Ausflugsschiffe an den Donaumarkt: Verwaltung will Anlegestellen neu ordnen

Verwaltung schlägt Stadtrat umfassende Neuordnung der Schiffsanlegestellen vor Die Personenschifffahrt in Regensburg erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Sowohl in der Kabinenschifffahrt als auch in der Ausflugsschifffahrt verbuchen ansässige und überörtliche Anbieter steigende Gästezahlen. „Damit setzt die Tourismusbranche in Regensburg ihren Erfolgskurs fort“, stellt Oberbürgermeister Hans Schaidinger fest: „Um diesen positiven Trend auch für die Zukunft zu sichern, ohne die Anwohner an den bewährten Anlegestellen zusätzlich zu belasten, hat die Verwaltung im Auftrag des Stadtrats eine umfangreiche Neuordnung der Schiffsanlegestellen erarbeitet.“ Reedereien, die sich in Regensburg engagieren, hätten ihre Aktivitäten deutlich erhöht und Schiffsneubauten in Auftrag gegeben, erklärt Schaidinger. Diese modernen Schiffe sind größer als die bisherige Flotte, stellen unsere städtischen Infrastruktureinrichtungen jedoch vor neue Herausforderungen. Indem die Stadt ihre städtischen Schiffsländen neu ordne, ließen sich vorhandene und erkennbare zukünftige Konfliktbereiche minimieren, so der Oberbürgermeister: „Unser Ziel muss es sein, ein gutes ‚Miteinander‘ diverser Schiffsunternehmen zu ermöglichen und somit unsere touristische Wirtschaftskraft weiter zu stärken – dies allerdings nicht auf Kosten der Anwohner.“ Der Lärmschutz-Aspekt nimmt eine zentrale Rolle im Konzept der Stadtverwaltung ein. Zum Schutz der Anwohner schlägt es vor, dass Ausflugsschiffe im Bereich der Werftstraße, des Marc-Aurel-Ufers und zukünftig auch am Donaumarkt im Regelfall während der Nachtzeit zwischen 22 und 6 Uhr weder an- noch ablegen dürfen. Am Marc-Aurel-Ufer, zwischen Steinerner und Eiserner Brücke, wird der städtische Pavillon umgebaut und mit Start der Schifffahrtsaison 2012 zwei separate Verkaufsbüros für verschiedene Reedereien beherbergen. Darüber hinaus laufen bereits Untersuchungen, in welchem Umfang zunächst einer der beiden städtischen Anlegestellen „Wurstkuchl“ und „Pavillon“ ertüchtigt werden muss, damit dieser auch für modernere und größere Ausflugsschiffe geeignet ist. Den entsprechenden Antrag der Stadt auf Erweiterung der Wassernutzfläche in diesem Bereich hat das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) im März 2011 bereits positiv beschieden. Der (Still-)Liegebereich für die Museumsschiffe „Ruthof“ und „Freudenau“ oberhalb der Eisernen Brücke soll unverändert beibehalten werden. Auch die individuelle Anlegesituation für das Museums-Schiff „Helga“ mit gleichlautendem Anleger unterhalb der Eisernen Brücke soll grundsätzlich bestehen bleiben. Sie war der ansässigen Firma Klinger in den 90er Jahren zugesichert worden. Ein entsprechender Zeitmietvertrag, der bis Ende 2011 läuft, sieht jedoch vor, Nutzungsrechte auf dem Wasser in diesem Bereich freizugeben, die nicht museums- und anlegernotwendig sind. „Die Stadt muss sich die Möglichkeit offen halten, diesen Anlagebereich mittelfristig zu optimieren und gleichzeitig einen langfristigen Vertrag für den Arbeitskreis Schiffahrts-Museum Regensburg e.V. und die Firma Klinger als indirekt betroffene Mitnutzerin zu gewährleisten“, erklärt Manfred Koller, Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung. Die städtische Personenschifffahrtslände zwischen Eiserner Brücke und Nibelungenbrücke, die seit 1992 in erster Linie dem Anlegen von Kabinenschiffen dient, soll zukünftig auf einer Länge von circa 100 Metern entlang des Donaumarkts auch (größeren) Ausflugsschiffen zur Verfügung stehen. Hierzu wird die Nutzfläche in diesem Bereich auf 17 Meter Breite erweitert. Daran schließt der Doppelliegebereich mit einer Breite von 24 Metern an. „Durch eine verringerte Distanz zu den Stromversorgungsstationen erhöhen wir dort die Nutzerfreundlichkeit“, so Koller. Im Bereich der Werftstraße soll zukünftig das Stillliegen von Personenfahrgastschiffen und der hierfür notwendigen Ver- und Entsorgung erlaubt sein. Die Kosten für die erforderlichen Einrichtungen im Wasser und an Land haben die Reedereien zu tragen, die die entsprechenden Nutzungsrechte für die Anlege­stellen innehaben. Darüber hinaus will die Stadt Unternehmen auf einer Länge von 100 Metern stromabwärts die Möglichkeit bieten, auf eigene Kosten Anlegesituationen zum Stillliegen von kleineren Personenfahrgastschiffen zu schaffen. Eventuelle bauliche Maßnahmen stehen allerdings unter dem Vorbehalt der Ergebnisse, zu der eine derzeit laufende Untersuchung des baulichen Zustands der Kaimauer kommt. Um auch den Nachfrage-Segmenten „Abend- und Nachtfahrten“ sowie „Busreisegruppen“ gerecht werden zu können, plant die Stadt zudem neue, konfliktarme An- und Ablegestellen für Ausflugs- und Kabinenschiffe auf Höhe des einstigen Winterhafens. Diese neu zu schaffende Lände „Altes Eisstadion“ wäre sowohl für Ausflugs- als auch für Kabinenschiffe geeignet. „Dieses Gesamtkonzept zur Neuordnung der Schiffsanlege­plätze wird den unterschiedlichen Bedürfnissen und Interessen der Anwohner und Unternehmen bestmöglich gerecht“, kommentiert Oberbürgermeister Hans Schaidinger das Konzept, das die Verwaltung dem Stadtrat in seiner Sitzung am 20. Dezember 2011 vorlegen wird. Darüber hinaus soll es in einer Bürgerinformation zeitnah vorgestellt werden.

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Kommentare (1)

  • Mona Attenberger

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    „Dieses Gesamtkonzept … wird den unterschiedlichen Bedürfnissen und Interessen der Anwohner … bestmöglich gerecht“

    Dass ich nicht lache – keiner von uns Anwohnern duldet diese Riesenschiffe vor seiner Haustüre! Aber Mitspracherecht – Fehlanzeige. Das interessiert den Herrn Oberbürgermeister einen Sch***dreck!

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