Warum die Sanierung des Hallenbads nicht im Investitionsprogramm der Stadt Regensburg steht
CSU und AfD lehnen das Investitionsprogramm für den Sportbereich ab. Die CSU bemängelt das Fehlen mehrerer Projekte, die AfD sagt nichts.

Das Hallenbad in der Gabelsbergerstraße ist seit Juni 2025 geschlossen. Foto: Stadtwerk Regensburg
Deutlich früher als in den vergangenen Jahren begannen vergangene Woche die Beratungen zum Investitionsprogramm für die kommenden fünf Jahre. „Anscheinend funktioniert die Koalition“, kommentiert Hans Holler (SPD) diesen Umstand im Sportausschuss, wo am Donnerstag das erste Paket aufgerufen wurde.
Rund 820 Millionen Euro schwer ist das Investitionsprogramm (IP) für 2026 bis 2030 – 15 Millionen weniger als bisher. „Nahezu erstmalig“ sei es gelungen, das IP zu senken, sagt Kämmerer Manuel Hofstetter. „Damit nähern wir uns immer mehr einem realistischen Wert.“
Investitionsprogramm: Wunsch und Wirklichkeit nähern sich an
Der Hintergrund: Die Stadtverwaltung kann pro Jahr etwa 155 Millionen Euro verbauen. Bis 2030 wären das 775 Millionen.
Früher lag das IP meist um dreistellige Millionenbeträge über dem, was sich tatsächlich stemmen ließ. Heuer trennen Wunsch und Wirklichkeit immerhin „nur“ noch 45 Millionen Euro.
Doch auch abseits dessen mahnt Hofstetter zum Sparen. Aktuell belaufe sich der Schuldenstand der Stadt Regensburg auf rund 300 Millionen Euro. Die „Schuldenbremse“ der Koalition von maximal 600 Euro sei mit den aktuellen Plänen nur bis 2029 zu halten.
Sportausschuss: ein kleineres Paket im 820-Millionen-IP
Im Vergleich zu den Investitionen etwa im Bildungsbereich – Großprojekte wie der Neubau des Siemens-Gymnasiums und des Sonderpädagogischen Förderzentrums schlagen in den kommenden fünf Jahren allein mit rund 100 Millionen Euro zu Buche – wirkt das Paket für den Sportausschuss überschaubar.
Die größten Posten: der Neubau einer Dreifachturnhalle auf der früheren Prinz-Leopold-Kaserne mit 14,4 Millionen Euro und die Ertüchtigung der Donauarena mit 7,5 Millionen. Die jährlichen Zuschüsse für Sportvereine steigen ab 2027 von 600.000 auf 750.000 Euro – insgesamt 3,6 Millionen Euro bis 2030.
Der CSU geht das nicht weit genug. Stadtrat Thomas Zeilhofer beklagt einerseits die „dramatische Schuldenentwicklung“ der Stadt. Andererseits kritisiert er, dass für Projekte wie den Neubau der RT-Halle lediglich 50.000 Euro Planungsmittel im Haushalt stehen – und für die Sanierung des Hallenbads in der Gabelsbergerstraße gar nichts.
Hallenbad: erste Planungen waren zu teuer
Das Hallenbad ist seit Juni 2025 geschlossen. Geplant war ursprünglich, die Sanierung an einen Totalunternehmer zum Festpreis zu vergeben. Doch die Angebote im Teilnahmewettbewerb überstiegen die veranschlagten Kosten aus der Machbarkeitsstudie fast um das Doppelte. 32,6 Millionen Euro setzte ein Bieterkonsortium für Sanierung, Anbau und ein zusätzliches Becken an.
Nun soll das Gebäude im Bestand saniert werden. Die Ausschreibung des dafür zuständigen Stadtwerks läuft. Zuletzt wurde der Stadtrat im April darüber informiert.
Linke: Weniger Geld für Profisport, mehr für Breitensport
„Wir können keine Mittel einstellen, wenn wir noch keine Kosten haben“, erwidert Bürgermeister Thomas Thurow (Brücke) auf Zeilhofers Kritik. Es sei „schon sehr bequem“, aus der Opposition heraus die Verschuldung zu geißeln und gleichzeitig mehr Projekte zu fordern, sekundiert Thurows Parteifreund Thomas Mayr.
Abgeblockt wird auch der Einwand von Linken-Fraktionschef Sebastian Wanner. Er sieht die Förderung des Profisports kritisch und fordert, stattdessen mehr Geld in den Breitensport zu lenken.
Mit der Dreifachturnhalle auf der Prinz-Leopold-Kaserne und der Donauarena fördere man beides – Breiten- wie Profisport –, hält Daniel Gaittet (Grüne) dagegen. „Das sind zwei Projekte, mit denen wir uns sehr wohl fühlen.“
Nach gut halbstündiger Debatte lehnen CSU und AfD das Investitionspaket im Sportbereich ab. AfD-Sprecher Nikolai Sitschow meldet sich nicht zu Wort.
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AUnwohner
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Wieder einmal entlarvend das Verhalten der so genannten “Alternative”, die angeblich “für Deutschland” sein will. Kein Beitrag, aber Hauptsache dagegen. Wenn man böse wäre könnte man sagen, der Herr Sitschow habe einfach sprachlich nicht verstanden, was da besprochen wird und deshalb vorsichtshalber dagegen gestimmt.
Den Wählern der Partei wird es freilich wurscht sein. Insofern muss der Herr Sitschow keine unangenehmen Fragen zum Arbeitsnachweis seiner Stadtratstätigkeit fürchten.