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Kolumne

Morgen, Regensburg! Das lange Schweigen von Minister Blume

Wer behauptet, dass der massive Stellenabbau am Universitätsklinikum keine Folgen hätte, hat keine Ahnung. Doch nicht nur in diesem Punkt hat der bayerische Wissenschaftsminister die Lage falsch eingeschätzt.

1. Image ist alles, Ehrlichkeit ist nichts

Zugegeben, wir fokussieren uns zur Zeit stark auf die geplante Streichung von bis zu 64 Arztstellen am Universitätsklinikum Regensburg (UKR). Dafür gibt es zwei Gründe.

Erstens finde ich es bemerkenswert, dass der bayerische Wissenschaftsminister Markus Blume diesen Stellenabbau fordert und gleichzeitig behauptet, dies würde keine Probleme verursachen.

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Wörtlich schrieb Blume der SPD-Abgeordneten Ruth Waldmann:

„Das UKR wird auch weiterhin seine Patientinnen und Patienten mit höchster medizinischer Qualität und ohne eine Verlängerung der Wartezeiten unter der Berücksichtigung der Belange seiner Beschäftigten behandeln.“

Wer behauptet, dass der Abbau von fast zehn Prozent der Ärzteschaft (rund 680) keine Einschränkungen mit sich bringt, hat entweder keine Ahnung oder sagt bewusst die Unwahrheit. Schon jetzt klagt ärztliches Personal am UKR über Überlastung. Schon jetzt gibt es immer wieder lange Wartezeiten.

Doch immerhin hat Markus Blume sich endlich geäußert – nach regelmäßigem Wegducken.

Als wir über die düstere Prognose berichteten, die die Kaufmännische Direktorin Sabine Lange in einer internen Sitzung am 12. November 2023 präsentierte, schwieg das Bayerische Wissenschaftsministerium.

Der Vorstand des UKR spielte die Prognose herunter, und die Mittelbayerische Zeitung sprach sekundierend von einem „Gerücht“, ohne zu zitieren oder sich überhaupt näher mit dem Thema zu beschäftigen. War wohl zu unbequem.

Der Abbau von 64 Vollzeitstellen wurde allerdings bereits im Protokoll dieser Sitzung 2023 erwähnt. So viel zum „Gerücht“.

Im November 2025 versuchten wir herauszufinden, was an der Unruhe innerhalb der Ärzteschaft am UKR dran ist. Befristete Stellen wurden offenbar ohne Plan nicht verlängert, und es herrschte Angst, dass diese chaotische Vorgehensweise ganze Abteilungen zerstören könnte.

Antwortet nicht gern auf unbequeme Fragen: Markus Blume. Foto: Steffen Böttcher/

Es war von der Streichung von 40 Arztstellen die Rede, und es wurde beklagt, dass der UKR-Vorstand nicht mit den Beschäftigten kommuniziert.

Dieses Mal schwiegen sowohl das Wissenschaftsministerium als auch das UKR. Stattdessen schickte man eine Hamburger Anwaltskanzlei vor, die uns schon im Vorfeld der Berichterstattung mit rechtlichen Schritten drohte, sollten wir bestimmte Dinge schreiben.

Wir schrieben trotzdem – und ich behaupte, dass dies die SPD-Anfrage auslöste, auf die hin Blume den Stellenabbau einräumen musste. Ein Stellenabbau, der 2023 schon intern bekannt war, aber verschwiegen wurde. Offenbar hielten es das steuerfinanzierte Wissenschaftsministerium und das UKR nicht für notwendig, zu kommunizieren.

Weder mit der Bevölkerung, die sie bezahlt und auf das Klinikum angewiesen ist, noch mit unbequemen Medien, denen sie als staatliche Stelle eigentlich antworten müssen, zumal bei einem solchen Vorgang von öffentlichem Interesse (nachzulesen unter anderem in Art. 4 Bayerisches Pressegesetz, Artikel 5 Grundgesetz). Und auch nicht mit den betroffenen Beschäftigten selbst.

Politische Erwägungen und das eigene Image scheinen dem Minister und den Vorstandsfunktionären wichtiger zu sein als Klarheit und Ehrlichkeit.

Insofern bin ich zufrieden, dass der von oben verordnete Stellenabbau nun zumindest öffentlich bekannt ist. Es hat sich gelohnt, an dem Thema dranzubleiben und sich von den Rechtsmeinungen teurer Anwaltskanzleien und dem Desinteresse der größten Tageszeitung nicht beeindrucken zu lassen.

Die Debatte über den Stellenabbau zieht aktuell weite Kreise durch zahlreiche Medien. Das liegt vermutlich auch daran, dass die Personaleinsparungen am UKR just zur Diskussion über die Krankenhausreform öffentlich wurden. Da hat sich Markus Blume mit seinem langen Schweigen wohl verkalkuliert.

Kommende Woche werde ich mich erneut mit dem UKR beschäftigen – in etwas anderer Sache.

2. Sommerfest mit Stich

Unbedingt hinweisen will ich auf das Sommerfest des Tattoo & Piercing Studios Leyline, das diesen Samstag im Biergarten Alte Linde bei der Steinernen Brücke stattfindet. Dass an diesem Ort Bands wie siKK liKKz, The Edge of Reason und Fight Club spielen, hat es so vermutlich noch nicht gegeben.

20 Euro erscheinen mir ein günstiger Preis. Mit dem Wetter sieht es gut aus. Und wer mag, kann sich den ganzen Tag über piercen oder tätowieren lassen.

Wärmste Empfehlung. Keine bezahlte Werbung. Und nein – ich habe kein Tattoo.

Entspannte Restwoche!

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Kommentare (1)

  • Lilith

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    Die MZ ist viel zu beschäftigt mit Habeck Bashing, die kann sich grad nicht um die Uniklinik kümmern…

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