Baseball-WM: Ferienausschuss soll großzügige Zuschüsse gewähren

Die kleine Gemeinde von Regensburger Baseball-Fans darf sich freuen: Die Stadt will sich bei den Zuschüssen großzügig zeigen. Foto: Archiv/StaudingerDer Boss der Buchbinder Legionäre, der Schwabelweiser CSU-Vorsitzende Armin Zimmermann, darf sich freuen. Sollte der Ferienausschuss des Regensburger Stadtrats am Donnerstag der entsprechenden Vorlage zustimmen, erhalten die Baseballer 657.000 Euro an Zuschüssen von der Stadt, um die Armin-Wolf-Arena WM-reif machen zu können. Bereits im April hatte Oberbürgermeister Hans Schaidinger eine Million Euro Zuschuss für den Ausbau des Baseball-Stadions in Aussicht gestellt (mehr dazu: Ein Stadion für Nibelungentreue). Die zur WM notwendigen Maßnahmen sind ein erster von mehreren Bauabschnitten. 2009 wird die Baseball-Weltmeisterschaft in Europa, vor allem Italien, ausgetragen. Sechs Vorrundenspiele sollen an vier Tagen in Regensburg stattfinden. Die Kosten der dafür notwendigen Umbauten belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro. Angesichts des (vermuteten) Großereignisses WM will die Stadt von ihrer üblichen Zuschusspraxis abweichen. „Die maximale Höhe der Zuwendungen beträgt bis zu einem Drittel der zuwendungsfähigen Kosten“, heißt es dazu in den Richtlinien der Stadt Regensburg zur Sportförderung (Dazu ein Interview mit Armin Zimmermann). Diese Zuwendungen gebe es „nur, wenn außer der Erbringung einer angemessenen Eigenleistung in Höhe von mindestens 30 Prozent des Vereins nachgewiesen wird, dass sich dieser auch um Mittel beim Bund und Land ernsthaft bemüht hat“. Darf sich über ungewöhnlich hohe Zuschüsse freuen Armin Zimmermann und die Legionäre. Foto: ArchivAn Eigenleistung können die Legionäre 62.000 Euro – fünf Prozent der Gesamtkosten – aufbringen. Dazu kommen Sponsorengelder (100.000 Euro), Vorsteuererstattung (108.000 Euro) und Zuschüsse des Bayerischen Landesportverbandes in Höhe von 308.000 Euro. Für den Rest der Kosten springt die Stadt Regensburg in die Bresche. Großzügig. Während der Bayerische Landesportverband lediglich eine Million der Kosten als zuwendungsfähig ansieht, bezuschusst die Stadt die gesamte Investitionssumme mit einem Drittel. Macht 411.000 Euro. Bleibt eine Deckungslücke von 246.000 Euro – und auch hier steht die Stadt dem Verein spontan zur Seite und will einen weiteren Zuschuss gewähren. „In Anbetracht der bevorstehenden hochkarätigen Baseball-Weltmeisterschaft, die für die Stadt eine erhebliche Außenwirkung haben wird, sind solche Zuschüsse möglich und vertretbar“, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage. Dabei bezieht man sich vor allem auf Angaben der Legionäre. Der Baseball-Verein rechnet mit „40.000 bis 50.000 Zuschauern“ und rechnet weiter vor, „dass ca. 28.000 Gäste bei einem Umsatz von 250 Euro je Tag und Gast einen Betrag von sieben Millionen Euro in der Stadt umsetzen werden.“ Voraussetzung für den Zuschuss ist, dass die USA in der Vorrundengruppe in Regensburg spielen wird. Die endgültige Entscheidung darüber wird bei einer Organisationssitzung am 12. September in Regensburg getroffen. Sollte der Ferienausschuss dem Zuschuss von 657.000 Euro am Donnerstag (16 Uhr, Neues Rathaus) zustimmen, muss an anderer Stelle gekürzt werden. „Das Finanzreferat weist darauf hin, dass diese zusätzlichen Mittel nicht ohne Einsparungen an anderen Haushaltsstellen bereitgestellt werden können“, heißt es abschließend auf der Beschlussvorlage. Nachsatz: „Obwohl die Baseball-Weltmeisterschaft mit Unterstützung des Weltverbandes ausgetragen wird, erhält sie nur geringe öffentliche Aufmerksamkeit. “ (aus der Online-Enzyklopädie wikipedia)

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Kommentare (8)

  • Joachim Datko

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    Baseball – Ein neues Subventionsgrab?
    Zitat: „Der Baseball-Verein rechnet mit „40.000 bis 50.000 Zuschauern“ und rechnet weiter vor, „dass ca. 28.000 Gäste bei einem Umsatz von 250 Euro je Tag und Gast einen Betrag von sieben Millionen Euro in der Stadt umsetzen werden.““
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    Ich fürchte, dass man es bei Sportvereinen mit dem Rechnen oft nicht genau nimmt. Man denke nur an die finanziellen Schwierigkeiten des Jahn und der „Eisbären“. Was bleibt ist meiner Ansicht nach die Belastung der Bürger. Um eine Milchmädchenrechnung auf Kosten der Bürger zu vermeiden, könnten ja die Verantwortlichen des Vereins für diese Rechnung persönlich haften.
    Besonders wichtig wäre es mir, dass die REWAG sich nicht an der Finanzierung beteiligt. Erdgas ist mir jetzt schon viel zu teuer. Wenn ich irgendwo „Sponsor REWAG“ lese, denke ich an meine hohe Erdgasrechnung.

  • Florian Paul

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    Mit Verlaub: Langsam zum kotzen, mehr fällt da einem echt nicht mehr ein, angesichts dieser Schildbürgerstreiche der großen Koallition in Regensburg. Glaubhaft ist doch da gar nichts mehr.

  • Tobias M. Fritz

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    Grundsätzlich sollte man die Sportvereine unbedingt unterstützen, jedoch auch das Verhältnis wahren (Stichwort: Kosten-Nutzen). Die Zuschusssumme kommt mir für erhoffte vier Spiele in Regensburg schon absurd hoch vor.

    Ferner:
    28.000 Gäste, 250 € Umsatz pro Tag und Gast?
    Ich wusste gar nicht, dass das durchschnittliche Baseballklientel so finanzkräftig ist…
    In den USA ist es das nicht.

  • Rudolf Schmitzer

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    Im Februar 2008 gab es das CSU-Wahlplakat mit dem Herrn OB Schaidinger in der Mitte und einem Spieler der Eisbären auf der rechten Seite und einem Jahn-Spieler auf der linken Seite unter dem Motto „Wir kämpfen gemeinsam“. Die Eisbären haben Insolvenz angemeldet und nun muß wahrscheinlich ein Baseball-Spieler gemeinsam mitkämpfen, also warum diese Aufregung Herr Aigner über diesen von Ihnen erwähnten Zuschuss der Stadt Regensburg?

  • Barbara Junghans

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    Da lachen doch die Hühner bei dieser Milchmädchenrechnung!

    Wenn tatsächlich 50.000 Zuschauer kommen würden, dann wäre das ein Drittel der Einwohnerzahl von Regensburg, das muß man sich mal vergegenwärtigen. Im Nachsatz heißt es dann ja auch etwas bescheidener, dass 28.000 Besucher Umsatz in Höhe von jeweils € 250
    machen könnten – und das wären dann (wenn es denn so günstig laufen sollte) 7 Millionen. Hier ist doch der Wunsch der Vater des Gedanken! Könnte – würde – sollte. Bei aller Sympathie für die Sportart Baseball ist das Ganze ein finanzielles Abenteuer. Wenn es in die Hose geht, dann sagen die Initiatoren wie Armin Zimmermann einfach „Dumm gelaufen!“. Der Bürger zahlt. Eingespart wird bei anderen wichtigen Projekten. Und das alles, weil ein paar Leute sich auf Kosten der Allgemeinheit profilieren wollen.

  • robert Petry

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    Ich kann Frau Junghans nur zustimmen.Bei Länderspielen sitzten max 50 Zuschauer im Stadion,bei der WM- Vorunde 150 oder sogar 500 Zuschauer .Der Jugendhilfe werden 40000€ gestrichen und diesen Verein wird das Geld hinterher geworfen.Wenn das so wichtige Spiele sind wo bleiben denn die Sponsoren aus ganz Deutschland ???

  • Ewald Müller

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    Aussage Hr. Petry: „Bei Länderspielen sitzten max 50 Zuschauer im Stadion,bei der WM- Vorunde 150 oder sogar 500 Zuschauer“.

    Diese Aussage trifft absolut nicht zu und ist falsch. Beim letzten Länderspiel im Juli 2008 gegen die USA war das Stadion rappenvoll mit weit über 2000 Tsd Zuschauer.

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