Volkstrauertag und Heldengedenkfeier

„So schnell kann das kollektive Gedächtnis vergessen“

Vor genau 60 Jahren wurde der Volkstrauertag in der Bundesrepublik Deutschland wieder eingeführt. Er geht zurück auf das Jahr 1919. Damals schlug der VDK (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge) vor, einen zentralen Feiertag für die gefallenen Soldaten des ersten Weltkrieges einzuführen. 1922 gab es eine erste Gedenkstunde im Reichstag. In der Weimarer Republik wurde der Volkstrauertag vor allem von Konservativen und Nationalliberalen zelebriert. Ein gesetzlicher Feiertag wurde er erst 1934 – damals war er von den Nazis schon zum „Heldengedenktag“ umgewidmet worden. 1952 wurde er in der BRD als „Volkstrauertag“ wieder eingeführt „im Gedenken an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen“. Wie wird der Volkstrauertag heute begangen? Ein Vergleich.

Ein Gastbeitrag von Emil Mosebach und Mathias Roth

"Heldengedenkfeier" in Donaustauf. Rechts im Bild: Bürgermeister Jürgen Sommer.

„Heldengedenkfeier“ in Donaustauf. Rechts im Bild: Bürgermeister Jürgen Sommer.

Zu einer „Heldengedenkfeier“ lud der Markt Donaustauf am 17. November. Leicht verspätet positionieren sich dort die Mitglieder des „Krieger- und Soldatenvereins Donaustauf/ Sulzbach“ mit Fackeln. Auch die örtliche Blaskapelle findet sich ein. Vor dem Kriegerdenkmal, das an die deutschen Soldaten des 1. und 2. Weltkrieges erinnert, brennen Kerzen. An der Straßenseite gegenüber versammeln sich einige Bürgerinnen und Bürger, um dem Spektakel zu folgen. Gegen 19:30 Uhr kommen von der Kirche knapp 50 Menschen mit Fackeln, die von einem Trommelmarsch begleitet werden, vom Gottesdienst. Der Bürgermeister, einige Gemeinderäte, Soldaten, Ministranten und die Freiwillige Feuerwehr sind unter ihnen.

Bevor Bürgermeister Jürgen Sommer (SPD), selbst Mitglied im Krieger- und Soldatenverein, seine Rede halten wird, folgt noch ein kurzes Stück der Blaskapelle, der Kirchenchor singt „Selig sind die Toten“ und die Gemeinde betet das Vaterunser und ein Ave Maria.

„Das Friedenswerk eines vereinten Europas beschert“

„Verehrte Gemeinde, wir haben uns am Volkstrauertag zusammengefunden, um den Gefallenen aller Nationen der beiden schrecklichsten Kriege, welche die Menschheit bisher kennt, zu gedenken“. So beginnt Jürgen Sommer seine Rede. Er spricht anschließend von den „Ehemännern, Vätern, Söhnen und Brüdern“ der Donaustaufer Gemeinde, die in Wehrmacht und dem deutschen Heer gekämpft haben und „nicht umsonst gefallen sind“, denn sie haben „das Friedenswerk eines vereinten Europas beschert“.

Die Schuld am Krieg liegt für ihn in der „Dummheit des Menschen“. Auch ist für ihn „Der Mensch … einfach zu dumm, um sich an das unendliche Leid der Kriege nach ein paar Jahren des Friedens noch zu erinnern“. Deshalb sprechen die „Toten … zu uns und durch uns“. Sie sollen an die „Schlachtfeldern der Weltgeschichte erinnern … an Verdun, El Alamein, Stalingrad! Diese Namen stehen beispielhaft als Platzhalter für das Grausamste, das die Welt, die angeblich menschliche Intelligenz, die uns doch vom Tier unterscheidet, hervorgebracht hat: den Krieg!“

Dass der Krieg bzw. die Wehrmachtssoldaten auch aus Donaustauf Mitschuld und Täter an der Vernichtung der europäischen Juden und Jüdinnen waren und dass neben den Schlachtfelder noch Unvorstellbareres wie z.B. die Vernichtungslager in Auschwitz, Treblinka und Sobibor gab erwähnt Sommer nicht.

„We shall overcome“

Im Hinblick auf „die aktuellen Geschehnisse in Donaustauf“ (gemeint ist die Debatte um die Umwandlung der Pension Walhalla in eine Flüchtlingsunterkunft) appelliert er an den „Frieden innerhalb unserer Gemeinde“, der „Grundlage und Auftrag unseres Handelns zum Wohle unserer Heimatgemeinde und zum Wohle der Menschlichkeit sein“ müsse.

Am Ende singt der Kirchenchor das Lied „We shall overcome“ und Jürgen Sommer übersetzt für die etwa 80 Anwesenden: „Wir werden es überwinden“.

Volkstrauertag in Regensburg.

Volkstrauertag in Regensburg.

Anderer Ort andere Zeit, doch dasselbe Anliegen. Die Stadt Regensburg begeht am Sonntag (18. November) wie jedes Jahr im Stadtpark beim Kriegerdenkmal „Unter den Linden“, den Volkstrauertag. Wie jedes Jahr finden sich hier Feuerwehrleute, Trachtler und diverse Politikerinnen und Politiker ein.

Der Jugendchor der Regensburger Domspatzen, das militärischem Zeremoniell der bewaffneten Bundeswehrsoldaten, die Rede von Oberbürgermeister Hans Schaidinger und das Gedenken „aller Opfer der beiden Weltkriege“ bilden hier das Rahmenprogramm.

Deutschlandfahnen verhüllen Schmierereien

Doch irgendwie scheint die Stimmung an dem vernebelten Sonntagmittag angespannt zu sein. Auf dem Kriegerdenkmal hängen zwei große Deutschlandfahnen. Einer der knapp 70 Zuschauer fragt einen anderen, warum das Kriegerdenkmal verhüllt sei, der antwortet: „In der Nacht haben Schmierfinken das Kriegerdenkmal geschändet“. Und in der Tat sind die Flaggen nicht wirklich groß genug, um zu verbergen, dass da irgendetwas hingesprüht wurde. „Deutsche Täter sind keine Opfer“ wird man noch einige Tage später dort lesen können. Die Medien gehen darauf durchweg nicht ein. Die Polizei wird in einer Pressemitteilung einige Tage später bekannt geben: „Aufgrund der so angebrachten Aussagen ist derzeit davon auszugehen, dass die Schmierereien aus dem linken Spektrum herrühren“.

Denkmal_am_naechsten_TagDann beginnt Schaidinger mit seiner knapp 20 Minuten langen Rede. Offenbar war ein anderer Redenschreiber am Werk als im vergangenen Jahr. Im Gegensatz zu 2011 ist seine Rede dieses Mal nicht vom Geist der 50er Jahre geprägt, sondern im 21. Jahrhundert angekommen.

Eine Rede im Geist von Joschka Fischer

Schaidinger spricht davon „das Krieg bis heute die große Geißel der Menschheit ist…[und] noch immer allgegenwärtig“ sei, dass aber die EU „mit 500 Millionen Menschen zur größten Friedensbewegung unserer Zeit geworden ist“, und ihre deutsche Friedensarmee die „Bundeswehr in zahlreichen Ländern an Einsätzen zur Herstellung, Sicherung oder Bewahrung des Friedens beteiligt“ sei. „Denn gerade für die „Deutschen ist es wichtig, dass diese Einsätze den drohenden Ausbruch von Gewalt verhindern oder bewaffnete Auseinandersetzungen und Kriege beenden sollen“. Ein Joschka Fischer, der mit einer ähnlichen Argumentation den Jugoslawienkrieg 1999 rechtfertigte, wäre auf diese Rede stolz gewesen.

Doch genau wie seinerzeit Fischer hat auch der OB beim Volkstrauertag mit Protest zu kämpfen. Fast zeitgleich mit Schaidingers Worten „Heute, 67 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, tun sich besonders jüngere Menschen schwer damit, die Bedeutung und den Sinn des Volkstrauertags nachzuvollziehen“ entrollt eine Handvoll Demonstranten ein Transparent mit der Aufschrift „Deutsche Täter sind keine Opfer“ und zeigt eine Flagge von „SJD – Die Falken“.

„Oma, Opa und Hans Peter – keine Opfer sondern Täter“

Der Oberbürgermeister schaut auf, stockt kurz, fährt aber nach einigen Sekunden mit seiner Rede fort. Die Zuhörenden können von dieser einige Minuten nicht viel verstehen, da die Demonstrantinnen unter anderem „Oma, Opa und Hans Peter – keine Opfer sondern Täter“, „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“ und „Nie wieder Deutschland“ rufen. Die anwesende Polizei und zwei Männer von der Freiwilligen Feuerwehr Regensburg drängen die „Störer“, „Linksfaschisten“ und „Spinner“, wie sie im Publikum genannt werden, weg.

protestSchaidinger lässt sich von alldem scheinbar nicht beeindrucken und fordert am Schluss seiner Rede dazu auf, der Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken. Dazu zählen, so Schaidinger, auch jene „Soldaten, die in beiden Weltkriegen gefallen sind, die in Gefangenschaft gestorben oder auch heute noch vermisst sind“ und hierbei kann er ideologisch wieder an der Rede vom letzten Jahr andocken, denn auch dort stilisierte er die Wehrmachtsoldaten unterschiedslos zu Opfern des Krieges. Ein altes Thema von Hans Schaidinger – war er doch auch einer derjenigen, der in den 90ern mit Verve und im selben Tonfall wie die Nationalzeitung gegen die Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht“ wetterte. Und diese Mär von der unbefleckten Wehrmacht pflegt er noch heute.

Einen Satz in Schaidingers Rede dürften allerdings sowohl die Demonstranten wie auch die Anwesenden unterschreiben können: „So schnell kann das kollektive Gedächtnis vergessen“. Allerdings unter unterschiedlichen Vorzeichen.

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Kommentare (20)

  • Bernhard Segerer

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    Von Schaidinger sind wir einiges gewohnt, was Sommer da aber zusammenschwafelt schlägt dem Fass den Boden aus:
    Die Gefallenen der Wehrmacht haben uns also „das Friedenswerk eines vereinten Europas beschert“?
    Welcher kruden Kausalkette entspringt diese Behauptung? Kein 2. Weltkrieg -> kein Entsetzen über diesen Krieg -> kein Wunsch nach Frieden (und Ermöglichung dieses Friedens durch Zerschlagung des faschistischen Deutschen Reiches). Noch verkürzter: Krieg ist gut weil erst dadurch die Notwendigkeit des Friedens erkennbar wird? Dementsprechend wäre es angebrachter den Friedensnobelpreis posthum Hitler zu spendieren statt der EU denn er hat ja durch sein mutiges Kriegstreiben den heutigen Frieden erst möglich gemacht.
    Oder wie war das jetzt genau gemeint?
    Wie auch immer, den deutschen Gefallenen dürfte es nicht zusagen, sich so vor den EU-Friedens-Karren spannen zu lassen, Sie kämpften nicht für den Frieden sondern für das Deutsche Reich. Gedenken müsste man also eigentlich allen Gefallenen AUSSER den Deutschen (Widerstandskämpfer, Deserteure, Saboteure sowie alle Opfern des Faschismus etc. natürlich ausgenommen).
    Als ich noch ein braver Bub war der Sonntags immer in die Kirche ging war ich durchaus irritiert von den Gedenktafeln die an „meiner“ Kirche sowie auch an vielen anderen hängen und den (eigenen) Toten der Kriege nicht nur gedenken sondern diesen Tod auch als patriotische Leistung feiern. Was unterscheidet diese Toten von den Verkehrsopfern, Krebsttoten oder einfach nur im hohen Alter Entschlafenen der Gemeinde, an die keine entsprechenden Marmorschilder erinnern? Das sie für eine ehrenwerte Sache gestorben sind? Diese Ehre heisst Mord und auch wenn es zuletzt ein Akt der Verteidigung des eigenen Lebens gewesen sein mag, losgezogen ist man um ganz ohne ehrenwerten Anlass das anderer zu nehmen.
    Zumindest in Deutschland sollte man solche Huldigungen tunlichst unterlassen – den Frieden haben andere gebracht und für den Frieden sind andere gestorben. Wir mögen im Tode alle gleich sein, im Leben dürfen und müssen wir aber unterscheiden. Das hat nichts mit der durchaus wertvollen Tugend der Vergebung zu tun (welche auszusprechen ohnehin alleine den Opfern zusteht) sondern mit der Frage wem und vor allem mit welchen Ehrbezeugungen hier gedacht werden soll. Deutsche Täter können durchaus auch Opfer sein, wenn man sie aber heranzieht um an die Schrecken des Krieges zu gemahnen sollten wir jedoch ihrer vordringlichsten Rolle in diesen Kriegen gewahr sein: Der des Angreifers und ganz sicher nicht der des Kämpfers für den Frieden.

  • Müder Krieger

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    Dank an die Redaktion für alle(!) Bilder aus Regensburg: insoweit wiederum ein alleinstellender Anlaßbericht in der Regensburger Presse-Einöd-Landschaft.
    Das Gesicht des bebrillten Herrn im grünen Mantel mit der Oberförster-Mütze hätte auch eine Verpixelung verdient, der Gleichheit, nicht des Ausdrucks, halber.

  • Bernd Neumann-Henneberg

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    Ein Kommentar aus „Neues aus der Anstalt“ von Pelzig: Volkstrauertag ist das Erntedankfest der Rüstungsindustrie!

  • Peinlicher Artikel

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    Liebe Artikelschreiber! Ich hätte Sie sehr gerne als zwangsweise zum Kriegsdienst in der Wehrmacht einberufene Soldaten erlebt. Mit anschließender Gefangenschaft in Sibirien, möglichst bis 1955. — Dann würde ich Sie nun ebenfalls mit dem allergrößten Vergnügen als „Angreifer“ bezeichnen und Ihnen ein ehrendes Andenken versagen.

    Ihre linksradikale Gesinnungsgrütze ist peinlich und beschämend! Gott sei gedankt, dass Sie nur für eine vernachlässigbare Minderheit sprechen.

  • "Lore, Lore ..."

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    @ Peinlicher Artikel 27.12.2012, 15:11h
    Liebe(r) Peinlicher Artikel-SchreiberIn, was erwarten Sie hier auf diesem Blog zu diesem unsäglichen usw. Thema anderes?
    Immerhin zeugt es von (ausnahmsweise) journalistischer Generosität, daß Ihr hier peinlicher Artikel-Kommentar nicht rauszensiert wurde.
    Gleichfalls sind hier, im Gegensatz zur sonstigen Regensburger Qualitätspublizistik, auch das hübsch verzierte Kriegsschandtätergedenkmal und die netten polit-korrekten GegenveranstalterInnen bei ihrer engagierten Bekenntnistätigkeit, meinungsfreiheitsfeindlich eingehegt von „Oberförstern“ (Ernst Jünger), abgebildet worden: das will schon etwas heißen in der Rgbger Presselandschaft!
    Also mal langsam mit den Schnellschüssen aus der Hüfte (schon wieder?!) gegen diesen Blog.
    Ihre rechtsradikale Gesinnungsgrütze ist peinlich und beschämend, weil es doch damals so einfach gewesen wäre, nicht „zwangsweise zum Kriegsdienst in der Wehrmacht einberufen zu werden“: einfach nicht hingehen und mitmachen! Dafür gibt es auch genügend Beispiele: Helmut Schmidt, Franz-Josef Strauss, Heinrich Böll, Günther Grass, Josef Ratzinger, Klaus Graf Staufenberg, Erwin Rommel, Erich Mende, Hans-Karl Filbinger und viele mehr …

  • Twix Raider

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    @Peinlicher Artikel, sind Sie Veteran? Das ist nämlich Bedingung, wenn man anderen diese konkret persönliche Erfahrungen bezüglich Wahrheitsfindung ans Herz legt.

  • Keyser Söze

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    Ich kann mir immer noch nicht so recht vorstellen, dass die Zwangsrekrutierung damals so „alternativlos“ war. Gerade erst habe ich einen Artikel über zwei syrische Brüder gelesen, die sich einer Zwangsrekrutierung entzogen haben und unter lebensbedrohlichen Umständen nach Deutschland geflüchtet sind. Sie hätten das Desertieren mit dem Leben bezahlt, doch war ihnen die Flucht dieses Risiko wert. Solche „Helden“ hat es damals sicher auch gegeben. Ich kann zwar nur spekulieren, aber hätte es damals mehr Leute gegeben, die sich der Zwangseinberufung widersetzt hätten, wäre der Welt vielleicht vieles erspart geblieben. Sicher hat einem Deserteur damals der Tod gedroht, aber bei der Alternative auf dem Schlachtfeld zu fallen, versehert zu werden oder in Kriegsgefangenschaft zu geraten, sollte es eine Überlegung wert gewesen zu sein. Ich bin weit davon entfernt, jeden Wehrmachtssoldaten bis hin zum 16-jährigen Flakhelfer als Täter zu sehen, ich bin aber auch weit davon entfernt, die Täter nur bei Schicklgruber und einem kleinen Kreis um ihn herum zu suchen. Ich habe damals nicht gelebt, kenne die damalige Situation nicht, kann aber nicht so recht nachvollziehen, warum damals so viele Menschen diesem Irrsinn gefolgt sind. Dafür bin ich froh, nicht in einer ähnlichen Situation sein zu müssen und ziehe den Hut vor denen, die in so einer Situation heute das richtige machen, wie die eingangs erwähnten syrischen Brüser.

  • norbert e. wirner

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    wohin (und wie?) hätte ein einfacher mann damals gehen sollen?

    mit oder ohne familie…

    sicher gab es ausnahmen, die sich leicht entziehen hätten können und einige wenige taten es ja auch, aber für die masse galt das nicht.

    und was ist mit der gegenwart? warum wühlen wir in den alten leichenbergen herum, wo wir doch brandaktuelle, neue haben?

    ist der irrsinn, den wir alle genau jetzt und jeden tag mit stillschweigen unterstützen, im endergebnis ein anderer?

    nie wieder krieg! – darauf wurde doch schon lange gepfiffen.

    wir befinden uns im krieg. anderswo und meistens weit weg von uns wird mit unserer hilfe gestorben und gelitten.

  • FJS

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    Lore, Lore,

    was schreibst du für Käse??? Grass war erstens in der Hitlerjugend und zweitens ist es beschämend zu behaupten, dass es so einfach gewesen wäre wegzulaufen…
    Mein Onkel wurde mit 18 Jahren auf dem Land einfach geholt im September 44 zu Schießübungen in einen Camp in Biburg und nach sechs Wochen an die Front geschickt, wo er nach zwei Wochen erschossen wurde. Mein Vater wurde mit 16 1/2 im März 45 geholt, da wurde nicht gefragt, da wurde einfach abgeholt, Gott sei dank musste er „nur“ Schiessübungen machen (was aus heutiger Scht für einen 16 jährigen auc schon bedenklich ist), weil dann der krieg aus war…, weglaufen war nicht, weil sein Vater zu Hause im eigenen Garten einen Splitter abbekommen hatte und somit bettlägrig war, musste er zu Hause, so weit es ging den Hof zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester versorgen, oder hätte er seine Familie im Stich lassen sollen???
    Also Lore immer schön runter vom Gas, durchaus gab es ettliche Fälle, die erstens nicht wussten, was eigentlich geschieht und zweitens aus Angst und Einschüchterung gezwungener Maßen mitmachten…
    Lore seien Sie froh, dass Sie niemals in einer solchen Situation waren, wo sie letztendlich Entscheidungen treffen müssen, aber gleichzeit wissen, egal welche Entscheidung ich treffe, es wird immer die falsche sein, und da ist mir die falsche Entscheidung, die mir und meinen Nächsten, zumindest kurzfristig, das Leben sichert am liebsten und das ist auch nur menschlich

    Wirner: Sie haben vollkommen recht!

  • FJS

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    noch eins: Rechtschreibung und Grammatik is mir wurscht…

  • "Lore, Lore ..."

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    @ FJS 03.01.2013, 10:23h
    “ “ , 10:25h
    „Rechtschreibung und Grammatik is mir wurscht …“, nun da sind Sie hier im KommentatorInnen-Bereich nicht allein und somit blogrelevant.
    Blogrelevanz haben auch die Inhalte Ihrer Beiträge z. B. zu „Ihrem Hitlerjugendlichen Grass“(,Günter).
    Ihr „Hitlerjunge Grass“ hat sich zu seinem Beitrag als Kriegsdienstverweigerer wie folgt geäußert: „… eher werde ich die Waffen-SS als Eliteeinheit gesehen haben, die jeweils dann zum Einsatz kam, wenn … abgeriegelt … aufgesprengt … oder zurückerobert werden mußte. Die doppelte Rune am Uniformkragen war mit nicht anstößig … wenn nicht zu den U-Booten … dann als PzSchütze in einer Division, die … neu aufgestellt werden sollte … unter dem Namen ‚Jörg von Frundsberg‘ … der war mir als ‚Vater der Landsknechte‘ bekannt. Jemand, der für Freiheit, Befreiung stand … auch ging von der Waffen-SS etwas Europäisches aus: in Divisionen zusammengefaßt kämpften freiwillig Franzosen, Wallonen, Flamen und Holländer, viele Norweger, Dänen, sogar neutrale Schweden … in einer Abwehrschlacht …“.
    Und wegen der „Abholungen zu Schießübungen“ Ihres Onkels und Ihres Vaters brauchen Sie auch nicht zu jammern, sogar der weltbürgernde Großschauspieler Hardy Krüger mußte widerwillig jenes Schicksal teilen, nachdem er zuvor im Film „Junge Adler“, des späteren Krimi-TV-Großserialisten Herbert Reinecker, als Ordensburg-Schüler eine dezidierte Antikriegs-Charge dargestellt hatte.
    Freilich ist es sehr ungerecht, daß Ihr auch in gemußthabender Weise schießübender Herr Vater im Gegensatz zu oben Genannten weder Prominenz noch den Literatur-Nobelpreis erhielt …

  • FJS

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    Lore, ich glaube Sie meinen Ihre Beiträge nicht ernst, und verzeihe Ihnen, schließlich ist Faschingszeit und da begegnet man so machem Narren…
    Hier geht es nicht darum wer einen Nobelpreis bekam oder nicht nicht, sondern darum, dass Sie geschrieben haben:
    „…weil es doch damals so einfach gewesen wäre, nicht “zwangsweise zum Kriegsdienst in der Wehrmacht einberufen zu werden”: einfach nicht hingehen und mitmachen! Dafür gibt es auch genügend Beispiele: Helmut Schmidt, Franz-Josef Strauss, Heinrich Böll, Günther Grass, Josef …“

    Und das ist schlichtweg falsch, Böll war sogar in Kriegsgefangenschaft…

  • Gondrino

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    Ich verstehe nicht, dass man es nach über 60 Jahren nach Kriegsende immer noch nicht schafft, den Opfern des Krieges ehrlich zu gedenken. Dass sich drunter auch zwangsrekrutierte Soldaten befinden, ist meiner Meinung nach unbestritten. Aber die wirklichen Opfer, die Zivilbevölkerung im In- und Ausland, außen vor zu lassen und im 21. Jahrhundert immer noch der Mär von der unbefleckten Wehrmacht hinterher zu laufen, begreife ich nicht.

  • Bert

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    @gondrino

    danke! das nimmt @Peinlicher Artikel und Co mal ein wenig Wind aus den Segeln. DEnn sie führen hier Verteidigungsreden gegen Unterstellungen, die weder im Artikel noch in irgendeinem Kommentar gemacht wurden.

    Bürgermeister Sommer gedenkt eben nur der „Helden“ imho Soldaten, egal ob zwangsrekrutiert oder Kriegsverbrecher. Die zivilen Opfer und die Ermordeten in den KZs scheinen des Volkstrauertags in Donaustauf nicht würdig zu sein. Aber eine gewisse intelektuelle Begrenztheit hat Herr Sommer ja schon bei der „Asyldebatte“ bewiesen. Insofern dürfte das keine böse Absicht sein.

  • "Lore, Lore ..."

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    @ Gondrino 08.01.2013, 19:15h
    Die Wehrmacht war in der Tat nicht „unbefleckt“, wenngleich sich auch ihre Masse nicht als politische Soldaten verstand wie jene, zu denen der Friedensblechtrommler seinerzeit mangels U-Boote wollte und durfte.
    Zu unterscheiden ist hierbei jedoch zwischen Exzeßtaten (als Antwort auf ebensolche z. B. im Balkan), die hier mit Rücksicht auf § 130 dStGB nicht ansprechbar sein müssen, und Vergeltungstaten der Wehrmacht, welche nach dem damals geltenden Völker- resp. Kriegsvölkerrecht durchaus von ordentlichem Zuschnitt repressiver Art sein konnten/durften, aber nicht mußten.
    Was damals allerdings derartige Mißgriffe grundsätzlich verhindernd fehlte, war die militärische Leistungskraft und die Wehrgesinnung unserer heutigen Friedenstroupiers, damit wäre es sicherlich nicht zu den tatsächlichen damaligen wehrmachtlichen „Befleckungen“ gekommen, wie deren ruhm- und siegreiche Feldzüge seit den 1990iger Jahren ausweisen.
    Schon beim Anblick der im Artikel abgelichteten Ehrenabordnung (die Feuerwehr ausgenommen!) wäre ein möglicher Kommentar eines ehemaligen Wehrmachtssoldaten (von den Wertungen ehemaliger Angehöriger der „politischen Soldaten“ ganz zu schweigen): „Nach hinten wegtreten und eingraben“!
    Allerdings haben die Stahlhelme im Laufe der Zeit (Dank an die U.S.A.!!!) wieder eine irgendwie bekannte Form angenommen, immerhin – nur, das metallene Hütchen alleine bringt’s halt auch nicht.

  • „Sind hier etwa Schwuchteln anwesend?“ | Regensburg Digital

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    […] motivierten Unterschriftenliste gegen ein Asylbewerberheim und der geschichtsrevisionistischen Rede von Bürgermeister Jürgen Sommer am Volkstrauertag, war dieses Mal das Katholische Pfarramt St. Michael in Donaustauf Kulisse für veraltete […]

  • Sebastian

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    Lässt sich aus der heutigen Sicht alles leicht so sagen, aber am Beispiel Serbien sieht man ja, das die heutige Generation auch an Kriegen teilnimmt, ohne sich nen Kopf zu machen.

    @ Bernhardt Segerer

    Die Zeit nach 45 kann man aus deutscher Sicht wohl kaum mit „Frieden“ bezeichnen.

    Wenn Mord und Massenvergewaltigung an Frauen und Kinder „Frieden“ ist…na dann…

  • Michael

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    Ihr solltet euch alle was schämen! Und besonders an die junge Fraktion -> Ihr WOHLSTANDSKINDER habt doch keine praktische Erfahrung mit Krieg und Leid – insbesondere das Syrien kommentar… Wenn ihr so beschäftigt seid, jeglichen rechten keim zu ersticken, warum fangt ihr dann nicht in unseren Brandherden an? Ukraine – Syrien – Israel – USA – fahrt nacht Lampedusa und helft den Flüchtlingen. Aber ich lese nur geistige Ergüsse – permanenten Demonstrationen gegen Nationalfeiertagen etc…. ALLES was ihr sagt sind nur theoretische Konstrukte. EUCH braucht Deutschland und Europa nicht um den Faschismus nicht wieder aufleben zu lassen.
    Schönen Abend noch

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