„Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs“

Das Bistum Regensburg ist Musterbeispiel für bundesweite Missstände

Bei einem öffentlichen Hearing zur Verantwortung der Kirchen bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch wird der frühere Bischof Gerhard Ludwig Müller als abschreckendes Beispiel für Täter-Opfer-Umkehr thematisiert. Auch sonst darf Regensburg – nach wie vor – als Musterbeispiel für viele der thematisierten Missstände gelten.

Rudolf Voderholzer hat sich nie wirklich von seinem Vorgänger Müller emanzipiert. Foto: Archiv

Ende Juni fand das öffentliche Hearing „Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs“ in Berlin statt und eines kann man dabei zweifellos festhalten: Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche in Deutschland stehen bestenfalls am Anfang eines Prozesses, der immer noch von strukturellen Mängeln, persönlichem Versagen und systemischen Defiziten geprägt ist. Die Ergebnisse des Hearings, das von der „Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindsmissbrauchs“ organisiert wurde, eignen sich vorzüglich, auch den Stand der Auseinandersetzungen im katholischen Regensburg zu überdenken.

Neben Fachleuten und Betroffenen kamen in der Berliner Akademie der Künste auch Bischof Stephan Ackermann und Bischöfin Kirsten Fehrs zu Wort. Während erstere Mängel und Missstände detailliert und eindringlich benannten, blieben sowohl Ackermann als auch Fehrs bezeichnenderweise unkonkret und blass. Bischöfin Fehrs (Vorsitzende der „Kommission für Unterstützungsleistungen für Missbrauchsopfer in Anerkennung ihres Leids und in Verantwortung für die Verfehlungen der Institution“ der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland) und Bischof Ackermann (seit 2010 Beauftragter der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, DBK, für Fragen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich) zeigten sich vor allem betroffen und erschüttert, ob des aktuellen Stands der Dinge.

Bischof Ackermann musste viel einstecken

„Das muss ich aushalten.“ Stephan Ackermann. Foto: Archiv/ as

Ackermann verwies auf eine im Herbst erscheinende große DBK-Studie und kündigte an, über die Gründung eines Instituts nachzudenken, in dem die Zusammenarbeit mit externen Fachleuten (besser) stattfinden könne. Recht vielmehr Konkretes war bischöflicherseits nicht zu hören.

Das öffentliche Hearing zum Thema Kirchen und sexualisierte Gewalt war das erste zu diesem speziellen Kontext, weitere sollen folgen. Seine Zusammensetzung war außergewöhlich und die offenen Konfrontationen von Verantwortungsträgern beeindruckend. So wurde Bischof Ackermann von mehreren Betroffenen aus der Zuhörerschaft persönlich und direkt angegangen. Ein Betroffener aus einem katholischen Kinderheim griff Ackermann fast schon körperlich an, ohne dass dieser sich wehren konnte (oder wollte): „Ihr habt mein Leben zerstört“. Erst Stunden später reagierte Bischof Ackermann auf diese Konfrontation schmallippig: „Das muss ich aushalten.“

Fragt man sich, welche Bedeutung oder welchen Stand Bischof Stephan Ackermann als Beauftragter„ für Fragen sexuellen Missbrauchs“ innerhalb des Bischofskollegiums hat, helfen die Abschiedsworte der Kommissionsvorsitzenden Sabine Andresen weiter. Sie wünsche Ackermann, dass sich viele seiner bischöflichen Kollegen bei ihm melden und nach dem Verlauf des Hearings erkundigen würden. Dass Ackermann indes keinen unmotivierten Bischof zu irgendetwas bewegen oder gar zwingen könnte, zeigt sich am Beispiel Regensburg. Als sein damaliger Kollege Bischof Gerhard Ludwig Müller im Jahre 2012 öffentliche Aufklärung von sexuellem Missbrauch immer noch im Ansatz verhinderte, fand Ackermann dies „bedenklich“ und schrieb sogar einen Brief an Müller. Der blieb freilich folgenlos.

Bischof Marx sagte ab

Sagt die Teilnahme ab: Reinhard Marx. Foto: Archiv/ Staudinger

Die veranstaltende Aufarbeitungskommission wurde vom Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig,  berufen. Ihre ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, „sämtliche Formen von sexuellem Kindesmissbrauch in der Bundesrepublik Deutschland und in der ehemaligen DDR“ zu untersuchen und dazu bereits zwei Hearings veranstaltet. Ihr Ziel ist es, „Ausmaß, Art und Folgen der sexuellen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche aufzeigen“ und darüber eine breite politische und gesellschaftliche Debatte anzustoßen.

Die ungebrochen anhaltenden Defizite in Sachen „Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs“ wurden in Berlin deutlich benannt. Bereits auf der dem Hearing vorangestellten Pressekonferenz zeigte sich Matthias Katsch empört über die Absage des Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal, Reinhard Marx.

Katsch, ein von Missbrauch Betroffener ehemaliger Jesuitenschüler und ständiger Gast der Unabhängigen Kommission, fand wegen des Fernbleibens von Reinhard Marx als Repräsentanten der Katholischen Kirche in Deutschland deutliche Worte: Offensichtlich habe man seitens der katholischen Kirche „das Gefühl, wir haben das Thema [sexueller Missbrauch] irgendwie weg-gemanagt, es ist uns gelungen davonzukommen – wieder Mal.“ Katsch weiter Richtung Marx: „Nein sie sind nicht davon gekommen, wir sind immer noch da, sie haben gedacht sie könnten uns abtropfen lassen mit unseren Forderungen“. Katsch hofft, „es zusammen mit der Kommission hinzukriegen, dass die katholische Kirche ihrer Verantwortung gerecht werde.“

„Kirche hat häufig nur so viel getan wie sie tun musste“

Sabine Andresen: Kirchen sind ihrer Verantwortung „bisher nicht in ausreichendem Maße nachgekommen“. Foto: Barbara Dietl

Zur Eröffnung des Hearings konstatierte die Vorsitzende der Aufarbeitungs-Kommission, die Pädagogik-Professorin Sabine Andresen, dass die evangelische und katholische Kirche „eine wichtige Stellung in unserer Gesellschaft“ einnehmen. Der daraus abzuleitenden besonderen Verantwortung für Aufarbeitung und Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch seien die Kirchen aber „bisher nicht in ausreichendem Maße nachgekommen“. Die beiden Kirchen hätten, so Andresen, „häufig nur so viel getan, wie sie – vor allem auf Druck von Betroffenen und der Öffentlichkeit hin – tun mussten.“ Die Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch, in welchem Kontext auch immer, sei jedoch von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung.

Darüber hinaus sieht die Aufarbeitungskommission „bei den Kirchen nach wie vor Strukturen, die sexuellen Kindesmissbrauch und den Schutz von Tätern und Täterinnen innerhalb der Kirchen weiterhin ermöglichen“ würden. „Aufklärung, Aufarbeitung, aber auch Prävention“ werde so verhindert. Prof. Heiner Keupp, Mitglied der Kommission und Leiter der Studie zu Missbrauch im Klosterinternat Ettal (siehe dazu auch hier), führte diese Sichtweise weiter aus und macht unter anderem die „bis heute bestehen Machtstrukturen in den Kirchen“ dafür verantwortlich, dass Aufarbeitung erschwert oder verhindert werde. Keupp wies auf schwerwiegende Defizite hin:

„Eine kritische Reflexion der Kirchen über die ethische Dimension des Handels von kirchlichen Autoritätspersonen ist unbedingt notwendig, die auch den Umgang mit Nähe, Distanz und der eigenen Sexualität miteinschließt“.

Was Kirche und Autoindustrie gemeinsam haben

Heiner Keupp über die Gemeinsamkeiten von Kirche und Autoindustrie: „Ihre eigene Versagens-Struktur immer wieder solange verheimlichen, bis sie gar nicht mehr anders können.“ Foto: Barbara Dietl

Doch der emeritierte Sozialpsychologe Keupp geht noch weiter und fordert, dass das jahrzehntelange Schweigen beendet werden müsse. Da Pfarrer und Priester Hinweise auf sexuellen Missbrauch „häufig mit Verweis auf die seelsorgerischen Verschwiegenheitspflicht bzw. das Beichtgeheimnis nicht weitergegeben“ hätten, seien nur die Täter und nicht die Kinder geschützt worden. Von daher, so Keupp, „bedarf es einer kritischen Prüfung des Beicht- beziehungsweise Seelsorgegeheimnisses, aber auch der Gemeindearbeit“.

In einem „etwas fragwürdigen“ (aber offenkundig zutreffenden) Vergleich fasste Keupp ein über längere Zeit von ihm beobachtetes Modell zusammen, das die Autoindustrie von den Kirchen übernommen habe: „Ihre eigene Versagens-Struktur immer wieder solange verheimlichen, bis sie gar nicht mehr anders können.“

„Flucht in die Präventionsarbeit“

Der an der Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen lehrende Professor für Pastoraltheologie Wolfgang Beck beanstandet, dass sich die katholische Kirche nach dem öffentlichen Bekanntwerden der vielen Missbrauchsfälle von 2010 allerorten in die Präventionsarbeit flüchte. Denn eine solche sei relativ leicht zu bearbeiten und könne delegiert werden. In der Auseinandersetzung mit den Missbrauch begünstigenden Strukturen („dem männerbündischen System, in dem sich Täter pudelwohl fühlen“), sei jedoch so gut wie gar nichts geschehen. In den Fragen der Körperlichkeit herrsche immer noch Verklemmtheit und ideologischer Überbau vor, wodurch eine gewisse Verlogenheit und Diskrepanz zur Realität entstehen könne. In diesem Zusammenhang etwa an katholische Internate oder das Verurteilen von (gelebter) Homo- und Bisexualität zu denken, drängt sich auf.

In den folgenden Gesprächsrunden schilderten sechs Betroffene eindrucksvoll und bedrückend, wie sie nach einer ohnehin leidvollen Missbrauchs-Erfahrung abermals verletzt, teils re-traumatisiert wurden, als sie sich hilfesuchend an kirchliche Stellen wandten, dort aber mit Täter und Institutionen schützenden Strukturen konfrontiert wurden. Gleichermaßen desaströs klingen die Erfahrungsberichte von Betroffenen, die sich gemäß dem Opfer-Entschädigungs-Gesetz (OEG) hilfesuchend an die zuständigen staatlichen Stellen wandten und dabei ebenfalls übelste Erfahrungen machen mussten. Notwendige und bereits vor Jahren angekündigte Reformen des OEGs würden von Regierung zu Regierung verschleppt.

Ebenso eindrücklich klagt die Journalistin Kerstin Claus die evangelische Kirche wegen ihres skandalösen Umgangs nach dem Bekanntwerden sexuellen Missbrauchs an. Claus (selber Betroffene und Mitglied im Betroffenenrat, der dem bereits erwähnten Unabhängigen Beauftragten Johannes-Wilhelm Rörig zu Seite steht) forderte mit großer Präzision und eindringlicher Schärfe vor allem eine einheitliche Definition und überprüfbare Praxis von „Aufarbeitung“ ein. Die bisherigen Strukturen in der evangelischen Kirche seien gänzlich ungeeigneten und gingen zu Lasten der Betroffenen. Es gäbe immer noch auf Vertuschung zielende Schweigeerklärungen, aber (fast) keine eigenen Ermittlungen, weder Verfahrenstransparenz noch Akteneinsicht. Die Betroffenen müssten endlich in den Mittelpunkt der Verfahren gestellt und zusammen mit ihnen eine Definition und überprüfbare Praxis von „Aufarbeitung“ erarbeitet werden.

Bischof Müller als abschreckendes Beispiel

Abschreckendes Beispiel: Gerhard L. Müller. Foto: Archiv/ Staudinger

Mit Spannung wurde erwartet, ob und wie auf dem Hearing der Umgang des Regensburger Bistums mit sexualisierter Gewalt in ihren Einrichtungen thematisiert wird. Um es kurz zu sagen: Regensburg, namentlich der damalige Bischof Gerhard Ludwig Müller, wurde nur als skandalös-abschreckendes Beispiel für Täter-Opfer-Umkehr, institutionelles/persönliches Versagen und fehlende personelle Konsequenzen genannt. Unter anderem Dr. Keupp bezeichnete Gerhard Ludwig Müller als trefflichen Protagonisten für einen skandalösen Umgang innerhalb der katholischen Kirche und erinnerte daran, dass Müller im Jahre 2010 die vielfachen Missbrauchsbeschuldigungen als Einzelfälle abtun wolle und den Domchor („Glanzstück des Bistums“) als Opfer einer nazimäßigen Pressekampagne hinstellte.

Zur Erinnerung: Nachdem Bischof Müller im Sommer 2012 von Papst Benedikt, dem Bruder des ehemaligen gewalttätigen Chefs der Domspatzen Georg Ratzinger, als Glaubenspräfekt nach Rom befördert worden war, vergingen über drei Jahre bis sich sein Nachfolger, Rudolf Voderholzer, mit dem Rücken zur Wand durchringen konnte, den Rechtsanwalt Ulrich Weber als Sonderermittler mit der externen Aufklärung der Gewalt gegen den Domspatzen-Schülern zu betrauen.

Voderholzer stellte Müllers Verhalten nie infrage

Monate später begann Voderholzer in einem eigens gegründeten Aufarbeitungsgremium zu verhandeln, das zur Hälfte mit Betroffenen besetzt war. Acht Monate später, Anfang Oktober 2016, wurde ein viersäuliges Verhandlungsergebnis präsentiert: die neutrale aber kirchlich finanzierte Anlaufstelle für Betroffene beim Münchner Informationszentrum für Männer (MIM); in Anlehnung an die Entschädigungspraxis von Kloster Ettal ein kirchenunabhängiges Anerkennungsgremium für finanzielle Anerkennungsleistungen für Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch; der Auftrag für eine sozialwissenschaftliche Studie an die Kriminologische Zentralstelle Wiesbaden; und die Erstellung einer historischen Studie unter der Leitung des Lehrstuhlinhabers für Bayerische Geschichte Professor Bernhard Löffler, die auf Wunsch von Bischof Voderholzer beschlossen wurde.

Bald nach der Verkündigung dieser weithin positiv gewürdigten Verhandlungsergebnisse versuchte sich Bischof Gerhard L. Müller Ende 2016 auf einmal zum Initiator und Wegbereiter der Aufklärung von körperverletzenden und sexualisierten Übergriffen stilisieren. Müllers skandalöses Vorgehen wurde von seinem Nachfolger im Regensburger Bischofsamt, Rudolf Voderholzer, nie in Frage gestellt, geschweige denn kritisiert. Im Gegenteil: Seitdem Müller 2012 als Glaubenspräfekt nach Rom gerufen und zum Kardinal befördert wurde, alimentiert ihn das Regensburger Bistum Monat für Monat mit siebentausend Euro und einem fragwürdigen rechtlichen Konstrukt, das Voderholzer unterschrieb. 

Regensburg als Muster für allgemeine Missstände

Überblickt man den Verlauf der Auseinandersetzungen in Regensburg, können diese, abgesehen von der fruchtbaren Arbeit und den außergewöhnlichen Ergebnissen des Aufarbeitungsgremiums, als vorzügliches Beispiel für die auf dem Hearing vorgetragenen Missstände bezeichnet werden: tatsächliches Einlenken und Einräumen erst dann wenn es nicht mehr anders geht, keine persönlichen Konsequenzen, Säuberung der Akten, Belohnung der Vertuscher, Fehlen von theologischer/ethischer Reflexion, Flucht in Präventionsarbeit ohne Strukturanalyse, usw..

Als Anfang diesen Jahres in einer REPORT-Sendung Kritik am bisherigen Aufklärungsprozess bei den Domspatzen geübt wurde, zog sich die Bistumsleitung auf die altbekannte Linie zurück: sich betroffen, aber intransparent zeigen und sowohl Kritiker als auch Betroffene mit fadenscheinigen Statements angreifen. Augenscheinlich wurde dieses Verhaltensmuster, nachdem ein von Missbrauch durch ältere Dom-Schüler Betroffener in der Sendung vom März 2018 lückenhafte Aufarbeitung und sexuelle Übergriffe von älteren Domspatzen-Zöglingen gegen jüngere innerhalb des Internats thematisierte. 

Domspatzen: Aufklärungsauftrag mit Einschränkungen

Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass die Übergriffe innerhalb der Schüler ausdrücklich nicht in den Auftrag an den externen Aufklärer Rechtsanwalt Ulrich Weber übernommen und somit tabuisiert wurden. Obwohl dem Bistum sexuelle Übergriffe von älteren gegen jüngere Schüler eigentlich immer schon bekannt gewesen sein dürften, wurde die Untersuchung auf die Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen, so der Titel des Untersuchungsberichts, beschränkt. Die Leitung der Domspatzen allerdings wusste von Übergriffen innerhalb der Schülerschaft nachweislich seit Anfang der 2000er Jahre, als gerade deshalb sogar ein sogenanntes Präventionskonzept erstellt wurde, auf das bei passenden Gelegenheiten gerne hingewiesen wird. 

Ulrich Weber hatte nur einen eingeschränkten Aufklärungsauftrag. Foto: Archiv/ Werner

Hinzu kommt, dass der Führung des Bistums und der Domspatzen schon Jahre vor der Auftragsvergabe an Rechtsanwalt Weber bekannt war, dass die Staatsanwaltschaft gegen den ehemaligen Domspatzen Christian F. wegen schweren sexuellen Missbrauchs an von ihm als Tutor betreuten Domspatzen-Zöglingen ermittelt.

Schutz für Täter aus der Schülerschaft?

Bemerkenswert ist im Zusammenhang mit der REPORT-Sendung auch die Reaktion von Sonderermittler Weber. In einem SZ-Beitrag versuchte Weber offenbar die Übergriffe („weniger als zehn“ Betroffene seien auf ihn aktiv zugekommen) innerhalb der Schülerschaft kleinzureden:

„Wären eine Vielzahl solcher erheblicher Vorwürfe gekommen, hätten diese auch einen entsprechenden Raum in meinem Bericht bekommen.“ 

Was Rechtsanwalt Weber dabei sträflich vernachlässigt, ist, dass weder er noch das Bistum Betroffene, die Missbrauch innerhalb der Schülerschaft erlitten hatten, je aufrief, sich bei ihm zu melden. Der Redaktion von regensburg-digital liegen Statements von mehreren Betroffenen dieser speziellen Missbrauchsvariante vor, die sich von Webers Aufrufs oder dem Angebot des Bistums nicht angesprochen fühlten.

Hinzu kommt, dass Betroffene nicht selten von mehreren Tätern sexuell ausgenutzt und missbraucht werden. So schilderte ein ehemaliger Domspatzen-Zögling gegenüber regensburg-digital, dass ihn nicht nur der Domspatzen-Direktor Friedrich Zeitler über längere Zeit hinweg missbrauchte, sondern auch ältere Mitschüler „Die waren einfach immer da.“ Einer von diesen Mitschülern habe sich sogar bis zu seinem Tod öffentlich als großer Verehrer von Zeitler und Theobald Schrems präsentiert.

Was könnte der Hintergrund des eingeschränkten Aufklärungswillens des Bistums sein? Nach bislang unbestätigten Informationen aus Insiderkreisen sollen durch diese verkürzte Aufklärungsarbeit mutmaßliche Täter innerhalb der Domspatzen-Schülerschaft geschützt werden. Ebenso bleibt aufgrund dieses Vorgehens sowohl die Verantwortung als auch das diesbezügliche Verhalten des damaligen Domspatzen-Personals im Dunkeln.

Mindestens 40 Ermittlungsverfahren seit 2010

Von Belang sind in diesem Zusammenhang Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, die bislang nicht öffentlich bekannt geworden sind. Nach Recherchen von regensburg-digital wurden von der Staatsanwaltschaft nach 2010 in mindestens 40 Verfahren intensive Ermittlung wegen Sexualdelikten innerhalb der Einrichtungen der Domspatzen geführt – unter anderem gegen beschuldigte ehemalige Schüler und Zöglinge der Domspatzen. Nach Auskunft der Pressestelle der Regensburger Staatsanwaltschaft wurden aber keine Verfahren eingeleitet oder öffentliche Klage gegen konkrete Personen erhoben, „sei es, weil identifizierte Täter bereits verstorben waren, die Taten bereits verjährt waren oder ein verantwortlicher Täter nicht mit der notwendigen Sicherheit identifiziert werden konnte.“ Auf Nachfrage teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass weitergehende Auskünfte zu einzelnen Fällen allein schon deshalb nicht mehr möglich wären, „da die entsprechenden Akten nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfristen zwischenzeitlich auszuscheiden waren.“ Diese Frist betrage fünf Jahre, so der Pressesprecher gegenüber regensburg-digital.

Weder der Abschlussbericht von Rechtsanwalt Weber noch die diversen Stellungnahmen des Bistums haben diese Ermittlungen zu den damals geschädigten oder verdächtigten Domspatzen je erwähnt. Verschweigen und Vertuschen nach alter Gewohnheit?

Sozialwissenschaftliche Studie soll Licht ins Dunkel bringen

Wie bereits erwähnt, gab das Regensburger Bistum auf Druck und gemäß dem Vorschlag ehemaliger Domspatzen des Aufarbeitungsgremiums eine sozialwissenschaftliche Studie in Auftrag, um die Strukturen zu ergründen, die Gewalt und sexuellen Missbrauch an Einrichtungen der Domspatzen möglich gemacht haben. Die Studie wird von der Kriminologischen Zentralstelle Wiesbaden erarbeitet, auch die Übergriffe innerhalb der Schülerschaft sollen darin untersucht werden.

Auf Anfrage erklärte der Projektleiter Dr. Martin Rettenberger gegenüber regensburg-digital, dass aus verschiedenen Quellen „Informationen zu verschiedenen Gewaltformen unter Schülern“ vorliegen. Ob und inwieweit „mit den vorhandenen Angaben eine kriminologische Einordnung möglich ist“, sei Gegenstand der noch laufenden wissenschaftlichen Auswertung des vorliegenden Datenmaterials. Die Ergebnisse der Studie sollen voraussichtlich im Frühjahr 2019 mit einem Abschlussbericht veröffentlicht werden.

Bistum reagierte nur auf Druck

Generalvikar Michael Fuchs gehört seit Jahren zu den Verharmlosern. Foto: Archiv/ as

Unverkennbar ist indes, dass die Regenburger Bistumsleitung im Zusammenhang mit den Vorfällen bei den Regensburger Domspatzen erst dann ein Stück weit von den auf dem Hearing kritisierten Vertuschungsmustern abgerückt ist, als der von Medien und Betroffenen ausgeübte Druck keine andere Wahl mehr lies. Anders formuliert: Das intransparente und getriebene Vorgehen des Regensburger Bistums existiert weiterhin, vor allem bei Opfern von Gewalt und Missbrauch, die, anderes als die prominente und auch wirtschaftlich bedeutsame Institution Domspatzen, keinen öffentlichen Druck aufbauen können oder wollen. 

Dies zeigt sich deutlich an dem Aufruf an Gewaltopfer anderer kirchlicher Einrichtungen von Anfang 2017. Im Rahmen dieses auf eineinhalb Jahre befristeten Projekts sollen Betroffene bis zu 5000 Euro für ihr Leid („massive Körperverletzung“) erhalten, das ihnen in bischöflichen Knabenseminaren, kirchlichen Schulen oder Heimen widerfahren ist. Anlässlich dieses Projekts erlaubte es sich der Regensburger Generalvikar Michael Fuchs abermals unrühmlich von „Einzelfällen“ zu sprechen.

Wie viele Betroffene sich aufgrund des Aufrufs gemeldet haben, wer beschuldigt wird, was mit den Meldungen geschieht, warum diese Betroffenen weniger finanzielle Leistungen erhalten, all das behielt die Bistumsführung bislang für sich. Eine entsprechende Anfrage unserer Redaktion blieb unbeantwortet.regensburg-digital liegen indes Informationen vor, wonach zumindest Gewaltopfern aus dem mittlerweile aufgelösten bischöflichen Knabenseminar Obermünster und dem vormals kirchlich geführten Kinderheim Hemau finanzielle Anerkennungsleistungen zugesprochen worden sind.

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Kommentare (38)

  • mkv

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    Der Gebrauch des Wortes „Musterbeispiel“ erscheint im vorstehenden Kontext missglückt. Ist es doch positiv konnotiert, will aber im vorliegenden Zusammenhang alles andere sein als ein Parade- bzw. Vorzeigebeispiel.

    Ich schlage daher vor: das Wort „Musterbeispiel“ wie „abschreckendes Beispiel“ zu lesen und zu verstehen.

    In der Sache selbst fragt man sich: Wovor haben die Verantwortlichen eigentlich NOCH Angst, wovor fürchten sie sich? Wo doch Mut das gebotene Zeichen ist.

    Ich will Gottes Wort rühmen; auf Gott will ich hoffen und mich nicht fürchten. Was können mir Menschen tun?
    Psalm 56:5

    Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.
    2 Timotheus 1:7

  • Nocheinüberlebender

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    Also, ich wurde abgelehnt. Also, es muss weiter aufgearbeitet werden, denn mein Fall wurde bisher noch gar nicht behandelt. Also, die Aufarbeitung ist unvollständig. Also, die ganze Prävention kann (bisher) in den Papierkorb geworfen werden, denn, solange die sexuellen Missbrauchsfälle nicht vollständig bearbeitet sind, sind auch sämtliche Bemühungen in Richtung von Prävention hinfällig. Also, wann bekomme ich die Aufforderung von der Diözese und ich kann meine sexuellen Missbrauchsfälle, die ich dort erleben musste, auch dort zu Protokoll geben?

  • erik

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    kürzlich war zu lesen:
    Rund 500 Millionen Euro zahlen die Bundesländer nämlich pro Jahr an die katholische und evangelische Kirche – und zwar nicht für deren gesellschaftlichen Dienste. Das Geld fließt eben nicht für den Betrieb von Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen.
    Aktuell meldet die religionskritische Vereinigung einen neuen Rekord: Rund 538 Millionen Euro, und damit 14 Millionen mehr als im Jahr davor, seien 2017 geflossen. Und wofür? Darüber müssen die Kirche keine Rechenschaft anlegen, es handelt sich um zweckbindungsfreie Zahlungen.
    Quelle: Stern
    Kirchen bekommen jährlich eine halbe Milliarde extra – wegen eines 200 Jahre alten Deals.

    Fazit: das haben weltliche Politik und spirituelle Religionsdienstleister gemeinsam, nämlich sie haben sich wie parasitäre Wucherungen und Geschwulste im Staatskörper eingenistet und laben und stopfen sich fett und feist daran!

  • Ehemaliger Domspatz

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    Ein sehr gut geschriebener Bericht, dankeschön RegDigi!
    Ich bin ein ehemaliger Domspatz und ich kann heute schreiben, dass diese Institution Domspatzen zum Thema Missbrauch und Gewalt auch ein derartiger Betrügerladen ist. ( Viele draußen können das Beweisen ) und auch dieses Thema wird anscheinend nicht mit in das Aufarbeitungsthema mit einfließen. Über Jahre wurden dort in Etterzhausen die Geschäftsbücher falsch geführt! Auch gibt es zum Thema Aufarbeitungszahlungen bis heute derartige Missstände. Diese Auszahlungen sind bis heute nicht abgeschloßen, und auch gibt es zum Thema sehr viele – viele – viele – viele Widersprüche zum Thema Antragstellung. Na dann, Prosit und Mahlzeit!

  • R.G.

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    Fiktion oder so in Wahrheit möglich?

    Christliche, katholische Arbeitgeber, beide unter anderem laut Beschreibung bei sozialen Fragen und beim Missbrauchsthema „kompetent“ !

    In einem Bischofsgebäude:
    „Wir haben Sie kommen lassen, weil sich mehrere Male Personen islamischen Glaubens über Nacht in ihrer Wohnung aufhielten.
    Sie wissen, dass vorheheliche Beziehungen den Arbeitsplatz kosten, eine Liebe zu Moslems ist jedenfalls Kündigungsgrund!“
    „Herr Mosignore, es handelt sich nur um angeheiratete Verwandte, da ist keine Liebesbeziehung.“
    „Aber Sie wissen, dass das ein Kündigungsgrund ist! Wir werden Sie beobachten!“

    Gerade mal eine Autobusfahrt entfernt, direkt anschließend,
    in einem katholischen Zentrum.

    Der Pfarrer hält Hof. 4x pro Monat.
    Er fletzt sich auf das Sofa, wir Fußvolk sitzen auf harten Stühlen.
    „Grüß dich Gott, Pfarrer“

    ER: „Der Schmitt war heute wieder mit dem Fernrohr am Fenster und hat in alle Schlafzimmer spioniert, haha. Der muss schon tausende Filme haben. Ja das Missbrauchsthema haben sie wieder als Schlagzeile fürs Sommerloch. Der Schmitt hat sogar ein Stativ. Irgendjemand beleidigte ihn als Ferkel. Der ist schon ein Problem der Schmitt, haha. Was sagt ihr dazuhahaha?“

    „Pfarrer, du hast uns zur Dienstzuteilung herbestellt!“

    Er: „In der Nachbarspfarre muss ein Pfarrhelfer den Posten aufgeben, er hat eine voreheliche Beziehung. Selbst verursacht, sein Problem. Haltet sich keiner an die Gebote, gell Jessica!“
    Die Pfarrersköchin guckt zur Tür rein, mit schmachtendem Blick. „Jaaa, Pfarrer, der ist sich selbst im Weg!“

    ER, jetzt geschäftig: „Die Kindermesse bereitet der Hans vor, gell Hans, die Hochämter machen die Christine und die Theresia, der Hein und die Knolli machen die Kindermessen.
    ALLE: „Ja, Pfarrer!“

    Um 24 Uhr bittet jemand, zum letzten Bus zu dürfen.
    Er: „Du weißt, dass ein kirchlicher Mitarbeiter nicht die Stunden zählen darf. Das ist kein Pflichtjob, da braucht man Idealismus!
    Was glaubt ihr, wieviel Hingabe und Glauben ich brauche, wenn ich den Schmitt aushalten muss. der Schaut mit dem Fernrohr ganz genau in die Schlafzimmer rein…!“
    Zum ersten Bus vom Nächsten Morgen dürfen wir endlich heim, duschen, und dann schnell in die Arbeit!

    Nächste Woche wieder. Audienz bei Hofe. Der Schmitt…

    23

  • Lothgaßler

    |

    @Ehemaliger Domspatz:
    Könnte es sein, dass die kath. Kirche die „finanziellen Anerkennungsleistungen“ als Spenden zurückerwartet? Aus alter Gewohnheit, denn der Kirche nimmt man schließlich kein Geld ab.

    Zynismus beiseite!
    Die katholische Kirche (als Institution der Priester und anderer Kirchenhierachie-Angehörigen) muss an ihre eigene Reinheit glauben, sonst muss sie zugeben, dass sie fehlbar ist (inkl. obersten Hirten) und nicht immer vom Heiligen Geist beseelt. Unvorstellbar!
    Wenn einzelne Mitglieder sündigen, dann bleibt die Kirche als solche rein. Aus diesem Verständnis heraus tut sie sich schwer Unrecht (und Verbrechen) einzuräumen.
    Und will ich nochmals (wie schon früher) an das Nichteinschreiten der Schulaufsicht verweisen, denn die Domspatzen-Schule stand wie alle anderen Schulen unter dieser staatlichen Aufsicht. Wenn der Schulaufsicht Missstände bekannt waren und diese nichts unternommen hat, dann ist das noch ein anderer Skandal, der scheinbar überhaupt nicht aufgeklärt wird. Wahrscheinlich schon alles verjährt bzw. nicht aufklärbar oder es findet sich kein hinreichender Tatverdacht.

  • Magno Meier

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    Mit Aufmerksamkeit habe ich den Bericht von RegDigi gelesen. Herzlichen Dank dafür!!!!! Es ist eine sachlich , nüchterne Darstellung der Zustände in Regensburg. Die Kirche ist in Sachen „vertuschen “ schon immer gut. So auch in der Sache der sexuellen Übergriffe unter den Schülern. In meiner Zeit , da ich „nur“ in der Vorschule war, kannte ich nur Gewaltexzesse gegenüber schwächeren Schülern. Kein Tag verlief ohne Keilerei auf dem Auslaufgehege. Manchmal wurden von Präfekt Hansch die Schüler angehalten, andere zu schlagen. In einer weiteren Frage, die mich drängt ist wer abgesehen von den direkten Tätern die Schuld inne hat. Ist es die katholische Kirche wirklich alleine? Ist die Grundlage solcher Auswüchse die besonders ausgeprägte christliche Gesellschaft in Bayern? Ist es ein Bestandteil der Verrohung der Gesellschaft? Oder ist es Bestandteil des Glaubens, der es einfordert Missbrauch und Misshandlung für die Näherwerdung Gottes zu betreiben ? Ich habe Antrag auf OEG gestellt, wie ich von der AOK sowie vom ZBFS Bayreuth behandelt werde, nähert sich die Vermutung, dass diesbezüglich keine Opferentschädigung stattfinden soll, da es in einem christlich, abendländisch geprägten Bayern eine Notwendigkeit ist , um den christlichen Glauben zu leben, Kinder zu mißhandeln oder gar zu mißbrauchen. Als Direktor Meier mir ins Gesicht schlug sagte er: „Dies ist das Joch des Herren, das Joch des Herren ist süß!!!!

  • Magno Meier

    |

    @Lothgaßler
    Die Verschule der Regensburger Domspatzen war staatlich genehmigt. Die Prügelexzesse fanden massiv bis Anfang der 80iger statt und sind bis Ende der 90iger abgeklungen. Nach dem Abtritt von Dir. Meier fanden Übergriffe in dieser Art kaum noch statt, aber es hat sie noch gegeben. Im Domgym. hielten die Zustände weiter an und mit der Zeitenwende wurden dies Übergriffe verpackt mit reformpädagogischen Elementen und Methoden die zeitgemäß üblich waren. Bis J 2000 nahmen die Methoden der Kasernierung und Lagerhaltung stark ab und entsprechend haben sich die „neuen“ Methoden angepasst.
    Klar diese Institutionen standen unter schulischer Aufsicht. Unter dem Prügelbischof Rudolf Graber, einem glühenden Antisemiten, waren die Ereignisse gut abgedeckt. Auch in den 50iger Jahren war an Bayrischen Schulen die Prügelstrafe abgeschafft . Die Prügelstrafe erhielt ihre Wiedergeburt durch Ex- Freichor -mitglied Alois Hundhammer der in den 50igern Kultusminister war. Hundhammer gehörte zu dem extrem rechten gläubigen Flügel der Gesellschaft. Seine Mitgliedschaft bei den Freichors untermauerten seine Einstellung und prägten seine Brutalität. Bischof Rudolf Graber bezeichnete Hiltler als einen Retter, Vater und einen Irdischen Heiland und betrachtete dass die Ermordung der Juden eine „instinktive Abneigung des ganzen deutschen Volkes“ sei. Unter MP FJ Strauß veränderte sich die Lage kaum. Strauß setzte gegen WAA- Demonstranten das kriegsrechtlich geächtete CS- Gas ein. Als er diesbezüglich angesprochen wurde sagte er dass ja kein Krieg stattfinde. Auf dieser Basis, eben des gewaltbereiten Menschenverachtenden Hintergrund kann nur gefolgert werden, dass niemals das politische Interesse des Freistaates Bayerns jemals bestand und besteht diese Vorfälle vollumfänglich zu ahnden , und schließlich es daraufhin schlichtweg nie vorgesehen ist und war hier dienstlich einzuschreiten. Das BVG/OEG ist ein Bundesgesetz folglich bricht Bundesrecht Landesrecht was den Freistaat Bayern verpflichtet das OEG zu vollziehen. In Freistaat Bayern existierte noch die Todesstrafe noch bis in die 90iger Jahre. Da ja Bundesrecht Landesrecht bricht, wurde seit Existenz der bayr. Verfassung nie die Todesstrafe vollstreckt.
    Kurzum: Aufgrund dieser Ebene hätte auch ein staatlichen Einschreiten nie genutzt, da explizit die Vorfälle des Missbrauchs sowie der Misshandlungen in Bayern politisch gewollt waren.

  • Josef

    |

    @
    Magno Meier am 13. Juli 2018 um 13:27

    “ …die Vorfälle des Missbrauchs sowie der Misshandlungen in Bayern politisch gewollt waren. “

    politisch gewollte Missbräuche und Misshandlungen ? Meinen Sie das wirklich so ?

    Josef

  • Mathilde Vietze

    |

    Ich will hier bestimmt nichts schönreden, aber ich weiß von kritischen Katholiken, daß
    Bischof Voderholzer, im Gegensatz zu Müller, bei jeder Anhörung der Mißbrauchsopfer
    persönlich anwesend ist und von Anfang bis Ende dabei bleibt und zuhört.

  • R.G.

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    Schön, dass Bischof Vorderholzer geduldig zuhört, wenn Missbrauchsopfer im kirchlichen Leitungsbereich ver- oder gehört werden.

    An seinen nachfolgenden Handlungen und Äußerungen vermag man erst zu erkennen, ob der Bischof das Leid der Menschen lindert, indem er persönlich Mitgefühl, Gerechtigkeitssinn sowie Verantwortung zeigt, oder ob bei ihm alles scheinbar zum einen Ohr hinein und nach wenigen Wochen zum andern wieder hinausgegangen ist.

  • Nocheinüberlebender

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    „Schön, dass Bischof Vorderholzer geduldig zuhört, wenn Missbrauchsopfer im kirchlichen Leitungsbereich ver- oder gehört werden.“ – Eben das tut er nicht, denn ich schrieb ihm und er zeigte keinerlei Reaktion, denn das Versprechen, das er gab, sich mit jedem missbrauchten ehemaligen Schüler unterhalten zu wollen, das hat er gebrochen!

  • Mathilde Vietze

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    Ich bin wahrlich kein Fan von Bischof Voderholzer, aber kann sich denn niemand vor-
    stellen, daß er – nachdem er all diese Schweinereien gehört hat – zunächst einmal
    „sprachlos“ war. Wie würden all den Nicht-Betroffenen, die hier so eifrig posten,
    reagieren, wenn sie an Voderholzers Stelle wären?

  • Angelika Oetken

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    Wer erwartet Anderes von den beiden christlichen Kirchen? Wie wird man überhaupt KirchenfunktionärIn? Dazu empfehle ich den Kommentar von Clemens Oppermann auf einen Artikel, den Daniel Deckers für die FAZ schrieb. Titel „Gegen die Kirche“. Darin geht es zwar um unter der Verantwortung des Bistums Hildesheim und des deutschen Jesuitenordens systematisch betriebene Missbrauchskriminalität, aber die Unterschiede zu den evangelischen Kolleginnen sind gar nicht so groß. Was das Hearing Kirchen der als unabhängig bezeichneten Untersuchungskommission angeht, hier eine Perspektive von Opfern und Mitbetroffenen: http://der-ahrensburger-fall.de/veranstaltungshinweise/.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Nocheinüberlebender

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    Die Aufklärung bleibt oberflächlich, weil man keine neuen „Fässer“ aufmachen will. Das darf aber nicht sein, auch die Missbrauchsfälle von Schülern an Schülern müssen aufgeklärt werden. Und dann ist da ja auch noch die Aufsichtspflicht die vollkommen versagt hat. Das darf nicht alles unter den Teppich gekehrt werden.

  • Angelika Oetken

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    „Bischöfin Fehrs“….“und Bischof Ackermann“…“ zeigten sich vor allem betroffen und erschüttert, ob des aktuellen Stands der Dinge.“

    Frau Kirsten Fehrs und Herr Stephan Ackermann sind hohe FunktionsträgerInnen ihrer jeweiligen Organisation. Die Interessen ihrer Institution nach außen hin zu schützen und sich ggf. kontrolliert zu verhalten, gehört zur Aufgabe dieser beiden Führungskräfte. Mutmaßlich würde so gut wie jeder von uns genauso agieren, wäre sie oder er in der Lage dieser beiden Kirchenverantwortlichen. Mein persönlicher Eindruck, auch vom evangelischen Kirchentag 2016 in Stuttgart her: Frau Fehrs Begabung reicht an die von Papst Franziskus heran. Herr Ackermann kommt echter rüber, gerade weil er sich nicht so gut verstellen kann.

    Aufarbeitung wird seit Jahrzehnten betrieben: von Opfern, Mitbetroffenen, Whistleblowern, HelferInnen und den Medien. Jeder Funktionär, egal als wie unabhängig er sich geben mag, kann nicht souverän genug sein, um Aufklärung zu betreiben. Da sind schon Interessenkollisionen vor.

  • Mathilde Vietze

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    Es war übrigens nicht irgendein unbekannter Laie, der den Saustal bekanntgemacht hat,
    sondern der Jesuitenpater Mertes. Und er hat öffentlich gesagt, daß „zum Wohle
    der Kirche alle Mißstände bekanntgemacht u n d aufgearbeitet werden müssen.“
    Das war gut so, denn den können gewisse katholsche Übelkrähen nicht als Kirchen-
    feind diffamieren.

  • Angelika Oetken

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    „Ein Betroffener aus einem katholischen Kinderheim griff Ackermann fast schon körperlich an, ohne dass dieser sich wehren konnte (oder wollte): „Ihr habt mein Leben zerstört“. Erst Stunden später reagierte Bischof Ackermann auf diese Konfrontation schmallippig: „Das muss ich aushalten.““

    Der Betroffene leistete der Sache der Aufklärung kirchlicher Missbrauchskriminalität einen großen Dienst, indem er auf Kinderhandel aufmerksam machte, der via katholischen Kinderheimen, staatlichen Einrichtungen und Priestern aus Ettal betrieben wurde. Nicht nur das: der Mann berichtete, es sei ein schwangeres 13jähriges Mädchen erhängt aufgefunden worden. Auch das in dem Kontext nicht ungewöhnlich. Wer die Berichte von Ehemaligen Heimkindern und weiteren Zeuginnen aufmerksam verfolgt und realistische Schlüsse zieht, weiß, welche Rolle Heime und Internate bei dem spielen, was verharmlosend und die Opfer abwertend als „Kinderprostitution“ bezeichnet wird. Dazu: http://www.kinderschutz-zentren.org/sexualisierte-Gewalt-in-organisierten-und-rituellen-Gewaltstrukturen.

    Mutmaßlich haben sich weder Bischöfin Fehrs, noch Bischof Ackermann je an so etwas beteiligt. Trotzdem sind sie für die Aufklärung, Ahndung und Genugtuungsleistungen dieser besonders abscheulichen Form von Bandenkriminalität verantwortlich. Meines Wissens wurden weder Kirsten Fehrs, noch Stephan Ackermann gezwungen, eine Kirchenkarriere zu verfolgen. Sie haben ihren Weg innerhalb kirchlicher Organisationen freiwillig eingeschlagen. Insofern ist es genauso: die Bischöfin und der Bischof müssen aushalten, wenn Opfer, Mitbetroffene, Medienleute und die Öffentlichkeit insgesamt den Umgang der Institution, der sie vorstehen, mit den Missbrauchsverbrechen zu Recht kritisieren.

    Ich persönlich halte das, was die Kirchen und weitere Organisationen seit Jahren tun, für ganz mieses Krisenmanagement. Denn es kommt sowieso alles raus. Einen weiteren Vertrauensvorschuss durch Gläubige, Kirchenangehörige und Öffentlichkeit wird es nicht mehr geben. Aber vielleicht haben einfach zu viele von den Kirchen abhängige Leute Angst, dass offenbar wird, welchen Preis sie als Kinder und/oder Jugendliche für ihre „Förderung“ zahlen mussten.

  • R.G.

    |

    @
    „Ich bin wahrlich kein Fan von Bischof Voderholzer, aber kann sich denn niemand vor-
    stellen, daß er – nachdem er all diese Schweinereien gehört hat – zunächst einmal
    „sprachlos“ war.“

    Nein.
    Als Kirchenmann sind nicht seine persönlichen Gefühle und Befindlichkeiten gefragt, sondern professionelles Verhalten.
    Er kann auf gelungene Beispiele zurückgreifen, wie man sich anständig verhält und äußert, man muss sich nicht die Untauglichen zum Vorbild nehmen.

    Wenn ihm die lebendigen, wenigen Exempel adäquaten Auftretens nicht genügen, kann er sich eine Unterrichtsmappe für Religionslehrer aus der Lehrmitttelstelle kommenlassen und sich da informieren.
    Außerdem darf er sein Internet und Telefon benützen.

    Genügend Informationsmaterial und eine große Liste anerkannter Fachleute zum Thema wären für ihn erreichbar .
    Die besten Ratgeber sind jedoch die Opfer.

  • Angelika Oetken

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    „Es war übrigens nicht irgendein unbekannter Laie, der den Saustal bekanntgemacht hat,
    sondern der Jesuitenpater Mertes. Und er hat öffentlich gesagt, daß „zum Wohle
    der Kirche alle Mißstände bekanntgemacht u n d aufgearbeitet werden müssen.“
    Das war gut so, denn den können gewisse katholsche Übelkrähen nicht als Kirchen-
    feind diffamieren.“

    Was den Canisiusday auslöste, gehört zu den Dingen, die noch aufgeklärt werden müssen. Auf jeden Fall war weit vor dem 28.1.2010, als der Bericht über den Brief, den Klaus Mertes an die Altschüler geschrieben hatte, in der Morgenpost erschien, längst bekannt, auf welche Weise Mitglieder des Jesuitenordens organisiert Kinder und Jugendliche missbrauchen. Wer „Jesuiten“ und „Missbrauch“ in der Suchmaschine eingibt, findet unzählige Artikel. Besonders aufschlussreich: Matthias von W., der 2007 in den USA wegen des Besitzes von Kinderfolterdokumenten und des Verbreitens von Erörterungen über das sadistische Quälen von Kindern zu acht Jahren Haft verurteilt worden ist. W. besuchte das Aloisiuskolleg in Bonn-Bad Godesberg und galt als Favorit des dortigen Chefmissbrauchers und manischen Fotografen und Filmers von halb- und ganz nackten Jungen. Schulleiter Ludger Stüper, Jesuit, hatte sich im Schulgebäude ein Hightech-Photolabor eingerichtet.

    Und selbstverständlich ist jemand, der über kirchliche Missbrauchskriminaltät berichtet, ein Feind der Kirche. Denn das Selbstverständnis von Religionsgemeinschaften ist holistisch. Nach innen hin füreinander sorgen, nach außen hin dichthalten. Auch wenn dabei Menschen, in diesem Falle Kinder geopfert werden.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „R.G.“ – Wenn ich Sie richtig verstanden habe, darf also ein Kirchenmann keine
    persönlichen Gefühle haben, bzw. zeigen. Wenn dem so wäre, würde hier reihen-
    weise kommentiert „das sind ja keine Seelsorger, sondern Apparatschicks.“

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Angelika Oetken“ – Bei manchen Kommentatoren habe ich den Eindruck, daß ihnen
    die Sauereien, die passierten, ein willkommener Anlaß sind, um ihren Hass gegen die
    Kirche loszuwerden.

  • Mr. T

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    Frau Vietze, mit Ihren naiven Verteidigungsversuchen tub Sie Voderholzer keinen Gefallen. Sie stellen ihn ja als komplett unfähigen Vollidioten hin. Meinen Sie wirklich, der hat von dem institutionellen Mißbrauch erst erfahren, als er auf dem Bischofssitz gesessen ist? Vorher nie irgendwelche Zeitungen gelesen oder Nachrichten gesehen? Noch nie was von Regensburg gehört? Nichts von der Kritik an seinem Vorgänger gewusst? Und dann wäre er so ergriffen gewesen, dass er monatelang nicht hat reagieren können? Wenn Sie das wirklich glauben, wundert mich bei tiefgläubigen Menschen nichts mehr. Ich halte überhaupt nichts von Voderholzer, aber so ein Kasper ist er mit Sicherheit nicht.

  • Angelika Oetken

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    „dem männerbündischen System, in dem sich Täter pudelwohl fühlen“

    Wie rekrutiert ein Männerbund Nachwuchs? Was müssen Jungen tun, um in solchen Machtzirkeln Aufnahme zu finden? Dazu Christian Füller in einem Artikel zu einem benachbarten Missbrauchskontext: http://www.taz.de/!5039959/.

    Tauwetter e.V. beschreibt, was es in Jungen bewirkt, wenn sie sexuell ausgebeutet werden und räumt mit Mythen über Missbrauch auf:
    https://www.tauwetter.de/de/betroffene/publikationen/fachartikel-beitraege.html

  • Angelika Oetken

    |

    Zum „Canisiusday“, dem Tag, an dem der Bericht über Pater Mertes Brief in der Morgenpost erschien: auf der Homepage des Opfervereins „Eckiger Tisch e.V.“ gibt es eine Dokumentation zu den Ereignissen. http://www.eckiger-tisch.de

  • Angelika Oetken

    |

    Die Katholische Kirche gebietet ihren Klerikern und Ordensfrauen, keine sexuellen Intimbeziehungen zu unterhalten. Das gilt – offiziell natürlich nur – auch für die Führungsebene der RKK. Im Grunde ein ideales Machtmittel. Denn dass sich kaum jemand an das Gebot halten wird, ist ja eigentlich in die Vorgabe schon fest eingebaut. Ginge es um echten Verzicht, hätte man den Konsum von Bier und Wein untersagt. Statt dessen haben Klöster Weinberge und brauen Bier.

    Meine Empfehlung: Slavoj Zizeks Essay „Vom geistigen Tierreich“. Im Netz frei abzurufen.

  • SG

    |

    @ M. Vitze
    Wieso den Hass gegen die Kirche loswerden=?‘
    Das sehe ich nicht so!
    Diese kath. Kirche in Regensburg teibt mit uns Opfern seit langer langer Zeit so diese bemerkenswerten Spielchen. Seit langer Zeit eben seit dem Jahr 2010 geht das schon so. Auch verstarb die Frau Dr. Böhm urplötzlich, usw. Bis heute sind die Anerkennungszahlungen zum Thema Domspatzen immer noch nicht aubgeschloßen, und vor allem, diese jetzigen Missstände zum Thema , diese werden bis heute nicht abgestellt. – Auch gitb,s keine neuen Informationen zum Thema auf RA Webers Homepage.
    Siehe da, urplötzlich gibt es derart viele Widersprüche von diesen Anerkennungszahlungen, daher muss man nicht den Teufel
    an die Wand malen, sonderen einmal ausführlich über dieses Bistum Regensburg richtig schmunzeln!
    …… be back …….

  • Mathilde Vietze

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    Zu „M.T.“ – Wie kommen Sie darauf, daß ich Voderholzer verteidige? Er ist – Gott sei
    Dank – ein fehlbarer Mensch, wie wir alle. Wäre dem nicht so, bestünde die große
    Gefahr der Selbstgerechtigkeit. Und die hat Jesus mehr verurteilt, als die Sünde.

  • SG

    |

    @ M. Vitze
    Es geht auch darum , dass sich Mitarbeiter , auch Priester, dieser kath. Kirche, sich an
    unschuldige Kinder vergreifen.
    Das muss alles aufgeklärt und auch richtig gestellt werden.
    Wenn diese kath. Kirche in Regensburg bis heute gewisse Themen so derart in die Länge ziehen, dann darf man sehr wohl auch den Mund aufmachen. Das hat wirklich nichts und gar nichts mit irgendeinem Hass gegen die kath. Kirche zu tun.

    Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche
    TV Movie von ARTE , Hinter dem Altar ,

    https://www.youtube.com/watch?v=r5y-c2mS5qo

    Das Schweigen der Hirten „“ Missbrauch in der Kirche „“

    https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/das-schweigen-der-hirten-missbrauch-in-der-kirche-102.html

  • R.G.

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    „Wenn ich Sie richtig verstanden habe, darf also ein Kirchenmann keine
    persönlichen Gefühle haben, bzw. zeigen. Wenn dem so wäre, würde hier reihen-
    weise kommentiert „das sind ja keine Seelsorger, sondern Apparatschicks.“

    Wenn Menschen durch Schuld von Kircheniternen in Not und Gefahr sind, haben sich die Kirchenoberen ihnen helfend zuzuwenden.
    Wie Sanitäterinnen und Ärztinnen sich nicht hinstellen können mit den Worten, Helfen finde nur manchmal statt, man wandle die nächsten Monate und Jahre in Gefühlen, so steht es den Hauptberuflichen in der Kirche nicht zu, sich gegenüber Opfern unpässlich vor lauter Emotionen zu geben.

    Job ist Job.

  • Mathilde Vietze

    |

    Die jetzigen Kirchenoberen trifft zwar keine Schuld für die Sauereien
    ihrer Vorgänger, wohl aber die absolute Pflicht dafür zu sorgen, daß
    a) alles aufgedeckt wird und b) so etwas nicht wieder vorkommt.
    Den meisten ist das ein Anliegen. Wer es nicht tut, muß sich der
    ö f f e n t l i c h e n Kritik stellen. Pauschalverurteilungen aber
    werfen die Guten mit den Schlechten in einen Topf.

  • Mr. T

    |

    Frau Vietze, ich komme darauf, dass Sie Voderholzer verteidigt hätten, weil Sie seine Untätigkeit zu verteidigen versucht haben (15. Juli, 8:02). Wenn da jemand anderes in Ihren Namen geschrieben hat, entschuldigen Sie meine Annahme bitte.
    Der Hinweis, dass er fehlbar ist, ist sicher unnötig. Denn jeder Mensch ist zweifellos fehlbar. Und ob dafür einem Gott zu danken ist, ist eine ganz andere Diskussion. Und ob da ein Mensch namens Jesus jemals seinen Mostrich dazu abgegeben hat, genauso.

  • Angelika Oetken

    |

    Mein Tipp: diese Dokumentation zum Thema „Katholische Kirche und sexueller Missbrauch empfehlen: http://die-kinder-lassen-gruessen.at/. Ich kann den Film uneingeschränkt empfehlen, auch weil er von Opfern und Mitbetroffenen mit erstellt wurde, also authentisch ist. In den verschiedenen Interviews Opfer der Katholischen Kirche, aber das Berichtete deckt meiner Ansicht nach das Wesentlichste aller Missbrauchskontexte ab. Ausnahme: Menschen, die als Kinder allein aufgrund ihrer Behinderung sexuell ausgebeutet und gequält wurden, kommen im Film nicht vor. Eingeflochten sind Stellungnahmen von Fachleuten, die unkommentiert bleiben und deshalb von besonderer Wirkung sind. Mein Eindruck: die österreichische Klasnic-Kommission ähnelt auf frappante Weise Konstrukten in Deutschland. Als gäbe es eine Blaupause für den Aufbau….

    In „Die Kinder lassen grüßen“ wird Joseph Ratzinger (alias „Papst Benedikt) erwähnt. Einer der Betroffenen berichtet, dass er von Österreich aus auf Chorreisen an Regensburger Täter „ausgeliehen“ worden sei. Auch der Wallfahrtsort Altötting spielt eine Rolle. Einer dieser typischen notorisch sadistischen Serientäterpriester fand dort im Alter Zuflucht und wurde nach seinem überraschenden Ableben (angeblich in Folge einer schweren Darmerkrankung) mit besonderen Ehren von seiner Kirche bestattet. Die Petrusbruderschaft mit ihrer speziellen Art von Männerbund und dem lateinischen Messritus wird gesondert erwähnt http://petrusbruderschaft.de/.

    Ich bin gerade dabei, eine Stellungnahme zum Film zu verfassen und freue mich über Rückmeldungen. Meine Kontaktdaten finden sich im Netz.

  • Angelika Oetken

    |

    Am Fall des Bistums Hildesheim lässt sich sehr gut darstellen, wie die Kultur des Betreibens und Vertuschens der sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen innerhalb der katholischen Kirche funktioniert. Hier kommt ein zuständiger Funktionär zu Wort http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/wir-gehen-in-der-spur-des-opfers

    Das ist die Analyse des Foristen Clemens Oppermann:
    „Ja, Herr Deckers, so wie in Hildesheim keine Krähe
    der anderen ins Auge hackt, so ist es wohl auch in der übrigen Kirche?- Der mutmaßliche Täter Janssen, längst tot; ebenso der Vertuscher und Nachfolger im bischöflichen Amt Homeyer. Dessen Nachfolger, der wenigstens noch kraft seiner Autorität Reste der Straftat hätte ans Licht bringen können, seit ein paar Wochen unwissend wie die drei entsinnlichten Affen im Ruhestand! Und die Opfer? – Wer weiß denn schon ob sie nicht gerade jetzt selbst das Bistum führen? Nur so würde der Begriff „organisationskulturelle Probleme“ überhaupt Sinn machen – weil sie in Amt und Würden bestens gefüttert einander Unschuld zuschanzen. Und jene schwächeren Opfer, die es nicht zu diesem Futterplatz geschafft haben, sie haben in den Augen der Stärkeren und der so genannten unabhängigen Begutachterseite aus dem Schoße des Münchner Kardinal Marx, es eben wohl nicht kapiert, wie die „institutionelle Selbstgewissheit“ einer Papst-Kirche funktioniert?“

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/missbrauch-kommentar-gegen-die-kirche-15249256.html#lesermeinungen

  • Magno Meier

    |

    J@osef
    13. Juli 2018 um 22:40 | #
    @
    Magno Meier am 13. Juli 2018 um 13:27

    “ …die Vorfälle des Missbrauchs sowie der Misshandlungen in Bayern politisch gewollt waren. “

    politisch gewollte Missbräuche und Misshandlungen ? Meinen Sie das wirklich so ?

    Josef
    JA DAS MEINE ICH SO, DA DIES EIN BESTANDTEIL DES GLAUBENS IST, ODER VLLT. EIN BESTANDTEIL BESTIMMTER GLAUBENSRICHTUNGEN IM CHRISTENTUM. ES GAB AUCH DIESBZGL. KEINE AUßERUNG DER BAYRISCHEN STAATSREGIERUNG. ZUDEM STAND PIELENHOFEN UNTER STAATLICHER KONTROLLE UND EIN EINSCHREITEN EXISTIERTE NIE. ERGO ES BESTAND UND BESTEHT DIESER POLITISCHE WILLE, DA AUCH DER STAAT ES WILL , DASS MENSCHEN FRIEDLICH IHREN GLAUBEN LEBEN DÜRFEN.

  • Mathilde Vietze

    |

    Werter „Mr.T.“ – Ich habe in meinem Post nur das wiedergegeben, was mir einige
    kritische Katholiken gesagt haben, nämlich, daß Voderholzer im Gegensatz zu seinem
    Vorgänger die Leute angehört hat. Wie „christlich“ Müller sich in dieser Angelegenheit
    verhalten hat, dürfte zu aller Genüge bekannt sein. Der hat sich ja sogar soweit ver-
    stiegen zu sagen, daß das Ganze „von der kirchenfeindlichen (!!!) Presse gesteuert
    war.“ Derlei Haarsträubendes ist von Voderholzer nicht bekannt, obwohl auch er
    – wie alle Menschen – nicht über Kritik erhaben ist.

  • Angelika Oetken

    |

    Wie viel mag das Kinderfolterlager Etterzhausen/Pielenhofen dem Netzwerk seiner Betreiber wohl eingebracht haben?
    Bei der Gelegenheit: was wurde eigentlich aus den Jungen, die, als Adolf Hitler noch zu den Freunden der Regensburger Domspatzen gezählt wurde, Internat und Schule besuchten? Wenn diese Sängerknaben damals, also irgendwann zwischen 1933 und 1944 auf Chorreise waren, auf welche Weise mussten sie sich ihren Förderern und seinen Freunden gegenüber wohl erkenntlich zeigen? Waren diese Männer (und Frauen?) wirklich allein mit dem schönen Gesang zufriedenzustellen? Hier etwas zu Adolf Hitlers Persönlichkeitsstruktur: http://kriegsursachen.blogspot.com/2011/09/adolf-hitler-teufel-damon-oder-schwer.html

  • Nocheinüberlebender

    |

    Liebe Mathilde Vietze, „daß Voderholzer im Gegensatz zu seinem
    Vorgänger die Leute angehört hat.“ Mich hat er nicht angehört. Und warum? Weil der sexuelle Missbrauch von einem Schüler an einem Schüler bei RA Weber gar nicht untersucht wurde (ich das aber nie wusste und nie erfahren hatte damals). Und ist sexueller Missbrauch von einem Schüler an einem Schüler etwa kein sexueller Missbrauch? Herr Voderholzer hat öffentlich versprochen, dass er mich anhören wird und er hat es nicht getan. Was soll ich von einer katholischen Kirche halten, die nicht als Vorbild vorausgeht, sondern nur immer unter den Teppich kehrt? Ich bin jetzt bei mut (Claudia Stamm, Tochter unserer Landtagspräsidentin, ist die Gründerin) und bei mut sind auch Pfarrer und diese sind empört über dieses Verhalten.
    Ich schätze Sie sehr und wir schrieben uns schon einmal, aber in diesem Fall muss/musste ich Sie leider korrigieren.
    Und noch einmal: Ich wurde die ganze Zeit in dem Glauben gelassen, mein Fall werde untersucht, was überhaupt nicht der Fall war und jeder wusste es, nur ich – der Betroffene – wusste es nicht und können Sie sich jetzt vorstellen, wie ich mich fühle.

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