Archiv für 24. September 2008

Hält nichts von der Bürgertrasse: Christian Schlegl. Foto: ArchivDie erste Reaktion hat nicht lange auf sich warten lassen. „Purer Egoismus“ seien die Vorschläge der Donauanlieger für eine Bürgertrasse, teilt CSU-Fraktionschef Christian Schlegl am Mittwoch via Presseerklärung mit. „Wo hier der Vorteil für die Allgemeinheit sein soll, ist nicht ersichtlich. Darum sollte es aber letztlich gehen und nicht um die Privatinteressen einiger weniger“, so Schlegl. Durch die Detailvorstellungen der Donauanlieger würden auch jene „völlig vor den Kopf gestoßen“, die der Bürgertrasse bislang aufgeschlossen gegenüber gestanden seien. Die Donauanlieger hatten vorgeschlagen, die Linie 12 über die Pfaffensteiner Brücke zu führen. Die Linien 13 und 17 (mit Schleife durch Stadtamhof) sollten via Nibelungenbrücke und Stobäusplatz direkt zum Hauptbahnhof fahren. Die Linie 4 sollte weiterhin über die Wöhrdstraße fahren. Zu wenig, befindet Schlegl. „Die verheerenden Folgen der nun vorgeschlagenen Linienführung des RVV“ seien neben der schlechten Erschließung für Stadtamhof und seine Geschäfte eine miserable ÖPNV-Anbindung für Schulkinder, Alte und Behinderte, eine äußerst reduzierte Anbindung des nördlichen Stadtteils sowie des Umlandes an die Altstadt und letztendlich eine verschlechterte Erschließung der Altstadt insgesamt. Hinzu kämen noch die dauerhaft hohen Betriebskosten. Nach Berechnungen der Donauanlieger lägen die jährlichen Kosten einer Bürgertrasse niedriger als jene für eine Ersatztrasse, sofern man die Verzinsung der Baukosten (zwölf Millionen für die West-, acht Millionen für die Osttrasse) miteinbeziehe. Der Verein nehme bewusst das Risiko in Kauf, dass Kaufkraft aus der Altstadt abfließe und damit Arbeitsplätze gefährdet würden, so Schlegl weiter. Die Donauanlieger hatten anhand von Zahlen der Stadt und des RVV angegeben, dass 1,5 Prozent der gesamten ÖPNV-Nutzer die Linien 4, 12, 13 nutzten, um zum Einkaufen in die Altstadt zu kommen, täglich 323 Fahrgäste (Stand 2005). Ungeachtet seiner scharfen Kritik will Schlegl der Verwaltung aber dennoch vorschlagen, die Bürgertrasse zu prüfen. Das Ergebnis dürfte aber wohl jetzt schon feststehen.

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