Hans-Olaf Henkel im Leeren Beutel

Rückwärts auf Geisterfahrt

Am Freitag kam Hans-Olaf Henkel, stellvertretender Sprecher der Alternativen für Deutschland (AfD), in den Leeren Beutel, um über „Vernunft, Anstand und Toleranz“ zu sprechen. Toleriert wurde im Saal aber nicht jeder Besucher.

Hans-Olaf Henkel, ehemaliger BDI-Chef, heute stellvertretender Parteisprecher der AfD: "Ich komme mir vor wie ein Geisterfahrer." Foto: ld.

Hans-Olaf Henkel, ehemaliger BDI-Chef, heute stellvertretender Parteisprecher der AfD: „Ich komme mir vor wie ein Geisterfahrer.“ Foto: ld.

Der Leere Beutel ist voll. Ähnlich wie schon im Mai kann sich die Alternative für Deutschland auch diesmal nicht über fehlenden Zulauf zu ihrer Veranstaltung beklagen.

Doch die Stimmung an diesem Freitagabend ist eine andere als vor einem halben Jahr in der RT-Halle, als Parteisprecher Bernd Lucke im Zuge des Europawahlkampfes Regensburg einen Besuch abstattete. Viele  Zuhörer im Festsaal des Leeren Beutels scheinen der AfD gegenüber nicht unbedingt positiv eingestellt zu sein. Es sind diejenigen, die Hans-Olaf Henkel, stellvertretender AfD-Sprecher und Redner des Abends, nicht applaudieren, die sich am Ende seines Vortrags nicht an den stehenden Ovationen beteiligen.

„Ich komme mir vor wie ein Geisterfahrer“

Henkel, seines Zeichens ehemaliger Präsident des BDI und früherer Industriemanager, stellt gleich zu Beginn fest, dass Regensburg „vielleicht die schönste Stadt Deutschlands“ sei und die Regensburgerin Verena Brüdigam, Mitglied im Bundesvorstand der Partei, „noch viel schöner“ als auf den Wahlplakaten. Der 74-Jährige käme sich ob seines politischen Engagements in der AfD übrigens oft wie ein „Geisterfahrer“ vor. Schließlich kämen ihm allzu viele ehemalige Politiker wie Roland Koch oder Dirk Niebel entgegengefahren, wenn sie in die Wirtschaft wechselten.

In seinem etwa einstündigen Vortrag will Henkel über „Vernunft, Anstand, Toleranz“ sprechen. Begriffe, die der AfD-Europaabgeordnete teils recht einseitig mit Leben füllt. Lange Zeit verbringt er damit, Medien, Journalisten und „Altparteien“ ihren „unfairen und intoleranten“ Umgang mit seiner Partei vorzuhalten. „Irgendwie hat man mit vernünftigen Leuten nicht gern zu tun“, vermutet Henkel.

Henkel sprach am Freitagabend im gut gefüllten Festsaal des Leeren Beutels. Foto: ld.

Henkel sprach am Freitagabend im gut gefüllten Festsaal des Leeren Beutels. Foto: ld.

„Schäuble ist vielleicht selbst eine schwarze Null“

Dabei ist er selbst nicht eben zimperlich, wenn es ums Austeilen geht. „Die Journalisten“ findet er zum großen Teil „unanständig“, die Partei Die Linke rutsche „mit Frau Wagenknecht in Richtung Josef Stalin“, Asylbewerber hätten „Tage, Monate und Jahre nichts zu tun und schleichen um die Häuserblocks“, während sie im Asylverfahren festhingen – „zum großen Teil selbstverschuldet“. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble fordere nicht nur, sondern sei vielleicht auch selber eine  „schwarze Null“.

Etwa 80 Gegendemonstranten zeigten gegen die AfD-Veranstaltung Präsenz. Foto: ld.

Etwa 80 Gegendemonstranten zeigten gegen die AfD-Veranstaltung Präsenz. Foto: ld.

Mit Schäuble bringt er auch die gut 80 Gegendemonstranten in Verbindung, die vor Beginn der AfD-Veranstaltung deren Besucher mit Sprechchören wie „Wer dem Henkel applaudiert wär‘ 33 mitmarschiert“ oder „AfD – rechtes Pack – ganz Regensburg hat euch satt“ begrüßen. Sie seien Schäubles „wahre Opfer, wenn er behauptet, wir seien eine Schande für Deutschland“, so Henkel.

Christoph Schikora von der AfD Regensburg hinderte einen Journalisten, den die Ordner nicht in den Festsaal einlassen wollten, am Filmen. Foto: Redaktion.

Christoph Schikora von der AfD Regensburg hinderte einen Journalisten, den die Ordner nicht in den Festsaal einlassen wollten, am Filmen. Foto: Redaktion.

Journalist wird nicht eingelassen und am Filmen gehindert

In den Veranstaltungssaal haben es nur wenige Gegendemonstranten geschafft – in den Leeren Beutel werden dennoch die meisten von ihnen eingelassen. Schließlich findet parallel zum AfD-Vortrag in der Filmgalerie das Queer-Filmfest statt und das Restaurant von Winfried Freisleben, der im Foyer für mehr Toleranz aller Beteiligten – insbesondere der AfD-Ordner – plädiert, gibt es schließlich auch noch.

Diese Ordner der Partei sorgen dann auch dafür, dass nur wohlfeiles Publikum in den Festsaal eingelassen wird. Sogar einem Journalisten wird trotz Presseausweis nach Rücksprache mit einem Polizeibeamten, der ihn kurzerhand als „bekannt“ brandmarkt, der Einlass verwehrt. Im Bereich vor dem Festsaal wird er später vom 2. Stellvertretenden Vorsitzenden des AfD-Kreisverbands, Christoph Schikora, und einem Ordner auch am Filmen gehindert.

Begleitend zur AfD-Veranstaltung veranstalteten die Jusos auch ein Quiz am Dachauplatz, bei denen Zitate der AfD oder der NPD zugeordnet werden mussten. Foto: ld.

Begleitend zur AfD-Veranstaltung veranstalteten die Jusos auch ein Quiz am Dachauplatz, bei denen Zitate der AfD oder der NPD zugeordnet werden mussten. Foto: ld.

„Das liegt doch aber nicht an mir!“

Eine Fragerunde nach dem Vortrag von Hans-Olaf Henkel gibt es nicht. Dabei gäbe es bei einigen Punkten vielleicht Diskussionsbedarf. So zum Beispiel bei seiner Behauptung, sämtliche Parteien und die gesamte deutsche Gesellschaft seien in den vergangenen Jahren „nach links gegangen“, sodass er, Henkel, der immer in der politischen Mitte gewesen sei, plötzlich rechts stehe. „Das liegt doch aber nicht an mir!“

Auch Henkels Einlassungen zum Euro mag der ein oder andere Zuhörer diskussionswürdig finden. Die Eurozone ist für den ehemaligen Wirtschaftsmanager „zu einem langanhaltenden Siechtum verurteilt“, eine „Sozialisierung der europäischen Sozialversicherungssysteme“ werde längst angestrebt. Er spricht von „ausgabefreudigen Politikern im Süden Europas“, „Euromantikern“ und davon, dass mit Großbritannien bald „das letzte Land mit gesundem Menschenverstand Brüssel verlasse.“

Die Gegendemonstranten bauten im Foyer des Leeren Beutels ein kleines "Kunstwerk". Foto: ld.

Die Gegendemonstranten bastelten im Foyer des Leeren Beutels ein kleines „Kunstwerk“. Foto: ld.

„Da bin ich gern rückwärtsgewandt“

Im Zuge dieser „unvernünftigen Europolitik“ lasse sich Henkel auch gern den Vorwurf gefallen, er und seine Partei seien rückwärtsgewandt. Wer nach München fahren wolle und auf dem Weg dorthin plötzlich feststelle, dass er Richtung Norddeutschland unterwegs sei, der kehre doch schließlich auch um. „Da bin ich gern rückwärtsgewandt. Genau das ist jetzt nötig.“

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Kommentare (19)

  • Jeanette Kamrowski

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    Der Artikel ist sehr aussagekräftig, beinhaltet denoch das Thema Europa und speziell den Euro nur unzureichend.
    Das die südeuropäischen Länder massiv unter der einbrechenden Wirtschaft und hoher Jugendarbeitslosigeit leiden, mit ausgelöst durch eine starke Eurowährung, den Verlust der Abwertung und widriger gesamtwirtschaftlichen Umständen. Europa ein Wachstum von 0,7% hin nehmen muß, der Rest der Welt über 2 %. Das alle europäischen Sparer jetzt dafür haften, wenn die Schulden nicht bezahlt werden. Das ganz Europa und seine Menschen darunter leiden und es dazu keine Alternative geben soll. Das die Meinung über Deutschlands in Europa empfindlich gestöhrt ist. Das die Kanzlerin nur mit massiven Polizeischutz in Südeuropa reisen kann……………………………………….
    Ja, es ist „sehr wichtig“ das eine einzelne Person die, die Veranstaltung „friedlich“ besuchen wollte nicht rein kam. Jeder der sich nicht im Vorfeld auffällig oder abwerten verhalten hat, wurde am Zutritt nicht gehindert. Dem Publikum, das teilweise bis zu 3 Std. anreiste, sollte man „auf jeden Fall“ zumuten das die Veranstaltung gestört, ja noch besser verboten gehört, selbst Schuld, wenn man „diesen AfD Henkel“ hören möchte. Auch nachvollziehbar ist das Menschen die sich monatelang in ihrer Freizeit um die Ausrichtung der Veranstaltung kümmerten, „nicht wollen können“ das diese reibungslos verläuft. Es gibt in der AfD Menschen, die sich nach der Veranstaltung einigen Demonstranten gestellt haben und auch Gespräche führten und damit für Verwierrung gesorgt haben, da „das rechte Pack“ sowas nicht machen kann. Wir sind besorgte, eigenständig handelte und denkende europäische Bürger (kein wohlfeines Publikum).
    Es gibt in der AfD auch Menschen, die auf das Urteil eines Polizisten hören, weil sie wissen das diese ihren Job erledigen und nicht leichtfertig Menschen verurteilen, sondern ihren Kopf hin halten wenn es die Situation erfordert. Das verstehe ich unter Vernunft, Anstand und Toleranz.

  • Rosamunde

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    Henkel bekennt sich offen FÜR eine Öffnung der Ehe auch für Homosexuelle wie in Frankreich.

  • Stefan Aigner

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    @Rosamunde

    Ich habe noch nie so eine verzerrende Zitierung eines bei uns erschienen Textes erlebt.

  • Joachim Datko

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    Eine sehr gute Veranstaltung!

    Ich war ab 18 Uhr im leeren Beutel. Der Vortrag von Herrn Henkel war sehr gut, auch im Vergleich zu manch einer anderen politischen Veranstaltung. Die Störungen von der Linken waren unwesentlich. Ich bin im hinteren Teil des Vortragsraums gesessen und habe von den Zuhörern viel Wohlwollen gegenüber dem Vortragenden und der AfD festgestellt.

    ##
    Auch in meiner Jugend, vor Jahrzehnten, gab es eine linke Szene in Regensburg, die unbedingt Zoff machen wollte. Sie wollte uns mit den Errungenschaften des Sozialismus beglücken. Heute wissen die damaligen Aktivisten, dass die Sowjetunion und die DDR menschenverachtende Systeme waren.

  • Feministin

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    Herr Datko, stehst du auf das Wirtschaftspolitischeprogramm der AfD? Wie sieht es mit der Homophobie und Frauenfeindlichkeit sowie dem Kulturalismus aus? Kannst du dich damit auch identifizieren?

  • Rosco Runners

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    Eine wieder einmal gelungene Veranstaltung der AFD! Die peinlichen „Demonstranten“ haben am Ende niemanden wirklich interssiert! Das Niveau dieser Demonstranten (zumindest lassen die Aktionen drauf schließen) war dafür aber auch vermutlich zu nieder, als das man hätte darauf eingehen müssen.

  • Andreas

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    Und wieder muss ich sagen, wir leben in einem Bundesland in dem die CSU seit jahren( meist) alleine regiert und jetzt wird aufgeschrien weil die AfD vermeintlich homophob oder ausländefeindlich ist ? Wieso Angst vor 10% der Afd und keine Angst vor 50%+ der CSU?
    Bei er AfD ist grundsätlich alles schwammig und kann man nicht ernst nehmen, so die Kritiker.
    Kalte Progression usw. alles Wahlversprechen die verschwunden sind.
    Eine Merkel nimmt sogut wie gar keine Stellung zu irgendwas und sitzt alles aus bis rum ist. Das alles ist nicht schwammig ?
    Alles was die AfD sich an Kritik anhören muss, gilt nicht für die etablierten Parteien.
    Dabei gehts mir jetzt weniger um die AfD sondern um die Bewertung der Parteien allgemein. Bei der einen is es ok, bei der andern ist jedes Wort untragbar und muss bekämpft werden.
    Nicht nachvollziehbar

  • Berger

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    Was bezweckt die Redaktion eigentlich mit der Auswahl ihrer Bilder?

  • Stefan Aigner

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    @Berger

    Steht eigentlich dabei, aber welche Verschwörungstheorie darf es denn sein?

  • Jens

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    @ Feministin
    Nur weil man nicht alles super-duper-toll findet was in der heutigen Zeit scheinbar „in“ ist, heißt das deswegen nicht das man dem auch automatisch feindlich gegenüber steht.
    Man kann doch nicht auf der einen Seite von Toleranz und Pluralität reden und auf der anderen Seite alle Andersdenkenden verurteilen und beschimpfen.

    WOW doch ganze 80 Gegendemonstranten. Diese „breiten Bündnisse“ sind wirklich weltbewegend! ;-)

  • Feministin

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    Danke für deine Belehrungen, Jens. Meine Frage wurde damit aber nicht beantwortet. naja, die ging ja auch an Datko.

  • Dubh

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    @Jens

    Aber klar doch, man muss einfach offen und tolerant gegenüber dem Wunsch nach einer rassistisch/sexistischen Diktatur mit Wahlrecht nur noch für „Leistungsträger“ sein, – was sonst?!

    Leistungsträger sind übrigens die, die sich hier Billiglöhner und sonstige Subventionen von den kleinen Einkommens – und Umsatzsteuerzahlern (jeder, auch Hartzler etc. ) finanzieren lassen, um ihre Gewinne zu mehren und selber ihre Firmensitze dahin zu verlegen, wo nichts oder fast nichts an Steuern anfällt.

    Jawoll, man muss komplett tolerant dem gegenüber sein, dass die es sich leisten absolut nichts für das Gemeinwohl zu leisten.

    Ich hoffe du hat entsprechend viel Vermögen, dass du dir das auch leisten kannst

  • Robi

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    Die Kernforderung der AfD besteht (bestand ??) doch darin, dass Deutschland die EURO-Zone verlassen soll. Auch wenn ich keine betriebswirtschaftliche Ausbildung „genossen“ habe, habe ich dazu eine persönliche Meinung:
    Deutschland profitiert doch selbst am Meisten davon, Mitglied der EURO-Zone zu sein, da auch die meisten deutschen Waren in den EURO-Raum verkauft werden.
    Würde Deutschland wieder die DM einführen, hätte das zur Folge, dass die Mark gegenüber dem EURO (der dann noch verbliebenen ärmeren Ländern) massiv aufgewertet werden würde, wodurch deutsche Waren für Europas Süden unerschwinglich teuer werden würden – das wiederum hätte zur Folge, dass Deutschland wohl massive Einbußen im europäischen Handel hinnehmen müßte und für sich selbst eine gefährliche Abwärtsspirale auslösen würde.
    Dass diese Forderung der AfD von den konservativen Parteien bis zum Linken Spektrum bisher niemand ernshaft als Option in Erwägung gezogen hat, verwundert mich nicht, da sie auch für den Laien erkennbar, eine politische Eselei ist – und dazu muss man nicht einmal ein Linker sein.
    Für mich ist schon allein deshalb die AfD keine Alternative und was bleibt von der AfD ohne dieser Forderung?
    Ich wundere mich manchmal, dass dieser Gesichtspunkt in den Foren so wenig thematisiert wird und sich die Gegner der AfD lieber in den – mitunter unappetitlichen – Nebenschauplätzen verheddern.

  • Hans

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    Ich persönlich würde mir wünschen, dass man AfD oder sonstige Wutbürger-Phänome ala KenFM, Todenhöfer, Kopp-Verlag usw… vordringlich inhaltlich auseinandernimmt und faktisch widerlegt. Diese Mühe machen sich die wenigsten Journalisten, obwohl deren Berufsstand doch am häufigsten von dieser Seite in der Kritik steht.
    Das kommt mir auch hier zu kurz, das Interview ist allenfalls teilweise entlarvend. Stattdessen wurde ausgiebig über die Saalvergabe berichtet.
    Das spielt aus meiner Sicht eher der AfD in die Hand und kann so nicht gewollt sein.

  • Anselm Marquardt

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    @Feministin (? – Alice Schwarzer is doch megaout) & Co:
    Ich war auch interessehalber in der AfD-Veranstaltung im Leeren Beutel und bin mit einem durchweg POSITIVEN Eindruck da wieder rausgegangen. Der Vortrag selbst war klar strukturiert, definitiv durchweg sachbezogen, argumentativ in nahezu jedem Punkt untermauert und bei den Anwesenden von breiter Zustimmung getragen. Ohne Namen nennen zu wollen: Aber viele sog. etablierte Parteien würden zweifellos viel darum geben, auch nur annähernd gleichermaßen kompetente, integre und vorzeigbare Persönlichkeiten wie Hans-Olaf Henkel ans Rednerpult schicken zu können. Im Gegensatz zum wirre Parolen plärrenden und ganz offensichtlich teilweise alkoholisierten (etliche mussten sich offenbar vorher noch Mut – nicht zur Wahrheit – antrinken ;) winzigen Häuflein notorischer Krawallmacher draußen haben die m. E. durchweg gebildeten Zuhörer vor, während und nach der Veranstaltung mit ungleich höherem Niveau und unstrittigem Anstand gepunktet. Und warum hätte man sich auch von so einem aufgehetzten Mob – man kann es nach so einem unterirdischen Verhalten einfach nicht anders bezeichnen – auch provozieren lassen sollen. Auf genau das hatten man es von dieser Seite doch abgesehen: „Schauts her, die Nazis, uns als unbescholtene Stadtbürger hams beleidigt und bedroht!“ Nix dergleich ist vorgefallen – im Gegenteil: Die Zuhörer hatten – soweit ich erkennen konnte – ausnahmslos den Anstand, auf das animalisch anmutende Gegröle erst gar nicht zu reagieren, sondern allenfalls peinlich berührt darüber den Kopf zu schütteln und wortlos weiterzugehen. Perspektivisch kann man dazu nur sagen, dass sich wohl schon mittelfristig nicht modisch-opportune Political Correctness, sondern gesellschaftlich tagtäglich erlebbare Wahrheit auch in Regensburg durchsetzen wird. Genauso wie verhaltensmäßiges Niveau, inhaltliche Qualität und wahrheitsorientierte Zielsetzung die Oberhand über abstoßende Primitivität, plumpe Billigpropaganda und weltfremde Phantastereien behalten wird. Oder um es kurz in die Worten des Vortragenden Henkel zu fassen: „Sie werden uns nicht mehr los!“ ;) Und dass #regensburg-digital.de – auch wenn schon schon immer links beheimatet – hier mehr als tendenziös auf den Zug „Hetzkampagane gegen die AfD“ mit aufspringt, ist – nebenher angemerkt – eines selbsternannt kritisch-objektiven Journalismus´ auch alles andere als würdig.

  • Wolfgang

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    @Anselm

    „sondern gesellschaftlich tagtäglich erlebbare Wahrheit auch in Regensburg durchsetzen wird. Genauso wie verhaltensmäßiges Niveau, inhaltliche Qualität und wahrheitsorientierte Zielsetzung die Oberhand“

    Das würde ich mir auch wünschen, dann wäre man die AfD nämlich wieder los. Mit der Wahrheit nimmt man es wie alle anderen Parteien dort auch nicht sonderlich genau. Ausser Wahrheit bedeutet bei Ihnen automatisch die eigene Meinung.

    Ansonsten finde ich diese Pöbeleien auch ziemlich peinlich. Zum einen besuchen auch AfD-Kritiker ohne Presseausweise solche Veranstaltungen, zum anderen funktionieren solche Taktiken vielleicht bei der NPD, bei der AfD sicher nicht. Das ist eine andere Zielgruppe, die sich so allerhöchstens noch bestätigt fühlt.

  • AfD: Mehr Spielraum für extreme Rechte » Regensburg Digital

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    […] In Regensburg trifft sich derweil der Kreisverband immer noch alle zwei Wochen im Prüfeninger Schlossgarten. Auch hier scheint es, ähnlich wie in Weiden, als habe die Spaltung keine Auswirkungen. Drei von vier Vorständen sind noch aktiv. Unter ihnen auch Christoph Schikora, der bei der Veranstaltung mit Olaf Henkel äußert aggressiv und handgreiflich gegen GegendemonstrantInnen und einem Journalisten vorgegangen … […]

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