27 Mai2013
Ehemalige Regensburger Burschenschaft macht Schlagzeilen
Robbin und die rechten Burschen
Wegen eines Vortrags bei einer Rechtsaußen-Burschenschaft mit diversen Neonazi-Gewächsen steht ein Berliner CDU-Politiker im Zwielicht. Dass man mit einer Einladung der einst in Regensburg ansässigen Prager Burschenschaft Teutonia auch anders umgehen kann und wen diese Burschenschaft so verehrt und hervorgebracht hat, hat Regensburg Digital 2009 dokumentiert.
Dort ist Herr Steuerwald Chef des Altherrenverbandes. Und alte wie junge Teutonen echauffieren sich derzeit darüber, dass Afghanistan-Experte Dr. Reinhard Erös sich von ihrer Burschenschaft distanziert hat. Einen Vortrag, zu dem die Teutonia lud, ließ Erös platzen.
Eine Sauerei, denkt sich da der Teutone. Hätte Erös sich doch einreihen können in einen erlauchten Referentenkreis, der vom Rechtsaußenpublizisten Jürgen Schwab bis zum „Nationalrevolutionär“ Götz Kubitschek reicht. Doch nicht nur unter den Referenten, auch unter den „Vasallen der Demokratie“ selbst findet sich erlesenes Personal. Seien es nun alte Herren oder junge Burschen.
„Mit 6 Millionen Juden, da fängt der Spaß erst an, bis 6 Millionen Juden, da ist der Ofen an.(…), wir haben reichlich Zyklon B., (…) bei 6 Millionen Juden, ist noch lange nicht Schluss.“ Michael Müller („Liedermacher Michael“), 2009 verstorbener „Alter Herr“ der Prager Burschenschaft TeutoniaWas haben der Afghanistan-Experte Dr. Reinhard Erös und der Berliner CDU-Politiker Robbin Juhnke gemeinsam? Beide waren von der Prager Burschenschaft Teutonia eingeladen worden, einen Vortrag zu halten. Während Erös den Vortrag in Regensburg absagte und die Prager Teutonen als rechtsextrem bezeichnete, ließ sich Juhnke – innenpolitischer Sprecher der Berliner CDU-Fraktion – nicht beirren und sagte zu. Innensenator Frank Henkel wollte zu dem Vorgang und der Burschenschaft „keine Bewertung“ abgeben. Aus diesem Anlass veröffentlichen wir Auszüge eines 2009 erschienen Artikels über die – zwischenzeitlich nach Würzburg verzogenen – Teutonen.
Vasallen der Demokratie?
„Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte.“ Diese Zeilen eines Gedichts von Ernst Moritz Arndt finden sich auf einem Flugblatt, das die „treusten Vasallen der Demokratie“ vor ein paar Jahren an der Uni Regensburg verteilt haben. Die „treusten Vasallen der Demokratie“ – so nennt Wolfram M. Steuerwald laut einem Bericht der Mittelbayerischen Zeitung die Prager Burschenschaft Teutonia.
R. Werner
| #
“Der Gott der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte!”
Diesen Spruch trugen Ende der 90er auch Nazi-Figuren vom “Thüringer Heimatschutz” auf Transparenten vor sich her. Die NSU-Killer Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe waren dabei.
Ernst Moritz Arndt hat sich diesen deutsch-völkischen Spruch Anfang des 19. Jh. in seinem manischen Franzosen – bzw. Napoleon-Hass ausgedacht.
In Regensburg wird diese antinapoleonische Tradition bekanntlich nicht nur von Burschenschaften, sondern auch von einem städtischen Referenten gepflegt.
Twix Raider
| #
…und immer, wenn man diesen Möchtegerniluminaten auf den Zahn fühlt, wird das Hambacher Fest und anderer historisch bewährter Patriotismus hervorgekramt. Bin ja mal gespannt, wann die ersten Burschen in der Subkultur des Steampunk auftauchen, diese Spielart des ohnehin schon unterwanderten Gothic (siehe WGT in Leipzig) ist ja wie für sie gemacht. Vor allem, da man dort Künstlernamen benutzt und das Gestern als virtuelles Ideal Programm ist, da fällt Professor Unrat nicht so schnell auf. Man bastelt an Spielzeugwaffen und lässt nebenher Sprüche wie “Support our troops!” fallen:
http://daily-steampunk.com/steampunk-deutschland/2013/04/20/steampunk-an-der-tu-dortmund/
[anita_f.]
| #
Auch gut waren die Reaktionen darauf:
… Entrüstet vermeldete daraufhin der „alte Teutone“ Dr. Hans F. Behnsen, dies sei nur das Ergebnis „zielgerichteter Primitivpropaganda einer stadtbekannten extrem links-chaotischen Truppe. (Antifa)“….
http://anitaf.blogsport.de/2009/02/06/mit-schaerpe-und-muetzchen/
user
| #
interessanter Artikel