Wie sich der DGB ein dickes Ei gelegt hat...

Nie dagewesen: Gewerkschaft streikt gegen Gewerkschaft

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Es ist in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht vorgekommen: Am morgigen Dienstag bestreikt sich die Gewerkschaft quasi selbst. ver.di hat rund 700 Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen. Die zentrale Kundgebung findet in Berlin statt – direkt vor der Zentrale des Deutschen Gewerkschaftsbundes.
Beschäftigte des DGB Rechtsschutzes in Regensburg. Die Gewerkschaft ver.di hat sie für Dienstag zum Warnstreik aufgerufen. Foto: pm

Beschäftigte des DGB Rechtsschutzes in Regensburg. Die Gewerkschaft ver.di hat sie für Dienstag zum Warnstreik aufgerufen. Foto: pm

Was rechtlich eigentlich nicht möglich ist – Tarifkonflikte innerhalb der Gewerkschaft werden vor einer Einigungsstelle gelöst – hat sich der DGB vor gut 14 Jahren selbst eingebrockt. 1998 wurde der Rechtsschutz in eine eigene GmbH ausgelagert. Rein formal gelten deren Beschäftigte, zu 90 Prozent Volljuristen, nicht als Angestellte des DGB, sondern eben besagter Tochtergesellschaft: der DGB Rechtsschutz GmbH. Über diese werden fast sämtliche Rechtsstreitigkeiten, die Gewerkschaftsmitglieder mit ihren Arbeitgebern austragen abgearbeitet. Die Geschäftsstellen des DGB Rechtsschutzes in Regensburg und Weiden erstritten in den letzten Jahren allein für die Mitglieder der Gewerkschaft ver.di 1,2 – übrigens nur der zweitgrößte „Auftraggeber“ – rund 1,2 Millionen Euro.

„Blödheit gehört bestraft“

Die Bezahlung der Juristen, die das erledigen lässt nach den Worten des bayerischen Verhandlungsführers in der Tarifkommission – Bernd Strietzel aus Regensburg – allerdings zu wünschen übrig. In den letzten zehn Jahren habe es keine nennenswerten Erhöhungen gegeben. „Ein Volljurist beim DGB Rechtsschutz verdient in der Spitze rund 4.300 Euro.“ Zum Vergleich: Ein Gewerkschaftssekretär bei ver.di liegt beim Gehalt um 500, bei der IG Metall um etwa 1.000 Euro darüber. „Ich weiß, dass dieser Streik als politisches Signal für die Gewerkschaften verheerend ist“, sagt Strietzel, „aber Blödheit gehört bestraft.“ Blödheit? In der diesjährigen Verhandlungsrunde fordern die Beschäftigten 6,5 Prozent mehr Gehalt, die DGB Rechtsschutz GmbH ist trotz wochenlanger Verhandlungen und Streikdrohung bei ihrem Angebot von 0,9 Prozent geblieben. Zum Vergleich: Im öffentlichen Dienst gab es im vergangen Jahr eine Lohnerhöhung von rund 3,5 Prozent. Die Begründung der DGB GmbH – wie auch schon für die „Lohnzurückhaltung“ in den letzten Jahren: Wir haben kein Geld.

DGB führt Zuwächse nicht an GmbH ab

Das erscheint erstaunlich. Denn Geld wäre da, zumindest mehr als in den letzten Jahren. Der DGB finanziert sich aus den Beiträgen der einzelnen Mitgliedsgewerkschaften – ver.di, IG Metall, IG Bau NGG usw.. Diese führen jeweils zwölf Prozent ihrer Mitgliedsbeiträge an den DGB ab und stellen damit dessen Finanzierung sicher, darunter eben auch den Rechtsschutz für alle Gewerkschaftsmitglieder, egal in welchem Bereich. Gerade bei den beiden größten Mitgliedsgewerkschaften – ver.di und IG Metall – sind die Einnahmen in den letzten Jahren gestiegen. Für 2011 und 2012 konnte der IG Metall-Vorsitzende Berthold Huber sogar zwei Mal in Folge Mitgliedszuwächse und nie dagewesene Rekordeinnahmen verkünden. Entsprechend steigt auch der Beitrag an den DGB. Doch der wiederum weigert sich, diese Zuwächse auch im selben Maß an seine Rechtsschutz GmbH weiterzugeben. Und so werden dort die Beschäftigten mit „Wir haben kein Geld“ abgespeist, während der DGB sich formal darauf berufen kann, dass dies ja nicht seine Beschäftigten seien, sondern die der GmbH.

Politisch verheerendes Signal für die Gewerkschaften

„Auf unsere Forderungen wurde einfach nicht reagiert. Trotz Streikdrohung“, ärgert sich Strietzel. Für den morgigen Dienstag rechnet er mit einer Beteiligung von 75 Prozent. „Wenn eine Tochtergesellschaft sagt, sie hat kein Geld, dann streikt man auch vor der Zentrale der übergeordneten Holding.“ Deshalb fahre man nach Berlin. Wenn dann nicht reagiert werde, könne man auch länger in den Streik treten. So oder so hat der DGB mit seiner harten Haltung gegenüber der Rechtsschutz GmbH sich und seinen Mitgliedsgewerkschaften politisch gesehen bereits jetzt ein echtes Ei gelegt. Wer für eine faire Entlohnung der Beschäftigten eintritt, sollte das auch selbst umsetzen. Und es ist kaum zu erwarten, dass die breite Öffentlichkeit zwischen dem DGB und den Einzelgewerkschaften, und schon gar nicht zwischen DGB und einer DGB GmbH differenzieren wird. Blödheit gehört eben bestraft.

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Kommentare (25)

  • Joachim Datko

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    Gute Bezahlung!

    Zitat aus dem Artikel : „Ein Volljurist beim DGB Rechtsschutz verdient in der Spitze rund 4.300 Euro.“

    Das ist sicher nicht wenig, insbesondere, wenn es eventuell noch Zusätze, wie Urlaubsgeld gibt. Das Jahresgehalt wäre aussagekräftiger.

  • Clemens Küchner

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    @Joachim Datko

    viereinhalb – nicht mehr.

    Mal zwölf ist das Jahresgehalt.

    Spitzengehalt übrigens. Da muss man dann zehn Jahre und mehr beschäftigt sein.

    Was im Artikel untergegangen ist – die Verwaltungsangestellten und Schreibkräfte: die haben höchstens die Hälfte.

    Verdient hätten sie mehr.

    Beste Grüße
    Clemens Küchner
    ver.di
    zuständiger Sekretär – Besondere Dienstleistungen.

  • Joachim Datko

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    Wir sollten auf dem Boden bleiben!

    Zu Clemens Küchner 25.02.13 19:52

    4.500 € Brutto pro Monat ist ein gutes Gehalt, auch für jemanden der studiert hat, noch dazu ein Massenfach.

    Das Verwaltungsangestellte und Schreibkräfte wesentlich weniger verdienen, ist aus meiner Sicht auch in Ordnung. Schreibkräfte sollte es kaum mehr geben, da ja jeder selber am Computer schreiben kann.

    Jeder hat die Möglichkeit sich am Arbeitsmarkt eine besser bezahlte Arbeitsstelle zu suchen. Gerade bei Juristen dürfte das schwierig sein, der Wettbewerb ist hart.

  • MHH

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    Korrektur! die im Artikel erwähnte Tariferhöhung im öffentlichen Dienst war 2012 nicht 4,5% sondern 3,5 % und dies erst ab 1.3.2012

  • Katrin Augsten

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    @J.Dato

    Weder im Artikel noch im Kommentar war die Rede von schlechtem Gehalt.
    Verglichen wurden die Gehälter von Gewerkschaftssekretär/innen. Und da – so Artikel und Realität – erhalten die Kolleg/innen mit der im Schnitt höchsten Qualifikation (abgeschlossenes Hochschulstudium und zusätzliches 2 jähriges Referendariat + 2.Staatexamen; das zu 90℅, das dürfte weder dem Schnitt der Qualifikation bei IG Metall noch bei ver.di entsprechen) die niedrigsten Gehälter.
    Und das seit Jahren ohne nennenswerte Erhöhung.

    Darum geht ja wohl und das scheint mir doch sehr legitim; zumal für die deutlich geringer entlohnten Verwaltungsangestellten.

    Und ich kann versichern; am freien Markt hätten die hochqualifizierten Kolleg/innen tatsächlich auch bessere Verdienstmöglichkeiten.

    Seinen Job zu lieben und auch weiterhin ausüben zu wollen heisst aber, lieber Herr Dalko, glücklicherweise nicht, Schnauze halten!

    Hier heisst es jetzt also streiken, weil es notwendig, angemessen und manchmal das Einzige ist, was die Chefetage versteht, offensichtlich egal ob es sich dabei um die DGB RS GmbH, BMW oder die Müllabfuhr handelt.

    PS: ich bin Rechtsanwältin; durchaus auch am freien Markt, man mag mir daher zugestehen, die Sachlage etwas beurteilen zu können

  • Clemens Küchner

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    @Joachim Datko

    Sind Sie eigentlich Gewerkschaftsmitglied?

    Wenn Sie „JA“ sagen freue ich mich schon auf die Debatte im nächsten Bezirksvorstand.

    Wenn Sie „Nein“ sagen – was geht es Sie überhaupt an?!

  • Clemens Küchner

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    Blödheit gerhört bestraft!
    Jachim Datko.

    „Wir sollen auf dem Boden bleiben“ sagt er.

  • Joachim Datko

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    Die Gewerkschaften sollten die Abhängigkeit von der DGB Rechtsschutz GmbH reduzieren

    Zitat aus dem Artikel: „Über diese werden fast sämtliche Rechtsstreitigkeiten, die Gewerkschaftsmitglieder mit ihren Arbeitgebern austragen abgearbeitet.“

    Man erzielt in der Regel bessere Konditionen und bessere Leistungen, wenn man Aufträge im Wettbewerb vergibt.

    Ich hatte, vor Jahrzehnten, bei der Deutschen Bundespost gelernt, man hatte es sich da im Post- und Fernmeldebereich als Monopolbetrieb gut gehen lassen, die Bürger waren Zwangskunden.

    J. Datko – Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft – Monopole.de

  • ich

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    Clemens Küchner – lassen Sie sich doch nicht vom Joachim Datko-Troll ärgern… der braucht das…

  • Joachim Datko

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    Meine Kernaussagen sind sachlich und wichtig!

    Zu 26.02.13 – 16:45

    – 4.500 € pro Monat sind für einen angestellten Juristen ein gutes Gehalt.

    – Man erzielt in der Regel bessere Konditionen und bessere Leistungen, wenn man Aufträge im Wettbewerb vergibt. Die Gewerkschaften sollten die Abhängigkeit von der DGB Rechtsschutz GmbH reduzieren.

  • Dubh

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    Datko: „Man erzielt in der Regel bessere Konditionen und bessere Leistungen, wenn man Aufträge im Wettbewerb vergibt. Die Gewerkschaften sollten die Abhängigkeit von der DGB Rechtsschutz GmbH reduzieren.“

    Der DGB soll also die Rechtsschutz GmbH auflösen, und alle Angestellten feuern?
    Auch wenn das fern ihrer Erkenntnisfähigkeit ist: Das könnte für den DGB wie seine Mitglieder möglicherweise schon prinzipiell eine Winzigkeit problematisch sein……………

    Ansonsten, wir wissen es hinreichend: Je billiger, desto besser die Leistung – Datkos Gesetz – einfache Formeln für einfache Geister.

    Qualität, Kompetenz, eine Leistung, die einen Preis wert ist – das ist definitiv vollkommen außerhalb der Erkenntnis – und Wahrnehmungsfähigkeit eines Datko.

  • Franz

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    4.300 Euro ist doch ganz okay die sollen doch froh sein ich mein die Leisten ja nicht wirklich was und dafür so gutes Geld hätte ich als Krankenpfleger in Deutschland auch gerne oder meine medizinischen Kollegen …. so muss ich halt ins Ausland gehen…..

  • Gewerkschaftsmitglied

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    Lieber Neo-Liberalist Joachim Datko, MHH.erik,Bert,hf,mfg und eleonore!

    Wer die Muppets – Opas auf dem Balkon kennt, kennt euch, leider.
    Zu allem „Händlmaiersenf“ nebst „Saucen“ müssen diese alten beiden degenerierten Säcke ihren kleinbürgerlichen Schwachsinn abgeben. Zuallerserst sei gesagt, dass unabhängig vom momentanen Brutto Einkommen jede Forderung nach Lohnerhöhung legitim ist. Jeder lohnabhängig Beschäftigte, welcher sein Arbeitspotenzial für die Erreichung höherer sozialer Standarts, gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse, gegen Unternehmerwillkür ganz bewusst in diesem Job einsetzt und gewählt hat, muss sich dafür nicht in regensburg digital vor zweifelhaften Personen rechtfertigen, welche nicht mal Gewerkschaftsmitglied sind!
    Es geht auch nicht um die Beurteilung einzelner Artikel, die Gesamtheit soll vielleicht aufzeigen, dass ein Wolfgang Veiglhuber vom DGB Bildungswerk Bayern und der Bericht, „Ihre Arbeitsagentur rät“ vor allem eins ins Gedächtnis rufen wollen, der Fisch fängt vom Kopf an zu „Faulen“. Kommentare von Gewerkschaftern oder von Einzelgewerkschaften wären nicht nur mir lieber, als von Datko, MHH, erik, Bert, hf, mfg und eleonore. Habt ihr nichts besseres zu tun, als Leute zu nerven?
    Geht doch mal an die frische Luft!

  • Franz

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    @Gewerkschaftsmitglied pffffff Gewerkschaften auf die kann ich getrost verzichten wüsste nicht was die für meinen Berufsstand je getan hätten wir würden ja gern eine Gründen aber das passt der Verdi ja nicht… Natürlich ist es legitim das jeder der normal arbeitet mehr Geld bekommen sollte aber es macht schon einen Unterschied ob ich schön meinen Hinter in einen Bürostuhl parke und dann ein bisschen was am Pc tippe und nach 8 Stunden heim gehe und mich dann beschwere das 4.300 euros zu wenig wären oder ob ich was wirklich sinnvolles für die Gesellschaft leiste und mir für teils schwerstkranken Menschen den Popo aufreisse weil jeder von uns mal in so eine Situation kommen kann und zwar sehr schnell und da möchte ich auch das jemand bei mir am Bett steht der sich wirklich ernsthaft um mich kümmert und alles versucht meine Schmerzen zu linder usw…. Aber naja da sieht man ja was einer Gesellschaft wichtig ist Kranke, Kinder und alte Menschen sind es anscheinend nicht…..

  • MHH

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    @ Franz:
    zu Ihrer falschen Behauptung folgender link:
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/situation-an-bayerischen-kliniken-verdi-warnt-vor-dramatischem-personalmangel-1.1605436
    Dies ist nur ein aktuelles Beispiel, was ver.di in Ihrem Bereich tut. Bessere Bezahlung erreicht man aber in unserem System nicht mit guten Reden sondern mit dem „Faustpfand“ der Mitglieder. Sie sorgen offenbar selbst dafür, dass die Verhältnisse so bleiben wie sie sind!
    @ Gewerkschaftsmitglied: ich bin es auch und zwar aktiv! Wieso Sie mich anpfeifen, obwohl ich hier nur auf einen Fehler im Bericht aufmerksam gemacht habe, bleibt wohl Ihr Geheimnis!

  • fjh

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    So kommt der DGB auch in die Schlagzeilen. Ich finde für ihre Qualifikation sind die Beschäftigten dort unterbezahlt und es ist peinlich für den DGB wenn die eigenen Angestellten wie bei gewinnorientierten Unternehmen streiken müssen, damit sie bessere Lohnerhöhungen durchsetzen. Meine Solidarität gehört den Kolleginnen und Kollegen, macht weiter so und lasst Euch nicht runter kriegen!
    Im Übrigen: Ich unterstütze auch für alle anderen Beschäftigten z. B. in den sozialen Diensten eine vernünftige Bezahlung. Das würde viele hausgemachte Probleme in unserer Gesellschaft lösen. Wer soll das sonst erreichen, wenn nicht die Gewerkschaften? Ich gehöre nicht zu den Neoliberalisten die den Anderen nichts gönnen und nur auf deren Kosten auf den eigenen Sack schauen.

  • Katrin Augsten

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    @fjh
    Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
    Aber mir fällt schon noch was ein ;-)

    Dass es viele Berufe gibt, die im Verhältnis zu ihrer gesellschaftlichen Bedeutung und auch zum körperlichen und/oder psychischen Aufwand völlig unter bezahlt sind – keine Frage.
    Aber diese Unterbezahlung steht eben auch immer in einem gewissen Verhältnis zur Wehrhaftigkeit, dazu gehört auch Streikfähigkeit, der Berufsgruppe (damit ist nicht gemeint, dass es keine wehrhaften Vertreter_innen der Berufsgruppe gibt; in manchen Bereichen, z. B. Krankenpflege, sind es aber wohl noch zu wenige)

    Und da@Franz, hilft es halt nichts, rumzumotzen, da muss Mann sich auch organisieren und engagieren. Was, Ausgangspunkt der Debatte, die Kolleg_innen der RS GmbH eben tun. Nicht nur für eigene Interessen sondern mit viel Herzblut und Verstand auch für die Interessen Anderer.

    Verbieten kann und wird Dir verdi übrigens sicher nicht, Deine eigene kleine Krankenpflegergewerkschaft zu gründen; die Frage ist doch, ob das wirklich zielführend wäre oder ob Du nicht weiter kommst, wenn Du Dich den Kolleg_innen anschliesst, die sich da bereits für Eure Belange stark machen.

    Persönlich wünsche ich Dir viel Glück und Zufriedenheit im Ausland und dass Du spätestens dort lernst, dass Solidarität das Leben viel leichter macht, als dieser ewige Neid.
    Und nicht nur, weil es Dir (neben einer der Arbeit angemessenen Bezahlung auch) daran anscheinend fehlt, sondern, weil ich das ernsthaft so meine:

    herzlichen Dank dafür, dass Du Deinen unglaublich wichtigen und anstrengenden Job mit Engagement und Sympathie für die Menschen machst.

    Kopf und Hintern hoch, dann wird das auch noch was mit der finanziellen Anerkennung!

  • Franz

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    @MHH schön das sie hier links reinstellen das ist aber nichts neues und schön das sie anscheinend Ahnung haben was ich so dafür tue blöd bloß das die reine Feststellung des Personalmangels nichts daran ändert wir brächten eine eigene Berufskammer so wie die Kfzler oder die Ärzte usw… haben wir aber nicht (halt eine gibt es seit kurzen) und der Ausbildungsstandard wäre eigentlich ein Studium so wie überall in der Welt und weil die liebe Ver.die das nicht so lustig findet wenn wir uns selber organisieren abgesehen davon arbeiten ja nur ein Bruchteil von uns im öffentlichen Dienst viele sind bei der Kirche oder in der freien Wirtschaft und blöd ist auch das wir nicht/schlecht streiken können weil unser ICN-Ethikkodex für Pflegende sagt das wir die persönliche Verantwortung für unsere Arbeit haben und somit direkt für den Patienten wir können nicht einfach die Arbeit niederlegen wir werden zu jeder Zeit gebraucht unsere Medizinischen Kollegen können so schön streiken weil es uns gibt …. und von Solidarität kann ich meine Miete auch nicht bezahlen außer ihr überweist uns/mir solidarisch jeden Monat ein bisschen was :-) und mit Neid hat das sicher nichts zu tun ich frage mich aber nur warum jemand der weniger leistet mehr Geld verdient als jemand der mehr leistet. Ich mein wir leben doch in einer sog. Leistungsgesellschaft und mit Motzen hat das nichts zu tun dies war nur eine Feststellung der Tatsachen …

  • MHH

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    @franz: ich fürchte, Sie machen sich hier etwas vor! Wenn insbesondere neoliberale Politiker davon sprechen, dass sich Leistung wieder lohnen muss verstehen die meist etwas völlig anderes. Die meinen dabei nicht körperliche oder geistige Hochleistung. Die meinen da in der Regel das eingesetzte Kapital muss sich rentieren, der große „Misthaufen“ muss wachsen.

    Ver.di ist eine Solidargemeinschaft deren Kraft mit der Masse wächst, daher sind Tarif-Ergebnisse insbesondere dort gut sind, wo der Organisationsgrad besonders hoch ist. Das kommt nicht von ungefähr. Die Arbeitgeber zahlen doch nicht freiwillig mehr Lohn, es sei denn, sie werden dazu gezwungen. Niedriger Lohn steigert ihren Profit bzw. senkt die Kosten.

    Typisches Beispiel hierfür ist doch die Leiharbeitnehmerbranche (dort hat mensch aus verständlichen Gründen Arbeitsplatzangst und wehrt sich nicht).

    Und typisches Beispiel ist die Pflegebranche. Weil dort besonders viele Menschen tätig sind, die anderen (alten, kranken, hilfsbedürftigen) Menschen helfen wollen und deren „Helfersyndrom“ (nicht negativ gemeint) so ausgeprägt ist, dass sie ihre eigenen Belange zurückstecken. Sie schließen sich zur Durchsetzung ihrer Interessen nicht zusammen, glauben wie Sie, ein Streik wäre in ihrem Bereich nicht möglich (da gäbe es schon Möglichkeiten) und wundern sich dann, dass hier nicht das rauskommt, was erforderlich wäre!
    Schuld sind dann in deren Augen offenbar nicht die Arbeitgeber, sondern die Gewerkschaften, obwohl sie selbst dafür sorgen, dass diese schwach sind und deshalb nichts besseres rauskommt.

    Nur: Solidarität ist keine Einbahnstraße. Die Mitgliedsbeiträge sind begrenzt und natürlich zuallererst zur Durchsetzung der Interessen der Mitglieder selbst gedacht. Und die vielen ehrenamtlichen gewerkschaftlichen Funktionäre bringen neben ihrem Mitgliedsbeitrag auch noch zusätzlich unentgeltlich viele Stunden gewerkschaftliche Arbeit ein um sich dann von Nichtmitgliedern beschimpfen zu lassen. Toll!

  • Simone Sanftleben

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    Nur kurz zu @Franz, weil wir in der selben Branche arbeiten: es geht hier wie schon mehrfach geschrieben wurde nicht um die Höhe der Bezahlung, sondern um „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ und diese Forderung wird ja nicht falsch, nur weil sie in der Pflege ebenfalls nicht erfüllt wird.
    Klar verdiene ich weniger, wenn ich vom öff. Dienst in die Kirchen wechseln muß und ich weiß auch dass ich das nicht ohne weiteres ändern kann und oft auch keine Wahl habe.
    Aber es ist an mir, mich zu wehren und zu organisieren.
    Ich würde mich freuen, Sie bei den kommenden Veranstaltungen begrüßen zu dürfen!

  • Gewerkschaftsmitglied

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    Ahh,
    die Muppet-Opas haben neue Namen. Natürlich sind die Einzelgewerkschaften an jedem Einzelschicksal mit all seinen fürchterlichen Auswirkungen schuld. Für jeden Scheißdreck würde sich ein, nennen wir ihn Franz, interessieren und kämpfen, aber die Gewerkschaft ist an allem Schuld. Hört doch endlich auf damit, mit irgendwelchen Leuten über unser Engagement und über unseren finanziellen Beitrag zu reden und zu diskutieren. Wenn wir diese Systemkonformen Einzelgewerkschaften als etwas „Außerirdisches“ betrachten, dann weiter so, liebe „Kleinbürgersleut“. Wir sind die Gewerkschaft, damit meine ich alle zahlenden Mitglieder, das kleinbürgerliche, Systemunterstützende „Rumgekotze“, darf uns nicht interessieren. Beendet diese Diskussion, oder tragt euch als Wahlkampfunterstützer für Joachim Wolbergs und die SPD Regensburg ein, da sind eure Interessen gut aufgehoben!
    ???

  • dugout

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    Franz sagt:
    @Gewerkschaftsmitglied pffffff Gewerkschaften auf die kann ich getrost verzichten wüsste nicht was die für meinen Berufsstand je getan hätten “

    Wieder so ein ganz schlauer !
    Erstaunlich das sie jedes Jahr persönlich ihren Lohn ausstreiten. So Angesicht zu Angesicht mit den Arbeitgebern!
    Erstaunlich auch das das wohl auch schon ihre Vorfahren so gehandhabt haben.
    Na Glück gehabt sonst würde ihre Regelarbeitszeit nämlich 48 Std. betragen bei ca 1500€ brutto.

  • dugout

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    @ franz:
    Ist ihr Arbeitgeber die Kirche ?
    Machen sie sich dann lieber darüber schlau in wieweit ihr Arbeitgeber an ihrer Situation Schuld ist.

  • Gewerkschaftsmitglied

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    Die IG-Metall hat Dank der Muppets ihre sagenhafte Forderung auf 5,5% hochgeschraubt, trotz höherer Forderungen aus den Kreisen der Gewerkschaftsmitglieder aus den Metall-Betrieben. Der Gedanke, man könnte Verhandlungsspielraum gegenüber dem VBM suggerieren, lässt schnell vergessen, dass man ohne ein Machtwort zu sprechen, der rot-grünen Koalition es ermöglicht hat, das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz im Zuge der Hartz-Reform für alle „Lohnabhängig Beschäftigten“, zum absoluten Nachteil gesetzgeberisch zu manifestieren. Jetzt vergessen wir das Ganze und widmen uns den sogenannten Werksverträgen, wahrscheinlich wieder zu spät geschaltet. Die Gesetze dieser Republik hatten in den 50er Jahren nicht nur positive Aspekte für die ArbeitnehmerInnen dieser BRD, sie haben viele Errungenschaften von Räten in der Weimarer Republik zu sozialdemokratisch dominierten Betriebsräten, manifestiert im Betriebsverfassungsgesetz, verkommen lassen! Diese Realität diskutiert man nicht mit den Muppets, dies werden wir unter uns diskutieren und ausfechten. Profitieren von unseren Erfolgen werden allerdings auch die Muppets, Dank der bürgerlichen Rechtsprechung, bezüglich des Gleichheitsgrundsatzes, welcher damit der Einheit des Gedankens aller „Lohnabhängig Beschäftigten“ untergräbt und einen Keil hineintreibt!
    Aber, nicht zuviel des Aufwands und der Kritik gegen Gleichgestellte formulieren, denn schon Karl Marx meinte, dass es ohne Bündnisse mit den Muppets vielleicht nicht funktioniert!

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