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Beschleunigtes Verfahren seit über zwei Jahren

Baufälliges BUZ in Regensburg Burgweinting: Investmentgesellschaft Modulus lässt sich Zeit – und schweigt

Verschleppen die Investoren im BUZ Burgweinting den Bebauungsplan und ein dringend notwendiges Sanierungskonzept? Die Stadt Regensburg wirkt hilflos.

Stahlstützen und Betonteile am Boden – ein Sanierungskonzept gibt es trotz dieser Sicherheitsmängel nach wie vor nicht Foto: as

Am 5. März 2024 beschloss der Planungsausschuss des Regensburger Stadtrats einen Bebauungsplan „im beschleunigten Verfahren“ für das BUZ Burgweinting. Schon im April folgte die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, um die Pläne der Hamburger Modulus Real Estate GmbH für das marode Einkaufszentrum vorzustellen.

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Das zeigt: Es brennt. Die Stadt trat aufs Gas. In der Beschlussvorlage heißt es nicht ohne Grund, es drohe die „Gefahr eines Funktionsverfalls des Nahversorgungsstandortes“.

Baufääligkeit bekannt – Sanierungskonzept nicht

Doch zweieinhalb Jahre später gibt es noch immer kein Ergebnis – und das BUZ rottet – wie berichtet – vor sich hin. Stahlträger müssen die Balustrade abstützen. Herabfallende Betonteile bergen Verletzungsgefahr. Und die Investment- und Vermögensverwaltungsgesellschaft Modulus Real Estate, die 2024 noch mit großen Ankündigungen auftrat, schweigt.

Bruchstellen und Risse im Boden der Balustrade. Foto: as

Die Stadt wirkt hilflos. Man kenne die Schäden, teilt sie auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Deshalb habe man die Abstützungen angebracht – als „temporäre Sicherungsmaßnahme“. Vor bald zwei Jahren.

Das BUZ sei Privateigentum, so die Stadt. Deshalb seien „die Handlungsmöglichkeiten der Stadt Regensburg hinsichtlich des baulichen Zustands (…) rechtlich begrenzt“. Der Eigentümer erarbeite „derzeit“ ein Sanierungskonzept. Aber: „Eine konkrete Zeitplanung für die Umsetzung liegt der Stadt Regensburg bislang noch nicht vor.“ Es solle „zeitnah“ vorgelegt werden.

Bebauungsplan: es fehlen Unterlagen

Bis dahin gehen Besucher und Beschäftigte im BUZ das Risiko ein, von einem Betonteil getroffen zu werden. Auf die Frage, wie man mit diesen Gefahren umgeht, hat Modulus Real Estate nicht reagiert. Ebenso wenig dazu, wie es mit den Plänen von 2024 weitergeht.

Ein regelmäßiges Bild: der Beton löst sich und fällt nach unten. Foto: as

Auch die Verzögerungen im Bebauungsplanverfahren liegen offenbar vor allem bei der Hamburger Investmentgesellschaft. Einen Zeitplan für das weitere Verfahren gibt es nicht, „da die Bebauungsplanunterlagen noch nicht fertiggestellt sind“, teilt die Stadt mit.

Bei einem Investorenbebauungsplan wie dem fürs BUZ muss Modulus Real Estate Pläne und Gutachten bei der Stadt einreichen. Das geschieht offenbar gar nicht – oder im Schneckentempo. Zweioeinhalb Jahre für ein solches Verfahren sind auffällig lange.

Verfall des BUZ: ein Problem für die Stadt, nicht für die Investoren

Aus dem Umfeld der Verwaltung ist von Unstimmigkeiten zwischen Investor und Stadt zu hören – etwa bei der sozialen Nutzung, konkret dem Bürgersaal.

Die Hamburger Investmentgesellschaft dürfte den längeren Atem haben. Der fortschreitende Verfall des BUZ bedroht das soziale Gefüge in einem der größten Regensburger Stadtteile. Hier steht der einzige Supermarkt, den man zu Fuß oder mit dem Rad erreicht.Das bringt die Stadt in die Zwickmühle. Vielleicht reagiert man deshalb eher zögerlich auf das offensichtliche Gefahrenpotenzial der bröckelnden Balustrade. Eine leerstehende Bauruine mitten in Burgweinting wäre fatal.

Ein Bebauungsplan ohne soziale Bindungen und mit der Option, das Parkhaus abzureißen, würde den Wert des Areals deutlich steigern. Unter diesem Blickwinkel ist es wirtschaftlich nachvollziehbar, dass Modulus Zeit schindet. Die Zeit läuft der Stadt davon – nicht den Investoren.

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Kommentare (6)

  • Gudrun Hirschmann

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    Der Zustand des BUZ Einkaufszentrums ist beschämend und katastrophal.
    Als ich vor 2 Jahren hierher zog, war ich froh um diese Einkaufsmöglichkeit in der Nähe.
    Aber man kann zusehen wie es verfällt und voller Abfälle im Aussenbereich ist.
    Es ist eine Schande für die Stadt Regensburg und keiner fühlt sich verantwortlich.

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  • Rhaenis

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    Es ist auf jeden Fall beschämend, dass die Stadt und die betroffenen Menschen anscheinend nichts tun können. Daher frage ich mich: Was ist denn hier das Grundproblem? Wie kann das passieren?
    Sollte so etwas gar nicht in privater Hand sein?
    Wurden hier für schnelles Geld schlechte Verträge geschlossen?
    Sollte der Staat generell de Möglichkeit haben sich hier einzumischen? Durch hohe Strafen oder gar durch eine Form der Übernahme, wenn öffentlich benutztes Gebiet verwahrlost?

    Wieso hat die Stadt keine Handhabe, obwohl Menschen zunehmend gefährdet sind?

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  • Jakob Friedl

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    In den Planungen für den neuen Stadtteil „Burgweinting Mitte“ war ein Stadtteilzentrum mit Nahversorgung und öffentlicher Infrastruktur vorgesehen – öffentlicher Begegnungsraum, Nahversorgung, soziale Infrastruktur, Stadtteilkultur. Die Stadt hätte das BUZ auch selbst bauen (lassen) und vermieten können. (Ein Fußballstadion und ein Neues Rathaus waren ja z.B. wenige Jahre später auch möglich.) Das Mindeste wäre gewesen den vom Bauern billig erworbenen Baugrund für die neue Vorstadtmitte nicht weiter zu verkaufen, sondern als städtischen Baugrund in E R B P A C H T selbst zu vergeben; z.B. für 25 Jahre (vgl. Andreasstadl oder Velodrom damals). Am BUZ wird überdeutlich, warum die Stadt ausschließlich in Erbpacht vergeben sollte – analog zur Regelung im Baulandmodell für Wohnbaugrundstücke. Es gefällt mir z.B. nicht, wenn ein Porscheautohaus für immer über den Grund neben dem Sportplatz und vor dem städtischen Archiv verfügt – und die Stadt jeden Einfluss und den Wertzuwachs und die Art der weiteren Wertschöpfung abgibt. An der Stelle des BUZ wirkt sich dieser kapitalistische Kontrollverlust allerdings besonders schlimm aus, denn hier sollte eigentlich das soziale und kulturelle Zentrum, der schnell gewachsenen Vorstadt entstehen.
    Die Stadt hat mit dem Verkauf der BUZ-Grundstücke jeden gestalterischen Einfluss auf die Alltagskultur abgegeben und zahlt nun seit über 25 Jahren mit Bürgerbüro, Familienstützpunkt und Stadtbücherei eine hohe Miete und immer weiter überzogene Nebenkosten für den billigst möglichen und mangelhaften Baustandard und ausbleibende Unterhaltsleistungen – statt seit über 25 Jahren Plus zu machen und von einem sozialen, kulturellen und ökonomischen Wertzuwachs des Stadtteilzentrums zu profitieren. Es wäre immer schon wünschenswert, dass sich die Stadt mit den anderen Mietern solidarisch verhält und sich zu einer Mietergemeinschaft zusammen tut.
    Seit spätestens 2009 sitzen alle „Eigentümergemeinschaften“ (wohl als Strohmänner) im europäischen oder internationalen Ausland und alle paar Jahre wechseln die Eigentümer- und weit verzweigten Vertretungsgesellschaften – wohl aus steuerlichen Gründen.
    Das BUZ ist nun schon seit über 25 Jahren von massivem Leerstand geprägt. An Interessenten für die Geschäfte hat es jedoch noch nie gemangelt, doch offenbar lohnt sich für das Finanzprodukt BUZ die hohe Leerstandsquote besser als Vermietung.
    Die Vorgehensweise der Stadt beim Ausverkauf der Burgweintinger Vorstadtmitte um die Jahrtausendwende ist nur durch ideologische Verblendung (wir könnten das selbst nicht leisten) und Korruption (Zum Glück haben wir einen Investor gefunden, der den Grund billig kauft!) erklärbar. Mit der Entstehung von Burgweinting Mitte waren ganz klar gesellschaftliche und gestalterische Ansprüche verknüpft, „…in einer Zeit in der sich der öffentliche Raum zunehmend verengt“ sollte Burgweinting-Mitte mehr sein als nur eine Schlafstadt mit Einkaufsmöglichkeit. Durch die Privatisierung der Agora wurde seitdem auch die Vorstadtgesellschaft entmündigt und in einem hoffnungslosen und limitierten Raum in ihrem Erleben zugerichtet. Es verwundert nicht, das die AfD in BW-Mitte die höchsten Wahlerfolge hat. Den Zusammenhang zwischen fehlenden Gestaltungsmöglichkeiten für Alltagskultur, fehlenden Anknüpfungspunkten für politische Teilhabe und chauvinistischem Ressentiment habe ich bereits 2012 auf dem 1. Art BuZZ`l Plakat positiv verdeutlicht „Kultur seit 15 Jahren im Planungsprozess“. http://europabrunnendeckel.de/?p=4134

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  • Burgweintinger

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    Hieß es damals nicht: “Das BUZ wird das neue DEZ!”

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  • Anna Sollenberger

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    Klar ist eine recht anonyme, auf Finanzspekulation (Ankauf -> Abstoßung) ausgerichtete Investmentgesellschaft nicht ideal, bei weitem nicht.

    Aber es sind nicht die Investoren, die das BUZ ungemütlich werden lassen, es sind nicht die Investoren, die den Müll überall herumschmeißen und alles verkritzeln, bekleben, vollbiseln und besprayen. Oder dort u.a. mit Substanzen dealen. Und die Geschäfte schließen aus eigenem Antrieb.

    Es ist leicht auf die Investoren zu schimpfen, aber es sind die Burgweintinger selbst, die das BUZ so behandeln. In Unschuld brauchen sie sich nicht baden. Klar, Burgweinting hatte als laaaaaaangezogenes Straßendorf ohne echten Ortskern immer schon ein Problem im Vgl. mit anderen Siedlungsformen, aber Burgweinting war schon in den 80ern in Teilen problematisch und Stiefkind der Stadtentwicklung. Es hätte nie eingemeindet werden dürfen. Das war mit ein Sargnagel. Die Sozialstruktur hat sich seitdem nicht gebessert sondern verschlechtert (ich lass das jetzt mit einem rosa Elefanten im Raum), und deswegen glaube ich nicht, dass das BUZ zu halten sein wird. Es gibt in Burgweinting kein echtes Miteinander sondern max. ein Nebeneinander. Da hilft auch ein Friedl mit seiner Bubble nichts.

    Wir wissen, das “geht mir am Hintern vorbei” ist lediglich der kleine Bruder der tatsächlichen Abrißbirne.

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  • Daniela

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    Ich frage mich, da die Gebäude öffentlich zugänglich sind, Läden und Innenwege sind, warum die Bauaufsicht? ,das Ordnungsamt?…, die Stadt? keinen Einfluss darauf nehmen kann? Thema wäre Wegesicherheit, wenn Gebäudeteile ( Betonstücke ect.) ab zu stürzen drohen, die Areale zu sperren.
    Wenn bei einem privaten Eigentum (Häuser) Gefahr besteht, das Menschen durch herabstürzende Bauteile Schaden nehmen könnten, dann werden doch auch Absperrungen vorgenommen, wenn die Stadt das erledigt dann zu Lasten des Eigentümers. Es muss doch möglich sein, dass der Öffentlichkeit zugängliche Areale kontrolliert werden können. Beim Pflaster ist es das selbe, wenn die Wegesicherheit gefährdet ist, dann nach Kontrolle auch zu sperren.
    Ich weiß leider nicht, ob es möglich wäre.
    Aber, was passiert, wenn Läden oder Zugänge gesperrt werden könnten, hätten Ladenbeteiber doch die Chance die Pacht/ Mieten zu kürzen, wenn die Mängel nicht beseitigt werden.
    Ich denke auf finanzielle Verluste würden Investoren schon reagieren. Ob sie reparieren, oder verkaufen wäre dann ja sekundär.

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