„Bienen würden CSU wählen – garantiert…“

„Imker und Landwirte müssen an einem Strang ziehen, dann können sie auch voneinander profitieren“. Mit diesem Fazit beschloss Markus Bauer vom AK Umwelt der Landkreis-CSU eine Diskussion mit Bienenzüchtern in Sinzing. Welche Logik hinter diesem Statement stecke, erschließe sich wohl nur Bauer selbst, vermutet Brigitte West, Landtagsdirektkandidatin der Grünen im Landkreis Regensburg. Sie selbst sehe es eher so, dass Imker und Bienen die Landwirtschaft gar nicht bräuchten, im Gegenteil sogar unter der konventionellen Bewirtschaftung der Felder mit der immer stärkeren Tendenz zur Monokultur und dem damit einhergehenden Dünger- und Spritzmitteleinsatz leiden würden. „Was Markus Bauer hier ziemlich unanständig versucht, ist die tödliche Umarmung der Imker durch die Agrarlobby“, so Brigitte West. Auch Florian Eckert, Regensburger Direktkandidat der Grünen für den Bundestag findet es grotesk, wenn gerade jene sich bei den Imkern als Unterstützer andienten, die für viele Ursachen des Bienensterbens verantwortlich seien. „Herr Bauer kann sich ja gerne als Umweltschützer betätigen, er sollte dann aber auch liefern!“ Eckert fordert damit ein unmissverständliches Bekenntnis des AK-Umwelt zum Verzicht auf Kunstdünger und Pestizide in der Landwirtschaft und eine eindeutige Positionierung gegen den ungebremsten Grünlandumbruch und die um sich greifenden Mais-Monokulturen. Exakt diese Forderungen erhebe auch der bayerische Imkerverband. Florian Eckert: „Ich bin gespannt, wie erfolgreich der AK-Umwelt bei der Durchsetzung dieser Forderungen in seiner eigenen CSU ist.“ Brigitte West äußert sich hinsichtlich der Ernsthaftigkeit des Umweltaktivismus von Markus Bauer und seiner Mitstreiter ähnlich skeptisch. Sie kenne aus ihrer langjährigen Arbeit als BN-Ortsverbandsvorsitzende in Donaustauf diese Vorgehensweise: „Vordergründig wird ein Ausgleich der Interessen versprochen, in Wahrheit wird aber nur die immer gleiche falsche Politik durchgedrückt – Zum Schaden der Natur und der Menschen, deren Heimat zerstört wird!“ Aber nicht nur die Äußerungen von Markus Bauer zum Thema Bienen, auch seine Einlassungen zur Hochwasserproblematik stoßen bei den beiden Grünen-Politikern auf Ablehnung. „Einerseits die Flächenversiegelung als Ursache des Hochwassers zu beklagen und andererseits zu fordern, im Ernstfall die BN-Flächen zu fluten zeigt die umweltpolitische Orientierungslosigkeit und ideologische Verblendung der CSU.“ kritisiert Eckert. Bauer solle sich entscheiden, was er wolle. Brigitte West: „Vielleicht versucht es Bauer mal bei seinen Parteifreunden in der Staatsregierung. Hier könnte er für einen ökologischen Hochwasserschutz mit ausreichend Retentionsflächen werben. Allerdings müsste er dann aber auch mit den Landwirten reden, die diese Gebiete landwirtschaftlich nutzen und sich bisher kategorisch gegen eine Überflutung im Hochwasserfall gestemmt haben.“ Insgesamt messen die beiden Grünen-Politiker den Aktivitäten des AK-Umwelt der Landkreis-CSU wenig inhaltliche Substanz bei. Florian Eckert: „Das ist die übliche Öko-Mimikri der CSU – unter dem sehr dünnen grünen Mäntelchen kommt dann sehr schnell der Beton.“

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Kommentare (2)

  • Klaus Maresch, Bioland Imkerei Honighäuschen

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    Das ist ein guter Witz mit den Bienen und der CSU. In Imkerkreisen gilt eigentlich, daß es höchstens ein gutes schwarz-gelbes Projekt gibt und das ist der BVB, wenn das Herz des Fußballfans für Dortmund schlägt.
    Meinen Besuchern erkläre ich den Unterschied zwischen Bienen und Wespen immer so, daß Wespen schwarz-gelb sind, einem die Wurtst vom Brot, die Marmelade vom Mund klauen und auf die Nerven gehen. Wie Merkel und Westerwelle. Auf gut rheinisch heißt das, bruche mer nit, wolle mer nit, fott damit!

    Die desaströse Landwirtschafts- und Umweltpolitik von Schwarz-Gelb hat uns einen Teil des Bienensterbens beschert. Obwohl bspw. die Gefährlichkeit der von Bayer hergestellten Neonicotinoide seit langem bekannt ist, wurde auf allen möglichen Ebenen blockiert, als es darum ging ein Totalverbot dieser Agro-Gifte zu erreichen, die um den Faktor 7000 giftiger sind als DDT. Noch im Herbst dieses Jahres darf Wintergetreide und Raps mit diesen Giften behandelt und ausgesät werden.

    Dann das Thema Agro-Gentechnik. Auch da haben die Imker die Herumwurschtelei gerade der CSU gut im Gedächtnis. Bayern soll gentechnikfrei sein, aber der Rest Deutschlands?

    Oder das Sonntagsfahrverbot für Imker. Wollen oder müssen wir unsere Bienenvölker aus Obstplantagen holen, weil der Landwirt am Montag seine Obstbäume spritzen will, dann können wir das am Sonntag nicht. Wenn aber das 12jährige Zahnspangenmonster am Sonntag mit seinem großen vierbeinigen Freund zum Reitturnier will, darf Papa ohne weiteres den Hänger anspannen, um Fury zwar nicht zum Slaughterhouse, aber zur Rennbahn zu transportieren.

    Nein, so Bienen denn wählen könnten, wäre eine Stimmabgabe einer Biene für die CSU das gleiche wie wenn türkischstämmige Wähler ihr Kreuzchen bei der NPD machten.

  • Drohne Willi

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    @ Klaus Maresch … 16.07.2013, 07:13h

    Die Bienenkundigkeit der CSU-Chefdenkerschaft ist über jedes Lob erhaben.
    Beispiel:
    Frau Emilia Müller, derzeit bayer. Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten.
    Diese Dame, von Beruf staatl. geprüfte Chemotechnikerin und Hauswirtschaftsmeisterin – immerhin nicht akademisch verbildet, erschien im Sommer 2005 im Bildungshaus Schloß Spindlhof der Diözese Regensburg, um sich als Staatssekretärin im bayer. Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz den Fragen besorgter Jungbauern irgendeiner berufsentsprechenden katholischen Organisation wegen der damaligen, bis heute andauernden Gen-Skepsis zu stellen.
    Zum hier interessierenden Thema wußte diese Dame damals als „sicher“ zu berichten: Bienen flögen bei der Nektarsuche nicht über 300 Meter von Blüten zu Blüten, deswegen sei der damals (im Freistaat Bayern?) bestehende agrarische Schutzstreifen zwischen genveränderten blühenden Nutzpflanzen (im Frei-Feldversuch) und nichtgenveränderten blühenden Nutzpflanzen nach ihrer und der Meinung der bayer. Staatsregierung eine sichere Verhinderung der entsprechenden Pollenübertragung durch Bienen.
    Alles klar?!

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