Wohnbaukrise: Regensburg zwischen Bauträger-Forderungen und fehlenden Fördermitteln
Nach dem Offenen Brief der Bauträger steht das Regensburger Baulandmodell zur Diskussion. Das Schreiben enthält gute Ansätze zur Diskussion, erwähnt aber das wesentliche Problem nur nebenbei – die Vorgehensweise wirkt wie ein Ultimatum im Kommunalwahlkampf. Heute treffen sich Stadträte und Planungsreferent.
Es kommt öfter vor, dass Regensburgs Planungsreferent Florian Plajer die Stadträtinnen und Stadträte des Planungsausschusses zum Austausch einlädt. So auch am heutigen Dienstag – nach der Ausschusssitzung. Diesmal aber geht es um weit mehr als einen lockeren Plausch über anstehende Themen.
Nach dem Brandbrief von zehn Bauträgern, der vergangene Woche verschickt wurde, und vor dem Hintergrund des anlaufenden Kommunalwahlkampfs steht das Regensburger Baulandmodell im Fokus – wenn nicht sogar zur Disposition.
Das Schreiben könnte eine Diskussionsgrundlage sein
Bleibt die bisher gültige Quote von 40 Prozent geförderten Wohnungen in neuen Baugebieten? Wird sie reduziert, modifiziert oder vorerst ausgesetzt? Das hatte die CSU bereits im Sommer gefordert. Das schwingt auch im Schreiben der Bauträger mit.
Viele Punkte, die darin stehen, klingen plausibel. Sie taugen als Diskussionsgrundlage, um den fast brachliegenden Wohnungsbau in Regensburg wieder auf andere Beine zu stellen. Es ist ein Problem, dass Genehmigungen oft sehr lange dauern. Stellen innerhalb der Verwaltung, bei denen man gelegentlich den Eindruck hat, sie arbeiteten gegeneinander, ein weiteres.
Hohen Standards bei der Freiflächengestaltung, die dazu führen, dass für Parkbänke, Lampen oder Geräte auf Kinderspielplätzen Preise jenseits von Gut und Böse aufgerufen werden, könnte man anpassen. Auch über die Miethöhen und Förderquoten, die Planungsreferent Plajer den Bauträgern bei einer internen Elefantenrunde vorgestellt hat, ließe sich sicher reden.
Der Offene Brief ist eine Attacke
Konstruktiv wirkt es aber nicht, ein Schreiben, in dem die Akteure der Stadtverwaltung stellenweise regelrecht zerlegt werden (geschönte Statistik, keine Ahnung von Wohnbauförderung, fehlender Entscheidungswille), faktisch als Offenen Brief zu verschicken. Was an 50 Stadträte geht, bleibt nicht geheim.
Teilnehmer des Gesprächs zwischen Plajer und den großen Playern am Regensburger Immobilienmarkt schildern die Atmosphäre auch nicht als sonderlich konstruktiv. „Im Grunde wurde alles, was der Planungsreferent dort vorgestellt hat, als falsch und nicht umsetzbar kritisiert und gefordert, das Baulandmodell zu beerdigen“, heißt es.
Das Kernproblem wird nur nebenbei erwähnt
Erstaunlich ist auch, dass in dem Brief, der auf dieses Treffen folgte, das Kernproblem – das nicht nur Regensburg, sondern Städte in ganz Bayern plagt – nur nebenbei erwähnt wird: der zu geringe Umfang der Wohnbauförderung durch Bund und Freistaat. Folge: Die 40-Prozent-Quote lässt sich nicht oder nur über sehr lange Zeiträume erfüllen.
In Regensburg gibt es derzeit rund zehn Bebauungspläne, die fertig wären, bei denen aber wegen fehlender Fördergelder nichts vorangeht. Dafür ist nicht in erster Linie die Stadt Regensburg verantwortlich.
Bereits seit Mitte 2025 sind die Fördertöpfe des Freistaats leer und wurden nicht aufgestockt.
Fördermittel, die nach viel klingen, aber wenig sind
Glaubt man den aktuellen Ankündigungen von Ministerpräsident Markus Söder, dann sind im Doppelhaushalt 2026/27 jährlich 1,2 Milliarden Euro für den geförderten Wohnungsbau – kurz: EOF – vorgesehen. Hinzu kommen weitere 1,3 Milliarden aus dem Sondervermögen des Bundes – verteilt über zwei Jahre.
Das klingt nach viel Geld, blendet aber einiges aus. Während Baupreise und Zinsen in den vergangenen Jahren rasant gestiegen sind, bleiben die bereits jetzt nicht ausreichenden Fördermittel erneut gleich. Anders gesagt: Für dasselbe Geld entstehen immer weniger preisgünstige Wohnungen.
Versprochene Wohnbauoffensive beerdigt
Von der Wohnbauoffensive, die Markus Söder 2018 ankündigte, ist wenig übrig geblieben. 10.000 neue Wohnungen sollte die staatliche Gesellschaft Bayernheim bis Ende 2025 bauen – es werden nur etwas mehr als 500.
Von der 10.000er-Marke hat man sich bereits im vergangenen Jahr verabschiedet. Weitere rund 7.200 Wohnungen der Bayernheim seien aber „in der Pipeline“, heißt es. Das bedeutet zugleich: Ein Großteil des Fördertopfs wird zugunsten der Wohnbaugesellschaft des Freistaats ausgegeben. Privatwirtschaftliche, genossenschaftliche und kommunale Bauvorhaben in angespannten Wohnungsmärkten – allen voran München und Regensburg – können damit weiterhin nicht auf eine nennenswerte Steigerung der Fördermittel hoffen.
Veränderte Fördermodalitäten machen Wohnungsbau teurer
Zusätzlich dazu plant der Freistaat nun, die Fördermodalitäten zu ändern. Kurz gesagt: Die Fördermittel fließen einerseits über zinsgünstige Darlehen, andererseits über direkte Zuschüsse. Anstatt wie bisher über drei Jahre soll die Auszahlung nach den aktuellen Plänen nun auf fünf Jahre gestreckt werden.
Die Folge: Bauherren müssen zwischenfinanzieren. Das mag für potente Bauträger über Kredite möglich sein, macht das Bauen aber erneut teurer – gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Zinsen. Weniger finanzstarke Bauherren wie Genossenschaften oder Wohnbauvereine dürften unter solchen Bedingungen nichts oder deutlich weniger bauen.
Kurz vor den Kommunalwahlen: „goldener Zügel“ bei der Wohnbauförderung
Irritierend ist auch das Ansinnen der bayerischen Staatsregierung, den Bezirksregierungen die Hoheit über die Verteilung der Fördermittel weitgehend zu entziehen. Während bisher etwa die Regierung der Oberpfalz entscheidet, wer hier welche Förderung erhält, soll sie – wie alle anderen Bezirksregierungen auch – künftig nur noch Vorschläge machen dürfen. Die letzte Entscheidung fiele dann in München bei der Staatsregierung.
Kritiker sprechen bereits von einem „goldenen Zügel“, an dem Kommunen gehalten würden. Konkret: Die Zuweisung von Fördermitteln könnte künftig vom Parteibuch des Stadtoberhaupts abhängen. Eine bemerkenswerte Änderung unmittelbar vor den Kommunalwahlen in Bayern – und gerade für Regensburg brisant, das die CSU gern zurückerobern möchte.
Seit 2018 kamen 57 Prozent der Fördermittel in der Oberpfalz der Stadt Regensburg zugute – pro Jahr etwa 30 Millionen Euro, Darlehen und Zuschüsse von durchschnittlich 200.000 Euro pro Wohnung. Ob das so bleibt, wird künftig in München entschieden.
Erste Änderungsvorschläge des Planungsreferenten
Das sind die Rahmenbedingungen, unter denen Änderungen – nicht nur des hiesigen Baulandmodells – diskutiert werden. Zuletzt hat Planungsreferent Florian Plajer in internen Runden einige Vorschläge gemacht – befristet bis 2029 und mit Evaluation nach zwei Jahren. Unter anderem:
Die Herstellungspflicht für geförderten Wohnraum soll von fünf auf sieben Jahre verlängert werden. Das soll die Bauherren zeitlich und finanziell entlasten.
Das bisher geltende Ankaufsrecht der Stadt Regensburg für den Fall, dass binnen fünf Jahren der geförderte Wohnraum nicht fertiggestellt ist, wird vorläufig ausgesetzt.
Spiel- und Grünflächen müssen nicht mehr kostenfrei an die Stadt abgetreten werden, sondern bleiben im Wesentlichen in Privateigentum
Die Quote von 40 Prozent geförderten Wohnraums bleibt bestehen. Bei fehlenden Fördermitteln sollen nur noch 30 Prozent „preisgedämpft“ entstehen – ein Drittel zur ortsüblichen Vergleichsmiete plus Neubauzuschlag, ein Drittel 20 Prozent darunter, ein Drittel 20 Prozent darüber.
Bauträger lehnen Modell zur Preisdämpfung ab
Insbesondere dieser Vorschlag zur Preisdämpfung stieß beim Spitzengespräch mit den Bauträgern auf Ablehnung. Das geht auch aus dem Offenen Brief hervor. Kern der Kritik: Die ortsübliche Vergleichsmiete aus dem Mietspiegel bilde die Realität nicht ab. Wörtlich heißt es:
„Die Werte des Mietpreisspiegels und auch die festgesetzte ortsübliche Vergleichsmiete im vorgeschlagenen Ersatzmodell sind von den Marktmieten für Neubauwohnungen völlig entkoppelt. Diese weichen bei einzelnen Standorten (z.B. Stadtwesten) um über 100 % von der Miete des Mietspiegels ab.“
Investitionen seien unter diesen Bedingungen „wirtschaftlich nicht umsetzbar“.
Mehrfache Forderung: Baulandmodell aussetzen, der Markt soll es richten
Auch wenn es im Brief nicht so steht: Bei der internen Runde gab es nicht nur einmal die Forderung, das Baulandmodell vorerst komplett auszusetzen – und den Markt das Wohnungsproblem regeln zu lassen. Anders werde es nicht funktionieren. Das klingt nicht nach einem Diskussionsvorschlag, sondern nach einem Ultimatum.
Nach der Runde am heutigen Dienstagabend wird sich abzeichnen, wie sich die einzelnen Stadtratsfraktionen positionieren. Klar ist bereits jetzt: Ein künftiges Stadtoberhaupt muss eine laute Stimme sein, um den fehlenden Förderwillen von Bund und Freistaat in den Fokus zu nehmen.
Städtetag: Skeptisch beim Bauturbo, Forderung nach mehr Fördergeld
Wie das geht, zeigt der Informationsbrief des Bayerischen Städtetags vom November. Dort wird das Problem klar benannt:
„Inwieweit der Bau-Turbo tatsächlich das Bauen beschleunigt oder eher die Einnahmesituation der Bauträger verbessert und bei den Städten für weitere Bürokratie sorgt, wird erst die Praxis zeigen. (…) Vielerorts – und dies gilt aktuell sogar in den verdichteten Räumen – liegt der Einbruch des privaten Wohnungsbaus keineswegs an fehlenden Baurechten und Genehmigungen, sondern an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und am fehlenden Geld. Hier sind Bund und Freistaat gefragt.“
Eine solche Problembeschreibung mit Blick über den Regensburger Tellerrand hätte man auch von einem Bauträger-Brandbrief erwarten können.



Da Hans
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Dann trocknen wir den Bauträgersumpf mal aus –
Mehr Genossenschaften braucht das Land und die Stadt – ohne dieses „Gewinn“ oder dieses „Mieterhöhung durch Indexmietverträge“ wäre wohnen auch bezahlbar.
Mit Wohnraum 20-30% Umsatzrendite durch Mieteinnahmen erwirtschaften wollen, ist einfach nur asozial.
Wir könnten für die armen Bauträger sammeln und beten, dass deren Millionen sich weiter stetig vermehren werden.
Wir freuen uns auf weitere hässliche, weiße Quadratneubauten in schlechter Qualität zu überzogenen Preisen mit Bauverzögerungen.
Der sich den Wolf schreibt
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Das Baulandmodell mit Sozialquote (40%), in Regensburg ist eine sinnvolle Maßnahme, um bezahlbaren Wohnraum für Normalverdiener zu schaffen. Funktioniert nur leider nicht, wenn die Fördertöpfe des Bunds und Land Bayern nicht fließen. Der Bau Turbo „Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung“ (§ 246e BauGB) ist nicht das größte Hindernis beim schleppenden Wohnungsbau, sondern die exorbitanten Grundstückspreise, ständig steigende Baukosten durch hohe Zinsen, Fachkräftemangel, unterbrochene Lieferketten für Baustoffe, hohe Energiekosten, die schwächelnde Konjunktur, usw. Der Brandbrief der 10 großen Bauunternehmer im Raum Regensburg ist an die Falschen adressiert. Mein Mitleid für professionelle Bauträger und Projektentwickler hält sich in Grenzen. Deren Schwerpunkt liegt vorrangig in der gewinnbringenden Vermarktung ihrer Objekte. Risiken bei der Bauabwicklung werden zum großen Teil an Generalunternehmer und Subunternehmer ausgelagert und landen dann mit Bauverzögerungen bei den geschädigten Käufern der Immobilien. (siehe den Bau-Skandal in Köfering)
Deshalb liebe Bauträger, „runter vom Gas“, wer jammert dem kann man noch helfen, schlimm wird es erst, für die, die vor lauter Frust, Elend und Hoffnungslosigkeit verstummen, obwohl sie rechtschaffen als Arbeitnehmer ihren Beitrag für unsere Gesellschaft, erbringen.
Die Bundesregierung verkündet stolz das 500 Milliarden Sondervermögen:
„Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität Investitionsoffensive für das ganze Land. Milliarden für ein modernes Deutschland: Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität ermöglicht Rekordinvestitionen von Bund, Ländern und Kommunen – für Schulen und Kitas, Bahnstrecken und Straßen, Forschung und Digitalisierung.“
Verwunderlich ist nur, warum die Fördertöpfe und Darlehen für den sozial geförderten Wohnungsbau, leer sind.
corazondemelon
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Ich würde lieber sammeln,
beten liegt mir nicht so. Aber gute Idee.
Hätte noch so ein Trumm Holz und ein paar Steine im Keller.
Was soll ich sagen, der Einzige, der in diese Gruppe nicht so ganz reinpasst ist der Schmack.
Ich hab nicht den Eindruck, dass der die Kunden so bescheißen will wie all die anderen Bauträger.
Und ja, ich hab nur ein paar Jahrzehnte Erfahrung in der Bau Branche. aber absolut keine Verbindung zu Schmack oder anderen Bauträgern. Ich hab mit Wohnungsbau nichts zu tun, und bescheiß auch niemanden.
In der Gesamtschau sollte man abwägen.
Was wirklich ein Problem ist , das ist die Gentrifizierung.
Kauft ein z. B. Gruber so wie bei mir oder ein anderer von den finanziell potenten Akteuren am Regensburger Immobilienmarkt ein Haus und du wohnst darin, sieht das sehr schnell blöd für dich aus.
Hast halt noch ein paar Monate, dann musst du dich umsehen.
Wir sehen uns dann alle im Sibyllenbad, da wo die Scheibe zu Ende ist und man hinten runterfällt.
Und die Rollatordichte gegen Unendlich geht
Oleg
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Es hindert dich keiner eine Genossenschaft zu gründen und so günstige Mieten zu verlangen, dass die Investition und Instandsetzung erst nach 1000 Jahren wieder eingenommen wurde.
Nicht immer nur von anderen fordern, sondern auch selber machen ;)
Robert Fischer ÖDP
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Mein Vorschlag zur Güte: Alle, die im Korruptionsskandal verwickelt waren, bekommen gar kein Bauland mehr.
Der sich den Wolf schreibt
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Excuse me!
Die Forderung das Regensburger Bauland-Modell zu „beerdigen“, in einem Brandbrief von zehn großen Bauträgern und Objektvermarktern im Raum Regensburg, nur weil die derzeitig eingetrübte wirtschaftliche Gesamtlage und die notwendigen korrigierenden Investitionen (Verteidigung, Infrastruktur, Sozialsysteme, globale Verwerfungen, usw.), notwendig machen, ist schon bemerkenswert. Es betrifft uns A L LE und nicht nur Bauträger und Investoren. Gemach, gemach! Das ist Jammern auf hohem Niveau.
Für eine Luxuslimousine, ein Feriendomizil und eine Jacht (vielleicht ein wenig kürzer) am Mittelmeer und ein einmotoriges Privatflugzeug, wird es schon noch reichen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Der „Rest“ wird in Steueroasen geparkt. (Ironie) 😊
Einige privatwirtschaftliche „Wohnungsbau-Mausoleen“ in Regensburg, erinnern dauerhaft an den Bauboom, die „Landschaftspflege“ (Politik und Bauwirtschaft) und die „Goldgräberstimmung“ vergangener Zeiten in Regensburg.
Wie heißt es so treffend: „Hundert Jahre hängt es nicht auf eine Seite.“
Norbert Hartl
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Vieles von dem, was in dem Brief der Bauträger steht, ist richtig. Insofern ist er eine gute Grundlage zu besprechen, wie Regensburg zu mehr Wohnungsneubau kommt.
Dazu ist folgendes notwendig:
Der Anteil von 40% sozialen Wohnungsbau bei neuen Bebauungsplänen ist grundsätzlich richtig, wenn aber keine ausreichenden Fördermittel vorhanden sind, ist die Miete bei Neubauten zu deckeln, wie es die Stadt z.B. bei den Eigentumswohnungen in der Nibelungenkaserne gemacht hat. Der Vorschlag der Stadt für eine solche Möglichkeit, wie er in dem Brief der Bauträger zitiert wird, ist hierfür eine gute Diskussionsgrundlage.
In erster Linie muss die Stadt aber massiv bei Bund und Land intervenieren, dass der Bauturbo nur dann möglich ist, wenn mehr Fördermittel für einen Brennpunkt wie Regensburg zur Verfügung gestellt werden.
Bei Ausweisung von neuen Baugebieten ist ein Teil des Wertzuwachs der Grundstückspreise für preisgünstige Mieten einzusetzen und nicht vom Grundstücksbesitzer als Gewinn abzuschöpfen. Z.B. bei einer Umwandlung von Gewerbegebiet in Wohngebiet.
Die Fragen a – l der Bauträger sind von der Verwaltung zu erklären.
Bei Baumöglichkeiten auf einzelnen Grundstücken muss die Stadt ihre restriktive Haltung aufgeben und flexibler sein. Hierzu könnte ich einige Beispiele nennen.
Richtig ist auch die Anmerkung der Bauträger, dass die Erschließungskosten preisgünstiger zu realisieren sind, was auch möglich ist.
Die ursprünglichen Vorstellungen der Stadt in Sachen Energieversorgung bei der geplanten Stadtbaubebauung Prinz Leopoldkaserne haben den Baubeginn um drei Jahre verzögert, weil bei solch hohen Kosten für Energie ein vernünftiger Mietpreis nicht mehr darstellbar war. Das Eigenkapital der Stadtbau ist mit Grundstücken der Stadt, wie in der Vergangenheit geschehen, zu stärken.
Wir haben in der Nibelungenkaserne zügig ca. 1000 Eigentums- und Mietwohnungen realisiert, was ich mir heute auch wünschen würde, statt unendlich zu diskutieren.
Das sind nur ein paar Anregungen in dem schwierigen Thema.
Zu Schluss noch eine Bemerkung zu einzelnen Debattenteilnehmern. Ohne Bauträger können die Probleme nicht gelöst werden, viele Bauträger leisten eine gute Arbeit, wie z.B. in der Nibelungenkaserne geschehen.
Norbert Hartl
Der sich den Wolf schreibt
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@Norbert Hartl 3. Dezember 2025 um 10:42
Das Baulandmodell mit Sozialquote (40%), in Regensburg ist eine sinnvolle Maßnahme, um bezahlbaren Wohnraum für Normalverdiener zu schaffen. Die Forderung der Bauträger an die Stadt, das Baulandmodell zu „beerdigen“ ist Groten falsch und an die Falschen adressiert. Das Problem ist, das die Fördermittel von Bund und Land nicht fließen. Koordinierende Gespräche, Bauträger und Stadt, um Verwaltungsvorgänge zu vereinfachen und beschleunigen, sind trotzdem richtig und notwendig.
Die meisten Bauträger (bis auf ein paar Ausreißer) sind mit fairen und seriösen Geschäftspraktiken unterwegs, umso verwunderlicher ist die gemeinsame Solidarisierungsaktion mit dem öffentlichen Brandbrief an die Stadt.
Die Zeiten der „seltsamen Nähe“ und Kungelei, Immobilienwirtschaft – Politik (parteiunabhängig), früherer Jahre in Regensburg, sind jetzt vorbei, transparent nachvollziehbar und hoffentlich Geschichte.
Politik ist dem Wohl der Allgemeinheit und den Einwohnern verpflichtet.
Burgweintinger
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Kommentar gelöscht. Dafür gab es einen Freispruch.
Richard Weinberg
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Wenn man die reale Situation „Wohnen am Kunstpark“ anschaut, kann man sich vorstellen, wie künftig die Wohnviertel aussehen könnten.
https://www.regensburg.de/leben/wohnen-u-bauen/wohnbauoffensive/karte-wohnbauoffensive/wohnen-am-kunstpark
Burgweintinger
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dann versuch ich es nochmal…
Wolf, meinst du mit Kungelei so etwas?
“Dezember 2016: Der Regensburger SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Hartl räumt ein, im Juni 2014 eine E-Mail an Volker Tretzel geschickt zu haben, die den Entwurf für die Neuausschreibung der Vergabe des Nibelungenkasernenareals enthielt – verbunden mit der Bitte zu prüfen, ob die Vergabekriterien aus Sicht des Bauträgers erfüllbar seien. Tretzel hatte die erste Ausschreibung verloren, bekam dann aber bei der zweiten Ausschreibung den Zuschlag.”
Quelle: https://www.sueddeutsche.de/bayern/juni-2016-bis-januar-2017-vom-verdacht-bis-zur-festnahme-1.3338562
Jakob Friedl
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Nur kurze drei Punkte:
“Spiel- und Grünflächen müssen nicht mehr kostenfrei an die Stadt abgetreten werden, sondern bleiben im Wesentlichen in Privateigentum”
… und müssen nicht mehr öffentlich gewidmet werden !!! Ausser es handelt sich um Flächen mit hoher Strategischer Bedeutung, also z.B. wichtige Infrastruktur verbindende Durchgangswege.
“Das bisher geltende Ankaufsrecht der Stadt Regensburg für den Fall, dass binnen fünf Jahren der geförderte Wohnraum nicht fertiggestellt ist, wird vorläufig ausgesetzt.”
…mit Ausnahme sozialer Einrichtunge, wie z.B der Kitas. darauf bleibt dann die Stadt sitzen.
Die Bauträger werden als zuerst die Eigentumswohnungen bauen wollen – ohne die bisher im Baulandmodell geforderte soziale Durchmischung. Auf Bauabschnitt II: Mietwohnungen und “preisgedämpfte” Mietwohnungen wird man u.U. lange warten. Das städtische Druckmittel Rückkaufrecht fällt weg…
Norbert Hartl
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Sehr geehrter Herr Burgweintinger,
wenn Sie aus Burgweinting sind, dann müssten sie eigentlich besser als manche andere wissen, dass in den 42 Jahren als Stadtrat aus Burgweinting es immermein Ziel war, mich für den nicht so begüterten Bürger einzusetzen. Ebenso war es mein Ziel preisgünstigen Wohnraum zu schaffen. Ich habe damals ein Konzept entworfen, dass ausschließlich darauf ausgerichtet war preisgünstigen Wohnraum zu schaffen, also keine Gewinnmaximierung der Bauträger. Dieses Konzept, das Neuland war, habe ich neben Herrn Tretzel auch anderen Bauträgern vorgezeigt und ihre Meinung auf Machbarkeit eingeholt. Dieses Konzept wurde in München und Hamburg übernommen.
Das Ergebnis in der Nibelungenkaserne lässt sich sehen. Ein großer Anteil an Stadtbauwohnungen entstanden mit meiner Hilfe, Sozialwohnungen wurden mit KFW 40 gebaut (dadurch geringere Nebenkosten) und es entstanden Eigentumswohnungen mit einem Mietpreisdeckel. Wo gibt es ein solches Ergebnis?
brenner
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Der Herr Hartl lobt sich selber, dass er seinerzeit einen reichen Parteispender noch reicher gemacht hat, der dann wegen Korruption strafrechtlich verurteilt wurde. Weil: Ohne Bauträger geht es nicht!
Ich stelle mir die Frage: Warum nicht?
Was sind die exklusiven Eigenschaften eines erfolgreichen Bauträgers? Erstens beplant und bebaut er Grundstücke. Zweitens unterhält er einen effektiven Vertrieb, der die Wohnungen mit maximalen Gewinn verkauft.
Warum soll ersteres die Stadt nicht selber können? Gut, schaut man, was die Verwaltung in anderen Fällen so fabriziert, dann könnte einem durchaus der Gedanke kommen, dass die das wirklich nicht können. Aber was spricht dagegen, städtische Grundstücke günstig in Erbpacht an professionelle, aber nicht profitorientierte Genossenschaften zu überlassen.. Die beherrschen dann Punkt 1. Und weil sie keinen teuren Grund kaufen und keinen exorbitanten Gewinne einfahren müßen können sie die Wohnungen dann zu ganz anderen Mieten anbieten. Am besten in einer gesunden Mischung aus Sozial- und frei vermieteten Wohnungen. Natürlich verdient die Stadt dann kein Geld am Grundstücksverkauf. Aber muß das wirklich sein?
Der Herr Wolbergs hatte während des Korruptionsprozesses ja mal angekündigt, zu diesem Thema etwas publizieren zu wollen. Hat er m.W. leider nie gemacht. Sonst wären wir vielleicht schon schlauer.
Burgweintinger
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“dann müssten sie eigentlich besser als manche andere wissen,…”
Ich weiß zumindest, wer Sie sind. Es gab genug Möglichkeiten während Ihrer aktiven Zeit, es besser zu machen!
Ein Paradebeispiel hierfür vor Ihrer Zeit, siehe hier:
https://www.margaretenau.de/die-genossenschaft.html
Der sich den Wolf schreibt
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@Burgweintinger 3. Dezember 2025 um 15:17
Da halt ich es wie Gerhard Polt „Verleihung des Kleinkunstpreises 1980“ (Youtube)
„Ich sog nix, i bin doch ned bled. Ich hab doch koa Rechtsabteilung.“ 😊
Ulrich Mors
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@ Burgweintinger und @ Hartl
Aus örtlicher Nähe und mit Interesse konnte ich die politischen Aktivitäten von Herrn Hartl für Burgweinting und von Joachim Wolbergs für ganz Regensburg bei baulicher Entwicklung verfolgen.
Herrn Hartl kann man grossen und nachhaltigen Erfolg bestätigen. Deshalb sollte sein Rat erwogen und in die Beratungen von Stadt wie Stadtrat mit den Immobilienunternehmen einbezogen werden.
Für Joachim Wolbergs endete der als Chefsache gross und stark angelegte Versuch für Stadtentwicklung und Bauen mit Korruptionsvorwürfen und einem Prozess, der bis heute noch nicht abgeschlossen ist. Für diesen nicht entschiedenen Vorgang erscheint ein Prozessverweis als sehr fragwürdig und sachlich nicht weiterführend. Ganz unabhängig von einem Urteil kann man verhängnisvoll negative Folgen für Regensburg beim Wohnungsbau feststellen. War für Wolbergs das Bauen in unbefangener Weise eine hochrangige Chefsache mit dynamischer Gestaltung, erscheint es seitdem zur vorsichtig und ängstlich abgeschobenen Verwalttungsangelegenheit geworden zu sein. Leider dürfte sich daran durch einen Wahlkampf nichts ändern. Ein solches Trauma könnte sich nur durch vollständiges Einvernehmen auf breiter Basis mit Ermunterung der Entscheidungsträger überwinden lassen.
IchBins
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Also ehrlich gesagt, ich wohne in Burgweinting und fühle mich nicht wohl. Darf man natürlich nicht laut sagen. Ist aber so. Die Sozialbauten verkommen mehr und mehr. Die sind so schlecht gemacht…. Die Fassade sieht versifft aus, dann – das muss ma sich mal vorstellen – mieten die Mieter keinen TG-Stellplatz. Weil sie nicht müssen. Ein massives Parkplatzproblem, versiffte Fassade.
Warum erzähl ich das? Ich bin der Meinung wir sollten mal ein Baustopp einlegen. Das schöne romantische Regensburg wurde in vielen Ecken mit Billigbauten die alle gleich aussehen zugepflastert und die Menschen da reingepresst. Wo soll sich das hinentwickeln? Bajuwarenstraße wird von Jahr zu Jahr voller.
Also, mein Appell: garnicht mehr bauen.
Petra
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Die Abriss Anstalt
https://www.zdf.de/video/shows/die-anstalt-104/die-anstalt-vom-11-november-2025-100
file:///C:/Users/Petra/Downloads/faktencheck-vom-11-november-2025-100-1.pdf
Auszug: Österreich gibt pro Kopf deutlich weniger Geld aus für bezahlbares Wohnen wie
Deutschland, …
Österreich zahlt pro Kopf und Jahr 177 Euro für bezahlbares Wohnen, also Subjekt- und
Objektkosten (wobei der der Anteil an Objektkosten deutlich höher ist). Das liegt deutlich
unter dem europäischen Schnitt von 391 Euro.
Laut Pestel-Institut gibt Deutschland rund 240 Euro pro Kopf aus (mehr Subjekt- als
Objektkosten).
Die Mieten sind in Österreich deswegen auch viel günstiger: In Wien ist die Miete etwa
halb so hoch wie in München. Landeszentrale für politische Bildung
Link: GBV Landeszentrale für politische Bildung
… hat aber achtmal so viel geförderten Wohnraum als wir.
Zum sozialen Wohnungsbau in Österreich gehört der Gemeindebau (komplett
Öffentlich/Städtisch finanziert) und geförderter Wohnbau/Genossenschaftsbau (Limited
Profit Housing Associations – LPHA).
Zusammengenommen gibt es davon 978 500 geförderter/sozialer Wohnungen (694 600 geförderte LPHA und 293 900 Gemeindewohnungen) für 9,18 Millionen Einwohner*innen.
In Deutschland gibt es 1,05 Millionen Sozialwohnungen für 83,51 Millionen Einwohner*innen.
Im Verhältnis hat Österreich 8,5 mal mehr geförderte Wohnungen als Deutschland.
Link: Housing Europe Bundesministerium Wohnen Bauen Stadtentwicklung
Studi
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@IchBins
3. Dezember 2025 um 22:40
Mietwohnungen sind eben immer Renditeobjekt, das gilt auch für Sozialwohnungen. Solange die Fassade nur unschön aussieht (und keine Schäden am Gebäude verursacht) hat der Investor keinen Anreiz sie zu erneuern, höchstens wenn der Mieter wechselt und man die Immobilie rennoviert um eine höhere Miete verlangen zu können (was besonders bei Sozialwohnungen nicht passiert).
“massives Parkplatzproblem” –> Das Parkplatzproblem liegt an Fehlplanungen und falscher Erwartungshaltung. Unsere Städte sind in großen Teilen nicht auf so viele Autos ausgelegt. Aber mittlerweile gibt es so viele Autos in Deutschland dass es normal geworden ist Standardmäßig am Straßenrand, also auf öffentlichem Grund zu parken, eigentlich widersinnig (und die Zahl der Autos steigt weiter. Die TG Stellplätze sind ja in den meisten Fällen trotzdem ausgelastet (ist ja ein wirtschaftlicher Schaden sonst).
Ein Baustopp würde dafür Sorgen dass Bestandsimmobilien weiter an Wert gewinnen, zwangsläufig. Das führt dazu dass der Anreiz zur Aufwertung geringer wird. Immerhin stehen Mieter Schlange, die lieber in einer Wohnung mit versiffter Fassade leben als gar nicht.
“Das schöne romantische Regensburg wurde in vielen Ecken mit Billigbauten die alle gleich aussehen zugepflastert und die Menschen da reingepresst.” –> Die Immobilien werden halt so gebaut wie sie am besten verkauft werden. Da spielt es keine Rolle wer das wie schön findet, solange die Leute den Preis bezahlen. Und da kann keiner raus weil die Konkurrenz sich gegenseitig dazu treibt so billig und Renditegetrieben zu bauen wie möglich. Wer das nicht macht wird aus dem Markt gedrängt. Es ist also ein systemischer Fehler dass nach Rendite gebaut wird und nicht nach Bedarf.
Manfred Martin
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Der Freistaat Bayern hat in seiner Verfassung einen Artikel, der bestimmt, wer die Verantwortung für den Wohnungsbau hat! Leider kennen die Antichristen der €SU und auch die Apfelsaftpartei die diesen Artikel nicht, sonst würden sie auch mehr Verantwortung trage. Bayern gehört zu den Bundesländern mit den wenigsten zahlbaren Wohnungen für seine Bürger!
Art. 106
(1) Jeder Bewohner Bayerns hat Anspruch auf eine angemessene Wohnung.
(2) Die Förderung des Baues billiger Volkswohnungen ist Aufgabe des Staates und der Gemeinden.
(3) Die Wohnung ist für jedermann eine Freistätte und unverletzlich.
Paul
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Servus
interessant…bei soviel Fachkompetenz….
Wie wäre es mit der Gründung einer Immobiliengenossenschaft?
Startup …o.Ä.
Hasenhügel
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Deutschland ist u.a. ein Sozialstaat. Das steht in den Artikeln 20 und 28 des Grundgesetzes.
Der Begriff „Sozialstaat“ ist im Grundgesetz bzw. in der Bayerischen Verfassung
nicht definiert. Aus dem „Sozialstaatsprinzip“ ist abzuleiten, dass der Staat nach
den Grundsätzen der sozialen Gerechtigkeit aufgebaut sein bzw. das gesamte
Recht eine soziale Tendenz haben soll. Danach hat der Staat die Pflicht, für einen
Ausgleich der sozialen Gegensätze und damit für eine gerechte Sozialordnung zu
sorgen. Näher konkretisiert wurde das Sozialstaatsprinzip in § 1 SGB
Und: Wer wird schon 80? In 2026 die BV.
“Diese bayerische Verfassung ist wunderbar konkret und kraftvoll, sie ist grundrechtsmächtig, poetisch und nahrhaft. Ein bayerischer Ministerpräsident könnte unbändig stolz auf sie sein. Stattdessen nimmt er sie nicht zur Kenntnis. Das ist nicht christlich-sozial, das ist verfassungswidrig.” – schreibt Prantl im Oktober dieses Jahres.
https://www.infosperber.ch/gesellschaft/im-deutschen-grundgesetz-steht-eigentum-verpflichtet/
H-J Vogel schrieb am Ende seines Lebens sein “Boden-Vermächtnis”, das an diese Bay. Verfassung unmittelbar anknüpft.
Notwendig sei eine neue Bodenordnung, fordert er mit Nachdruck.
Und: “Mehr Gerechtigkeit” – mit 94 schrieb Münchens Alt-OB H-J Vogel und vormaliger Justizminister sein Vermächtnis. Die fraglichen Unternehmer sollten sich dieses Büchlein auf ihr Nachtkästchen legen; jeden Abend 10 Seiten lesen, 10 Liegestütze machen und genau so lange in sich gehen. Und überlegen, was Artikel 14 GG für sie und ihre Arbeit bedeuten könnte.
Denn: Es gilt: “Eigentum verpflichtet”, auch wenn die Verfassungsväter und – mütter es bislang versäumt haben, zu Artikel 14 GG (oder Artikel 158 ff BV – ist konkreter) ein “Ausführungsgesetz” zu erlassen. Aber Grüne, Die Linke und der linke Flügel der SPD könnten ja mal eine diesbezügliche “Reform” im Sinne Willy Brandts auf den Weg bringen. Wie das geht hat in NY Zohran Mamdani, der dortige neu gewählte Bürgermeister unter Einbindung von über 100 000 Bürger unter Beweis gestellt (Stichwort: “Community Organizing” – auch Barack Obama war in jungen Jahren ein solcher Organizer). Mamdani wurde gewählt; er versprach bezahlbares Leben, Mietenstopp, kostenlosen Nahverkehr und kostenlose Kinderbetreuung. Nun wird er an seinen Taten gewiss mit Unterstützung der Bürgerschaft gemessen werden …. Die OB-Wahl in R. im nächsten Jahr lässt grüßen.
Vogel schließt mit seinen wohldurchdachten Ausführungen natlos an die unerfüllten Forderungen der Bay. Verfassung an, als da sind:
Artikel 106 Abs. 2 BV
“Die Förderung des Baues billiger Volkswohnungen ist Aufgabe des Staates und der Gemeinden”.
Wie wollen die Immo-Leute ihr Begehren damit in Einklang bringen?
Darüberhinaus gilt grundsätzlich:
Artikel 161 BV
(1)1Die Verteilung und Nutzung des Bodens wird von Staats wegen überwacht. 2Mißbräuche sind abzustellen.
(2)Steigerungen des Bodenwertes, die ohne besonderen Arbeits- oder Kapitalaufwand des Eigentümers entstehen, sind für die Allgemeinheit nutzbar zu machen
Unter Bezugnahme auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts schreibt Vogel:
„Grund und Boden ist keine beliebige Ware, sondern eine Grundvoraussetzung menschlicher Existenz. Boden ist unvermehrbar und unverzichtbar. Er darf daher nicht dem unübersehbaren Spiel der Marktkräfte und dem Belieben des Einzelnen überlassen werden“.
xxxxxxxxxxx
Quellen:
1. https://lexmea.de/de/gesetz/bayerische-verfassung/art-106
2. https://www.sueddeutsche.de/kultur/bodenreform-hans-jochen-vogel-mehr-gerechtigkeit-rezension-1.4685469
“Dieses Buch ist ein Armutszeugnis, nichts anderes. Ein Mann im 94. Lebensjahr muss den verantwortlichen Politikern erklären, was sie tun müssten, um eines der drängendsten sozialen und strukturellen Probleme des Landes anzugehen. Damit die Menschen in Deutschland einen angemessenen Platz zum Wohnen finden. Hans-Jochen Vogel hat sich vor Jahrzehnten aus der Tagespolitik zurückgezogen, lebt in einem Münchner Seniorenheim und hat noch einmal ein Buch geschrieben. “Mehr Gerechtigkeit!” lautet der Titel. Was nichts anderes heißt, als dass es an Gerechtigkeit mangelt. Zu viele Menschen wissen nicht mehr, wo sie eine bezahlbare Wohnung finden sollen, gerade in den Boom-Ballungsräumen, weil ein paar wenige Mitbürger, genannt Spekulanten, mit freundlicher Unterstützung des Staates den großen Reibach machen. Das liege, so lautet Vogels Analyse, an der Bodenpolitik.”
3. https://www.sozialoekonomie-online.de/files/archiv/ab%202019:%20Online-Beitraege/ZfS%C3%96-ONLINE-REZENSION_Vogel_Bodenordnung.pdf – Rezension
Hans-Jochen Vogel
Mehr Gerechtigkeit! Wir brauchen eine neue Bodenord-nung – nur dann wird auch Wohnen wieder bezahlbar
Freiburg. Herder Verlag, 2019. 80 Seiten
4. Der Boden ist keine Ware – umfänglich zum Thema bei:
Forum Future Economy
https://www.forum-csr.net/News/15806/Boden-ist-keine-Ware.html