Magische 100.000 soll UNESCO überzeugen

Nicht immer einer Meinung, aber vereint in der Forderung nach einer Ersatztrasse: Hans Schaidinger und Herbert Mirbeth. Foto: Archiv/ Mirwald
100.000 Fahrgäste weniger seit Sperrung der Steinernen Brücke: Neu ist diese Zahl nicht. Bereits im November 2010 ging Oberbürgermeister Hans Schaidinger zusammen mit dem RVV an die Öffentlichkeit, um damit die Botschaft zu untermauern: Ein ÖPNV ohne Ersatzbrücke ist schlechter und teurer. Ohne Ersatzbrücke leidet die Altstadt. Auf Zweifel des „Bürgerbündnisses“ an diesen Zahlen – Sprecher Walter Cerull bezeichnet die Fahrgastverluste als „manipuliert“ und legte eigene Berechnungen vor, um dies zu untermauern – reagierte der RVV am 18. Februar mit einer detaillierten Pressemitteilung und bekräftigte: „Unsere Zahlen sind korrekt. Wir brauchen eine altstadtnahe Donauquerung.“ Das ist knapp ein halbes Jahr her. Am Donnerstag war es nun so weit, die umstrittenen Fahrgastverluste erneut der Öffentlichkeit zu präsentieren. Man habe das Datenmaterial noch einmal „eingehend gesichtet und im Licht der Kritikerargumente geprüft“, um den Manipulationsvorwürfen begegnen zu können, heißt es als Begründung. Indes: Neu war an den vorgestellten die Berechnungen nichts, lediglich um eine Power-Point-Präsentation hatte man die Pressemitteilung des RVV erweitert. Der Zeitpunkt für die äußerst kurzfristig anberaumten Pressekonferenz mit prominenter Besetzung – Oberbürgermeister Hans Schaidinger, Landrat Herbert Mirbeth und RVV-Geschäftsführer Karl Raba – dürfte weniger mit den Manipulationsvorwürfen, denn mit der UNESCO zu tun haben. Bislang haben es die Welterbewächter zwei Mal abgelehnt, sich im Rahmen ihrer alljährlichen Tagungen mit dem Thema zu befassen. Planungsreferentin Christine Schimpfermann hat bereits Anfang Juni nach Paris geschrieben und hofft nun abseits des offiziellen Procederes auf ein „positives Signal“. Bis zum 11. Juli hat Schimpfermann um eine Stellungnahme gebeten und gleichzeitig eine UNESCO-Delegation nach Regensburg eingeladen. Doch in Paris gibt man sich zugeknöpft: Bislang hat die Stadt keine Nachricht erhalten. Auch Nachfragen von Journalisten bleiben unbeantwortet. Mit der erneuten Wiederholung der magischen 100.000 hofft man nun offenbar, den Druck auf die UNESCO erhöhen zu können. In zwei Wochen weiß man mehr. Vom Bürgerbündnis war am Donnerstag keine Stellungnahme zu bekommen.

Die Stadt genehmigt selbst

Am Rande der Pressekonferenz erklärte Schaidinger, dass man sich ausschließlich nach einem negativen Signal der UNESCO von den Brückenplänen verabschieden werde. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege – dessen ablehnende Haltung ist bekannt – sei nicht für eine Genehmigung zuständig, so Schaidinger, der damit einer aktuellen Stellungnahme des Bürgerbündnisses widerspricht. Von dort gebe es lediglich eine Stellungnahme. Die denkmalrechtliche Genehmigung hingegen müsse die untere Denkmalschutzbehörde geben und das ist – die Stadt Regensburg selbst.

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Kommentare (41)

  • Lothgaßler

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    „Jeden Schultag fahren 385 Personen weniger mit den drei Linien in die Altstadt…“(aus der Powerpoint-Präse).

    Warum ausgerechnet an Schultagen?

    Wichtig wäre ja zu wissen, wo diese Fahrgäste geblieben sind. Die sind doch hoffentlich nicht alle verstorben.
    Wenn diese Menschen vorher in die Altstadt fahren mussten und das heute auch noch müssen, dann fahren sie immer noch in die Altstadt. Evtl. mit einer der Linien, die hier gar nicht ausgewertet wurden?

    Wieder erklären die Zahlen nichts, sondern sollen nur ein Problem belegen.
    Welche Auswirkungen hat die Ursache Brückensperrung?
    Wie haben die Fahrgäste darauf reagiert?
    Zeigt der Fahrgastrückgang in diesen 3 Linien überhaupt ein großes Problem an?

    Keine Flut an Leserbriefen, keine Wutbürger pro Bus über die Steinerne, keine Wutbürger pro Westtrasse, keine Wutbürger pro Osttrasse. Alles sehr ruhig an dieser Front. Es scheint mir ein Politiker-Thema und weniger ein Bürger-Thema zu sein.

  • Pragmatiker

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    Spinnen die jetzt komplett in unserer beschränkten Stadtregierung?? Bloß weil eine städtische Firma, der RVV, weniger Geld verdient, sollen jetzt alle Argumente über Bord geschmissen und unsere schöne Stadt frohgemut kaputt“modernisiert“ werden?
    Ja klar, und wenn die Rewag dann 2012 Verluste einfährt, dann müssen wir logischerweise neben dem Dom auch gleich ein Kraftwerk bauen – SCH… auf den Denkmalschutz!

    Man kann nur immer wieder dran erinnern:
    http://pdf.zeit.de/1974/14/bataille-um-eine-bruecke.pdf

    Ein Deja Vú?

  • rechner

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    Interessant. 40 Schulwochen/Jahr * 5 Tage = 200 Schultage

    Mal 385 ergibt bei mir 77000.

  • Bernd Henneberg

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    @Pragmatiker Zitat:Ja klar, und wenn die Rewag dann 2012 Verluste einfährt, dann müssen wir logischerweise neben dem Dom auch gleich ein Kraftwerk bauen – SCH… auf den Denkmalschutz!
    Das hatten wir schon, nur wurde es, weil die Rewag kein Interesse hatte ihren grölßten Gaskunden zu behalten, abgerissen. Dadurch verschwand zwar der Kamin aus dem Hintergrund des Domes, aber auch gleichzeitig die Chance in Regensburg ein Kraft-Wärme Kraftwerk zu installieren.

  • domiNO

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    ja und dann verteilen sich auf die 165,25 verbliebenen Tage noch über 23000 Fahrgäste weniger – oder werden die Linien nach Ihrer Vorstellung nur an Schultagen bedient???

  • Regensburger aus dem Stadtnorden

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    Die Erfindung des Autos ist an Ihnen wohl völlig vorüber gegangen. Schon mal im Stau im Bereich der Nibelungenbrücke gestanden? Das sind zwar sicher nicht alles ehemalige Busfahrer, Verstorbene sind es aber auch nicht…
    Übrigens geht es nicht nur um Fahrgäste in die Altstadt sondern auch in den Westen der Stadt.

  • Reinhold Breuer

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    Die große Verkehrsuntersuchung für den Großraum Regensburg von Prof. Kurzak stellte als Kernursache drohenden Verkehrskollapses das Fehlen von Flussbrücken fest, über den Regen, über die Donau bei Kneiting und altstadtnah über einen der beiden Donauarme.

    Wenn im westl. Stadtamhof die Buserschließung schlechter bleibt als geplant, nutzen dort Bewohner relativ mehr ihre Autos, verschlechtern den Modalsplit und belasten das Welterbe. Gleiches gilt für Zielverkehr etwa zu den Sport- und Badeanlagen auf der Insel und zur westlichen Altstadt.

    Dass moralisierende Appelle (hier: länger zum/vom Bus zu laufen als üblich oder zu radeln) kein Ersatz sind für umsichtige Strukturpolitik, führte in Deutschland die „DDR“ eindringlich vor: „Bus statt PKW“ darf nicht hohle Phrase bleiben. Busförderung ist im „Regensburgplan“ Konsens aller hörbaren Gruppen der Stadt und gut für das Welterbe.

  • domiNO

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    Seit wann ist der RVV eine städttische Firma?
    Der RVV ist nicht mal ne SWR-Tochter.
    Aber das interessiert die Busgegner nicht.

  • busfahrgast

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    @ Pragmatiker

    Der ÖPNV ist ein Zuschussgeschäft, von verdienen kann beim RVV also schon mal nicht die Rede sein.

    Der erhöhten Verlust dürfen wir alle, also auch der Pragmatiker zahlen. Aber was macht es denn?
    Was ich selbst nicht brauche haben andere gefälligst auch nicht zu wollen.

    Es lebe der Egoismus, vor meiner Tür fährt, parkt und steht gefälligst niemand, reicht doch schon wenn ich überall rumfahre, parke und steht, wo andere wohnen.

    Wenn das Welterbe solche Blüten treibt, dass die Stadt Einrichtugnen der Daseinsvorsorge wie den ÖPNV nicht mehr bedarfgerecht gestalten darf, dann pfeiff ich auf den Welterbestatus. Regensburg war auch vorher schon schön und lebenswert und wird es auch nachher bleiben.

    Die Gesellschaft wird immer älter und Alte sind vielleicht nicht mehr so gut zu Fuss, können aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr Rad oder Auto fahren, sollen die dann zu Hause bleiben, damit die bushasser zufrieden sind?

    Warum Greipl der Stadt ständig Knüppel zwischen die Beine wirft versteh ich eh nicht. Ohne die Regensburger Politiker, die ihn mal zum Kulturreferenten dieser Stadt gewählt hatten wäre der nie Bayerns oberster Denkmalschützer geworden. Dann säße er heute noch in der Abteilung Förderung nichtstaatlicher Museen in München.

  • Ulrich Lechte

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    Bin auch kein Brückenfreund und habe mich innerhalb meiner Partei dafür eingesetzt, dass wir mittlerweile gegen Ost- wie auch Westtrasse sind. Dennoch finde ich den Text aus der Zeit von 1974 (!!!) überhaupt nicht mehr mit der heutigen Situation vergleichbar und für diese Diskussion hier passend. Die Zeiten, wo in der Stadt sogar darüber nachgedacht wurde, dass Theater oder das Heuport für 4-spurige Straßen abzureißen, sind lange vorbei. Bei der Brücke ginge es um eine einfache Busbrücke, die für den Individualverkehr gar nicht freigegeben wäre. Wohlgemerkt bin ich gegen jegliche größere Donauquerung zwischen Autobahn und Osttangente. Die jetzige Situation ist gut erträglich.

    Gegen eine Kneitinger Brücke gäbe es aus meiner Sicht übrigens nichts einzuwenden – das jedoch nur am Rande…

    Eine Busbrücke würde den Stau rund um das DEZ nicht entschärfen. Ich stehe da auch jeden Tag drin. Mit der Entscheidung, die Thundorfer Straße nur einseitig zu befahren, hat man die Nibelungenbrücke be- und die Autobahnbrücke entlastet. Eine richtige Entlastung hier wäre der Bau der Sallerner Regenbrücke, aber dieses Fass möchte ich hier gar nicht erst aufmachen, da es bestimmt auch jemanden gibt, der den Bereich bei den Brückenauffahrten unter Denkmal- oder Naturschutz stellen möchte

    Meine Prognose ist, dass keine Ersatzbrücke kommen wird und in den nächsten Monaten und Jahren noch viel Wind darum gemacht wird und am Ende nix passiert. Bin seit 15 Jahren in Regensburg und vom RKK fehlt jede Spur. Themen wie Stadion und Ersatzbrücke haben fast die gleiche Qualität und sind die Evergreens der Regensburger Kommunalpolitik direkt nach der RKK-Debatte!

  • busfahrgast

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    Ich bin seit 50 Jahren in Regensburg und glaube, dass Regensburg auch ohne zusätzliche Brücken auskommt, aber einen Ersatz für die ÖPNV-Trassse Steinerne Brücke brauchen wir schon.

    Alle anderen Brücken (Kneitigner-, Sallerner- oder Sinzinger Brücke) würden nur den PKW-Verkehr in Regensburg weiter steigern und der Zersiedlung der Landschaft durch immer neue Baugebiete im Landkreis vorschub leisten, weil man dann ja in 15 Minuten von x-dorf bis zum Domplatz kommen würde mit dem eigenen Wagen, dank opimaler Brückenbauwerke.

  • Jochen Schweizer

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    Vielleicht sollten die Leute die die Studie vorstellten mehr mit oeffentlichen Verkehrsmitteln fahren!
    Dann wuerde es keine ruecklaeufigen Personenbefoerderungszahlen geben!

  • Lothgaßler

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    Das Auto gibts schon lange, und ob die Leute mit dem Auto fahren, oder mit dem Bus, das hängt von vielen Dingen ab.

    Ob Ihre Vermutung zutrifft, dass die Leute aufs Auto ausgewichen sind, sollte geklärt werden.
    Der Fahrgastrückgang bei diesen drei Linien kann auch eine andere Ursache haben.

    Zudem wird hier etwas problematisiert, das scheinbar für die verlorenen 385 Busnutzer/ Tag gar kein Problem zu sein scheint. Diese 385 Busnutzer müssten sich erklären, erst danach wissen wir mehr.

    Auch in Regensburg selber hält sich der Unmut der Regensburger in Grenzen.

  • Dubh

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    Ist es da nicht erstaunlich, dass nur noch eine einzige Linie gibt, die wenigstens werktags tagsüber einen durchgängigen 10 Minuten Takt hat, die man also halbwegs benutzen kann, ohne die Fahrpläne auswendig zu kennen – sofern man nicht umsteigen muss…………..

    Und dieser Altstadtbus gar, der wieder ein stinknormaler großer Bus ist – gehen, umsteigen, warten, ganz klasse für alle die nicht körperlich fit sind, damit man in exakt demselben Bus hockt, wie vorher, obwohl doch die Größe, v.a die Breite DAS Argument für die Einführung war.
    Und fuhr der am Anfang nicht gar alle 5 Minuten?

    „Bus statt PKW“ IST eine hohle Phrase in Regensburg und anderes ist offensichtlich NICHT beabsichtigt.

    Politik und Planung von Asozialen für Asoziale – DAS ist Regensburg heute, und diese Asozialen steigen doch in keinen Bus ein, oder gibt es für die BMW Charitiys immer einen?

    Eine Brücke zu Gunsten derer, die Busfahren müssen, wenn sie rauswollen – da lachen aber die Hühner!
    Da gäbe es völlig ohne Brücke reichlich zu tun.

    Mir wäre nicht aufgefallen, dass sich seit der Straßenbahn irgendetwas verbessert hätte am ÖPNV in Regensburg – im Gegenteil.

  • Dubh

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    Aber sicher doch, manche: 1A, 5,5A………………….

    Sie können es sich ja sicher selber weiter genauer ansehen, ist ja recht unbequem über pdf Dateien jede Linie einzeln aufrufen zu müssen.

    Die 4 ist auch interessant anzusehen, nur während des Semesters, oder nur während der Vorlesungszeit?
    Ach sehen sie einfach selbst…………………..

  • Dubh

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    Die Stadt Regensburg hat nichts mit den Regensburger Verkehrsbetrieben und dem RVV zu tun?
    Tatsächlich?!

    http://www.rvb-regensburg.de/

    Unter: Unternehmen – Beteiligungen im Überblick

    Anders findet man die Grafik nicht – na sowas!

  • domiNO

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    Dass die 4 nur zur Vorlesungsziet fahren würde, ist ne glatte Lüge, dass einige andere Linien nur an Schultagen verkehren oder zumindest verstärkt werden, zeigt, dass der RVV das Angebot der erwarteten größeren Nachfrage an Schultagen anpasst.

  • domiNO

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    eben hier sieht man, dass die RVB und nicht der RVV städtische Tochter ist und die RVB wie z.B. auch Watzinger Partner im RVV sind. Das ist genau das, was ich meinte, dass Busgegner kein Interesse an diesen Fakten haben.
    Ein Blick auf die Homepage des RVV (vor allem im Navigationspunkt „Wir über uns“) widerlegt Ihren Irrtum.

  • Dubh

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    Diese Tüpferlscheißerei dürfte auch niemand interessieren.

    Ich schrieb nämlich: Die Stadt hat also nichts mit … …zu tun?
    Hat sie aber!

    Jeder der eine Ersatzbrücke nicht für nötig hält, müsste wie Sie meinen die genauen Beteiligungsverhältnisse beim RVV etc wissen – wenn nicht muss er dafür sein —-pruuust!

    Ist hier eigentlich neuerdings durchgängig Fasching?

  • domiNO

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    Es geht darum, dass Sie mit Ihrem Link meine Feststellung widerlegen wollten. Die genauen Beteiligungsverhältnisse muss keiner wissen, wer aber behauptet, der RVV sei eine städische Tochter (und nicht eine halbe Urenkelin), darf nicht davon ausgehen, dass dies unwidersprochen hingenommen wird.

  • Dubh

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    —Zitat ich:
    Die 4 ist auch interessant anzusehen, nur während des Semesters, oder nur während der Vorlesungszeit?
    Ach sehen sie einfach selbst………………….. —

    Worte wie „oder“ sowie Satzzeichen wie „?“ entziehen sich offenbar Ihrer Interpretationsfähigkeit.

    Wie das genau ist, ist mir sowas von egal, das können sie sich gar nicht vorstellen.
    Fakt ist: Diese Linie fährt nicht einmal an Schultagen regelmäßig.

    Ich habe weder mit Schultagen noch mit Semestern noch etwas zu tun, müsste all das aber wissen oder nachschlagen, um Fahrpläne interpretieren zu können.

    Man kann auch ein Master Studium in Fegensburger Fahrplänen anbieten, drunter wird es nicht reichen, außer man fährt immer, und immer die gleiche Strecke.

  • domiNO

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    Wer sollte das finanzieren, dass alle Linien den ganzen Tag so dicht befahren werden wie zur morgendlichen Hauptverkehrszeit an Schultagen zwischen 7 und 8 Uhr?
    Sagen Sie esh halt gleich, dass Sie den ÖPNV abschaffen wollen. Übrigens könnte man während des Semesters als Synonym zur Vorlesungszeit betrachten.
    Wobei mir durchaus klar ist, dass das Semester ein ganzes Halbjahr ist, aber dann wäre ja das von Ihnen bezeichnete „während des Semesters“ gar keine Einschränkung.

  • Dubh

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    Aha, dann schreit also der Fakt, dass andere beteiligt sind – u.a. eon – danach, dass kleine teuere, private selbstverständlich, Elektroautos über eine kleine feine Ersatzbrücke fahren?
    Die Busse sind ja keine Elektrobusse oder sonstwie innovativ.

    Jetzt ja vermutlich leider nicht mehr mit dem guten sauberen Atomstrom………………aber kleinräumig dezentral soll es ja keinesfalls wieder werden mit der Energieversorgung, das wäre ja echt dumm für die Monopolisten.

  • domiNO

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    Donnerwetter, was Sie aus meinen Statements herauslesen!
    Nur für alle anderen: Ich bin kein Befürworter der Elektroautos und auch kein Befürworter des Atomstroms.

  • habemusmamam

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    woran soll die eon beteiligt sein? Jedenfalls nicht – auch nicht mittelbar – am RVV. Ich hab mir die Grafik angeschaut und empfehle es auch Herrn/Frau dubh.
    eon ist nur Miteigentümer der REWAG und damit mittelbar an deren Tochtergesellschaften beteiligt, dazu gehören aber weder RVB noch RVV. Offenbar nicht nur Fahrplan-Leseschwäche.

  • Joachim Datko

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    Mein Vorschlag: Bei der nächsten Kommunalwahl zusätzlich Brückenfragen stellen!

    Falls es das Wahlrecht zulässt, könnte man kostengünstig bei der nächsten Kommunalwahl zusätzlich Brückenfragen stellen.

    Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Fragen „fair“ formuliert sind.

    Das wäre auch ein Schritt in Richtung direkte Demokratie.

  • domiNO

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    Genau. z.B. eine Frage, ob die Westtrasse realisiert werden soll, und eine, ob sie nur für Busse freigegeben werden soll.

  • Veits M.

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    Grundlegende Neuerungen des ÖPNV unerlässlich

    Erinnert nicht die Öffentlichkeitsarbeit der RVV an die der Bahn zu Stuttgart 21?
    Siehe dazu die Sendung ZAPP
    http://www.youtube.com/watch?v=3YUPWqZo2T8
    Und welche Rolle hat die Regensburger Monopol-Zeitung inne?

    Immer wäre die Brücke ein vermeidbarer Eingriff in das Welterbe, in gewachsene Quartiersstrukturen. Seit der Zeit der OB Meier ist der Antrag auf Unterschutzstellung der Wöhrde nicht verbeschieden.

    Richtig ist, den ÖPNV zu fördern; das ist Konsens in der Stadtgesellschaft.

    Zielführend wäre eine völlig neue ÖPNV-Linienführung tangentieller Art, die an allen Grenzen der historischen Altstadt „andockt“ und – mit Blick auf eine emissionsfreie Altstadt-Mobilität innerhalb zweier Wahlperioden – auf die technische Kreativitität/Know-how und geistige wie körperliche Beweglichkeit der hiesigen Unternehmen (BMW, Bosch etc) und Bürgerschaft baut.

    Das gesamte kolportierte Zahlenwerk des RVV dient nur der Irreführung der Menschen, um von der Notwendigkeit grundlegender Neuerungen des ÖPNV abzulenken; dort sind die Beharrungskräfte nicht zu unterschätzen; geht es doch auch und gerade um die Sicherung von Besitzständen. Daher nehmen diese Kräfte lieber zerstörerische Eingriffe in das geschützte Welterbe in Kauf; gleichzeitig sind sie bemüht, die Bürger auseinander zu dividieren. Dieses „Spiel“ vollzieht sich seit 1996; seit 2008 mit Unterstützung der SPD.

    Es gilt mit Blick in die Zukunft (moderne Mobilität) heute abzuwägen:
    Was würde durch die Westtrasse erreicht?
    Was würde unwiderbringlich zerstört?
    Was ist dem aufgeklärten Bürger und Welterbeschützer an eigener Beweglichkeit zuzumuten, wenn es darum geht, in die 1 x 2 km kleine Altstadt zu gelangen, welchen Gesundheitsinput „erfährt“ er gar, welche Lebensqualität wird ihm zuteil, wenn er für die Erreichbarkeit seines innerstädtischen Ziels 15 Minuten länger einplant?

    Es wären Antworten auf diese und andere Fragen, die unseren Handlungsspielraum auch im Hinblick auf Klimaschutz (als integrierter Teil des zu schützenden Welterbes), Sicherung der Biodiversität und Naherholung erweitern würden.

    Für eine solches Vorgehen bedarf es meiner Meinung nach einer neuen Stadtregierung, neuer Mehrheiten im Rat der Stadt und eine Bürgerschaft, die sich nicht spalten lässt.

  • Pragmatiker

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    @Ulrich Lechte: „Die Zeiten, wo in der Stadt sogar darüber nachgedacht wurde, dass Theater oder das Heuport für 4-spurige Straßen abzureißen, sind lange vorbei.“

    Mit Verlaub: Der Meinung bin ich ganz und gar nicht. Beispiele für gewissenlosen und einzig profitorientierten Abrisswahn, sprich: dass Schönheit verschwindt und hässlicher Billigschrott entsteht, gibt’s doch genug – gerade aus den letzten paar Jahren.

    Beispiele gefällig? Gern:

    – die Gegend rund um die untere Galgenbergstraße/ehem. T&T-Brauerei, die allmählich aussieht wie ein Trabantenviertel (die würden ja sogar die Mälze & den Kneitinger Garten wegreissen, wenn das irgendwie ginge).

    – die Ganghofersiedlung, in der ein Gutteil des Gesamthausbestandes (nämlich die Häuserreihen im äußeren Ring der Siedling (Boelkestraße etc.) plötzlich keinen Ensembleschutz mehr hatten und – schwupps! – schon waren sie abgerissen und ganz tolle, extrem geschmackvolle 08/15-Flachbauten wurden hingeklatscht

    – Kumpfmühl, das mal ein idyllisches, Garten-betontes Viertel war und wo in den letzten 5-10 Jahren so ziemlich jeder schöne Garten plattgemacht und mit drei Häusern zubetoniert wird (um den Gewinn zu „maximieren“)

    – wer die Augen aufmacht, findet im Stadtgebiet (NICHT in der Altstadt) genug weitere abschreckende Beispiele.

    Das Problem ist: Die Altstadt ist als Touristenmagnet heilig. Was drum herum passiert (da, wo >90% der Regensburger leben), interessiert anscheinend keinen. Regensburg wandelt sich in Windeseile zu einer potthässlichen 08/15-Stadt mit Disneyland im Zentrum.

    Und das tut weh.

  • Indianer

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    Korrekt!
    Und war es nicht Bürgermeister Wolbergs, der laut darüber nachdachte, ob Gelder nicht sinnvoller in den SSV Jahn und in das „Wunschschloss“ Stadion investiert wären als in das Stadttheater? Also, denen ist nichts heilig! Ich wäre da auch vorsichtig! So skrupellos können wir Bürger gar nicht denken, wie unsere Politiker.
    Warum schlucken die Regensburg eigentlich alles? Die lassen sich ja alles bieten. Ist das in anderen Städten auch so?

  • Pragmatiker

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    Spricht mir aus der Seele. Eine hochverschuldete Stadt will nicht in essentielle Infrastruktur (Schulen, Kindergärten, Erhaltung lebenswerter Stadt-Umwelt, etc.) investieren, sondern zig Millionen in ein Fußballstadion (!!!).

    Das, wenn man’s konsequent weiterdenkt, einem drittklassigen Verein mit ein paar tausend sogenannter Fans zugute kommen würde. Schon vergessen? Der Jahn war schon mal mal in der 2. Liga. Sensationell! Eine ganze glorreiche Saison lang. Danach ging’s natürlich sofort wieder nach unten. Lag bestimmt NUR daran, dass das Stadion schon so alt ist…

    Zudem wählt sich der Jahn Vereinsvorsitzende, die öffentlich per Stadionlautsprecher verkünden, sie seien stolz drauf, ihre Stromrechnung nicht zu zahlen – und jetzt soll gefälligst der Bürger dafür aufkommen. Und das am Fließband. Hatte der Jahn in den letzten 20 Jahren eigentlich auch mal einen Präsidenten, der nicht eine eklatante Fehlbesetzung bzw. oberpeinlich war?

    Und so jemandem wollen Wolbergs und die CSU zig Millionen in den Rachen schmeissen. Na super! Und andererseits jammern, dass dem RVV ein paar Fahrgäste fehlen. Na, für DAS Geld könnte man wirklich auch nen Tunnel unter der Donau bauen… dann würde man’s wenigstens nicht ein paar Fußballfans und ihrem banrotten Verein zum Fraße vorwerfen.

  • Pragmatiker

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    Und ehe mich jetzt die Fußballfans lynchen: Ich hab nix gegen Fußball. Schau ich mir gerne an.

    Wenn man’s so macht wie der FCB – wunderbar: Vernünftig wirtschaften, dann kann man auch gerne eine Allianz-Arena bauen. Der FCB ist grundsolide und liegt dem Steuerzahler nicht auf der Tasche.

    Der Jahn hingegen…. ist seh’s noch kommen, dass ich persönlich denen das Stadion co-finanziere, weil die mal wieder pleite sind. NEIN DANKE!

  • Joachim Datko

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    Zu „Veits M. 3. Juli 2011 um 11:17 Uhr … Richtig ist, den ÖPNV zu fördern; das ist Konsens in der Stadtgesellschaft.“

    Woher wollen Sie wissen, was Konsens bezüglich der Förderung des ÖPNV’s ist? Ich fahre extrem häufig mit dem Bus, meinem Lieblingsverkehrsmittel, und trotzdem bin ich für einen Abbau der Subventionen im Nahverkehr.

  • victor lustig

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    @ pragmatiker:

    danke für die aufzählung. sie ist völlig zutreffend.

    nur wenige hundert meter von der altstadt entfernt macht sich in regensburg
    die investorenarchitektur ohne jeglichen gestalterischen anspruch breit.

    das nächste drama sehe ich am donaumarkt und am ehemaligen schlachthof kommen.

  • grace

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    Gentrifizierung heisst der Prozess, der wohl seit einiger Zeit in R abläuft.

  • Indianer

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    Man kann auch sagen: Bevölkerungsaustausch.
    Vertreibung wäre das richtigere Wort. BMW-, MR- und Krones-Arbeiter holen, in die Schuhschachtelarchitektur stecken, „Eingeborene“ vergraulen. Nix gegen BMW-, MR- und Krones-Arbeiter, wohlgemerkt, willkommen!
    Aber Identität ist für Stadtplaner und deren Bosse (Schaidinger & Co.) ein Fremdwort.

  • Radlertölpel

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    Ich hab ja, wie ihr alle wißt auch schon mal zu der Anzahl der Busse, die täglich die Steinerne überqueerten künstlerisch bearbeitet und bin vor 4 Jahren 242 x radrüttelzeichnend jeden Augenblick notierend langsam hoch und schnell wieder heruntergeradelt…. jetzt kann man sich auch endlich den Film dazu ansehen.
    http://jakob-friedl.de/?p=1062
    Schon meine Eröffnungsrede strotzte nur so vor Zahlen mit vielen Nullern.
    Ersatztrasse für Ersatzbürger!

  • grace

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    Man fragt sich also schon, obs mit dieser zunehmend von Besessenheit gekennzeichneten Ersatzbrückengeschichte bloss darum geht, die Steinerne für stadtgeführte Tourihorden (uuiii, only making panoramapictures…) und die unsäglichen motorisierten Schneewittchensärge freizubekommen.

  • Veits M.

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    Ich meine:
    Es geht um das Bauen an sich! Um die Vergabe von Aufträgen!

    Es geht nicht um den ÖPNV.

    Denn der funktioniert ja leidlich; aber man könnte ihn verbessern, auf allen Linien, mit allem Komfort etc., wenn ein entsprechender politischer Wille zur (tangentialen) Veränderung des Linienverlaufs vorhanden wäre.

    Aber man starrt wie die Schlange gebannt auf die – eine – Ersatztrasse.
    Allein dieses Wort suggeriert, dass „Ersatz“ gerade dieser Art benötigt wird. Wie phantasierarm!

    Nochmal:
    Warum rüstet man den ÖPNV nicht anderweitig auf und fährt eine entsprechende Werbe-Kampagne, mit Park&Ride an allen(!) Rändern der Altstadt, mit komfortablen (kurz- und mittelfristig) emissionsfreien, dezentralen Umsteige-, Fahr-, Rad- und Gehpassagen hinein ins Erbe der Menschheit !!??

  • grace

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    warum?
    Weil uns die Politik glauben machen möchte, dass Regensburg nicht nur eine „Steinerne Stadt“ sei –
    wobei mir gleich „Betonköpfe“ einfällt,- sondern auch eine „Autostadt“.
    Zuallererst aber eine Weltkulturerbestadt, der sich alles andere unterzuordnen hat.
    Wozu?
    Nimmt man die beiden anderen Protagonisten der Regensburger Stadtgesellschaft, Fürstenhaus und Bischof,
    so scheint mir:
    Fürstin und Bischof haben ihren Platz in den Geschichtsbüchern schon sicher, eben weil es sie immer schon gab und immer geben wird und nicht nur für eine Wahlperiode und sie als „selbstleuchtende Sterne“
    nicht beim Volk um Anerkennung buhlen müssen.
    Die „weltliche Macht“ jedoch -ein Oberbürgermeister etwa- steht (historisch) immer einige Klassen unter denen und wird bald mit seinen Namen und Taten dem Vergessen anheim fallen.
    Wie will man da als OB dagegenhalten?

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