Vor der Stichwahl in Regensburg: Freie Wähler für Freudenstein, Grüne empfehlen Thomas Burger
Kaum war am Sonntag klar: Am 22. März gibt es eine Stichwahl zwischen Astrid Freudenstein (CSU) und Thomas Burger (SPD), liefen die Telefone heiß. Unterstützer wurden gesucht, Bündnisse sondiert. Nun liegen die ersten Wahlempfehlungen vor.

Gibt es nach der Stichwahl eine Zusammenarbeit: Thomas Burger (SPD) und Astrid Freudenstein beim Wahlabend letzten Sonntag.
Schon kurz nach halb zehn meldeten sich am Dienstag die Freien Wähler. In einer nicht namentlich unterzeichneten Pressemitteilung sprechen sie sich für Astrid Freudenstein aus. Die vergangene Wahlperiode habe gezeigt, wie schwer es sei, als Stadtoberhaupt mit einer kleinen Fraktion stabile Mehrheiten zu organisieren und die Stadt voranzubringen.
„Stillstand wurde in den letzten Jahren zum Alltag und wichtige Projekte hängen in der Warteschleife“, heißt es weiter. Das könne mit Freudenstein, die eine starke Fraktion hinter sich habe, anders werden.
Freie Wähler regierten mit Bürgermeister mit
„Regensburg braucht daher frischen Schwung, klare Kommunikation und eine Stadtspitze, die ihrer Führungsverantwortung gerecht wird“, so die Freien Wähler, die mit Ludwig Artinger den Umweltbürgermeister stellen. Viereinhalb Jahre regierten sie mit der SPD und der CSU in einer Koalition. Das Bündnis platzte, nachdem Freie Wähler und CSU im Vorfeld des Bürgerentscheids gegen die Stadtbahn geschossen hatten.
Im neuen Stadtrat stellen die Freien Wähler mit Michael Schien, Christoph Schießl und Ludwig Artinger drei Stadträte. Im Fall eines Wahlsiegs von Freudenstein dürften sie auf einen Bürgermeisterposten spekulieren. Zusammen mit der OB-Stimme und den 13 CSU-Stadträten käme man jedoch nur auf 17 Stimmen.
Grüne für Burger
Ein Partner, mit dem sich die knappe Mehrheit von 26 bei insgesamt 51 Stimmen ergäbe, wären die Grünen. Sie werden künftig zu neunt im Stadtrat sitzen. Doch die empfehlen Thomas Burger.
Deren Spitzenkandidatin Helene Siegloch verpasste den Einzug in die Stichwahl nur knapp – zwischen ihr und Burger lagen 137 Stimmen. Sie sagt nun: „Auch wenn das Ergebnis für uns und mich nicht den erhofften Erfolg gebracht hat, steht fest: Bei dieser Wahl geht es um die Zukunft unserer Stadt – und die braucht jetzt eine klare sozial-ökologische Wende: mutige Lösungen für bezahlbaren Wohnraum, guten ÖPNV und Zusammenhalt in unserer Stadt.“
Eine Stimme für die SPD und Burger in der Stichwahl bedeute „eine Stimme gegen Stillstand und für eine lebenswerte Stadt“, so Siegloch. „Die Menschen in Regensburg wollen kein Verharren im Gestern.“
Brücke wartet noch ab
Zusammen mit den Grünen käme die SPD inklusive der OB-Stimme auf 16 Stimmen. Sie bräuchte mindestens drei weitere Partner, wenn man ohne die CSU auskommen will. In Frage kämen etwa Brücke und Linke, die jeweils vier Stadträte stellen. Doch von beiden gibt es bislang keine Wahlempfehlung.
„DIE SPD kann sich gerne melden, damit wir reden können“, sagt Linken-OB-Kandidat Sebastian Wanner. Dann werde seine Partei das basisdemokratisch entscheiden. Doch bislang habe es kein nennenswertes Gesprächsangebot gegeben.
Die Brücke traf sich am Montag zur Mitgliederversammlung – nicht nur, um nach dem Absturz um über fünf Prozent Wunden zu lecken, sondern auch, um zu beraten, ob man sich vor der Stichwahl positioniert.
„Wir warten noch ab, wer diese Woche auf uns zukommt“, sagt Brücke-Spitzenkandidat Thomas Thurow. Nächsten Montag treffen sich die Mitglieder erneut, um zu diskutieren. „Schnell, schnell entscheiden wir da gar nichts“, so Thurow.
Ribisl lädt zum Unterstützungsfest – mit OB
Ebenfalls keine Empfehlung gibt es bislang von Volt (zwei Stadträte), der ÖDP (zwei) und FDP-Stadtrat Horst Meierhofer. Jakob Friedl (Ribisl) stellt sich auf die Seite von Thomas Burger. Bei einem „parteiübergreifenden Unterstützungs-Fest“ Samstagnachmittag am Haidplatz werde man 300 Malplakate aus dem Ribsisl-Wahlkampf ausstellen und zum Teil versteigern.
„Die amtierende Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer hat die Ehre, sich das schönste Ribisl-Plakat aussuchen zu können“, so Friedl

Hindemit
| #
Das wird für beide keine leichte Aufgabe eine Rathauskoalition zu schmieden, egal wer das Rennen macht. Denke beim “Bauturbo” und der Nordspange wird es schwer mit Grünen und ÖDP, Linke, Volt. Bei der Nordspange könnte lediglich ein Bürger-oder Ratsentscheid das Gesicht wahren. Ob die CSU dazu bereit ist, wie bei der Stadtbahn?
Checker Tobi
| #
Hauptsache, die CSU ist für Frau Freudenstein und gibt hier nochmal Gas bezüglich der Medienpräsenz, wenn sie es schaffen wollen. Schaut man sich die Social Media Präsenz an, würde man denken, die OB Kandidatin heißt nicht Astrid Freudenstein sondern Stefanie Dippl. Diese kommt genau in jedem 3. Post vor als Hauptakteurin, bei 50 Stadtratskandidaten schon beachtlich.
Nach deren Scheitern kann ich der CSU nur raten, sich auf auf Social Media auf die OB- Kandidatin zu konzentrieren und nicht auf Selbstdarstellung von gescheiterten Stadtratskandidatinnen, die offenkundig Admin-Rechte haben und diese zur Selbstdarstellung nutzen.
El
| #
Im Abschnitt “Brücke wartet noch ab”
wartet in “nennenswert” (2. Absatz) das vierte n auch noch auf seinen Einsatz
Dominik Müller_alt
| #
Hindemit,
“Bei der Nordspange könnte lediglich ein Bürger-oder Ratsentscheid das Gesicht wahren.”
Für den Bürgerentscheid sammeln die über 2 Dutzend Gruppierungen seit 9 Monaten Unterschriften und haben die erforderliche Anzahl noch immer nicht geschafft. Einige Unterzeichner sind verzogen, manche vielleicht schon verstorben. Der Bürgerentscheid ist damit aus meiner Sicht schon so gut wie gescheitert. Und das unabhängig von der Zulässigkeit, über die ggf. das Verwaltungsgericht entscheidet.
Ein Ratsbegehren initiieren, weil es mit dem Bürgerbegehren nicht klappt – mehr Stillstand geht nicht.
Novalis
| #
“Ein Ratsbegehren initiieren, weil es mit dem Bürgerbegehren nicht klappt – mehr Stillstand geht nicht.”
Finde ich gar nicht. Was alle angeht, soll auch von allen entschieden werden.
Studi
| #
@Dominik Müller_alt
10. März 2026 um 21:33
“Für den Bürgerentscheid sammeln die über 2 Dutzend Gruppierungen seit 9 Monaten Unterschriften und haben die erforderliche Anzahl noch immer nicht geschafft.” –> Vergleichen Sie die Unterschriftensammlung mit der von Gleisfrei. Gleisfrei hat mindestens seit Oktober 2023 Unterschriften proaktiv gesammelt. Dabei hat Gleisfrei bereits im Juli 2022 angefangen die Bürger zu informieren. Das heißt es wurden mindestens 6 Monate proaktiv Unterschriften gesammelt und über 1,5 Jahre Öffentlichkeitsarbeit geleistet bis zum Ratsbegehren. Es gibt keine Hinweise darauf dass die erforderlichen 6000 Unterschriften gesammelt werden konnten (ich vermute dass falls dem so gewesen wäre Gleisfrei das öffentlichkeitswirksam verkündet hätte). Demgegenüber existiert die Initiative “Mobilität neu denken” seit Mitte 2025. Mitte Januar wurde berichtet über 4500 Unterschriften bereits zu haben, also 7 Monate nach Gründung der Initiative. Es ist also objektiv genauso angebracht für die Nordspange ein Ratsbegehren zu initiiieren, wie es für die Stadtbahn angebracht war. Wenn in dem aktuellen Tempo weitergesammelt wird, scheint ohnehin ein Bürgerbegehren nicht unwahrscheinlich.
“Einige Unterzeichner sind verzogen, manche vielleicht schon verstorben.” –> In Regensburg liegt der anteil der verzogenen und verstorbenen Personen bei etwa 10% pro Jahr. Die Fortgezogenen/verstorbenen sind bei einer Lokalpolitischen Unterschriftensammlung höchstwahrscheinlich unterräpresentiert. Zudem wurden nicht alle Unterschriften am Anfang gesammelt auf einen Schlag und dann sind die Leute gegebenenfalls weggezogen. Rechnet man das mal nach kommt man auf statistisch 125 fortgezogene/Verstorbene unter der Annahme das diese nicht unterräpresentiert bei den Unterschreibenden sind.
“Ein Ratsbegehren initiieren, weil es mit dem Bürgerbegehren nicht klappt – mehr Stillstand geht nicht.” –> Ich stimme ihnen insofern zu, dass die Regenbrücke “besser als nix” ist. Bevor das nächste Infrastruktur Projekt wieder scheitert wäre mir lieber das wenigstens mal irgendwas gemacht wird anstatt grundsätzlich alles zu blockieren. Das dies aber ausgerechnet eine Autobrücke ist hat schon einen faden Beigeschmack in der aktuellen Lage. Ich sehe es nicht ein dass dieser mehr oder weniger nun erzeungene Kompromiss mal wieder zugunsten des MIV fallen muss.
Dominik Müller_alt
| #
@Studi
Anders als die Gegner der Einhausung der Nordgaustraße ist Gleisfrei kein Bündnis aus Gruppen mit vielen hundert Mitgliedern. Gleisfrei hat nicht im Rahmen eines Bürgerbegehrens Unterschriften gesammelt. Da kam es also nicht einmal darauf an, dass der Unterzeichner in Regensburg kommunales Wahlrecht hatte. Die Unterschriftensammlungen sind also objektiv nicht vergleichbar.
Ein Bürger-/Ratsbegehren ist nach meiner Vermutung für die Nordspange unzulässig, lesen Sie hierzu ruhig die Satzung https://www.regensburg.de/stadtrecht/234004/satzung-zu-buergerbegehren-und-buergerentscheid-der-stadt-regensburg-buergerentscheidsatzung-bbs-vom-21-mai-2012.html, vor allem Paragraf 10 Absatz 1 Nr.5, aber auch Absatz 4 Satz 2. Die Stadt wird gegenüber Lappersdorf, dem Landkreis Regensburg und den anderen Projektbeteiligten für die Nordspange vertragstreu bleiben – weil sich beide Stichwahlkandidaten für die Nordspange ausgesprochen haben – und wäre es wohl auch mit Sigloch geblieben.
Die Zulässigkeit wird aber erst nach Einreichen der Unterschriften geprüft, und bisher hat das Bündnis vermutlich noch über 2000 Unterschriften zu wenig.
Ich selber werde übrigens die neue Brücke extrem selten nutzen, da ich südlich von Regensburg wohne.
Samson
| #
Die Stimmung bei der CSU war getrübt, weil man sich vielleicht erhofft hatte, über ihre zweite Liste noch ein paar Mandate zu ergattern.
Die klare Gewinnerin ist aber trotzdem Astrid Freudenstein mit ihrem freundlichen konstanten Zick Zack Kurs.
Sie kann charmant lächelnd gegen ihre eigenen Beschlüsse demonstrieren. Respekt!
Der Kopf ist ja bekanntlich rund, damit er beim Denken die Richtung ändern kann.
Der Erfolg gibt ihr recht, politische Erfahrung hat sie auch jetzt schon längere Jahre.
Sie wird die Stichwahl wahrscheinlich für sich entscheiden.
Siegloch, Burger und Thurow sind auch klare Sympatieträger.
Man kann sich aber schwer vorstellen, dass die alle ihre Kräfte bündeln, so wichtig das wäre.
Und wenn am Tag der Stichwahl die Sonne besonders warm scheint, bleibt es wahrscheinlich leer in den Wahllokalen.
Es fehlt nach den dunklen Schaidinger Jahren einfach immer noch eine Lichtgestalt!
Heitertales
| #
Die Grünen, allen voran Frau Siegloch, unterstützen den OB Kandidaten Burger, weil sie glauben, mit ihm ihre SOZIAL ÖKOLOGISCHE POLTIK umsetzen zu können.
Gemeint ist natürlich ihre IDEOLOGISCHE POLITK, wie z. B. Verhinderung der unverzichtbaren Nordspange oder weniger Parkplätze in der Innenstadt für die Allgemeinheit.
Das Hr. Burger einer Partei angehört, die 5 Jahre an der Macht war und eine desaströse politische Bilanz aufzuweisen hat und für die Agonie, die über dieser Stadt liegt, mitverantwortlich ist, spielt hierbei keine Rolle.
Auch nicht dass er ggf. lediglich 6 Stadträte aus seiner eigenen Partei hinter sich hätte.🙈🙈🙈🙈
Novalis
| #
“Das Hr. Burger einer Partei angehört, die 5 Jahre an der Macht war”. Dass schreibt man mit zwei s. Agonie? Die Stadt ist im Todeskampf? Echt etz? Herr Burger gehört der SPD an, die – nota bene – nicht seit 2021, sondern seit 2008 entweder Junior- oder Seniorpartner der Stadtregierung war und ist.
Ideologisch ist an dem Wunsch nach weniger Autos gar nichts. Und auch an “weniger Parkplätzen” ist wenig auszusetzen. Ich hätte auch gern weniger Hotels.
Und in manchen Wortmeldungen mehr Klugheit.
Studi
| #
@Dominik Müller_alt
11. März 2026 um 16:08
“weil sich beide Stichwahlkandidaten für die Nordspange ausgesprochen haben” –> Die CSU hat sich zunächst auch für die Stadtbahn eingesetzt (Koalitionsvertrag) und dann ihre Meinung geändert. Der politische Wille der Parteien bzw OB Kandidaten ist also nicht ausschlaggebend. Desweiteren ist Sinn und Zweck eines Bürgerentscheids ja Handlungen zu erzwingen selbst wenn diese den Mehrheitsverhältnissen im Stadtrat widersprechen.
“Die Zulässigkeit wird aber erst nach Einreichen der Unterschriften geprüft” –> Jedoch, wie sie selbst sagen, stehen eine Reihe von Gruppierungen hinter dem Bürgerbegehren die in der Regel Rechtsabteilungen haben um so eine Frage vorab juristisch prüfen zu lassen. Dass dabei Risiko und Nutzen abgewägt wird liegt in der Natur der Sache.
“und bisher hat das Bündnis vermutlich noch über 2000 Unterschriften zu wenig” –> Extrapoliert man die aktuelle Zahl der Unterschriften mithilfe der letzten bekannten Stände und der bisherigen Sammelgeschwindigkeit dürften weitaus weniger Unterschriften fehlen.
“Ich selber werde übrigens die neue Brücke extrem selten nutzen, da ich südlich von Regensburg wohne.” –> Dann können Sie die Sinnlosigkeit dieses Projekts ja selbst mitfühlen. Hohe Kosten und maximal lokaler Nutzen.
Studi
| #
@Heitertales
11. März 2026 um 17:53
“weniger Parkplätze in der Innenstadt für die Allgemeinheit” –> Parkplätze in der Innenstadt sind extrem ineffiziente Nutzung des begrenzten und kostbaren Raums. Außerdem profitieren Geschäfte von einer möglichst strikten Fußgängerzone, das ist sehr gut untersucht. Eine Ausweitung der Fußgängerzone wäre also sinnvolle Wirtschaftspolitik. Autos weiterhin zu erlauben hingegen ist nur mit einer entsprechenden Ideologie begründbar.
Samson
| #
P.s. ich freue mich natürlich auf die Wiederholung nach der Stichwahl!
Mr. B.
| #
Zu Studi
12. März 2026 um 14:27 | #
Ich würde den gesamten Stadtbereich für Fahrzeuge aller Art sperren, außer Kinder- und Lastenfahrräder. Kein Liefer-und Handwerkerverkehr mehr.
Die städt. Bewohner könnten an bestimmten Stellen am Stadtrand, alles was sie für ihr Leben brauchen, doch mit dem Lastenfahrrad abholen, einschließlich des Handwerkers und das benötigte Material?
Dann wären manche glaubhaft.
alphaville
| #
Egal, wer am 22. März gewinnt. Ist der/die wirklich ein/e Gewinner/in?
Steht der /die nächste Amtsinhaber/-in nicht vor einer unlösbaren Aufgabe angesichts des zersplitterten Stadtrats?
Schauen wir doch mal genauer hin.
Welche Optionen hätte denn Frau Dr. Freudenstein?
Es gibt für sie zwei mögliche 3er Koalitionen
CSU – Freie Wähler – Grüne, mit zusammen 25 Sitzen (plus OBin)
CSU –SPD – Grüne, mit zusammen 28 Sitzen (plus OBin).
Die erste Variante ließe sich noch um die FDP (1 Sitz) auf 26 Sitze „aufpeppen“.
Alternativ ginge noch eine weitere 4er-Kolition mit CSU – SPD – Freie Wähler –Brücke, zusammen auch 26 Sitze.
Wie man es auch betrachtet alle Varianten irgendwas zwischen Pest und Cholera.
Sollte Dr. Burger gewinnen stünden auch für ihn als
3er-Lösung CSU –SPD – Grüne (28 Sitze) und als
4er Lösung CSU – SPD – Freie Wähler –Brücke (26 Sitze) im Raum.
Würde man die CSU außen vor lassen (und natürlich die AFD zu Recht als no-go ansehen) wird´s abseits dieser Varianten abenteuerlich.
SPD –Grüne – ÖDP – Linke – Ribisl – Volt brächten gemeinsam nur 24 Sitze zusammen, d.h. man bräuchte noch FDP (dann 25 Sitze) oder Brücke (dann 28 Sitze) oder Freie Wähler (für dann 27 Sitze) für eine 7er Koalition.
Nachdem FDP und Freie Wähler in Verkehrsfragen (Parkplätze, Nordspange) nicht kompatibel mit Grünen und ÖDP sind bleibe nur die Brücke-Lösung. Aber ob die tragen würde angesichts der Vorgeschichte?
Was tun ist da eine gute Frage.
Die von Norbert Hartl in einem Kommentar geäußerte Erwartung (Zitat): „Die CSU hat 13 Mandate, hier sehe ich eher die Möglichkeit mit einer Oberbürgermeisterin Freudenstein einen handlungsfähigen Stadtrat zu bekommen.“ vermag ich nicht zu teilen.
Es sei denn, Herr Hartl kalkuliert dabei ein, dass dann die CSU nicht aus der Koalition ausscheiden oder Opposition in der Koalition machen könnte.
Allerdings könnten den „Oppositionspart“ in oder den Bruch der Koalition dann ja Grüne, Brücke oder SPD übernehmen.
Die Grünen haben darin ja schon Erfahrung: Unter Christa Meier von 1990 bis 1996 haben z.B. die Grünen, genauer gesagt einer von ihnen die Regierungskoalition zerschossen und eine Notstands-Zwangsehe zwischen CSU und SPD heraufbeschworen.
Egal, wer am 22. März gewinnt zu beneiden ist er oder sie nicht.
Egal, welche Koalition dann entsteht, auf deren Bestand bis zum Ende der Wahlperiode würde ich keinen Heller setzen.
Die vielleicht haltbarste Koalition wäre die CSU – Grüne –SPD Variante, wenn man
der CSU ihre Nordspange,
der SPD ihren höherwertigen ÖPNV und
den Grünen viele Radverkehrsschnellwege und Verkehrsberuhigung in der Altstadt
gibt, sodass sich alle drei vor der eigenen Wählerschaft noch sehen lassen könnten.
Wer dann als OB oder OBin im Rathaus sitzt wäre dann gleichgültig, weil jede Partei eine/n Bürgermeister/in bekommen könnte.
Wenn man sich die Wahlprogramme anschaut, dann kann man feststellen, dass es eigentlich für jede anstehende Frage in unserer Stadt – von Radverkehrsausbau über ÖPNV , Wohnungsbau, Altstadtverkehr und Nordspange – in diesem Stadtrat eine Mehrheit gäbe, nur eben nicht in der jeweils gleichen Abstimmungskonstellation.
Kompromisse in und über eine neue Kolaiton hinaus werden gefragt sein. Dafür brauchts keine/n machtbewussten Oberbürgermeister(in mit einer machtgewohnten Partei im Rücken sondern einen Moderator.
Es braucht eine/n OB/OBin, die mit jedem kann.
Und da sehe ich bei Frau Dr. Freudenstein, anders als Herr Hartl, nicht die Chance für eine “handlungsfähigere Stadtratsarbeit” im Vergleich mit Dr. Burger.
Eine zu starke Einzelfraktion, die vor lauter Kraft fast nicht mehr laufen kann, kann bei der Kompromisssuche für einen OB eher hinderlich wirken.
PS:
Spannend bleibt auch, ob die Grünen wie 2020 erneut zu hoch pockern und dann hinten runterfallen bei der Koalitionsbildung.
Lasst euch mal vom Realo-Grünen Verhandlungsteam von 2014 sagen wir man es macht, damit man an Ende nicht mit leeren Händen da steht.
idealist
| #
Ideologie ist nicht perse schlecht
Dominik Müller_alt
| #
Studi,
“Die CSU hat sich zunächst auch für die Stadtbahn eingesetzt (Koalitionsvertrag) und dann ihre Meinung geändert. ”
Die CSU hat die Planungen grundsätzlich mitgetragen und sah irgendwo den Punkt, wo die Planungen in die falsche Richtung liefen. Ich war übrigens auf einer Veranstaltung, wo der OB-Kandidat der Linken damit warb, die historische Straßenbahn für private Partys oder Firmenjubiläen auf den Gleisen der Stadtbahn fahren zu lassen. Das mag eine erfrischende Idee sein, zeigt aber auch eine gewisse Unkenntnis von der abgelehnten Stadtbahnplanung. Voraussetzung wäre nämlich unter anderem, dass dann die Stadtbahn eben dieselbe Spurweite – Meterspur statt Normalspur – hätte. Das würde dann wendigere Fahrzeuge wie z.B. in München ermöglichen mit Mindestradius 14m, sodass auch eine Ost-West-Verbindung altstadtnah realisiert werden könnte.
“Extrapoliert man die aktuelle Zahl der Unterschriften mithilfe der letzten bekannten Stände und der bisherigen Sammelgeschwindigkeit dürften weitaus weniger Unterschriften fehlen.”
Ich glaube, Sie gehen von falschen Zahlen aus und interpretieren diese falsch.
Die bisherige Sammelgeschwindigkeit ist durchschnittlich etwa 600 Unterschriften pro Monat (wenn Ihre Angabe vom Februar mit 4500 Unterschriften stimmt). Von diesen jeweils 600 kann man 5 je Monat abziehen, wenn Ihre Angabe stimmt, dass 10% pro Jahr verziehen oder -sterben. Das heißt, dass etwa 225 (und nicht nur 125) Unterzeichner nicht mehr in Regensburg wahlberechtigt sind, bei 9 Monaten Sammlung komme ich also auf 5400 abzüglich 225 Stimmen.
Benötigt werden aber ziemlich genau 8000 Stimmen, 5% der Einwohner mit Erstwohnsitz. Damit fehlen – ausgehend von Ihren Angaben – eher 3000 als unter 2000 Unterschriften.
Und so schreibt das Bündnis auf der Homepage auch
“Es gibt bis jetzt keine echte „Deadline“. Wir würden gerne Mitte September eine Bestandsaufnahme machen.”
Ihr Zahlenspiel verdient nicht einmal die Bezeichnung Schätzung.
“die in der Regel Rechtsabteilungen haben um so eine Frage vorab juristisch prüfen zu lassen. ”
Haben Sie die Unterschriftenlisten gesehen? Die Formulierung
„Sollten Teile des Begehrens unzulässig sein oder sich erledigen, so gilt meine Unterschrift weiterhin für den verbleibenden Teil.“
zeigt, dass das Bündnis zumindest eine teilweise Unzulässigkeit einkalkuliert.
“Dann können Sie die Sinnlosigkeit dieses Projekts ja selbst mitfühlen.”
Nein, Hauptvorteil des Projekts ist die Verringerung des Verkehrslärms in der Nordgaustraße durch Einhausung und Amberger Straße durch weniger Verkehr – der Verkehr eben aus dem Norden. Nur weil es mir nicht nutzt, ist es nicht sinnlos, das wäre doch ein sehr egozentrisches Weltbild.
Winibald
| #
Hoffentlich wird das Parkhaus beim ehemaligen Eisstadion noch gestoppt, bevor das Millonengrab beendet wird. Die Baugrube könnte noch für umfangreiche Baumpflanzung verwendet werden.
Tröster
| #
@Heitertales
Sie verwechseln offensichtlich “ideologisch” mit “logisch”…
Dominik Müller_alt
| #
Das mit der Anzahl der erforderlichen Unterschriften nehme ich zurück, da sollten 6000 reichen, da sich die Prozentzahl an den Einwohnern, die Anzahl der Unterstützer nach den Wahlberechtigten richtet.
Studi
| #
@Mr. B.
12. März 2026 um 16:08
“Kein Liefer-und Handwerkerverkehr mehr” –> Lieferverkehr (dieser schließt Handwerkerverkehr ein, sofern Waren Transportiert werden) ist weiterhin erlaubt. Entweder pauschal (Lieferverkehr frei), mit Sondergenehmigungen, oder zu bestimmten Uhrzeiten. Das ist sehr üblich und funktioniert in anderen Städten auch einwandfrei.
“doch mit dem Lastenfahrrad abholen, einschließlich des Handwerkers” –> Sie wollen das als Scherz darstellen, aber genau das passiert andernorts tagtäglich (Lastenrad kann man natürlich durch andere Transportmittel austauschen). Und was ist denn die wirkliche Hürde für den Lieferverkehr? 500m durch die Fußgängerzone mit der Sackkarre laufen, oder das ganze im denkmalgeschützten Altbau 4 Stockwerke ohne Aufzug die Wendeltreppe hochzuschleppen?
Studi
| #
@Dominik Müller_alt
12. März 2026 um 17:35
Zur Rechnung mit den Unterschriften. Die Mittelbayerische hat mitte Januar von 4600 Unterschriften berichtet. Die Zahlen vom Februar die Sie ansprechen beziehen sich vermutlich auf die Zahlen von Januar. Das heißt wenn man von 500-600 gesammelten Stimmen pro Monat ausgeht, hat man jetzt (zwei Monate später) 5600-5800. Klar, das ist stark vereinfacht, aber in jedem Fall kommt man im Moment dem Quorum schon recht nahe. Dann fehlt nur noch der Puffer. Bei der Zahl der Weggezogenen begehen Sie einen Rechenfehler. Vereinfacht gesagt: Wer weggezogen ist, kann nicht mehr unterschreiben. Sie müssen also immer die aktuell vorhandenen Unterschriften (welche ja am Anfang deutlich weniger sind) mit der aktuellen Wegzugsrate verrechnen, man braucht also das Integral, dann kommt man auf meine Zahl.
“dass das Bündnis zumindest eine teilweise Unzulässigkeit einkalkuliert” “Risiko und Nutzen”
“Nein, Hauptvorteil des Projekts ist die Verringerung des Verkehrslärms in der Nordgaustraße durch Einhausung und Amberger Straße durch weniger Verkehr” –> Die Einhausung der Nordhgaustraße könnte man auch ohne die Brücke machen. Jedoch ist das Verkehrsaufkommen mit der Brücke nun deutlich höher als ohne. Die Amberger Straße wird auch mit der Brücke einer der meistbefahrenen Straßen Regensburg sein, gemäß den Verkehrsprognosen. Die Verkehrsprognosen berechnen mit Brücke, wenn sich der Verkehr auf 16h Tagesverkehr gleichmäßig verteilt mit einem Kfz alle vier Sekunden, das ist Dauerlärm. Die Anwohner der Amberger Straße werden von der Brücke also kaum profitieren. Ein Tempo 30 wäre die effektivere Maßnahme für Lärmschutz, insbesondere in Anbetracht der steigenden Zahl von Elektroautos.
“Nur weil es mir nicht nutzt, ist es nicht sinnlos, das wäre doch ein sehr egozentrisches Weltbild.” –> Ich will sagen: es nutzt fast niemandem in Regensburg wirklich etwas. Denjenigen, die den Weg nicht fahren (und das sind die Merhheit der Regensburger) schon mal gar nichts (schadet eher). Den direkten Anwohnern auch nicht wirklich (mit Ausnahme der Einhausung). Man antizipiert auch keine Überlastung der Amberger Straße in der Zukunft: Die Verkehrsprognosen der Vergangenheit haben sich nicht bewahrheitet und keine Zunahme des MIV in der Amberger Straße wurde beobachtet.
P.S.: Das Gleisfrei kein Bürgerbegehren Initiieren wollte wusste ich tatsächlich nicht, macht den ganzen Verein meiner Meinung nach aber nur noch absurder.
@Winibald
12. März 2026 um 18:38
Ich frage mich unironisch, was die Autofahrer sich von diesen ganzen Projekten erhoffen? Noch mehr Stau über den Sie sich aufregen können? Die Pro Auto Kultur in Regensburg hat uns die meisten der aktuellen Probleme eingebrockt, gleichzeitig werden von CSU als einzige langfristige Verkehrsinfrastrukturprojekte nur Autoprojekte vorangetrieben. Das sind die einzigen Projekte an denen die CSU wirklich lange festhält und ausnahmsweise mal langfristig plant. Und damit gewinnen Sie neue Wähler hinzu? Schon komisch…
Der sich den Wolf schreibt
| #
Genau in der Zeit vor der Stichwahl zur OB/in – Wahl in Regensburg findet das RE.LIGHT Festival statt. Mit bunter Lichtkunst auf den Fassaden wird das Publikum verzaubert.
Hoffentlich entscheidet sich die Vielzahl der Fraktionen mit ihrer Wahlempfehlung, verantwortlich für das Wohl der Mehrheit der Regensburger Bürger.
Wo viel Licht ist, ist auch Schatten. Schillernde, bunte oberflächliche Bilder an die Fassade gemalt, sind für die Wahl Entscheidung der Bürger nicht hilfreich.
Wie heißt es so schön in der Dreigroschenoper von Bertold Brecht:
„Denn die einen sind im Dunkeln
Und die anderen sind im Licht.
Und man sieht die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht.“