Gerichtsnotorischer Arbeitgeber

Etappensieg für Schuma-Beschäftigte

Die Geschäftsführung der Schuma Frucht GmbH muss mit dem Betriebsrat intensiver über deren Recht auf einen Sozialplan diskutieren. Das entschied das Arbeitsgericht Regensburg am Donnerstag. Bemerkenswert: Wie immer erschien Schuma-Chefin Margit Schuster-Lang trotz persönlicher Ladung nicht. Und zum wiederholten Mal hatte das keine Konsequenzen. Die Geschäftsführung der Schuma Frucht GmbH muss mit dem Betriebsrat intensiver über deren Recht auf einen Sozialplan diskutieren. Das entschied das Arbeitsgericht Regensburg am Donnerstag. Wie berichtet, schließt der wegen Mobbing und Arbeitszeitverstößen mittlerweile gerichtsbekannte Früchtegroßhändler Ende Februar völlig überraschend seinen Betrieb. Die Angestellten haben vor zwei Wochen ihre Kündigung erhalten. Ein Sozialplan verweigert das Unternehmen. Strittig ist, wie viele Beschäftigte Schuma eigentlich hat – erst ab 21 Angestellten muss ein Sozialplan erarbeitet werden. Und hier scheiden sich die Geister.

„Beweis“: Selbst gezeichnete Mitarbeiter-Übersicht

Konkret geht es unter anderem darum, wie die Beschäftigungsverhältnisse mehrerer Leiharbeiter zu sehen sind, aber auch darum, ob es sich bei Verwandten von Schuma-Chefin Schuster-Lang nun um leitende oder „normale“ Angestellte handelt. Schuma-Rechtsanwältin Susanne Eichinger (Schuma-Chefin Margit Schuster-Lang war wie üblich trotz Ladung nicht zum Termin erschienen.) bestritt am Donnerstag hartnäckig, dass das Unternehmen mehr als 20 Beschäftigte habe und legte dazu unter anderem eine selbst gezeichnete (!) Mitarbeiter-Übersicht als Beleg vor. Der Betriebsrat verweist dagegen auf Dienstpläne und Arbeitszeitnachweise (die er von der Geschäftsführung allerdings bislang nicht vollständig ausgehändigt wurden).

„Ein Etappensieg“

Das Gericht hat die Sache am Donnerstag nun an eine Einigungsstelle weiter verwiesen, um die Anzahl der Beschäftigten zu klären. „Das ist ein Etappensieg“, sagt die Rechtsanwältin des Betriebsrats, Alexandra Fischl. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. In zwei weiteren Verfahren in Sachen Schuma ging es diese Woche um zum einen um die Abmahnflut, mit der der Betriebsratsvorsitzende im vergangenen Jahr durch die Geschäftsführung bombardiert wurde. Hier bekam der Betriebsrat im Rahmen eines Vergleichs weitgehend recht.

Zahlreiche Prozessbeobachter

Weiter ungeklärt bleibt hingegen, ob der Betriebsratsvorsitzende – wie vom Gericht bereits angeordnet – von der Schuma-Chefin seine Arbeitszeitnachweise und damit auch noch ausstehende Schicht- und Überstundenzuschläge erhalten wird. Rechtsanwältin Eichinger quittierte die Ausführungen des Gerichts am Dienstag weitgehend nur mit Schulterzucken. Schuma-Chefin Margit Schuster-Lang, die die Fragen wohl hätte beantworten können, war trotz persönlicher Ladung nicht zugegen. Bemerkenswert bei allen Verfahren war die große Zahl der Zuhörer. Allein am Donnerstag haben rund 20 Besucher den Prozess beobachtet.

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Kommentare (6)

  • bert

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    Schämen sollte sich die Fr.Schuster-Lang !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • Manfred Hellwig

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    Um einen erzwingbaren Sozialplan, und damit Abfindungen zu verhindern, sind Schuma offnbar alle Mittel recht.
    Tochter und Schwiegersohn sind angeblich „leitend“ und deshalb keine Arbeitnehmer. Doch um dieses Kriterium „leitend“ zu erfüllen, braucht es formal wesentlich mehr, als z.B. lediglich „Schwiegersohn“ zu sein.

    Immer wieder versuchen Geschäftsleitungen die Zahl der sog. Leitenden Angestellten auszuweiten, um Betriebsratsrechte zu beschneiden.

    In einem ähnlichen Streitfall würdigte der Richter eines Allgäuer Arbeitsgerichts die Sache mit dem Spruch:
    „Ein Esel, dem man das Schild Rennpferd umhängt ist deswegen noch lange kein Rennpferd“.
    Ein passender Spruch, wie ich finde.

  • ingo Schröder Ex Mitarbeiter

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    Wiedermal nicht zum Gerichtstermin erschienen. Scheinbar hat Frau Schuster Lang nicht das Rückgrad, um sich bei Gericht für Ihre Firma einzusetzen. Na ja, schließlich hat sie die Firma auch nicht aufgebaut und gehalten…. sondern andere.

  • Tobias Neumann

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    Es ist schade für die Mitarbeiter!

    Gott sei Dank sind aber genügend Mitbewerber am Markt vorhanden, so dass die Schuma-Frucht GmbH und evtl. das Nachfolgeunternehmen kein Mensch vermissen wird. Das meine Freunde nennt man freie Marktwirtschaft! Kaum ist einer weg vom Fenster, stehen schon 500 neue bereit um die Gastronomie in Regensburg und Umgebung zu versorgen.

  • Marina K.

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    Frau Schuster-Lang braucht sich überhaupt nicht schämen sondern eher die Person, die hier immer als Opfer hingestellt wird! Denn wegen besagter Person haben wir alle unter anderem auch ich meinen Arbeitsplatz verloren!
    Hier sollte NIEMAND, der überhaupt keine Ahnung hat, was alles passiert ist, solche bösartigen Beleidigungen auch noch öffentlich auf die Website dieser Klatsch-Zeitung stellen! Diese Seite ist von verdi gesponsert, was sollte man also erwarten? Dass die sogenannten Redakteure schreiben wie verdi Firmen vernichtet hat? Dass jmd schlecht über verdi schreibt? Hahaha, das ist doch alles gelogen und gekauft!!!!

  • Fritz Meier - Ex-Mitarbeiter

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    Habe im Winter 2004 zum Glück nur 2 Monate bei Frau Schuster gearbeitet.
    Hatte leider einen Arbeits-Unfall, indem Ich beim Beladen eines Fahrzeugs sehr früh morgens auf einer Eisplatte auf dem Firmengelände ausrutschte und mir eine schmerzhafte Bänderzerrung zuzog.
    Ich musste deshalb anschließend längere Zeit an Krücken laufen, weil Ich nicht auftreten konnte.
    Frau Schuster entließ mich daraufhin fristlos während der Probezeit (!) und drohte mit allerlei Unfeinem, weil Ich die Sache, wie in anderen Betrieben ganz normal, der Berufsgenossenschaft übergeben wollte.
    Schließlich wäre der Unfall sicher nicht passiert, wenn gestreut gewesen oder das Eis entfernt worden wäre.

    Tatsächlich war Ich da dann nur noch, obwohl es der falsche Weg war, sehr froh, dass das Beschäftigungsverhältnis vorbei war.

    Frau Schuster kann nicht mit Mitarbeitern umgehen und sollte bald Ihre Bestrafung dafür bekommen, wie Sie mit Ihrem Personal umgesprungen ist.
    Sie schreit und flucht wie ein alter Kasernenfeldwebel und wechselt Ihre Mitarbeiter aus, wie es Ihr grad in den Sinn kommt.
    Jeder der nicht spurt und nicht nach Ihrer Pfeife tanzt, muss gehen.
    Auch fristlos.
    Ich habe nach der Kündigung weiterhin Kontakt zu einem Mitarbeiter, der mir immer wieder neue Absurditäten von Frau Schuster berichtete.
    Nicht ohne Grund sind seit Jahren jeden Monat, jede Woche (Dauer-) Anzeigen in der Mittelbayerischen Zeitung mit geändertem Wortlaut zu lesen, weil Sie ständig neuen Nachschub braucht.
    So etwas spricht viel Negatives über das Betriebsklima in einer Firma.

    Man muss sich das mal vorstellen :

    Sie ließ die Mitarbeiter bei wichtigen Ansagen in der Ladehalle im Halbkreis um Sie herum HINKNIEEN und drohte unflätig mit Kündigung und anderen Schikanen, wenn Ihr Wille nicht geschehe.
    Das können andere ( Ex-) Mitarbeiter sicher bestätigen, wenn Sie sich trauen, den Mund aufzumachen.

    Ich freue mich auch darüber, dass das alteingesessene Stammpersonal, dass es die ganzen Jahr wahrlich nicht leicht mit Frau Schuster hatte, nun doch wenigstens ein wenig Recht bekommen soll.
    Was mich allerdings noch mehr wundert, warum grad diese Leute so lange bei dieser Tyrannin ausgehalten haben und sich nicht nach etwas Besserem umgesehen haben.

    Frau Schuster´s Verhalten gegenüber „Ihren Untertanen“ ist in keinster Weise zu rechtfertigen oder zu entschuldigen und es zeugt auch von Charakterlosigkeit, wenn Sie trotz Vorladung nicht zu den Terminen erscheint und stattdessen nur Ihre Rechtsanwältin hinschickt.
    Ohnehin war Sie mit den Preisen für die Gastronomie erheblich teurer als Ihre Mitbewerber, was mich zu der Überlegung bringt, warum es die Firma überhaupt so lange geben konnte.

    Fritz Meier

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