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Im Sommer zugesagt

30.000 Euro für Sea-Eye: Stadt Regensburg hat Spende übergeben

Nach Einwänden der Regierung der Oberpfalz und einer Blockade der Mittel im Nachtragshaushalt hat die Stadt Regensburg nun 30.000 Euro an Sea-Eye übergeben – als Aufstockung einer Spendenaktion.

Rund 100.000 Euro haben die Seenotretter von Sea-Eye mit ihrer Aktion „Regensburg rettet“ gesammelt. Einer der erfolgreichsten Aufrufe dieser Art überhaupt, sagt Sprecherin Lisa Böhm unserer Redaktion. Ähnliche Aktionen gab es beispielsweise in Bochum, Köln oder Osnabrück. Auf der Homepage der NGO stehen derzeit rund 63.000 Euro an Spenden aus Regensburg. Noch sind jedoch nicht alle Eingänge verbucht, so Böhm.

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Hinzu kommen 30.000 Euro von der Stadt Regensburg. Sie hatte im Rahmen einer Patenschaft zugesagt, eingehende Spenden bis zu diesem Betrag zu verdoppeln.

Regierung monierte Spende – und zeigte anderen Weg auf

Der in Regensburg gegründete Verein startete die Aktion im Sommer 2025, um ein weiteres Schiff – die Sea-Eye 5 – zu finanzieren. Auf Antrag der Grünen beschloss der Stadtrat Ende Juli gegen die Stimmen von CSU und AfD, diese Aktion zu unterstützen.

Wie berichtet, erklärte die Regierung der Oberpfalz die Aufstockung in der zunächst geplanten Form für rechtswidrig. Die finanzielle Unterstützung „eines zivilen Seenotrettungsschiffs außerhalb des örtlichen Wirkungskreises der Gemeinde“ sei keine kommunale Aufgabe, so die Rechtsaufsicht. Auslöser der Prüfung war laut einer Regierungssprecherin eine Medienanfrage.

Förmlich beanstandet oder aufgehoben wurde der Beschluss nicht. Stattdessen zeigte die Bezirksregierung einen Weg, wie die 30.000 Euro rechtssicher fließen können.

Analog zu Ukrainehilfe

Die Unterstützung eines regionalen Vereins könne „möglicherweise eine Angelegenheit der örtlichen Gemeinschaft sein“, heißt es in dem Schreiben. So argumentiert das bayerische Innenministerium etwa auch bei kommunal organisierten Hilfsaktionen für die Ukraine oder für humanitäre Organisationen in Krisengebieten.

Solche Spendenaktionen zählen demnach zu den kommunalen Aufgaben, „wenn sie von einem in der jeweiligen Gemeinschaft wurzelnden Engagement getragen und damit ein gemeinsamer Wille zur solidarischen Hilfeleistung zum Ausdruck gebracht wird“, heißt es in einem ministeriellen Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt.

Widerstand von CSU und AfD

Vor diesem Hintergrund kündigte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer an, den Spendenzweck anzupassen – auf das ehrenamtliche Engagement von Sea-Eye und die Regensburger Ortsgruppe. Abgesehen von CSU und AfD stimmten alle Fraktionen im Stadtrat diesem Vorgehen zu. AfD-Stadtrat Thomas Straub sprach in Zusammenhang mit Sea-Eye von Schlepperei – ein Vorwurf, der nicht haltbar ist. Laut Auskunft von Sea-Eye-Vorständin Anna di Bari gab es trotz mehrerer Verdächtigungen und Verfahren keinerlei Verurteilungen. „Das ist der übliche Versuch, uns zu denunzieren.“

Noch im September hatte die CSU mit einer Blockade des Nachtragshaushalts gedroht, sollten die 30.000 Euro enthalten sein. Nun kommt das Geld aus dem „bereits im Haushalt 2026 eingeplanten Haushaltstitel zur Förderung gemeinnütziger Vereine“, teilt die städtische Pressestelle mit. Wie berichtet, einigte sich Mitte Januar eine Mehrheit aus SPD, Brücke, ÖDP und Grünen nach längeren Verhandlungen auf einen neuen Haushalt.

0,003 Prozent des Haushaltsvolumens

Am Montag wurde die Spende übergeben. Die heiß diskutierten 30.000 Euro entsprechen rund 0,003 Prozent des gesamten Haushaltsvolumens. Sie werden für Aktionen mit Bezug zu Regensburg verwendet, was auch entsprechende belegt werden muss. Die über 60.000 Euro an Spenden aus der Bürgerschaft fließen in die Finanzierung der Sea-Eye 5.

Sea-Eye gründete 2015 der Regensburger Unternehmer Michael Buschheuer. Er erhielt 2019 den Georg-Elser-Preis der Stadt München. Sea-Eye wurde 2021 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Palermo verliehen. Seit der Gründung rettete Sea-Eye mehr als 17.000 Menschen vor dem Ertrinken. 

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Kommentare (12)

  • Realist

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    Wieder ein Verhalten der CSU gegen den Bürgerwillen…Was ist aus meiner Partei geworden….Nicht mehr wählbar….der Lehner mit der Reichsfahne gehört weg … und es gibt wohl leider keine Stichwahl mehr wo die Freudenstein beteiligt sein wird…leider auch zu Recht….hoffe die hat Alternative in ihrem neuen Leben…Katzenflüsterin fänd ich spitze. .Bürgermeisterin wird die wohl auch nicht mehr…CSU schämt euch bitte hier in Regensburg…oh mei oh mei

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  • Rufus

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    Ach Gott, CSU, ist denn keiner unter euch, der den Mumm hat, hier für Menschenleben einzutreten? Das ist einfach unglaublich! Wenn einer den Koalitionszwang mal hinter sich lassen würde, wäre das ein super Ego-Anstieg im eigenen Gefühl. Ehrlich! Lieber CSUler, probiers doch mal aus!

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  • Manfred Martin

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    Tatsache ist doch, dass die CSU seit der Gründung noch „NIE“ ihren Namen verwirklicht hat.
    Sie war jedenfalls noch „NIE“ christlich und sozial!
    Ich empfehle den Mitglieder dieser Antichristen, doch mal Schweige-Exerzizien in Kloster Banz zu mache und das Neue Testament, die Bayerische Verfassung und die Menschenrechte auswendig zu lernen.
    Ich danke aber der Stadt Regensburg für die großzügige Spende!

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  • Informant

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    CSU, schämt euch. Echt jetzt. Ihr seid von der AfD kaum noch zu unterscheiden. Auch die Begründung, warum der Grieser Spitz nicht mehr schützenswert sei, erinnert eher an die Argumentationskiste der Blauen.

    Wie kann man sich gegen einen so lächerlich kleinen Betrag *1 so stark machen. Ein Betrag, der für ein kleines Fünkchen Menschlichkeit in dieser zunehmend empathielosen Welt sorgt. Von wegen Christilich.

    *1 im Vergleich zum Gesamthaushalt der Stadt Regensburg

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  • Anwohner

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    “0,2 Prozent des Haushaltsvolumens”
    Stimmt diese Zahl?
    Ist das gesamte Haushaltsvolumen nur 15 Mio. € groß?

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  • Stefan Aigner

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    Da haben Sie sowas von recht. Ist korrigiert.

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  • Manfred van Hove

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    Kommentar gelöscht. Ihre Darstellung ist falsch. Die Geretteten nach Libyen zurückzubringen, wäre ein Verstoß gegen das Völkerrecht.

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  • Gotthold Streitberger

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    Während die (schwarz-rote) Bundesregierung beschlossen hat, Fördermittel für zivile Seenotrettung zu streichen und damit bewusst noch mehr Ertrinkende im Mittelmeer zu verantworten hat, hat der Beschluss der Stadt (Patenschaft für Sea Eye Schiff und Spendendoppelung bis 30 000 €) und nun die Übergabe der 30 000 € auch eine sehr hohe symbolische Bedeutung! Dafür großen Dank an die Stadt!
    Dass CSU und AFD dies gemeinsam ablehnen, ist symptomatisch.
    Gotthold Streitberger (Mitglied BI Asyl)

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  • The Wuff

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    Ich finde das Abstimmverhalten der CSU jetzt nicht sonderlich schlimm. Sie waren dagegen, haben dann aber die Umsetzung auch nicht weiter blockiert. Alles im grünen Bereich ;-)

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  • Rifraf

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    jetzt kommt es dann doch noch soweit, dass ich in meinem Leben CSU wählen werde. naja, mal schauen. Da SeeNOT etwas ist, in das man unvermittelt kommt und nicht etwas was man bei dem Versuch seine Lebensumstände zu ändern, billigend in Kauf nimmt, sehe ich hier keine SeeNOThilfe sondern SchlepperBEIhilfe.

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  • Mr. T.

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    Rifraf, Sie sind schon auf dem richtigen Weg, haben aber nur zu schnell mit dem Denken wieder aufgehört. Jetzt überlegen Sie mal, wie die Lebensumstände mancher Menschen sein müssen, dass sie ihr Leben aufs Spiel setzen und hoffen, dass sie wenigstens bei dem russischen Roulette mit einer Flucht übers Mittelmeer Glück haben. Es wird wohl nicht die Aussicht auf ein paar Hundert Euro für ein kümmerliches und schikaniertes Leben in Europa sein, die einen so ein extremes Todesrisiko eingehen lässt.
    Man könnte natürlich auch Rettungsdienste in Frage stellen, weil die nur Leute dazu verleiten, sich rotzvoll ins Auto zu setzen mit dem Vertrauen, dass dann schon die Feuerwehr kommt, sie aus dem Auto schneidet, und die Sanitäter sie ins Krankenhaus fahren, wenn sie besoffen an einen Baum knallen.

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  • Informant

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    @Rifraf

    Gut.

    Jetzt denken Sie doch bitte noch 1 Ecke weiter, warum jemand bereit sein könnte, sich freiwillig in SeeNOT zu begeben. Tipp: Das sind keine Gewinner eines Jochen Schweizer Adventure Gutscheins.

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drin