SOZIALES SCHAUFENSTER

Der hässliche Deutsche – ziemlich genau nach “Der Geizige” von Molière

ueTheater Regensburg spielt das zeitlose Stück in neuem Gewand

Ohne Geizige gäbe es keinen Reichtum. Oder ist es umgekehrt? Ohne Reichtum gäbe es keine Geizhälse? Wahrscheinlich stimmt letzteres, denn zuerst muss ja etwas vorhanden sein, damit der Geizige es horten kann.

Und schon sind wir bei der nächsten Erkenntnis: Wo sehr viel vorhanden ist, muss es logischerweise auch sehr viele Geizhälse geben. In Deutschland gibt es sehr viel, daher ist der Geiz hier weit verbreitet.

Seltsamerweise, wie Molière es unvergleichlich klug beschreibt, sind gerade die Reichsten und Geizigsten vom ständigen Wahn besessen, kurz vor dem Hungertod zu stehen. Streckt ihnen gar ein Armer flehend die Hand entgegen, sehen sie ihren und selbstredend damit auch den Untergang des Vaterlandes gekommen.

Deutschland wird zur Zeit ein kleines bisschen konfrontiert mit den Früchten seiner Waffenexporte. Schutzsuchende vor den Verkaufsschlagern von Heckler & Koch, der tödlichsten Firma Europas, kommen nach Deutschland und bitten um Unterschlupf und Almosen. Der deutsche Geizhals schreit Zeter und Mordio und fordert Sicherheit vor den Sicherheit suchenden Menschen. Armee und Natozaun sollen es richten.

Wird wenigstens der Geizige im Stück des ueTheaters erkennen, dass er der Anfang aller Übel ist?

21. – 24.05.2016, jeweils 19:30 Uhr
im Elly Maldaque Theater an der Uni,
Albertus-Magnus-Str. 4
93053 Regensburg

Kartenreservierung/Kontakt:
Kurt Raster: 0941 / 700 299 – karten@uetheater.de – www.uetheater.de

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Kommentare (8)

  • menschenskind

    |

    Deutsche Urlauber gelten als geizigste Trinkgeldgeber 13. Mai 2016, 15:36 – Deutsche Urlauber gelten unter den Europäern als ausgesprochen geizig. Bei einer Umfrage des Buchungsportals Expedia unter 14.000 Personen aus 15 Ländern nahmen die Deutschen den ersten Platz beim Ranking der schlechtesten Trinkgeldgeber ein. Österreich belegte den siebenten Platz. Die Briten landeten auf dem zweiten, die Franzosen auf dem dritten Platz. Als besonders spendabel wurden Norwegen, Dänemark und Finnland bewertet. Die Deutschen landeten übrigens auch bei den befragten Österreichern auf der negativen Spitzenposition. (APA, 13.5.2016)

    http://derstandard.at/2000036938941/Deutsche-Urlauber-gelten-als-geizigste-Trinkgeldgeber

  • menschenskind

    |

    Neuer deutscher Geiz
    Nicht nur in Grie­chen­land fal­len Eu­ro­pas Spar­welt­meis­ter in­zwi­schen un­an­ge­nehm auf: Nach den jüngs­ten Zah­len ge­ben deut­sche Tou­ris­ten an kroa­ti­schen Strän­den we­ni­ger Geld aus als kroa­ti­sche Ur­lau­ber in Deut­sch­land.
    http://www.main-echo.de/ueberregional/politik/art20502,3645022

    Pedantisch, geizig, langweilig: Was Russen über Deutsche denken…
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/gesellschaft-das-wichtigste-fuer-einen-deutschen-ist-er-selbst-172658.html

    Warum sind so viele deutsche männer soooooo geizig?
    …dann kam der kellner, fragte, ob’s zus. o. getrennt geht. und der depp sagt dann doch glatt: getrennt. naja, im endeffekt habe dann ja ich fast ich alles bezahlt…
    http://forum.gofeminin.de/forum/f98/__f263_f98-Warum-sind-so-viele-manner-soooooo-geizig.html

    Deutsche Männer sind geizig, nicht warmherzig, irgendwie komisch. Da wird alles getrennt. Selbst den Café muss die Frau selbst bezahlen und auch in der Ehe wird alles fein säuberlich getrennt!
    # 32 06.06.2011 Gast
    https://www.elitepartner.de/forum/frage/bei-nicht-deutschen-maennern-besser-bedient.19260/page-2

    Reichste Deutsche: “Wir neigen zum Geiz”
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/reichste-deutsche-wir-neigen-zum-geiz-a-180457.html

  • semmeldieb

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    nun hat dieser deutsche geiz der vergangenheit, bzw. der letzten generationen immerhin dafür gesorgt, dass wir heute für einige zeit aus dem vollen schöpfen können.

    heute lernen die kinder eben, dass sparen ein verustgeschäft ist und man möglichst viel kohle und idealerweise die kohle der anderen verballert.

    und wenn wir dann alle fertig sind mit dem verballern, dann kommt halt wieder eine geizige generation usw, usf.

  • menschenskind

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    Die Frage, die ich mir stelle, wie hässlich sind wir Deutschen/Bayern wirklich?
    Ich meine jetzt jenseits von Stolz und Beleidigtsein. Ist möglicherweise doch was dran, an dem Vorwurf? So oft, wia ma den hört! Zu so verschiedenen Gelegenheiten.
    Herr Semmeldieb und Frau Mathilde V. werden jetzt sicher gleich wieder sagen, betrifft uns nicht, ist alles nur Böswilligkeit von dene anderen, mir san/hant super, spitze, affentittenturbogeil usw.
    Aber, tschuidigns, mir ist des zu einfach, ich suche lieber noch weiter nach Antworten.

    “Der hässliche Deutsche ist ein negatives Klischeebild mit Bezug auf Deutschland und die Deutschen, dessen Ursprung auf die deutschen Kriegsverbrechen im Ersten Weltkrieg zurückgeführt wird.”
    https://de.wikipedia.org/wiki/Der_h%C3%A4ssliche_Deutsche

    (Der Wikieintrag behandelt auch noch andere Phasen der heimischen Geschichte, nicht nur Wk I.)

    Unser seliger König Ludwig III. und sein Sohn, der genauso selige Kronprinz Rupprecht, de ham im Erschten Weltkrieg Belgien an Bayern hinannektieren wollen. Da Ludwig noch 1918, da Rupprecht da scho nimma…
    (Des war echt hässlich von dene zwoa)

  • semmeldieb

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    ich finde bayern einfach nur geil.

    die landschaft, die architektur, das klima, die sprache, die leute, die geschichte. einfach alles.

    ja, auch die geschichte!

    wenn jemand den ganzen tag nur nach den schmutzflecken dieses wunderbaren landes sucht und bayern für ihn nur aus dem dritten reich, adelsverbrechen, hexenverfolgung und der wurzel allen übels besteht, dann gehört jener erst recht dazu.

    es gibt kaum etwas bajuwarischeres als den typischen grantler, der nur krumme haare in der suppe sucht und findet.

    menschenskind, sie sind ein ur-bayer, zumindest im geiste!

    und wissen sie was? ich bin absolut für eine trennung bayerns von diesem unseligen bismarckschen bund, der uns die letzten hundert jahre all das erst eingebrockt hat, was sie so gerne praktisch ausschliesslich den bayern als schuld zuweisen wollen. sogar denen, die gerade erst geboren werden, oder?

    ob es zu einer trennung und einem freien bayern jemals kommt, steht in den sternen, wird aber durchaus in münchen diskutiert. was solls.

    eine repräsentative monarchie oben drauf als deko, disneyland für touristen, steueroase wie früher die schweiz es war, wirtschaftsmagnet, globaler vorreiter in technik, ökologie und bildung.

    das gescheite norddeutschland kann uns ja dann beweisen, das wir deppen sind, indem sie alles besser machen.

    alles denkbar.

    so. jetzt könnens mich ja zur strafe in den hexenturm sperren und alle 15 min. foltern.

    sie grantler, sie urbayerischer!

  • menschenskind

    |

    @semmeldieb

    Danke für die Ihren Ausführungen innewohnende Akzeptanz und Toleranz. Sie sehen mich also nicht als einen Nestbeschmutzer, Vaterlandsverräter, Judenknecht, Negerverteidiger, Zigeinerfreinderl, Schwulenspezi und dergleichen an.
    Spricht für Sie.

    Dennoch wundere ich mich ein wenig darüber, dass Sie mir nicht die Frage gestellt haben, Wie soll denn des möglich gwen sei, Belgien an Bayern hin zu annektieren?

    Gerne erfolgt hier (dennoch) die Antwort: Bis 1945 gehörte die Pfalz zu Bayern (“Bayern und Pfalz, Gott erhalt’s!”), somit wäre, mit ein wenig Schummelei, eine Landverbindung von Passau und Regensburg aus nach Brüssel, Gent und Brügge durchaus möglich geworden.
    Ob mia allerdings, oder gar die armen Belgier, damit froh geworden wären, darf bezweifelt werden. Glücklicherweis’ hamma den Erschten Weltkriag ned gwunna.

  • semmeldieb

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    der gedanke an eine weiss-blaue flotte, die die sieben meere befährt, könnte einen kurz ganz wuschig machen…

    bayerische kommandos schallen übers deck, in den wanten turnen waghalsig die burschen und mägdelein mit sepplhut.

    die decksplanken blitzblank mit der hirschledernen poliert.

    der gute duft herzhafter hausmannskost nach bayerischer art weht über die reeling und verzaubert die kreischenden möwen im abendrot…

    eine delphinschule tummelt sich vor dem bug und freundliche seehunde klatschen begeistert über die bayerischen, gutegelaunten matrosen, die den ganzen tag lachen und singen.

    fern am horizont treibt eine eisscholle mit einem eisbärenkadaver darauf. “juhei! do schaugts hi” – sagt da ausguck-

    und in der kuchl (nix “kombüse”) hockt der koch (nix “smutje”) und beisst zur probe in einen frisch aus dem ofen gezogenen saubraten, dass es nur so prasselt und kracht, während die knödeln im siedewasser tanzen…

    ja, die ganze welt könnte etwas bayersicher sein, das wäre schön.

    andererseits waren die österreicher mit ihrer hochseeflotte nicht so ganz glücklich damals… vielleicht bleiben wir lieber hier, wo in unserer schönen heimat nichts schwankt und wankt.

    und an fisch gibts auch im chiemsee.

    also, belgien kann belgien bleiben. bringts eh´ ned, des zum annektieren.

  • menschenskind

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    “ja, die ganze welt könnte etwas bayersicher sein, das wäre schön.”
    (Sie meinten doch gwiss “bayrischer”, oder?)

    Nein, semmeldieb, da hams mich aber massiv missverstanden, so hatte ich das ganz sicher nicht gemeint.

    Am bayerischen Wesen soll die Welt gwiss ned genesen.

    So toll samma wirkli ned. Dass wir immer noch das fremdenfeindlichste Bundesland sind (vier von zehn Bayern sind gegen Fremde!), das antisemitischste Bundesland, das Bundesland mit einer der höchsten Selbstmordraten, dann noch unsere intolerante Vergangenheit…

    Davon sollte die Welt auf gar keinen Fall mehr haben!

    Sowohl Ludwig III. als auch sein Sohn Kronprinz Rupprecht, die ich als Kolonialherrn (Belgien zu Bayern) angeführt hatte, genießen nicht umasunst den denkbar schlechtesten Ruf.

    Lesens, Semmeldieb, wos da Dräxelmayr übern Rupprecht gschriebn hod:
    http://www.hagalil.com/2012/11/rupprecht-von-bayern/

    Solchane Vorbilder kemma heut nimma brauchn.

    Und das Sich-selber-als-gutes-Beispiel-für-die-ganze-Welt-anpreisen erinnert mich, seiens ma ned bees, a wengerl an den Esel, der immer nur sich selber zuerst sieht: “Iah. iah, iah…”

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