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Zwei Monate nach dem Bauträger-Brandbrief: Gibt es noch einen Kompromiss zum Regensburger Baulandmodell?

Die 40-Prozent-Quote für geförderten Wohnraum steht in der Kritik von Bauträgern. Die CSU plädiert für eine Aussetzung. Andere Fraktionen lehnen dies ab. Jetzt steht nächste Woche ein Kompromissvorschlag des Planungsreferenten auf der Tagesordnung.

Zwölf fertige Bebauungspläne liegen bei der Regensburger Stadtverwaltung bereit, doch der Bau bleibt aus. Der Grund: Es fehlt die Unterschrift der Bauträger oder anderer Bauwerber unter den städtebaulichen Vertrag.

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Der zentrale Streitpunkt ist das Regensburger Baulandmodell, das eine Quote von 40 Prozent geförderten und damit mietpreisgünstigen Wohnungen vorsieht. Doch dieses Vorhaben scheitert an den unzureichenden Fördergeldern des Freistaats.

Bauträger setzten der Stadt die Pistole auf die Brust

Im Dezember setzten zehn namhafte Akteure des Immobilienmarktes – von Schmack bis zum Immobilien Zentrum Regensburg – der Stadt mit einem Offenem Brief die Pistole auf die Brust. Die 40-Prozent-Quote sei nicht erfüllbar, und die städtische Alternative – „preisgedämpfter“ Wohnraum auf Basis der Mietspiegel-Miete – sei nicht rentabel genug.

Begleitet wurde dies von heftiger Kritik an der Stadtverwaltung: geschönte Wohnbaustatistiken, mangelnde Kenntnis der Wohnbauförderung und fehlender Entscheidungswille. Die kaum verhüllte Forderung: Abschaffung des Baulandmodells und freie Hand für die Bauträger.

CSU will Quote aussetzen

Diese Forderung findet bei der CSU Gehör. Bereits im letzten Sommer hatte die Partei beantragt, die 40-Prozent-Quote auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Dies wird durch vage formulierte Punkte im aktuellen Wahlprogramm unterstrichen: „Sofortmaßnahmenpaket“, „Baulandmodell (…) sofort überarbeiten“, „alle Erleichterungen im Baurecht aufnehmen und nicht über gesetzliche Vorschriften hinausgehen“.

SPD, Grüne und ÖDP hingegen lehnen eine pauschale Aussetzung ab.

Trotz mehrerer interner Gesprächsrunden – mal mit Bauträgern, mal mit Stadträten aus dem Planungsausschuss – ist nach außen hin kein Fortschritt erkennbar. Andere Fraktionen versuchen derweil, an kleineren Stellschrauben zu drehen, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Anträge für kleine Stellschrauben

Erwähnenswert ist der gemeinsame Antrag von Brücke, Grünen und ÖDP zum sogenannten Karlsruher Modell. Kurz gesagt, soll die Stadt durch Gespräche mit Wohnungs- und Gebäudeeigentümern Leerstand aktivieren, sich Belegungsrechte sichern und das Ganze mit einer sozialen Betreuung für Mieter flankieren.

Aktuell unternehmen die Grünen einen Vorstoß, um einen offenen Immobilienfonds zu schaffen. Laut dem Antrag, der unserer Redaktion vorliegt, soll über ein solches Instrument Geld von institutionellen Anlegern wie Versicherungen und Stiftungen, aber auch von Privaten eingesammelt werden, um es gezielt in kommunale Wohnbauprojekte zu investieren – etwa bei der städtischen Wohnbautochter Stadtbau.

Beides sind keine großen Würfe, aber möglicherweise kleine Beiträge, um den sich verschärfenden Mangel an bezahlbarem Wohnraum in den Griff zu bekommen, ein Problem, das nicht nur Regensburg betrifft.

Vorschlag: Niedrigere Quote und Öffnungsklausel

Wie unserer Redaktion zugetragen wurde, plant Planungsreferent Florian Plajer in der kommenden Sitzung des Planungsausschusses am nächsten Dienstag, dem 3. Februar, ein Stück weit auf die Bauträger zuzugehen, ohne das Baulandmodell als Ganzes auszuhebeln.

In der Verwaltungsvorlage, die den Stadträten vorgelegt werden soll, wird die Quote für preisgedämpften Wohnraum entschärft und mit einer Öffnungsklausel versehen.

Anders ausgedrückt: Sollten Bauwerber mit Plajers Vorschlag – 20 Prozent des Wohnraums mit einer anfänglichen Nettokaltmiete von 15 Euro pro Quadratmeter, Bindungsfrist und Belegungsrechten für die Stadt – nicht zufrieden sein, könne man nachverhandeln.

Vorlage wird demnächst veröffentlicht

Wie die einzelnen Fraktionen im Stadtrat und die Bauträger dazu stehen, wird in den nächsten Tagen zu erfahren sein. Dann wird Plajers Vorlage im Informationssystem der Stadt Regensburg veröffentlicht.

Man könnte Plajers Vorschlag nicht nur als Kompromissvorschlag an die Verfasser des Bauträger-Brandbriefs sehen, sondern auch als ein Zugehen auf die Grünen.

Deren Fraktionschef Daniel Gaittet hatte vorgeschlagen, die zwölf im Grunde fertigen Bebauungspläne noch einmal zu überprüfen und von Fall zu Fall zu entscheiden.

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Kommentare (21)

  • Alfons

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    Ich verstehe beide Seiten. Einerseits will man bezahlbaren Wohnraum, andererseits maximalen Profit. Wenn niemand mehr baut, wird auch das Angebot knapper. Platz gibt es genug in und um Regensburg. Wäre schön wenn hier mehr an StadtBau und Genossenschaften geht. Dort geht bei beiden leider viel über VitaminB.

    In der weniger gut verdienenden Schicht hat man meist weder Chancen in der StadtBau noch bei den Genossenschaften.

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  • Soll Vorkommen

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    Mit Verlaub, aber ich kann die linken/grünen Parteien nicht mehr Ernst nehmen.

    1. Das “Karlsruher Modell” übernehmen. In Karlsruhe wurden in 20 Jahren 1.000 Wohnungen über dieses Modell vermittelt. D.h. im Jahr 50 Wohnungen (50 von 162.000 Wohnungen in der Stadt Karlsruhe!). Dafür wurde ein ganzer Verwaltungsapparat mit entsprechenden Kosten aufgebaut und der Witz an der Sache: “Anreize für Vermieter: 15.000 Euro Prämie, zehn Jahre Mietgarantie und Betreuung durch Mitarbeiter.” Das soll ein Vorbild sein? So wollt Ihr mit dem Geld der Steuerzahler umgehen?! Das ist infame Steuergeldverschwendung!

    2. Einen offenen Immobilienfonds schaffen, über den Geld von institutionellen Anlegern wie Versicherungen angelockt werden soll um in kommunale Wohnbauprojekte zu investieren. Das ist ein Wolkenkuckucksheim. Die Institutionellen wollen auch Rendite (mit der müssen sie nämlich z.B. die Lebensversicherungs-Renditen der kleinen Leute, die bei ihnen entsprechende Verträge abgeschlossen haben, erwirtschaften). Die können nicht die Wohlfahrt für überforderte Stadtpolitiker spielen. Wohnungen bauen und dann an Versicherungen verkaufen wird im übrigen günstiger sein, wenn staatliche oder städtische Behörden die Finger rauslassen und das den Profis überlassen. Und dass die Stadtverwaltung einen offenen Immobilienfonds mitsamt der notwendigen Bafin-Regulierung betreiben kann, glaube ich, sehr wohlwollend gesprochen, eher nicht.

    3. Man muss sich einfach mal klarmachen, was mit dieser 40%-Sozialwohnungsquote eigentlich passiert: wenn keine staatliche Förderung für die Sozialwohnungen da ist und die Stadt dann nicht auf die Quote verzichtet, muss der Bauträger die Subvention für diese Wohnungen bei den Käufern der 60 % “normalen” Wohnungen reinholen. D.h. dass der Mittelschichtbürger, welcher eine Wohnung kauft, zusätzlich zu seiner Wohnung, den Steuern und den ganzen anderen Erschwernissen, die man ihm eh schon abknöpft, auch noch die Kosten für eine Sozialwohnung draufgedrückt bekommt. Vielleicht gefällt diese Gängelung nicht jedem? Vielleicht können sich das viele schlicht nicht mehr leisten? Könnte ja, wenn man man etwas rechnen kann, einer der Gründe sein, warum Wohnungen so teuer sind im Bau? Aber ich weiß schon, Linke und Grüne haben statistisch erwiesen die schlechtesten Mathematiknoten.

    4. Dieser ganze Verwaltungsapparat – besser Bevormundungsapparat – gehört mal kritisch geprüft und auf ein paar wesentliche Punkte zurückgeschnitten. Glaubt hier eigentlich wirklich jemand, dass ein städtischer Fahrradbeauftragter besser weiß, wie viele Fahrradstellplätze ein Wohnbauprojekt braucht und wo die zu sein haben? Dass ein Naturschutz-Beamter besser weiß als der Eigentümer oder der Gärtner, welche Bäume stehen bleiben müssen und welche nicht? Dass ein Klimabeauftragter weiß, was für ein Gebäude die sinnvollste Heizung ist? Ich denke: nein. Diese Bevormundung muss aufhören. Nicht nur ist es so, dass der typische Politiker/Beamte auch nicht mehr weiß als ein Bauträger oder Käufer – das immer weiter wuchernde Dickicht an Vorschriften und sich widersprechenden Ämtern führt zu immer ausufernden Abstimmungsprozessen und letztendlich zu Lähmung. Schluss mit dem Unsinn! Vertraut den Leuten, die ihr eigenes Geld investieren und dafür geradestehen, misstraut den Nanny-Politikern in ihrer Hybris, die meinen SIE wüßten alles besser und die letztendlich für gar nichts haften und ohne jede Konsequenz munter Illusionen schönreden, um moralisch besser dazustehen.

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  • Stadtblick

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    Die Bundespolitik ruft Medienweit in die Republick dass 400 000 Wohnungen gebaut werden müssen. Bei Nachfrage nach Zuwendungen im Sozialen Wohnungsbau kommt aus der Regierung : Sorry kein Geld vorhanden“. Hier sieht man den Staat in sich und seiner Koordinierung. Die Verwaltungen untereinander – Fehlanzeige! Leider große Worte von Digitalisierung und Verwaltungsvereinfachung was leere Worte sind. Der Investor und der Wohnungslose sind gleichermaßen frustriert.

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  • Studi

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    @Soll Vorkommen
    27. Januar 2026 um 21:29

    Zu 2.: Die Idee mit den Fonds um “privates” Kapital zu aquirieren ergibt in meiner Logik auch keinen Sinn. Das Problem ist dabei aber einfach dass der Staat nicht die finanziellen Freiheiten hat, Geld zu geben. In beiden Fällen müssen die Zinsen die erwirtschaftet werden bezahlt werden, für den Staat also egal ob der Fonds subventioniert wird oder selbst vergünstigte Kredite angeboten werden. Der Unterschied besteht nur darin dass man um einen Kredit ausgeben zu können als Staat Schulden machen muss, und diese hohe Anfangsinvestition ist unpopulär. Es ist für mich unverständlich dass das nicht verstanden wird und man quasi statt selbst Schulden machen zu dürfen, gezwungen ist Geld bei Investoren einsammeln zu müssen und deren Rendite zu finanzieren.

    Zu 3.: Ihnen ist vermutlich nicht bewusst dass der Großteil der Mittelschicht Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein hat. Die Sozialwohnungen werden also auch oder eben gerade für die Mittelschicht gebaut. Ein Beispiel wer in die Förderung fällt: Vollzeit angestellte bei IG Metall inklusive Weihnachtsgeld etc mit Techniker plus 50% arbeitender Bäckereiangestellter mit zwei Kindern liegen noch ein gutes Stück unter der Obergrenze für die ein Wohnungsberechtigungsschein möglich wäre. “Quersubventioniert” wird das ganze höchstens von vermögenden und/oder Spitzenverdienern. Desweiteren ist das ja auch immer eine Frage der Kalkulation. Dass nun die Fördergelder nicht mehr da sind ist natürlich ein No-go (was wieder an der Unterfinanzierung des Resorts liegt, siehe 2.) aber es gäbe genauso auch die Möglichkeit dass die Kalkulationen einfach nach unten angepasst werden. Dann würden faktisch einfach nur die Grundstückspreise fallen.

    “Linke und Grüne haben statistisch erwiesen die schlechtesten Mathematiknoten.” –> Auch wenn Sie das vermutlich nicht wörtlich meinen: Wähler von Grüne und Linke korrelieren am stärksten mit einem hohen Bildungsstand. Hochqualifizierte Arbeiter in technischen Berufen wählen signifikant öfter die Grünen. Es ist also das Gegenteil der Fall.

    Zu 4.: Dass es diesen “Bevormundungsapparat” gibt, ist eher ein Armutszeugnis der Bauindustrie. Denn würden diese tatsächlich sinnvolle Standards umsetzen bräuchte man ja keinen Beauftragten der das nochmal kontrolliert.

    “Vertraut den Leuten, die ihr eigenes Geld investieren” –> Es ist meiner Einschätzung nach widersprüchlich jemandem zu vertrauen der als vorrangiges Interesse Profit hat und nicht zum Beispiel fahrradfreundliches Wohnen. Als Mieter habe ich kaum Auswahl dass ich zu denjenigen die keine passenden Fahrradplätze gebaut haben sagen kann, ich miete einfach woanders, insbesondere wenn woanders dann aus demselben Grund dasselbe Problem besteht. Da wird man dann wieder Opfer von kartellähnlichen Strukturen auf dem Immobilienmarkt.

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  • Jakob Friedl

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    Außerhalb des B-Plans 195 (Schlämmteiche) verläuft der Aubach östlich der Schlämmteiche und der geplanten Hafenspange in einem Überschwemmungsgebiet als Feldgraben als Teil des Biotops R-1089-006 (TF 006) in Richtung Osten zum Ortsteil Irl. Das Rahmenkonzept Ost sieht für den Bereich zwischen Hafenspange und Irl leider keine weiteren Ausgleichflächen vor. Die Stadt hat sich die Aufgabe gegeben, Uferbereiche im Aubachsystem anzukaufen und vorausschauend als Ausgleichsflächen zu renaturieren, die dann präventiv auf das sog. “Grüne Konto” einzahlen. Seit ich im Stadtrat bin, wurden die zum Grundstückserwerb Jahr für Jahr im IP bereitgestellten Klein-Beträge noch nie angetastet. Das ist schwach.

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  • Wuzzi

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    @studi
    zu 4: Wenn Sie sonst keine Probleme bei der Wohnungswahl als einen Fahrradabstellplatz haben?Es ist wohl etwas lebensfremd, als Kriterium für eine Wohnungswahl einen Fahrradstellplatz zu favorisieren. Der Mensch soll sich mit der Wohnung wohlfühlen, und nicht das vergötterte Radl.

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  • Horst

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    Das ist doch nur an den Symptomen rumdoktern, statt die Urasache beheben. Der Grundsatz beim Bauen bei uns ist: Wir bauen nur perfekt oder garnicht.

    Die Auflagen zur Genehmigung müssen radikal zusammengestrichen werden. Und zwar in Berlin nicht in den Kommunen. z.B. muss Wohnbebauung überall zulässig sein, auch in Gewerbegebieten, mit solider Ansage, dass dann da halt kein Anspruch auf Lärmschutz oder ähnliches besteht. Allein all diese Schutzvorschriften machen das überbauen von Parkplätzen, das vielfach angepriesen wurde, rechtlich unmöglich. Weil dann z.B. kein 40 tonner mehr um 03.00 Uhr den Supermakrt beliefern darf, wegen Lärmschutz etc.

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  • KW

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    Wenn jemand stadtnah wohnt und somit das Privileg hat, nicht für jeden Meter ausserhalb seiner Wohnung auf seinen “vergötterten” PKW angewiesen zu sein, dann ist es allerdings ein Wohlfühlargument für die Wohnung, wenn Fahrräder sicher und trocken abgestellt werden können.
    Das mag aus Sicht von Horst, Wuzzi, Diesel-Dieter und leider immer noch zu vielen ArchitektInnen anders sein, muss deswegen aber nicht zwangsweise für alle gelten.

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  • Studi

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    @Wuzzi
    28. Januar 2026 um 11:40

    Das ist genau mein Punkt. Man kann es sich bei der aktuellen Lage nicht leisten eine Wohnung abzulehnen nur weil sie keinen Fahrradstellplatz hat, auch wenn man das Rad als HAuptverkehrsmittel jeden Tag nutzt. Deswegen gibt es auch keine Bemühungen der Investoren ausreichend bzw sinnvolle Fahrradstellplätze zu planen. Und genau deshalb ist leider dann so ein Fahrradbeauftragter notwendig. Gleiche Argumentation gilt auch für die vielen anderen Beauftragten. Gewissermaßen handelt es sich hier auch um Verbraucherschutz.

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  • Jürgen

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    Die Begriffe “geförderter” oder “sozialer” Wohnungsbau und “Investor” passen nicht zusammen. Wann begreifen das einmal die Städte und Kommunen?
    Baugenossenschaften müssen gestärkt werden und unterhalb des Miespiegels vermieten.
    Ansonsten verlassen wir die Preisspirale nie.

    Die Immobilienhaie setzen der Stadt die Pistole auf die Brust, weil sie es können und nicht weil sie es müssen! Solange sie mit diesem “Geschäftsmodell” erfolg haben, machen sie immer so weiter.

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  • corazondemelon

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    Der mangelnde Neubau an Wohnungen ist über 20 Jahre nur die eine Seite des Problems.
    Die andere Seite ist die Gentrifizierung.
    Mich bedroht ein sehr kleiner Mann aus Wackersdorf mit einer Kernsanierung meiner Wohnung. Das darf er leider, und über 20 Jahre meines Lebens sind dann auch vorbei.
    Wenn ich raus bin, kann er die Wohnung für da dreifache vermieten. Oder verkaufen.
    Ach ja, in Tirschenreut ist noch eine Wohnung frei

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  • Robert Fischer ÖDP

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    @Soll Vorkommen:
    Vielleicht sollten wir das nicht als Gott gegeben hinnehmen, dass die Fördertöpfe leer sind? Früher hat der Freistaat noch selbst Sozialwohnungen gebaut. Später hat er sie verscherbelt und sich gewundert, warum die Wohnpreise steigen.
    Dann gab es den faulen Kompromiss, dass man eine Quote einführt. Die, soweit ich weiß, nur 10 Jahre bindend ist.

    Wenn wir die Quote jetzt 5 Jahre aussetzen, haben wir in fünf Jahren keine Sozialwohnungen mehr. Aber das IZ und Co. trotzdem gute Renditen.

    Die haben Jahrzehntelang sich dumm und dämlich verdient, Parteien bestochen und jammern jetzt herum. Sorry, dann geben wir die Grundstücke Genossenschaften oder bebauen sie als Stadt selbst. Sich so auf der Nase herumtanzen zu lassen ist einfach nur peinlich und löst kein Problem. Maximaler Profit hat im Wohnungsbau nichts zu suchen. Wohnen ist ein Grundrecht und kein Rendite-/Investitionsrecht!

    Entweder macht Söder jetzt den Geldbeutel auf oder wir sollten uns eben andere Möglichkeiten suchen, Wohnungen zu bauen, mit moderaten Renditen. Wenn jemand 50 %+ Rendite will, muss her halt woanders investieren.

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  • Crazy Vaclav

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    Immer wieder faszinierend, dass Leute, die vermutlich näher am Bürgergeld als an der Million sind, sich mit so viel Verve für Bestverdiener ins Gefecht stürzen.

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  • Günther Herzig

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    @Crazy Vaclav
    29. Januar 2026 um 10:39 | #
    es könnte sich um Mitbürger handeln, die einfach eine Politik der permanenten Umverteilung ablehnen.

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  • Crazy Vaclav

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    @Günther Herzig – Weder schließt das eine das andere aus, noch wird meine Aussage dadurch falsch.

    Aktuell dominiert im öffentlichen Diskurs für mein Empfinden eine Neiddebatte nach unten. Ich sehe durchaus ein, dass es sowohl Kontrolle als auch Unterstützung im Bürgergeld geben muss. Nach meinem Gerechtigkeitsempfinden müsste diese Kontrolle aber genauso bei denjenigen greifen, die am anderen Ende der Schere sind, und das findet nicht statt. Denn aktuell haben wir Steuerhinterziehung im Milliardenbereich und Steuerprivilegien, deren Sinn an mancher Stelle durchaus fraglich ist.

    Und um den Bogen zum Thema zu spannen: eventuell könnte man einen Teil der Privilegien abschaffen und das Geld in den Bau sozial verträglicher Wohnungen investieren. Ein frommer und vermutlich naiver Wunsch

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  • Samson

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    Die Stadtbau GmbH verkaufte selektiv Altbestände (z. B. Donaumarkt-Grundstücke) zur Finanzierung von Neubauten. Große Verkäufe umfassten Bauquartiere wie Brandlberg, Südzucker oder Dörnberg an bekannte Bauträger, was Monopole schuf und Preise trieb. Jüngst (2022) kaufte die Stadt für Millionen ein Biotop am Keilberg (Hollerweg), das unbebaubar bleibt.
    Das IZ ist groß im Jammern. Schmack auch.
    Für die Bauträger wird es natürlich eng, denn man ist bei Quadratmeterpreis zwischen sechs und 7000 € für Neubau verlangen muss.
    Der Stadt kann man komplettversagen attestieren.
    Das Bauland in Regensburg knapp ist, hat auch die Brauerei Bischofshof erfahren müssen.
    33000 Quadratmeter sind wertvoller als Bier.
    Natürlich wird der Bischof dort Sozialwohnungen auf 33.000 m² errichten. Alles andere wäre doch unsozial.

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  • Mr. T.

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    Was Crazy Vaclav da beobachtet, sehe ich auch immer wieder. Es gibt viele Leute, die unterstützen eine Politik, von der sie nicht mal profitieren würden, wenn sie am Wochenende den Jackpot holen. Gleichzeitig verachten und diffamieren Sie eine Gruppe, von der sie nur eine Krankheit, einen Unfall, eine Scheidung, einen Jobverlust, irgendeinen anderen alles andere als unwahrscheinlichen Schicksalsschlag entfernt sind, oder zu der sie eh bereits gehören.
    Die einen verstehen unter Umverteilung, wenn große Vermögen kaum besteuert werden oder Steuerhinterziehung im großen Stil kaum verfolgt wird, während andere einen großen Teil ihres Einkommens abgeben müssen und bei Verstößen beim Leistungsbezug bis weit unters Existenzminimum sanktioniert werden. Andere verstehen jede Art von Besteuerung der einen und Unterstützung der anderen als Umverteilung. Was es in der Realität wirklich bedeutet, kann man daran sehen, dass selbst in den größten Krisen die besonders Reichen immer reicher werden und die Schere immer weiter auseinander geht. Aber ja, die sind eben nur fleißiger.
    Aber so lange man weiß, dass man vermögenstechnisch näher bei Bill Gates liegt, als dieser an Elon Musk, kann man sich mit der Gewissheit, einmal von seiner asozialen Wahlentscheidung zu profitieren, sauber einlullen – auch, wenn man einmal die Woche sein Lager in der Pustetpassage räumt und sein Pfandgeld in einen Lottoschein investiert, oder wenn man jeden Moment damit rechnet, dass die Tochter vom immer fleißig verteidigten Immobilienunternehmer ums Eck kommt, mit einem zusammenstößt und dann schockverliebt einen heiratet – trotz 60 Jahren Altersunterschied.
    Klappt alles, Hauptsache, man macht sich nicht mit den schwächeren der Gesellschaft gemein. Mit einer Art Cargo-Kult-Glauben meint man wohl, es färbt ab, wenn man sich mit jemandem gemein macht – und dann besser mit denen ganz oben.
    Alles Geld nach oben und warten, bis es wieder gleichmäßig auf alle down trickled. Die da oben wissen am besten, wie man es wieder gerecht verteilt.

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  • „Enttäuschende Halbwahrheiten zur Stadtbau“: Armutsforum Regensburg kritisiert OB-Kandidatin Astrid Freudenstein » Regensburg Digital

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    […] Stadtpolitik und Verwaltung wirken darauf bislang hilflos und uneins. Planungsreferent Florian Plajer hat nach mehreren Gesprächsrunden mit Unternehmern und Fraktionen zwei Vorlagen für den Ausschuss am kommenden Dienstag vorgelegt: eine zur Umsetzung des Bauturbos, eine zweite für ein überarbeitetes Baulandmodell. […]

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  • Realist

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    Ich hoffe die Stadt lässt sich nicht von den Bauträgern hinters Licht führen. Wir brauchen in Regensburg sozialen Wohnraum…und die Förderung des Staates wird wieder kommen…und bereits erteiltes Baurecht für diese Grossgebiete ist wohl mit der Massgabe gemacht worden, dass teilweiser sozialer Wohnungsbau entsteht ….und wenn das geändert werden sollte dann ändert bitte auch den Bebauungsplan aber bitte mit allen neuen Fristen. Die Stadt muß das Wohl der bedürftigen Einwohner im Auge haben und nicht das Wohl der Bauträger..

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  • Der sich den Wolf schreibt

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    @Realist 30. Januar 2026 um 23:58

    YES!!!

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  • Da Hans

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    Man könnte doch für die ganzen Auswärten und 3 Buchstaben Kennzeichen, die in Regensburg arbeiten, aber günstig 20-50km entfernt ihr Eigenheim finanzieren, eine Citymaut einführen.
    Pro Tag / Pro Monat oder Jahreskarte.

    Kraftstoffe weiter verteuern und besteuern, wo kommen wir da hin, wenn nun die Mittelschicht aufs Land drängt, weil die Mieten ansteigen.
    Aber anstatt sozialen Wohnungsbau haben wir ein tolles Fußballstadion, eine Eishalle, ein bayerisches Museum, … und wir sind wieder wer – Welterbestadt!

    Da zahlt man gerne mehr Miete.

    Die Citymaut wäre mal ein Ansatz.
    Aber viel zu innovativ für Regensburg und die Citymaut müsste so hoch sein, dass einheimische Menschen wieder zurück nach Regensburg ziehen und nicht der nächste „Miete zahlen meine Eltern“ Student der alle 2 Jahre einzieht und somit den Mietspiegel anhebt und mit einem von uns allen finanzierten akademischen Abschluss zu verduften. Die einheimischen Bürger ziehen nun aufs Land!

    Studenten von außerhalb sollten Miet-Aufschlag für uns, die Allgemeinheit, zahlen.

    Sonst die Umverteilung weiter fröhlich weiter
    Ach ja – hat irgendeine Partei im Kommunalwahlkampf vor, diese besch… eScooter vor zu verbieten?

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