„Universitätsleitung gesteht Fehlentscheidung des Kanzlers ein“

Pressemitteilung des Sprecher*innenrats der Universität Regensburg vom 14. August 2013: Al-Khatib wieder Leiter der Personalabteilung Gestern wurde Herr Mahmoud Al-Khatib von der Universitätsleitung rehabilitiert. Er bleibt Leiter der Personalabteilung und wird sich in den kommenden Monaten zusätzlich mit Grundsatzfragen zu Diversity und Integration beschäftigen. Die Personalentscheidung von Kanzler Christian Blomeyer, Al-Khatib in die Technische Zentrale zu versetzen, stellt sich dadurch als Fehlentscheidung dar, welche jetzt korrigiert wurde. Die Debatte um die umstrittene Personalentscheidung des Kanzlers hat in den letzten Tagen hohe Wellen geschlagen. Zuletzt hat sogar Christian Ude Aufklärung gefordert. Al-Khatib gehörte bis Anfang dieses Jahres als Integrationsexperte zum Wahlkampfteam des SPD-Spitzenkandidaten, musste sich dann aber aus privaten Gründen zurückziehen. Er übte immer wieder Kritik an der bayerischen Asylpolitik. Kanzler Blomeyer gilt als CSU-nah. Als er vor zwei Wochen Al-Khatib auf einen neu geschaffenen Posten in der Technischen Zentrale versetzte, brodelte die Gerüchteküche hoch. Gestern griff die Universitätsleitung korrigierend in die Personalentscheidung von Kanzler Christian Blomeyer ein. Dieser hatte seine Kompetenzen mit der Versetzung von Al-Khatib offenbar überschritten. Gemeinsam mit Al-Khatib gab die Universitätsleitung bekannt, dass die Entscheidung des Kanzlers zurückgenommen wurde. Dazu Franziska Hilbrandt, studentische Sprecherin: „Durch die Rehabilitierung von Al-Khatib wird eine Fehlentscheidung des Kanzlers korrigiert. Wie es zu der Personalentscheidung des Kanzlers kommen konnte, bleibt aber weiterhin unklar“. Am Wochenende soll Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch persönlich interveniert haben. Nach einem Krisengespräch am Montag folgte nun eine gemeinsame Erklärung von der Universitätsleitung und Al-Khatib. Die Universitätsleitung macht in dieser auch klar, dass sie sich nicht weiter zu der Rückversetzung äußern wird. Hilbrandt sagt dazu: „Die Entscheidung der Universitätsleitung wirft weitere Fragen auf. Zum Beispiel wie Personalentscheidungen grundsätzlich abgehandelt werden und wie sichergestellt wird, dass hier keine Günstlingswirtschaft betrieben wird“. Der Universitätsleitung ist klar, dass mit der Rehabilitierung von Al-Kathib die Sache noch lange nicht vom Tisch ist. Statt offen mit Fehlentscheidungen umzugehen, wird wieder versucht, den öffentlichen Druck auszusitzen.

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