Deutschlands führende Homophobe war in Donaustauf

„Sind hier etwa Schwuchteln anwesend?“

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Abstruse Theorien, homophobe Sprüche und ein Veranstalter, der die Anwesenden filmt und fotografiert. Ein Abend mit Christa Meves in Donaustauf.
So muss es laut Christa Meves sein- Die Mutter mit ihren Kindern. Foto: Roth

So muss es laut Christa Meves sein- Die Mutter mit ihren Kindern. Foto: Roth

Nach einer rassistisch motivierten Unterschriftenliste gegen ein Asylbewerberheim und der geschichtsrevisionistischen Rede von Bürgermeister Jürgen Sommer am Volkstrauertag, war dieses Mal das Katholische Pfarramt St. Michael in Donaustauf Kulisse für veraltete Ideologien. Zusammen mit der „Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Regensburg“ hatte Pfarrer Erich Renner die „Psychagogin“ Christa Meves zum Vortrag geladen: „SOS – Die Familie retten, heißt Europa bewahren“ lautete die Botschaft, die es zu verbreiten galt.

Für die Wahrheit zahlt man gern mal mehr…

Die konservativen Anhänger von Meves sind zahlreich. Und so füllt sich das Pfarrheim bis auf den letzten Platz. Insgesamt kommen über 120 Menschen, um ihr zu lauschen. Doch zuvor signiert die 88jährigen noch persönlich ihre Bücher: Werke mit Titeln wie „Verführt. Manipuliert. Pervertiert: Die Gesellschaft in der Falle modischer Irrlehre“ und „Mütter heute: entwertet, beraubt, vergessen“ kommen beim geneigten Publikum an. In der Kasse landen mehrere hundert Euro Gewinn. Denn für die „Wahrheit“, sagt eine Frau mit fünf neuen Büchern, zahle man gerne mal mehr…
Einkaufstrubel am Büchertisch. Foto: Roth

Einkaufstrubel am Büchertisch. Foto: Roth

Wahrheit – auch Christa Meves spart nicht mit diesem Begriff. Immer wieder betont sie in ihrem knapp einstündigen Vortrag, dass die Wahrheit auf der Seite der „Schere liegt, die für die Familie ist“. Die andere Seite dieser Schere sei jene gegen die Familie: Die Ideologen. Diejenigen, die „vom bösen Geist erfasst sind, der nicht will, das die Bevölkerung aufwacht“.

Schwule: „Unnatürliche Konstrukte“

Doch wer ist das eigentlich – dieser „böse Geist“? Es sind, wie während des Vortrags und bei der anschließenden Diskussion zu erfahren ist, beispielsweise „die selbstbewussten Frauen, vor denen die jungen Männer Angst haben sie zu heiraten“. Es ist „das Gefühl von Autonomie bei den verselbstständigten Frauen, das sich negativ auf den ehelichen Zusammenhalt auswirkt und den Scheidungsboom heraufbeschworen hat“, beklagt Meves. „Pro Jahr werden in Deutschland jeweils 150.000 Kinder zu Scheidungswaisen.“
Filmte und fotografierte Anwesende: Thomas Albertin. Foto: Roth

Filmte und fotografierte Anwesende: Thomas Albertin. Foto: Roth

Und Meves weiß genau, woher dieser Trend in Deutschland kommt: Mit der 68er-Generation habe eine Ära begonnen, mit der das „Volk mit relativen gesunden Familien und ohne Rauschgift – denn vor 1969 gab es noch kein Rauschgift in unserem Land“ – bewusst von „Ideologen kaputt gemacht wurde“. So stamme aus dieser Zeit die Emanzipation der Frauen, das Gender-Mainstreaming, von dem Meves weiß, dass es die „feste geschlechtliche Identität des Menschen abschaffen will“ und die Schwulen, als „unnatürliche Konstrukte“, die die „gesunde Familie“ zerstören wollen.

Herr Albertin filmt und fotografiert

Dass nicht alle Zuhörerinnen und Zuhörer unkritisch an dieser „Wahrheit“ interessiert sind, bemerkt der Geschäftsführer der „Katholische Erwachsenenbildung“ recht früh. Bereits vor der Veranstaltung filmt und fotografiert Thomas Albertin gezielt vermeintliche „Störer“. Beraten lässt er sich dabei von einem Neonazi aus dem Dunstkreis der NPD. Wahrscheinlich nichtsahnend. Gegen drei junge Erwachsene, die am Anfang des Vortrags ein Transparent mit der Aufschrift „we hate homophobia“ entrollen, wird Albertin handgreiflich und bugsiert sie aus dem Pfarramt. Vorsorglich ruft er die Polizei, die ab diesem Zeitpunkt vor dem Pfarramt patrouilliert.
Tumultartige Szenen: Aktivistinnen entrollen ein Transparent im Pfarrheim. Albertin geht dazwischen. Foto: Roth

Tumultartige Szenen: Aktivistinnen entrollen ein Transparent im Pfarrheim. Albertin geht dazwischen. Foto: Roth

Spätestens nach dem zweiten Rauswurf eines jungen Mannes – er verneint Albertins Frage danach, ob ihm der Vortrag gefalle und fliegt daraufhin aus dem Saal – wird klar, dass hier nicht zimperlich mit Kritikern umgegangen wird.

Meves: Lügen und Erinnerungslücken

Auch Pfarrer Renner nutzt seine Moderatorenrolle, um Kritikerinnen mundtot zu machen. Einem Journalisten, der Christa Meves auf ihre Lüge, dass sie nie für Leute in der rechten Szene referiert habe, anspricht, entzieht Renner das Wort. Positiven Stimmen für Meves werden mehrere Minuten Monolog eingeräumt. Kritische Beiträge werden mitten im Satz unterbrochen. Die so gestoppten Diskutanten dürfen sich nicht weiter beteiligen.
Würgte kritische Stimmen ab: Pfarrer Renner. Foto: Roth

Würgte kritische Stimmen ab: Pfarrer Renner. Foto: Roth

Dennoch kommt der eine oder andere zu Wort. „Das was Frau Meves sagt ist für viele im Saal hart an der Grenze des Erträglichen“, so ein älterer Herr. Ein Anderer meint: „Das was hier gesagt wird, kann man als Demokrat nur schwer ertragen.“ Als ein junger Mann bei Meves nachfragt, weshalb ein homosexuelles Pärchen keine „gesunde Familie“ sein könne, schreit eine Frau aus den vorderen Reihen: „Sind hier etwa Schwuchteln anwesend?“. Meves überhört dies und kann sich plötzlich nicht mehr an ihre These von gleichgeschlechtlichen Lebensformen als „unnatürliche“ Konstrukte erinnern. „Wo habe ich denn etwas über Homosexuelle in dem Vortrag gesagt?“. Thomas Albertin fotografiert unterdessen den Fragesteller. Pfarrer Renner unterbindet weitere Nachfragen.

Von diesem Abend nehmen viele etwas mit…

Nach knapp eineinhalb Stunden spricht der Pfarrer das Abschiedswort. Die Dinge seien „komplex“. Es brauche „Hintergrundinfos“. „Darum ist es schwer, auf alle Fälle einzugehen.“ Dennoch sei es, so Renner, „gelungen, auf alle Fragen und Ansichten einzugehen und etwas mitzunehmen“.
Eine Polizeistreife musste vor dem Pfarramt Wache schieben. Foto: Roth

Eine Polizeistreife musste vor dem Pfarramt Wache schieben. Foto: Roth

In der Tat werden viele von diesem Abend im Katholischen Pfarramt Donaustauf etwas mitnehmen: Die Anhängerinnen und Anhänger von Christa Meves viele neue Bücher und die „Wahrheit“. Die Polizisten vor der Tür die Frage, weshalb sie ein katholisches Pfarramt überwachen mussten. Die Kritiker von Meves die Einsicht, dass eben nicht jede Kritik erwünscht ist. Und natürlich Frau Meves selber. Sie kann sich über einen gefüllten Geldbeutel freuen sowie über ein reines Gewissen, die „Wahrheit“ gegen „die Schere der Ideologen“ und Universitäten, die Medien und wohl allgemein gegen die Grundpfeiler einer humanistischen Moderne verteidigt zu haben.

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Kommentare (71)

  • Krümelmonster

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    Danke für den Artikel!

    Eine Anmerkung habe ich jedoch: die Polizei stand schon vor Beginn der Veranstaltung auf dem Parkplatz des Pfarrheimes, sie musste gar nicht erst gerufen werden!

  • Bavarian Tiger

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    Also Leute, was habt ihr denn da eigentlich erwartet. Ihr geht zu solch einer Veranstaltung und erwartet von diesen Landeiern, dass die Verständnis für Schwule haben. Vom katholischen Pfarrer hätte man das schon erwarten können, seine Zunft tut sich da ja bekanntlich besonders hervor, aber doch nicht vor so einem Auditorium.
    Das sind Menschen, die alle Vorzüge einer fortschrittlichen Gesellschaft genießen wollen, nicht aber bereit sind, auch nur das Geringste hierfür zu tun. Ginge es nach denen, würden wir alle noch auf Bäumen hüpfen.

  • Mathilde Vietze

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    Ich schätze die Arbeit der KEB als sehr offen und aufge-
    schlossen. Deshalb ist mir schleierhaft, wer auf die Schnaps-
    idee gekommen ist, diese Frau, von der jeder weiß, wo sie
    ideologisch steht, einzuladen.
    Das hat mir Vielfalt der Meinungen nichts mehr zu tun;
    Frau Meves ist untragbar.

  • Andreas Moser

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    So etwas läßt die Berichte über die Muslimbrüder in einer ganz anderen Perspektive erscheinen. Die Unterschiede verschwimmen.

  • Alexander Grundl

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    Der Generalvikar des Bistums hat diese Veranstaltung auf Facebook ausdrücklich verteidigt und die Veranstalter gelobt…ach was sage ich: in den Märtyrerstand erhoben!!! Das hat mir die schwierige Entscheidung bezüglich des Kirchenaustritts deutlich leichter gemacht…

  • Michael Klein

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    Bin kein Homosexueller, aber ich respektiere jeden, der einer gleichgeschlechtlichen Beziehung eingeht, wenn jemand so glücklich ist, dann muss er so leben! Und keiner hat das Recht, hier mit dem moralischen Zeigefinger zu kommen. Diese bigotten Rechtskonservativen finde ich zum kotzen! Wünsche sie regelrecht zum Teufel!

  • Thomas7

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    Dass so eine homophobe Skandal-Nudel wie Frau BDM-Meves Gelegenheit bekommt, ihren HitlerJugend-Unsinn öffentlich zu verbreiten, zeigt die Weltferne und Inkompetenz der Katholiban-Organisatoren.

    Reaktionäre Pfarrer organisieren eine faschistoide Videoüberwachung bei einer mittelalterlichen Propagandaveranstaltung und die Schafe finden nichts dabei.

    Frau Meves, die sich in ihrer feudalen Inkompetenz mit Immanuel Kant und der Aufklärung angelegt hat, gehört nicht aufs Podium, sondern auf die Couch.

  • Walter Christian

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    Es ist unglaublich, was da vor meiner Haustür passiert. Hab ich was überlesen in meiner Mittelmäßigen Zeitung. Ich danke meinen Hog`n für den InfoTipp und werd mir (nicht lange) überlegen auch diese OnlineZeitung zu unterstützen. …

    Gut, die katholische Kirche zählt ca. 1,2 Mrd. Mitglieder, da kann schon das eine oder andere schwarze Schaf auftauchen. Schlimm wird`s bloß, wenn man nur noch schwarze Schafe sieht. Hannah Arendt hat bereits 49 wieder festgestellt: „Die Deutschen leben von der Lebenslüge und der Dummheit“. Naja, recht hat se ganz sicher für immer :-(

  • GAST

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    „Ihr geht zu solch einer Veranstaltung und erwartet von diesen Landeiern, dass die Verständnis für Schwule haben“

    Das kann man im Jahr 2013 wirklich noch nicht erwarten.

  • speude bradeos

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    Der Kommentar wurde gelöscht.

  • Kreuzknappe

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    Hugh, der große Meister hat gesprochen!
    Er entscheidet gnädig, was abstrus und veraltet ist und was nicht. Und wirft anderen vor, Fotos zu machen, während hier selbst Leute ungefragt fotografisch abgebildet werden.
    Bei allem Respekt vor der Person darf man doch heute wohl auch noch den katholischen Standpunkt in einer katholischen Veranstaltung erwähnen, wonach homosexuelles Tun sündhaft ist. Oder geht der linke Gesinnungsterror inzwischen schon so weit, dass man seine Meinung nicht mehr sagen darf?

  • Flo

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    „Die Katholische Erwachsenenbildung im Landkreis Regensburg […] und ist damit als förderungswürdige Einrichtung der Erwachsenenbildung im Sinne des Bayer. Erwachsenenbildungsgesetzes anerkannt. Träger sind die Pfarrgemeinderäte und katholischen Verbände im Landkreises.“ http://www.donaustauf.de/orgdata.asp?Druckansicht=True&naviid={33ad6ec6-91f2-4ebb-9b44-048cc57cbdab}&ORGID={C98A8B1A-8AD9-4264-9BA7-BC1D19166E88}

    §1 Erwachsenenbildung (Weiterbildung) ist ein eigenständiger, gleichberechtigter Hauptbereich des Bildungswesens. 2 Sie verfolgt das Ziel, zur Selbstverantwortung und Selbstbestimmung des Menschen beizutragen. 3 Sie gibt mit ihren Bildungsangeboten Gelegenheit, die in der Schule, in der Hochschule oder in der Berufsausbildung erworbene Bildung zu vertiefen, zu erneuern und zu erweitern; ihr Bildungsangebot erstreckt sich auf persönliche, gesellschaftliche, politische und berufliche Bereiche. 4 Sie ermöglicht dadurch den Erwerb von zusätzlichen Kenntnissen und Fähigkeiten, fördert die Urteils- und Entscheidungsfähigkeit, führt zum Abbau von Vorurteilen und befähigt zu einem besseren Verständnis gesellschaftlicher und politischer Vorgänge als Voraussetzung eigenen verantwortungsbewußten Handelns.

    Damit hat die sogenannte „Katholische Erwachsenen bildung“ offensichtlich nicht mit der rechtlichen Grundlage zu tun, auf die sie sich gerne bezieht, sondern veschwindet in einer braunen Brühe unerträglicher Menschenfeundlichkeit.

  • Bert

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    @kreuzknappe

    Recht haben Sie! Ich würde mich als braver Katholik auch aufregen, wenn man diese Homos nicht widerspruchslos als Schwuchteln und abnorm beschimpfen darf. Dieser Linke Meinungsterror macht einem doch jeden Spaß kaputt. Früher hätte man mit den Emanzen und Schwulen noch ein schönes Feuerchen anzünden und katholisch feiern können, aber diese Gesinnungsterroristen machen einem alles kaputt…

  • Luna Schneck

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    War doch super. Bestimmt sind aufgrund dieses „hochqualifizierten“ Vortrags wieder einige aus dieser „nicht nächstenliebenden“ Sekte ausgetreten.
    Übrigens dieser Pfarrer Renner ist doch ein armes Schw….! Wie er so dasteht, hat wohl die Hosen voll.

  • Markus K.-W.

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    Also schlimmer als diese Frau sind ja eher manche Kommentare von den Usern hier. Da predigt ihr Nächstenliebe und pocht auf euer Recht der Meinungsfreiheit.
    Sei euch ja zugestanden, aber zum Thema Respekt solltet ihr noch mal zur Schule gehen. Denn den lassen hier einige vermissen!
    Und als „braver Katholik“ würde ich mal wieder in die Bibel schauen und nicht Hassreden gegen Andere schwingen. Oder am Besten einfach die Klappe halten!!
    Und zu dem Thema „früher hätte man ein Feuerchen angezündet“ sag ich nur eins: Das 3. Reich ist seit 1945 vorbei!

  • StuhloderSessel

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    Reine Neugier:
    Verkaufte Meves (oder ihr „Team“) die Bücher selbst? (Also ihre sog. Autorenexemplare) ?
    Oder organisierte eine Buchhandlung den Tisch? Wenn ja, welche?

    Merci.

  • wolfgang brosche

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    Die erzreaktionäre Christa Meves hat einen antimodernen Zuschlagreflex und möchte hinter die Aufklärung zurück. Sie gehört zu den vier apokalyptischen Reitern der Homophobie im Deutschen Sprachraum – als da neben ihrer Wenigkeit wären: Gabriele Kuby, Christl Vonholdt und Weihbischof Andres Laun. Sekundiert werden diese Herrschaften von Figuren wie Martin Lohmann (Chefredakteur des katholbraunen Senders ktv) und den sogenannten Redakteuren von „gloria.tv“ – einem Sender, der mit Spitzelaktionen gegen Krankenhausärzte den unsäglichen Skandal in Kölner Krankenhäusern wegen der abgelehnten Hilfe für eine vergewaltigte Frau mindestens mitangezettelt hat. Zu den weiteren Verbreitern von katholischem Unsinn und Menschenhaß gehören Organe wie kath.net und das glücklicherweise eingestellte kreuz.net.
    Frau Meves und Konsorten warnen vor einer angeblich weltumspannenden „Homolobby“ (gleichzeitig heißt es bei diesen Herrschaften, höchstens ein Prozent der Bevölkerung sei homosexuell), die mit Hilfe der UN und EU im Rahmen eines „gender-mainstreaming“ die gottgewollten Unterschiede von Mann und Frau aufheben und die halbe Menschnheit „homosexualisieren“ wolle. Das Ganze ziele auf die Vernichtung der Familie und der sexuellenDauerverfügbarkeit von Kindern ab. – Damit lenkt man nicht nur von den Mißbrauchsfällen im katholischen Kleruas ab, sondern gibt den Homosexuellen die Schuld, indem man Homosexualität und Pädophilie in einem rasselnden Atemzug nennt. Vor allem sind natürlich die 68er Schuld, die z.B. Aufklärungsunterricht eingeführt haben und eenso die Frauenbewegung usw. usf. – Alles, was diesen Herrschaften nicht paßt, ist eben nicht „gottgewollt“!
    Der Führer in Rom und der im Himmel mag das nämlich nicht! Und diese Herrschaften wissen das ganz genau – denn die ungfrau von Medjugorje oder andere halluzinatorische Wesen geben ihnen das dauernd ein!
    Schon vor über 80 Jahren gab es in diesem Land eine Partei, die von der „jüdischen Weltverschwörung“ faselte – und diese abscheulichen Lügen der Bevölkerung einhämmerte. Der Unsinn von der „weltumspannenden Homolobby“ gehört zum gleichen Kaliber.
    Auch das ständige Gerede, man müsse als Katholik eine andere Meinung zur Homosexualität haben dürfen, alles andere sei Meinungsterror, entspricht dem patzigen „man wird doch wohl noch was gegen die Juden sagen dürfen“.
    Es ist klar, daß der europäische Antisemitismus des 19. und 20. Jahrhunderts ein Produkt kirchlicher Indoktrination war. Nach dem Holocaust kann sich selbst die katholische Kirche nicht mehr erlauben, antisemitisch zu sein – doch wenn man die Schleimerei von den „älteren Brüdern im Glauben“ hört oder weiß, daß in der von Ratzinger wieder erlaubten alten Karfreitagsliturgie für die Bekehrung der Juden gebetet wird, dann habe ich da meine Zweifel.
    Gleichwohl, offener Antisemitismus fällt der Catholica schwer, so lange noch Augenzeugen des Massenmordes leben. Da sich aber diese Catholica immer als bedroht erleben muß, um ihre schwindenen Schäfchen bei der Stange zu halten, sucht sie sich neue Sündenböcke: die Homosexuellen.
    Christa Meves (evangelische Konvertitin) mag ein Auslaufmodell sein, aber seit Ratzinger schießt sich die katholische Kirche mit Dauerfeuer auf die Schwulen ein. Sie befindet sich dabei in unschönster Eintracht mit dem islamischen Fundamentalismus.
    Vor gerade mal zwei Wochen gehörte der Vatikan mit ca. 70 diktatorisch regierten Staaten – vor allem muslimische – zu den Ablehnern einer UN-Resolution zur sexuellen Selbstbestimmung des Menschen.
    Die Catholica und ihre Repräsentanten gerieren sich wie jene Rassisten, die den schwarzen US-Amerikanern bis in die 60er Jahre die vollen Bürgerrechte verwehrten. Sie bringen immer wieder die gleichen Pseudoargumente vor.
    Es handelt sich aber bei Meves und ihren Mitstreitern nicht durchweg um Dumpfbacken – im Verleumden und Verklären der Verleumdungen sind sie genauso geschickt wie ein hochintelligenter Rheinländer – sie insinuieren und überlassen die endgültigen Trugschlüsse ihren Zuhörern.
    Wenn man diesen Leute bloß eine halbe Stunde zuhört, bekommt man eiternde Gehörgänge – und liest man das homophobe Lügengeschwätz, die abenteuerlichen Verschwörungstheorien von Meves oder Kuby, dann beginnt man aus dem Munde zu stinken. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen!
    Es sei noch darauf hingewiesen, daß die deutschen Pius-Brüder in einem Verfassungsentwurf für einen deutschen Gottesstaat, eine Staatsreligion fordern (welche ist wohl klar), das Verbot der Abtreibung, eine erneute Pönalisierung der Homosexualität und die Wiedereinführung der Todesstrafe.
    Daß das erneut aufs Lager für Homosexuelle hinausläuft, ist wohl unmißverständlich. Wenn man die Homosexuellen kriminalisiert und ihnen die Bürgerrechte verweigert, dann muß es für sie ja eine „Endlösung“ geben.

  • Yvonne Giersch

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    Kann ich dann bitte meine steuern zurück nehmen, die die gute frau als rente von einer schwuchtel bekommt? Sollten alle „schwuchteln“ tun…arme, alte frau!

  • Lenzerl

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    Danke,Herr Brosche! Sie fassen das Gefühl in Worte, das mich bei derartig ideologisch gefärbten Auftritten von rechts wie links (!) immer wieder beschleicht:
    „… im Verleumden und Verklären der Verleumdungen … geschickt … sie insinuieren und überlassen die endgültigen Trugschlüsse ihren Zuhörern … Wenn man diesen Leute bloß eine halbe Stunde zuhört, bekommt man eiternde Gehörgänge …“

  • 04.04.2013 … Presseschau — Antifa Netzwerk

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    […] Zusammen mit der “Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Regensburg“ hatte Pfarrer Erich Renner die “Psychagogin“ Christa Meves zum Vortrag nach Donaustauf geladen: “SOS – Die Familie retten, heißt Europa bewahren“ lautete die Botschaft, die es zu verbreiten galt. Sie betont in ihrem knapp einstündigen Vortrag, dass die Wahrheit auf der Seite der “Schere liegt, die für die Familie ist“. Die andere Seite dieser Schere sei jene gegen die Familie: Die Ideologen. Diejenigen, die „vom bösen Geist erfasst sind, der nicht will, dass die Bevölkerung aufwacht“. Kritische Zuhörer und vermeintliche “Störer” wurden von Thomas Albertin, Geschäftsführer der “Katholischen Erwachsenenbildung” gefilmt und fotografiert. Kritische Äußerungen und Nachfragen unterbunden. (Regensburg Digital) […]

  • Leser

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    Ich hoffe, dass sich das Problem (die Vortragende und deren Publikum) sich in den nächsten 5-10 Jahren auf biologischem Wege natürlich lösen wird…

  • Margit Rötzer

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    Es ist doch zum „kotz…..“! Gegen das Flaggschiff der „Mutterkreuz-Bewegung“ haben wir in den 70iger Jahren schon im sogenannten „Erziehungskunde-Unterricht“ (für Mädchen versteht sich) protestiert und den „Unterricht“ verlassen. Jetzt tourt die immer noch!?!
    Bei aller berechtigten Hoffnung, dass sich dies bei gewissen Menschen „auf biologischem Wege natürlich löst“ (zwecks dem Alter und so) – hilft halt nichts!
    Man/frau schaue sich doch nur die Gesetze der amtierenden Familienministerin Schröder und die Politik ihrer eifrigen „Familienbewahrer-Partei“ im Lande an. Die haben leider nicht nur die Bücher von Meves am Schreib/Nachttisch liegen.
    Sprich: D I E vermehren sich in den letzten Jahren heftig – nicht nur durch Kindersegen in „anständigen Familien“ – nein, durch die reaktionäre Politik im Lande.
    Also: Auf, auf zum Kampf …. vereint!

  • Immanuel K. Anti

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    „und ohne Rauschgift – denn vor 1969 gab es noch kein Rauschgift in unserem Land“

    Wo wir ja jetzt alle die Wikipedia zur Verfügung haben, müssen wir nicht mehr den dicken n-bändigen Brockhaus oder Meyers‘ wälzen, um noch mehr über die Ergüsse von C. Meves lachen zu können.

    Einfach nachschlagen (am besten mit copy & paste die Suchbegriffe hier rausgreifen, denn das ist die anerkannte Methode in diesem Umfeld, hüstel):

    Pervitin, Morphium, Heroin, Codein, Kokain, Barbiturate.

    Dann kurz den Absatz „Geschichte“ überfliegen und am Ende ganz nach Belieben reagieren: laut lachen, leise weinen, Stoßgebete seufzen: „O HErr, lass Hirn vom Himmel fallen!“.

  • Dietmar Kuschke

    |

    Na wenn Homosexualität und anderes familienfeindliche Verhalten eine „Sünde“ ist, dann ist das doch eine gute Sache für jeden anständigen Katholiken, der stark in seinem Glauben sein will.
    Schließlich hat jeder gute Katholik an die Barmherzigkeit Gottes zu glauben.
    Würde er die Sünden unterlassen, dann würde er damit (wenn auch unbewußt) die göttliche Barmherzigkeit und dessen Gnade der Vergebung in seinen Grundfesten anzweifeln.
    Und Zweifel am Glauben sind schließlich eine „Sünde“ !!
    Somit ist denn alles was Ihr „Sünde“ nennt in diesem Kontext völlig legitim und machbar.
    Verwirrend, ich weiß, iss ja auch nich meine Religion :-D
    (ich könnt‘ mich einsch… vor lachen)
    Mit satanischen Grüßen

  • Kiki

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    Als evang. Christin bin ich entsetzt über diese Ansichten aus der Kathol. Kirche. Die Verantwortung für alle Menschen in ihrer Vielfalt und Besonderheit und vor allem als Ebenbild Gottes wird hier arg widersprochen.

    Was diese Frau und diese Priester (o. was er immer er ist) äußert ist menschenverachtend. Beschämend, dass Frauen reduziert werden auf ihre Mutterrolle – beschämend, dass Liebenden der moralische Zeigefinger entgegengehalten wird.

    Jede Liebe zwischen zwei Menschen ist achtens – und segenswert.

  • solala

    |

    Hab erst letzte Woche in der Schule gelernt das in Deutschland Opiumzigaretten verkauft wurden :)

  • Mathilde Vietze

    |

    Ich habe bei Wikipedia nachgelesen, daß Christa Meves
    u.a. folgendes von sich gegeben hat: „Durch meinen Dienst
    für Führer, Volk und Vaterland habe ich mehr in puncto
    Psychologie gelernt, wie auf der Universität“.
    Und diese Frau regt sich über die 68er, die sicher auch
    Fehler gemacht haben, auf.

  • Fr.Streng

    |

    Homosexuelle Beziehung innerhalb des Klerus der röm.kath. Kirche sind so alt wie das kirchenrechtliche Verdammen von Schwulen und Lesben. Die zugrunde liegende scheinheilige und selbstbetrügerische Sittenlehre führt zu einem permanenten Scheitern und Verdammen der eigenen Leute!

    Die ersten zwei Leiter des Internats der Regensburger-Domspatzen in der Reichsstr. (F. Zeitler, G. Zimmermann) waren Geistliche, die wegen gleichgeschlechtlicher Beziehungen (§175) und sexuellen Kindesmissbrauch strafrechtlich verurteilt wurden (wobei das eine mit dem anderen nichts zu tun hat, wohl gemerkt).

    Was Frau Meves zu diesen Geistlichen wohl sagen würde?

  • Kreuzknappe

    |

    Weder der angebliche Meves-Ausspruch über „Führer, Volk und Vaterland“ lässt sich tatsächlich für sie nachweisen noch der in der Schlagzeile zitierte Ausspruch über „Schwuchteln“. Christa Meves beherrscht die deutsche Grammatik und weiß, wann man „wie“ und wann man „als“ schreiben muss…
    Die Quelle bei Wikipedia ist ein Sekundärzitat, das bei weiterer Suche schließlich ins Leere geht.
    Ist schon witzig, dass Leute eine Veranstaltung mit einer Referentin besuchen, von der sie schon vorher wissen, dass sie deren Ansicht nicht teilen. Ich stelle mir gerade Fußballfans vor, die als Zuschauer zum Golfplatz gehen und dann meckern, dass es keinen Elfmeter gibt.
    Aber die Geschmäcker sind eben verschieden.

  • Bert

    |

    @Kreuzknappe

    Da liegen Sie zwei Mal falsch. Das erste Zitat verwendet sie in einem von ihr veröffentlichtem Buch. Das zweite stammt aus einem mit ihr geführtem Interview.

    Wer für den Nazi Jürgen Rieger referiert, sich von der Nationalzeitung interviewen lässt und bei den Republikanern schreibt, Homosexuelle als „Perverse“ (Vortrag bei der Rechtsaußen-Burschenschaft Normannia; veröffentlicht auf Youtube), „unnatürliche Konstrukte“ (Donaustauf) etc. bezeichnet, Frauen mit falschen Daten und manipulativen Lügen ein schlechtes Gewissen macht, hat nicht nur „eine andere Ansicht“. Das ist diskriminierende Hetze.

    Wenn dann Gegenwind kommt, wird gejammert, dass es keine Meinungsfreiheit gäbe. Natürlich gibt es die. Frau Meves darf straflos ihren Bullshit von sich geben. Ebenso wie manche Fundamental-Katholiken. Aber sie und jene müssen auch mit entsprechenden Antworten rechnen.

    Meinungsfreiheit definiert sich nicht darüber, dass jeder Schmarrn klaglos und akzeptierend hingenommen wird. Aber das haben Menschen Ihrer Coleur ja noch nie verstanden.

  • Kreuzknappe

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    Aus welchem Buch? Seitenangabe?

  • Bert

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    @Kreuzknappe

    Mit dem ersten Zitat meinte ich das vom „natürlichen Bedürfnis der Frau nach Unterwerfung“. Aus dem Buch „Ehe-Alphabet“, 1973.

    Das Interview mit ihrem Führer-Ausspruch erschien 1977 in der Zeitschrift „MUT“.

    Wären es nun nur Zitate aus den 70ern, wäre das tatsächlich etwas dürftig.

    Aber es gibt zahllose Vorträge von Frau Meves, größtenteils auf Youtube veröffentlicht, in denen sie Homosexuelle offen als widernatürlich und pervers beschimpft. Hier zum Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=3UdIioQvAeg

    Sie wertet also andere Menschen ab, klassifiziert sie als krank, pervers etc. Sie spricht und schreibt ja sogar von einer weltumspannenden „Homo-Lobby“; das klingt schon fast nach jüdischer Weltverschwörung. Das ist katholisch? Prost Mahlzeit.

    Meves sprach nicht nur bei Jürgen Rieger, einem offenen Faschisten, sondern z.B. bei den Rechtsaußen-Burschenschafte Normannia (Video), Danubia (nachzulesen auf deren Seite) etc oder im Studienzentrum Weikersheim. Sie schrieb für die Republikaner. kreuz.net und die Piusbruderschaft haben immer mal gern auf Meves-Texte zurückgegriffen. In einem 1976 erschienen Buch echauffiert sie sich darüber, dass ein Mädchen mit jedem Mann mitgegangen sei, „einmal sogar mit einem Zigeuner“.

    Meves ist eine Schnittstelle zwischen Konservativen und Neuen Rechten. Bezeichnend ist ja, dass es ihren SOS-Vortrag schon lange gibt; vor 25 Jahren ging es noch um die Rettung von Deutschland, heute um Europa.

    Nein. Das ist nicht verboten.

    Aber es ist legitim und in meinen Augen auch notwendig, sich gegen so jemanden zu stellen und seinen Unmut kund zu tun. Das darf man heute, auch wenn es Ihnen nicht in den Kram passt. Hetze ist auch unter dem Deckmantel der Glaubensfreiheit Hetze. Haltet Euch mal ans Grundgesetz und die Erklärung der Menschenrechte.

  • Patrick Güthe

    |

    Wolfgang Brosche hat hier eine messerscharfe analytische und sehr informierte Polemik zur Thema beigetragen. Man fragt sich, ob da ein (mindestens semi)professioneller am Werke ist.
    In der Tat lassen sich die Strukturen dieser mindestens populistischen Aussagen von Frau Meves ganz klar auf fragwürdige Ideologien zurückführen.
    Es lohnt nicht abermals herunterzubeten in welchem höchsten Maße solche Aussagen anachronistisch und darüber hınaus auch tendenziös extremistisch auftreten. Vom Verhalten der Gastgeber gar nicht zu reden.
    Professor Eberhard Tiefensee (2001) der Universität Erfurt fast zusammen:

    „Was sich aber mit ziemlicher Sicherheit sagen läßt: Der gleitende Übergang vom extremen Standpunkt zum extremistischen beginnt mit einem Kommunikationsabbruch. Es kommt zum Ab- und Einschluß in eine eigene Welt. Eine eigene Sprache und Symbolik dient der Abschirmung. Hinzu kommen oft Spezialkenntnisse, über welche die Allgemeinheit in der Regel nicht verfügt(…)“.

    Vor diesem Hintergrund scheinen die Aussagen und Verhaltensweisen der Referentin und der Gastgeber (hier vor allem des Pfarrers Renner) in einem klareren Licht. Wie man es auch dreht und wendet, aus sozialissenschaftlicher, philosophischer, religionswissenschaftlicher, juristisch-politikwissenschaftlicher oder geschichtswissenschaftlicher Perspektive: bei genauerer Betrachtung entlarven sich die Kernbotschaften selbst durch ihre Terminologie und im ihre, im Gewand der Mitte gekleideten, rassen- und religionselitaristischen Ansprüche. Professor Tiefensee (2001) spricht in diesem Zusammenhang vom gefühlten

    „Verlust der Mitte“ und die Suche nach einer „neuen Mitte““.

    Das bedeutet in der Konsequenz, dass wir von einem identifikatorischem Verlust eines gefühlten (!) sicheren Gemeinwesens sprechen müssen. Kurzum: Die Angst und Verunsicherung macht sich breit.
    Daher bleibt die Frage danach, wie wir solche Phänomene nicht nur erkennen und anprangern, sondern nach und nach auch reduzieren können, denn schließlich resultiert der Zulauf der politischen und religiösen Extreme (Verfassungsschutzbericht 2011) auch in unseren Systematiken und Gesellschaftszuständen. Da hilft auch der historische rote Faden und die resignierende „so alt wie die Menschheit“ Rethorik nicht weiter.
    Karl Heinz Kohl weiß in seiner (eigenlich ethnologischen) Monographie „Die Wissenschaft vom kulturell Fremden“ (1993) bereits darauf hinzuweisen:

    „Die Beschäftigung mit dem kulturell Fremden steht zwar weiterhin im Mittelpunkt des Faches (der Ethnologie [A.d.V.]); doch erweist das Fremde sich oft nur als ein Umweg, um zu einem besseren Verständnis auch unserer eigenen Kultur zu gelangen.“

    Zur Erläuterung sei gesagt, dass Karl-Heinz Kohl ein deutscher Ethnologe, Religionswissenschaftler, Historiker und Philosoph ist und im Bereich der deutschsprachigen Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaft durchaus als einer der herausragenden Forscher bezeichnet werden kann.

    Daher ist es nun an uns selbst, allen von uns, zu ergründen, welchen Nährboden wir extremen und extremistischen IdeologInnen bereiten. So bitter und unerwünscht dies auch sein mag.

  • Kreuzknappe

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    Dachte ich es mir doch:
    Das angebliche Zitat von Christa Meves über „Führer, Volk und Vaterland“ habe ich gerade als Quelle entdeckt. Nicht 1977, sondern 1973, und dort heißt es doch etwas anders.
    Sie erzählt von ihrem „Zeugnis der Reife“ im Jahre 1943, und dieses enthielt „Ableistungsnachweise für Führer, Volk und Vaterland bei Kindergarteneinsätzen, Schulhelferdiensten und Betreuungen von Kinderlandverschickungslagern… Ich lernte dort mehr praktische Psychologie und Pädagogik…“ – Damit ist klar: Der Satz bezieht sich auf die Arbeit z.B. im Kindergarten und soll sagen, dass die Praxis einem oft mehr bringt als noch so schlaue Texte von Professoren. Also keinerlei Lob für irgendeinen Führer!
    Was soll bitte schlimm an diesem Lob auf die Praxis sein?

  • wolfgang brosche

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    @patrick güthe
    Offenbar haben wir beide zeitgleich gepostet – hätte ich Ihren Kommentar schon gekannt, hätte ich zu meine zweiten Posting noch eine kleine Randbemerkung und Beobachtung dazugesetzt:
    Die von mir erwähnte Gabriele Kuby, Mitstreiterin der Meves, berichtet auf ihrer Internetseite (www.gabriele-kuby.de) von ihren „Erlebnissen“ bei der ersten Anti-Homoehe-Demo in Paris im Februar und sie schwärmt davon, daß sie und ihresgleichen „Terrain“ zurückgewinnen würden. – In ihrem im vergangenen Herbst erschienenen Buch „Die globale sexuelle Revolution“ nennt sie die von ihre konstruierte „Homolobby“ den „Feind“ – das alles läßt schon tief blicken.
    Ein Randereignis jener ersten und der zweiten Pariser Demo ist aber sehr bemerkenswert: vor allem junge Menschen skandierten dort: „Wir wollen keine Homoehe, wir wollen Arbeitsplätze!“
    Diese völlig irrationale Verknüpfung von Schwulenhaß und Verzweifelung von Arbeitslosen (nemhen wir zugunsten der jungen Leute an, sie waren nicht bloß rechte Schreihälse) zeigt allerdings, wie ausgrechnet im laizistischen rankreich der Coup der katholischen Kirche (in unschönster Gemeinsamkeit mit rechten Islamorganisationen, die zur Demo aufgerufen haben) gelungen ist: so werden Homosexuelle zu Sündenböcken für alles, was in der Gesellschaft schief läuft – wie vor 70/80 Jahren.
    Leute wie Meves arbeiten bewußt darauf hin, daß man vor allem Schwulen (lesbische Frauen scheinen für sie und ihresgleichen kaum zu existieren) die Schuld an allem Möglichen und Unmöglichen geben kann.
    Ich kenne eine Geschichte aus meiner Verwandtschaft: meine damals noch junge Großmutter kommt von der Arbeit nach Haus und sieht, wie eine jüdische Familie aus der Nachbarschaft am hellichten Tag abtransportiert wird. Die übrigen Nachbarn stehen neugierig dabei. Auf die Frage, was denn diese Familie, die sie gut kannte, getan habe, fuhr man ihr über die Mund:“irgend etwas wird´s ja schon sein, es sind ja Juden!“
    Wenn es diese Stimmung, die bewußt von solchen Figuren wie Meves angezündelt wird, wieder gegenüber Schwulen geben sollte, dann wird es auch wieder zu spät sein.

  • Patrick Güthe

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    Sehr geehrter Herr „Kreuzknappe“,

    es ist ja sonst nicht meine Art aus Online-Enzyklopädien zu zitieren, aber ich habe das mit diversen anderen (zugegebenermaßen Online-) Quellen verglichen. Sie sollten bitte nicht außer Acht lassen, dass wir hier nicht von einer neutralen Zitation von Frau Merves aus eines ihrer Arbeitszeugnisse reden, sondern sie aus freien Stücken und keineswegs ironisch diese Formulierung gewählt hat. Sie haben unterschlagen, dass sie gesagt hat „DANK Ableistungen für Führer, Volk und Vaterland“, habe sie „in den letzten Kriegsjahren mehr praktische Psychologie und Pädagogik gelernt als später an der Universität“. Es ist ja richtig, dass sie ein Lob an die Praxis ausgesprochen hat. Doch gehört es zum guten Ton zum einen klarzustellen, dass es sich um eine Formulierung anderer und zeitgenössische Redegepflogenheiten handelte, und zum anderen eine distanzierende Zitation (z.B. Konjunktiv) zu benutzen, vor allem, wenn man als öffentliche Person auftritt. Das sollte Frau Meves dank ihrer akademischen Karriere ja durchaus bewusst gewesen sein.
    Weiter hat sie ja nun durchaus auch damals bereits von „biologischer“ Veranlagung von Frauen zur Unterwerfung gesprochen, wenn ich mich nicht irre. korrigieren sie mich bitte, wenn ich mich irren sollte.
    Sie können es drehen und wenden, wie sie wollen, aber sie werden die Aussagen und Verhaltensweisen von Frau Meves nicht in eine konservative Mitte rücken können.

  • sy

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    Wenn ich mir die Frau und Ihre Aufmachung so ansehe: Sie braucht dringend einen schwulen besten Freund!!

  • HeinzRüdiger

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    „denn vor 1969 gab es noch kein Rauschgift in unserem Land“

    … haha, als hätte der übergewichtige Opiumabgäninge Göring nie existiert…

  • Lar Ursu

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    Die Staatsreligion darf also jetzt die geistige „Burka“ offen propagieren und Hetze betreiben – gruselig aufschlußreich.
    Klar gilt die Meinungsfreiheit, aber ob das dem Ruf der Kirche gut tut ist doch sehr fraglich…

  • Patrick Güthe

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    Sehr geehrter Herr Brosche, liebe Mitleser,

    in der Tat sprechen Sie mit Ihren erfahrungsorientierten und somit tendenziell empirischen Analysen genau auf den Punkt an, der vorher angesprochen wurde. Der psychologische Mechanismus der Projektion greift hier lehrbuchartig und lässt sich sehr zu Ungunsten der diskutierten Aussagen von Frau Meves und anderen deutlich nachverfolgen.
    Wenn davon gesprochen wird, dass „Mit der 68er-Generation „eine Ära begonnen habe, mit der ein „Volk mit relativen gesunden Familien und ohne Rauschgift […] bewusst von „Ideologen kaputt gemacht wurde““, so finden sich in mehreren Ebenen, die (unter Berücksichtigung der Leser) nicht in ihrere Gänze ausgeführt werden können, welche Bestätigungen für ihren Versuch der Umwerfung anderer sozialer Konflikte auf eine generell gesellschaftlich angenommene Entwicklung belegen. Wider aller Individualisierungstheorie und Empirie wird hier ein Umstand KREIERT, der eine Erklärung und somit Orientierung innerhalb eines sozialen Unsicherheitsgefüges generiert, die somit einen Raum der „Entlastung“ darstellt und als Option für einen einfacheren Weg der Erklärung angesehen werden kann.
    Als sozialisierende Beschreibung der Welt als „SO ist sie“.
    Dass dieser Umstand durchaus auch aus eigenen Partizipationen und Verantwortungen entsteht, wird ausgeblendet. Ebenso der ethische Hintergrund einer westlichen humanitären Tradition. Sie wird im Gegenteil sogar negiert und als Ursache des Übels angeführt. Wobei im Gegensatz zur konflikthaften Diskussion um die Auseinandersetzung der Himmelsrichtungen (nicht hier, aber an anderer Stelle) dies auch gerne als Argument FÜR die „westlichen“ (kritisch) Wertesysteme in Opposition zu „östlichen“ behandelt wird. Das erzeugt eine Beliebigkeit, die man durchaus anzweifeln kann. Wenn man auf der einen Seite behauptet, individuelle Freiheit sei ein Übel, und auf der anderen konstatiert, dies sei eine Errungenschaft unseres „Kulturkreises“ (kritisch), verwundert es nicht, dass eine gewisse Ernsthaftigkeit vermisst wird. Im Resultat bleibt also zu bemerken, dass Argumenten nur so lange neutrale Gültigkeit zugesprochen werden, wie sie den eigenen Zwecken dienen. Das mag generell Usus sein im Karussel der Rethorik, doch in dieser tiefgreifend paradoxen Art ist sie kaum mehr zu ertragen und ernst zu nehmen.

    Sie haben vollkommen Recht, wenn sie sagen, dass es eine gewisse Form der Grenze gibt, an der man soziodynamisch kritische Zustände messen kann. Und davor solten wir uns hüten. Deshalb folge ich meiner Argumentation, dass wir als System und Gesellschaft die Verantwortung dafür tragen müssen, wenn solche Phänomene erscheinen. Das zentralisierte Frankreich ist ein gutes Beispiel dafür. Wie perplex steht man da, wenn auf einmal der junge muslimische Mann mit dem extremen Christen aufmarschiert? Und vor allem: Wie konnte es soweit kommen?

  • Kreuzknappe

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    Sehr geehrter Herr Patrick Güthe um 21.18 Uhr.
    Genau darum geht es: eine falsche Zitation bei Wikipedia. Das „Dank“ hat sie überhaupt nicht formuliert: „Mein Zeugnis der Reife… enthielt… Arbeitsnachweise für Führer, Volk und Vaterland“. Nirgendwo im Text von Frau Meves steht in diesem Zusammenhang ein „Dank Führer…“
    Aber abgesehen davon ist das Wörtchen „dank“ in einem solchen Falle eine sogenannte kausale Präposition, die den Grund, die Ursache für einen Zustand angibt, also beispielsweise: Dank des Kommentars von Herrn Güthe muss ich hier noch einmal etwas klarstellen. – Das heißt doch nicht, dass ich mich bei Herrn Güthe bedanke.

  • max meier

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    Einfach nur widerlich diese homophoben Stasimethoden. Abscheulich so etwas !

  • Mathilde Vietze

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    Zum Thema „68er-Bewegung“: Dr. Ruth Pfau, Jahrg. 1929,
    die großartige Ordensfrau, die über Jahrzehnte in Pakistan in der Lepra-Hilfe tätig war, sagte in einem Buch „natürlich
    sind da auch Fehler gemacht worden, aber insgesamt war
    die 68er- Bewegung notwendig, um verkrustete Strukturen aufzubrechen“.
    Dr. Ruth Pfau ist für jeden ernstzunehmenden Christen
    ein e c h t e s Vorbild.

  • K.

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    Das ist unfassbar!

  • Emanuele Zecca

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    Es ist mir eine Freude, auf irgendeinem Wege wieder was von Mathilde Vietze lesen zu dürfen und als ehemaliger „Caffè Letterario“ – Wirt hinterlasse hier für sie auch herzliche Grüße. Mein Kommentar zum Artikel? Ach, jemand der in solchen nichtsaussagenden farbigen Säcken rumläuft ist sowieso nicht ernstzunehmen.

  • Kernel

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    Warum muss man sich als Katholik immer öfter für die Anderen schämen?
    Wer lässt solche Pfarrer weiterhin predigen? Weil es keine Alternativen gibt?
    Kann es sein, dass niemand Leiter des katholischen Bildungswerks werden wollte und man dann halt einfach jemand nimmt der’s macht? Keine Ahnung, ob es da Mitglieder gibt, aber die müssten doch in Scharen davonlaufen! In der Oberpfalz gilt doch eher das Motto – Leben und leben lassen.

  • Juppi

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    Dr. Ruth Katherina Martha Pfau wurde lt Wiki,
    am 22. November 2012 für ihr Engagement in Pakistan mit dem Bambi ausgezeichnet.

  • Markus T.

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    Ein Kommentar von einer Schwuchtel, von einem bekennenden Christ (wenn auch nicht in einer der beiden großen Kirchen – brav Kirchensteuer zahlend – vertreten), von einem menschlichen Wesen.

    @ Markus K.-W.: Sie haben absolut Recht mit Ihrem Kommentar zur Freiheit einer eigenen Meinung. JEDER Mensch sollte diese haben, auch Menschen wie Hitler einer war, wenn er auch zum Anti-Christen mutiert ist. Seine Meinung darf JEDER sagen. WIR – die Gemeinschaft haben zu entscheiden, was gut und was böse ist. Und auch das müssen wir äußern! Es ist unsere Verpflichtung für unsere Meinung einzustehen so wie Jesus Christus sein Wort in die Welt hinaus geschrien hat und dafür ans Kreuz genagelt wurde.
    @ Bert: Recht haben Sie auch. Zurück zu den Scheiterhaufen! Brennen sollen wir „Schwuchteln“. Am besten öffentlich auf den Marktplätzen. Und das ja nicht vergessen wird die Kinder mit dazu zu nehmen, dass Sie sich ein Beispiel daran nehmen. (Ist natürlich ironisch gemeint)

    Ich verstehe wirklich nicht worum es bei der generellen Diskussion homosexuell lebende Menschen Ihr Leben nach Ihrem „Gusto“ leben zu lassen. Laut der Bibel (ein von MENSCHEN geschriebenes Werk) wird doch eh früher oder später abgerechnet. Und soweit ich weiß, lässt sich der Herr nur ungern ins Handwerk pfuschen. Warum also der Wille ihm zuvor zu kommen? Wir „Schwuchteln“ zahlen doch bis dato brav unsere Steuern, dürfen keine Kinder welche verstoßen wurden adoptieren, können in keiner der beiden Kirchen vor Gott heiraten oder sonst irgendwelche Privilegien „genießen“ welche nie normale, die heterosexuelle Weltgemeinschaft für sich beansprucht.

    Wir leben unser Leben, egal ob es den Hassern schmeckt oder nicht. Wir leben es nicht offen – denn wir dürfen es nicht. Wir treffen uns in Clubs oder im Internet. Wir sind leise, wir gehen nicht Hand in Hand mit unserem Partner durch die Stadt.

    Im Gegenteil – wir sind die „Geister“ die Eure Frauen in Konfektionsgröße 50 zu einer Prinzessin machen wollen (DANKE Harald Glööckler!!). Wir zahlen brav aus Steuerklasse 1 heraus. Wir wollen nur einmal im Jahr auf dem CSD unsere Meinung sagen dürfen. Wir offen homosexuell lebende Menschen sind im Einklang mit unserer Lebensweise „wider die Natur“. Wir missbrauchen keine Kinder im Beichtstuhl oder in der Sakristei.

    Ja – wir haben komische Haarschnitte, wir reden affektiert, wir tragen manchmal Perücken und Frauenkleider oder gar Leder, wir singen, wir lachen laut, wir haben Spaß!

    Ich selbst komme aus einer Familie mit einer fast 800 jährigen Geschichte. Ich hätte in dieser eine Verantwortung zu tragen. Einen Stammhalter zu „produzieren. Meine eigene Mutter hat gedacht ich sei eine „Kreatur wider die Natur“. Und ja – das bin ich. Die Natur hat dem Manne zugedacht sich zu vermehren. Aber genauso hat die Natur „uns Schwuchteln“ hervor gebracht. Denn so sehr wir Menschen sind, so sehr sind wir von der Natur, von Gott nach seinem persönlichen Gusto erfundene, Säugetiere. Jedoch leider die von der schlimmsten Sorte – diejenigen die Ihre eigene Art morden um des schnöden Mammons Willen – wegen Öl, wegen einer anderen Meinung oder aus anderen niederen Gründen.

    Ich folge lieber meiner Natur – der Natur die der Herrgott für mich vorgesehen hat! Bis heute hat er auch alle meine Gebete erhört und die, die mir lieb und teuer sind bewahrt. Nochmals: ER lässt sich nicht ins Handwerk pfuschen auch nicht von falschen Propheten wie Frau Christa Meves / Herr Pfarrer Renner. ER spielt nach seinen Regeln und dafür bin ich MEHR als dankbar!

  • Ridiculous

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    Ohne Rauschgift?

    http://de.wikipedia.org/wiki/N-Methylamphetamin

    Na, wer hats erfunden? Ich glaube, die waren damals sogar so skrupellos das an kleine Kinder zu verteilen mit unabsehbaren Langzeitwirkungen.

  • Gondrino

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    Eine 88jährige, die der fundamentalistisch-katholischen Ideologie anhängt? Die gegen die Realitäten anschreibt und redet? Für mich eher zum Gähnen. Soll sie doch.

    Der Skandal hier ist, dass dieser Frau ein öffentlicher Raum gegeben wird ihre unwissenschaftlichen Thesen und Unwahrheiten zu verbreiten. Die Einladenden sind doch hier die eigentlichen Brandstifter, die solche Thesen im Jahre 2013 hoffähig machen und damit Unfrieden schaffen und Hass sähen.

    Wenn das katholische Erwachsenenbildung ist, wundert mich, speziell in Donaustauf, nichts mehr.

  • Hagen Ulrich

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    Die 88jährige Christa Meves hat mal wieder ein für sie typisches Werk abgeliefert. Unter dem Motto „Antworten von vorgestern auf die Fragen von heute“ steht ihr Oeuvre, das sich an eine Leserschaft richtet, die in ihrer Generation entstammt oder dort verwurzelt ist.
    Altersstarrsinn könnte eine Begründung sein, Beratungsresistenz eine andere. Jedoch sind Leser gut beraten, ihr Werk als das zu nehmen was es ist. Ein gutes Beispiel für eine Geisteshaltung, die spätestens 1945, allerspätestens aber 1968 aus der Mode geriet. Heute trifft man ihre verquasten Ansichten bei christlich fundamentalistischen Initiativen an, vielleicht entdecken aber auch salafistische Bewegungen das Potential.
    Der Haß, der aus ihren Gedanken strömt, Haß auf anderes und andere, der ist schon fast pathologisch zu nennen. Eigentlich traurig, aber bekannterweise muß man nicht jede Seele retten.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu einer Bekannten sagte der Pfarrer im Brautunterricht:
    „Und jedes Jahr ein Kind, denn die Frau muß für die schöne
    Stunde büßen.“
    Ich glaube, Christa Meves ist nur deshalb vom evangelischen
    zum katholischen Glauben gewechselt, damit sie die hinter-
    wäldlerische Sexualmoral der katholischen Amtskirche ver-
    teidigen kann.

  • Veronika

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    … und demnächst wird Frau Gabriele Kuby eingeladen und referiert gegen Gender-Mainstreaming!!!
    Wo sind die Piusbrüder, die Frau Mewes und Frau Kuby gleich mal – traditionell/ traditionalistisch verbürgt – in deren Schranken, ähm „hinter den Herd“ verweisen?
    Wenn die schon uns Frauen alle zivilisatorisch erkämpften Rechte absprechen wollen, sollen die doch damit anfangen. Frau Mewes könnte dann keine Vorträge halten, sondern sich um deren 20 Kinder kümmern, ausser natürlich die hat niemanden gefunden, mit dem sie überhaupt mal Spass haben und dann dafür büssen konnte.

  • wahon

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    Ist die Meves wirklich noch gläubige Katholikin? Als eine, die bald vor ihrem (vermeintlichen) Schöpfer stehen wird, verströmt sie erstaunlich viel Feindseligkeit, wo sie doch wissen müsste, dass ihr Gott, der „die Liebe selbst“ ist, sie dafür bestrafen wird. Ich sie vielleicht doch bei „Scientology“ aktiv?

  • Veronika

    |

    @wahon: Na sicher ist die „katholisch“! Sonst wäre die – der einzige Ausschlussgrund – wohl kaum vom KEB eingeladen worden.
    Jetzt erst habe ich gesehen, welcher Pfarrer da zudem tätig war: Pfarrer Renner.
    Na sauber! Da steckt also sozusagen die „oberste Führungsetage“ mit dahinter, denn Pfarrer Renner war mit einigen mittlerweile diözesantragenden Leuten in Ausbildung, so ich richtig informiert worden bin.

  • Stewan

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    Ich würde das nicht zu sehr aufbauschen, die Frau ist 1930er Jahrgang hängt offenbar deutlich veralteten Weltanschauungen nach und versteht nicht warum unsere Gesellschaft nichtmehr so ist, wie sie „früher“ wohl mal war.

    Das es da Leute in deutlich veralteteren Institutionen gibt, die ihr gerne eine Plattform bieten, find ich nachvollziehbar.
    Aber sowohl der Kirche, die ja immer mehr Mitglieder verliert, als auch Frau Meves, läuft die Zeit davon.

  • wolfgang brosche

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    @stewan und veronika

    Frau Meves ist zum Katholizismus konvertiert, weil ihr der Protestantismus zu schlapp war. Es ist leider wahr, daß Konvertiten meist päpstlicher sind als der Papst.
    Diese alte Dame besucht nicht nur reaktionäre katholische Gemeinden. Der neue Chefredakteur des reaktionär-katholischen Fernsehsenders, Martin Lohmann (seinerseits rechtskatholisch bis zum Abwinken) gibt ihr reichlich Raum und Zeit bei eben diesem Sender ihren Unsinn abzusondern. Auf rechten Internetforen jubelt an ihr zu.
    Gewiß, Frau Meves ist ziemlich alt und wird wohl nicht mehr lange ihre Niederträchtigkeiten von sich geben. Aber sie hat Adepten und sie hat die Nomenklatur der Catholica hinter sich.
    Zwar haben wir angeblich in unsere Land eine Trennung von Kirche und Staat, aber neueste Äßerungen von Parlamentariern – von Norbert Geis, über Norbert Lammert bis zu Wolfgang Thiese, also aus allen Parteien – lassen daran zweifeln. Immer wieder wird vor allem die katholische Kirche als Hüterin von Moral und Ethik beschworen. Die menschenverachtende Grundtendenz von Religion überhaupt wird nicht gesehen, lieber jubelt man Papst Ratzinger zu, der im Bundestag vom Naturrecht faselt. Völlig zurückgebliebene Abgeordnete vor allem der Grünen wähnten (dieses Verb hat den Stamm „Wahn“ in sich), Ratzinger meine Umweltschutz und Grüne damit.
    Mit dem „Naturrecht“ begründet die katholische Kirche die Zweitrangigkeit der Frau, die Kriminalisierung von Homosexuellen und letztlich ihr Primat (das der Kirche) über Wissenscahft, Kultur und Politik. Die katholische Kirche hält sich noch immer für die Mutter aller Dinge. Man lese nur einmal nach, was Ratzinger noch als Präfekt der Glaubenskongregation über die Grausamkeiten der Inquisition von sich gibt. Das kirchliche Recht, so behauptet dieser menschenfeindliche alte Mann, habe immerhin Ordnung in die lange Zeit ungeordnete Verfolgung vo Hexen und Andersgläbigen gebracht. Und da Galilei – so seine Behauptungen zu diesem berühmmten Fall des Aufeinanderprallens von kirchlichem Machtanspruch und freier Wissenschaft – zu seiner Zeit noch nicht nachweisen konnte, daß seine Theorien über die Bewegung der Gestirne wahr seien, tat die Kirche Recht daran, ihn zum Schweigen aufzufordern, denn er hätte die Menschen damit in totae Verwirrung stürzen können.
    Heute, da ja die Wahrheit über die Bewegung der Sterne nicht nur experimentell, sonde4rn auch durch verfeinerte technische Möglichkeiten nachgewiesen werden könne, falle es der Kirche nicht schwer, ihn zu rehabilitieren. 350 Jahre !!!! nach den abscheulichen Vorgängen ist die katholische Kirche so gnädig, den Wissenschaftler zu „rehabilitieren“!
    Soviel zur Dummheit und Dreistigkeit der Catholica – und deren Vertreter sitzen in TV-Gremien, ethikräten usw. usf. – und sie behaupten noch immer, mit größter Hartleibigkeit gegenüber den Erkenntnissen der Psychologie, Medizin und Anthropologie, daß Homosexualität unnatürlich, eine Krankheit und vor allem eine Sünde sei – ja, noch mehr: die vatikanische Kamarilla auch um den neuen Papst stilisiert die Schwulen (Lesben kennen sie in ihrer Menschenverachtung gar nicht) als Bedrohung von Kultur und abendländischer Zivilisation wie sie es jahrhundertelang mit den Juden gemacht haben.
    Nein, harmlos sind diese Figuren nicht. Besonders die Fraktion der karrieregeilen Schrankschwuchteln innerhalb dieses Systems ist so antiaufklärerisch, antidemokratisch und frauenfeindlich wie seit Jahrzehnten nicht.

  • Mathilde Vietze

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    Sehr geehrter Herr Brosche, Ihrem Kommentar vom
    11. April 2013 stimme ich weitgehend zu. Ich kenne eine
    Reihe von Personen, die vom evangelischen zum katholi-
    schen Glauben gewechselt sind und ab diesem Zeitpunkt
    unausstehlich wurden.
    Dabei ist der evangelische Glaube mitnichten lascher, als
    der katholische. Der Unterschied ist nur: Bei der evange-
    lischen Kirche handelt es sich nicht um eine dogmatische
    und doktrinäre Religion und außerdem gesteht man hier den
    Gläubigen zu, ihren gesunden Hausverstand zu verwenden
    und nicht jede klerikale Willkür als göttliches Gesetz zu
    akzeptieren.
    Aber, Herr Brosche, ich kann Sie trotzdem beruhigen:
    Auch die Wertkonservativen in der katholischen Kirche
    sind k e i n e Anhänger von der Meves; das sind entweder
    die Reaktionäre oder aber die unverbesserlichen Einfalts-
    pinsel, die – leider – mit und ohne Meves nicht aussterben.

  • suennerklaas

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    Mir fällt zum Thema „Homophobie“ immer nur eine alte Weisheit ein:

    „Die Schlimmsten Kritiker der Elche
    Sind meist selber Welche!“

    Dies lässt sich auf viele Bereiche des täglichen Lebens beliebig ausdehen.
    Ansonsten beachte man das kleinkarierte Geschrei seit dem Amtsantritt von Franziskus: man regt sich über Schuhe, die fehlende Mozetta, einen nichtgemachten Knicks bei der Wandlung auf. Manche von den selbsternannten „Rom- und Papstreuen“, die bis vor wenigen Wochen noch von anderen „Gehorsam gegen Rom“ forderten, wandern inzwischen enttäuscht zu den Sedisvakantisten und zu den Piussen ab. Irgendwer hat sich sogar so weit aus dem Fenster gelehnt und getönt, für Franziskus sei man nicht „katholisch“ geworden.
    Sowas nennt man Beliebigkeits- oder Patchwork-Katholizismus. Mit der christlichen Heilslehre, ja selbst mit dem kirchlichen Lehramt hat das alles NICHTS, aber auch gar nichts zu tun.

  • Peter Friedrich

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    Kann den Beiträgen von Wolfgang Brosche nur in aller Form zustimmen!
    Wunderbar!

  • Mathilde Vietze

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    Christa Meves und Konsorten sei ins Stammbuch geschrie-
    ben: Das Gegenteil von Verklemmtheit ist nicht Zügel-
    losigkeit, sondern N a t ü r l i c h k e i t .

  • Bernd Lauert

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    Kurz: Streite Dich niemals mit(christlich Verblendeten) I****en, sie ziehen Dich auf ihr Niveau runter und schlagen Dich mit Erfahrung

  • „Wir befinden uns im dritten Weltkrieg“ | Regensburg Digital

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    […] In sich hatte es etwa eine Diskussion, die am Donnerstag an der Universität Regensburg stattfand. Der Titel: „Ökologie des Menschen. Über einen von Papst Benedikt XVI. in die Debatte gebrachten Begriff“. Auf dem Podium saß unter anderem der Star der katholischen Rechten: Christa Meves. Letztes Jahr trat Meves im Landkreis Regensburg auf und musste sich dort massiver Kritik stellen. […]

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