Ausstellung: ANSICHTSSACHE

In der Ausstellung ANSICHTSSACHE – Aktuelle Fotografie aus Ungarn vom 8. September bis zum 29. September 2012 zeigen wir in Zusammenarbeit mit der Galeriá Várfok, Budapest, Fotokunst der Budapester Künstler Mátyás Misetics, Enikő Hangay und Szilvi Tóth. ANSSICHTSSACHE – der Titel der Ausstellung fordert Stellungnahme. Ansichtssache bedeutet die rein subjektive Sicht auf die Dinge. Es ist Ansichtssache, was der Betrachter bei der Rezeption der fotografischen Arbeiten der jungen ungarischen Künstler empfindet. Es ist auch Ansichtssache, ob der Betrachter etwas mit den transportierten Bildinhalten anfangen kann. Wirken sie fesselnd, faszinierend oder rufen sie einfach nur Gleichgültigkeit gegenüber dem Dargestellten hervor? Die ungarischen Künstler überzeugen durch ganz verschiedenartige Konzepte. Das Medium Fotografie dient ihnen allen zum Ausdruck ihrer Weltsicht, die einerseits detailverliebt, andererseits ausdrucksvoll und erhaben ist. Jeder der Drei kommuniziert eine persönliche Geschichte und regt durch die ganz individuelle Bildsprache den Betrachter zu eigenen Denkanstößen an. Enikő Hangay ist 1976 in Budapest geboren. Im Studium, ab 1999, kam die Künstlerin nach Rom sowie Ithaca in New York. Sie schloss ihr Studium 2001 an der Canbrook Academy of Art in Michigan ab. Hangay lebt und arbeitet heute in der Stadt New York. Ihre Arbeit beschreibt die Budapesterin als das Festhalten von Lebensspuren, die sonst nur allzu leicht übersehen werden. Sie erfasst visuelle Geschichten, die manchmal sehr greifbar, mitunter versteckt, in ihrem Leben erscheinen. In den Fotografien ist oft ein Moment der Kontemplation und Konzentration auf einen, ihr wichtigen Aspekt zu spüren. Mit einer fast kindlichen Sehnsucht nach Träumerei wird bereits Gesehenes, in einem Bild arrangiert und festgehalten, zu einem eigenen Film vor dem Auge des Betrachters. Mátyás Misetics, 1982 geboren, schloss 2007 sein Master-Studium an der Mohoky-Nagay Universiät für Kunst und Design in Budapest ab. Er ist Mitbegründer der Firma Colorblind, einer Agentur für Markenkommunikation und seit 2010 Doktorand an der Moholy-Nagay Universität. Misetics Bildinhalte fesseln durch das gekonnte Spiel mit Licht und Schatten. Im Wald gelegene, provisorische Hütten aus Plastikfolien, von Müll umgeben, werden durch grell-weißes Licht, ähnlich der Chiaroscuro-Malerei Carravaggios, hervorgehoben und lassen den Betrachter in dem Motiv suchen und beobachten. Mit dem Wunsch näher herantreten zu können um mehr zu entdecken stehen wir vor seinen Fotografien und werden so selbst zu einem Teil der Fotografie. In den Serien Light Work und Artificial Light werden aus dem Alltag bekannte Parkhäuser oder Straßen durch besondere Lichteffekte und bestimmt platzierte Personen zu erhabenen Orten. Irritation wird geschaffen, da man alt Bekanntes in einen neuen Kontext stellen muss. Es ist Ansichtssache und Kopfsache, welche Verknüpfungen man hier zwischen Realität und Abgebildetem schließt. Der Künstler selbst, sieht die Fotografie als Medium, das die Realität zwar erfasst, doch etwas eigenständiges aus ihr werden lässt. Szilvi Tóth wurde 1976 in Ungarn geboren. Sie lebt und arbeitet heute in Amsterdam wo sie auch zeitweise studierte. Auch sie erhielt ihren Abschluss an der Mohoky- Nagay Universität in Budapest. Bezeichnend für die Künstlerin ist ihr Eigensinn, der in jeder ihrer Fotografien zu spüren ist. Sie zeigt ihre ganz eigene Sicht der Dinge auf die Welt. So werden  detailverliebt und mit subtilem Witz dem Betrachter neue Ansichten geboten, die kritische aber vor allem humorvolle Aspekte hervorheben, wobei in teils surrealen Inszenierungen Starwars Stormtrooper und Gartenzwerge auf vertraute Art unser Auge erfreuen. Die Fotos, mit ihrer kräftigen Farbigkeit, wirken stark anziehend ziehen den Betrachter förmlich ins Bild. Vom 13.9. bis zum 29.9. werden auch Arbeiten der 3 ungarischen Fotokünstler in der Ausstellung Im Bilde – Lebensräume des Kulturamts der Stadt Regensburg und der Vereinigung der Kaufleute im Donau-Einkaufszentrum e.V. im DEZ zu sehen sein.

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