Betonköpfe sollen zum Nachdenken anregen

Pressemitteilung des gemeinnützigen Förderverein für unter-und überirdische UrbanismusForschung/Fvfu-uüiUF.e.V. vom 17.Juni 2015


Betonköpfe sollen zum Nachdenken anregen


Kunstaktion am Dachauplatz – Ein Beitrag zur Diskussion um die Neugestaltung


Der Dachauplatz wurde die vergangenen Monate archäologisch erforscht und pünktlich zum Bürgerfest mit Stadtbäumen begrünt und neu gepflastert. Nun hat der Regensburger Kunstverein „für unter- und überirdische Urbanismusforschung“ zahllose kleine „Betonköpfe“, KEP’F genannt, in dem Brunnen am Dachauplatz festgekettet, um den „eingeschränkten Kunst-Wettbewerb“ zur Neugestaltung der Brunneninstallation zu bereichern.


Gegen eine Neugestaltung des Brunnens hat Jakob Friedl, der Vorsitzende des Vereins, nichts einzuwenden. Er möchte aber vermeiden, dass so wichtige Entscheidungen wie die Neugestaltung des Brunnens am Dachauplatz im Rahmen eines eingeschränkten künstlerischen Wettbewerbs, abseits der Öffentlichkeit also, stattfinden. Weder die Fragestellung des Wettbewerbs noch wer die 4-5 Künstler einlädt und auswählt sei für Außenstehende nachvollziehbar. Es genüge nicht, den Platz und den Brunnen einfach nur verschönern zu wollen. „Der Dachauplatz erinnert an die Naziverbrechen am Ende des Krieges, als drei Regensburger nach der sogenannten Frauendemo hingerichtet wurden, und damit an die Nazizeit in Regensburg überhaupt. Die Neugestaltung des Platzes muss eine öffentliche Sache sein und bleiben.“ Der Kunstverein hat nun zahllose kleine Betonköpfe, die bei einer Kunstaktion in Burgweinting vorwiegend von Kindern hergestellt wurden, im Brunnen festgekettet. Das wohl zuständige Gartenamt wurde allerdings nicht um Erlaubnis gefragt. Jakob Friedl sieht das durch die Kunstfreiheit und die Bedeutung seines Anliegens gedeckt. „Obwohl sicher nicht beabsichtigt, erinnern die Installationen im Brunnen, vor allem die ringförmigen, duschenartigen Düsen und die auf dreieckigen Metallplatten befestigten Beleuchtungskörper, die allesamt mit einer morbiden Patina versehen sind, an gewisse Vorrichtungen in Dachau. Die abnormen, unter Wasser festgeketteten und geschundenen ‚Kepf‘ verstärken diese Assoziationen an jene ‚Duschen‘“, sagt er. „Weder Brunnen noch Kepf müssen ‚schön‘ sein! Umso schöner wäre es, wenn das Ergebnis trotzdem gefiele.“meint er und merkt dabei noch an:“ Die Kepf erzählen selbst auch eine Geschichte: die des Burgweintinger Kunstprojektes Art BuZZ`l, einer sozialen Plastik, deren Abdrücke sie sind.“

Der Kunstverein hofft, dass die Stadt diesen Beitrag zur Erinnerungskultur schätzt und die Installation wenigstens bis zum 14. Juli erhalten bleiben kann – dem Tag der Erstürmung der Bastille vor mehr als 200 Jahren.

Für weitere Informationen finden sich auf der Website mit der Geschichte der Kep`f:

http://europabrunnenedeckel.de/?p=3028#dachauplatzbrunnen

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