"Lebensschützer" beim Katholikentag

„Wir befinden uns im dritten Weltkrieg“

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Ein Brückenschlag sollte der 99. Katholikentag werden. Auf der einen Seite moderate Katholiken um den Verein Donum Vitae und auf der anderen Seite radikale Schwangerschaftsabbruchs-Gegnerinnen, die sich selbst „Lebensschützer“ nennen. Letztere bekommen viel Raum, um homophobe, völkische, antifeministische und andere rechte Positionen zu verbreiten.

Von Mathias Roth

„Die Wahrheit“ und andere Abscheulichkeiten. Infomaterial der „Aktion Lebensrecht“ beim Katholikentag. Fotos: Roth

Schon im Vorfeld des Katholikentags gab es intern heftige Debatten darüber, ob der Verein Donum Vitae auf einem Podium teilnehmen dürfe. Das Brisante an dem Verein ist, dass dieser in Bayern eine Schwangerenkonfliktberatung mit der Vergabe des Beratungsscheins anbietet, der auch zwingende Voraussetzung für einen Schwangerschaftsabbruch ist. Die Amtskirche lehnt Donum Vitae deshalb ab. Reaktionäre GegnerInnen werfen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Donum Vitae Beihilfe zum Mord vor.

„Massaker im Mutterleib“

Genauso wie sein Vorgänger Kardinal Gerhard Müller, der den Katholikentag boykottierte, ist der Bischof von Regensburg, Rudolf Voderholzer, ein Gegner des Vereins. Mehr noch, am Mittwoch bezeichnete Voderholzer den legalen Schwangerschaftsabbruch als ein „Massaker im Mutterleib“. „Ich kann es als Bischof nicht verantworten, dass Frauen eine Lösung annehmen, die keine Lösung ist.“

Es verwundert daher nicht, dass das Bistum Regensburg in seinem Rundbrief insbesondere auf Veranstaltungen hinwies, bei denen radikale „Lebensschützer“ auch offen rechte Inhalte propagieren konnten.

Auf dem Podium: Deutschlands führende Homophobe

In sich hatte es etwa eine Diskussion, die am Donnerstag an der Universität Regensburg stattfand. Der Titel: „Ökologie des Menschen. Über einen von Papst Benedikt XVI. in die Debatte gebrachten Begriff“. Auf dem Podium saß unter anderem der Star der katholischen Rechten: Christa Meves. Letztes Jahr trat Meves im Landkreis Regensburg auf und musste sich dort massiver Kritik stellen.

 „Wer der Natur nicht gehorcht kann und wird von ihr zerstört werden.“ Christa Meves.

„Wer der Natur nicht gehorcht kann und wird von ihr zerstört werden.“ Christa Meves.

Beim Katholikentag kann sie ihre antifeministische Position gegen Schwangerschaftsabbruch und ihre reaktionäre Haltung für das „Naturrecht“ ohne Protest verbreiten. Sie erhält für diese Aussagen viel Applaus. Es scheint, dass sich das Publikum schon von früheren Veranstaltungen dieser Art kennt. Es werden Gespräche über den letzten „1000-Kreuze-Marsch“ in München geführt. Dort hätten, so eine Teilnehmerin, „Linksfaschisten“ den Weg blockiert und sie mit Parolen wie „Eure Kinder werden so wie wir“ und „Hätt Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben“ eingeschüchtert. Meves zufolge verstößt der Mensch durch Homosexualität und durch das Recht auf Selbstbestimmung der Frau gegen die Naturordnung und: „Wer der Natur nicht gehorcht kann und wird von ihr zerstört werden.“

Gender-Mainstream, Transgender, Homosexualität, Abtreibung = Sünde

Die Initiatoren des reaktionären „1.000-Kreutze-Marsches“, an dem auch schon Neonazis teilnahmen, durften am Katholikentag die Schirmherrschaft über die Veranstaltung mit Meves und Co. übernehmen. Denn ebenso homogen wie das Publikum ist das Podium. Die acht Teilnehmenden beziehen zumeist alle die gleichen Positionen, eine Debatte findet nicht statt. So werden eben jene Themen angesprochen, die die Rechte bewegen. Die angeblich drohende Auflösung der Familie durch das Recht auf Abtreibung. Homosexualität, Transgender, Gender-Mainstream, Selbstbefriedigung und selbstbestimmte Sexualität werden als Sünde deklariert, während eifrig dagegen gehetzt wird.

Eine Podium mit einer Meinung: Abtreibungsgegner, Neurechte und Homophobe an der Uni Regensburg.

Eine Podium mit einer Meinung: Abtreibungsgegner, Neurechte und Homophobe an der Uni Regensburg.

Die Teilehmerinnen und Teilnehmer fabulieren dazu ein „Naturgesetz“ herbei, das die Familie (Mann, Frau und Kind) darstellen soll. Der „moderne Zeitgeist“ in Deutschland wolle hingegen die „natürliche“ Familie zerstören. Wie in neurechten Debatten üblich werden die 68er-Bewegung und der Feminismus an den Pranger gestellt. Selbst der Moderator der Veranstaltung, Alexander Kissler, kann dem Milieu der neuen Rechten zugerechnet werden. Er schreibt unter anderem für die neurechte Zeitschrift „Eigentümlich Frei“, die enge personelle und inhaltliche Verbindungen zu dem Flaggschiff der Neuen Rechten Junge Freiheit hat.

Alexander Kissler.

Alexander Kissler.

Schlagabtausch am Freitag

Eine weitere Publizistin für die Junge Freiheit ist Birgit Kelle. Ihr wird am Katholikentag viel Platz eingeräumt. Sie darf sich in der DonnerstagsZeitung des Katholikentags über Veranstaltungen zum Thema Homosexualität empören und ihr reaktionäres Familienbild verbreiten. Beim Regensburger Regionalsender „TV-Aktuell“ bekommt sie ein eigenes Sonderformat zum Katholikentag. Dass Kelle eine radikale Abtreibungsgegnerin ist, zeigt sie am Freitag bei der Podiumsdiskussion über Schwangerenberatung. Für sie ist der Verein Donum Vitae der Abrissbagger der Brücke zum Kind. Ein Dialog mit der Schwangerenberatung ihrerseits scheint unerwünscht zu sein. Auch der Bischof Voderholzer gibt sich nicht dialogbereit. Unter den 600 BesucherInnen der Veranstaltung ist er nicht zu entdecken.

Schreibt für die

Schreibt für die „Junge Freiheit“, den „Bayernkurier und den Koop-Verlag. Beim Katholikentag bekommt sie ein Sonerformat bei TVA: Birgit Kelle.

Im Gegensatz zu der Veranstaltung am Donnerstag ist das Publikum am Freitag sehr gemischt. Viele Unterstützerinnen und Unterstützer, wie der ehemalige Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger klatschen Donum Vitae zu. Dem gegenüber stehen viele, die Donum Vitae ausbuhen und den radikalen Abtreibungsgegnern applaudieren.

„Lizenz zum Töten“ und als „Passierschein ins Elend“

Auf dem Podium sitzt am Freitag neben Landtagspräsidentin Babara Stamm, die sich für Donum Vitae ausspricht, ein „Think Thank“ der „Lebensschützer“-Bewegung, Manfred Spieker. Der Sozialethiker setzt Schwangerschaftsabbruch mit Mord gleich. Entsprechend dieser Logik sind Ärzte und Frauen, die abtreiben, Mörder. Den notwendigen Beratungsschein für einen Schwangerschaftsabbruch bezeichnet Spieker als „Lizenz zum Töten“ und als „Passierschein ins Elend“. In der DonnerstagsZeitung für den Katholikentag wird Spieker auf einer ganzen Seite zum Thema Schwangerschaftsabbruch interviewt.

Beratungsschein ist

Beratungsschein ist „Lizenz zum Töten“: Manfred Spieker. Rechts daneben: Sophia Kuby.

Eine weitere „Lebensschützerin“ auf dem Podium ist die Referentin Sophia Kuby. Sie ist Tochter der bekannten katholischen Rechtsklerikalen Gabriele Kuby. Genau wie ihre Mutter, die ebenfalls in der Jungen Freiheit publiziert, sieht Kuby Junior Abtreibung als Merkmal des demografischen Wandels und prophezeit auch indirekt damit den bei Neonazis beliebten Begriff des „Volkstods“. Auf dem Podium darauf hingewiesen, dass es keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen Abtreibung und Geburtenrate gibt, verteidigt sie ihre völkische Position mit den Worten: „Das hier ist ja auch kein wissenschaftlicher Vortrag“. Kuby ruft vom Podium herab dazu auf, am nächsten „Marsch des Lebens“ im September in Berlin teilzunehmen.

Mehr als 600 Besucher wollten die Diskussion hören. Bischof Voderholzer kam nicht.

Mehr als 600 Besucher wollten die Diskussion hören. Bischof Voderholzer kam nicht.

Im letzten Jahr wurde dieser Marsch von einer Gegendemo begleitet, zu der ein breites Bündnis aus Organisationen und Parteien wie der SPD, Grünen und Linkspartei aufgerufen hatten. Die Gegendemonstranten kritisierten unter anderem, dass die „Lebensschützer“ ein reaktionäres, christlich-fundamentalistischen Weltbild besitzen, das auf die totale Kontrolle über Frauen und die Rekonstruktion der „alten Ordnung“ mit der „heiligen Familie“ abziele.

Informationen die man nirgendwo anders erfährt

Für diese Demonstration wird auch auf der Katholikentagsmeile geworben. Hier haben etliche AbtreibungsgegnerInnen ihre Infostände aufgebaut. Neben Informationen die man „so nirgendwo anders erfährt“ wird hier massiv mit unwissenschaftlichen Informationen moralisch gegen Schwangerschaftsabbrüche gehetzt.

stand_bvl_wick_fertigAm Stand der Aktion Leben e.V. wird auch zusätzlich für ein keusches Leben vor der Ehe und Lustfeindlichkeit geworben. Ebenso wie der Verein Aktion für das Lebensrecht für alle e.V., tritt Aktion Leben für „die Wahrheit“ ein und vertritt die Auffassung, dass es eine seelische Erkrankung der Frau nach der Abtreibung geben müsse. Dieses sogenannte „Post Abortion Syndrom“ ist weder im ICD 10 der Weltgesundheitsorganisation zu finden, noch wird das angebliche Syndrom von medizinischen oder psychiatrischen Vereinigung anerkannt. Die Abtreibungsgegner sehen dies als Verschwörung gegen sich und das ungeborene Leben.

Babycaust und andere Abscheulichkeiten

Während des viertägigen Katholikentages bekam auch Klaus Günter Annen, der vom rechten Verlag idea als „Lebensrechtler des Jahres 2003“ ausgezeichnet wurde, einen Infotisch. Er warb für seine Seite Babycaust.de und die Initiative Nie wieder e.V.. Nach seinen Aussagen finanziert Deutschland mit der Abtreibung einen Völkermord am eigenen Volk. In einem Interview für ein antisemitische Portal im Internet sagte Annen, der am Kirchentag offizieller Mitwirkende war: „Weltweit werden jährlich ca. 60 bis 80 Millionen ungeborene Menschen ermordet. Angesichts solcher Zahlen kann man sich schon die Frage stellen: Was war da der Holocaust?“

„Weltweit werden jährlich ca. 60 bis 80 Millionen ungeborene Menschen ermordet. Angesichts solcher Zahlen kann man sich schon die Frage stellen: Was war da der Holocaust?“ Klaus Günter Annen.

„Weltweit werden jährlich ca. 60 bis 80 Millionen ungeborene Menschen ermordet. Angesichts solcher Zahlen kann man sich schon die Frage stellen: Was war da der Holocaust?“ Klaus Günter Annen.“ Klaus Günter Annen.

Auch katholische rechte Nachrichtenmagazin wie kath.net oder die rechte Zeitung Junge Freiheit berichten äußerst wohlwollend über Annen und die Seite babycaust.de.

Auf Annens Namen läuft auch die Seite abtreiber.com, auf der Namen und Adressen von Ärzten veröffentlicht werden, die Abtreibungen durchführen und „Abtreibungslobbyisten“ genannt werden. Annen gilt als Pionier in der „Lebensschützer“-Szene, so dient seien Seite, ähnlich wie bei Neonazis, GegnerInnen öffentlich zu machen und damit auch die militanten Angriffe gegen Abtreibungsklinken indirekt zu steuern. Auch Donum Vitae wird auf dem Portal aufgeführt: als Helfer des Teufels. Am Kirchentag selbst sagt Anne, dass sich Deutschland in einem „dritten Weltkrieg“ befinde, es sei der Krieg gegen das ungeborene Leben.babycaust.de

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Kommentare (75)

  • Angelika Oetken

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    Bei diesen Extremisten handelt es sich meistens um psychisch instabile Menschen.

    Gut daran zu erkennen, dass sie sich für schon zur Welt gekommene Kinder eher wenig einsetzen.

    Sie sind in etwa so glaubwürdig, wie Neonazis, die vorgeben, Kinder vor Missbrauch schützen zu wollen. Und mit ähnlichen Parolen und Methoden arbeiten.

    Solchen Leuten geht es vor allem ums Polemisieren. Und Spalten. Immer mit dabei: das Weltuntergangsszenario. Dramakings und -queens.

    Das beschworene „Naturrecht“ ist ein Konglomerat verschiedener, teils schwärmerischer Ideologien, die von der Heimatschutzbewegung, der Reformbewegung und der völkischen Bewegung am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert kreiert wurden. Als Gegenpol zur Industrialisierung und der damit einhergehenden Veränderung.

    Leute, die sich auf das „Naturrecht“ berufen und so anderen ihre Freiheit beschneiden wollen, haben gleichzeitig wenig Probleme damit, die Segnungen der Neuzeit zu nutzen. In Form von moderner medizinischer Behandlung, elektronischer Kommunikation, komfortabler Kleidung oder entsprechenden Fortbewegungsmitteln.

    Ihr Vorgehen hat Ähnlichkeiten mit gewissen Klerikern, die lautstark gegen Homosexuelle, Verhütung und außer- und vorehelichen Geschlechtsverkehr polemisieren. Und sich abends inkognito in Zivilkleidung in irgendwelchen zweifelhaften Lokalen rumtreiben. Oder Schlimmeres.

    Nicht von ungefähr ignorieren und diffamieren die Verantwortlichen im Bistum Regensburg die Domspatzenopfer.

    Viele Grüße aus Berlin-Köpenick von
    Angelika Oetken

  • wahon

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    Die Abtreibungsgegner aus religiösen Gründen haben die gleiche Zielsetzung wie die Abtreibungsgegner aus „völkischen“ Gründen: Sie wollen verhindern, dass sich die Glaubensgemeinschaft, der sie angehören, durch Geburtenkontrolle oder Abtreibung zahlenmäßig reduziert. So haben die christlichen Abtreibungsgegner nichts dagegen, wenn in nicht-christlichen Kulturen abgetrieben wird, ebensowenig haben deutschnationale Abtreibungsgegner etwas gegen Abtreibungen bei nicht-deutschen Völkern. Der radikale „Lebensschützer“ Klaus Günter Annen gehört sowohl der christlichen als auch der deutschnationalen Glaubensgemeinschaft an.

  • Zaungast

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    „Hätt Maria abgetrieben, werd ihr uns erspart geblieben“ …

    .. gacker .. 1:0 für die PR-Abteilung des FC Selbstbestimmung..

    zu Frau Meves : wer diese Dame thematisch noch ernst nimmt, macht sich damit aus meiner Sicht selbst schon unseriös.

    zwar offtopic, aber :
    Für den Fall, dass jemand mal wieder ne N2O-lastige Afterhour plant : bitte bitte Frau M. ins LineUp aufnehmen !

  • Veronika

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    Also dass ein kath. Bischof gegen Abtreibung sein muss, sehe ich ja noch ein. Aber eine Frau Meves hätte man ruhig „draussenlassen“ können, um nicht unnötig noch mehr Öl ins Feuer zu giessen. Zudem hatte doch der Regensburger Bischof die abschliessende Kontrolle über die geladenen Gäste? Hat der von der Mewes nichts gewusst, oder …
    Sollte dieser vielleicht mal schnell klarstellen, nicht dass die falschen Eindrücke aufkommen!!!
    —————————————–
    „Das Brisante an dem Verein ist, dass dieser in Bayern eine Schwangerenkonfliktberatung mit der Vergabe des Beratungsscheins anbietet, der auch zwingende Voraussetzung für einen Schwangerschaftsabbruch ist.“
    —————–
    Es kommt aber denke ich noch besser, denn „Donum Vitae“ hat m. W. eine Verwandte des früheren Regensburger Bischofs Wittmann, ein ehem. MdB mit Namen „Geis-Wittmann“ gegründet.
    Nur interessant, dass man dieser Frau bislang nicht die Meinung geigen wollte.

    DANKE für: „Auch katholische rechte Nachrichtenmagazin wie kath.net (…)“.
    ——————–
    Dachte schon, das merkt gar niemand mehr, weil Herr Noé & Coll.Innen, wie auch mein Lieblings-Weihbischof Laun (EB Salzburg) dort schreiben, wie auch Papst em. BXVI. diese Teil gut geheissen haben soll. Habe aber die Erfahrung gemacht – die haben mich übrigens seit zwei Jahren nicht mehr kommentieren lassen ;-) – dass mit dem Untergang mit Kreuzpunktnet nun kath.net immer radikaler wird.

  • Veronika

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    „Wer der Natur nicht gehorcht kann und wird von ihr zerstört werden.“ Christa Meves.
    —————————-
    Scheint bereits widerlegt, denn die Frau gehört doch langsam wirklich ins Seniorenwohnheim. ;-)

  • Roland Hornung

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    Der Begriff „Marsch des Lebens“ ist doppelt besetzt !!! Mit völlig unterschiedlichem Inhalt und Zielsetzung: „March of living“ – Marsch des Lebens – ist ein internationaler Gedenkmarsch zur Erinnerung an das KZ Auschwitz und dessen Befreiung. Dieser Marsch findet jährlich statt. Davon abgeleitet gibt es ähnliche Gedenkmärsche (zur Erinnerung an die „Todesmärsche“ im Frühjahr 1945) – vielleicht auch in Regensburg im April 2015 ? Immerhin fand der Todesmarsch aus dem Außenlager „Colloseum“ im April 1945 statt, was sich nächstes Jahr 70 Jahre jährt.

  • altstadtkid

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    Ich finde es richtig dass solche Leute wie Frau Meves und Ihr Gefolge eingeladen werden.
    So zeigt die Kirche was in Ihren Reihen für Positionen möglich sind, und nicht nur ökologisch, alternativ angehauchter Hüpfburgkatholizismus bei den katholischen Laien gelebt wird.
    Dieser Verein hat einfach 2000 Jährige Traditionen.
    Wahrscheinlich gibt es noch „Schlimmere“, aber die dürfen dann wirklich nicht mehr auftreten
    Jede Medaillie hat halt 2 Seiten, so ist es in jeder offenen Gesellschaft.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zunächst ein großes Dankeschön an Alois Glück. Er hat
    es durchgesetzt, daß „donum vitae“ überhaupt am Katho-
    likentag teilnehmen durfte.
    Auch ich war bei der Diskussionsveranstaltung und ich
    war entsetzt über die gehässigen Aussagen von Herrn
    Spieker, Frau Kelly, Frau Kelle u.a.
    Dem gegenüber standen die mutigen Aussagen einer
    Frau Stamm, des anwesenden Jesuitenpaters, Frau
    Schiller, Frau Eichhorn.
    Auch die Leute von „donum vitae“ sind Abtreibungs-
    gegner; sie beraten f ü r das Leben, bevormunden aber
    Frauen nicht.

  • fh

    |

    de.wikipedia.org/wiki/Ein-Kind-Politik

    de.wikipedia.org/wiki/Dekret_770

    @wahon: nur zwei Beispiele, wie man im Sozialismus mit der Selbstbestimmung der Frau umgegangen ist… Abgesehen davon liegen Sie inhaltlich falsch: die Kirche rät zur Enthaltsamkeit, damit man gar nicht erst abzutreiben braucht. Und wenn neues Leben entsteht, mit Befruchtung der Eizelle (falls Sie je Biologieunterricht hatten) tritt Sie für dessen unbedingten Schutz ein.

    Aber hey, wen jucken schon Fakten, wenn man auf Hexenjagd ist?

  • Angelika Oetken

    |

    @fh,

    „die Kirche rät zur Enthaltsamkeit, damit man gar nicht erst abzutreiben braucht“

    Also das finde ich jetzt eigentlich zu viel verlangt. Vor allem von den Männern. Wir lesen und hören doch ständig davon, wie sehr die vom Testosteron gesteuert werden. Es sei denn sie sind Priester ;-)

    Und wenn man das mal wirklich zu Ende denkt: Sex nur zum Zwecke der Fortpflanzung… wäre es dann nicht konsequent, nur noch in Vitro zuzulassen? Ich meine, damit die Menschen gar nicht erst in Versuchung kommen?

    Bei Kühen und Schweinen macht man das schon. Fortpflanzung mittels Ampulle. Einen Eber bekommt so eine Sau nicht mehr zu sehen. Und umgekehrt. Es sei denn beide leben auf dem Biohof. Also wortwörtlich im Sündenpfuhl.

    Das wäre dann so richtig öko. Hat ja auch was.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • fh

    |

    @frau oetken: wie Sie sich fortpflanzen, ist mir wurscht. Aber wenn Sie Kinder in die Welt setzen, bedenken Sie bitte, welchen Schaden Sie anrichten, wenn Sie in Ihrem Nachwuchs (und dem anderer Menschen) nur noch Mastvieh sehen. Ist zwar auch ne Form von Ehrlichkeit, aber moralisch OK?

  • Angelika Oetken

    |

    @fh,

    „Menschen als Mastvieh“: wie kommen Sie darauf, dass ich es bin, die diese Perspektive einnimmt?

    Sie haben oben formuliert:

    „Abgesehen davon liegen Sie inhaltlich falsch: die Kirche rät zur Enthaltsamkeit, damit man gar nicht erst abzutreiben braucht. Und wenn neues Leben entsteht, mit Befruchtung der Eizelle (falls Sie je Biologieunterricht hatten) tritt Sie für dessen unbedingten Schutz ein.“

    Und was hat Sie zu der Annahme geführt, der Forist „wahon“ propagiere sozialistische Einstellungen zur Rolle der Frau?

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Mathilde Vietze

    |

    Christa Meves ist wohl nur deshalb katholisch geworden,
    damit sie helfen kann, die rückständige Sexualmoral der katholischen Kirche weiterhin zu zementieren.
    Und – weil sie – Christa Meves – in aufgeschlossenen
    wissenschaftlichen Kreisen nicht ernst genommen wird,
    beglückt sie mit ihren Weisheiten Gruppierungen, die
    am äußersten rechten Rand angesiedelt sind.

  • Silvia Gross

    |

    Deshalb für die Freigabe der Pille danach, die den Eisprung und damit eine mögliche Befruchtung verhindert. 1000 Mal besser als eine Abtreibung… Zudem kann man einer Frau, die in dieser psychischen Notlage einen Arzt konsultiert, damit sie die rezeptpflichtige Pille danach bekommt, nicht aufzwingen, welche Ethik für sie richtig ist. Die Ethik eines Arztes in einem katholischen Krankenhaus ist nicht immer deckungsgleich mit dem Glauben oder der Ethik der Patientinnen. Wenn es also in einer Stadt nur ein katholisches, aber kein staatliches Krankenhaus mit Notfallgynäkologie gibt, kann man den Patientinnen dann indirekt das eigene Glaubenssystem aufzwingen? Noch dazu, wo auch kirchliche Krankenhäuser staatlich mitfinanziert werden? In Deutschland ist die ideologische Vermengung zwischen Staat und Kirche immer noch zu groß …..

  • thomas reitemeyer

    |

    aha, das sind also auch neu-rechte. die mahnwache für den frieden ist auch neurechts laut jutta d. und wird mit den ganzen leuten hier in einem topf geworfen? ganz böses niveau. einfach mal mit dem vorschlaghammer drauf und warten was rauskommt?

  • hf

    |

    @thomas reitemeyer: nicht nur in der kirche, hier wird ja auch nach orientierung gesucht. und in uzeiten des infoschocks kann es nie schaden ein paar feindblder auf lager zu haben

  • wahon

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    @fh

    Ist das alles, was Sie zu den Gemeinsamkeiten zwischen religiösen und nationalistischen Abtreibungsgegnern zu sagen haben?

    Die „Empfehlung zur Enthaltsamkeit“ – für gläubige Katholiken keine Empfehlung, sondern ein Gebot – ist die logische Folge der perversen Sexualmoral der Kath. Kirche: Die komplette Unterdrückung des Sexualtriebes, die die Kirche von ihren Geistlichen verlangt, führt direkt zu der neurotischen und unreifen Sexualität, die sich z.B. im Kindesmissbrauch äußert. Der Fanatismus der religiösen Abtreibungsgegner ist ebenfalls auf die permanente Unterdrückung des Sexualtriebes zurückzuführen und kann – wie bei manchen christlichen Gruppen in den USA – zu der absoluten Perversion führen, dass das „ungeborene Leben“ höher gewichtet wird als das „geborene Leben“.

    Der von der RKK propagierte „bedingungslose Schutz des ungeborenen Lebens“ entspringt dem Glauben, dass mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle eine unsterbliche menschliche Seele entsteht und dass diese Zygote deshalb den gleichen Schutz genießen muss wie ein bereits geborener Mensch. Wer ernsthaft eine Zygote mit einem ausgewachsenen Menschen gleichsetzt und daraus moralische Vorschriften für andere ableitet, denkt und handelt doch offensichtlich nicht vernünftig, sondern krankhaft irrational.

  • Dubh

    |

    Mathilde Vietze : „Auch die Leute von “donum vitae” sind Abtreibungsgegner; sie beraten f ü r das Leben, bevormunden aber Frauen nicht.“

    Sie haben den Daumen nicht drauf, weil sie den Beratungsschein ausstellen MÜSSEN, wenn sie als staatlich anerkannte Beratungsstelle fungieren wollen, und dieser Schein reicht um einen straffreien Abbruch vornehmen zu lassen.

    Sie KÖNNEN also Frauen nicht am Abbruch hindern.

    Ansonsten ist es wirklich unglaublich mutig, insbesondere als Parlamentarierin, zur Einhaltung auch in Bayern geltender Gesetze zu stehen.

    Besonders, wenn man vorher jahrelang im besten Einvernehmen mit der deutschen RKK – allerdings nicht mit der römischen Kurie – die kirchlichen Beratungsstellen benutzte um weltanschaulich neutrale wie pro familia abzuschmettern, und möglichst alle Frauen, auch Atheistinnen und Muslima wieder mal unter die katholische Knute zu zwingen!

    Aber dank dem föderalen System, kann sich der bayerische Staat trotzdem einiges ausdenken, um abtreibende Frauen deutlich darauf hinzuweisen, dass sie Mörderinnen sind:
    Seit ein paar Jahren müssen in Bayern Ärzte direkt vor einem Abbruch (heute meist 8.-10. SWS Fötus ca 22mm ) die Frau fragen, ob sie „das Kind“ selbst bestatten will.

  • Angelika Oetken

    |

    @Mathilde Vietze,

    ja, dass es diesem bunt gemischten Völkchen um die Kontrolle über die Sexualität ihrer Mitmenschen geht ist offensichtlich. Um schon geborene Kinder scheren die sich nämlich auch nicht besonders. Es sei denn, um Eltern irgendwelche Schuldgefühle einzureden. So wie es Frau Meves gerne macht.

    Was ich mich immer frage: was ist für die so schlimm an lustmotiviertem, selbstbestimmtem Sex !?!

    Verunsichert die womöglich schon die Vorstellung, dass es sowas gibt?

    Falls es so ist, wären die wirklich erstmal ein Fall für die Beratungsstelle.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Dubh

    |

    @ altstadtkid

    Im römischen Katholizismus gibt es grundsätzlich keine 2 Seiten was die Glaubenslehre anbetrifft.

    Es gibt eine einzige und die gibt der Vatikan absolut vor und selbstverständlich insbesondere was die Sexualmoral anbetrifft.

    Sex ist nach wie vor nur dann „sittlich gut“, also keine Sünde, wenn IN der Ehe und mit der Möglichkeit der Fortpflanzung.
    Aktive Verhütung ist nach wie vor verboten und Abtreibung sowieso, und zwar in JEDEM Fall, auch bei Vergewaltigung oder Gefahr für das Leben der Mutter.

    So vertritt Christa Mewes und entsprechende keineswegs eine „mögliche“ Position zur Abtreibung, sondern die einzig r.k. Mögliche!

    Deswegen musste die deutsche RKK am Ende vom Papst ja gezwungen werden, aus der Konfkliktberatung auszusteigen.

    Beim „Hüpfburgkatholizismus“ geht es nicht um Toleranz, oder verschieden mögliche Positionen, sondern darum, dass ein Großteil der deutschen Bischöfe vorgibt, man könne sich auch im r. Katholizismus seinen Glauben nach Belieben zusammenschustern.

    In Wirklichkeit wollen sie nur nicht, dass die auf die Idee kommen, ihre automatisch steuerabgebende Mitgliedschaft aufzugeben, und sich wirklich toleranteren christlichen Gemeinschaften – die es ja gäbe – zuzuwenden.
    Vom Einfluss auf den Staat, wozu Zahlen reichen, nicht wahrhaft Gläubige notwendig sind, mal ganz zu schweigen.

    Mit dem Tendenzarbeitsrecht gibt es auch noch problemlos neue Schäfchen, die nie was mit Glauben am Hut hatten, und ganze Branchen, die die Kirchen regional als Monopol haben, und die sich bundesweit vermehren, obwohl die Gläubigen drastisch abnehmen, treten nicht aus, odeer wieder ein– sonst gibt es halt keine Jobs.

  • hf

    |

    @dubh: sagen wir, sie „dürfen“ frauen nicht hindern, theoretisch „könnten“ sie es aber schaffen, mit den richtigen argumenten.

    @wahon: „krankhaft“ irrational ist ja schon wieder so ein autoritärer begriff, der tief blicken lässt. man darf also nicht einer bestimmten meinung sein, ganz konkret, dass das menschliche leben in allen seinen stadien, unabhängig von einem wachen bewusstsein den gleichen schutz genießt? von da weg ist es nur noch ein kleiner schritt, behinderte föten als lebensunwert, alleinstehende demenzpatienten als kostenstellen und letztlich jeden menschen, der nicht wichtig genug ist, als verzichtbar einzustufen. ich spare mir meine einschätzung zu dieser ihrer moralischen verfasstheit. nein doch nicht, bigotterie triffts nämlich ganz gut.

    und zur sexualmoral: kein priester wird gezwungen, einer zu werden und der zölibat steht sowieso in frage, auch in der rkk. es wird dauern, ihn abzuschaffen, aber es wird vermutlich so kommen. auch das frauenpriestertum ist nicht prinzipell undenkbar.

    nur ist es ein frage der gegenseitigen wertschätzung, der geduld und der vernunft, wie man sich über solche themen auseinandersetzt. haben Sie als offensichtlich außenstehender nicht besseres zu tun? vielleicht kommen Si eja mal zum Gottesdienst oder finden das Gespräch mit einem Geistlichen, der ihnen zusagt?

    Nur bitte, gehen sie nicht zu einer dieser Freikirchen, die womöglich noch immer dem Kreationismus anhängen. Der Vergleich hinkt ja gewaltig. Ich setze Sie auch nicht mit Mao oder Stalin gleich, obwohl Sie offenbar Atheist und Antifaschist sind. Wenn Sie sich ernsthaft mit Theologie und Ontologie befassen wollen, als den Knackpunkt, wo es um das nicht wissbare geht, das man nur glauben kann, empfehle ich Ihnen Georges Lemaitre und seine grundlegenden Arbeiten zur Urknalltehorie.

  • hf

    |

    „Im römischen Katholizismus gibt es grundsätzlich keine 2 Seiten was die Glaubenslehre anbetrifft.“

    @dubh: quatsch. verschiedene strömungen gab und gibt es schon immer. siehe kt. siehe konzile. siehe die enzykliken. die lehrmeinung ist – wie der lehrplan staatlicher schulen – immer nur ergebnis eines diskurses, nicht aber der beweis dafür, dass es keinen gab.

    mir drängt sich zunehmend der eindruck auf, dass nicht-katholiken sehr viel mehr gleichschaltung und orthodoxie voraussetzen, als die kirche ihnen bieten kann. :-)

  • Dubh

    |

    hf: „…die lehrmeinung ist – ….. immer nur ergebnis eines diskurses“

    Aber keiner in dem Laien, oder auch niederer Klerus was zu sagen, oder gar mitzubestimmen hätten, oder sich aussuchen könnten, was ihnen an der aktuell gültigen Glaubenslehre behagt oder nicht.

    Rom alleine gibt die Glaubenssätze vor, und die haben absolut vom Kirchenvolk geglaubt zu werden, fertig.

    Der heute in der Praxis gelebte und auch in Gemeinden und Schulen verkündete „Katholizismus light“ ist keiner und mindestens 95% der in D zahlenden r.Katholiken dürften automatisch exkommuniziert sein, denn dafür reicht es ja nur einen Glaubennssatz nicht zu glauben oder anzuzweifeln.

    Wer nur am Rande irgendwas mit Abtreibung zu tun hat, also beispielsweise Mitglied bei DV ist ohnehin exkommuniziert.

    http://www.kathpedia.com/index.php?title=Exkommunikation
    http://www.kathpedia.com/index.php?title=H%C3%A4resie

    Das muss derzeit nominell r. Katholiken nicht kümmern, weil die möglichen Kirchenstrafen in D. niemand kümmern müssen, davon abgesehen, dass die meisten davon eh nichts mehr wissen – Sie ja offenbar auch nicht.

  • Klaus Jarchow

    |

    Und das ist auch ganz bestimmt ein Bericht vom Kirchentag … und nicht aus einer Psychiatrie-Selbsthilfegruppe?

  • hf

    |

    Barabra Stamm und Maria Eichhorn und Alois Glück sind exkommuniziert? Ob die das schon wissen? :-)

  • hf

    |

    vielleicht sollte ich besser fragen: ob die das auch glauben? lol

  • Mathilde Vietze

    |

    Verantwortungsvoll (also nicht mit Knaus-Ogino) verhü-
    ten ist allemal besser als abtreiben. Leider besteht die
    katholische Sexualmoral immer noch darauf, daß – außer
    dem „katholischen Roulette“ (=Knaus-Ogino) – keine
    Art der Verhütung erlaubt ist.
    Es laufen viele Knaus-Ogino-Kinder herum und die-
    jenigen, die sich in diesem Punkt von der Kirche leimen
    ließen, sind nicht selten haßerfüllt gegenüber jenen,
    die von Anfang an sicher verhütet haben.

  • Mathilde Vietze

    |

    Es wird kaum einen ernstzunehmenden Zeitgenossen
    geben, der die Abtreibung als Mittel der Familienplanung
    empfiehlt. Schließlich ist er ein Eingriff in den Körper
    der Frau.
    Den selbsternannten Lebensschützern freilich geht
    es wahrlich nicht um das ungeborene Kind. Vielmehr
    herrscht da noch die vorsintflutliche Meinung vor:
    „Wenn die Frau schon Spaß im Bett hatte, dann soll
    sie auch die Folgen tragen“.

  • Almut

    |

    Was für ein polemischer, unsachlicher, manipulativer, intoleranter Artikel!
    Ein großer Irrtum. Hier geht es keineswegs um Themen, die „die Rechte“ bewegen, sondern die jeden anständigen Menschen betreffen. Allein in unserem Land werden jedes Jahr über 100 000 ungeborene Kinder getötet (man schaue sich mal ein Ultraschallbild eines 9 Wochen alten ungeborenen Kindes an).
    Selbstverständlich ist es auch legitim, Abtreibungsgegner zu sein. Abtreibung ist in Deutschland nicht legal, sondern nach wie vor rechtswidrig. Das hat das Bundesverfassungsgericht im Abtreibungsurteil von 1993 klargestellt, und daran ist nicht zu rütteln.

  • Zweifler

    |

    Die Seriosität des Artikels ist leicht zu prüfen anhand Aussagen wie: „Auf dem Podium sitzt am Freitag neben Sozialministerin Babara Stamm, die sich für Donum Vitae ausspricht, (…)“.

    Frau Stamm war Sozialministerin bis 2001, ist es also seit 13 Jahren nicht mehr. Derzeit ist sie Präsidentin des Bayerischen Landtags.

    Gründliche Berichterstattung, Respekt …

  • Stefan Aigner

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    @Zweifler Danke für den Hinweis. Wir haben korrigiert.

  • Müller

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    Es ist der böse Geist des größten Kirchenvaters der Katholischen Kirche des Heiligen Augustinus, der das Sexualleben der Kirche weitgehend prägte.
    Er selbst der war geilste Vertreter seiner Zunft ( vielleicht der erste Play-Boy), der Alles vernaschte was ihm vor die Flinte kam. Mit einer Sklavin hatte er sogar ein Kind gezeugt (Sohn) aber nach Playbo-Art selbstverständlich nicht geheiratet.
    Später wendete sich seine Einstellung zur Sexualität ins Gegenteil. (wie bei vielen Altplayboys wenn sie nicht mehr können) und er weigerte sich sogar mit seiner Schwester alleine einen Raum zu betreten. Für die Gläubigen war Sex sogar mit der eigenen Ehefrau eine Sünde wenn er nicht ausschließlich zur Zeugung weiterer christlicher Schafe diente und die Beteiligten Spaß dabei hatten. Dies ist Geisteskrankheit in Vollendung.
    Bereits der geistesgestörte (an Epilepsie leidende) kleinwüchsige bucklige „Heilige Paulus“ von Tarsus( der die Christliche Lehre verfälschte und erst 70 Jahre später auftauchte und ohne den es das heutige Christentum gar nicht gäbe) vertrat schon ähnliche krude Theorien über Sexualität.
    In diesem kranken Geiste argumentieren diese fanatischen Frauen noch heute, wenn sie Enthaltsamkeit predigen, wahrscheinlich müssen sie selbst leben wie die grausliche Jungfrau Mutter Theresa.
    Beherzigen lieber das Bonmont des Lebenskünstlers Oskar Wilde „Das Einzige, das ich niemals bereue sind meine Sünden“ oder die Gedankengänge der Missbrauchspfarrer: Tritt die Versuchung an Dich heran, gib ihr sofort nach, wer weiß ob sie noch einmal kommt.
    Haben sie Spass am Leben hier und am Sex , es gibt kein Leben nach dem Tode und auch kein Fegefeuer und keine Hölle, dies ist wissenschaftlich gesichert, genauso wie wissenschaftlich gesichert ist, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt wie es die Katholische Kirche jahrhunderte lang gepredigt hat.
    Weigern sie sich ein Schaf zu sein und gestalten sie ihr Leben nach ihren Wünschen.
    W.Müller

  • wahon

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    @Almut

    Als „anständige“ Frau sollten Sie immer die Wahrheit sagen! Schwangerschaftsabbruch – so die korrekte Bezeichnung – ist in Deutschland nicht illegal, sondern bei Beratung und kriminogener Indikation bis zur 12. Schwangerschaftswoche, bei medizinischer Indikation sogar bis zur Geburt legal. Alle 100.000 jährlichen Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland sind legal durchgeführt worden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine Schwangerschaft rechtlich erst mit der Nidation beginnt, während die Kath. Kirche die Schwangerschaft schon mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beginnen läßt. Wäre die Interpretation der Kirche maßgebend, gäbe es in Deutschland wohl mehr als 1 Mio. „Abtreibungen“ pro Jahr.
    Zum Glück lehnen auch die meisten Katholiken den Fanatismus der sog. „Lebensschützer“ und die perverse Sexualmoral der Amtskirche ab.
    Ein persönlicher Rat: Schauen Sie sich – statt der Fotos von deutschen Embryos – die Fotos von ins Elend geborenen Kindern an, dann finden Sie vielleicht zurück zur wirklichen Nächstenliebe!

  • Dubh

    |

    hf: „Barabra Stamm und Maria Eichhorn und Alois Glück sind exkommuniziert? Ob die das schon wissen? :-)“

    Reichlich egal, denn nicht wissen ändert auch im Kirchenrecht nichts an der Strafe.

    „Die formelle Mitwirkung an einer Abtreibung ist ein schweres Vergehen. Die Kirche ahndet dieses Vergehen gegen das menschliche Leben mit der Kirchenstrafe der Exkommunikation.“
    http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20090711_aborto-procurato_ge.html

    http://www.vatican.va/archive/DEU0036/_INDEX.HTM
    Vielleicht bilden Sie sich mal ein wenig an gültigen Quellen?

  • Dubh

    |

    Almut: Ein großer Irrtum. Hier geht es keineswegs um Themen, die “die Rechte” bewegen, sondern die jeden anständigen Menschen betreffen.

    Ach was, alle die anderen zugestehen eine solche Entscheidung letztgültig selbst zu treffen, treffen zu müssen, sind also unanständige Menschen?

    Dann sind das auch die RichterInnen des von Ihnen zitierten BVerfG Urteils, denn die Fristenlösung mit (ergebnisoffener) Beratungspflicht, aber ohne Rechtfertigungspflicht der Frau ist nun mal verfassungskonform und straffrei.

    Sie aber wollen, dass für alle Menschen einzig Ihre Meinung Gesetz zu sein hat- wie tolerant aber auch….!

    Nun ja, das will die RKK generell ja auch, wie alle Rechten desgleichen und im Bereich Familie, Frauen, ob Naturrecht oder Gottesrecht decken sich die Überzeugungen ja weitgehend, auch die von Evangelikalen, und wer sonst noch so aller meint Natur sei was Feststehendes und die Frau darin natürlicherweise oder gottgegeben kein Faktor der irgendwie ernsthaft zu berücksichtigen wäre – geschweige denn das was sie selbst etwa wollte.

    Almut, ich finde Frauen wie Sie immer sehr lustig!

    Ich weiß nicht, ob Sie es wissen, Frauen wie Sie müssen weder abtreiben noch verhüten, Sie dürfen 20 Kinder kriegen, wenn Sie möchten, oder komplett jeder Sexualität entsagen – das steht Ihnen derzeit in diesem Land verfassungsgemäß zu!

  • fh

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    „Sie aber wollen, dass für alle Menschen einzig Ihre Meinung Gesetz zu sein hat- wie tolerant aber auch….!“

    @dubh: Sie wollen das also nicht? Und mit welchem Kriterium wählen Sie etwa vor einer Wahl aus, wessen Meinung Gesetz werden soll, wenn nicht mit IHRER Meinung? Sind Sie etwa auch so eine(r) mit einer „objektiven Sicht“? LOL

  • Almut

    |

    @Dubh

    Nein, das meinte ich sicher nicht, dass alle die diese Frage anders sehen oder anders handeln unanständige Menschen sind. Es tut mir leid, wenn das so rübergekommen ist; ich habe vielleicht etwas zu schnell und in Eile und auch in Empörung über diesen unausgewogenen Artikel geschrieben, der tatsächlich mit falschen Unterstellungen arbeitet. Wogegen ich mich gewehrt habe sind die darin enthaltenen ungerechtfertigten Angriffe auf diejenigen, die sich für die ungeborenen Kinder einsetzen. Was ich gesagt habe war, dass diese menschliche Katastrophe niemanden gleichgültig lassen kann, dass jedes Jahr so viele Kinder nicht zur Welt kommen dürfen.

  • Silvia Gross

    |

    Welches Leben erwartet Kinder, die von einer Frau geboren werden müssen (ginge es ausschließlich nach dem Willen der RKK), die sie gar nicht will…..? — Das wäre zu oft die Situation, würde man der radikalen Devise der „Lebensschützer“ folgen. Ich bin nicht von vorne herein für Abtreibung, aber man muss die Dinge schon differenzierter sehen.

  • Klaus Jarchow

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    Uiuiui – wer gegen das Abtreibungsverbot verstößt, wird also ‚exkommuniziert‘ bzw. ‚zwangsbefreit‘? Welch grässliche Strafe!

  • Kernel

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    Hier werden vor allem die negativen Ausprägungen der katholischen Kirche dargestellt. Es gibt aber auch viele Menschen in der Kirche, die sehr wohl differenzieren und auch andere Meinungen gelten lassen. Sehr interessant waren u. a. die Ausführungen der katholischen Bischöfin und dazu die beiden katholischen Priesterinnen – auch sie gehörten zum offiziellen Kirchentag. Gäbe es nicht nur 200 sondern 20000 Priesterinnen würde die Kirche vielleicht nicht immer stärker zu einer von alten Männern dominierten, gesellschaftlichen Randerscheinung werden. Wir hätten eine! Kirche im Sinn von Papst Franzikus Aussagen (nicht Taten) dringend nötig.

  • hf

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    @silvia gross: dafür gäbe es waisenhäuser und therapieangebote für die armen weiblichen und männlichen (!!!) wesen, die ihr leben von einem kind bedroht sehen.

    letztlich ist die allgemeine kinderfendlichkeit (kinder sind ein armutsrisiko, kinder nehmen uns unsere freiheit…) vielleicht noch schlimmer als abtreibung an sich.

    und sie haben leider trotzdem recht: wohl wirklich besser, wenn solche leute sich nicht fortpflanzen. nur sollte man das fairerweise am ende auch bei der rente abziehen! meine kinder sollen für solche egopathen nicht zwangsarbeiten müssen.

  • Janne

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    Danke für den informativen Artikel.
    Was für gefährliche widerliche Menschen, die vorgeben, sich für Kinder einzusetzen. Dabei wollen sie nur mit Gewalt Leben, um jeden Preis. Wer würde schon jemandem seinen Hund geben, wenn derjenige sagt, ich will und kann nicht? Niemand, der seinen Hund mag. Diese Leute hassen Kinder. Wenn sie da ist (zB. die jungen Frauen) scheren sie sich NICHT darum.Würden sie Fonds gründen und Stiftungen, ungewollte Kinder finanzieren, Patenschaften organisieren, die Ausbildung fördern, etc, das wäre, sich um Kinder kümmern.
    So sind es nur radikale Eierschützer, die einfach ein Hassproblem mit Frauen und allem, was anders ist, als sie, haben.
    Traurig. Aber durch Bildung und Aufklärung verschwindet dieser ängstliche Kleingeist hoffentlich weiter.

  • Almut

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    Dieses „ich will und kann nicht“ kann ich gut nachvollziehen. War selbst einmal in dieser Situation.
    Das heißt aber doch nicht, dass ich damals das Recht gehabt hätte, mein Kind zu töten. Das Kind hat ein eigenes Recht.
    Und hinterher, ich habe noch niemals gehört (und ich habe mit sehr vielen Frauen zu tun, die ungewollt schwanger wurden), dass eine Frau bereut hätte, das Kind behalten zu haben. Umgekehrt sehr wohl. Wissenschaftliche Studien belegen das. Das Post Abortion Syndrom ist keine böswillige Erfindung der Abtreibungsgegner, sondern traurige Realität.

  • Angelika Oetken

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    @hf,

    Stichwort „Kinderheime“: warum in die Ferne schweifen?

    http://www.regensburg-digital.de/missbrauch-im-kinderheim-lasleben/29032010/

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    P.S. ich will damit nicht die Heimerziehung an sich verdammen. Für viele Kinder stellt sie eine wichtige Alternative zu einem Zuhause dar, in dem sie der Gewalt, Misshandlung, Überforderung und Vernachlässigung durch ihre Eltern ausgesetzt sind. Aber: traditionell fehlt es bei der stationären Jugendhilfe an wohlmeinender Aufsicht, Anleitung und Unterstützung. Von Seiten staatlicher Stellen. Damit die Träger und ihre Mitarbeiter an den vielfältigen Herausforderungen, die ihre Schützlinge und deren Umfeld ihnen stellen wachsen können. Siehe: Haasenburg-Heime und Odenwaldschule

  • Angelika Oetken

    |

    „Und hinterher, ich habe noch niemals gehört (und ich habe mit sehr vielen Frauen zu tun, die ungewollt schwanger wurden), dass eine Frau bereut hätte, das Kind behalten zu haben.“

    @Almut: so etwas würde Ihnen vermutlich nicht mal Ihre beste Freundin anvertrauen. Sein Kind abzulehnen, es nicht zu lieben oder lieben zu können, ist in unserer Kultur, die die Mutterschaft idealisiert, mit einem Riesentabu belegt. Wer als Frau zugibt, seinem Kind gegenüber Hass oder Ablehnung zu empfinden, riskiert den sozialen Tod.

    Vätern wird das dagegen eher nach gesehen, erst recht, wenn die Eltern getrennt leben.

    Es gibt deshalb ziemlich viele Mütter, die ihren Kindern gegenüber eine große Ambivalenz empfinden. Was sie aber niemals nach außen hin zeigen würden. Man erkennt es auch nur, wenn man ganz genau hinsieht und -hört.

    Erst wenn Sie erleben, welche Folgen Ablehnung für Kinder hat, dann kommen Sie darauf, dass Mutterliebe sich nicht so automatisch einstellt, wie es gerne propagiert wird. Und wie verheerend die Folgen sein können, wenn sie fehlt.

    Wir sollten uns auch immer klar machen, dass die Rate an Schwangerschaften, die durch erzwungenen, gewaltsamen Sex verursacht werden hoch ist.

    Aufschlussreich dazu: http://ichhabnichtangezeigt.wordpress.com/ichhabnichtangezeigt/

    Und ich nehme mal an, die wenigsten Vergewaltiger benutzen ein Kondom. Natürlich erst Recht nicht, wenn die streng katholisch sind….

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

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    @Klaus Jarchow,

    wegen „Zwangsbefreiung“: übernimmt die RKK dann auch automatisch die Abmeldung wegen Zahlung der Kirchensteuer? Habe gehört, dass das Vielerorts ein kompliziertes Verfahren ist.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Klaus Jarchow

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    Mich würde es ja auch interessieren, wie unsere Streiter für das ‚werdende Leben‘ es sich erklären, dass die 800 Säuglingsleichen in Irland ausgerechnet vor einem katholischen Heim für ‚gefallene Mädchen‘ verbuddelt wurden … vermutlich klammheimlich und ohne letzte Segnung durch einen Priester.

  • Angelika Oetken

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    „@janne: als ob er bei ihnen mitgelesen hätte :-)“

    @fh: kann Herr Bergoglio sich sparen. Dafür hat er Personal :)

  • Angelika Oetken

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    „vermutlich klammheimlich und ohne letzte Segnung durch einen Priester.“

    @Klaus Jarchow,

    bei den toten Säuglingen handelte es sich in den Augen der zuständigen Kirchenfunktionäre um Kinder sündiger Mütter. Dazu vorherbestimmt, als Heiminsasse genauso missbraucht zu werden wie die.
    Sofern sie sich nicht rechtzeitig an reiche US-Amerikaner verscherbeln ließen.

    Es wäre interessant zu wissen, wie viele von diesen Babies von Priestern gezeugt wurden. Etliche von den jungen Mädchen wurden gewaltsam geschwängert. Das gehört bestraft. Schließlich geht es hier um „Liebe“.

    So wäre eine Problematik doppelt entsorgt worden.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Klaus Jarchow

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    @ Angelika Oetken: Ich kenne mich nur mit dem protestantischen Procedere aus. Dort geht man aufs Kirchenamt, erklärt seinen Austritt und unterschreibt ein Papier. Die Meldung ihrerseits ans Finanzamt übernehmen automatisch sie, die Kopie der Austrittserklärung fügt man der nächsten Steuererklärung bei. Mich hat es ja auch gewundert, wie resignativ die Stimmung dort war und wie wenig ‚Missionierungseifer‘ dort herrscht. Keine Frage nach dem Weshalb und Wieso … was ich mir allerdings auch verbeten hätte.

  • Angelika Oetken

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    „Der Abtreibungsskandal bei der ‚Katholischen jungen Gemeinde‘ “

    http://www.kath.net/news/46275

    Sachen gibt`s….

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Kernel

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    @ Angelika Oetken
    Danke für den Link – in der KJG sind die Entscheider von Morgen (hoffentlich). Endlich traut sich mal jemand seine Meinung zu sagen. Auch dafür zahle ich meine Kirchensteuer gerne!

  • Dubh

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    Almut: „Was ich gesagt habe war, dass diese menschliche Katastrophe niemanden gleichgültig lassen kann, dass jedes Jahr so viele Kinder nicht zur Welt kommen dürfen.“

    Was aber insbesondere diese Lebensschützer vollkommen kalt lässt, ist dass ein Milliarde geborener Kinder in Elend und größter Armut lebt – alle 5 Sekunden verhungert eines auf dieser Welt – und zwar nicht deswegen, weil es nicht genügend Lebensmittel gibt, sondern weil sie sich die nicht leisten können bzw. die Eltern.
    Hunger, kein Dach überm Kopf, kein Zugang zu einem Gesundheitssystem, nicht mal zu Schulen – alles kein Thema.
    Von der vielfältigen Gewalt gegen geborene Kinder durch Kriege, Ausbeutung, Missbrauch, Misshandlung – auch bei uns, und auch durch Eltern oder andere Personen im Umfeld reden wir gar nicht.

    Menschliche Katastrophen die alltäglich allsekündlich geborenen Kindern, Frauen und Männern widerfahren – KEIN Thema in diesen lebensschützenden Kreisen.

    Das Leben von Frauen ist sowieso nicht schützenswert, denn r. katholisch ist Abtreibung auch dann nicht erlaubt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist – und das Recht zu bestimmen wie sie leben möchte, sofern sie in einem Land lebt, wo sie das immerhin könnte, wird ihr sowieso nicht zugestanden

    Es geht ausschließlich um den Schutz ungeborenen Lebens, das Leben Geborener, ist schnurzegal.

    In den USA durfte es dann auch schon mehrmals Mord sein
    http://www.zeit.de/online/2009/23/abtreibungsarzt-usa

    Systematisch betriebener Völkermord – der Holocaust – soll im Vergleich zum „Babycaust“ praktisch nichts sein?

    Individuelle Entscheidungen aus Notlagen einzelner Frauen und Eltern gegen EINE Geburt sind Massenmord – Millionen von Menschen systematisch absichtlich ohne jede Not von Staats wegen auszurotten ist nicht weiter der Rede wert?

    Der Vergeich von Holocaust mit Abtreibung geht von der deutschen RKK aus, und zwar schon als die Diskussion zum §218 begann.

    Ausdrücklich in Worte gefasst wurde er 1979 vom Müncher CSU Mann DR. Hartwig Holzgartner nachdem seit 1976 die Indikationenlösung galt und die Wahl 1980 bevorstand.

    „Die Nationalsozialisten haben die Juden getötet, und die internationalen Sozialisten töten ungeborenes Leben. Das, was in unserem Volke geschieht, ist exakt der Weg zurück nach Auschwitz.“
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40348864.html

    Schleunigst gefolgt von Kardinal Höffner und anderen blieb die RKK sich dieser perfiden Rhetorik bis heute treu – wobei man während der Nazizeit ja kaum was von den deutschen Bischöfen zu den Verbrechen der Nazis hörte , dafür das:
    „In dieser entscheidungsvollen Stunde ermuntern und ermahnen wir unsere katholischen Soldaten, in Gehorsam gegen den Führer, opferwillig, unter Hingabe ihrer ganzen Persönlichkeit ihre Pflicht zu tun. Das gläubige Volk rufen wir auf zu heißem Gebet, dass Gottes Vorsehung den ausgebrochenen Krieg zu einem für Vaterland und Volk segensreichen Erfolg und Frieden führen möge.“ – Gemeinsames Wort der kath. deutschen Bischöfe, Martinusblatt, 17. Sept. 1939

    Übrigens stand zeitweise während der Nazizeit die Todesstrafe auf Abtreibung – freilich nur bei „rassereinen“ Föten , die „rasseunreinen“ wurden zwangsabgetrieben, – dazu auch null von der RKK, die mussten seinerzeit dann offensichtlich auch ungeboren keineswegs geschützt werden…………………

    Dieses zweideutige Maß beim „Lebensschutz“ stört sie nicht, und lässt sie kalt?

  • Angelika Oetken

    |

    „Es geht ausschließlich um den Schutz ungeborenen Lebens, das Leben Geborener, ist schnurzegal“

    @dubh,

    ich sehe es so: es geht um die Kontrolle über die weibliche Reproduktionsfähigkeit.

    Der Kampf für Kinderrechte oder der Einsatz für die Entschädigung von Missbrauchsopfern wird nämlich von den entsprechenden Protagonisten mit viel weniger Vehemenz geführt. Im Gegenteil. Wer etwas für Schwächere tun will, bekommt genau von denen Gegenwind.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Almut

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    @ Dubh

    Denken Sie wirklich, dass der Wert eines Menschen davon abhängt, ob er schon geboren ist oder noch nicht -? (das ist jetzt nicht ironisch gemeint, sondern ganz ernst). Ich weiß, das Argument ist überhaupt nicht beliebt, aber wir waren alle mal in diesem Stadium, dass wir noch nicht geboren waren.

    Was die anderen Einwände betrifft, z.B. die Behauptung, dass das Leben Geborener oder von Frauen „schnurzegal“ ist ebenso wie die hungernden Kinder – das sind doch alles Behauptungen, die durch nichts zu belegen sind. Was Abtreibungsgegner alles gleichgültig lassen soll… Solche nicht zutreffenden „Schuldzuweisungen“ haben doch dann nur den einen Zweck, ein Feindbild aufzubauen. Schade.

  • Mathilde Vietze

    |

    Das Motto des Katholikentages hieß „Mit Christus Brücken
    bauen“ und es sind mit Sicherheit – ohne großes Töne in der
    Öffentlichkeit – viele solcher Brücken gebaut worden.
    Mit Leuten freilich wie Christa Meves, Prof. Spieker, Birgit
    Kelle, Sophie Kuby und Konsorten sind keine Brücken zu
    bau’n; die wollen nicht versöhnen, sondern spalten.
    Und weil sie von den ganz normalen Leuten nicht ernst ge-
    nommen werden, haben sie auch keine Scheu, ihre Weis-
    heiten denen, die am äußersten rechten Rand stehen, an-
    zudienen.
    Es lebe das „edle Deutschtum!!!“

  • Angelika Oetken

    |

    @Mathilde Vietze,

    dass eine so große Organisation wie die Deutsche Katholische Kirche versuchen sollte, alle Meinungsspektren und Anliegen auf ihren Kongressen abzubilden ist verständlich .

    Aber eine Podiumsdiskussion zu veranstalten, auf der den Diskutanten Gelegenheit gegeben wird, statt sachlich-kontroverser Auseinandersetzungen einseitige Polemik zu verbreiten finde ich schon bedenklich.

    Jede Berufsfachgruppe, die auf sich hält und Kongresse veranstaltet, hat ein Auswahlgremium, das Vorschläge bepunktet und dann bespricht. Um genau so etwas wie hier offenbar geschehen zu vermeiden.

    Schwaches Bild.

    Warten wir mal ab, ob es nächstes Jahr besser läuft.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Dubh

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    Almut: „Denken Sie wirklich, dass der Wert eines Menschen davon abhängt, ob er schon geboren ist oder noch nicht -?“

    Für Sie und „Lebensschützer“ eindeutig und offensichtlich allerdings!

    ICH für mich habe nichts dergleichen geschrieben.
    Aber offensichtlich sind Sie ja leider nicht imstande meinen Ausführungen zu folgen……………..

    Das deutsche Gesetz beruht übrigens exakt auf dieser Gleichwertigkeit von menschlichem Leben an sich – und in vom Ihnen zitierten BVerfG Urteil ist das ausführlich begründet – nicht gelesen, nicht verstanden?

    Es handelt sich um eine Grundrechtekollision, die alleine jede einzelne Betroffene zu entscheiden hat, und die unter Einhaltung bestimmter Auflagen dann eben straffrei ist.
    In einem pluralistischen freiheitlich demokratischen Rechtsstaat hat der Gesetzgeber die Grundrechte der geborenen Frau nun mal genauso hoch zu bewerten, wie die von ungeborenen Kindern.

    Worüber also regen Sie sich auf, wenn es Ihnen tatsächlich um die Gleichwertigkeit geborenen wie nichtgeborenen Lebens ginge?

    Da bleibt dann nur der demokratische Rechtsstaat als Aufreger.
    Eine Diktatur, wie das bei rechtsextremen Gruppierungen, religiösen wie nichtreligiösen, der wahre Wunsch ist, am besten mit Todesstrafe für alles angeblich „Unnatürliche“ , haben wir derzeit halt grade nicht………….

    Sie arbeiten dran?

  • Dubh

    |

    Angela Oetken: „ich sehe es so: es geht um die Kontrolle über die weibliche Reproduktionsfähigkeit.“

    In patriarchalen männlich dominierten Gesellschaften, in denen auch nur einigermaßen wahrscheinlich über Vaterlinie vererbt werden soll muss die weibliche Sexualität allerdings radikal eingeschränkt und kontrolliert werden.
    Schließlich war/ist die leibliche Mutter meistens offensichtlich, der leibliche Vater keineswegs.

    Letzteren kann man seit grade mal 25 Jahren überhaupt feststellen und auch heute noch nicht zu 100%.

    Also am besten (zuerst mal) die Frauen der Oberschicht (wo es um Besitz und institutionalisierte Macht und deren Vererbung in Vaterlinien geht) einsperren und langfristig ideologisch angeblich natur – oder (viel später) gottgegeben abwerten……………..

    Um dann gar „Bastarde“ geboren von „unanständigen“ Frauen zu erfinden.

    Weltlich rechtlich ehelichen Kindern gleichgestellt sind nichteheliche Kinder in Deutschland erst seit 1998!

  • Mathilde Vietze

    |

    All den selbsternannten „Lebensschützern“ geht es mit-
    nichten um das ungeborene Leben. Vielmehr wollen sie
    Frauen, die sich weigern, nach ihrer Facon selig zu wer-
    den, zu dämonisieren. Und wenn es schon nicht gelingt,
    diese Frauen einzuschüchtern, muß man zumindest
    versuchen, ihnen ein schlechtes Gewissen einzujagen.
    Gott sei Dank lassen auch die katholischen Frauen sich
    das heute nicht mehr gefallen.
    Sie führen ein selbstbestimmtes Leben und verhüten
    verantwortungvoll, anstatt abzutreiben.

  • Angelika Oetken

    |

    @Mathilde Vietze,

    ich könnte mir auch vorstellen, dass es sich bei den „Lebensschützern“ um typische Radikale handelt, wie wir sie in fast jedem gesellschaftlichen Kontext finden. Die in egozentrischer Manier, das womit sie bei sich selbst nicht klar kommen anderen überstülpen wollen. Aggressiv, nervig, polemisch.

    In harmloserer Version kennen wir das Phänomen alle aus dem Alltag: jemand der sich lange Zeit ziemlich ungesund ernährt hat, entdeckt eine radikale Ernährungsform. Und anstatt die nur auf sich anzuwenden, fängt der an, andere ständig und überall zu missionieren. Und versaut mit seinen Predigten und Anwürfen dann jede gemeinsame Mahlzeit.

    Bei Leuten wie Frau Meves ist das dann schon nicht mehr so harmlos. Über Sexualaufklärung schreibt sie:

    „Das Ziel der geschlechtlichen Erziehung kann also unmöglich darin bestehen, Kenntnisse und Praktiken über sexuelle Vorgänge zu erwerben. … Sexualität ist, wie bei den Tieren, ein Triebgeschehen, zu dessen Funktionieren es absolut keiner Aufklärung bedarf“

    Immerhin hat Frau Meves auf diese Art zwei Kinder empfangen. Aber möglicherweise fehlt es ihr an entsprechender Lebensexpertise, um den Wert von Kenntnissen über befriedigende sexuelle Praktiken erkennen zu können.

    Aber: das ist ihr Problem. Nicht das von Frauen – und Männern – die über ihr Sexualleben und deren Auswirkungen selbst bestimmten möchten.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Almut

    |

    @Angelika Oetken

    zu Christa Meves:
    nach allem, was ich von ihr gelesen habe (fast alle Bücher) und nach meinem Eindruck ist sie eine herausragende Persönlichkeit mit einem sehr weiten Horizont (auch wenn das vielleicht anhand der zitierten Stelle nicht so scheint). Vgl. etwa: Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse, dem Niedersächsischen Verdienstorden, dem Prix Amade etc.

    Was die Zweifel an der Motivation der Lebensschützer betrifft, ein sehr gutes Buch hierzu, Abby Johnson, Lebenslinie. Warum ich keine Abtreibungsklinik mehr leite

    Herzlichen Gruß aus Freiburg nach B-Köpenick, das ich gut kenne, weil meine Freundin dort gewohnt hat.

  • Angelika Oetken

    |

    @Almut,

    ich kenne Frau Meves persönlich nicht. Deshalb kann ich zu ihrem Charakter nichts sagen.

    Aber schon ziemlich lange verfolge ich ihre Propaganda.

    Und die gefällt mir nicht.

    Was öffentliche Auszeichnungen angeht: die Unesco-Anerkennung der Odenwaldschule z.B. wurde erst kürzlich ausgesetzt. Für ein Jahr. Obwohl nicht nur die Opfervereinigung „Glasbrechen“ seit Jahren darauf hinweist, dass diese Schule alles andere als ausgezeichnete Arbeit macht.

    Manche Menschen werden zu Recht mit Orden und Medaillen behängt. Häufig sind das aber nur Rituale. Gleichmäßig zwischen den Repräsentanten verschiedener einflussreicher Gruppierungen verteilt.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Almut: Das ausgerechnet Christa Meves mit ihrer
    Hetzpropaganda einen „weiten Horizont“ haben soll,
    möge begreifen, wer will.
    Vielleicht hat es auch bereit mit Altersstarrsinn zu tun,
    was sie so verzapft. Und – es ist bekannt, daß sie – weil
    sie von ernstzunehmenden Wissenschaftlern besten-
    falls belächelt wird, sich denen vom äußersten rechten
    Rand zuwendet, z.B. rechten Burschenschaften. Außer-
    dem hat sie Herrn Frey, dem Herausgeber der National-
    zeitung ein Interview gegeben. Und ihr Ausspruch „Beim
    Dienst für Führer, Volk und Vaterland habe ich mehr ge-
    lernt als auf der Universität, erübrigt eigentlich jeden
    weiteren Kommentar.

  • Almut

    |

    Wo soll sie denn das gesagt haben?! Das klingt mir sehr nach Verleumdung von Leuten, die ein Interesse daran haben, sie in die rechte Ecke zu stellen, wo sie selbstverständlich nicht hingehört.

    Es trifft auch nicht zu, dass sie von ernstzunehmenden Wissenschaftlern nicht anerkannt wird, gerade im Gegenteil.

    Aber es bringt sicher nichts, sich jetzt darüber zu „streiten“. Ihre Bücher kann ich nur empfehlen.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Almut: Leider bedienen Sie genau das, was alle
    Reaktionäre zu tun pflegen, wenn man sie stellen will:
    Sie verdächtigen Leute, Frau Meves in die rechte Ecke
    zu stellen. Haben Sie schon mal den „Brief an den Freun-
    deskreis“ gelesen? Wenn Ihnen dann kein Licht aufge-
    gangen ist, ist Ihnen nicht mehr zu helfen.
    Ich schätze sehr die Wertkonservativen, aber Frau Meves
    ist eine Reaktionärin.
    Die Tatsache, daß eine Handvoll durchgeknallter Kampf-
    emanzen sich aufführt, berechtigt Frau Meves noch lange
    nicht, die Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung
    der Frau in Bausch und Bogen zu verurteilen. Und das
    tut sie bei jeder Gelegenheit.

  • Almut

    |

    @Mathilde Vietze,

    man muss ja nicht mit allem einverstanden sein, was Christa Meves denkt, das bin ich gewiss auch nicht, aber man kann sie achten und anerkennen.
    Und in einem Punkt bin ich mir ganz sicher, von Enge ist bei ihr keine Spur (das kann ich nämlich nicht gut ertragen, ich hätte sofort aufgehört, mich mit dem, was sie sagt, auseinanderzusetzen, wenn das der Fall wäre).

    Sie hat nie die Selbstverwirklichung/Selbstbestimmung verurteilt, warum sollte sie.
    Ich persönlich denke nicht, dass es z.B. Selbstbestimmung auf Kosten des Lebens eines (ungeborenen) Kindes geben kann. Ich meine das jetzt nicht moralisch, sondern faktisch. Wie kann ich mein Leben genießen, so weiterleben, als wäre nichts geschehen, wenn mein Kind nicht mehr da ist?

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Almut: Sie verstecken sich hinter Ihrem Vornamen.
    Was haben Sie zu verbergen?
    Und – wie kommen Sie denn darauf, daß eine ernstzu-
    nehmende Frau ausgerechnet die Abtreibung als Form
    der Selbstverwirklichung sieht? Da bedienen Sie schon
    wieder die Totschlagargumente der Ewiggestrigen. Wenn
    man da nämlich die rückständige katholische Sexualmoral
    kritisiert, kommt sofort die Retourkutsche „Ihr wollte ja
    nur Zügellosigkeit“. Das Gegenteil von Verklemmtheit ist
    nicht Zügellosigkeit, sondern Natürlichkeit.
    Und wenn Sie schon so für die Bücher von Frau Meves
    werben, sollten Sie auch sagen, w a s Ihnen darin so
    gut gefällt. Daß sie behauptet, Homosexualität wäre heil-
    bar oder, daß sie ein Frauen- und Familienbild von anno
    dunnemal, incl. einem Mutterkult hochleben läßt.
    Zum besseren Verständnis: Ich stehe mit all jenen Kampf-
    emanzen, die das „Recht auf freie Liebe“ und das „Recht
    auf Abtreibung“ verlangen, auf Kriegsfuß, gestehe aber
    den ganz normalen, emanzipierten Frauen zu, ein Leben
    ohne Bevormundung zu leben.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Bernhard: Es stimmt, was Jesus gesagt hat, aber das
    sollten sich Typen wie Christa Meves, Birgitt Kelle, Prof.
    Spieker und Konsorten hinter die Ohren schreiben.
    Würden diese keine haßerfüllten Hetzreden gegen
    die seriöse Einrichtung „donum vitae“ geführt haben,
    wären gegenteilige Kommentare gar nicht notwendig
    gewesen.
    Jedenfalls gibt mir das Ganze nochmals einen großen
    Auftrieb, „donum vitae“ zu unterstützen – jetzt erst
    recht!!!

  • Günter Annen

    |

    Der Schreiberling dieses Berichtes sollte schon bei der Wahrheit bleiben, denn ich habe sicher nicht von 60-80 Millionen ermordeter Kinder im Mutterleib gesprochen.
    Es sind „nur“ etwa 40.000.000 (40 Millionen lt. WHO)

    = ca.70 Kinder werden in der Minute weltweit durch Abtreibung ermordet werden!!!
    …und Sie können noch ruhig schlafen oder tatenlos diesem größten Verbrechen der Menschengeschichte zuschauen?

  • CSU boykottiert Gedenkweg » Regensburg Digital

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    […] nach wie vor fehlende Distanzierung des Bischofs von dem Antisemiten Rudolf Graber, aber auch auf fragwürdige Veranstaltungen anlässlich des Katholikentags. Als die Rede von Voderholzer beendet ist und der Gedenkmarsch weiter zieht, schließen sich die […]

  • „Der Bischof bespuckt uns“ » Regensburg Digital

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    […] Anlässlich des Katholikentages 2014 empfahl der Bischof den Gläubigen in seinem Rundbrief just die…, die mit nach rechts offenen Parolen Homosexualität und Gender Mainstreaming geißelten, während er die ohnehin spärlichen Veranstaltungen zum Thema sexueller Missbrauch verschwieg. Am 21. September dieses Jahres nahm Voderholzer in vorderster Reihe am sogenannten „Marsch für das Leben“ in Berlin teil. […]

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