmenbedingungen für eine pragmatische und erfolgreiche Politik in wirtschaftlich wirklich schwieriger Zeiten.
Realist
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Kommentar gelöscht. Bitte sachlich.
Jens
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@24.3. um 15:40+ff
Der RD-Titel
https://www.regensburg-digital.de/der-kuenftige-regensburger-oepnv-nach-dem-stadtbahn-aus-verwaltung-prueft-pilotstrecke-fuer-irgendwelche-busse/22092025/ war echt lustig und präzisierte nebenbei die Aufgabenstellung an die Verwaltung. Sinnvoller als eine „Pilotlinie“ zu planen, ist nämlich die Planung von Infrastruktur („Pilotstrecke“), auf der Linien flexibel einsetzbar sind. Im Unterschied zur Tram muss ein „hochwertiger Bus“ ja nicht immer am Ende der Strecke umkehren mit Umsteigezwang für alle Fahrgäste. Er kann bspw. wenige Stationen weiterfahren, sodass für eilige Pendler unsichere Wartezeiten entfallen.
Wiss. Studien zeigen, dass psychologisch eine solche Warteminute als viel länger wahrgenommen wird als die Fahrminute im Bus, eine andere zeigt, dass Transferzeiten (Wechselweg+Wartezeit) als bes. unangenehm/stressig empfunden werden. Kurze oder lange Weiterfahrtstrecken können auf unterschiedliche Ziele verteilen (Linien) und als einzelne mit geringerer Fahrgastzahl weniger Infrastruktur wie eine Busbrücke oder durchgängige Busspuren rechtfertigen, oft aber noch aktiven Busvorrang an Kreuzungen (active bus priority bzw. adaptive/dynamic signal priority – bitte 24.3. 15:51 prüfen) ggfs. Halte+Linksabbiegeverbote, Bussschleusen, Doppelhaltestellen, …
Novalis
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@Charlotte:
Wer sind die “Wir”, von denen sie da sprechen?
“Wir wissen aus Erfahrung der letzten Koalitionen, dass es nicht funktioniert und zum Stillstand führt.”
Die letzte Koalition von 2020-24 hat ja nicht wegen Zersplitterung nicht funktioniert, sondern weil die CSU trollartiges Verhalten an den Tag gelegt hat. Die Wolbergskoalition von 2014 war hingegen innovativ und erfrischend. Die CSU-Alleinregierung von 1996-2008 hingegen hatte für die Stadt verheerende Folgen bis heute wegen einer desaströsen Bau- und Wohnungspolitik und einer absolut einseitigen Unterstützung von Autofahrern.
Wenn mehr als die Hälfte der Wählenden fragmentiert wählt, aber diese Teile eben die Mehrheit im Stadtrat bilden, ist das halt auch Demokratie.
Im Rückblick war die ach so geschmähte OB Meier mit ihrem Problemstadtrat eines der klügsten Stadtoberhäupter Regensburgs. Damals konnte man erschwinglich wohnen, weil die Stadt nicht tourismus/hotelgeflutet war, ein schlüssiges Verkehrskonzept hatte und für 3000 leerstehende Wohnungen sorgte. DARAN sollte man sich orientieren.
Studi
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@Dominik Müller_alt
24. März 2026 um 15:40
“laut amtierender OB schlechte Vorlage “–> Deswegen glaube ich auch nicht dass Sie wirklich das umsetzen wollen. Der Bürgerentscheid hat die Stadt zu so einem Projekt gezwungen, nachdem die Stadtbahngegner keine Alternativen liefern konnten.
“Beides erfordert eine komplett neue Planung” –> Das glaube ich nicht. Das Fahrgastpotential bleibt gleich. Machbarkeit von gewissen Trassen bleibt auch ähnlich. Es gab schon mal ein Team, dass für eine Stadtbahn geplant hat, die Strukturen für die Planung sind da. Z.b. eine Anpassung auf 36m statt 45m wäre meiner Ansicht nach geringfügig im Vergleich zum Planungsaufwand der ursprünglichen Planung.
“Dass die alten Pläne sehr ähnlich weiterverfolgt werden, halte ich für unwahrscheinlich” –> Ich hoffe es auch. Technisch kann ich vieles nur schwer beurteilen, aber zumindest bei der Streckenführung sehe ich auch noch Verbesserungspotential. Insgesamt hätte das Projekt gerne noch ambitionierter sein können meiner Ansicht nach.
“Die Straßenbahn braucht überall Gleise, Busse können auch ohne Busspur fahren.” –> Ein reines Bussystem ist nur dann effektiv wenn alle Busse regelmäßig und schnell fahren können. Effizienzgewinne werden kleinteilig in jeder einzelnen Strecke gesammelt. Eine Stadtbahn bietet einen Sprunghaften Anstieg der Effizienz und ersetzt viele Buslinien. Ich kann also auf eine Busspur verzichten wenn mich der Bus zur Stdtbahn fährt womit ich umso schneller bin und die verlorene Zeit mangels Busspur wieder reinholen kann.
@Robert Fischer ÖDP
24. März 2026 um 14:00
“nochmal die Bevölkerung fragen könnte, was für einen ÖPNV sie dann wollen” –> Das halt ich persönlcih für keine gute Idee. Mittelfristig sehe ich einen Umstieg auf die Schiene oder ein anderes Konzeot wo man äquivakent auch eine Schiene planen könnte unausweichlich. Die Bevölkerung dabei zu befragen ist zu risikoreich, da ich auch vermute dass viele entgegen ihrer Interessen abstimmen. Dafür haben die Stadträte ja das Mandat, solche Richtungsweisenden Entscheidungen auch bei Gegenwehr aus der Bevölkerung durchzusetzen, zum Wohle der Stadt.
Studi
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@Jens
25. März 2026 um 13:11
“Im Unterschied zur Tram muss ein „hochwertiger Bus“ ja nicht immer am Ende der Strecke umkehren mit Umsteigezwang für alle Fahrgäste.” –> Können Sie das erklären? Egal ob Bus oder Tram, beide haben bestimmte Strecken die Sie abfahren. Ob, wann oder wie oft man umkehrt hängt nicht vom Transportmittel ab, sondern von der Linienführung.
“Wiss. Studien zeigen, dass psychologisch eine solche Warteminute als viel länger wahrgenommen wird als die Fahrminute im Bus, eine andere zeigt, dass Transferzeiten (Wechselweg+Wartezeit) als bes. unangenehm/stressig empfunden werden.” –> Sie vergessen dabei dass besonders unangenehm ist, wenn die Wartezeit unklar ist. Ein Bus hat häufiger Verspätung als eine Tram. Angenommen wir hätten die Tram. Dann wüsste ich verlässlich, dass alle 10Minuten (oder sogar 5Minuten) die Tram kommt. Wenn Sie kommt nehme ich Sie. Die subjektive Erhöhung der Warte-/Umsteigezeit entfällt bei der Tram größtenteils. Das Bussystem dagegen ist viel komplizierter und zwingt den Fahrgast zu mehr Entscheidungen (welche Linienkombination ist effizienter oder sicherer?). Ironischerweise würde eine Tram gerade die Anzahl der Umsteige insgesamt verringern. Bei einer gut ausgebauten Tram wären das maximal Bus -> Tram -> Bus, wobei die Tram in der Regel die längste Strecke im System am Stück fährt. Im Bussystem eine variable Anzahl von Bussen, je nach dem ob man Glück oder Pech hat bei der Wahl von Start und Zielpunkt (diese Unsicherheit ist zusätzlich subjektiv negativ bewertet). Dass es immer einen Bus gibt der von meinem Startpunkt zu meinem Zielpunkt fährt ist höchst unwahrscheinlich und würde dann realistischerweise nicht alle 10Minuten fahren wenn Sie das System nach minimaler Anzahl der Umsteige optimieren wollen.
alphaville
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Also ich versteh die ganze Stadtbahndiskussion hier nicht.
Haben wir bei zurückgehenden Gewerbesteureinnahmen keine anderne Problem als ein 400 Millionprojekt, dass aktuell – und die nächsten 10 Jahre – niemand finanzieren kann.
Hat sich außerdem schon mal jemand die geplante Stadtbahntrasse angesehen? Fahren sie die mal mit dem Fahrad ab und notieren sich die Streckenteile, die mit Schienen im fließenden Individualverkehr belegt werden müssten.
Stichworte: Sandgasse, Isarstraße Unterer Wöhrd, Eiserne Brücke, Adolf-Kolping-Straße, D.-Martin-Luther-Straße, Galgenbergstraße. Diese Aufzählung ist nicht mal vollständig.
Die Schienen/IV-Mischstrecken bremsen die Stadtbahn aus. Rechnet man dann noch den Zwangsumstieg ivom Bus zur Bahn im Bereich DEZ/Milchwerk für alle ÖPNV-Busnutzer dazu, die die Donau überqueren wollen/müssen ist der Zeitvorteil dahin. Ein weitere Zwangsumstieg würde für viele – Richtung Stadtwesten/Königswiesen/Kumpfmühl/Hohes Kreuz/Irler Höhe dann noch im Bereich des jetzigen ZOB oder am Dachauplatz dazu kommen.
Wo bleiben die Bus-Ringlinien, die seit 2 Jahrzehnten diskutiert werden?
Wo bleiben Schnellinien zu P&R-Stationen an der Stadtgrenze (Kneiting, Pentling, Obertraubling, Lappersdorf, Zeitlarn, Wenzenbach?
Man kann den ÖPNV für viele Nutzer/innen verbessern ohne über Jahre hin völliges Chaos durch Schienenbaumassnahmen zu verursachen, die der die Altstadt endgültig den Garaus machen würden.
Noch eine abschließende Frage zur Nordspange.
Wer von den Gegnern wohnt in der Amberger- oder der Lappersdorfer Straße oder muss täglich aus dem Lappersdorfer Hinterland mit den Fahrrad in den Stadtosten oder Südosten, zum DEZ, in den Gewerbepark etc.?
Herr Wörle sollte mal morgens und abends mit seinem Fahrad die Lappersdorfer Straße nutzen und sich dann Richtung DEZ durchschlagen bevor er gegen einen möglichen Radschnellweg im Zuge der Nordspange wettert, die auch die ÖPNV Erschließung für Lappersdorf und dessen Hinterland endlich zeitgemäß ausbaubar machen würde.
Ein Bürgerentscheid kann eine gute Sache sein, aber was ist er moralisch wert, wenn eine Vielzahl von Nutznießern in ÖPNV- und Radverkehr von der Mitsprache ausgeschlossen sind.
Ein Bürgerenscheid sollte auch nicht immer dann eingesetzt werden, wenn die gewählte Politik zu feige ist Verantwortung zu übernehmen.
Ich bin gespannt, ob die gewählten Stadträte und Stadträtinnen in einer Koalitonsvereinbarung Mut oder Feigheit sprechen lassen, d.h. ob eine klare Aussage in einem Koaltionsvertrag zur Nordspange enthalten sein wird, die nicht nur lautet: Wir warten auf den Bürgerentscheid bzw. wir machen ein Ratsbegehren.
Wer die Entscheidung den Bürgern überlassen will wenn´s kritisch wird, der/die sollte sein Mandat erst gar nicht antreten.
Dominik Müller_alt
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@Studi
“Eine Stadtbahn bietet einen Sprunghaften Anstieg der Effizienz und ersetzt viele Buslinien. Ich kann also auf eine Busspur verzichten wenn mich der Bus zur Stdtbahn fährt womit ich umso schneller bin und die verlorene Zeit mangels Busspur wieder reinholen kann.”
Nein, das ist Wunschdenken. Die Stadtbahn hätte nur ein paar Linienäste ersetzt (südöstliche Linie 2, nördliche Linie 1 – wenn die bisherige Schleife von anderen Linien übernommen wird -, südliche Linie 6 und nicht einmal die komplette Stadtbuslinie 5). Zum Preis, dass man von der gesamten Prüfeninger Straße oder Haltestelle Weißenburgstraße nicht einmal mehr ohne Umstieg zum Hauptbahnhof gekommen wäre, sondern am Dachauplatz in die Stadtbahn hätte umsteigen müssen. Da Regensburg nicht einmal die Bevorrechtigung für die Busse hinbekommt, klappt die stillschweigend vorausgesetzte Beschleunigung durch die Tram auch nicht, zumal die Tram zwischen Nibelungenbrücke und OTH gerade keine eigene Trasse hätte.
“Ob, wann oder wie oft man umkehrt hängt nicht vom Transportmittel ab, sondern von der Linienführung.” Zwar nicht an mich gerichtet, aber haben Sie denn nicht bemerkt, dass @Jens den Unterschied zwischen Strecke und Linie schon erklärt hat?
Studi
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@Dominik Müller_alt
25. März 2026 um 17:53
“Die Stadtbahn hätte nur ein paar Linienäste ersetzt” –> Hier liegt ihr grundsätzlicher Denkfehler. Sie gehen davon aus, dass mit einer Stadtbahn das aktuelle Busnetz gleich bleibt und nur die von der Stadtbahn ersetzten Linien(teile) wegfallen. Aber genau darin besteht ja die Stärke der Stadtbahn. Das Busnetz muss danach nicht mehr alle Punkte miteinander verbinden können, es genügt auch nur bis zum nächsten Stadtbahn-Halt zu gelangen.
“Zum Preis, dass man von der gesamten Prüfeninger Straße oder Haltestelle Weißenburgstraße nicht einmal mehr ohne Umstieg zum Hauptbahnhof gekommen wäre” –> selbes Spiel hier: Sie identifizieren ja gerade die neuen Möglichkeiten. Linie 1 müsste nicht mehr in den Stadtnorden fahren sondern könnte stattdessen auch in den Osten weiterfahren, also Orthogonal zur Stadtbahn statt parallel.
“Da Regensburg nicht einmal die Bevorrechtigung für die Busse hinbekommt, klappt die stillschweigend vorausgesetzte Beschleunigung durch die Tram auch nicht” –> Eine Bevorrechtigung der Tram ist einfacher, da sie sich auf eine feste Strecke beschränkt, im Gegensatz zu Bussen, die unregelmäßig in alle Richtungen abbiegen könnten.
“haben Sie denn nicht bemerkt, dass @Jens den Unterschied zwischen Strecke und Linie schon erklärt hat” –> Ich ignoriere mal diese Polemik, denn erstens wurde der Unterschied nicht erklärt, zweitens bin ich mir über den Unterschied bewusst und drittens egal ob Strecke oder Linie, jedes Transportmittel kann jeden Weg nur einmal fahren. Einen Bus irgendwo hinfahren zu lassen heißt ihn irgendwo anders NICHT hinfahren zu lassen. Die Idee bezieht sich wieder auf das Problem, dass die Anzahl der Umstiege reduziert werden sollen, aber dadurch notwendigerweise die Taktung schlechter wird. Mir ist unklar wie Sie dieses Problem auflösen wollen.
Dominik Müller_alt
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“Hier liegt ihr grundsätzlicher Denkfehler. Sie gehen davon aus, dass mit einer Stadtbahn das aktuelle Busnetz gleich bleibt und nur die von der Stadtbahn ersetzten Linien(teile) wegfallen. ” Und mit dieser Unterstellung liegen sie so weit weg von der Wahrheit wie in sonst vielen Punkten. Sie wissen nicht besser als ich, wovon ich ausgehe.
Schauen Sie sich da das Busnetz an,
https://gleisfrei-regensburg.de/images/pdfs/Umstrukturierung_Bussystem.pdf
welches vorgestellt wurde, und erklären Sie mir, wie man statt bisher mit der Linie 2 von Kumpfmühl im 10-Minuten-Takt zum Arnulfsplatz kommt. Irgendwie mit dem Bus zur Stadtbahn kommen, mit der Stadtbahn fahren, den Rest mit dem Bus fahren wird unter keinen Umständen schneller als bisher.
Jeder möge seine Fahrtenwünsche nachvollziehen und schätzen, wie schnell die Stadtbahn fahren müsste, damit er selber einen zeitlichen Vorteil gehabt hätte.
“Linie 1 müsste nicht mehr in den Stadtnorden fahren sondern könnte stattdessen auch in den Osten weiterfahren, also Orthogonal zur Stadtbahn statt parallel.” Sie schätzen die Wichtigkeit des Knotens Hauptbahnhof eben anders als ich ein, und deshalb ist es Ihnen egal, wie man von der Weißenburgstraße (bisher zahlreiche Regionallinien, zusätzlich Linie 1 und 10 im 10-Minuten-Takt ) zum Bahnhof und damit zum Regional- und Fernverkehr kommt. Da sehe ich keine Grundlage für eine weitere Diskussion.
alphaville
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@ studi
Wer so argumentiert wie sie braucht sich nicht zu wundern, dass die Leute die Stadtbahn abgelehnt haben.
Denn die Mehrheit hat – wohl anders als sie – erkannt, dass das Problem die Umstiege sind.
Ich hatte mal einen Arbeitsweg mit direkter Buslinie als umsteigefreie Verbindung inkl. Donauüberquerung von Haustür zu Bürotür 22 Minuten, dann kam eine Linienänderung mit einem Umstieg und weiterem Fußweg von der neuen Haltestelle zum Ziel – Ergebnis 43 Minuten.
Ab da bin ich mit dem Auto gefahren 14 Minuten oder bei schönem Wetter mit dem Fahrrad, 28 Minuten.
Soviel zu “Das Busnetz muss danach nicht mehr alle Punkte miteinander verbinden können, es genügt auch nur bis zum nächsten Stadtbahn-Halt zu gelangen.”
Umsteigen ist Gift für die ÖPNV Attraktivität, zweimal Umsteigen ist die tödliche Dosis für die Attraktivität. Dreimal Umsteigen führt zum persönlichen Verkehrsmittelwechsel = Umsteigen aufs Auto oder Fahrrad/Lastenbike.
Dann kann sich ihre Tram in ihrer “festen Strecke” über weite Strecken – s. weiter unten- zwischen Fahrrad, Lastenbike und Auto einsortieren.
Absolut genial wird´s allerdings mit der Ansicht: “Eine Bevorrechtigung der Tram ist einfacher, da sie sich auf eine feste Strecke beschränkt,”
Na dann bevorrechtigen sie mal eine Tram, die im 5 Minutenabstand – aus Platzmangel – im Bereich Sandgasse/Isarstraße und zwischen altem Eisstadion und Finanzamt/Techbase im Individualverkehr feststeckt bzw. bestenfalls mit Tempo 25 (abzgl. Haltestellenaufenthalte) mitschwimmt.
@ Studi
wie meinten sie diesen Satz? “Einen Bus irgendwo hinfahren zu lassen heißt ihn irgendwo anders NICHT hinfahren zu lassen.”.
Tja, der Satz stimmt wenn überhaupt nur solange die Betonung auf EINEN liegt, d.h. also nur solange es nur EINEN Bus gibt.
Hab aber mal gehört, das der RVV mehr als EINEN Bus hat. Der RVV hat sogar ganz viele Busse.
Oder meinten sie nicht “Bus” sondern “Linie”?
Schröck Hans
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Ich versteh nur noch Bahnhof . . .
Jens
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mein letzter Satz aufgeteilt+umformuliert:
„Kurze oder lange Weiterfahrtstrecken können „hochwertige“ Busse auf unterschiedliche Ziele verteilen (Linien). Sie können als einzelne Zweige mit geringerem Fahrgastpotential als auf der Pilotstrecke geringere Infrastrukturinvestition rechtfertigen, etwa unter Verzicht auf eine Busbrücke, auf durchgängig exklusive Busspur. Oft gerechtfertigt bleiben im Zweig vermutlich Investition in Grüne Welle für Busse an Kreuzungen (active bus priority bzw. adaptive/dynamic signal priority – erbitte amtl. Statusauskunft), je nach Flaschenhals auch noch Investition in Busschleusen, Doppelhaltestellen, Anzeige von Echtzeitprognosen auf Display und RVV-App, Ticketautomaten, …“
Vielleicht, @Schröck Hans, käme das einer Lesbarkeit näher.
Studi
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@Dominik Müller_alt
25. März 2026 um 19:35
“Sie wissen nicht besser als ich, wovon ich ausgehe.”–> Um auf ihre Argumente einzugehen, versuche ich ihre Gedankengänge bestmöglich nachzuvollziehen. Das ist mir hier dann anscheinend nicht gelungen. Allerdings ist es schwierig dies zu verhindern wenn Sie ihre zugrundeliegenden Ansichten nicht mitteilen.
Ich würde die NKU der Stadt als verlässlichere Quelle angeben als Gleisfrei in diesem Thema. Dort fährt die Linie zwei zum Beispiel weiterhin. Es wäre widersinnig anzunehmen dass mit einer Stadtbahn das Busnetz in seiner Kapazität schrumpft.
https://www.regensburg.de/sixcms/media.php/RBG_SIXTUS_1A64.a.578.de/r_upload/stadtbahn-fortschreibung-Nutzen-Kosten-Untersuchung.pdf
Auf die weiteren Falschbehauptungen von Gleisfrei in dem Link, möchte ich jetzt nicht weiter eingehen.
“Irgendwie mit dem Bus zur Stadtbahn kommen, mit der Stadtbahn fahren, den Rest mit dem Bus fahren wird unter keinen Umständen schneller als bisher.” –> In dem aktuellen System brauche ich auch für viele Wege innerhalb der Stadt zwei Umstiege, oder einen längeren Fußweg. Im aktuellen Sternsystem ist ein Umstieg quasi Plicht. Dieser hat im Vergleich zu einem Umstieg auf die Stadtbahn eine deutlich höhere transfer penalty.
“Sie schätzen die Wichtigkeit des Knotens Hauptbahnhof eben anders als ich ein” –> Bitte teilen Sie mir mit wo hier der Dissenz besteht, sonst muss ich wieder Annahmen machen die zu Missverständnissen führen.
“deshalb ist es Ihnen egal, wie man von der Weißenburgstraße (bisher zahlreiche Regionallinien, zusätzlich Linie 1 und 10 im 10-Minuten-Takt )” –> Der Umstieg im Dachauplatz würde höchstens 3min Zeit Kosten. Die Strecke Weißenburgstraße-Hauptbahnhof ist 1km, für solche Strecken benutzt fast niemand den ÖPNV. Die Regionalbuslinien (die nicht früher schon in die Stadtbahn münden) würden dann Vorzugsweise bis zum Hauptbahnhof weiterfahren. In unmittelbarer Nähe ist auch die Linie 10 oder die Stadtbahn selbst. Natürlich könnte man auch überlegen Linie 1 und 10 zu tauschen und beide am Hauptbahnhof vorbeiführen. Aber das ist keine Schwäche der Stadtbahn, sondern des geplanten Bussystems, wo es auch schon heute an der ein oder anderen Stelle für manch einen unsinnge Verbindungen gibt.
Studi
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@alphaville
25. März 2026 um 20:41
“Ich hatte mal einen Arbeitsweg mit direkter Buslinie als umsteigefreie Verbindung inkl. Donauüberquerung von Haustür zu Bürotür 22 Minuten, dann kam eine Linienänderung mit einem Umstieg und weiterem Fußweg von der neuen Haltestelle zum Ziel – Ergebnis 43 Minuten.” –> Genau das ist ein Argument FÜR die Stadtbahn. Fußwege werden reduziert weil das Bussystem außerhalb der Stadtbahn verdichtet werden kann aufgrund frei werdender Kapazitäten. Umstiege auf die Stadtbahn werden verkürzt und angenehmer wegen verlässlichkeit, Taktung und hoher Kapazität. Umstiege von Stadtbahn auf Bus werden verkürzt weil Zubringer wegen frei werdender Kapazitäten bessere Taktung haben. Slbst im worst case Szenario mit 10 Minuten Wartezeit bei jedem Umstieg hätten Sie für ihren Weg den Vorteil der besseren Taktung, und im Regelfall bessere Taktung und kürzere Reisezeit.
“Ab da bin ich mit dem Auto gefahren 14 Minuten” –> Wie Sie selbst sagen: selbst eine Direktverbindung braucht 50% länger als der Weg mit dem Auto. Dieses Problem kann kein ÖPNV lösen, denn halten muss jeder ÖPNV.
“Dreimal Umsteigen führt zum persönlichen Verkehrsmittelwechsel” –> Das existiert im alten wie im neuen System nicht nach meinem Kentnissstand.
Umstieg ist aber nicht gleich Umstieg. Der objektive Zeitverlust ist oft nicht sehr hoch (oft sind ja Strecken mit mehr Umstiegen schneller), Den objektiven Zeitverlust für Umstiege würde die Stadtbahn aber schon mal reduzieren. Was bleibt ist der Subjektive Zeitverlust (transfer penalty). Dieser ist überproportiona hoch bei: Langer Wartezeit, unübersichtlichen Haltestellen, Unsicherheit (ob der Anschluss kommt). All das wird durch die Stadtbahn reduziert. Zudem nehmen Menschen Umstiege lieber in Kauf, wenn Sie dafür ein höherwertiges Verkehrsmittel (Stadtbahn) nutzen. Wenn sich Umstiege auf wenige Punkte konzentrieren, kommt zudem ein schneller Gewöhnungseffekt dazu. Ich vermute dass ihnen oben genannte Effekte nicht bewusst sind beim Thema transfer penalty.
Bei der Bevorrechtigung der Tram beziehe ich mich Selbstverständlich auf Ampelschaltungen. Dann sollte das Argument klar sein. Ich bezweifle dass die Stadtbahn in der Sandgasse regelmäßig im Stau stehen wird.
“Hab aber mal gehört, das der RVV mehr als EINEN Bus hat.” –> Ah, Danke, jetzt verstehe ich ihr Argument. Sie wollen bestimmte Linien verdichten und dafür am Ende einmal in die Richtung und einmal in die andere Richtung abzweigen lassen. Problem dabei ist aber der doppelte Busbedarf. Eine Stadtbahn kann solche Abzweigungen nicht realisieren, soll sie ja auch gar nicht. Dafür gibt es die Zubringerbusse. Diese können dann effektiv Tangentiallinien befahren um außerhalb der Stadtbahn mehr Direktverbindungen zu ermöglichen. Das ist das von mir schon häufiger angesprochene Problem, dass direktverbindungen in engem Takt nur mit unverhältnismäßig vielen Bussen realisiert werden kann. Z.b. stellen Sie sich vor eine Linie hat an beiden Enden so eine Gabelung. Dann würde nur jeder vierte Bus von einem Ende zum anderen Ende fahren, das funktioniert nicht wenn man die Leute im 10Minuten Takt abholen wollen.
alphaville
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Die Debatte hier lässt sich sehr leicht auf zwei Kernaussagen herunterbrechen:
1. Die Stadtbahnpläne sind nach Ablauf der Bindungsfrist des negativ ausgefallenen Bürgerentscheid umgehend wieder aufzunehmen.
2. Die Sallerner Brücke ist zu verhindern, durch einen ohnehin anstehenden Bürgerentscheid.
Erkenne sie die Schizophrenie dieser beiden Sätze.
Diese Sätze sagen nichts anderes,
als dass man sich an das Ergebnis eines Bürgerentscheids wenn einem das Ergebnis nicht passt gefälligst als Politik nicht zu halten braucht (über die Bindungsfrist hinaus) = Stadtbahnablehnung.
Aber natürlich eine Ablehnung der Brücke (die man sich in einem Bürgerentscheid erhofft) von dauerhafter Gültigkeit zu sein hätte.
Wird die Sallerner Brücke – wider Erwarten der Gegner – vom der dummen Mehrheit nicht abgelehnt tritt auch hier Fall 1 in Kraft, d.h. verzögern und nach Ablauf der Bindungsfrist des positiven Bürgerentscheid diesen endgültig ignorieren.
Kurz gesagt, es gibt offenbar nicht wenige denen der in einem Bürgerentscheid manifestierte Mehrheitswille am A…. vorbei geht, wenn das Ergebnis nicht zur eigenen Ideologie passt.
Das ist aber dann nicht Demokratie sondern Diktatur der Straße.
Studi
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@alphaville
26. März 2026 um 12:24
“Das ist aber dann nicht Demokratie sondern Diktatur der Straße.” –> Teil (oder sogar der Kern) der Demokratie ist es die Entscheidungsgewalt bei der Wahl an einen Repräsentanten abzugeben. In der Regel wählt man denjenigen dem man am ehesten zutraut die eigenen Interessen zu vertreten. Das dabei unpopuläre Entscheidungen dabei sind ist kein Defekt, sondern absichtlich so gewollt. Sonst bräuchte man keine Politiker, sondern nur Diskussionsrunden und Bürgerentscheide. Genau das passiert gerade. Ein Bürgerentscheid wurde abgehalten. Einige Politiker sind jedoch trotzdem der Meinung, dass eine Stadtbahn sinnvoll wäre. Falls ich glaube dass diejenige Person oder Partei meine Interessen am besten vertritt, dann wähle ich sie vielleicht obwohl ich gegen die Stadtbahn war. Einfach weil ich darauf vertraue dass die Entscheidung der Politikerin/der Partei richtig ist.
Diktatur der Straße wäre eher das Gegenteil: Wenn eine Mehrheit Entscheidungen durchsetzt zulasten von Minderheiten und/oder irrationale Entscheidungen durchsetzt.
Sie können für sich selbst entscheiden ob obige Definition von “Diktatur der Straße” auf den Stadtbahnentscheid zutrifft, die Zahlen lassen ja Interpretationsspielraum:
https://www.regensburg.de/fm/121/statistischer-wahlbericht_buergerentscheid-2024.pdf
Leider ist ein Bürgerentscheid das einfachste und beste Mittel eine “Diktatur der Straße” durchzusetzen. Aufgrund dieser Gefahr sind Bürgerentscheide auch nur eingeschränkt möglich in Deutschland.
Nachtrag: Die “Schizophrenie” der beiden Aussagen ist mit der angestrebten Verkehrswende zu erklären. Wer Stadtbahnen bauen will, braucht keine Autobrücken, nur so ist es logisch konsistent.
Daniela
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@ alphaville
26. März 2026 um 12:24 | #
Es ist, wie Sie es beschreiben. Einfach furchtbar, wenn ein Mehrheitswille auf diese Art und Weise- de -facto nicht akzeptiert wird.
Ich verstehe auch nicht, warum sich die Stadtbahnbefürworter derart verheißen, dass die Stadtbahn trotz allem irgendwann kommen muss.
Einfach einmal akzeptieren, was die Mehrheit der Bürgerschaft bekundeten, statt der Idee nach zu gehen, andere Möglichkeiten einer ökologisch – ökonomisch sinnvollen Alternative zu suchen.
Novalis
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Ich habe GEGEN die Straßenbahn gestimmt, weil ich die konkreten Pläne für falsch gehalten habe, nicht weil ich an sich gegen eine Straßenbahn bin. Diese ist ein vorzügliches Mittel des ÖPNV. Es ist aber auch KEIN Anschlag noch einmal darüber abzustimmen. Auch der Souverän kann sich umentscheiden. Ich halte es keineswegs für schädlich für die Demokratie so zu denken.
Daniela
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@ Novalis
26. März 2026 um 16:33 | #
Ich persönlich bin der Meinung, habe auch selbst schon diesbezüglich das eine oder andere übersehen, verbeißt man sich zu sehr in einer Idee, man zu leicht andere Möglichkeit übersehen kann, der Blick über den Tellerrand nicht gelingt.
Deshalb bin ich der Überzeugung, es kann durchaus von Vorteil sein, eine Vorstellung beiseite zu legen und sich anderer Vorstellungen, Meinungen, Ideen und Anregungen offen an zu nehmen und den Blick auf andere Alternativen zu lenken und zu überdenken.
Zum Thema Demokratie, der Mehrheitswille ist zu achten, es kann durchaus der Bürgerschaft gehörig auf den Nerv gehen, dass auf Bürgerentscheide schon von fast Anfang an so reagiert wird, wenn die Frist um ist, beginnen wir wieder damit. Die Mehrheit könnte auf die Idee kommen, egal worüber wir entscheiden, es wird nicht akzeptiert. Die Frage die dann im Raum stehen könnte, wozu stimmen wir überhaupt ab, am Ende machen die eh, wie sie wollen.
Das Resultat könnte Politikverdrossenheit und Protestwähler/ Wutbürger…sein.
Was dies bedeuten kann, muss hier nicht explizit erwähnt werden.
Novalis
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Die bayerische Gesetzgebung enthält eine zeitliche Bindung an Bürgerbegehren. Das weiß jede und jeder. Die Mehrheit kann also gar nicht auf die Idee kommen, es würde ihr Votum nicht akzeptiert. Denn das Votum gilt ja nur für eine gewisse Zeit. Also wo ist das Problem?
Daniela
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@ Novalis
27. März 2026 um 16:29 | #
Sie schreiben; ‘Die bayerische Gesetzgebung enthält eine zeitliche Bindung an Bürgerbegehren. Das weiß jede und jeder. Die Mehrheit kann also gar nicht auf die Idee kommen, es würde ihr Votum nicht akzeptiert. Denn das Votum gilt ja nur für eine gewisse Zeit. Also wo ist das Problem?’
Nicht alles, was in einer Gesetzgebung steht, muss mit der Meinung der Allgemeinheit zwingend in Einklang stehen. Zudem bleibt an zu merken, dass Wissen nicht unbedingt immer mit dem ‘Bauchgefühl’ übereinstimmend ist. Bei Bürgerentscheiden geht es um eine direkte Einflussnahme jedes einzelnen Bürgers auf politische Entscheidungen. Also völlig anders, als die Regel, dass die gewählten VolksvertreterInnen politische Entscheidungen für die Mehrheit der Bürgerschaft treffen.
Das Entscheidungen und Gesetze durchaus änderbar sind, muss gegeben sein. Das ist auch richtig, weil die Änderung der zeitlichen Entwicklung in der gesellschaftlichen Anforderung und Sichtweise berücksichtigt werden muss. Siehe Entscheidungen über die Selbstbestimmung der Frau, der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft und Lebensgemeinschaft, demografischen Entwicklungen geschuldet, globalen, ökologischen, ökonomischen Entwicklungen geschuldet… .
Novalis
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Bauchgefühle sollten bei politischen Entscheidungen außen vor bleiben; Demokratie lebt von Rationalität. Und ich kann keiner/m Politiker/in gram sein, der sich an den Wortlaut bekannter Gesetze hält,
Informant
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Für alle, die den Diskussionsüberblick verloren haben, eine kleine Zusammenfassung:
Stadtbahn = gut
Stadtbahn = notwendig
Stadtbahn = gerechtere Aufteilung des Straßenraums, auch für Radverkehr.
Daniela
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@ Informant
29. März 2026 um 18:39 | #
…”Stadtbahn = gut
Stadtbahn = notwendig
Stadtbahn = gerechtere Aufteilung des Straßenraums, auch für Radverkehr. ”
“Stadtbahn = gut” ? Warum ? Wasserstoff betriebene Busse, elektrisch betriebene Busse, oder vielleicht später eine andere Technik, Solarstrom und Solarspuren….
” Stadtbahn = notwendig ” ? Warum? Weil Prestigeobjekt?
” Stadtbahn = gerechtere Aufteilung des Straßenraums, auch für Radverkehr. ” ? Warum? In manchen Teilstrecken wird es für die Schienen und Gehwege schon eng, da müsste man die Anlieger enteignen um zusätzlich Radwege zu bauen ( Sandgasse)
Ansonsten ist derzeit die Diskussion um Stadtbahn ja oder nein nicht relevant.
Manuel
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