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Große Pläne, vieles unklar

Ein KI-Rechenzentrum und Milliardeninvestitionen für Wenzenbach?

Ein KI-Rechenzentrum für Wenzenbach? Das mögliche Aus für den mittelalterlichen Abbachhof mit seiner fast tausendjährigen Kapelle? Angeblich geplante Milliardeninvestitionen und viele offene Fragen. Eine Spurensuche.

Dieser Entwurf der spanischen Firma Ignis zeigt, wie das KI-Rechenzentrum aussehen könnte. Foto: Ignis Energy

Von Markus Feilner

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Nordöstlich von Regensburg rumort es. Schon seit einigen Wochen. Obwohl es noch keine offiziellen Anträge gibt, obwohl weder Denkmalschutz noch die IHK mal angefragt wurden, geht ein Gespenst um auf dem Abbachhof, und das heißt „KI-Rechenzentrum“. Der mittelalterliche Bauernhof mit seiner fast tausendjährigen Kapelle im äußersten Westen von Wenzenbach soll womöglich einem KI-Rechenzentrum mit der Leistung eines kleinen Kernkraftwerkes (300 Megawatt) weichen.

Die Pächter des Abbachhof sind entsetzt, eine Bürgerinitiative gründete sich, eine Petition hat tausende Unterstützer, der Bund Naturschutz protestiert und manch Unternehmer oder Grundbesitzer reibt sich schon die Hände, sogar das bayerische Fernsehen berichtet. Der Grund wechselte für zweistellige Millionenbeträge den Besitzer, Milliardeninvestitionen sind angeblich geplant. Was ist da los?

Ein Anruf beim Bürgermeister

Den Anfang nahm die Geschichte, als Anfang Juni eine Firma namens IGNIS den Bürgermeister von Wenzenbach kontaktierte. Die ansonsten auf regenerative Energien spezialisierte spanische Firma wolle in Wenzenbach ein Rechenzentrum bauen, neben dem geplanten großen neuen Umspannwerk, am Abbachhof.

Erfahrung mit KI-Rechenzentren dieser Größe hat man eher nicht, dennoch soll das Projekt 300 Megawatt groß werden, quasi ein Viertel Atomkraftwerk der berüchtigten Generation Flamanville (Frankreich) oder Hinkley Point (UK). Deren Reaktoren haben jeweils gut viermal so viel Leistung, haben Milliarden gekostet, verbrauchen Unmengen an Kühlwasser, und verursachten viele Probleme und teure Verzögerungen beim Bau.

Immerhin: Zusammen mit der chinesischen DayOne will Ignis in Aragon ein ebenso großes Rechenzentrum wie in Wenzenbach bauen.

Man diskutierte das Vorhaben im Gemeinderat von Wenzenbach. Seitdem steht das Telefon von Bürgermeister Sebastian Koch nur noch selten still.

Das Umspannwerk macht’s möglich: Zwei Milliarden für Wenzenbach?

Warum aber soll gerade in Wenzenbach ein zwei Milliarden teures Großprojekt entstehen? Der sprichwörtlich naheliegende Grund dafür heißt „Netzverstärkung Regensburg – Schwandorf“.

Unter diesem Namen soll Deutschlands größter Übertragungsnetzbetreiber TenneT gemeinsam mit der Bayernwerk GmbH „die Modernisierung des Stromnetzes zwischen Regensburg und Schwandorf“ vorantreiben. Zwischen Schwandorf und Regensburg sind teils nur zwei 110kV-Leitungen im Einsatz, zu wenig für das Wachstum der Stadt und seine Industrie, erklären Betreiber und Bauherren gerne.

Auf den Feldern rund um den Abbachhof soll das Umspannwerk entstehen. Foto: fm

„Zur Erhöhung der Transportkapazität soll auf der gesamten Verbindung zwischen Regensburg und Schwandorf künftig zunächst ein zusätzlicher 220-Kilovolt-Stromkreis auf der Gemeinschaftsleitung ergänzt und der bestehende 220-Kilovolt-Stromkreis modernisiert werden. Es ist geplant, dass die beiden 220-Kilovolt-Stromkreise dann zu einem späteren Zeitpunkt auf 380-Kilovolt umgestellt werden.“

Dafür muss ein neues Umspannwerk her, das nicht auf dem Gelände des bisherigen Umspannwerks im Regensburger Osten gebaut werden kann. Erstens braucht man das alte bis das neue in Betrieb gehen kann und zweitens reichen dort die Flächen nicht aus, so TenneT.

Großprojekt Umspannwerk

Das Unternehmen beruft sich auf den Netzentwicklungsplan Strom und das Bestreben eines „klimaneutralen Energiesystems“. Die Argumente pro Umspannwerk sind also klar: Wir alle wollen grüne Energie, also müssen wir die Kröte eines 20 Hektar großen Umspannwerks in Wenzenbach schlucken. 20 Hektar, weil luftgekühlt. Weniger Fläche ginge auch, aber dann wären giftige Kühlmittel nötig und die vermeidet man besser.

Um Regensburg zu versorgen, sollte es also ein Standort nahe der geplanten 380kv-Leitung sein, natürlich auch nahe der Stadt, aber nicht zu nahe an Wohnbebauung. Dementsprechend wurden TenneT „drei Suchgebiete vorgegeben: Zeitlarn, Regensburg und Wenzenbach“.

2024 hat TenneT angefangen zu prüfen. Eine Karte auf der Webseite zeigt die in Frage kommenden Gebiete für das neue Umspannwerk, alle im Dreieck zwischen Wenzenbach, Grünthal und Zeitlarn.

Die Untersuchungsräume für das Umspannwerk. Abbildung: TenneT

TenneT schreibt: „Dabei erwies sich der Standortraum A2 insgesamt als besonders gut geeignet (…) besonders im Hinblick auf raumordnerische und umweltfachliche Belange.“

Raumordnerisch bedeutet in dem Zusammenhang vermutlich: der betreffende Grund gehört nur einem Eigentümer, dem Grafen von Walderdorff.

Details aus dem Amtsblatt

Bürgermeister Koch ist sich sicher, dass das Umspannwerk kommen wird. In der brandneuen Juli-Ausgabe des Wenzenbacher Amtsblattes schreibt er: „Die Einflussmöglichkeiten der Standortkommune sind dabei rechtlich begrenzt. Nach welchen konkreten Kriterien und mit welcher Gewichtung der nun betroffene Suchraum ausgewählt wurde, lässt sich für die Gemeinde nicht mitletzter Sicherheit nachvollziehen.“

Und weiter: „Nach den uns vorliegenden Informationen waren insbesondere die Flächenverfügbarkeit sowie die Lage unmittelbar unter der bestehenden Höchstspannungsleitung maßgebliche Auswahlkriterien. Diese Aspekte scheinen für TenneT bei der Standortsuche ein höheres Gewicht gehabt zu haben als beispielsweise das Landschaftsbild.“ Man muss TenneT aber auch zu Gute halten, dass die anderen Standorte noch näher an oder gar im Wasserschutzgebiet lagen.

Rechtlich zwingend zu trennen: Umspannwerk und Rechenzentrum

Aufgrund der Rechtslage ist nicht davon auszugehen, dass das geplante Rechenzentrum mit der Standortwahl des Umspannwerkes zu tun hat. Das Umspannwerk ist ein priorisierbares Bauvorhaben, das Rechenzentrum nicht. Andererseits baut man aber ein RZ lieber neben ein Umspannwerk, das ist klar.

Im aktuellen Amtsblatt reagiert Wenzenbachs Bürgermeister auf die Debatte ums RZ.

Anders als beim Umspannwerk wäre beim Mega-Projekt KI-Rechenzentrum die Gemeinde alleredings beteiligt. „Nach derzeitiger Rechtslage kann ein Rechenzentrum am Abbachhof nicht ohne Mitwirkung der Gemeinde errichtet werden. Hierfür wäre ein Bauleitplanungsverfahren erforderlich“, schreibt Bürgermeister Koch im aktuellen Amtsblatt.

Wer mit Koch redet, versteht, dass man sich in Wenzenbach alle Türen offen halten und keine vorschnellen ablehnenden Entscheidungen fällen will. Es stehen ja nicht immer Milliarden für eine 12.000-Einwohner-Gemeinde im Raum.

Mitte Juni hatte dementsprechend der Gemeinderat einen „Beschluss zur konstruktiven Kenntnisnahme“ gefällt, der von Gegnern des Rechenzentrums aufgegriffen wurde und von manchen schon als Quasi-Baugenehmigung und (Aus)Verkauf von Wenzenbach betrachtet wurde. „Hier werden politische Türen aufgestoßen, die Gemeinde vielleicht nicht mehr schließen kann“, so die Kritik.

Koch versucht, zu beruhigen: „Der Gemeinderat hat weder ein Rechenzentrum genehmigt noch Baurecht geschaffen“, steht im Amtsblatt. Fast gleichzeitig kündigt er an, dass er alles tun werde, um das Grundwasser in Wenzenbach zu schützen. Sei das in Gefahr, werde das RZ nicht kommen. Eine geschickte Hintertür, doch dazu später mehr.

Alles also nur viel Lärm um nichts?

Nicht ganz. Die Situation eskaliert vielleicht überraschend früh, aber die Planungen von TenneT für das Umspannwerk laufen bereits. Seit Februar 2025 gibt es umweltfachliche Kartierungen, seit Anfang 2026 Baugrunduntersuchungen. Mitte nächsten Jahres will man die Antragsunterlagen zur Planfeststellung bei der Regierung der Oberpfalz einreichen, ein Jahr später erwartet man den Abschluss des Verfahrens mit Planfeststellungsbeschluss, Baubeginn im dritten Quartal 2028, Abschluss 2030.

Danach könne man mit dem Leitungsumbau und dem Rückbau der Masten beginnen.

Denkmal, Gewässer-, Naturschutz: Viele offene Fragen

Bei aller Intransparenz, die die Gegner TenneT und Ignis vorwerfen, zeigt der Zeitplan auch, warum bei keiner Behörde die wir für diesen Artikel angefragt haben, eine offizielle Antwort mit „Ja, das Vorhaben ist uns bekannt“ zurück kam. Niemand weiß „offiziell“ davon.

Und wie gesagt: Man muss Umspannwerk (priorisiert, kaum beklagbar) und Rechenzentrum klar trennen. Ersteres kommt sehr wahrscheinlich, für Letzeres stehen die Zeichen eher schlecht, auch wenn es standortmäßig eng mit dem Umspannwerk verbunden ist.

Die zuständigen Behörden hat man auf jeden Fall noch nicht kontaktiert, fürs Umspannwerk soll das nächstes Jahr losgehen (siehe oben), für das Rechenzentrum ist die Zeitplanung noch völlig unklar, man geht von einigen Jahren aus bis zur Fertigstellung.

Die profanierte Kirche des ehemaligen Gutshofes Abbachhofstammt aus dem 12. Jahrhundert. Foto: fm

Doch es spricht vieles gegen das Rechenzentrum:

Die Denkmalschutzbehörden sind sich einig: Ein Denkmal wie die Kapelle auf dem Abbachhof ist zu wertvoll und selten. Eine Genehmigung zum Abriss zu erhalten sei „aussichtslos“. Es gebe in Bayern vielleicht fünf vergleichbare Denkmäler, die gesetzlichen Regelung dafür wie auch für einen „bedrängenden“ Neubau um das Denkmal herum seien sehr streng. Zu wertvoll, so die Aussage.

Seit wenigen Monaten ist wohl auch ein Wasserschutzgebiet ausgewiesen, von dem Insider behaupten, TenneT habe das bei der Standortwahl bewusst in Kauf genommen und sei wohl kaum davon überrascht worden. Eher gebe es wohl Zusagen, das im Notfall an dem Standort „schon so durchzuboxen“.

Darüber hinaus gibt es für einige steinalte Linden und Eichen auf dem Abbachhof-Areal neuerdings einen Antrag, diese als Naturdenkmal zu klassifizieren.

Ach ja: Auch der Bund Naturschutz hat sich in einer Pressemitteilung klar gegen das Rechenzentrum positioniert.

Weder die Regierung der Oberpfalz noch das Wasserwirtschaftsamt (der Wenzenbacher Trinkwasserbrunnen ist nur 900 Meter vom Abbachhof entfernt) oder die IHK Regensburg wurden bislang von den Investoren angefragt. Überall die gleichen Antworten: „Mit uns hat niemand gesprochen, Vorgang unbekannt, es liegt nichts vor.“ Die IHK schreibt zu Gerüchten über angebliche Anmeldungen für das Rechenzentrum kurz und deutlich: „Diese Informationen sind eine Falschnachricht.“

Paradebeispiel für den Mangel an demokratischer Mitbestimmung beim Netzausbau

TenneT wird erst nächstes Jahr mit den Genehmigungsverfahren für das Umspannwerk anfangen, sieht sich aber jetzt schon einer gehörigen Portion Opposition gegenüber. IGNIS dürfte es mit seinen RZ-Plänen noch schwerer haben. Man darf gespannt sein, was sich da noch tut.

Das Umspannwerk scheint aber exemplarisch für die geringen Einflussmöglichkeiten der Zivilgesellschaft beim Netzausbau. Vor allem, wenn der eigentliche Zweck, der beschleunigte Ausbau und die bessere Bereitstellung von regenerativen Energien konterkariert wird wie im Falle von Wenzenbach.

Das Umspannwerk Bergreinfeld bei Schweinfurt ist in etwa mit dem vergleichbar, was bei Wenzenbach auf 21 Hektar entstehen soll. Foto: TenneT

Sollte an den Standort ein 300-Megawatt-KI-Rechenzentrum kommen, dann kommt das einem Kraftwerksbau gleich, zumindest bei benötigten Ressourcen, Emissionen und mehr. Derlei mit dem Ausbau von regenerativen Energien zu begründen, erfordert viel Fantasie.

Wenn dann noch nicht immer mit offenen Karten gespielt wird, wenn falsche Zahlen und erfundene Fakten im Umlauf sind, überrascht das niemand mehr, auch nicht Bürgermeister Koch.

Der kommt sicherlich nicht so häufig mit Milliardeninvestitionen in so genannte „Zukunftstechnologien“ in Kontakt, seine Gegenüber, die PR-Agenturen, Technokraten und Manager der Konzerne dagegen dauernd. Nicht zuletzt deshalb entstehen gerade mehrere Handreichungen für Kommunen, die KI-Rechenzentren bauen wollen (oder sollen).

KI-Rechenzentrum in Österreich: Sechs Millionen Liter, auf 30 Grad erhitzt, in die Enns – pro Tag

Die Konzerne und KI-Rechenzentrumsbauer versprechen Bürgermeistern gern das Blaue vom Himmel, so scheint es. Koch schreibt im Amtsblatt von „Grauwasser“ in „geschlossenen Kühlkreisläufen“, so dass für die Kühlung im Betrieb eines 300-MW-RZ „kaum mehr Wasser von außen“ gebraucht werde. Zahlreiche Quellen belegen, wie falsch diese Annahme ist.

In den USA steigen die Wasserpreise rund um Rechenzentren, Googles Rechenzentrum in Kronsdorf (Österreich) wird knapp sechs Millionen Liter 30 Grad warmes Wasser in die Enns kippen, jeden Tag, mit Genehmigung. Die Berliner Zeitung zitiert einen UN-Bericht, demzufolge der Ressourcenverbrauch (Strom, Wasser, CO2-Ausstoß) von KI-Rechenzentren bis 2030 noch deutlich ansteigen wird.

Malaysia erlebt derzeit einen RZ-Boom, der täglich 800 Millionen Liter verbrauche, so eine Berechnung der nationalen Wasserbehörde laut Tagesschau, obwohl dort nur Rechenzentren mit jeweils 19 Megawatt geplant sind (aber eben sehr viele davon).

Auch der wissenschaftliche Dienst des US-Kongress kommt im Mai 2026 zu der Erkenntnis:

„Ein US-Rechenzentrum mit einer Leistung von 100 Megawatt verbraucht im Durchschnitt der verschiedenen Kühlstrategien etwa zwei Millionen Liter pro Tag, wobei 725.000 Liter pro Tag vor Ort verbraucht werden.“ 

Zur Erinnerung: Wenzenbach soll (zunächst) 300 Megawatt bekommen – sechs Millionen Liter Wasser pro Tag.

Aber wenn – wie man Bürgermeister Koch erklärte – ein geschlossener Wasserkreislauf so einfach ist, warum brauchen dann Kraftwerke der gleichen Größenordung Kühltürme, Flüsse oder Meereswasser zur Kühlung? Ist die Energiebranche da einfach nur viel zu rückständig?

Aus physikalisch-technischer Sicht ist ein KI-Rechenzentrum mit hunderten Megawatt für die unmittelbare Umgebung nur eine unglaublich ineffiziente Elektroheizung.

Energieverbrauch, Stromversorgung und Abwärme

Jetzt kann man denken, angesichts dieser schwindelerregenden Zahlen wird das sicher nichts mit dem KI-Rechenzentrum. Der Bürgermeister hat ja versprochen, wenn es ans (Trink-)Wasser geht, dann schreitet er ein.

Doch auch dafür haben die Bauherren der Rechenzentren vorgesorgt. Meist erfährt eine Kommune erst bei der finalen Unterschrift, mit wem man es zu tun hat – und dann stellt sich vielleicht heraus, dass man es mit Google, Amazon oder Meta (oder vielleicht den freundlichen Chinesen von DayOne, den IGNIS-Partnern von oben) zu tun hat und etwaige Rechtsstreits einigermaßen aussichtslos zu gewinnen sind.

Auffällig: Die IGNIS Deutschland ist noch sehr jung, mehr als drei verschiedene Gesichter sieht man dort selten. Es gibt auch Gerüchte, ein reicher und involvierter Wenzenbacher halte bereits Anteile an der Neugründung, aber die sind nicht belegbar und wenn zutreffend, dann wäre das auch nicht illegal…

Wie die Verschleierung der eigentlichen Absichten abläuft, kann man im Falle des norwegischen Rechenzentrums in Skien nachvollziehen. Dort will Google 800 Megawatt an regenerativer Energie für ein RZ nutzen, der Bürgermeister pochte aber auf einem Vertrag über „nur“ 100 MW, Google ignoriert ihn wohl. Manchmal sagt er unschöne Sachen wie „über den Tisch gezogen“.

Die 800 Megawatt würden übrigens in Deutschland bitter fehlen, auch argumentativ, denn das RZ in Wenzenbach soll ja auch mit grüner Energie betrieben werden, offiziell, selbst wenn unsere Wirtschaftsministerin ihre eigene Gas-Strategie fährt.

Gaskraftwerke werden fast nur wegen solcher Rechenzentren notwendig und der quasi unanfechtbare Netzentwicklungsplan Strom degradiert zum willfährigen Vehikel. Angesichts des Booms der unabhängigen, regenerativen Energien lästern böse Zungen heute auf der ganzen Welt: „Nur KI kann die fossilen Energieerzeuger noch retten.“

Ein Diesellaster pro Tag? Ein Gaskraftwerk vor Ort?

Für das Rechenzentrum am Abbachhof haben die 300 Megawatt angestrebte Leistung diverse planerische Konsequenzen.

Ein Batteriespeicher mit 100 Megawattstunden hilft kaum als unabhängige Stromversorgung, er könnte den Betrieb gerade mal für zwanzig Minuten sicherstellen.

Wer ein Rechenzentrum mit 300 Megawatt bei einem Netzausfall weiter betreiben muss, steht also vor schier unüberwindbaren Problemen. Es bleiben nur Gas oder Diesel als Alternativen. Schließlich hat nicht jeder so wie Microsoft seinen eigenen Katastrophenreaktor verfügbar.

Weil aber jede Form der Verbrennung nur einen Wirkungsgrad von knapp 40 Prozent hat, müsste man also für die Generatoren den Gegenwert von gut 600 Megawatt Energie in Form von Gas oder Diesel bereitstellen, also eben ein mittelgroßes Verbrennungskraftwerk. Gas wäre umweltfreundlicher, aber abhängiger von Infrastruktur, Diesel bringt eigene Probleme mit sich.

Abgase am Abbachhof: Wie hoch muss der Schornstein sein?

Dabei stellen sich zahlreiche Fragen, auf die auch PR-Agenturen keine schlüssigen Antworten geben können. Warum sollte man Millionen Liter Diesel in einem Wasserschutzgebiet lagern dürfen? Wenn Gas, wer sorgt für die Gasleitung? Wer kann so viel Gas liefern? Tritt das im Notfall in Konkurrenz mit der Gasversorgung der Bürger? Wer kriegt dann noch Gas? Wie sind solche Großprojekte in Kriegszeiten zu bewerten? Wie (ausfall-)sicher sind Gasleitungen und KI-GIGA-Rechenzentren gegen Drohnenangriffe? Wie hoch müssen die Schornsteine sein?

Den Pächtern des Abbachhofs hat Graf Walderdorff bereits gekündigt. Foto: fm

Wer das alles als Spinnerei abtun will: Der TÜV hat daraus bereits ein Geschäft gemacht und berechnet gegen Geld die für Rechenzentren laut Immissionsschutzverordnung notwendige Schornsteinhöhe.

In den USA explodieren seit Jahren die Energie- und Wasserkosten rund um KI-Rechenzentren. Einer aktuellen Umfrage zufolge sind über 83 Prozent der US-Bürger gegen KI-Rechenzentren eingestellt, was laut der Studie vor allem an Lärm, Abgasen und Krankheitsverläufen liegt.

Exemplarisch dafür stehen Großprojekte wie Elon Musks Colossus-II, das zwar auf 1 oder 2 Gigawatt geplant ist, Anfang des Jahres aber nur 50 Megawatt größer war als das Wenzenbacher Projekt. Und das obwohl Musk bekannt dafür ist, sich nicht viel um seine Umwelt zu scheren.

Abwärme in AKW-Dimensionen

Beim Bau von großen Rechenzentren lassen sich die US-Konzerne nicht gerne in die Karten schauen. Weltweit gibt es derzeit weniger als 10 bis 15 KI-Rechenzentren der Wenzenbacher Größenordnung. Selbst das größte und vermutlich schmutzigste RZ (besagtes Colossus II) hatte im Januar 2026 noch einen geschätzten Ausbaustatus von 350 Megawatt.

Geschätzt, weil sich das nur durch Luftbilder der (illegalen) Stromgeneratoren auf Lastwagen auf dem Parkplatz oder Kühlluftventilatoren auf dem Dach abschätzen ließ und Musks Firma stets anderes behauptet. Die Wärme von hunderten Megawatt Computerleistung wird da in die Luft geblasen, als gebe es keinen Klimawandel.

Die Abwärme ist auch in Wenzenbach ein Problem für sich. Thomas Fricke, Energieexperte für Rechenzentren und regelmäßiger Vortragender an Akademien in Tutzing oder auch beim Chaos Computer Club, meint:

„Ohne Fernwärmekonzept macht ein Rechenzentrum dieser Größe keinen Sinn. Da kann man dann nur noch Hanfplantagen im Vertical Farming anflanschen – und die würden riesig.“

Die 1.200 Wohneinheiten als Abnehmer, die teils mehrere Kilometer weit weg liegen vom Abbachhof, sieht Fricke skeptisch. Ob Fernwärme in der Wärmeleitplanung für Fußenberg, Thanhof und Gonnersdorf wirtschaftlich sinnvoll ist, steht aber ohnehin in den Sternen. Das geplante RZ stellt den Wärmebedarf einer Großstadt bereit, mit allen bekannten Folgen: In Extremfällen wurden um Rechenzentren laut einer aktuellen Studie der Universität Cambridge schon Wärmeinseln von über neun Grad gemessen. Auch wenn es am Ende nur um wenige Grad gehen sollte, wärmer wird es am Abbachhof schon werden.

„Aber wir brauchen doch KI?“

Auch ob Rechenzentren dieser Größenordnung überhaupt fertiggestellt werden oder werden können, erscheint überaus fraglich. Derzeit stolpert der US-Konzern Oracle gerade über solche Vorhaben. Viele Analysten raten zur Geduld, weil nächstes Jahr, nach dem KI-Crash, „eh alles billiger wird und es dann Hardware wieder günstig gibt“.

Gleichermaßen raten viele Agenturen und PR-Abteilungen von Konzernen immer noch zur Eile, die FOMO („Fear of missing out“, englisch für „die Angst etwas zu verpassen“) dominiert Management, Technokraten und Politik.

Der Blogger Ed Zitron, seit Jahren einer der fundiertesten Kritiker der KI-Bubble mit ihrer unglaublichen finanziellen Kreislaufwirtschaft aus Billionen-Investitionen und Mega-Baustellen ist der Meinung, die meisten großen KI-Rechenzentren werden und sollen nie fertig werden. „Wenn es größer als 1GW oder später als 2030 fertig werden soll, wird es nicht kommen“, sagt er. Das Geschäftsmodell sei geprägt vom Bau und den Investorengeldern, die den (schuldenbasierten) Betrieb der Firmen bezahlen, nicht aber den Betrieb der Rechenzentren.

„Millionen für Wenzenbach“

Was das für eine kleine Kommune wie Wenzenbach bedeuten kann, mag sich jeder selbst ausmalen. Einnahmen hat die Kommune nur zu erwarten, wenn sich noch andere Firmen ansiedeln, denn die paar Reinigungskräfte, Security und überwiegend aus der Ferne arbeitenden IT-Fachkräfte werden nicht signifikant zum Gemeindehaushalt beitragen. Die meisten der zu erwartenden zweistelligen Anzahl an Arbeitsplätzen sind ohnehin bei Konzernen anderswo angestellt.

Ob andere freiwillige Optionen wie das Baker-Tilly-Verfahren, das „Garantiezahlungen und Gewerbesteuer bei Ansiedlungsvorhaben von Hyperscale-Rechenzentren“ vorsieht und zu dem auch Wenzenbach geraten wurde, rechtlich einwandfrei sein können, wäre auch erst noch zu klären. Ob derlei Zahlungen oder Versprechen für die Überlassung einer Gewerbefläche legal oder doch Korruption sind, müssen Gerichte erst noch entscheiden.

Die nächste Generation KI ist dezentral

Die Eile, mit der die KI-Bauherren voran schreiten, hat Methode. Wenzenbach hat da noch Glück, hier ist der Zeitdruck noch vergleichsweise gering. Doch weil die KI-Giga-Rechenzentren zahlreiche systemische Schwachstellen aufweisen, erscheint auch das lokale Bauprojekt fragwürdig. Zu groß sind die zu erwartenden Probleme mit Energieversorgung, Wasserver- und Entsorgung, Umweltschutz und, und, und.

Nicht einmal Elon Musk vermochte dies bisher zu lösen. Ein funktionierendes Geschäftsmodell mit ROI basierend auf KI-Anwendungen oder KI-Rechenzentren (nicht auf dem Bau von RZ) kann auch fast fünf Jahre nach dem Erscheinen der ersten KIs mit großen Sprachmodellen (LLMs) wie ChatGPT  niemand vorweisen. Dann doch lieber noch schnell etwas bauen…

Eile ist geboten, auch weil die aktuelle Technologie massiv unter Beschuss steht. Chinesische Modelle brauchen für fossile Konzerne erschreckend wenig Energie, sind bis zu 97 Prozent effizienter und werden damit eher auf Laptops oder in Rechenzentren vor Ort bei Firmen laufen. Wie bei der Revolution der dezentralen regenerativen Energien steht auch bei KI-Rechenzentren eine Abkehr von den Großprojekten bevor.

Wer aber am Bau der Gewerbegebiete verdient, (und umso mehr, so lange nichts fertig wird), sieht das sicher anders. Weil viel Geld im Spiel ist, wird mit harten Bandagen gekämpft, auf Kosten der Umwelt und mit Risiken und Abhängigkeiten in finanziellen Größenordnungen wie bei Atomkraftwerken.

Kein Wunder, dass in Irland Rechenzentren nur noch nach dem BYOP-Prinzip gebaut werden dürfen. BYOP steht für „Bring your own Power“ und bedeutet: Der Bauherr muss für Strom selbst sorgen, 80 Prozent davon garantiert regenerativ.

In England lässt das County Bradford inzwischen nur noch RZ bauen, wenn der Bauherr vorab 125 Prozent der Rückbaukosten auf ein Konto einzahlt und den Rückbau garantiert. So will man Bauruinen verhindern, auch dass der Steuerzahler auf Kosten sitzen bleibt.

Petitionen und Kunstrasen

In Wenzenbach entrollt sich das derzeit wie in Zeitlupe. Die Kontroverse kann man gut am aktuellen Stand der beiden Petitionen rund um das Wenzenbacher Rechenzentrum nachvollziehen.

Eine – gegen das Rechenzentrum – ist von Wenzenbacher Bürgern und der Bürgerinitiative gegründet und verzeichnet mittlerweile fast die erforderlichen 3.000 Stimmen.

Die andere, pro Rechenzentrum, Wochen später lanciert, hatte Anfang August 19 Unterschriften gesammelt – nur wenige davon aus Wenzenbach.

Bezeichnenderweise scheiterte die Petition mehrfach an den Anforderungen des Portals Open Petition, weil sie nachweisbare Falschinformationen enthielt und massiv nachgebessert werden musste, bevor sie den Standards entsprach. Das steht in den Kommentaren nachzulesen, obwohl mittlerweile viele Informationen gelöscht wurden, darunter auch der Button fürs Kontaktieren der Initiatoren.

Immerhin sechs Befürworter aus Wenzenbach haben bereits unterzeichnet.

Beide Petitionen richten sich an Bürgermeister Koch, der wird sich freuen.

Wenzenbach im Fernsehen: Warum nicht Treuchtlingen?

Ganz nebenbei wurde er – wie auch diverse Mitglieder der Bürgerinitiative und der Abbachhof selbst – am 16. Juli zum Fernseh- und Internet-Star: Das Politmagazin mit humoristischem Potential „quer“ im Bayerischen Rundfunk berichtete über den Streit ums Rechenzentrum.

Besonders pikant: Quer zeigte auch Bürgermeisterin Becker aus Treuchtlingen, ebenfalls eine bayerische Kleinsstadt mit KI-Optionen. Seit fünf Jahren sitzt Treuchtlingen auf erschlossenem Grund für ein 200 Megawatt Rechenzentrum, inklusive regenerativer Stromversorgung, High-Speed-Internet und einer Bevölkerung, die das Rechenzentrum begrüßen würde. Doch niemand will dort ein Rechenzentrum ansiedeln.

Ist es zu realistisch, dass man es auch fertig bauen müsste? Braucht man Widerstände, damit man später widrigen Umständen die Schuld geben kann? Sicher finden sich bald auch noch andere Gründe…

Und die „Regensburger Startup-Szene“?

Gelegentlich wird in der Diskussion angeführt, die Nähe zur Regensburger Start-Up-Szene sei wichtig, daher könne auch ein Standort wie Treuchtlingen nicht helfen. Doch derlei Argumente sind Unfug, außer eine lokale Firma ist im High-Speed-Trading an der Börse aktiv, doch dann sitzt sie ohnehin eher in Frankfurt.

Nein, es gibt nur zwei Anwendungsbereiche, die lokale KI-Rechenzentren brauchen: Robotics (in Firmen oder z.B. bei chirurgischen Operationen in einem Klinikum) und besagte Finanzwirtschaft. Doch wer so stark von der Technologie abhängt, will das zukünftig ohnehin eher im eigenen Haus haben.

Ein Hyperscaler-Ersatz, der Amazon-, Microsoft- oder Google-Infrastruktur ersetzen soll, braucht keine Nähe zum Anwender, weil er in der Regel einen Standort in den USA oder sonstwo ersetzt. Auch bei KI-Anwendungen spielten die hundert Kilometer nach beispielsweise Treuchtlingen keine Rolle.

Da gibt es einerseits das Training der KI-Modelle, das keine Nähe zu Kunden braucht, sondern viel GPU-Rechenpower über einen langen Zeitraum. Später dann wird beispielsweise ein ChatGPT-Bot mit dem Kunden reden, aber auch das erfordert keine Nähe zu einer „Regensburger Startup-Szene“, Antworten hingegen wie die, wo ChatGPT „intelligent“ schlussfolgert („Inference“) ist da wie jede andere Webanwendung, zwar sehr viel ressourcenfressender, aber standortunabhängig.

Jeder andere, natur- und denkmalschützende Standort wäre genauso gut geeignet. Wichtig für ein RZ ist nur die Stromanbindung.

KI-Rechenzentren bringen keine digitale Souveränität

Die letzte Lüge in dem Tohuwabohu gilt dem zunehmend inflationär gebrauchten Terminus der „Digitalen Souveränität“. Ein KI-Rechenzentrum hat nichts mit digitaler Souveränität zu tun.

Die Hardware stammt aus den USA, Taiwan oder China, ebenso die Software (USA oder China). Der Hersteller NVIDIA kann seine teueren KI-Chips jederzeit aus der Ferne deaktivieren und sie so von einer Minute auf die andere komplett nutzlos machen. Das passiert übrigens auch, wenn die Verbindung zum Lizenzserver nicht möglich ist – dafür braucht es nicht einmal einen „Kill-Switch“. Das ist englisch für den roten „Nothaltschalter“ und hat sich in der IT eingebürgert für die Option eines Dritten, (meist die USA), ihr E-Auto, ihren Traktor, Computersystem oder auch den neuen F-35 Kampfjet aus der Ferne abzuschalten.

Ganz abgesehen davon: Solange Software aus den USA zum Einsatz kommt (und wir haben immer noch keine andere), ist die Frage der Digitalen Souveränität von KI-Rechenzentren ohnehin eher esoterisch. Helfen werden sie dabei sicher nicht, auch wenn das kontraintutiv klingen mag. Und sie schaffen ja auch keine Arbeitsplätze.

Eine große Wette

Wer heute investiert, wettet darauf, in fünf, sechs Jahren ein großes Gebäude mit hoffentlich nicht unbrauchbaren Systemen zu besitzen, entweder weil die Globalpolitik einen Strich durch die Rechnung macht, kein Gas für die unabhängige Stromversorgung verfügbar ist, die lange angeschaffte und auf Halde gelagerte Hardware schneller veraltet als sie eingebaut werden kann oder die USA oder China den Software-Hahn zugedreht haben, oder einfach weil die KI-Bubble doch vorher geplatzt ist.

Aber das ist ja kein Problem, das ein Bürgermeister einer bayerischen Gemeinde lösen könnte. Die Idee mit der Hintertür, da auszusteigen, wenn das Wasser in Gefahr ist, die ist nicht allzu schlecht. Und bis vor vier Wochen wussten viele Wenzenbacher gar nicht, wo der Abbachhof liegt – das dürfte sich geändert haben.

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Kommentare (30)

  • Robert J.W.

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    Vielen Dank für die (etwas zu) detaillierte Recherche!

    Zu der Frage der entsteheden Abwärme-Belastung eines KI-Rechenzentrums KIR mit einer möglichen Anschlussleistung von bis zu 300 Megawatt .
    Man kann davon ausgehen, dass diese KIR bei voller Auslastung (300MW) eine Kühlleistung 300MW braucht. Denn fast alle elektrische Energie wird in Wärmeenergie verwandelt, die an die Umgebung abgegeben werden muss, da die hardware und die Hallen nicht zu heiß werden dürfen.

    Zur Einordnung: der Kühlturm des ehemaligen AKWs Isar II hatte eine max. Kühlleistung von 2400MW, also etwa das Achtfache des in der Gemeinde Wenzenbach geplanten KIR mit 300MW.
    Oder verglichen mit der Heizzentrale der UNI Regensburg mit max. 81 MW bräuchte das KIR Wenzenbach knapp die Vierfache Kühlleistung, damit der Laden nicht überhitzt.

    Die geplanten Batteriespeicher sind m.E. nicht für das KIR geplant! Dort wollen sich geschäftstüchtige E-Trader, sprich Energiehändler einen lukrativen, mit KV-Leitungen erschlossenen Standort sichern.

    Herr Feilner, was mich interessieren würde: Wie soll das bei einem E-Auto funktionieren: die „Option eines Dritten, (meist die USA), ihr E-Auto, ihren Traktor, Computersystem oder auch den neuen F-35 Kampfjet aus der Ferne abzuschalten“?
    Ich dachte dergleichen wäre nur AfD-Propaganda und das Geschwurbel von Verschwörungsanfälligen, die den ganzen Tag das neueste im Netz suchen?

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  • nixda

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    erinnert mich an die scharade kaufhof

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  • Tobias Amann

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    Ich halte den Artikel für undifferenziert. Während einige Teile stark in die Tiefe gehen wird das Thema “brauchen wir denn eigentlich KI” mit wenigen Floskeln und den Verweis auf die Skeptiker Bubble abgetan. KI ist eine Chance für uns. Aber wer auf seiner Webseite nur kritische Beiträge unter der Rubrik “Critical KI” dazu veröffentlicht, hat vermutlich die Objektivität verloren.

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  • Markus Feilner

    |

    “Herr Feilner, was mich interessieren würde: Wie soll das bei einem E-Auto funktionieren: die „Option eines Dritten, (meist die USA), ihr E-Auto, ihren Traktor, Computersystem oder auch den neuen F-35 Kampfjet aus der Ferne abzuschalten“?”

    Zum Computersystem habe ich das Beispiel NVIDIA im Artikel.

    Details zu den Zugriffsmöglichkeiten beim F-35-Kampfjet:
    https://nationalsecurityjournal.org/the-f-35-stealth-fighter-kill-switch-no-one-wants-to-talk-about/

    Der von mir sehr geschätzte Cory Doctorow schrieb über die Farmer in der Ukraine, denen John Deere das GPS ausschaltete:
    https://doctorow.medium.com/about-those-kill-switched-ukrainian-tractors-bc93f471b9c8

    5 Cars with factory kill switches:
    https://daxstreet.com/list/275984/5-cars-with-factory-kill-switches-and-5-that-shut-down-too-late/

    Immer dran denken: Wenn Sie ihr Auto aus der Ferne deaktivieren können, kann das jeder Hacker früher oder später auch. Alles andere ist Marketing.

    Half das?

    30
    3
  • Studi

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    Zu dem Thema ob wir KI Rechenzentren brauchen, bzw ob wir KI brauchen. Ja definitiv. Deutschland ist wirtschaftlich und technisch global gesehen immer noch an der Weltspitze. Das schlimmste was einem Spitzenreiter passieren kann ist seine Spitzenposition aufs Spiel zu setzen, weil man Trends ignoriert. Also erstmal auf der KI Welle mitreiten, genau so viel um nicht den Anschluss zu verlieren zumindest. Ein platzen der Blase wird Deutschland aufgrund der soliden sonstigen Wirtschaft weniger stark treffen als andere. Jetzt keine Rechenzentren zu bauen wird uns später potentiell so hart treffen wie wir vor 20Jahren nicht angefangen haben Batteriefabriken für E Autos zu bauen.

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  • Tscherno

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    Ihr Wenzenbacher seid aber wirklich unflexibel. Das Ding könnte euer Fernwärmeproblem endlich lösen!

    Ansonsten natürlich NIMBY at it’s best. Wäre interessant wie viele von denen die dagegen stimmen, auch konsequenter Weise auf jegliche KI Nutzung verzichten…

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  • Dieter

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    Bei der Frage “Warum Wenzenbach?” fehlt ein wichtiger Aspekt. Wenzenbach braucht die nächsten Jahr auf Grund des Neubaus des Schulzentrums Geld und zwar viel Geld. Vielleicht erhofft man sich hier vorschnelle Entscheidungen des Gemeinderats pro RZ, obwohl zumindest nicht Bürgermeister Kochs Stil wäre.

    Ansonsten wäre für Laien ein kurzer Abriss, für was man so ein RZ überhaupt benötigt, sicher interessant gewesen.
    Bei manchen Zahlen, Zitaten und Behauptungen wären Quellen gut gewesen.

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  • Michael Biederer

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    Sehr geehrte Betreiber der Website,

    Ich gehe davon aus, dass sofort die Verleumdung und Falschbehauptung von Ihrer Internetseite verschwindet, dass eine Baufirma aus Osnabrück die Gegenkampagne gestartet hat. Dies war ich persönlich und hat nichts mit einer Firma zu tun. Ich als gebürtiger Wenzenbacher habe ein Interesse am Fortkommen der Wirtschaft in der Region. Als Bauingenieur weiß ich auch die vielen Falschbehauptungen von Ihnen zu entkräften. Meine Petition im Übrigen Sattel auf deutschen Gesetzen. Jeglich Aussage ist fundiert. Sie dürfen mich hierzu gerne kontaktieren.

    Beste Grüße
    Biederer

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  • Stefan Aigner

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    Wir haben die Passage vorerst entfernt, auch wenn diese Behauptung darin nicht aufgestellt wurde. Herr Feilner meldet sich.

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  • Informant

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    Sehr guter, wenn auch etwas unübersichtlicher Artikel.

    Im Moment in ein KI-RZ zu investieren oder es in einer schützenswerten Umgebung zu bauen ist aktuell wie Lotto spielen. Der Artikel gibt völlig richtig wieder, dass im Moment noch kein KI-Unternehmen mit der technologie Geld verdient. Gerade will jeder seine Marktmacht ausbauen, deswegen werden einem KI-Tools mit jedem Produkt hinterher geworfen, ob man sie will oder nicht — denn Viele Nutzer bringen bessere Modelle hervor.

    Langfristig werden sich (gute) KIs nur Regierungen, große Firmen und gut Betuchte leisten können. Anders ist die Rechenpower nicht zu finanzieren. Hier wird sich die Gesellschaft mal wieder aufteilen in Menschen, die sich das Leisten und damit Vorteile erzielen können und der klägliche Rest, der noch weiter technologisch und finanziell abgehängt wird.

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  • St. Schrödinger

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    der Verweis auf Treuchtlingen ist wirklich angezeigt. Besonders, da es um Denkmäler und Wasserschutzgebiete geht. Warum hier auf Konfrontation gehen, wenn dort der rote Teppich liegt? Wenzenbach dürfte doch sicher am neuen Umspannwerk partizipieren, da wären noch mehr Einnahmen doch übertrieben…

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  • Hillman

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    Was für ein tendenziöser Artikel.

    Der Autor scheint grundsätzlichen große Sympathie für Open Source zu haben und macht aus seiner Skepsis gegenüber großen Rechenzentren keinen Hehl. Dagegen ist nichts einzuwenden. Problematisch wird es, wenn daraus ein Beitrag entsteht, der kaum noch zwischen Analyse und Meinung unterscheidet.

    Die Quintessenz erschließt sich mir nicht. Es gibt bislang nicht einmal eine Entscheidung darüber, ob überhaupt ein Netzanschlusspunkt möglich ist. Warum sollte die Gemeinde in diesem sehr frühen Stadium bereits sämtliche Fachstellen einbinden? Das erscheint mir wenig nachvollziehbar.

    Ebenso spekulativ ist die Behauptung, aufgrund regelmäßiger Stromausfälle müssten fortlaufend Dieseltransporte für Notstromaggregate erfolgen. Dafür bleibt der Artikel belastbare Belege schuldig.

    Auffällig ist außerdem, dass praktisch kein einziges Argument zugunsten eines möglichen Rechenzentrums ernsthaft gewürdigt wird – etwa kommunale Einnahmen, zusätzliche Gewerbesteuer oder die Erfahrungen anderer Gemeinden. Statt einer ausgewogenen Abwägung dominiert eine einseitige Sichtweise.

    Auch der Verweis auf angeblich 3.000 Petenten gegen das Rechenzentrum ist irreführend, wenn nicht zugleich erwähnt wird, dass nicht einmal jeder sechste Unterzeichner aus Wenzenbach stammt. Wer mit großen Unterschriftenzahlen argumentiert, sollte transparent machen, wie groß der Rückhalt tatsächlich in der unmittelbar betroffenen Gemeinde ist.

    Vollends unglaubwürdig wird der Beitrag dort, wo ernsthaft über einen angeblichen „roten Knopf“ fabuliert wird, mit dem amerikanische Technik in einen Selbstzerstörungsmodus versetzt werden könne. Solche Spekulationen und die dazu verlinkten Quellen mögen in einschlägigen Internetforen kursieren – als Grundlage für einen journalistischen Beitrag taugen sie nicht.

    Schade, dass Regensburg Digital einmal mehr einem vertrauten Erzählmuster folgt: hier die vermeintlich Entrechteten, dort das böse Großkapital. Kritischer Journalismus ist wichtig. Er lebt aber von sauberer Recherche, belastbaren Fakten und einer fairen Einordnung – nicht von Einseitigkeit, Spekulationen und suggestiven Zuspitzungen.

    Dass ein Bürgermeister im Gegensatz zu Regensburg Digital auf Fakten/Planungen statt Meinungen/Annahmen wartet und dann entscheidet, ist in Zeiten des aufgeregten Politikbetriebs erstaunlich.

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  • Hans

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    warum ist es gut, wenn ein RZ für weniger mehr Energie verbraucht?
    was ist an so etwas “intelligent”?

    Sinn und Zweck erschließt sich nicht, aber enorme Ressourcenverbräuche stehen fest.

    Ein paar sagen ja “KI brauchen wir”. Sagt man ja so ohne Begründung einfach einem Trend hinterherlaufend.

    Mal etwas menschliche Intelligenz:

    – Ist es zeitgemäß (und intelligent) 300MW Leistung in Form von erwärmtem Wasser einfach (mit Schäden) wegzukippen, statt sie zu nutzen? (evtl. der einzige Nutzen des Dings)
    – wer kümmert sich um den Abriß, wenn der KI-Hype zusammenbricht und die Betreiber insolvent gehen?

    ich sehe da nichts Intelligentes, es sei denn damit wäre eine pfiffige Idee eines Investors, wie man sich die Taschen zu füllt gemeint. Ist es das?

    Nach 40 Jahren Programmierung (u.a. mit neuronalen Netzen) muß ich leider sagen:
    Computer sind doof und haben keinerlei Intelligenz. Gibt aber schlechte und gute Software.

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  • Justmy2cent

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    nicht vergessen:

    Zeitungsartikel, keine wissenschaftliche Arbeit, die mit nachprüfbaren Quellen belegen muss

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  • Future Sepp 3000

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    So oana mit Laptop und Lederhosn kummt ma da fast scho wia
    a künstliche bayerische Intelligenz vor……

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  • Robert J.W.

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    @Feilner
    Danke für die Antwort, die ihre o.g. pauschale Aussage leider nicht untermauert oder verständlicher macht – also nicht wirklich geholfen hat.

    „Die Hardware stammt aus den USA, Taiwan oder China, ebenso die Software (USA oder China). Der Hersteller NVIDIA kann seine teueren KI-Chips jederzeit aus der Ferne deaktivieren und sie so von einer Minute auf die andere komplett nutzlos machen. Das passiert übrigens auch, wenn die Verbindung zum Lizenzserver nicht möglich ist – dafür braucht es nicht einmal einen „Kill-Switch“. Das ist englisch für den roten „Nothaltschalter“ und hat sich in der IT eingebürgert für die Option eines Dritten, (meist die USA), ihr E-Auto, ihren Traktor, Computersystem oder auch den neuen F-35 Kampfjet aus der Ferne abzuschalten.“

    Ich finde ihre Recherche zu Wenzenbach gelungen und informativ. Ihre pauschalisierenden Ausflüge und Ausschweifungen schaden aber dem Text und ihrer kritischen Position zu Wenzenbach, die ich im Kern teile.

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  • Florian

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    Ich hoffe, dass die KI-Blase platzt bevor hier ein Stück Heimat und Ressourcen zerstört wird.
    Aktuell scheint es, als versuchen die KI-Unternehmen durch Börsengänge frisches Kapital zu erwerben. Damit könne sie wachsen und vermeiden es, die tatsächlichen Kosten auf die Nutzer umzulegen. Die Frage ist, wie lange funktioniert dieses System noch und wem geht danach zuerst das Geld aus. Irgendwann müssen die Kosten durch die Nutzer getragen werden und auch noch Rendite für die Investoren abwerfen.

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  • Lauberzehrling

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    nimby (uvaniW)
    not in my backyard, und vor allem nicht in Wenzenbach!

    Und: wenn die Chinesen angeblich so effiziente Modelle haben, ist das an den US-Hyperscalern wohl vorbeigegangen? Wozu dann noch Pläne für Rechenzentren schmieden? Für mich klingt das wie der Erfinder, der den Fernseher erfunden hat, der sich selbst mit Strom versorgt… die Quelle scheint mir eher abenteuerlich zu sein.

    Und2: Was Hinkley Point mit Rechenzentren in Deutschland zu tun hat, bleibt wohl das Geheimnis des Verfassers.

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  • To Bi

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    Interessant, wie manche wirklich hier denken, dass wenn eine KI Blase platzt, man keine Rechenzentren mehr braucht. Ich würde mich mal etwas tiefer informieren, was diese Technologie eigentlich tut. Denn KI is hier um zu bleiben. Ich nutze KI vermutlich fundamental anders als die meisten hier, die es noch mit ChatGPT und ein paar Bilder generieren assoziieren. Wir nutzen KI, Fixkosten für Firmen zu sparen, die sich ansonsten den Standort Deutschland nicht mehr leisten können durch agentische Systeme. Das Finanzkonstrukt darum ist ein anderes Thema. Leider wird es immer wieder vermischt Was diese uninformierten Meinungen produziert.

    Immer erstmal NIMBY – Not in my backyard – schreien.

    Gleiches mit Windrädern, da wird dann der rare Falke vorgeschoben. Typisch Deutsch.

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  • Kai Rüsberg

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    Lieber Markus,
    Meine Hochachtung für die ausführliche und gut nachvollziehbare Recherche, die Du da hingelegt hast. Außergewöhnlich und sehr hilfreich!

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  • Mickey

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    Auch wenn ich Regensburg Digital sehr schätze.
    Hier wurden angebliche Fakten und Meinungen und Spekulationen stark vermischt.
    Zur Kühlung um geschlossenen Kreislauf. In Industrieanlagen wird das immer mehr zum Standard. Das ist leider nicht so energieeffizient wie Kühler mit offener Verdunstung. Hygienisch ist eine offene Verdunstung aber aufwendig zu betreiben. Neben dem hohen Wasserverbrauch werden deshalb aktuell viele Kühler mit Verdunstung rückgebaut.

    Man kann also nicht pauschal von anderen Bespielen auf ein einzelnes Projekt schließen.

    Bitte in Zukunft wieder mehr Fakten oder klar gekennzeichnet also Meinung

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  • To Bi

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    @Lauberzehrling
    “wenn die Chinesen angeblich so effiziente Modelle haben, ist das an den US-Hyperscalern wohl vorbeigegangen? Wozu dann noch Pläne für Rechenzentren schmieden? ”

    Au das tat weh. Wie kommt man darauf sowas zu posten, wenn man weder am aktuellen Stand ist, noch die geopolitische Dynamik (closed source vs. open source) sich ansieht.

    Zu den Modellen hat sich https://artificialanalysis.ai/ als gute Quelle etabliert. Benchmarks sind immer mit Vorsicht zu genießen.

    Zu der Aussage mit “an den Hyperscalern vorbeigegangen”: Nein, das ist nicht an den Hyperscalern vorbeigegangen. Sie verfolgen ihre eigene Strategie mit einer Bündelung in einem Software-Stack, diese Modelle als API oder Abo an uns zu verkaufen. Die Chinesen wissen, dass sie den Markt nicht mit der gleichen Lösung aufgrund von fehlendem Vertrauen in chinesische Infrastruktur (zu recht!) erobern können.

    Daher setzen die Chinesen auf Open Source und machen dort beeindruckende Fortschritte.

    Das heißt, ein Modell aus China kann heruntergeladen werden, ist dann 20 GB groß und kann auf der eigenen Hardware im Keller (wenn man 6 Stellig für GraKas zahlt) laufen gelassen werden, ohne dass die Chinesen im Loop sind. Das geht bei einem OpenAI oder Antropic Modell nicht.

    Ausnahmen bieten bestimmte Embedded-Modelle, wie zum Beispiel die Serie Gemma von Google. Diese läuft auch aktuell auf meinem Rechner, auf dem ich das hier tippe.

    Ich als Wenzenbacher sage daher, gerne in my backyard

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  • Thilo B.

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    300 Megawatt rein elektrisch erzeugte Wärme! Damit kann man ganz Wenzenbach im Winter beheizen und gleichzeitig sämtliche Gemeindestraße und Gehwege schnee- und eisfrei halten.

    Aber was macht man im Sommer wie heute damit?

    Finger weg von solchem Unsinn. Das schafft nur Abhängigkeiten gegenüber solchen Konzernen.

    KI macht schon Sinn, allerdings gehört der “distributed AI”, also der verteilten künstlichen Intelligenz die Zukunft. Wie man immer mehr von IT-Konzernen abhängig wird, sieht man seit Jahren an den diversen Clouds, an denen man gebunden ist. Und von wegen Killswitch: Den brauchts nicht, es genügt das Aussperren von einzelnen Unternehmen und alles steht dann still, auf unbestimmte Zeit.

    Im übrigen: Wer sagt, dass in diesem Rechenzentrum tatsächlich KI betrieben wird und kein Bitcoin-Mining?

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  • Lauberzehrling

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    @To Bi:

    Ihr Kommentar zeigt wie der meinige, dass der Autor offenbar eine Informationslücke in seinem Text hat. Mir klingt nachfolgende Formulierung zu apodiktisch. Daher danke für Ihre Bestätigung.

    „Eile ist geboten, auch weil die aktuelle Technologie massiv unter Beschuss steht. Chinesische Modelle brauchen für fossile Konzerne erschreckend wenig Energie, sind bis zu 97 Prozent effizienter und werden damit eher auf Laptops oder in Rechenzentren vor Ort bei Firmen laufen. Wie bei der Revolution der dezentralen regenerativen Energien steht auch bei KI-Rechenzentren eine Abkehr von den Großprojekten bevor.“

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  • To Bi

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    @ Lauberzehrling

    Ich musste erst “apodiktisch” googlen, gebe ich zu.

    Ja, die Modelle werden effizienter. Nein nicht jedes Frontier Modell wird sich eine Firma mit 30 mio Jahresumsatz leisten können. Es gibt Modellklassen die laufen auf 1000€ Hardware. Diese sind aber vielleicht für einfache Agentische Arbeiten wie Excel Edits zu gebrauchen. Geht man tiefer in Präsentationen oder richtung Coding, ist man heute definitiv mittel 6-Stellig im Invest, wenn man mindestens opus 4.6 Qualität möchte – auch aus China. Da sind wir dann bei Großprojekt. Also wie so oft: It depends.

    Eine Abkehr von Großprojekten sehe ich daher als zu kurz gedacht, denn wir wollen bei den Kapazitäten der Modelle mithalten können. Im November 2025 dachte niemand es würde jemals mehr als ein Opus 4.5 brauchen. Ein halbes Jahr später sah die Welt anders aus & ganze Berufsgruppen (Software-Entwickler, die legal Branche) stellen Arbeitsweisen aufgrund gestiegener Möglichkeiten durch länger autark laufender (vereinfacht) Modelle um.

    Bestes Beispiel: Kimi K3 aus China wollte ich letzten Monat ausprobieren. Mein Team hat mir ausgerechnet, dass das eine schlechte Idee ist, weil wir weitere 120.000€ in Grafikkarten bräuchten. Also hab ich mir das chinesische Abo geholt um zu experimentieren. Nicht optimal

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  • Bravo

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    Ihr Beitrag, @Herr Feilner, erweckt den Eindruck, als hätten Sie die Aussagen zum geplanten Rechenzentrum widerlegt. Tatsächlich widerlegen Sie vor allem Behauptungen, die niemand aufgestellt hat.

    Sie setzen stillschweigend voraus, dass in Wenzenbach ein klassisches wasserintensives Verdunstungskühlsystem eingesetzt wird. Gleichzeitig ignorieren Sie, dass nach den bisherigen Informationen ein geschlossenes Direct-to-Chip-Kühlsystem vorgesehen ist. Das sind zwei völlig unterschiedliche Technologien.

    Ein geschlossener Kühlkreislauf bedeutet nicht “kein Wasser”, sondern dass das Kühlmedium permanent zirkuliert und nicht ständig ersetzt wird. Entscheidend für den Wasserverbrauch ist nicht die Chip-Kühlung, sondern das Rückkühlkonzept. Ob trockene Rückkühler, Hybridkühlung oder Kühltürme vorgesehen sind, erwähnen Sie gar nicht – obwohl genau davon der tatsächliche Wasserbedarf abhängt.

    Stattdessen greifen Sie Durchschnittswerte aus den USA, Beispiele aus Österreich und Malaysia sowie einen globalen UN-Bericht heraus und tun so, als ließen sich diese ohne Weiteres auf ein einzelnes Projekt übertragen. Das ist methodisch nicht haltbar. Andere Klimazonen, andere Genehmigungen, andere Kühlsysteme und andere Betriebsweisen ergeben zwangsläufig andere Wasserverbräuche.

    Besonders fragwürdig ist Ihre Rechnung: 100 MW entsprechen laut einer US-Durchschnittsstudie zwei Millionen Liter Wasser pro Tag, also müsse ein 300-MW-Rechenzentrum sechs Millionen Liter benötigen. Das ist keine Berechnung, sondern eine Hochrechnung auf Basis eines Durchschnittswerts über unterschiedliche Kühltechnologien. Ohne Kenntnis des tatsächlich geplanten Kühlsystems und der realen Auslastung ist diese Zahl nichts weiter als Spekulation.

    Auch Ihr Kraftwerksvergleich geht am Thema vorbei. Kraftwerke müssen zusätzlich enorme Mengen Abwärme aus der Stromerzeugung selbst abführen und arbeiten unter völlig anderen thermodynamischen Randbedingungen. Daraus abzuleiten, dass ein modernes Rechenzentrum dieselbe Kühltechnik benötigen müsse, ist fachlich unzutreffend.

    Ja, ein Rechenzentrum benötigt viel Strom. Ja, es erzeugt viel Abwärme. Und selbstverständlich kann kein Ingenieur die Gesetze der Thermodynamik außer Kraft setzen. Aber genau deshalb sollte man sauber zwischen geschlossener Flüssigkeitskühlung, Rückkühlung und tatsächlichem Wasserverbrauch unterscheiden. Diese Differenzierung fehlt in Ihrem Beitrag vollständig.

    Am Ende bleibt vor allem eines: Sie kritisieren nicht das konkrete Projekt, sondern ein selbst konstruiertes Szenario. An die Stelle belastbarer Projektdaten treten Durchschnittswerte aus aller Welt, an die Stelle technischer Analyse treten Vermutungen. Das mag sich zugespitzt lesen – eine seriöse Auseinandersetzung mit der tatsächlichen Planung ist es jedoch nicht.

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  • Daniela

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    Wenn heute der 1. April wäre, hätte ich den Artikel unter Aprilscherz verordet.

    Ist aber nicht, bleibt ein riesen Ressourcen Verbrauch. Weil die Rechner ja permanent gekühlt werden müssen.

    Bin gespannt, was hinter dieser Story am Ende rauskommt.

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  • Auch a Regensburger

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    Aber ohne Rechenzentren werden wir weiter abgehängt. Mit Stillstand passiert ja das, was wir gerade erleben. Für die Gemeinde Wenzenbach und die Region auch eine Chance. Sechser für jeden Bauern. Energie wird benötigt und dauerhafter direkter Abnehmer vorhanden. Wärmeüberfluß kann zukünftig weiteren Nutzen haben. Wärme für die Gemeinde und Bewohner. Wärme für zukünftige Industrie. Steuereinnahmen, Arbeitsplätze. Gerade wo wir soviele Stellen in der Region abbauen sind wir nicht mehr in dem Luxus solche Chancen nicht wirklich abzuwägen. KI werden wir nicht aufhalten. Können profitieren. oder auch nicht. Nutzen werden wir es Alle. Bzw. tun es ja schon.

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  • Robert Fischer ÖDP

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    Für alle die sagen, das ist eine super Chance für Wenzenbach wegen Geld und Deutschland wegen KI, möchte ich es noch einmal verdeutlichen: Ja, man wird KI nicht mehr aufhalten können. Aber Wenzenbach wird ziemlich sicher keine Gewerbesteuern sehen, weil die den Standort arm rechnen und die Gewinne woanders versteuern werden. Jede Bäckerei wird mehr Gewerbesteuern zahlen, als dieses Rechenzentrum. Und Arbeitsplätze wird es nur wenige bringen.

    Wenn wir Rechenzentren in Deutschland brauchen, dann auch mit Sitz in der jeweiligen Gemeinde. So wie Hetzner in Gunzenhausen. Und nicht dubiose Finanzinvestoren, die das Geld herausziehen.

    Auch wird es uns nichts helfen, wenn dort fremde Modelle trainiert werden. Die europäische Alternative (Mistral) baut gerade bei Paris ein Rechenzentrum, das mach Sinn. Die Schwarzgruppe gerade in Brandenburg, aber eher für Cloud-Services. Vermutlich auch sinnvoll.

    Außerdem gibt es alle 2-3 Jahre eine neue Chip-Generation. Wenn nicht dauerhaft reinvestiert wird, ist das Rechenzentrum zwei Jahren nach seiner Veröffentlichung veraltet für KI-Trainingsmodelle.

    Zum Standort: Es ist ähnlich wie bei uns in Regensburg mit den Schlämmteichen. Daneben wäre eine Agrarwüste, aber man muss es auf die ökologisch wertvolle Fläche bauen, damit die Richtigen davon profitieren. Ein Schelm wer böses dabei denkt.

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  • Daniela

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    @ Robert Fischer ÖDP

    Vielen Dank für Ihren Beitrag, er bringt neue Aspekte, zwecks Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätzen.

    Was diese Anlage aber sicher benötigt, sind unendliche Ressourcen, die Wenzenbach dann bereit stellen muss.

    Da sind so viele Aspekte, da lohnt sicher ein sehr genaues Hinsehen.

    Danke für die Denkanstöße.

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