Keine Genehmigung zur Ausbildung

Wie eine Behörde Integration verhindert

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Wartet seit Monaten auf einen schriftlichen Bescheid der Ausländerbehörde: Youssouf A.. Foto: as

Wartet seit Monaten auf einen schriftlichen Bescheid der Ausländerbehörde: Youssouf A.. Foto: as

Youssouf ist 18 Jahre alt, bereits jetzt bestens integriert und könnte nun eine Ausbildung beginnen: Doch die Ausländerbehörde mauert. Das ist mittlerweile normale Absurdität, von der vor allem, aber nicht nur afghanische Flüchtlinge betroffen sind. Youssouf stammt aus dem Tschad,

Youssouf A. ist das, was man landläufig als smart bezeichnen würde. Einer, der sich gern einmischt, der weiß, was er will und dafür bereit ist, auch etwas zu tun. Vermutlich ist es ihm deshalb gelungen, sich ganz allein vom Tschad über Libyen bis nach Deutschland durchzuschlagen. Damals, als er sein Heimatland 2014 verließ, war Youssouf noch keine 15 Jahre alt und wenn er erzählt, wie er zuvor mehrfach von der Polizei inhaftiert und teilweise auch misshandelt wurde, schwingt etwas Angst in seiner Stimme mit. Vor allem aber ist es Empörung darüber, darüber, was für Folgen es im Tschad haben kann, „wenn man seine Meinung sagt und sich gegen Ungerechtigkeit engagiert“.

Misshandlung und Todesdrohung

Als er zum Beispiel dem Nachbarn helfen wollte, der bestohlen wurde und von dem die Polizei verlangte, dass er das Diebesgut zurückkaufen solle. „Ich habe die Polizisten beschimpft und wurde eingesperrt. Mein Vater musste bezahlen, damit ich wieder frei kam.“ Ein anderes Mal wurde er verhaftet, weil er an einer Demonstration an seiner Schule teilgenommen hatte, „damit wir mehr Lehrer bekommen“.

Sechs Tage wurde er dieses Mal eingesperrt und verhört. Dabei sei es auch zu Misshandlungen gekommen, erzählt er. „Das war irgendeine Privatwohnung. Die wollten wissen, wer meine Hintermänner sind und mit wem ich zusammenarbeite. Ich habe überhaupt nicht verstanden, was die wollen.“ Youssouf A. galt den Behörden offenbar als Politaktivist, als einer, der beobachtet werden muss. „Ich habe irgendwann noch einmal bei einem Radiosender angerufen und meine Meinung gesagt. Da haben mich dieselben Leute, die mich zuvor eingesperrt hatten, zuhause aufgesucht und gedroht, mich umzubringen.“ Der damals 14jährige ergriff die Flucht und verließ den Tschad.

„Wir würden ihn dringend brauchen.“

Im August 2015 kam Youssouf A. in Deutschland an. Mittlerweile spricht er vielleicht kein fließendes, aber doch sehr gutes Deutsch. Während wir uns unterhalten, weicht er kein einziges Mal auf das Englische oder Französische – seine Muttersprache – aus. Er besucht die Berufsschule und verdient sich einen Großteil seines Lebensunterhalts seit einigen Monaten selbst – als Aushilfe im Ibis Style-Hotel. Und dort war man offenbar sehr zufrieden mit ihm.

Anfang März habe man Youssouf A. eine Ausbildung zum Hotelfachmann angeboten, bestätigt uns Pascal Zurbriggen, Direktionsassistent des Ibis Style. „Seitdem warten wir und hoffen, dass er endlich bei uns anfangen kann. Wir würden ihn dringend brauchen.“

Doch bislang scheitert das Ganze an der Zustimmung der städtischen Ausländerbehörde, wo Youssuf A. bereits Mitte März vorstellig wurde, um eine Genehmigung zu erhalten. Doch dort verlangt man noch irgendwelche Ausweisdokumente. Um welche genau es geht?

Ausländerbehörde gibt keine Auskunft

Auf eine schriftliche Auskunft – einen Bescheid – wartet der 18jährige auch zwei Monate nach dem Termin in der Behörde immer noch. Auch unserer Redaktion wollte die Stadt Regensburg – trotz einer Entbindung von der Schweigepflicht – mit Verweis auf „ein laufendes Verfahren“ keine Auskunft darüber geben, welche Dokumente es nun genau sein sollen und ob die Ausbildung genehmigt wird, sobald diese Dokumente vorliegen. Youssouf A. bemüht sich nun über seinen nach wie vor im Tschad lebenden Vater zumindest an seine Geburtsurkunde zu kommen. Ob diese gegebenenfalls ausreicht? Keine Auskunft von der Ausländerbehörde.

Mit diesem Verhalten folgt das Amt offenbar einer Doktrin, die von der Bayerischen Staatsregierung vor allem in Zusammenhang mit afghanischen Flüchtlingen ausgegeben wurde: Ausbildungen werden nicht genehmigt, da dies, „den Status in Deutschland verfestigen“ und damit eine Abschiebung erschweren würde.

Absurde Normalität

Bereits im November 2016 haben sich allein in Regensburg über 60 Pädagoginnen und Pädagogen zusammengetan, die eine Recht auf Ausbildung für die von ihnen betreuten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge fordern. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es:

„In den vergangenen Jahren wurden sehr viel Geld, Zeit und Kraft der HelferInnen darin investiert, die jungen Menschen bei der Integration zu unterstützen. Diese wollen sehr zielstrebig ein eigenes Leben aufbauen. Doch nun dominiert die Angst vor Abschiebung.“

Vor diesem Hintergrund ist die Verweigerungshaltung der Behörde gegenüber Youssouf A., der bereits jetzt sehr gut integriert und in der Lage wäre, sich selbst seinen Lebensunterhalt zu verdienen, kein Einzelfall, sondern absurde Normalität.

Und auch an anderer Stelle lässt man sich Zeit. Bereits im November war Youssouf A. im Zusammenhang mit seinem Asylantrag bei einer Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Einen Bescheid hat er bis heute – ein halbes Jahr später – immer noch nicht.

Demonstration am Samstag

Für den morgigen Samstag, 13 Uhr, ruft das Bündnis „Ausbildung statt Abschiebung“ zu einer Demonstration auf. Die zentralen Forderungen: „Aufhebung der Arbeits- und Ausbildungsverbote, Durchführen von fairen und auf Einzelschicksale bezogene Asylverfahren, keine Abschiebungen nach Afghanistan“.

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Kommentare (17)

  • Schwalbe

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    Die am Beispiel des jungen Mannes geschilderten Praktiken sind zweifellos ein Skandal, absurd sind sie nicht. rd geht, ebenso wie die erwähnten Pädagogen und viele andere Menschen, davon aus, dass die Integration von Zuwanderern verlangt und gewünscht wird. Nichts könnte falscher sein; zwar tönen die einschlägigen Gestalten aus allen Ecken lautstark mit ihren Integrations-Forderungen, wollen aber genau das Gegenteil, nämlich Ausgrenzung. Das Integrations-Geschwätz dient dazu, immer neue Forderungen zu stellen und Hürden aufzubauen, die die Betroffenen nicht etwa erfüllen und meistern sollen, sondern an denen sie scheitern sollen. Vor diesem Hintergrund wird das in dem Artikel beschriebene Verhalten der Behörden vollkommen logisch und folgerichtig. Hin und wieder verplappert sich einer der Hetzer, wie Herr Scheuer mit seinem Beispiel von dem „Fußball spielenden und ministrierenden Senegalesen“, der leider keinen Grund zur Abschiebung mehr bietet, aber meistens bleiben sie ihren verlogenen Phrasen treu.

  • eingeborener

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    Hier ist die Oberbürgermeisterin i.V. als Chefin des Ausländeramts gefragt, zu zeigen,ob sie sozialen Biss hat.
    Denn die Anweisung des Freistaats an die Ausländeramter, Ausbildungsgenehmigungen möglichst nicht zu erteilen, verstößt gegen das bundesdeutsche Integrationsgesetz
    Das muss die Stadt nicht hinnehmen

  • Progl

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    dem Text entnehme ich, das es sich um einen abgelehnten Asylbewerber handelt.
    Das sollte wenigstens erwähnt werden.

  • Stefan Aigner

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    @progl

    Ihre Annahme ist falsch. Der Antrag ist nicht entschieden. So steht das auch im Text.

  • Lothgaßler

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    Wie @Schwalbe richtig schreibt, ist Integration eine politische Floskel. Integration für Schwarzarfrikaner, das geht auch für Merkel gar nicht, sonst ginge sie nicht auf Tour in Afrika, um entsprechende Vereinbarungen mit geneigten „Regierungen“ zu schließen.
    Der Begriffsmischmasch um Migration bzw. Flucht, Asyl und Zuwanderung hat zu einer Integrationsdebatte geführt, die den Blick auf wesentliche Motivationen der betroffenen Menschen verstellt. Einige wollen frei sein und tun und sagen können was sie denken, einige wollen für ein paar Jahre im Ausland gutes Geld verdienen und dann wieder zurückkehren, einige schaun mal was geht in der Welt, und andere müssen (auf Zeit) die Heimat verlassen (Krieg, Hunger, Verfolgung). Warum für alle immer „Integration“ fordern? Wo hört Integration auf und Assimilation an? Dürfen die eigenen kulturellen Wurzeln noch gepflegt werden, oder gilt das als bewusste Abgrenzung gegen Deutschland?
    Der junge Mann hat drei schwer zu lösende Probleme: er ist nun 18, hat zu viel Pigment in der Haut und mit Youssouf einen gefährlich nach islamischen Glauben klingenden Vornamen. Als viertes Problem könnte seine Familie angesehen werden, die er womöglich nachholen möchte.
    Wäre er ein begnadeter Fußballer, dann hätte wir ihn vielleicht schon eingebürgert, aber so ein Job in der Hotellerie ist doch viel zu schlecht bezahlt, also lieber geregelt zurückführen in seine Heimat. Dazu wäre nun ein Ausweis sicher hilfreich.
    Wir haben seit Jahrzehnten ein politisches Versagen: kein Einwanderungsgesetz, und im Zuge dieses Versäumnisses eine zunehmend chaotischer und ausschließender werdende Asylgesetzgebung. Dieses Politikversagen dürfen CDU/ CSU und SPD gleichermaßen auf sich nehmen.
    Selbst wenn man Youssouf seine Geschichte nicht abnehmen will, könnte man seinen Willen und seine Fortschritte seinen Platz in dieser Gesellschaft zu finden honorieren, aber dazu fehlt das politische Instrument.

  • Magnus

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    @Stefan Aigner:

    Geht es auch ein wenig freundlicher, nicht ganz so aggressiv und oberlehrerhaft?
    Wir sind schließlich Leser und Unterstützer von regensburg-digital. Danke!

  • Stefan Aigner

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    @Magnus

    Ich weiß nicht, was Sie als aggressiv wahrnehmen. Die Behauptung von Progl ist nun mal offensichtlich falsch. Hier nochmal die entsprechende Passage im Text:

    „Und auch an anderer Stelle lässt man sich Zeit. Bereits im November war Youssouf A. im Zusammenhang mit seinem Asylantrag bei einer Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Einen Bescheid hat er bis heute – ein halbes Jahr später – immer noch nicht.“

    Ich weiß auch nicht, von welchem „wir“ Sie in diesem Zusammenhang sprechen. Für weiterführende Diskussion können Sie mich per Mail erreichen. Hier kann jeder gern anonym kommentieren, aber ich habe nur begrenzt Zeit, um mit jemandem unter Pseudonym zu diskutieren.

  • Ronald McDonald

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    Falsch, falsch, hier läuft manches aber auch so was von falsch!

    Wie kann Herrn Youssouf A. – falls der Herr so heißt, schließlich „verlangt die städtische Ausländerbehörde noch irgendwelche Ausweisdokumente“ – im Ansinnen dieses Artikels effizient und brutalstintegrativmöglich geholfen werden?

    Wenn Herr Pascal Zurbriggen, Direktionsassistent des Ibis Style-Hotels in Regensburg, Herrn Youssouf A. tatsächlich als Azubi für das Hotelfachmannswesen „dringend würde brauchen“ können – wieso „würde“, braucht er ihn nun dringend oder eher doch nicht (falls nämlich keine Eingliederungsgelder ans Unternehmen im Ibis Hotel-Style von den zuständigen Behörden fliessen sollten) – dann hätte er sich doch schon längst an diese nicht nur schöne und schön blonde, sondern auch schön christlich-sozial-migrationsintegrative strahlefrauliche und medienwissenschaftlich promovierte Potz-Blitz-StadtratsfachkraftIn, die lt. „MZ“ von heute [Stadtausgabe, S. 39] „beim Regensburg Trend 2017 der MZ den zweitbesten Wert aller Kommunalpolitiker erhalten hat“, wenden können und sollen: Frau Doctrix Astrid Freudenstein https://www.regensburg.de/rathaus/stadtpolitik/stadtrat/csu/dr-astrid-freudenstein – „da werden Sie geholfen“, Herr Zurbriggen.
    Frau Doctrix F. würde nämlich, falls sie im verzwickten Fall dieser migrantischen Fachkraft in Ausbildungslauerstellung, analog zu dieser Lebenshilfeberaterin https://youtu.be/-h8oFotNy_E , nicht selbst weiterhelfen können sollte, einen Direktkontakt zu ihrer parteiinternen Integrations-Alles-und-Besserwisser-Philanthropie-Mehrzweckwaffe Herrn PhDr. (Uni Prag) Andreas Scheuer herstellen – und damit wäre diese hier im Blog angedachte humanitäre Helft-helfen-Aktion schon in trockenen Tüchern: nicht nur (mutmaßlich branchenüblich schlecht bezahlt) „seit einigen Monaten als Aushilfe im Ibis-Style-Hotel“ hätte sich Herr Youssouf A. betätigen sollen, sondern noch hilfreicher wäre im PhDr. (Uni Prag) A. Scheuerschen Sinne eine gleichzeitige (diesmal aber ehrenamtliche) Tätigkeit als Fußballspieler und als Ministrant gewesen http://www.mittelbayerische.de/bayern-nachrichten/csu-wettert-gegen-asylurlauber-21705-art1430776.html
    Völlig unverständlich, daß gerade hier in Regensburg, wo doch – siehe Link oben – Herr PhDr. (Uni Prag) A. Scheuer seine Integrationsweisheiten erstmals publikumswirksam vorgestellt hat, niemand auf diesen deswegen in dieser Stadt sozusagen nächstliegenden Gedanken kommt …
    Ich bin überzeugt, wenn es gelingt, eine akademisch fundierte Youssouf-A.-wird-Ibis-Style-Hotel-Hotelfachmann-Synergie-Aktion vom regensburg-digital.de-Blog-Kopf auf die realpolitischen CSU-Integrationsfüße zu stellen, dann wird es was mit diesem Youssouf A., der als „vielleicht kein fließendes, aber doch sehr gutes Deutsch“ Sprechender die hiesige Berufsschule mit „Englisch oder Französisch – seine Muttersprache“ beehrt; also in diesem Sinne Promovierte an die Youssouf-A.-Integrationsfront: Doctrix A. Freudenstein, PhDr. A. Scheuer und hier dieser Doktor Chr. Kucznierz auch http://www.mittelbayerische.de/politik-nachrichten/unter-der-wuerde-der-csu-21771-art1432473.html

    Das mit dem Fußballverein und der Ministrantenstelle wird sich endlich auch noch regeln lassen; immerhin heißt der muslimische Youssouf schließlich schon Josef und die Kirche ist seit 1965 auch nicht mehr katholisch, sondern panreligiös-relativistisch.

  • auch_ein_regensburger

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    @ Ronald
    Was genau wollen Sie dem geneigten Leser mit Ihrem wirren Geschreibsel mitteilen? Dass Ihnen die CSU zu Migranten-freundlich ist? Oder wollen Sie am Ende gar witzig sein?

  • joey

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    Ganz Afrika hat einen Asylgrund. Ein Großteil der Frauen auf diesem Planeten wird geschlechtsspezifisch diskriminiert. Ja, das habe ich schon öfters geschrieben, hier nochmal wiederholt wegen dem Folgenden:

    Es wird immer behauptet, man müsse unberechtigte Bewerber abschieben, weil nur so Platz für die „Echten“ geschaffen werden könne. Das ist eine Ausrede.

    Die Abschiebungen sollen bewirken, daß keiner mehr kommt. Es kommen bei uns ja nicht allein „Verfolgte“ an, sondern die, die bei der Mafia genug bezahlt haben. Da sind dann auch deutschasylrechtsmäßig Verfolgte dabei, aber auch viele andere mit gutem Grund. Daß vor und bei der Überfahrt jede Menge an Raub, Vergewaltigung, Mord und Absaufen vorkommt, schreckt die Leute ja nicht ab, weil „mir wird sowas schon nicht passieren“. Von diesen Opfern hört man ja nichts mehr in der Heimat…
    Wer zurückgeschickt wird, bringt eine Botschaft nach Hause: es gibt da ein finanzielles Risiko!

    Lothgaßler hat schon richtig geschrieben, daß man hier ein Chaos im Zuwanderungsrecht hat. Idealistische Feigenblätter bis hin zum ArbeitsVerhinderungsrecht. Ja, wir brauchen hier Leute in den Heimen, auf den Baustellen, Schnellrestaurants, Hotels etc. Die Gastarbeiter neuer Art. Genauso werden aber auch die Probleme sein, zumindest wenn man es so macht wie bisher.
    Darüber Hinaus haben wir zwar genug Arbeit, aber so gut wie keine Wohnungen dazu. Auch ein Führerschein kostet mittlerweile ein „Vermögen“. Es ist auch keine Lösung, den Migranten die Führerscheine zu bezahlen – die geringverdienenden Deutschen werden dann mehr wählen gehen, aber sicher nicht SPD…

    In Wirklichkeit geht es um das volle Boot, auch wenn die Schönsprech Medien und Politiker das gerne „anders ausdrücken“.
    Man hat Menschen hierher eingeladen (die haben das so verstanden…!), nun sind sie da. Wenn wir noch einen Rest von Moral haben, sollte man hier pragmatische Lösungen suchen. Botschaften in die Welt bitte nicht als zerstörte Existenzen senden.

    Pragmatisch wäre, wenigtens die Kriminellen abzuschieben, auch die Kleindealer. Wer nicht abgeschoben werden kann, weil nichts von seinen Angaben stimmt (ach so…?) und ihn keiner haben will, sollte hinter einen Zaun, bis er selber geht.
    Ebenso müssen alle „Syrer“ geprüft werden, die 2015 nur ein Formblatt richtig ausfüllen mußten, um Asyl und eine zusätzliche Identität nach Wunsch zu erhalten. Früher oder später (nun also „später“ bei Franco A.) zeigt sich der Sinn eines ordentlichen Rechtsstaats.

    Wir brauchen ein Einwanderungsrecht, das dann auch die nun hier Gestrandeten aufnehmen kann, wenn sie eine gute Prognose haben. Wenn Youssouf so gut ist und gebraucht wird, soll er grundsätzlich hierbleiben können. Ich verstehe aber nicht, warum ebenso gute Bosnier und Ukrainer auf keinem Weg hier in Arbeit kommen können. Bosnier und Ukrainer haben leider einfach bessere Grundvoraussetzungen auf Integration als Afghanistan und Tschad, ja das sind auch Menschen mit einem gewissen Anspruch auf Gleichbehandlung.
    Die ungeordnete Einwanderung muß beendet werden. Ob das Boot voll ist… aber es ist sicherlich begrenzt. Ja, wir sind ein reiches Land, aber nicht alle hier sind reich. Für die Nichtreichen ist das Boot (z.B. Wohnungsmarkt) schon recht voll.

  • Angelika Oetken

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    Da es der Mehrheit der in Deutschland lebenden Personen trotz jahrzehntelangen Bemühens nicht gelungen ist, bestimmte Minderheiten, die unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung mit Füßen treten zu integrieren, benötigen wir dringend Verstärkung durch junge Menschen wie Youssouf A. Personen, die durch bittere Erlebnisse buchstäblich am eigenen Leib gelernt haben, die Errungenschaften einer offenen, toleranten und flexiblen Gesellschaft zu würdigen, die sich auf ein Grundgesetz stützt und die Charta der Menschenrechte achtet.

    In meiner Kindheit habe ich Frauen und Männer getroffen, die als Kinder und Jugendliche Ähnliches durchmachen mussten, wie die minderjährigen Flüchtlinge von heute. Aber auch welche, die sich mit dem Terror und der Menschenverachtung identifizierten, wie sie über lange Zeiträume hinweg die deutsche Gesellschaft prägten. Was in der staatlich organisierten Gewaltkriminalität des Faschismus und einem schrecklichen Krieg mündete und bis heute nachwirkt. Auf Erstere hat man möglicherweise nicht ausreichend gehört, Letztere bekamen nicht die notwendigen Grenzen gesetzt. Ansonsten wäre deren primitives Weltbild und ihre ständige Emotionspusherei schon längst als „so-dumm-wie-feige-und-dreist“ abgehakt und kaum jemand würde sich davon noch beeindrucken lassen.

    Ich bin der Meinung, dass wir uns von ein paar Leuten, die in ihrer Kindheit offenbar nicht genug gute Vorbilder hatten, um das integere Leben einer wirklich erwachsenen Person führen zu können, nicht provozieren lassen sollten. Manche Menschen scheinen bis ins hohe Alter hinein eine Art Dauerkindergarten zu benötigen.

  • Progl

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    Nennen wir das Kind doch mal beim Namen.
    In dem Artikel wird impliziert, das kooperatives Verhalten im Gastland ein dauerhaftes Bleiberecht auslösen sollte.
    Weder im Asylrecht noch in den Regularien zum Aufenthaltsrecht für Ausländer ist jedoch ein solcher Schritt vorgesehen.

  • Schwalbe

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    @Progl
    Sie scheinen ums Verrecken irgendwas aus diesem Artikel herauslesen zu wollen, was nicht drin steht; nachdem die Unterstellung mit dem abgelehnten Asylantrag nicht geklappt hat, soll nun impliziert worden sein, „das kooperatives Verhalten im Gastland ein dauerhaftes Bleiberecht auslösen sollte“. In dem Artikel wird ausschließlich dargestellt, dass dem jungen Mann keine Arbeitserlaubnis erteilt wird, alles darüber hinaus gehende ist ein Proukt ihrer Phantasie.
    Worauf sich ihr letzter Satz „Weder im Asylrecht noch in den Regularien zum Aufenthaltsrecht für Ausländer ist jedoch ein solcher Schritt vorgesehen“, beziehen soll, ist mir unklar. Bezieht er sich auf Bleiberecht, ist er falsch, denn in §§25a, b AufenthhG ist genau das vorgesehen; bezieht er sich auf kooperatives Verhalten, dann ergibt er einfach bloß keinen Sinn.

  • Magnus

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  • Magnus

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    @Stefan Aigner:

    Sie machen es sich wirklich sehr einfach!

  • Ex-Regensburgerin

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    Wenn es kein Asyl für Bürger des Tschad gibt, ist das eine rechtsstaatliche Entscheidung. Es mutet merkwürdig an, dass sich vehement gegen Rechtsstaatlichkeit auf der Grundlage des Grundgesetzes gewehrt wird. Die Aussicht auf eine Lehrstelle ist noch lange kein Beweis, dass eine Lehre begonnen und durchgehalten wird. Man bekommt leider den Eindruck, dass jeder abgelehnte Asylbewerber einen eigenen Artikel in bestimmten Zeitungen bekommt. Übrigens: heute in ital. Zeitungen gelesen, dass u. a. im Tschad Asylzentren von Italien eingerichtet werden.

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