Posse

Schaidinger-Porträt geleakt?

Der Altoberbürgermeister und die Tageszeitung streiten sich über sein Porträt. Wir befeuern die Gerüchteküche.

Das Schaidinger-Porträt: ein mit Sicherheit falscher Zwischenstand...

Das Schaidinger-Porträt: ein mit Sicherheit falscher Zwischenstand…

„Das Porträt ist sicher nicht billig, aber das war so mit der Fraktionsvorsitzentenkonferenz abgesprochen und wir haben das so mitgetragen. Daran gibt es von mir überhaupt keine Kritik.“ Das sagt Oberbürgermeister Joachim Wolbergs zu einem Thema, dass der städtischen Ahnengalerie so viel Aufmerksamkeit beschert wie noch nie zuvor: der Posse um das Porträt von Altoberbürgermeister Hans Schaidinger.

„Unverschämtheit“, „Schöne Verarsche“, „Verbrecher“

Demnächst soll es sich zu den Gemälden seiner Amtsvorgänger von unterschiedlicher Qualität und Größe gesellen, die seit 1987 die Wand im Alten Rathaus zieren. Als Künstler hat sich Schaidinger Jan-Peter Tripp gewählt, der als einer der wichtigsten Vertreter des Realismus gilt.

Ein Preislimit für Oberbürgermeister-Porträts gibt es laut Auskunft der städtischen Pressestelle nicht. Aber seit die Mittelbayerische Zeitung im April vermeldete, dass dafür 30.000 Euro in den Haushalt eingestellt worden seien, wird das Thema in den Kommentarspalten rauf und runter diskutiert. „Unverschämtheit“, „Schöne Verarsche“, „Soll er doch selber zahlen“, „Verbrecher“ und dergleichen kann man unter anderem auf der Facebookseite der MZ lesen.

„Liegt nur daran, dass Schaidinger sein MZ-Abo gekündigt hat.“

Nur 25.000 habe es gekostet, heißt es dagegen aus dem Umfeld von Schaidinger. Auftraggeber sei zudem nicht er, sondern die Stadt Regensburg. Und betrachte man die Preise, die ansonsten für Tripp-Werke gezahlt würden, sei das Porträt sogar noch günstig. Dass die Mittelbayerische Zeitung auf dem Thema so herumreite, liege doch „nur daran, dass Schaidinger sein MZ-Abo gekündigt“ habe.

In jedem Fall scheint das einst so innige Band zwischen der Tageszeitung und dem Alt-OB zerrissen. Und so streitet man sich aktuell darüber, ob das Gemälde tatsächlich auf Schaidingers Wunsch zum Nachbessern zurückgeschickt werden musste, weil es ihn in zu saloppem Outfit dargestellt habe. „So wollte Schaidinger nicht in der Gemäldegalerie der ehemaligen Oberbürgermeister hängen. Das Bild wurde zurück geschickt“, berichtet die MZ.

Schaidinger selbst dementierte wenig später gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Bei dem Bericht handle es sich „offenkundig um eine Ente“. Das Bild sei schlicht noch nicht fertig und er selbst habe es noch überhaupt nicht gesehen.

„Ob er es schon gesehen hat, das wissen wir nicht.“

Die offiziellen Stellen der Stadt halten sich unterdessen tunlich heraus aus dieser Auseinandersetzung. „Selbstverständlich hat Herr Schaidinger recht, wenn er sagt, das Porträt ist noch nicht fertig“, heißt es etwas sybillinisch aus der Pressestelle. Das sei es schließlich erst, wenn es im Rathaus hänge. „Ob er es schon gesehen hat, das wissen wir nicht.“

Aus undurchsichtigen Quellen hat unsere Redaktion nun einen angeblichen und mit Sicherheit falschen Zwischenstand des Werks erhalten, den wir der Gerüchteküche hinzufügen möchten.

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Kommentare (8)

  • Horsti

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    Hätten wir doch nur eine Fraktionsvorsitz-Enten-Konferenz… ;-)

  • Bernd Henneberg

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    Euer Bild ist viel schöner. Das wäre doch was für eine öffentliche Toilette.

  • Theo von Zachloth

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    Kauft euch doch endlich mal ein Rechtschreibprogramm. Das heißt doch sicherlich ‚gelackt‘ nicht ‚geleakt‘, oder?

  • Milan

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    Lassen wir doch mal die Experten zu Wort kommen:

  • Lustig

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    Provinzposse? Ja! Es war schon immer etwas teuerer einen besonderen Geschmack zu haben. Ich vermute, die 30.000 EUR im Haushalt werden nicht gereicht haben. Daes ich um gegenseitig deckungsfähige Ausgaben handelt, kann der tatsächliche Preis durchaus höher liegen. Sollte der Tatbestand so sein wie er in der Tageszeitung und den Wochenblättern dargestellt wird, dann wurden mit dem Künstler keine Verabredungen getroffen, sondern vielmehr ihm freie Hand im Rahmen der Kunstfreiheit gelassen. Dann muss man aber auch das Ergebnis so nehmen, wie es ist. Der Fall T+T/Tonner hat vor Jahren gezeigt, dass ein „Nachbesserungsanspruch“ nicht wirklich durchsetzbar ist.

  • Sebastian Wild

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    Unglaublich, da wird Vereinen die Förderung (zusammen)gestrichen die diese dringend benötigen, in Instandhaltung von Straßen und Rad- bzw Gehwegen bzw deren Ausbau wird seit Jahre nicht investiert. Aber 30k Euro für Schaidingers Portrait haben wir ja.Ach ja Herr Sozialob Wolbergs wo bleiben eigentlich die Gelder die sie vor der Wahl versprochen haben?

  • Fritz wilbert

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    Frtz Wilbert

    da malt doch eine Regensburgerin- Ulrike Angermeier- den ehemaligen Präsidenten Thomas Strothotte der Hochschule Rostock zu dessen Abschied für die dortige Ahnengalerie, wurde ausgewählt unter mehr als 200 Bewerbern,
    und wird in Regensburg nicht mal gefragt.
    traurig- traurig – traurig, wenn nur einige Politik-Wichterl entscheiden, die offensichtlich keine Ahnung haben, ausser offensichtlich nach der Höhe der Kosten eines Gemäldes entscheiden.

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