„Endlich Schluss mit der Schwächung der Rentenversicherung“

pm jena wolbergs - 3vl Christian Dietl, 4vl Matthias Jena, 5vl Joachim Wolbergs plus Vertreter SeniorengruppenAm Mittwoch, den 17.07.2013 fand in Regensburg im Gasthaus Arberhütte die erste Konferenz der gewerkschaftlichen Seniorengruppen statt. Christian Dietl, Vorsitzender der DGB-Region Regensburg begrüßte die Anwesenden als Vertreter der größten politischen Seniorenorganisationen in Bayern und fand lobende Worte. Nach einem langen Arbeitsleben mit viel Einsatz in Betriebs- oder Personalräten seien die Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen immer noch aktiv und bringen sich in die Politik ein. Das ist beispielhaft für bürgerschaftliches Engagement. Joachim Wolbergs, Bürgermeister der Stadt Regensburg stellte in seinen einleitenden Worten die Schwerpunkte kommunaler Politik für Senioren dar. „Seniorenpolitik ist nicht das Verwahren von Menschen in Wohnheimen, Seniorenpolitik ist, ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.“ Hierzu gehören neben altersgerechten Wohnmöglichkeiten auch bezahlbare Wohnungen in der Nähe der benötigten Infrastruktur. Weiter führte Wolbergs aus: „Wohnheime dürfen nicht nur privaten Anbietern überlassen werden, es muss als hoheitliche Aufgabe der Kommune angesehen werden, für ihre Bürgerinnen und Bürger da zu sein.“ Auch das Einrichten von engmaschigen Buslinien wie der Linie 18 im Kasernenviertel nutzt besonders älteren Menschen. Als Hauptredner konnte Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern gewonnen werden. Großen Applaus fand er für seine einführenden Worte, dass in Deutschland die Zukunft der Banken als wichtiger angesehen werde als die Zukunft der Jugend. Bayern drohe regional in Arm und Reich auseinanderzubrechen. Jugendliche im Norden der Oberpfalz hätten deutlich schlechtere Startchancen ins Leben als Gleichaltrige in Regensburg. „Wenn man die Rente sichern will, braucht man gut ausgebildete, gut verdienende Menschen in nicht prekärer Beschäftigung als Beitragszahler.“ Jena warf zudem die Frage auf, wer von den Talkshowgästen, die viel über die Rente diskutieren, überhaupt schon einmal in die gesetzliche Rente eingezahlt habe. Sehe man sich den Berufsweg der Diskutanten an, dann vermutlich keiner davon. Seine Folgerung „Glaubt keinem mehr, der nicht selber mindestens 180 Monate Beiträge in die Rentenkasse gezahlt hat. Denn sie reden wie der Blinde von der Farbe!“ Die Veranstaltung endete mit einem Appell Jenas an die Parteien: „Es muss endlich Schluss sein mit der Schwächung der gesetzlichen Rentenversicherung. Es muss Schluss sein damit, Menschen in schlecht bezahlte prekäre Beschäftigung zu schicken, die Rentenbeiträge und die Rente zu kürzen und sich dann hinzustellen und verwundert über steigende Altersarmut zu reden.“ „Die Rente mit 67 war falsch, ist falsch und bleibt falsch und ist nur ein Mittel, arbeitenden Menschen das Alterseinkommen zu kürzen.“

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