„Mit uns können Sie reden!“

Seit 30 Jahren unterstützt pro familia Regensburg e. V. „vor Ort“ durch Beratung auf Augenhöhe

Teamfoto pro familia Regensburg 04.05.2016
Regensburg. Die entscheidende Erleichterung im Notfall!. SIE ist 18 Jahre jung und befindet sich mitten in ihrer kaufmännischen Ausbildung. ER, 20 Jahre, studiert im 2. Semester an der Hochschule Regensburg. Ein lauer, frühsommerlicher Freitagabend: Das junge Paar genießt die Zweisamkeit ihrer noch so frischen Liebe – solange, bis die Realität die beiden urplötzlich von „Wolke 7“ holt. Verhütungspanne! Auf den Punkt gebracht? Das Kondom ist geplatzt. Und jetzt? Anstatt in Panik zu verfallen, steht für SIE (und IHN) fest: die derzeit einzige vernünftige Lösung für das Malheur ist, die Einnahme der Pille danach – innerhalb von 48 Stunden als Notfallverhütung. Seit März 2015 ist dies auch an einem Freitagabend – wenn sich die meisten Arztpraxen schon längst ins Wochenende verabschiedet haben – machbar und einfach möglich. In der zuständigen Notfall-Apotheke zwei Straßenecken weiter, erlangt das Pärchen nach einem kurzen, diskreten Beratungsgespräch, schließlich die Pille danach – rezeptfrei.

Aus Gewissensgründen abgelehnt
Noch vor gut einem Jahr aber wäre dies ein weitaus schwierigeres Unterfangen für das Paar gewesen: Da gab es die Pille danach nämlich nur auf Rezept. Und die Einnahme muss innerhalb von 48 Stunden erfolgen, sonst wirkt das Medikament nicht mehr. Schätzungen zufolge passiert über 2,4 Millionen Frauen allein in Deutschland pro Jahr eine Verhütungspanne wie diese. Dabei gilt aber auch heute noch „je schneller die Pille danach nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird, umso sicherer wirkt sie“, weiß Sabine Balan, Geschäftsführerin von pro familia Regensburg e. V. „Bevor sie rezeptfrei wurde, gab es nicht wenige Fälle, dass betroffene Frauen von Ärzten im ambulanten Notfalldienst, in Krankenhäusern oder Kliniken „aus Gewissensgründen“ abgelehnt oder mindestens mit einem demütigenden Spruch abgefertigt wurden.“ Anders ist das übrigens schon seit Jahren und Jahrzehnten in Frankreich, Schweiz Belgien, Dänemark, Großbritannien und weiteren zwanzig europäischen Ländern, in denen es die Pille danach – schon längst – direkt in den Apotheken zu kaufen gab. Und Deutschland? Schickte die Frauen „im Notfall“ weiterhin erstmal zum Arzt.

Ein großer Erfolg im Sinne der Selbstbestimmung
Auch dem Einsatz von pro familia ist es zu verdanken, dass die Rezeptpflicht für die Pille danach abgeschafft wurde. „Es waren heftige Diskussionen bis der Bundesrat, auf Druck der EU-Kommission, schließlich doch zugestimmte: seit 16. März 2015 gibt es die Pille danach in allen deutschen Apotheken ohne Rezept zu kaufen – nicht aber online“, so Sabine Balan stolz. „Für die Frau bedeutet das unumstritten eine entscheidende Erleichterung im Notfall.“

Dieser jüngste Erfolg von pro familia ist (lediglich) ein Beispiel, wofür die Institution steht und wie sie eben „tickt“: Im zentralen Mittelpunkt eines jeden Handels setzt pro familia auf „Selbstbestimmung der Betroffenen und das Recht der Frau, eine eigene souveräne Entscheidung zu treffen“.
pro familia ist anders
Liebe, Sexualität und Partnerschaft, Schwangerschaft und Geburt, Verhütung und Familienplanung, Aufklärung und Prävention – das sind die Themen, zu denen pro familia seit 30 Jahren Ratsuchenden in Regensburg und Umgebung Information und professionelle Beratung anbietet. Ausgehend von einem Menschenbild, in dessen Mittelpunkt die Freiheit des Menschen in eigener Verantwortung, die Achtung der Menschenwürde und das Leitbild sozialer Gerechtigkeit stehen.

pro familia unterscheidet sich durch die weltanschaulich neutrale Beratung von anderen Einrichtungen. Als führender Fachverband zu Sexualität, Partnerschaft und Familienplanung ergänzt die Institution das Angebot vor Ort. Die Pluralität des Angebots hält die Geschäftsführerin dabei jedoch für sehr wichtig: „Regensburg braucht die spezifischen Offerten und Kapazitäten aller bestehenden Beratungs- und Anlaufstellen für Betroffene. Ein Träger alleine könnte das gar nicht abdecken. Generell wünschen wir uns eher ein Mehr an der Gesamtkapazität, um wirklich allen Bedürftigen optimal helfen zu können.“

Dem Menschen ein Gesicht geben
In erster Linie geht es bei pro familia immer um die ganzheitliche Selbstbestimmung des betroffenen und hilfesuchenden Menschen: um diejenige Person, die die ganze Verantwortung und die vollen Konsequenzen der Entscheidung „dem Tun oder Nicht-Tun“ zu tragen hat. „Kein Mensch ist gleich. Keine Situation. Kein Moment. Es ist das Wichtigste, den Betroffenen als Individuum zu sehen. Dem Menschen ein Gesicht geben – um jeden einzelnen genau die Hilfestellung geben zu können, die er braucht“, betont Elke Werle, die fachliche Leiterin der Beratungsstelle. „So beraten und begleiten wir frei von jeglichen konfessionellen, weltanschaulichen oder anderen Hintergründen – und dass seit 30 Jahren auch in Regensburg.“

Seit drei Jahrzehnten in Regensburg und „gefragt wie nie zuvor“
Neben der Geschäftsführerin besteht das multiprofessionelle Team in Regensburg aus Diplom-Sozialpädagoginnen, Diplom-Pädagoginnen sowie weitern Fachkräften für sexuelle Bildung und Verwaltung. „Alle Mitarbeiter sind fest angestellt“, sagt Ingrid Pfreimer, langjährige Mitarbeiterin von pro familia.
Das war jedoch nicht immer so: Die ersten 15 Jahre gab es pro familia in Regensburg auf rein ehrenamtlicher Basis, seit 2001 aber ist die Beratungsstelle staatlich anerkannt – und kooperiert eng mit Ärzten, Hebammen, Rechtsanwälten und anderen Fachkräften (w/m). Schwangerschaftsberatung ist ein weites Feld: Neben Fragen zu körperlichen Veränderungen, zu Versorgungsleistungen für Schwangere und zur Pränatal-Diagnostik, nehmen die Informationen über finanzielle Leistungen für Schwangere und junge Familien einen immer größeren Raum ein. Dazu kamen in den vergangenen Jahren Aufgaben im Bereich „Frühe Hilfen“ und „Vertrauliche Geburt“. Auch die Beratung von Menschen mit Behinderung ist pro familia ein wichtiges Anliegen.

2016 ist Jubiläumsjahr: gefeiert werden satte 30 Jahre pro familia Regensburg e. V.! Gibt es dazu Festivitäten? „Auf jeden Fall werden wir in der zweiten Jahreshälfte 2016 noch ganz offiziell zu einer Veranstaltung in unsere Räumlichkeiten einladen. Dabei wollen wir die Jubiläumsfeier ganz bewusst im schlanken, offenen Rahmen halten – aber miteinander und inmitten bester Gesellschaft“, verrät die Geschäftsführerin schon mal vorab. Genaueres zum Event wird noch bekannt gegeben.

Der Erfolg von pro familia Regensburg e. V. spricht für sich. Die Nachfrage und der Bedarf nach unabhängiger Beratung vor Ort steigen in Zeiten, in denen beispielsweise: die Homo-Ehe akzeptiert ist und durch die politischen und die wirtschaftlichen Krisen, Brandherde und Katastrophen immer mehr Menschen – verschiedenster Religionen und Kulturen – ins Land kommen. „Am Puls der Zeit“ braucht Regensburg eine Beratungsstelle wie pro familia dringender denn je. Unumstritten ist, dass pro familia und ihr (Ver-)Dienst in und für Regensburg nicht mehr wegzudenken wäre – nach dem Motto: „Mit uns können SIE reden!“
Über pro familia – „Differenzierung durch unabhängige Beratung“
pro familia steht für die Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e. V. und ist der führende, bundesweite Verband rund um die komplexen Themen Sexualität, Partnerschaft und Familienplanung. Flächendeckend mit 180 Einrichtungen „vor Ort“ und über 1.600 MitarbeiterInnen, bildet pro familia das größte Beratungs-Netzwerk in Deutschland. Eine Besonderheit ist dabei vor allem auch die interdisziplinäre Arbeitsweise der pro familia Fachexperten. Die Angebote werden jährlich im Durchschnitt von mehr als 200.000 Menschen in Anspruch genommen und pro familia SozialpädagogInnen erreichen weitere ca. 250.000 Kinder und Jugendliche, größtenteils durch die Arbeit in den Schulen. Die gemeinnützige Organisation ist unterteilt in einzelne Landesverbände und operiert mit ihrer föderativen und dezentralen Struktur konfessionell und parteipolitisch völlig unabhängig. Als Mitglied im Deutschen Paritätischer Wohlfahrtsverband (DPWV) und der Internationalen Familienplanungsorganisation (International Planned Parenthood Federation, IPPF), vertritt pro familia das Recht aller Menschen auf Selbstbestimmung und auf Gesundheitsförderung – auch im Bereich von Sexualität und Fruchtbarkeit. pro familia verfolgt keine wirtschaftlichen Interessen und ist allein dem Wohl ihrer Klientinnen und ihrer Klienten verpflichtet.

Über pro familia Regensburg e. V. –„Wir helfen in jeder Beziehung“
Seit 30 Jahren steht pro familia in Regensburg als unabhängiger Ansprechpartner zur Verfügung – mit einer kompetenten Beratung „vor Ort“. pro familia Regensburg e. V. ist dabei Träger der staatlich anerkannten Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen und ihrer verschiedenen, ergänzenden Fachangebote. „Am Puls der Zeit“ stets abgestimmt auf den lokalen und regionalen Bedarf, werden Einzel- und Paargespräche, Information in Form von Broschüren und Veranstaltungen sowie pädagogischen Fachkräften Fortbildungen und Gespräche angeboten. Die langjährigen und fachlich erfahrenen MitarbeiterInnen orientieren sich stets an den Fragen und Bedürfnissen ihrer Klientinnen und Klienten – immer im Sinne der Betroffenen. In unmittelbarer Zusammenarbeit mit ÄrtzInnen, Hebammen, RechtsanwältInnen und vielen weiteren SpezialistInnen, informieren, helfen und begleiten sie Jugendliche und Erwachsene zu Schwangerschaft, Schwangerschaftskonflikt, Sexualität, Partnerschaft, Familienplanung und unerfülltem Kinderwunsch: professionell, persönlich, kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym. Selbstverständlich unterliegen alle MitarbeiterInnen der Schweigepflicht. Gefördert und bezuschusst wird die Beratungsstelle in Regensburg aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, der Stadt und dem Landkreis Regensburg, den Landkreisen Cham und Neumarkt i. d. Oberpfalz. Als Träger ist der pro familia Regensburg e. V. zudem verpflichtet, die Beratungsstelle mit einem Eigenanteil zu finanzieren. Diese Geldmittel muss der Verein über Mitgliedschaften und Spenden akquirieren.

Bitte besuchen Sie pro familia Regensburg e. V. im Internet unter www.profamilia.de/regensburg. Weiterführende, allgemeine Informationen erhalten Interessierte online unter www.profamilia.de.


Im Anhang finden Sie das Team-Foto von pro familia Regensburg.
Die Teammitglieder sind (von links nach rechts): Elke Werle (fachliche Leiterin der Beratungsstelle), Ingrid Pfreimer (Beraterin), Regina Lohde (Verwaltung), Claudia Alkofer (Beraterin), Stefanie Aumer (Beraterin), Sabine Balan (Geschäftsführerin), Angela Guggenberger (Verwaltung).
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Bei Bedarf stellen wir Ihnen selbstverständlich sehr gerne weiteres, hochauflösendes Bildmaterial zur Verfügung.

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
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