Energiewende in Regensburg: Ja – aber bitte mit Verstand

Der Bund Naturschutz, Kreisgruppe Regensburg fordert, von Planungen zum Ausbau weiterer „Mais“-Biogasanlagen abzurücken (MZ vom 22.07.2012) und eine echte Energiewende einzuleiten. Anstelle den Bau neuer Biogasanlagen für nachwachsende Rohstoffe (i.d.R. Mais) zu forcieren, sollten endlich die stark wasserhaltigen Bioabfälle von über 200 000 Bürgern in Stadt und Landkreis Regensburg nicht mehr im Müllheizkraftwerk Schwandorf mit Erdgas verbrannt werden. Das ist energetischer Wahnsinn. Organische Reststoffe müssen endlich auch bei uns gesammelt und energetisch mittels Biogas-Reststoffanlagen genutzt werden. Der Ausbau der Biogasschiene, wie von Landrat Mirbeth und vom Bauernverband in Regensburg immer wieder propagiert, ist nach Meinung des Kreisvorsitzenden des Bund Naturschutz, Raimund Schoberer, nicht zukunftsfähig. Nach Angaben von renommierten Wissenschaftlern des Max-Plank-Instituts und der Leopoldina benötigt ein Auto, betrieben mit „Bio“-Sprit aus nachwachsenden Rohstoffen, sechshundert (600!) mal mehr Anbaufläche als ein Elektroauto, betrieben mit Strom aus Fotovoltaik. Oder anders: 1ha Fotovoltaik ersetzt 600ha Mais. Idealer Weise könnte der Landwirt eine 1 ha große PV-Anlage betreiben und auf den anderen 599ha nachhaltige Landwirtschaft lebendig werden lassen. Ziel ist eine Landwirtschaft, welche mit weniger Dünge- und Spritzmitteln auskommt und auch Hecken und blühende Wiesen zulässt. Sicher ein Traum, wo doch unter heutigen Bedingungen der Energielandwirt dank der von allen Stromkunden gezahlten EEG-Umlage den klassischen Landwirt bei der Anpachtung von Grundstücken vielfach überbieten kann. Die Fotosynthese der Pflanzen ist eben nicht der Energiemaximierung für die Produktion von „Sprit“ oder „Gas“. Weizen, Gerste und auch Mais produzieren viel Wertvolleres: Lebensmittel! Der Bund Naturschutz fordert nicht umsonst, dass unsere landwirtschaftlichen Flächen nachhaltiger und ökologischer bewirtschaftet werden und auch noch Platz für Hecken und Wiesen lassen. Ohne „Energie“-Mais dürfte das kein Problem sein. Die Energiewende muss verstärkt auf Energieeffizienz, Energieeinsparung, Energiespeicherung und auf Energiegewinnung mittels Wind- und Fotovoltaik insbesondere auf Gebäuden setzen. Die Gründung der beiden Energiegenossenschaften BERR und KERL unter maßgeblicher Mitwirkung von Landrat Mirtbeth lässt hoffen, auch wenn es derzeit etwas still um diese beiden Genossenschaften geworden ist.

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