Grenzkontrollen verhindern ein gemeinsames Europa

Regensburg. Verärgert reagiert der Vorsitzende der Sportjugend Regensburg Detlef Staude, innerhalb des sogenannten „Schengen-Bereichs“ in Europa Grenzkontrollen wieder zu ermöglichen. Für die heutige Jugend ist freies Reisen beispielsweise bei internationalen Jugendbegegnungen eine selbstverständliche Errungenschaft. Staude erinnert sich noch an eine Fahrt im vergangenen Jahrhundert in die Regensburger Patenstadt Aberdeen, bei der wegen eines fehlenden Visums eines Teilnehmers an der französisch-britischen Grenze fast das „Aus“ für die Fahrt gekommen wäre. Lediglich 15 Minuten vor Ablegen der Fähre kam grünes Licht für die jungen Kicker aus Regensburg. Hier passierte der Reisebus mit knapp 50 jungen Leuten bei Hin- und Rückreise unter anderem Belgien und Frankreich. Bei einer anderen Fahrt nach Lettland stand ein Reisebus der Sportjugend mit einer Regensburger Jugendgruppe an der polnisch-litauischen Grenze 17 Stunden wegen Grenzkontrollen. Diese sollen aber nun einem Beschluss des Rates für Inneres zufolge durch einen sogenannten „Notfall-Mechanismus“ bis zu zwei Jahren allein durch die Mitgliedstaaten möglich gemacht werden. „Die Entscheidungen über Grenzkontrollen gänzlich den Mitgliedstaaten im Alleingang zu überlassen, ist falsch und richtet sich gegen die gemeinsame europäische Idee“, so Detlef Staude. Grenzkontrollen müssten die absolute Ausnahme bleiben und dürften nicht zur Normalität werden. „Die Freizügigkeit muss gerade aus Sicht der Jugend erhalten bleiben. Das Europa im 21. Jahrhundert muss ein Europa der offenen Grenzen sein“, so Staude.

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