Festschrift zum 68. Geburtstag von Hans Schaidinger

„Der Kaiser unter den bayerischen Königen“

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Keine Aufregung, Herr Schaidinger: Wir haben ihren Geburtstag nicht vergessen.

Keine Aufregung, Herr Schaidinger: Wir haben Ihren Geburtstag nicht vergessen.

Alt-Oberbürgermeister Hans Schaidinger feiert heute seinen 68. Geburtstag. Was soll man jemandem wünschen, der bereits alles hat?

Eine Festschrift von Bianca Haslbeck

Wie soll man jemandem zum Geburtstag gratulieren, der alles erreicht hat? Rekordzeit als Oberbürgermeister der Stadt Regensburg, danach mit dem Ehrentitel „Oberbürgermeister a. D.“ ausgestattet im Ruhestand. Vorsitzender des Bayerischen Städtetags, Mitglied im Rundfunkrat des BR, einziges über die Pleite-Affäre hinaus ausharrendes Mitglied im BayernLB-Verwaltungsrat. Ebenso Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Regensburg, sogar mit der Macht, für seine Freunde eigene Kreditvergabe-Gremien zu schaffen. Wachsam über alle städtischen Tochtergesellschaften von REWAG über Badebetriebe bis RVV, Stiftungsratsvorsitzender im Kunstforum Ostdeutsche Galerie, später hoch dotierter Berater für ein Immobilienunternehmen. Einfamilienhaus in Königswiesen mit BMW vor der Tür, Frau, Kinder, Freunde mit Segelyacht und Skipper, falls man mal nicht weiß, was man mit seiner freien Zeit so anstellen soll.

Ein Mann, älter als das Grundgesetz

Was soll man so jemandem noch wünschen, was er nicht bereits hat? So ein Mensch ist noch nachweislich im Besitz aller menschlichen und übermenschlichen Kräfte, hat Sachverstand, der ihn befähigt, gleichermaßen über Finanzen, Gas-Wasser-Scheiße, Kunst, Verkehr, Immobilien und Medien zu entscheiden. Gleichzeitig genügend emotionale Kompetenz für eine langjährige Ehe und vertrauensvolle Freundschaften. Oder würden Sie jemandem, dem Sie nicht blind über den Weg trauen, einfach so ihr Segelboot samt Skipper leihen? Na also.

Trotzdem kann man in einem Jahr wie diesem den Geburtstag von Hans Schaidinger nicht einfach unerwähnt verstreichen lassen. 68 Jahre alt wird er heute, an diesem 23. Februar 2017. Drei Monate älter als das Grundgesetz. Er hat Bauten veranlasst, von denen man in Jahrzehnten noch wissen wird, dass sie im Wesentlichen Monumente einer königsgleichen Herrschaft sind. Allen voran wird das Stadion davon zeugen, dass ein eingeschworener Herrenclub aus Politik, Immobilienwirtschaft, Fußball und Hochfinanz die Gestaltungsmacht über das Stadtbild und die kommunalen Finanzen hatte.

…wieder einmal wird sich Schaidinger auf die Schulter klopfen

Wenn in mittlerer Zukunft ein Bezirksliga-Verein namens SSV Jahn dem Freien TuS am Sommerfest Bratwürstl wendet, um weiterhin die Trainingsmöglichkeiten unter der Pfaffensteiner Brücke nutzen zu dürfen, versuchen währenddessen wahrscheinlich Medizinstudenten und Chefärztinnen von der Uniklinik in ihrer Mittagspause, die nahegelegene Arena mittels Guerilla-Gardening vor der totalen Verrottung zu bewahren.

Ein dann 80jähriger Hans Schaidinger kann sich, sofern die Knochen noch mitspielen, selbst auf die Schulter klopfen und sich dazu gratulieren, ein einzigartiges Biotop inmitten sinnloser Felder geschaffen zu haben. Wieder einmal, so wird er sich sagen, sei er es gewesen, der es Regensburg ermöglicht hat, bei den Großen mitzuspielen – und er wird selbstzufrieden auf die degenerierten Olympia-Anlagen in Rio de Janeiro oder Sarajewo verweisen und Kritikern entgegenhalten, dass vergleichbare Städte wie Würzburg oder Salzburg sowas schließlich nicht hätten.

Hans Schaidinger besucht mit Gattin Edelkgard das eigene Vermächtnis: Eröffnungsfeier in der Continentalarena. Foto: Staudinger

Hans Schaidinger besucht mit Gattin Edelgard das eigene Vermächtnis: Eröffnungsfeier in der Continentalarena. Foto: Staudinger

Doch das Vermächtnis des „Kaiser[s] unter den heimlichen bayerischen Königen“ (Horst Seehofer über Hans Schaidinger) ist nicht nur materieller Natur. Das System Schaidinger war schließlich der Nährboden für das System Wolbergs. Erst auf einer solch soliden Grundlage konnte das System Wolbergs wachsen und bis zur Tumorhaftigkeit wuchern.

Eine Kultur der Korruption

In der Politikwissenschaft, wo man sich im Gegensatz zur Strafverfolgung nicht auf isolierte und klar rekonstruierbare Einzelfälle beschränken muss, um ein System als korrumpierbar einstufen zu können, spricht man auch von einer „Kultur der Korruption“. Korruption ist also mehr als ein beweisbarer Einzelfall. Es ist kein Ausrutscher, kein spontaner, affektbehafteter Exzess wie so manche Bierzeltschlägerei, bei der sich die Beteiligten selbst nicht mehr erinnern können, wie es überhaupt dazu kam; Korruption ist ein etabliertes und von allen Beteiligten erlerntes und regelmäßig praktiziertes Handlungsmuster. Freilich kann man diese Verhaltensweisen so weit verinnerlicht haben, dass es einem gar nicht mehr auffällt, dass man jemanden korrumpiert oder sich korrumpieren lässt. Doch bis es soweit kommt, braucht es einiges an Vorarbeit.

"Der Kaiser unter den bayerischen Königen." Horst seehofer über Hans Schaidinger. Foto: Archiv/ Staudinger

„Der Kaiser unter den bayerischen Königen.“ Horst Seehofer über Hans Schaidinger. Foto: Archiv/ Staudinger

So ist doch kaum davon auszugehen, dass ein Bauträger Volker Tretzel einem Joachim Wolbergs Vorstellungen und Forderungen präsentiert, das Schwiegermutter-Häuschen repariert, auf gut Glück ein paar hunderttausend Euro überweist oder überweisen lässt, ohne davon auszugehen, dass solche Handlungen auf Akzeptanz oder gar Wohlwollen stoßen. Wie eng die Verbandlungen gewesen sein müssen, kann man nur erahnen, wenn man bedenkt, dass die Ausschreibungsänderung für die Nibelungenkaserne eine der ersten Amtshandlungen von Wolbergs gewesen sein soll. Auf der anderen Seite wäre es auch naiv anzunehmen, dass Schaidinger und Wolbergs ohne Ahnung von möglichen Hintergedanken die relevanten Gefälligkeiten einfach annahmen und ihre Politik nicht davon beeinflussen ließen.

Abstumpfung des Bewusstseins

Wenn Joachim Wolbergs nach wie vor seine Unschuld beteuert, so muss man dies nicht unbedingt als Indiz dafür werten, dass nichts vorgefallen ist. Man kann es genauso gut als Indiz dafür auslegen, dass die gegenseitigen Gefälligkeiten bereits so habitualisiert waren, dass den Akteuren nicht mehr auffiel, worum es sich dabei tatsächlich handelte: um ein korruptives System, in dem sie die kriminell Handelnden sind. Die Gewöhnung an die jeweiligen Vorgänge hätte also zu einer Abstumpfung des Bewusstseins für den Tatbestand dahinter geführt.

gegenseitigen Gefälligkeiten bereits so habitualisiert waren, dass den Akteuren nicht mehr auffiel, worum es sich dabei tatsächlich handelte: um ein korruptives System, in dem sie die kriminell Handelnden sind. Foto: Archiv/ Staudinger

Habitualisierte gegenseitige Gefälligkeiten… Foto: Archiv/ Staudinger

Es scheint gar absurd, dass jemand wie Hans Schaidinger, der allein durch seine Oberbürgermeister-Vergütung bereits um die zwei Millionen Euro verdient haben muss, seine strafrechtliche Unbescholtenheit, seine Pensionsbezüge, seinen Ehrentitel als „Oberbürgermeister a. D.“ und sein Ansehen in der Stadt für zwei Wochen auf einem schnöden Boot gefährden würde. Als einzelnes Angebot aus dem Nichts heraus hätte so eine Offerte doch allenfalls hochgezogene Augenbrauen ausgelöst. Gleiches gilt mit Abstrichen für den Beratervertrag. 20.000 Euro im Monat sind zwar attraktiv, doch die Verlockung eines solchen Geschäfts relativiert sich angesichts des materiellen Status‘ eines (ehemaligen) Oberbürgermeisters und der Gefahr des Auffliegens.

Es ist genug Geld vorhanden – man muss nur zu denjenigen gehören, die es sich nehmen können.

Die Schlussfolgerung, dass der Austausch von Vorteilen zwischen Politikern und Unternehmern zum Alltag gehört, ist im Lichte der aktuellen Erkenntnisse nicht einmal besonders gehässig, der Hinweis darauf, dass es sich dabei um kriminelle Vorgänge handelt, ist nicht „empörend rechtschaffen“, wie es Martin Balle in einem Leitartikel im Straubinger Tagblatt kritisiert, sondern nötig, wenn man die (strafrechtliche und moralische) Realität nicht aus dem Auge verlieren möchte.

Die Unterstellung, dass das Handeln von Schaidinger und Wolbergs im besten Fall nicht von anhaltender krimineller Energie getrieben war, sondern schlicht von einer durch Wiederholung geprägten Amoralität, macht die Sache für die Bürger der Stadt jedoch nicht besser oder einfacher erträglich. Erträglich wird so etwas nur, wenn man weiterhin auf einem hohes Ross aus Resignation und Pseudo-Überlegenheit davon reitet und die Politik damit weiterhin sich selbst überlässt.

Mit der bröckchenweisen Aufdeckung von immer mehr Ungereimtheiten fällt es zunehmend schwer, weiterhin in das bestehende System sowie das übriggebliebene und zukünftige Politik-Personal zu vertrauen. Diese Geschichte ist ein Lehrstück des Kapitalismus: Sie zeigt, dass genügend Geld vorhanden ist – man muss nur zu denjenigen gehören, die es sich nehmen können.

Wer schon ein paar Millionen hat, kann sich durch die Investition vergleichsweise geringer Summen die nächsten Millionen erkaufen. Was sind schon 500.000 Euro für den Wahlkampf, wenn man dafür ein Filetstück wie die Nibelungenkaserne bebauen und mithin veräußern darf? Jeder Hinweis darauf, dass für soziale oder kulturelle Zwecke kein Geld da sei, verkommt zum blanken Hohn angesichts der Millionen von Euro, die Tretzel für einen mittelmäßigen Fussball-Club locker gemacht hat.

Die glückliche Fügung der Verjährung

Der Korruptionsskandal lässt ehrliches Engagement in Politik oder Wirtschaft zur sisyphoshaften Farce verkommen. Der Klassenprimus ist nicht der, der die Fragen des Lehrers am besten beantwortet, sondern der sich seine eigenen Prüfungsaufgaben selbst stellt – mit Billigung des Klassenlehrers.

Insofern darf man Hans Schaidinger getrost gratulieren – nicht nur zum Geburtstag, sondern vor allem zur Aufzucht eines ganz erstaunlichen Gewächses, das sich schimmelpilzartig auf den Nachfolger, die Verwaltung, die städtischen Tochtergesellschaften, die Wirtschaft, die Banken und den Sport ausgebreitet hat.

A Hund is a ja scho... Foto: Archiv/ Staudinger

A Hund is a ja scho… Foto: Archiv/ Staudinger

Dass er selbst höchstwahrscheinlich nicht mit derselben Gewalt der Justiz hinfortgespült wird wie Wolbergs, hat er vor allem einem bemerkenswerten Umstand zu verdanken: Die Verjährungsfrist für Korruptionsvorwürfe beträgt nur fünf Jahre – ein Jahr weniger sogar, als die Amtsperiode eines Stadtrates oder eines Bürgermeisters dauert. Auch zu dieser glücklichen Fügung kann man ihn nochmals aufs Heftigste beglückwünschen. In eingeschworenen Kreisen wusste man ja schon immer, was sich auch heute wieder zeigt: A Hund is‘ er ja scho…

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Kommentare (93)

  • Peter Lang

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    Großartig!
    Gratulation – nicht Schaidingerzum 68. – sondern zu diesem trefflichen Kommentar!

  • hutzelwutzel

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    Wunderbare Festschrift, Frau Haslbeck!
    Weiter so, Sie werden demnächst auch bei manchen Vorfällen die Möglichkeit haben den Damen und Herren eine Festschrift zu widmen.
    ————–
    Sollte man zu Horst Seehofer’s Ausspruch über Schaidinger noch ergänzen, dass der letzte bayerische König ins Wasser gegangen war oder gegangen wurde.
    Auch für Kaiser finden sich Leute wie früher mal ein Korse. ;-)

    Wie sagte mal Gerhard Polt über Napoleon und dessen „Maßnahmen“: Er brachte nur Leute die zu groß geraten waren auf das Normalmaß der meisten Bürger*innen zurück, und bediente sich dazu sogar noch der Erfindung eines Arztes.

  • Johann Bieber

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    Warum soviel Blablabla, man kann auch alles viel kürzer sagen.
    ‚In seiner Dankesrede betonte Hans Schaidinger, er habe sein Bestes gegeben. „Ich denke, dass wir gemeinsam viel erreicht haben.“ Alle zusammen dürften mit berechtigtem Stolz sagen, Regensburg stehe sehr gut da. Schaidinger betonte, er habe das biblische Wort „Suchet der Stadt Bestes“ als grundlegenden Auftrag verstanden.‘
    http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-stadt-nachrichten/hans-schaidinger-ist-41-ehrenbuerger-21179-art1150371.html

  • Angelika Oetken

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    Von wem wurde Hans Schaidinger in seinen frühen Jahren eigentlich protegiert? Es ist doch sehr selten, dass jemand solche Positionen, wie er sie inne hat(te) so ganz aus eigener Kraft erklimmt.

  • erich

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    der BayernLB-Skandal, der größte Schaden für das bayrische Staatswesen seit Hitler, das Banken-Tschernobyl der bayrischen Nachkriegsgeschichte, nur mit dem Unterschied, dass die Verantwortlichen und Beteiligten am Steuerpult der Schaltzentrale nicht verstrahlt wurden bzw. sich für die Milliardenschäden, wenn nicht sogar Billionenschäden, verantworten mussten, sondern mit einem Posten, Geldregen oder königlich, kaiserlich feudalen Altersversorgungen belohnt wurden, auch mit Orden, Huldigungen oder auf Leinwand gebrachte Ebenbilder wird nicht gespart. Politik ist halt ein Marionettenspiel, man muss es nur schaffen die Fäden in den Händen zu behalten und seine Marionetten an den Schlüsselpostionen in Stellung zu bringen und aus dem unfähigsten Saulus wird der honorigste Paulus.

    wer, wie, was beim BayernLB-Skandal, zwei interessante Links:

    http://www.landesbankskandal.de/?page_id=203

    http://www.gruene-fraktion-bayern.de/themen/finanzen-und-haushalt/bayernlb-skandal-so-schuetzte-die-staatsanwaltschaft-die-csu-spitze

  • Angelika Oetken

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    Bei Hans Schaidinger soll es sich um einen passionierten Hobbyflieger handeln. Hält er in dem Metier keinen Ehrenposten inne oder wurde darauf bei der Aufzählung seiner Würdentitel verzichtet?

  • Peter Lang

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    @hutzelwutzel
    Der letzte bayerische König hat abgedankt. Nach L. II. kamen noch Otto und L. III.

  • Alex

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    Sehr schöner Artikel! Eine kleine Richtigstellung ist aber notwendig: Hr. OB a. D. fährt keinen BMW wie so viele des gemeinen Volks, sondern einen weißen Jaguar (Typ leider nicht bekannt)!

  • Jahnsinnig

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    Der einzige BMW der in der Eimfahrt stand war die Polizei die sein Haus durchsucht haben.
    Und irgendwie ist es wohl sein letzter Geburtstag in Freiheit. Einer von 3 Bauträgern ist aufgeflogen.
    Von den Anderen ahnt man nur.
    Und der braune Brutus wird auch noch sein Fett wegbekommen. Begonnen hat die Bestechung pätestens mit dem Einzug in sein Haus geendet hat die Bestechung mit der letzten Rate seines Beratervertrags. Dann erst fängt die Verjährung. An zu laufen.
    Alles Gute an Wolbergs zukünftigen Knastbruder !!

  • Mr. T

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    Frau Oetken, der, den Sie meinen, der ist Kaiser und nicht König.

  • hutzelwutzel

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    @Peter Lang:
    Danke für die Richtigstellung! Mit unserem bayerischen Adel komme ich immer ein wenig durcheinander. Ich halte es da mit Österreich, wo der Adel nichts mehr zählt, während er bei uns scheinbar wieder zur Blüte kommen soll.
    Die Vasallen sind jedenfalls schon länger aktiv, wie man nicht nur an Regensburg deutlich sieht.
    ———————————————
    @Alex: Danke! Dachte mir schon, dass ein Mann wie Hans Schaidinger nicht das fährt, was sogar der Bischof haben kann.

    Die Yacht vom T. ist wahrscheinlich auch weiß?

    Weiß zufällig jemand ob Hans Sch. auch der Jägerei frönt?

  • reminder

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    Vorausgesetzt, die naheliegende Annahme stimmt, dass Wolbergs sich nur als Nachfolger von Schaidinger ans Streuer einer ‚gut geschmierten‘ Maschiene gesetzt hat: Dann waere gerade der Umstand, dass Schaidinger wahrscheinlich wegen Verjaehrung kaum strafrechtlich belangt werden kann, das vielleicht staerkste Argument fuer eine politische Aufarbeitung der Vorkomnisse. Weil die Strafverfolgungsbehoerden haben dann keine Grundlage, auf der sie taetig werden koennten. Von ihnen ist daher nichts zu erwarten. Und auch wenn noch nichts bewiesen ist: Der nicht unberechtigte Verdacht steht im Raum und vergiftet die Stadtgesellschaft. Allein deshalb haette der Stadtrat laengst von sich aus ernsthaft aktiv werden muessen.
    Ich waere ja gar nicht traurig, wenn dabei herauskaeme, dass wir alle miteinander zu schlecht von den verantwortlichen Akteuren gedacht haetten. Dass die sich aber offenkundig mehrheitlich gar nicht trauen, sich den Skandal genauer anzuschauen, laesst Schlimmes befuerchten. Wenn ueberhaupt wird wohl nur gehoeriger Druck von Aussen etwas in Bewegung bringen koennen. Und wenn wir (die Buerger) diesen Druck nicht aufbauen, dann brauchen wir uns nicht darueber beklagen ‚dass alles immer schlimmer wird‘. Wir verzichten dann schliesslich darauf gegenzusteuern. Und das wird uns von denen, die nicht an einer Aufklaerung der Vorkomnisse intetessiert sind, boshaft als Einverstaendnis ausgelget werden. Das sollten wir nicht zulassen, denke ich. Weil eigentlich ist es doch nicht besonders schoen, derartige ‚Festschriften‘ zu lesen. Soweit sollte es doch eigentlich gar nicht erst kommen, oder?

  • Ro. Werner

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    Anfang 1978 gewann der CSU-Kandidat F . Viehbacher die OB-Wahl, den Wahlkampf organiserte Hans Schaidinger. Im Juni 1978 schreibt DIE WOCHE:

    „OB entlohnt jetzt seine Wahlkampfstrategen
    Durch die Hintertüre kommt der Wahlkampfhelfer des neuen Regensburger Oberbürgermeisters, der Diplom-Volkswirt Johann Schaidinger, ins Rathaus. Vor der Wahl hatte die CSU die Parole ausgegeben, im Rathaus müsse mit der Parteibuch-Personalpolitik Schluss sein. Nicht einmal vier Monate später trägt der JU-Boß Schaidinger die Früchte seines Wahlkampfes für Viehbacher nach Hause. Ohne die übliche Stellenausschreibung bekommt der Wahlhelfer eine leitende Stelle im Rathaus…“

    Angeblich mit einer viel zu hohen Gehaltsstufe entlohnt…

  • Ulla Basqué

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    Der Artikel ist sehr mutig und mit intelligenter, spitzer Zunge geschrieben, chapeau!

    Gleichzeitig frage ich mich, wer/was denn Maßstab sein will, um zu verurteilen. Strafen sich denn diese Menschen nicht am Ende selbst am Meisten? Sie werden eben nicht unsterblich. Nur Geld zu haben? Was ist das denn im Vergleich zu Ehren?

    Dazu eine kleine Geschichte zum Nachdenken:
    Nach 2 Jahren fast aussichtsloser Bemühungen fand ich 1996 mit OTTI und Bayern Innovativ endlich Unterstützer für den 1.Solarkongreß in Regensburg & Bayern. Ich war völlig beseelt von Norman Fosters „Solar Quarter“, einem EU-Projekt für den Unteren Wöhrd. Als Solar-Stipendiatin (USA-1985) wollte ich es unbedingt würdigen und in Regensburg als Schritt in die richtige Richtung in einen grösseren Zusammenhang setzen.

    Ich werde nie den Blick OB Schaidingers am Abend der Eröffnung mit BM Wiesheu und 600 Besuchern im Kolpinghaus vergessen: über mich hinweg raunte er “ Frau Basqué, ich sehe hier keinen einzigen bekannten Regensburger Architekten.“ Traurig, aber wahr, er hatte Recht.

    Was ich in diesem Augenblick von Ob Schaidinger schlagartig lernte – und dafür bin ich ihm sehr dankbar – ist: wenn Du keine Lobby hast, bist Du ein Nichts. Gleichzeitig wußte ich schon damals ganz sicher, dass die Zeit für mich und meine durchgeknallten Ideen arbeiten wird. Nach vielen weiteren Jahren hat sich das Marina Quartier ja ähnlich entwickelt.

    Auch, wenn es in Regensburg noch weitere 10-15 Jahre dauern wird, die Zeit der Monarchen ist endgültig vorbei, auch in Bayern. Die heutige Zeit braucht Männer und Frauen, die Probleme nicht für die eigene Hosentasche, sondern für die Gemeinschaft lösen. Die Ethik des Handelns wird extrem werthaltig in einer Welt, in der Du von der ersten spam-mail morgens bis Abends zur letzten gefakten Nachricht lebst.

    Gesellschaftlich steht ein Paradigmenwechsel bevor. Leute, die in die eigene Tasche wirtschaften, werden zunehmend sozial geächtet und das ist auch gut so.

    Wenn das derzeitige Bild auch von der Staatsanwalt bestätigt werden sollte, wird Wolli als tragische Figur in die Geschichte eingehen, der das, was er ergaunert hat, Robin Hood – mässig an die Kunst- und Kulturwirtschaft verteilte. Die verbilligten Appartements für Schwiegermutter und Freundin waren hierbei ein willkommener Kollateralschaden :-)

  • Peter Lang

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    @hutzelwutzel
    Der Adel – ob bayrisch oder von sonst woher – ist mir herzlich wurscht. Aber sie bemühen mit dem Ersaufen König Ludwigs und dem Zusatz vom Letzten seines Standes ein Bild, das Ihnen wohl grade als Analogie passend erscheint. Wenn’s halt historisch nicht stimmt, ist es eben blöd.

  • Angelika Oetken

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    @Mr. T.,

    soweit ich informiert bin, wurde Franz, einstmals Herrscher über den DFB und einer der Ritter an der Tafelrunde der Fifa herabgestuft…

    Wie dem auch sei: wichtig sind die Gepflogenheiten, die er mit Regensburger Personal zu teilen scheint.

    VG
    Angelika Oetken

  • Norbert Steiner

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    @a. Oetken:
    Ich habe ihn angestellt für den Wahlkampf Viehbacher. Und es war mein größter Fehler. Es fing sofort mit Kleinbetrügereien im Abrechnungsbereich an.

  • El

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    Ich finde, Herrn Schaindinger gebühret nach seinem Ableben eine Grabkammer in der Continental-Pyramide.

  • blauäugig

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    @jahnsinnig Wieso soll nur einer der drei Bauträger aufgeflogen sein? Gegen die anderen wird doch auch schon längst ermittelt!
    Sie sind schlimmer als Vietze, und posten unabhängig von den längst veröffentlichten Fakten, nur um als ceterum censeo Ihren braunen brutus platzieren zu können.

  • El

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    P.S. Ich wollte Herrn Schaindinger gerne eine künstlerisch hochwertige Variante seines Protäts schenken.
    Die weiße Weste hat mein Bildbearbeitungsprogramm ganz gut zum Leuchten gebracht ; allerdings kann ich die Schatten nicht richtig ausarbeiten.

    Momentan hätte ich ein – sehr hochwertiges – Protät im Angebot . Das oben abgebildete Foto in rosarot. Wenn einer das gerne käuflich erwerben möchte , bitte mail an mich

  • Fürsterl

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    @Peter Lang: Ludwig III. hat nie auf den Thron verzichtet. Am 07.11.1918 proklamierte Kurt Eisner den Freistaat Bayern und erklärte den König für abgesetzte. Dieser floh dann über mehrere Stationen nach Schloss Anif in der Nähe von Salzburg. In der „Anifer Erklärung“ wurden die Beamten und Soldaten von ihrem Treueeid entbunden. „Nachdem ich infolge der Ereignisse der letzten Tage nicht mehr in der Lage bin die Regierung weiterzuführen, stelle ich allen Beamten, Offizieren und Soldaten die Weiterarbeit unter den gegebenen Verhältnissen frei und entbinde sie des mir geleisteten Treueides.

    Anif den 13. November 1918.

    Ludwig“

  • Angelika Oetken

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    @Norbert Steiner,

    wodurch und wann kamen Sie denn zu der Erkenntnis, dass Sie eine Position fehlbesetzt hatten? Und mit wem teilen Sie diese Einsicht?

    Ich werde den Verdacht einfach nicht los, dass die Fehlentwicklungen nicht an einzelnen Personen festzumachen sind, sondern System haben. Und falls das so sein sollte, wäre es ziemlich sinnlos, Positionen neu zu besetzen, aber Grundlagen und Bedingungen unter denen sie arbeiten, zu belassen wie sie sind. Nach dem Motto „Neuer Wein in alten Schläuchen“.

    VG
    Angelika Oetken

  • Lenerl

    |

    @ Ulla Basqué:

    Ich hoffe sehr, Ihre Einschätzung wird wahr und in 10- 15 Jahren lösen Männer und Frauen Probleme nicht mehr für die eigene Hosentasche, sondern für die Gemeinschaft. Ich bin gespannt, ob wir das noch hinkriegen und versuche, Ihren Optimismus zu teilen.

    Aber der Satz „wenn du keine Lobby hast bist du ein Nichts“, der ist aus meiner Perspektive schon ein bisschen alt und angestaubt. Das hätte der Herr Schaidinger sicher gern, dass wir alle so denken.

    „Wenn du keine Lobby hast, bist du ein ganz normaler Mensch“, würde ich sagen. Und wenn man dem „auf´s Maul schaut“, dann kommt in der Zusammenfassung genau das heraus, was Frau Haslbeck in Ihrem Kommentar geschrieben hat.

    Ich würde mich Ihrem „chapeau“ gerne anschließen, aber unter echten bayerischen Kaisern und Königen heißt das mittlerweile „chaussee elysee“. ;-)

  • Ex-SPD-waehler

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    … und wie kam eigentlich die Austattung des Sitzungssaales im neuen Rathaus mit dem Bild des Peter W. – unter Kunstkennern auch Cy Twombly fuer Arme genannt – zustande? Ausschreibung, Wettbewerb? Oder doch eher ein ‚Geschaeft unter Freunden nach Art der Stadt‘: Koenig Hans bestellt beim damaligen Galeristenkoenig und Freund und OB-Kunst-Berater ein Bild des in Regensburg weltberühmten Peter W., welcher wiederum beim befreundeten Galeristen unter Vertrag stand? Lief das alles sauber oder werden die Buerger dieser Stadt langsam paranoid? Die groesste Verwunderung der Runde allerdings gilt dem Schweigen des Juergen H. Ganz gegen seine Art nur noch Schweigen. Warum Herr Huber? Und ein weiteres Raetsel: wann endlich gibt es das nächste Kasperltheater von Christoph Maltz? Oder ist er als ‚First Brother‘ befangen? Am Ende gar feig? Na geh des gibt’s doch ned, bestimmt nur zweng Zeit weil da koenntst ja jeden Tag an neia Akt schreibn in dera sauban Stod…

  • Peter Lang

    |

    @Fürsterl
    Danke, jetzt weiß ich es.

  • hf

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    Martin Balles Rede von der „empörenden Rechtschaffenheit“ bezog sich darauf, dass diejenigen, die ihr Urteil für sich schon gefällt haben, dies ebenfalls mit einiger Lust, letztlich zur Selbstbefriedigung tun.
    Die selbst-proklamierte Rechtschaffenheit – man ist nicht korrumpierbar, weil man auch nicht dazugehört – wird zur Rechtfertigung für anderes amoralisches Verhalten – eine Straftat zusammen mit einem Täter zu nennen, als ob ein Gerichtsprozess dies bereits bestätigt hätte. So wird aus möglicherweise berechtigter Empörung Überheblichkeit. So wird man selbst zu einem Robbespierre, der einen Danton köpft, eben weil er es kann.

  • Norbert Steiner

    |

    @Frau Oetken:
    Es war meine Entscheidung, weil ich den Wahlkampf mit Fritz Viehbacher aus persönlichen Gründen nicht organisieren wollte. Zudem war ich beruflich ziemlich ausgelastet. Und: Keiner wollte den Job, weil man in der CSU überzeugt war, dass Viehbacher verlieren würde.
    Schaidinger, der ja bekanntlich kein 2. Staatsexamen hatte, war nur JU-Vorsitzender, und musste über die Runden kommen. Und er hatte Nachwuchs.
    Die Fehlbesetzung kam mir mitten im Wahlkampf von Viehbacher, aber man konnte den Schaidinger nicht ablösen, weil keiner den Posten wollte.
    Es gäbe da noch einiges zu berichten. Was noch niemanden bekannt ist. Weil Schaidinger vom Charakter her es nicht verdient, dass man die Büchse nicht aufmacht, so denke ich, dass ich `mal mit Herrn Aigner spreche und hier in RD (und nur in RD) einiges mitteile.
    Mit Sicherheit: Einigen wird das nicht gefallen !!!

  • Stefan Aigner

    |

    @hf

    Martin Balle hat mit der „empörenden Rechtschaffenheit“ explizit die Staatsanwaltschaft bzw. deren Pressesprecher angesprochen. Dieser genieße seine Fernsehauftritte, erhoffe sich einen Karrieresprung etc., etc.

  • hf

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    @stefan aigner: ja, stimmt, dieselbe justiz, die schon bei tennessy williams und gustl mollath so eine tolle figur gemacht hat. und fast jeder hängt sich da jetzt dran auf nach dem motto: „wenn nix waar, hätten’s na scho net eigsperrt“. wir können froh sein, wenn wirklich nur ein bisschen narzissmus dahintersteckt.

  • hf

    |

    nicht williams, eisenberg – sry

  • hutzelwutzel

    |

    @reminder:
    „Wenn ueberhaupt wird wohl nur gehoeriger Druck von Aussen etwas in Bewegung bringen koennen. Und wenn wir (die Buerger) diesen Druck nicht aufbauen, dann brauchen wir uns nicht darueber beklagen ‚dass alles immer schlimmer wird‘. “
    ——————–
    Da ist Ihnen zuzustimmen. Aber der Druck kommt sicher nicht aus und in Bayern, schon gar nicht aus der Oberpfalz, denn da sind die Leute zu sehr von diesen sog. „Oberen“ abhängig.

    @blauäugig (zu jahnsinnig):
    Ist doch egal, aber Hauptsache der „braune Brutus“ ist jetzt zu erkennen. Da hatte man in der Vergangenheit als sich sogar ein Geistlicher für einen F. mit Reichskriegsfl. „stark“ machte, einige Probleme diese Dinge einzuordnen.

    @Lenerl:
    „Ich hoffe sehr, Ihre Einschätzung wird wahr und in 10- 15 Jahren lösen Männer und Frauen Probleme nicht mehr für die eigene Hosentasche, sondern für die Gemeinschaft. :
    ———————
    Sie glauben wirklich noch an den Weihnachtsmann und den Osterhasen. In Bayern wird das nie funktionieren, außer man tauscht das gesamte Führungspersonal aus. Da kleben manche Leute so massiv, dass es einem schon grauen will.

    @Norbert Steiner:
    Sie wissen ja sehr viel, was Sie ehrt. Trotzdem komme ich nicht damit klar, dass niemand OB von Regensburg werden wollte, wenn ich Sie hier richtig verstanden habe.

  • hutzelwutzel

    |

    Darf ein vorläufiges Fazit ziehen? ;-)

    Dieser S…stall läuft schon seit Anfang/ Mitte der 1970er Jahre, alle Folgenden waren immer irgendwie beteiligt, und das Ganze diente neben der eigenen Bereicherung auch bestimmten Zielen?

    Sollte man da nicht mal fragen, welche Ziele/ welches Ziel hier eigentlich verfolgt worden sein könnte, denn mir passt da – irgendwo hatte ich dies schon mal gelesen – weder eine SPD-OB Meier noch ein SPD-OB Wolbergs in die unträgliche CSU-Kader-Reihe.
    Warum also in Regensburg das Risiko eingehen und zweimal SPD-Leute ans Ruder lassen, und wie bei Meier die Fast-Aufdeckung eines Riesenskandals (Stichwort: „Ihr Kinderlein kommet …) , bei Wolbergs nun die Aufdeckung anderer Skandale besorgen?

  • mkveits

    |

    Narzissmus? Ein großes Wort – mit vielfacher Bedeutung.
    http://umgang-mit-narzissten.de/definition-narzissmus/

    Ich bin sehr dafür, Bewertungen jedweder Art ( –> schon „peinlich“ aktiviert nach der Hirnforschung automatisch Schmerzerlebnisse wie in der Kindheit) zu unterlassen. Im Hin und Her kommen nur unsachliche Diskussionen zustande, die nicht zur Aufklärung beitragen.

    Ich verlinke auf die BR-Dokumentation über unsere Justizorganisation aus dem 19. Jahrhundert und die darin belegte fehlende Gewaltentrennung.
    http://www.br.de/br-fernsehen/programmkalender/ausstrahlung-962634.html

    Darin u.a. liegt auch die Ursache für das – von vielen gedultete, an seinem Tropf hängende – System Schaidinger, wie die Tatsache, dass „Regierungszeiten“ auch auf kommunaler Ebene nicht zeitlich auf zwei Perioden beschränkt sind, wodurch sich der Missbrauch von Macht erst „etabliert“.

  • reminder

    |

    @hutzelwutzel:

    Ich denke, da sind Sie jetzt etwas zu pessimistisch. Ja, es ist schwieriger als gedacht, Unterstützer für unsere Initiative zu finden. Aber nach und nach finden sie sich. Zudem denke ich, dass diese Schwierigkeiten (leider) auch kein spezifisch bayerisches Phänomen sind. Die sind wahrschenlich einfach nur ‚menschlich‘. Man könnte sicher schneller mehr erreichen, wenn man mit der populistischen Brechstange (mehr/stärkere plakative Emotionalisierungen/Empörung, Rächer-der-Enterbten-Rethorik, klares Freund-Feind-Schema, schnelle & einfache Lösungen…) an die Sache heranginge. Aber das hätte wahrscheinlich nur kurzfristig Erfolg und würde die Dinge mittel-/langfristig möglicherweise sogar eher noch verschlimmern. Denn wen spräche man mit sowas an? Wahrscheinlich nicht unbedingt die, die wir brauchen: Die soliden, mental einigermaßen gefestigten ‚Mittelstreckenläufer‘ (denen nicht gleich wieder die Luft ausgeht, wenns mal bergauf geht); mit einem realistischen, ideologisch unverstellten Blick auf die Realität; ohne Profilneurose aber dafür mit der Bereitschaft, konstruktiv etwas voranzubringen. So ungefähr würde ich jedenfalls – ohne Anspruch auf Vollständigkeit der Aufzählung – umschreiben, was jetzt von Nöten wäre. Gibt’s vielleicht nicht so oft, wie man sich das wünschen würde. In einer Stadt wie Regensburg aber sicherlich oft genug.

  • ExRA

    |

    @Norbert Steiner: Machen Sie das wirklich! Ich meine „auspacken“. Hoffentlich steht der Termin mit Herrn Aigner schon! Nur mit Transparenz kann dieses hier in praktisch jedem Beitrag von jedem Kommentator angesprochene „System“ aus seiner Unsichtbarkeit geholt werden. Und nennen Sie bitte Roß und Reiter! Einfach die Fakten auf den Tisch, so weit es geht ohne „empörende Rechtschaffenheit“. Ich wünsche Ihnen den Kraft und den Mut, das „Auspacken“ anzugehen!

  • blauäugig

    |

    @Steiner Und passen Sie beim Auspacken auf, wer am Nebentisch sitzt. Es gab schon mal so nen Aufklärer, der nachweislich falsche Gerüchte über Schaidinger und eine Tiefgarage verbreitet hat.

  • Angelika Oetken

    |

    Zum Thema „Bestechung“:

    man kann Menschen doch nicht nur mit Geld, Vergünstigungen oder Posten ködern. Besonders gut funktioniert es sogar, wenn man die unreifen Persönlichkeitsanteile einer Person identifiziert und da ansetzt. Eitelkeiten, unerfüllte Sehnsüchte oder auch Defizite, die sich aus lebensgeschichtlichen Beschädigungen ergeben, findet man bei jedem Menschen. Es kommt immer darauf an, ob sich jemand von so etwas ködern oder in Verbindung mit der Drohung, das entsprechende Wissen zu veröffentlichen, beeinflussen bzw. erpressen lässt. In gesellschaftlichen Gruppen in denen der Druck, soziale Normen nach außen hin zu erfüllen, besonders weit von deren gelebter Realität abweicht, gelingt das besser, als da, wo die Vorgabe, eine bestimmte Lebensweise zu führen nicht so groß und die Toleranz für Abweichungen höher ist.

    In Gesellschaften, die das Prinzip der doppelten Moral hegen, kommt es deshalb in erster Linie darauf an, dass nichts öffentlich wird, alles höchstens auf der Ebene des Gerüchts bleibt. D.h. ein Ehemann darf seine Frau betrügen, aber er darf nicht zulassen, dass sie in der Öffentlichkeit brüskiert wird. Ein Priester darf Kinder missbrauchen, wenn er dafür sorgt, dass nichts heraus kommt und seine Opfer eine lebenslange soziale Versorgung erhalten.

    Die Aufzählung könnte man beliebig fortsetzen.

  • Norbert Steiner

    |

    @blauäugig
    Danke für den Hinweis. Nur: keines der sog. Gerüchte kam von mir. Der „Inhaber der Gerüchte “ ist schon lange Zeit kremiert.Seine umfangreiche Sammlung wurde, so meine Kenntnis, an eine unbekannte Seit veräußert.
    Der andere feminine Teil wurde, so bekannt, nach A 13 gD befördert. Diese Person war mit einem führenden Herrn der Stadtbau sehr bekannt.
    Und noch eines: Am Ende einer Rechnung wird zusammengezählt!!

  • Norbert Steiner

    |

    @Hutzelwutzel
    Ja, es stimmt, dass in Regensburg keiner OB werden wollen haben müssen.
    Fritz Viehbacher wurde, nachdem ein Kandidat bei einer Autofahrt zu lange auf die Knie seiner Gattin blickte, von Gastinger aus der Taufe gehoben. Viehbacher war unbestchlich und toll. Aber auch er hatte einen CSU-internen Gegenspieler:Hofmaier. Über den zu schreiben lohnt sich nicht. Da nach C. Meier keiner so richtig wollte und die Bewohner der „Strasse der JU“ auch nicht weiterwußten, hatte man dann plötzlich einen. Denn schon damals wollten gewisse Architekten ihre Tätigkeit entfalten. Leider nicht von der Justiz, die ab da in der Regensburger CSU das alleinge Sagen haben wollen müssen.
    Gut so?

  • Angelika Oetken

    |

    @Norbert Steiner,

    zu welchem Zweck hat die unbekannte Seite denn die umfangreiche Sammlung erworben: um sie beizeiten zu veröffentlichen oder eben davor zu bewahren?

    Und da ich im Zuge der Beschäftigung mit institutioneller (Missbrauchs-)Kriminalität gelernt habe, dass es langfristig am besten für Leben und Gesundheit ist, wenn man brisante Informationen an drei Stellen einlagert (bei sich, an neutraler Stelle und beim aktuellen Gegner), meine Frage: bei wem könnten sich Kopien des Archivs befinden?

    VG
    Angelika Oetken

  • Norbert Steiner

    |

    @Frau Oetken
    Leider kann ich Ihnen keine plausible Antwort geben. Ich kannte nur den Eigentümer des umfangreichen Aktenkonvoluts. Den Erwerber
    kenne ich nicht, nur vermutungsweise. Und niemals mache ich hierüber eine Aussage.

  • Angelika Oetken

    |

    @Norbert Steiner,

    ich empfinde es als ermutigend, von Ihnen zu erfahren, dass es diese Dokumente vermutlich noch gibt. Denn sie könnten nicht nur im Hinblick auf den Korruptions-(Bau-)Skandal wichtig sein.

    VG
    Angelika Oetken

  • Johann Schmidt

    |

    Den Geburtstagswünschen kann ich mich mangels persönlicher Nähe zu Hans Schaidinger nicht anschließen. Das allgemeine Bashing ist auch nicht meine Sache. Bisher gab es keine rechtskräftige Verurteilung, die Ermittlungen laufen.
    Mauscheleien der letzten 40 Jahre aufzuklären, ist nicht vorrangig: es geht um heute und jetzt.
    Es gibt auch in Regensburg demokratisch legitimierte Institutionen. Wenn sich ein Dunstkreis bilden konnte, sei es um den OB, die Verwaltung oder die Privatwirtschaft, müssen wir zuallererst unsere Vertreter zur Rechenschaft ziehen, gegen die Protagonisten wird ermittelt. Unsere Gewählten Vertreter haben sich entweder im Dunstkreis eingerichtet oder nichts gesehen, gehört, gesagt – die bekannten 3 Affen.
    In beiden Fällen gibt es nur eine Förderung:
    Amtsenthebung OB, Auflösung Stadtrat, Neuwahlen. Reorganisation der Verwaltung.

    @mkveits: Schaidinger und Tretzel teilten und teilen immer noch ein Hobby, das vielleicht erklärt, dass sie sich so „abgehoben“ fühlen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sie sich dabei nur über Ärodynamik und Meteorologie unterhalten haben.

  • Johann Schmidt

    |

    Adressdat des letzten Satzes meiner vorherigen Meinungsäußerung sollte @Angelika Oetken sein

  • Angelika Oetken

    |

    @Johann Schmidt,

    Kleinflugzeuge sind keine Jumbojets. Sie könnten für die Abwicklung von Geschäften viel nützlicher sein als vor der kroatischen Küste stationierte Yachten oder auffällige Angeberautos.

    Wer hat denn auf dem entsprechenden kleinen Regionalflughafen sonst noch ein Flugzeug untergestellt?

    VG
    Angelika Oetken

  • Johann Schmidt

    |

    @Angelika Oetken
    Ich will weder investigativ noch informativ tätig sein.
    Nur eine kleine Überlegung dazu, wie weit das Feld der Korruptionsprävention ist. Den Luftsport zu genießen ist kein Verbrechen.
    Halter, Eigentümer und Standort von Flugzeugen sind verhältnismäßig einfach zu recherchieren.

  • Angelika Oetken

    |

    @Johann Schmidt,

    Rückschau und Aufarbeitung sind nur sinnvoll, wenn sie dazu genutzt werden, aus Fehlern, Vergehen und Verbrechen zu lernen. Andererseits ist eine Neuorganisation defizitärer Strukturen ohne Fehleranalysen überflüssig, da ohne Aussicht auf Erfolg.

    Die ersten drei Schritte Ihres Vorschlages sind relativ einfach umzusetzen: „Amtsenthebung OB, Auflösung Stadtrat, Neuwahlen“. Die Reorganisation der Verwaltung erscheint mir dagegen als ein komplexer und komplizierter Prozess. Hätten Sie konkrete Vorschläge, womit und wie man dabei beginnen sollte? Wer wäre denn wirkmächtig genug, um solche Veränderungen in Gang zu setzen?

    VG
    Angelika Oetken

  • Johann Schmidt

    |

    @Angelika Oetken,

    Es ist schön zu lesen, dass es aus Ihrer Sicht leicht wäre die ersten drei Punkte meines Vorschlags umzusetzen. So einfach geht’s aber nun doch nicht; Amtsenthebung bzw. Rücktritt sind ja wohl eine Voraussetzung und die Anklage ist noch nicht erhoben, geschweige denn ein Urteil gefällt.
    Und was für den Fall, dass die Ermittlungen eingestellt werden?
    Aber wie dem auch sei, zu Punkt vier meines Vorschlags:
    Auf der Basis meines ( unseres) doch sehr dünnen Informationshintergrundes schlage ich vor , unsere neu gewählte demokratische Vertretung mit dieser Aufgabe zu betrauen.
    Der Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, Transpareny International mit einer Überprüfung zu beauftragen.Wenn das dann so transparent zugeht wie es der Name verspricht, dann ist das schon ein Erfolg.
    Leider muss man aber auch konstatieren, dass sich der Stadtrat nach einer doch etwas geschönten Vorlage unserer stellvertretenden Oberbürgermeisterin und dem Leiter des Personalamts ein Feigenblatt konstruieren wollte.

  • Ingrid Wesseley

    |

    Kann man die wenig erhellenden ewigen Zwiegespräche z.B.
    Johann Schmidt, Angelika Oetken usw mal abschliesen?

  • Angelika Oetken

    |

    @Johann Schmidt,

    Ihre Frage, was passiert, falls die Ermittlungen eingestellt werden ist gut. Aber selbst wenn das eintreten sollte, ist ja anhand des Skandals deutlich geworden, dass aufgeklärt und aufgearbeitet werden muss und Veränderungen absolut notwendig sind.
    Ich bin, was die Bereitschaft und Fähigkeit von Verwaltungsapparaten sich zu wandeln angeht, sehr skeptisch. Selbst wenn ein neu gewählter Stadtrat in der Stadtverwaltung Führungspositionen anders besetzen und Abläufe verändern sollte, heißt das nicht, dass fortan auch anders gearbeitet wird. So etwas ist aufwändig und braucht viel Zeit und Menschen mit guten Führungskompetenzen. Zumal die Stadtverordneten, wie das in Kommunen üblich ist, die verschiedenen Ressorts leiten.

    Deshalb kommt doch den Medien und den NGOs eine so große Bedeutung als Regulativ zu. Wie schätzen Sie in der Hinsicht die Lage in Regensburg bzw. der Oberpfalz ein?

    VG
    Angelika Oetken

  • mk

    |

    @ Stadtverordneten

    Sie sprechen wohl von den Referenten/berufsmäßigen Stadträten. Frau @Oetken.

    Einige stehen zur Neuwahl an. Eigentlich wollte man den fraglichen Persönlichkeiten durch Votum des Rates verlängern – ohne Ausschreibung, sofern sie nicht aus dem Dienst aus Altersgründen ausscheiden. Dieses Verlängerungs-Votum sollte man gründlich überdenken. Denn wer, wen nicht diese Verwaltungsspitze, muss zwangsläufig das SYSTEM SCHAIDINGER, und sei es durch duldendes Wegschauen, gestützt haben. So konnten beispielsweise die – auf einem anderen Thread diskutierten und – erteilten Hallen-Genehmigungen durch die OBs nicht das „Licht der Verwaltung“ erblickt haben, ohne Spuren zu hinterlassen.

    Die Domstadt braucht neue, couragierte und demokratisch gereifte Fachleute, die regelmäßig von ihrem Recht der Abstimmung im Rat Gebrauch machen und sich nicht – wie in der Vergangenheit – einer Entwicklung zum Gutherrentum anpassen.

    Ich bin also sehr dafür, folgende Posten der https://www.regensburg.de/rathaus/stadtpolitik/stadtrat/berufsmaessige-stadtratsmitglieder tournusgemäß neu auszuschreiben:

    Planungs- und Baureferent
    Rechtsreferent
    Wirtschafts- und Finanzreferent

  • mkveits

    |

    Zuordnung: Verfasser mk – muss heißen: mkveits

  • Johann Schmidt

    |

    Mit Rücksichtnahme auf @Ingrid Weseley möchte ich auf Ihre Fragen, @Angelika Oetken, hier nicht weiter eingehen.
    Der Verweis auf die (gefühlte) Ewigkeit der Zwiegespräche gewisser Personen ist nicht unbegründet. Thema des Blogs ist ja immerhin einer der verdientesten Regensburger.
    Und schließlich sollte ja das Geburtstagskind im Mittelpunkt stehen. Also weiter mit dem Bashing, das bei gefühlten 99% liegt.
    An anderer Stelle kam mal die Empfehlung, einfach auf das Konsumieren derart tendenziöser Blogs und Kommentare zu verzichten, Sie haben die Wahl @Ingrid Wesseley

  • Angelika Oetken

    |

    @Johann Schmidt,

    ich kenne die Beweggründe nicht, die @Ingrid Weseley zu ihrem Kommentar veranlasst haben. Wenn es sich z.B. um eine in der Stadtverwaltung beschäftigte Person handelt, wäre die Motivationslage klar. Und wir sollten uns gerade in solchen Fällen nicht von einer entsprechenden Debatte abhalten lassen.

    VG
    Angelika Oetken

  • melle

    |

    @Johann Schmidt
    @Angelika Oetken
    Bitte diskutieren Sie doch weiter! Ausschließlich Herr Aigner könnte Ihnen das Recht dazu anpsrechen, sonst niemand.

  • melle

    |

    absprechen, nicht: anpsrechen.
    sry

  • Angelika Oetken

    |

    @mkveits,

    @Johann Schmidt wies ja gestern darauf hin, dass der Stadtrat beschlossen hat, Transparency International um eine Einschätzung zu bitten. Das halte ich für eine sehr gute Idee.

    Denn gerade das auf Regensburg Digital viel diskutierte, als „Aufarbeitung“ bezeichnete Projekt des Bistums Regensburg veranschaulicht ja, wie wichtig es ist, sich in einer solchen komplexen und verfahrenen Lage Hilfe von einer wirklich unabhängigen Fachstelle zu holen. Ansonsten verliert man die Glaubwürdigkeit ganz.

    Ich hoffe, dass der Stadtrat in der Hinsicht aufgeschlossener ist als die Diözese.

    VG
    Angelika Oetken

  • Mathilde Vietze

    |

    Ich bin mir nicht sicher, ob Herr Schaidinger sich sehr viel aus
    den Laudationes zu seinem Geburtstag macht. Schließlich ist
    er eher ein spröder Typ, einer, der zum Lachen in den Keller
    geht.

  • Matthias B.

    |

    MV muss es ja wissen!
    Schaidinger hat sich bislang als glänzender Selbstdarsteller gefallen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit ein äußerst eiteles Gebaren an den Tag gelegt. Dass er nun plötzlich das Licht der Öffentlichkeit meidet (und auch auf einen publicityträchtigen Schwof auf dem Theaterball verzichtet), liegt vielmehr im Publikwerden der monatlichen 20.000 Euro Tretzel-Zuweisung, einem Skipper und dem Überlassen einer Yacht begründet.

  • Matthias B.

    |

    P.S.: Es muss natürlich heißen: „eines Skippers“ der Dativ ist immer noch dem Genitiv sein Tod. Ich heiß ja nicht Eckl! Sorry.

  • peter

    |

    @Johann Schmidt
    @Angelika Oetken

    könnten sie es sich bitte angewöhnen das „@“ zeichen so zu verwendenden, wie es sich gehört.

    will heissen, wenn mensch kommentare schreibt, bedeutet „@“ AN
    um so einen bezug zu einem vorangegangenem kommentar herzustellen.
    wenn ich sätze wie
    „ich kenne die Beweggründe nicht, die @Ingrid Weseley zu ihrem Kommentar veranlasst haben“
    lesen muss, krieg ich jedesmal krumme fussnägel
    ansonnsten hoffe ich weiterhin auf erhellendes…

  • Angelika Oetken

    |

    @peter,

    da Sie die Formulierung „wie es sich gehört“ verwenden, frage ich Sie um Rat, denn Sie scheinen sich ja mit den Regeln der Internetkommunikation auszukennen.

    Überall dort, wo in Foren und Blogs unter Pseudonym kommentiert werden darf, ist es schwer, festzustellen, ob jemand, der einen echt erscheinenden Namen benutzt, auch in Realität so heißt. Und da ich es würdigen möchte, wenn jemand seine Kommentare nicht hinter einem Nickname verbirgt, schreibe ich im Netz nur Leute ohne weitere Kennzeichnung an, wenn ich sicher bin, dass sie unter Echtnamen schreiben. Andere bekommen ein „@“. Das haben Sie kritisiert. Wäre es Ihrer Meinung nach besser, mutmaßliche Nicknames in Anführungszeichen zu setzen? Wenn ich Sie meine, also „peter“ zu schreiben? Oder haben Sie einen anderen Vorschlag?

    Viele Grüße von
    Angelika Oetken

    P.S. Johann Schmidt, werde ich fortan als Johann Schmidt ansprechen. Ich bin nämlich mittlerweile davon überzeugt, dass er unter Echtnamen kommentiert

  • gustl

    |

    Es gibt unterschiedliche Ansichten was rechtens ist, was grad noch so geht oder Unrecht ist. Sprecht doch mal einen Hundebesitzer an, wie er das so sieht, wenn sein Hund gerade eine Hauswand anpisst. In Straubing und noch in Freiheit befinden sich viele Politiker, die der Ansicht sind, dass sie nur Gutes für die Stadt tun wollten und sie deshalb kein Unrecht begangen haben.

  • El

    |

    Je länger ich über diesen aktuell sichtbar werdenden Irrsinn nachdenke, desto absurder kommt mir das alles vor.

    Im Frühjahr, nach der Schneeschmelze, erscheinen ja die Krokusse und andere Schönheiten im Grün der Stadt . Was auch sichtbar wird, sind die vielen Kackhaufen, die sich so ansammlen konnten unter der weißen verhüllenden und gnädigen Decke des Winters.

    Der Führungsstil, der sich über Jahrzehnte etablieren konnte, hat ja nicht nur einen Kaiser unter Königen hervorgebracht. Das Wort „Wie der Herr, so’s Gescherr“ gilt.

    Die regelmäßig hier in regensburg digital aufgezeigten Unrechtsentscheidungen, Verzögerungstaktiken, Abkanzelungen usw. des Jobcenters können exemplarisch gesehen werden für eine Stadtverwaltung, wo der Dienstleistungsgedanke noch immer nicht wirklich Fuß fassen konnte.

    Die Angestellten in den Ämtern leben von den Geldern der Bürger . Daher sind sie diesen auch verpflichtet . Dazu, , ihre Arbeit zügig und freundlich zu tun und absolut im Sinne des Kunden. Was auch heisst, ihm_ ihr alle Möglichkeiten aufzuzeigen, die in der angefragten Notlage für dieseN bereitstehen.
    Es gibt viele Angestellte, die diesem Gedanken gerecht werden und es gibt einen sehr großen Teil , der dem nicht gerecht wird.

    Die a la Sonnenkönigen so tun, als würden Gelder, die sie geben MÜSSEN , ein persönlicher Akt der Gnade sein. Die Entscheidungen tw. monatelang dauern lassen. Vorgänge verkomplizieren oder verschleifen.

    Eine ganz kleine, kürzlich erlebte Episode, soll das verdeutlichen.

    Ich , Kundin auf einem der Rgbg. Ämter. Mein Anliegen ist getan und ich verlasse die Amtsstube. Da ich auf die Toilette muss, frage ich am Gang herumratschende Angestellte, wo es denn eine Kundentoilette gäbe.
    Die Antwort war, diese sei kaputt. Es wird weitergeratscht und ich stehe weiter herum, mit voller Blase.
    Hmmm – ja. Ich frage nach, wo denn die anderen Kundinnen so ihre Geschäfte tätigen würden . Die Antwort ist, dass wisse er auch nicht.
    Es wird wiederum weitergeratscht.
    Auf meine Anmerkung, ob dies eigentlich Kundenfreundlichkeit sei, was mir da gerade präsentiert würde, wird mir endlich Auskunft gegeben, wohin des Wegs .

    Auch wenn es bei dem geschilderten Vorgang nicht um einen amtlichen geht, so steht die Art und Weise des Abgefertigt-Werdens , des Stehengelassen-Werdens, weil man jetzt mit dem Kollegen ratscht und des Nicht-Weitergeholfen-Bekommens exemplarisch für vielerlei Vorgänge, die ich in und mit der Stadt und ihren Bediensteten schon erleben musste.

  • Johann Schmidt

    |

    @peter

    Herzlichen Dank für Ihre Aufklärung. Zwar kann man aus der Form Ihres Kommentars nicht zwingend ableiten , dass Sie ein eifriger Verfechter deutscher Grammatik und Schreibweise wären, aber das @ habe ich zugegebenermaßen falsch verwendet. Es mag wohl daran liegen, dass ich in einem Gespräch mein Gegenüber gern mit Namen anspreche.
    Die aüssere Form ist zwar wichtig – vor allem für ältere Jahrgänge-, aber ich möchte auch darum bitten, dass sich jeder Kommentator was den Inhalt betrifft an die Grundsätze gewaltfreier Kommunikation hält.

    Zur Veranschaulichung eine mögliche, nicht Gewalt freie Reaktion von meiner Seite:
    Wenn sich bei Ihnen beim Lesen von Texten, die nicht in ihr fest zementiertes Weltbild passen, krankhafte Veränderungen Ihrer Extremitäten zeigen, wäre es angebracht, ärztlichen Rat einzuholen. Ende des Beispiels.

    Gerne würde ich auch auf Ihre in einem Wort versteckte Frage „erhellendes…“ eingehen.
    Doch leider kann ich weder bei Ihnen noch bei Ihrer in Schutz genommenen Co-Kommentatorin eine eindeutige Zielrichtung für das „Erhellen“ finden.

  • Jahnsinnig

    |

    @blauäugig

    24. Februar 2017 um 08:12 | #

    @jahnsinnig Wieso soll nur einer der drei Bauträger aufgeflogen sein? Gegen die anderen wird doch auch schon längst ermittelt!
    Sie sind schlimmer als Vietze, und posten unabhängig von den längst veröffentlichten Fakten, nur um als ceterum censeo Ihren braunen brutus platzieren zu können.
    Das ist so nicht ganz richtig,
    wer Spenden gestückelt entgegengenommen hat muss gehen. (meine Meinung)
    ….
    @blauäugig (zu jahnsinnig):
    Ist doch egal, aber Hauptsache der „braune Brutus“ ist jetzt zu erkennen. Da hatte man in der Vergangenheit als sich sogar ein Geistlicher für einen F. mit Reichskriegsfl. „stark“ machte, einige Probleme diese Dinge einzuordnen.
    Hmm?
    Wo hing denn die Reichskriegsflagge und wer war der mit dem Hitlergruss so ab und zu?
    Da gabs doch mal ein Foto.
    P.s
    Ceterum censeo Brutus esse delendam

  • Norbert Steiner

    |

    @Jahnsinnig:
    Ich wußte bislang nicht, dass Brutus eine Dame war. Der lateinische Satz des röm. Senators Scipio ( Punische Kriege) passte eben.
    Auch geschichtlich wäre das eine oder andere anzumerken: Diese Flagge der Kaiserlichen Marine spukt noch immer in den Köpfen, die im Geschichtsunterricht viel versäumten. Bis 1892 diente sie der Kaiserl. Marine .Später 1921 wurde Sie zur Reichskriegsflagge. Sie ist bis heute nicht verboten. Nur mit dem komischen Runenkreuz ist sie aus der Öffentlichkeit verbannt. Im übrigen ist das Kreuz aus der Reichskriegsflagge dem Kreuz aus derZeit der Kreuzzüge entnommen und ziert die Deutschherrenflagge. Und der Orden ist wahrlich christlich. Und dies sollten die großen geschaiden auch begreifen und endlich mit der Geschichte zufrieden geben.

  • reminder

    |

    @Norbert Steiner: Ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, zumal es eigentlich nichts mit dem Artikel zu tun hat, der hier kommentiert werden soll: Aber selbst die Kirche tut sich mittlerweile schwer damit, ihre diversen bewaffneten Arme (von denen der Deutschherrenorden ja nur einer war) oder ihr Vorgehen waehrend der Kreuzzuege als ‚wahrlich christlich‘ zu bezeichnen. Und wenn sich heute jemand hinter der kaiserlichen Reichskriegsflagge sammelt, dann ist das eben inzwischen ein eindeutiges Statement. Und zwar eines, das mit unserer demokrtischen Grundordnung nicht in Einklang zu bringen ist. Ganz unabhaengig davon, wofuer sie vielleicht frueher einmal gestanden haben mag. Sonst koennten wir uns ja auch bequem darauf zurueckziehen, dass das Hakenkreuz ja eigentlich ein Sonnenrad ist, das urspruenglich nichts mit dem dritten Reich zu tun hatte. Und das wuerde Sie ja wohl auch nicht gut heissen, nehme ich an?

  • reminder

    |

    @jahnsinnig: Mal abgesehen vom fehlerhaften Latein, kann man auch geteilter Meinung darueber sein, wie gelungen oder geschmackvoll es ist, zur Zerstoerung/Vernichtung einer Person aufzurufen. Wir reden hier ja immerhin von realen Menschen und nicht von den erfundenen Figuren eines Asterix-Hefts.

  • Rumpelstilzchen

    |

    @ Norbert Steiner: Hat das Archiv des Inkremierten dessen Mitarbeiter übernommen, der in der Stadtverwaltung eine erstaunliche Karriere hingelegt hat?

    Zur Information der Bericht der Verwaltung über Präventions-
    und Kontrollmechanismen in der Verwaltung, der in der letzten Stadtratssitzung vorgelegt wurde:
    https://srv19.regensburg.de/bi/___tmp/tmp/45081036614841881/614841881/00230187/87.pdf
    Wer ihn ließt, muß zum Ergebnis kommen, es ist alles bestens geregelt. Das, was derzeit in der ganzen Republik als Korruptionsskandal Aufmerksamkeit erregt, hat mit Regensburg nichts zu tun. Also weiter so!

  • Johann Schmidt

    |

    Nachdem das allgemeine Bashing kein Ende nimmt, muss ich zur Belebung der Diskussion und deren Ausgewogenheit die Rolle des Advocatus diaboli übernehmen.

    Ein kleiner Einschub sei hier erlaubt. Ich wähle hier bewusst einen lateinischen Ausdruck – wie auf RD inzwischen üblich – um auch Primaner mit Hang zur Altphilologie an die Politik heranzuführen. Ein weiterer Grund, den ich nicht verschweigen möchte ist der, dass sich bei einigen „Lateinversuchen“ hier in RD bedauerlicherweise Fehler eingeschlichen haben, die uns kein Primaner verzeiht: die falsche Verwendung des AcI bei: Ceterum censeo Brutus esse delendam.
    Die grammatikalische Erklärung führt hier zu weit, bitte bei Wikipedia nachlesen oder Euren Latein lernenden Sprössling fragen.
    Wahrscheinlich ist dem Verfasser des abgewandelten Zitats auch dessen Bedeutung nicht bewusst. Der öffentliche Aufruf, einen Menschen – bei Brutus handelt es sich eindeutig um unseren Jubilar – zu vernichten wird im Strafgesetzbuch mit §111 gewürdigt. Aufruf zu Mord ist kein Bestandteil freier Meinungsäußerung.

    Die Verdienste, Ämter, Auszeichnungen – kurz gesagt die Lebensleistumg des Jubilars muss nicht wiederholt werden. Nimmt man die satirische Festschrift und entfernt die Satire und einige unangebrachte Bemerkungen hat man eine umfassende Laudatio vorliegen.

    Worin ist nun der ungebremste Eifer der Ankläger begründet? Objektiv betrachtet hat doch der Jubilar immer gesetzestreu gehandelt und wurde in keinem Fall strafrechtlich belangt. Einzuräumen wäre lediglich das laufende Ermittlungsverfahren. Aber hier gilt ja bekanntlich bis zum Abschluss des Verfahrens die Unschuldsvermutung. Die drei Säulen unserer Demokratie sollten auch den Anklägern ein Begriff sein. Der Jubilar ist nicht schuldig!

    Die Antwort nach der Motivation der Ankläger liegt im Wesen des Menschen begründet. Es sind die Laster Neid und Missgunst gepaart mit Hass.
    Der Jubilar hat all die Ziele erreicht, die in unserem nicht hinterfragten Wertesystem wichtig sind: Geld, Ansehen und Macht. In Anlehnung an einen bekannten Slogan können aus dem Mund des Jubilars auch die Worte kommen: Mein Haus, mein Auto,mein Flugzeug.
    Er hat’s geschafft! Wieso ich nicht fragt sich der Ankläger.

    Manche Mitbürger, die zwar vom Leistungswillen beseelt sind , aber aus welchen Gründen auch immer dieses Wertesystem nicht erfüllen können, neigen dazu, die Ursachen dafür in denen zu suchen, die es geschafft haben. Es wird mit allen möglichen Ausreden und Erklärungen bis hin zu Unterstellungen und Verleumdungen versucht , den Erfolgreichen zu diskreditieren und darin Befriedigung zu finden.

    Unser Jubilar ist sich seiner Verantwortung bewusst und tut alles, um diesen Zwiespalt nicht noch zu vergrößern. Er zieht sich gerne in den Ruhestand und damit aus der Öffentlichkeit zurück. Er bietet keine Angriffsfläche für Neid und Missgunst. So wie es für einen Ehrenbürger der Stadt Regensburg angemessen ist.

  • Norbert Steiner

    |

    @Rumpelstilzchen: Ich weiß nicht, wer das Konvolut erwarb.

  • Jahnsinnig

    |

    @ Johann S

    Was soll den das werden?
    Soll ich korrekt mit AcI Brutum schreiben.
    Und eine relale Person ist das nicht sonndern eine politische „Kunst“Figur.
    Was soll dieses Ehrenbürger Geschwätz. Das wird er die längste Zeit gewesen sein.
    Aaaaaaaah und Kritik wird mit den Kritikern endsorgt sehr erfolgreich!
    Und Zitat: dieses Wertesystem nicht erfüllen können.
    Welches Wertesystem ??? Spenden nicht in gewünschter Höhe abliefern?
    Unsere Stadt wuchs dynamisch weil sie geil ist und dieses Wachstum korrupte Politiker nicht verhindern konnten. Die Herren von der CSU waren ja früher sogar gegen die Ansiedelung von Siemens.
    Wie würde die Stadt dastehen hätte sie selbst die Grundstücke bebaut?
    Mit Generalunternehmern?
    Dann hätte die Stadt sicher einige 100 MIO mehr. Nennen Sie das Erfolg?
    Nur weil ein korruptes System nicht auffliegt.
    So ein unreifes Gerede lieber Herr Schmidt.

  • mkveits

    |

    Die Zeit scheint mir reif zu sein – für ein erstes (!) lokales Bürgerbegehren, etwa des Inhalts:

    „Sind Sie dafür, dass dem Alt-OB Schaidinger die Ehrenbürgerwürde entzogen wird?“

    Gründe für den Entzug finden sich zuhauf auf dieser Webseite.

    Liste von 1820 an
    https://www.regensburg.de/rathaus/ehrenbuerger-und-medaillen/ehrenbuerger

  • Schmidt Johann

    |

    @jahnsinnig

    es hat gewirkt, die Diskussion wurde mit Ihrem Beitrag belebt.
    Dee Korrektur von Brutus in Brutum ist schon ein guter Ansatz,
    aber zu dem Wort delendam sollten Sie sich auch noch ein paar Gedanken machen,
    denn sonst könnte es Ihnen ergehen wie jenem Aktivisten der palästinensischen Befreiungsorganisation in Monty Pythons Film „Das Leben des Brian“…

  • Schmidt Johann

    |

    @jahnsinnig

    Sorry ein kleiner Fehler. Im Film handelte es sich um die „Volksfront von Judäa“ nicht um die „palästinensische Befreiungsorganisation“.

  • reminder

    |

    @mkveits:
    So schwerwiegend die Verdachtsmomente gegen Schaidinger auch sein mögen: Noch ist nichts rechtskräftig erweisen, oder täusche ich mich da? Und die politische Aufarbeitung der Vorkommnisse kommt ja dank des Stadtrats, der mehrheitlich leider immer noch nicht bereit ist, sich seiner Verantwortung zu stellen, auch nicht voran. Auf welcher Grundlage sollte man die Entziehung der Ehrenbürgerwürde also seriöser Weise zum jetzigen Zeitpunkt fordern?

    Kein Zweifel, sobald sich die Vorwürfe gegen Schaidiner hinreichend erhärten lassen, wäre die (Forderung nach der) Aberkennung der Ehrenbürgerwürde nur ein selbstverständlicher Schritt.

    Davon abgesehen aber mal etwas provozierend in den Raum gestellt: Wen ich mir so anschaue, wer alles auf der Liste der Ehrenbürger steht (natürlich keine einzige Frau!), bin ich mir gar nicht so sicher, was da die größere Strafe ist: Die Ehrenbürgerwürde entzogen zu bekommen oder es hinnehmen müssen, weiterhin als Ehrenbürger geführt zu werden.

    Und werfen Sie doch auch mal einen Blick auf die Ehrenbürgerlücke zwischen 1929 und 1950. Einerseits gut, dass die Betreffenden dort nicht mehr stehen. Andererseits schade, dass man quasi ausblendet, wer in der Vergangenheit schon mal alles Ehrenbürger der Stadt war. Vielleicht ist die Ehrenbürgerwürde ohnehin (zumindest in ihrer jetzigen Form) ein überkommenes Relikt aus längst vergangenen Zeiten?

  • Jahnsinnig

    |

    Kommentar gelöscht. Keine Beleidigungen.

  • Norbert Steiner

    |

    @mkveits:
    Ich bin mit Sicherheit dabei diesem Antrag meine Stimme zu geben.
    Weil, gerade ist der Haftbefehl ausgesetzt, da noch andere heftig involviert wären. Auich die StA Regensburg. Wer ging denn bei Schaidinger ein und aus? War es nicht ein gewisser Hauruck???? Der müßte doch über diesen langen Zeitraum gewusst haben, was in der Stadt läuft; aber nicht rund läuft. Jeder, der sich nicht fügte, mußte Probleme befürchten. Ich habe einen Beweis! Hat man schon gefragt, ob Z.und B.im Boot dabei waren?
    Ich hoffe, der Sumpf wird trocken gelegt.

  • Angelika Oetken

    |

    Sehr geehrter Herr Schmidt,

    Sie haben gestern in Ihrem Kommentar Teufels Anwalt gespielt und die Frage nach den Bemessungsgrundlagen von Erfolg und Lebensleistungen eingebracht. Ich halte das für einen absolut zentralen Punkt. Denn aus dem Austausch, den ich im Hintergrund mit einigen Ortskundigen halte, leite ich ab, dass es weniger Neid auf Positionen und Sachwerte ist, der diese Menschen dazu bewegt, sich mit dem aktuellen Korruptionsskandal auseinanderzusetzen, sondern die Sorge um die Grundlagen des sozialen und politischen Miteinanders.

    Wo es Indizien dafür gibt, dass der Grad an Übergriffigkeit, Klüngelei und Eigennutz „Erfolg“ bewirkt, muss aufgearbeitet werden.

    Korruption zerstört die Basis jeden Gemeinwesens, da sie Regelbruch geradezu herausfordert. Ein Mindestmaß an Vertrauensvorschuss immer möglich sein, gerade gegenüber politischen Funktionären und MitarbeiterInnen der öffentlichen Verwaltung.

    VG
    Angelika Oetken

  • mkveits

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    Das Outfit ändern

    Solange dieser Skandal nicht in aller Tiefe und Weite, auch jenseits des Strafrechts, aufgearbeitet ist, damit – wie @ Frau Oetken schreibt – den neuen Vertretungs- und Verwaltungsstrukturen wieder Vertrauen gewährt werden kann, solange schlage ich vor:

    Tragen wir weiß!

    Die Frauen mögen modisch beginnen, sich die Dems Women als Vorbild nehmen.
    https://twitter.com/hashtag/WomenWearWhite?src=hash

    So fangen wir gemeinsam an, REGENSBURG OUTFIT schrittweise von Grund auf zu ändern. Regensburg braucht eine bürgerschaftliche Bewegung. Alle Veränderung kommt von unten – bottom up.

    Dieses Outfit muss uns einfürallemal erspart bleiben
    https://en.wikipedia.org/wiki/Chicago_Outfit

  • Schmidt Johann

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    Sehr geehrte Frau Oetken,

    mit der Rolle des A.d. habe ich mir es zugegebenermaßen leicht gemacht, das Thema
    von allen Seiten gleichzeitig provokant anzugehen und jedem, der sich dazu Gedanken machen möchte, neue Denkanstöße zu geben. Der Leserkreis beschränkt sich ja nicht nur auf die Kommentatoren. Aus Ihrer Sicht war das vielleicht zu aggressiv.

    In der Aufzählung menschlicher Wesenszüge habe ich die positiven Seiten, wie z.B. die Empathie leider unterschlagen. Danke für Ihren freundlichen Hinweis.

    In Ihren Kommentaren – auch zu anderen unerfreulichen Themen – sehe ich immer wieder ein ungebrochen positives Menschenbild, das wohl auf sehr viel Erfahrung und natürlich profundem Wissen beruht.

    Grüße
    Johann Schmidt

  • Angelika Oetken

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    Sehr geehrter Herr Schmidt,

    soweit ich informiert bin, geht die rhetorische Methode, zwei konträre Denkfiguren gegeneinander argumentieren zu lassen, auf Kirchenrechtsprozesse zurück. Dort als „advocatus diaboli“ und „advocatus dei“ bezeichnet. Deshalb habe ich Ihre Argumentation nicht als aggressiv, sondern als fokussiert aufgefasst. Wobei ich, wenn ich meine Perspektive einbringe, eher die einer Bürgerin einnehme, die hofft, dass die Ermittlungen und Debatten um die als „Regensburger Korruptionsskandal“ bezeichneten Angelegenheiten auch die Aufklärung der institutionellen Missbrauchsverbrechen, die in den Einrichtungen des Bistums geschehen sind bringen.

    Zu meinem Menschenbild: ich freue mich sehr, dass Sie in dem, was ich schreibe ein positives erkennen. Ich vertrete damit eine Haltung. Grundsätzlich begegne ich Menschen eher mit gesunder Skepsis, denn all zu optimistisch. Trotzdem: Veränderungen initiiert nur, wer Anderen mit Wohlwollen begegnet. Kritisieren ist leicht. Nützlich dagegen sind nur konkrete Vorschläge zur Verbesserung. Und wirksam letztlich nur das, was auch konkret umgesetzt wird. Der Volksmund formuliert nicht ohne Grund: „Es gibt nix Gutes, außer man tut es“.

    Ich bin gespannt, wie es in Regensburg weitergeht.

    VG
    Angelika Oetken

  • Lenerl

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    @ Angelika Oetken:

    Vielen Dank, Frau Oetken, für Ihren Kommentar: „Denn aus dem Austausch, den ich im Hintergrund mit einigen Ortskundigen halte, leite ich ab, dass es weniger Neid auf Positionen und Sachwerte ist, der diese Menschen dazu bewegt, sich mit dem aktuellen Korruptionsskandal auseinanderzusetzen, sondern die Sorge um die Grundlagen des sozialen und politischen Miteinanders. (…) Korruption zerstört die Basis jeden Gemeinwesens, da sie Regelbruch geradezu herausfordert.“

    So sehe und beobachte ich das auch. Genau das ist es, worum es geht. Schön, dass Sie so sachlich daran erinnern.

  • Lenerl

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    @ Johann Schmidt:

    # Ironie an (# Cool, oder # Das habe ich bei RD gelernt) ;-)

    Wenn man diese Diskussion verfolgt hat, dann wurde einem schnell klar, dass sie irgendwann bei Monty Python enden muss. Dass Sie es dann aber gleich so versauen, Herr Schmidt, das hätte ich von Ihnen nicht erwartet! Informieren Sie sich doch mal, bevor Sie hier irgendwelche Thesen von palästinensischen Befreiungsorganisationen in die Welt posaunen! ;-) Gut, es ist Ihnen zumindest gleich aufgefallen. Aber mit „kleiner Fehler“ untertreiben Sie hier gewaltig!

    Was mir dazu einfällt? Ich kann es mir nicht verkneifen:
    „Ratisboner eunt domes!“
    Wenn Sie mir jetzt noch sagen, an welche Mauer ich morgen die korrigierte Version pinseln darf, dann ist alles wieder gut! Wie es dann genau zu formulieren wäre, erklären Sie mir sicher?

  • Schmidt Johann

    |

    @Lenerl

    Jeder Versuch diesen unsäglichen Fauxpas zu erklären dürfte in kürzester Zeit von jedem einigermaßen geschichtsbewussten Leser in irgendeiner Form als politisch nicht korrekt entlarvt werden. Drum lass ich’s lieber.

    Regensburg’s Mauern mit Graffiti zu verschönern würde ich eher nicht empfehlen – zumal es jetzt jeder weiß. Auch ein entsprechend
    „korrigierter“ Satz ( z.B. Cives Ratibonenses ite domum ) trifft wohl die falsche Zielgruppe, außer sie wollen die Sperrstunde verkürzen.

    Der Fasching ist vorbei, das Jubiläum des Alt-OB ebenfalls, der Neu-OB darf heute seinen Geburtstag feiern.

    Ab sofort werde ich wieder zur gebotenen Ernsthaftigkeit zurückkehren, ohne mich nicht vorher in aller Form bei all denen zu entschuldigen, die sich durch meine Äußerungen beleidigt fühlen.

  • Unsere Klick-Top Ten 2017 » Regensburg Digital

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    […] Zum 68. Geburtstag von Hans Schaidinger am 23. Februar veröffentlicht unsere Autorin Bianca Haslbec…. Zu diesem Zeitpunkt ist bereits seit einem Monat bekannt, dass in der Korruptionsaffäre auch gegen Schaidinger ermittelt wird. Im Fokus: ein monatlich mit 20.000 Euro dotierter Beratervertrag und Segeltörns auf einer Baulöwen-Yacht. Dass es Schaidinger ähnlich ergehen wird wie Joachim Wolbergs steht angesichts der glücklichen Fügung der Verjährung kaum zu befürchten, obwohl viele hinter ihm den Drahtzieher einer seit Jahrzehnten korrupten Baupolitik in Regensburg sehen. Entsprechend fallen auch Bianca Haslbecks Glückwünsche aus: „Insofern darf man Hans Schaidinger getrost gratulieren – nicht nur zum Geburtstag, sondern vor allem zur Aufzucht eines ganz erstaunlichen Gewächses, das sich schimmelpilzartig auf den Nachfolger, die Verwaltung, die städtischen Tochtergesellschaften, die Wirtschaft, die Banken und den Sport ausgebreitet hat.“ Ja, vielen Dank dafür, Herr Schaidinger! […]

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