Voderholzer greift Homosexuelle an

„Der Bischof bespuckt uns“

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Der Schwulen- und Lesbeninitiative RESI e.V. ist nach homophoben Veröffentlichung des Regensburger Bischofs Voderholzer der Kragen geplatzt.

"Kritik an Homosexuellen ist keine Diskriminierung", glaubt Rudolf Voderholzer. Foto: Archiv/ Staudinger

„Kritik an Homosexualität ist keine Diskriminierung“, glaubt Rudolf Voderholzer. Foto: Archiv/ Staudinger

Er tritt weit umgänglicher auf als sein Vorgänger, was aber seine Positionen betrifft ist schon länger klar: Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer ist ein erzkatholischer Hardliner. Das zeigte etwa seine zunächst ablehnende Haltung zur Reform des kirchlichen Arbeitsrechts oder seine Auseinandersetzungen mit der katholischen Schwangerenberatung Donum Vitae.

Anlässlich des Katholikentages 2014 empfahl der Bischof den Gläubigen in seinem Rundbrief just die Auftritte radikaler „Lebensschützer“, die mit nach rechts offenen Parolen Homosexualität und Gender Mainstreaming geißelten, während er die ohnehin spärlichen Veranstaltungen zum Thema sexueller Missbrauch verschwieg. Am 21. September dieses Jahres nahm Voderholzer in vorderster Reihe am sogenannten „Marsch für das Leben“ in Berlin teil.

Voderholzer im Widerspruch zur Bischofskonferenz

Vergangene Woche hat Rudolf Voderholzer nun noch einen draufgesetzt. Ein Flyer der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) zu Geschlechtlichkeit und Sexualität ist es, der dem Bischof sauer aufstößt. Darin wird unter anderem festgehalten, dass die katholische Kirche „vielfältige Männer- und Frauenbilder“ kenne und für eine Wertschätzung Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, geworben – Positionen, denen der Regensburger Bischof eine mehr als deutliche Absage erteilt. Homosexualität, so der Bischof sei nicht normal, die im Flyer angesprochene Intersexualität „ein Defekt“.

Anstelle des DBK-Flyers empfiehlt Voderholzer einen „Glaubenskompass“ der Organisation „Kirche in Not“. Darin wird etwa Gender Mainstreaming als „Perversion“ und „teuflische Ideologie“ gegeißelt. Dass Homosexualität denn auch nicht gleichberechtigt neben Heterosexualität stehen darf, versteht sich von selbst.

Wertschätzung, nein danke!

Bischof Voderholzer geht aber sogar noch einen Schritt weiter. Er lehnt die eingeforderte Wertschätzung gegenüber homosexuellen Menschen dezidiert ab. Wörtlich schreibt er auf den Internetseiten des Bistums Regensburg:

„Der Flyer fordert eine Wertschätzung jedes Menschen unabhängig von der sexuellen Orientierung. Das Diskriminierungsverbot, das auch gegenüber Homosexuellen gilt, beinhaltet keine Wertschätzung einer homosexuellen Orientierung. Homosexualität darf also kritisiert werden und die Kritik ist noch keine Diskriminierung.“

„Religiöse Abnormitäten dürfen kritisiert werden…“

So viel Rabulistik war nun auch der Regensburger Schwulen- und Lesbeninitiative (RESI e.V.) zu viel. In einer heute veröffentlichten Stellungnahme üben die drei Vorstände Wolfgang Klein, Martin Preis, Christian Wolff Kritik an Voderholzers „jegliche Wissenschaft verleugnenden und arrogant auf längst widerlegten menschenverachtenden Positionen beharrenden Thesen“. Der Bischof, so heißt es weiter, „bespuckt (…) uns LGBTI-Menschen (englische Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender, Anm. d. Red.) mit den Behauptungen, Homosexualität sei nicht normal und Intersexualität sei ein Defekt“.

Im Gegenzug greife die RESI-Vorstände Voderholzers Wortwahl auf:

„Das Diskriminierungsverbot, das auch gegenüber Religionen gilt, beinhaltet keinerlei Wertschätzung irgend einer religiösen Orientierung. Religiöse Abnormitäten dürfen also kritisiert werden, und diese Kritik ist noch keine Diskriminierung. Deshalb: Das Zölibat ist nicht normal, sondern widernatürlich, pädophiles Verhalten von Priestern ist ein Defekt fehlgeleiteter und unterdrückter Sexualität.“

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Kommentare (68)

  • Ronald McDings

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    Monseigneur Voderholzer ein „erzkatholischer Hardliner“?!
    Schau’n wir mal, z. B. ins „Jubeljahr 2017“ wie er sich dann in Sachen „Vater des Glaubens“ (O-Ton Karl Kardinal Lehmann) ausläßt.
    Bis dahin bleibt mir die Spucke weg.

  • Angelika Oetken

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    Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche… heißt es nicht ohne Grund.

    Einfach mal „Homophobie/Ursachen“ und „Misogynie“ in die Suchmaschine eingeben.

    Diese Kirchenfunktionäre haben Glück, dass der Staat ihre Gehälter bezahlt. Wäre ihr Theater auf freiwillig zahlendes Publikum angewiesen, hätten sie es schon längst schließen müssen.

  • Marion Puhle

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    Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, ist eines der Gebote. Daran sollte sich Vorderholzer orientieren. Unglaublich was dieser Bischof von sich gibt. Jeder Mensch ist wert zu schätzen, egal welche sexuelle Orientierung er/sie hat. Und noch etwas. Klären Sie die Missbrauchsfälle auf und entschuldigen Sie sich öffentlich, damit die Menschen, die durch pädophile Priester gedemütigt wurden, endlich das Gefühl bekommen, ernst genommen zu werden. Sehr geehrter Herr Voderholzer, menschenverachtender geht es nicht mehr. Pfui Teufel.
    Marion Puhle

  • Student

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    Bei allem mangelnden Verständnis für die eher engstirnige, kleinmütige und rückständige Position des Herrn Bischofs: der RESI-Vorstand vergaloppiert sich in seiner Reaktion, wenn er die Wortwahl Voderholzers aufgreift und „Homosexualität“ durch „Religiosität“ ersetzt – es ist wenig geeignet, die Formulierung Voderholzers zu kritisieren, indem man sie einfach auf einen anderen Sachverhalt überträgt, bei dem man sich die Formulierung dann selbst zu eigen macht. Erst recht, wenn man dann auch noch anfängt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen und über’s Ziel hinauszuschießen.

    So sagt der Bischof: „Das Diskriminierungsverbot, das auch gegenüber Homosexuellen gilt, beinhaltet keine Wertschätzung einer homosexuellen Orientierung. Homosexualität darf also kritisiert werden und die Kritik ist noch keine Diskriminierung.“

    Das scheint zunächst mal genauso korrekt wie die Aussage: „Das Diskriminierungsverbot, das auch gegenüber Religiosität gilt, beinhaltet keine Wertschätzung einer religiösen Orientierung. Religiosität darf also kritisiert werden und die Kritik ist noch keine Diskriminierung.“

    Leider verwendet RESI hier die Formulierung „Religionen“ bzw. – noch unpassender – „religiöse Abnormitäten“ statt „Religiosität“, womit die Analogie zu Herrn Voderholzer schon zu hinken und ins polemische abzugleiten beginnt.

    Dass „diskriminieren“ und „kritisieren“ nicht identisch sind, ist eigentlich eine Banalität – und nichts anderes bringt Herr Voderholzer hier doch – wenn auch etwas schwülstig formuliert – zum Ausdruck. Nur weil ich Herrn Seehofer kritisiere, braucht er sich nicht durch mich diskriminiert zu fühlen. Also wieso die Aufregung? Und vor allem: was soll dann auch noch der völlig zusammenhanglos hinzugefügte Kommentar zu Zölibat und Pädophilie? Beide Begriffe dermaßen in einen Topf zu werfen (quasi als das, wofür Herr Voderholzer dann ja seinerseits eintrete) finde ich ausgesprochen deplaziert und keinen Ausdruck einer vernünftigen Diskussionsfähigkeit. Schade, dass RESI nicht mit Argumenten zu überzeugen versucht (die besseren hätte RESI zweifellos), sondern zu kruden Entgegnungen greift, die völlig an der Sache vorbeigehen.

  • Franz Urban

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    Der Bf-Mensch sagt seine Meinung, der LGBTI-Mensch sagt seine Meinung. Dann ist ja alles okay. Ich bin glücklich das es bei uns noch Meinungsfreiheit gibt. Aber bitte sachlich.
    ‚..jeder Mensch einzigartig, unermesslich wertvoll und ein großes Geschenk für alle Mitmenschen…‘
    http://www.bistum-regensburg.de/bischof-dr-rudolf-voderholzer/

  • Nonnen

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    Seltsamerweise wird bei Gender Mainstreaming immer auf die sexuelle Orientierung konzentriert. Vergessen wird dabei, dass ein wenig ungesund für Frauen, Mütter und Kinder Gender Mainstreaming schon zu sein scheint. Zum Beispiel das Negieren bedeutsamer und dem Mann überlegener weiblicher Eigenschaften mit der Folge, dass häufig der Body nur noch wichtig wird. Vergessen der für Sprach- und Kognitiventwicklung wichtigen frühkindlichen Mutterbindung infolge des frühen flüssigkeitsgekoppelten Hörens des Foeten im Mutterleib (Muttersprache nicht Vatersprache!). Probleme durch Cortisolausschüttung (gefährliches Stresshormon) und Schlafmangel mit entsprechendem Wachstumshormonmangel von Krippenkindern mit Hippocampusminderung (Lernmaschine des Gehirns).
    Erschreckende Zunahme von Depressionen auch bei Kindern und Jugendlichen.
    [siehe „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ in: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 6. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978-3-9814303-9-4 und „Es trifft Frauen und Kinder zuerst – Wie der Genderismus krank machen kann“, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978- 3-945818-01-5]

  • Marion Puhle

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    @Student
    Auch wenn die RESI über reagiert hat, so ist es doch menschlich in einer ersten Reaktion über das Ziel hinauszuschießen. Ich mag mich in die Menschen, die sich dadurch verletzt und provoziert fühlen, hineindenken und ich glaube mir würde es genau so gehen.
    Das die RESI mit überzeugenden Argumenten dagegen halten kann,
    verspricht sich von selbst.
    Marion Puhle

  • Suarez

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    Ich finde die Reaktion von Resi absolut integer. Bischof Voderholzer hat widerlich Homophes abgesondert. Und gegen den Papst stellt er sich damit auch!

  • gerum

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    So Leute ich bin ein ganz normaler heterosexueller mensch und bei mir steht der MENSCh im Mittelpunkt. DER lebt hier auf gottes erdboden und will einfach nur glücklich sein,
    Dazu gehört wertschätzung seiner. Die Kirche ist meiner meinung humanistisch komplett fehlgeleitet . Deshalb jetzt meine konsequenz ( das war der letzte anstoss) ich trete aus der kirche aus ! Danke Vorderholzer

  • hf

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    solange pädophilie pervers ist und bleibt, eine krankheit eben, keinesfalls eine orientierung, und das ganz unabhängig davon, wieviele pädophile es tatsächlich gibt, ist doch alles in ordnung. alles schön sauber wissenschaftlich getrennt. die ganze griechische antike, eine einzige perverse schweinerei, aber die wiege unserer aufgeklärten kultur. :-)

    auch wenns die ganzen „längst ausgetretenen“ hier gar nicht berührt, weil unzugänglich; die kritik an der homosexualität (wie etwa an der promiskuität auch) beruht darauf, dass „liebe“ und „sexualität“ fälschlicherweise äquivox gebraucht werden. natürlich ist liebe eine teilmenge von sexualität, aber nicht mehr. dieselbe kritik äußert die kirche übrigens auch an heterosexuellen „fickfreundschaften“ – und wenn man feststellt, dass die aktuelle politische debatte sich einzig noch darum dreht, dass homos sich ihr zusammenleben steuerlich ebenso begünstigen lassen wollen, so wie kinderlose heteros, während geschiedene eltern dies mit ihrer mehrbelastung finanzieren sollen, weiß man wo der hase hinläuft. „kinder sind ein armutsrisiko“, deklinieren sie den satz mal mit anderen minderheiten wie schwule, transen, juden, moslems…

    freilich kann man sagen, die gleichstellung von homos und die diskriminierung von eltern (die übrigens auch lgbt-people liebevoll erziehen) , das sind doch zwei paar schuhe, man kann für das eine und gegen das andere sein. kann man behaupten. ja, kann man mal.

  • Mathilde Vietze

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    Ich bin entsetzt über das Verhalten von Bischof Voderholzer.
    ‚Was gibt es an der Homosexualität zu kritisieren? Er kann
    höchstens einzelne Homos, die sich komisch benehmen,
    kritisieren, aber nicht eine sexuelle Orientierung.
    Dieses Mal geht es nicht um ein Papier, das sog. Kirchenfeinde
    herausgegeben haben, nein: Die Deutsche Bischofskonferenz
    hat sich ernsthaft bemüht, den Lebenswirklichkeiten näher zu
    kommen. Und wer schießt da wieder einmal quer? Der Müller-
    zögling Voderholzer.
    Wenn Gott nicht gewollt hätte, daß es Homosexuelle gibt, hätte
    er sie nicht geschaffen. Und außerdem soll sich Voderholzer im
    Klaren darüber sein, daß der Vatikan eine Hochburg der Schwulen
    ist und das ist nicht eine böswillige Erfindung der „kirchenfeind-
    lichen Presse“.
    Ich solidarisiere mich mit Martin Preis und seiner RESI.

  • joey

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    wer hat denn was anderes erwartet?
    Kardinal Marx packt seine Worte politisch korrekt ein, Müller und seine Jünger pflegen eine klare Kante. Jetzt kann jeder selber entscheiden, wo er lieber zuhört – oder vielleicht gar nicht. LGBTI haben in der katholischen Kirche nichts verloren (was regt Ihr euch denn da auf…) – übrigens auch nicht in anderen Religionen. Die christlichen Kirchen fordern wenigstens keine weltlichen Strafen für Homosexuelle.

    In den meisten islamischen Staaten steht mindestens Gefängnis drauf, wenn nicht schlimmer. LGBTI sind auch im christlichen Osteuropa, Afrika, … stark diskriminiert. Das Thema kriegen wir mit der Einwanderung noch öfters, die tradierten Rollenbilder bei Menschen kriegt man nicht weg, indem man bei Registrierung eine Fibel aushändigt oder später mal ein paar Stunden Integrationskurs besucht. Deutschland wird gesellschaftlich konservativer werden, das ist bereits Fakt. Die Republik wird (so) nicht bunt!

    Wehret den Anfängen? Nein, die katholische Kirche steht priestertechnisch am Ende. Irgendwelche Broschüren und Webseiten sind da praktisch bedeutungslos. Gerade in der Sexualmoral haben die Kirchen nachweislich gar keine Macht mehr.

    In China ist ein Sack… und im Niedermünster liegt ein Papier verkehrt herum…

  • Ambrosios

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    Voderholzer ist kein guter Hirte, sondern ein schlechter. Und keiner, der nach dem Vorbild Christi handelt. Er betet lieber seinen Götzen Ratzinger an, betreibt eine antichristliche Heiligenverehrung eines Lebenden, der durch seine herzlose Haltung die deutschen Bischöfe zum Ausstieg aus der Schwangerenkonfliktberatung zwang und so eine Mitschuld daran trägt, dass Kinder abgetrieben worden sind. Hoffentlich lässt Papst Franziskus die Schwangerenkonfliktberatung wieder zu – und hoffentlich lernt Bischof Voderholzer, dass der Papst nicht mehr Benedikt heißt, sondern Franziskus. Letzterem ist er zu Gehorsam verpflichtet, auch wenn man davon nichts sieht und merkt.

  • Artur Bammert

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    Warum hört diesen komischen, hasserfüllten,dummdoofen Pfaffen eigentlich noch jemand zu.Jesus sagt „die wahrheit macht euch frei“.Macht euch frei von dieser SCHLANGENBRUT.Keine Angst ihr kommt nicht in die hölle,im gegenteil.

  • Veronika

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    @Artur Bammert: Genau so kann man es ganz kurz und sachlich vollkommen richtig auf den Punkt bringen! DANKE!

  • Ronald McDings

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    @ Mathilde Vietze 29.10.2015, 09:28h

    Was hatten Sie denn in Ihrer Frühstückstasse heute früh?

    „Bischof Voderholzer … kann [mit Ihrer Erlaubnis?] höchstens einzelne Homos, die sich komisch benehmen kritisieren“; ja, was soll das denn bedeuten?
    Es gibt keine „sich komisch benehmenden Homos“: LGBTI-Menschen sind nicht komisch, sondern echt, offen, natürlich, sich zu ihrem Selbst bekennend, wertvoll, unverklemmt, phantastisch phantasievoll und dgl. mehr.
    Komisch sind allein phantasielose Nicht-LGBTI-Menschen, die nonkonformistische LGBTI-Menschen als „sich komisch benehmend“ empfinden und den regierenden Bischof von Regensburg hier dazu animieren, „höchstens“ diese wertvollen und so herrlich unverklemmten LGBTI-Menschen „zu kritisieren“.

    Ihre luzide Erkenntnis, „der Vatikan ist eine Hochburg der Schwulen“, zeigt doch auf, daß dort eben auch LGBTI-Menschen ihr beispielhaft offenes Leben führen (wollen), oder empfinden Sie die klerikale (Ver-)Kleidung jener Klerikal-LGBTI-Menschen „als komisches Benehmen“, welches der offensichtliche Nicht-LGBTI-Mensch Bischof Voderholzer „höchstens kritisieren können darf/soll“? Zumal, wie Sie richtig erkannten, auch „die DBK sich ernsthaft bemüht, den Lebenswirklichkeiten näher zu kommen“, was nichts anderes heißt, als daß die LGBTI-Menschen in der DBK sich bemühen, von der von Ihnen so bezeichneten „vatikanischen Schwulenhochburg“ zu lernen und sich, lt. Ihnen, öffnen in Richtung „nähergekommener Lebenswirklichkeit“, also von DBK-Klerikal-LGBTI-Mensch zu Laikal-LGBTI-Mensch etwa im Sinne des Erich Mielkeschen „Ich liebe doch alle Menschen“.
    In diesem Zusammenhang dürfen Sie dann nicht nur Ihren „mal wieder querschießenden Müllerzögling Voderholzer“ monieren, sondern müßten konsequent auch Reinhard Kardinal Marx rügen, der bekanntlich sich nicht als römischer Filialist sieht, nach Ihrem oben behauptetem Vatikanverständnis eben keine „vatikanische Schwulenhochburg“ filialisierend betreiben will.

    Auch sollten Sie Ihre pfeilgerade Logik „wenn Gott nicht gewollt hätte, daß es Homosexuelle gibt, hätte er sie nicht erschaffen“, ein klein wenig überdenken.
    Wenn Sie dieses Diktum z. B. auf einen eingebürgerten Österreicher – Sie wissen schon, der Untote – oder auf Kinderliebhaber oder auf andere menschliche Aufregerlein anwendeten, na dann …

  • Mathilde Vietze

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    Zu „RonaldMC Dings: Es gibt sowohl unter den Heteros, wie auch
    unter den Homos „seltsame Heilige“. Das berechtigt aber den Herrn
    Bischof noch lange nicht, Homos in Bausch und Bogen zu verurteilen.
    Und auf Ihre Frage, was ich heute morgen gefrühstückt habe: Eine
    gebratene Katze, was denn sonst?

  • Olaf Baumert

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    Nun, wie schon angemerkt das mit den Kritikern und Elchen:
    https://www.youtube.com/watch?v=1CQg9f7z9eg „Probably Gay“ auf Englisch: Immer mal wieder entdeckt man die geifernden Homophoben mit Ihren Hosen runter wie sie sich vergnügen.

  • Christian Thomma

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    Kommentar gelöscht. Mit Ihren Gewaltaufrufen bewegen Sie sich im strafrechtlich relevanten Bereich. Geht’s noch?

  • Mathilde Vietze

    |

    In manchen fundamentalen katholischen Kreisen wird wahrheitswidrig Homosexualität
    und Pädophilie in einen Topf geworfen. Das ist eine Ungeheuerlichkeit. Während Homos
    und Lesben sich e r w a c h s e n e Partner aussuchen, sind Pädophile einzig und allein
    darauf aus, Kinder, die sich nicht wehren können, zu mißbrauchen.
    In diesem Punkt muß den hohen Kirchenherren bei jeder sich bietenden Gelegenheit
    widersprochen werden, solange, bis sie diesen Schrott nicht mehr erzählen.

  • Veronika

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    @Mathilde Vietze:

    Richtig, gerade so als würden die wissen, dass hier bestimmte Zusammenhänge bestehen würden.
    In der RKK vielleicht, denn dort handelt es sich ja um ein überschaubares Grüppchen von Männern, welche vielleicht weniger dem anderen Ufer als eher den Kindern zugeneigt sind. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass diese sich – weil die sich nicht an erwachsene Männer rantrauen dürfen, auf Kinder losgehen. Bin sehr gespannt, was die diversen immer noch laufenden wissenschaftlichen Erhebungen zur entsprechenden Systematik ergeben. Glaube aber, dass man diese Dinge „im Sande verlaufen lassen wird“.

  • olli

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    die vehemente Ablehnung von Pädophile könnte aber auch ein rein kulturelles Phänomen sein…
    wenn man das in Betracht zieht und den Theorien folgt, die davon ausgehen, dass die sexuelle Orientierung prädisponiert ist, könnte man tatsächlich ein moralisches Argumentationsproblem bekommen, das aufzulösen schwierig werden könnte…

  • Mr. T

    |

    Wenn Personen, die anderen Menschen etwas von übersinnlichen Wesen, Göttern, Wundern, unbefleckten Empfängnissen, Himmelfahrten, Wiederaufstehungen, Himmel, Höllen, Engeln, Teufeln und unzähligem sonstigen metaphysischen Blödsinn erzählen, um sie unter ihren Einfluss zu bringen, dann auch noch Homosexualität und Pädophilie in einen Topf werfen, sollte einen das nicht unbedingt stören. Das ist in etwa so, wie einen Kommafehler in „Mein Kampf“ zu bemängeln.

  • Lothgaßler

    |

    Ich denke auch nicht, dass man Homosexualität und Transgender-Sexualität „wertschätzen“ muss, aber man muss sie als Varianten der Sexualität zur Kenntnis nehmen und tolerieren. „Wertschätzen“ ist eine subjektive Bewertung, die darf in der Sache auch negativ ausfallen. Die Toleranz innerhalb der Gesellschaft ist einem Wandel unterworfen, und Kirche und Gesellschaft sind getrennt (nicht finanziell, wohl aber intellektuell). Wenn der Bischof nun an diesen Formen der Sexualität Kritik äußern muss, dann wohl nach reiflicher Selbstreflexion und nach Studium einschlägiger klerikaler Schriften. Wenn in diesen der Teufel im Weibe bzw. Manne oder Kinde oder Tiere oder Gemüse zu entsprechender Sexualität (vor allem die unschuldigen Kleriker) verführt, bzw. diese Sexualität Krankeit sein muss, dann mag dies die Expertise der Kirche sein. Womit eigentlich nur bewiesen wird, dass die Professoren-Titel der Kleriker nichts mit Wissenschaft zu tun haben. Ich jedenfalls leide bisher nicht unter der Sexualität jener Menschen, die sich als „LGBTI-Menschen“ (muss man sich so abgrenzen?) bezeichnen, weshalb ich auch nicht weiß, weshalb ich diese Menschen kritisieren soll.

  • Christian Feldmann

    |

    „Mr. T“ (Menschen wie Sie verstecken sich immer in der Anonymität), Bibel- und Talmudfromme, die Hitler zu Abertausenden wegen ihrer religiösen Überzeugung und Widerstandskraft abgeschlachtet hat, auf derart hämische Weise mit „Mein Kampf“ in Verbindung zu bringen, verrät ein seltenes Maß an Zynismus und Geschmacklosigkeit. Leute, die Dummsinn reden, hat er hingegen in Ruhe gelassen – oder in seine Bewegung gelockt.

  • Mr. T

    |

    Die Angst vor den Katholiban zwingt mich in die Anonymität ;-)
    Bibelfromme hat er nur abgeschlachtet, wenn sie Widerstand geleistet haben; diejenigen davon, welche im wohlgesonnen zur Seite gestanden haben, hatten ein gutes Auskommen in dieser unsäglichen Zeit. Man vergleich nur mal die Schicksale von Bonhoeffer und Graber, zwei frommen Menschen einer Generation. Da braucht man auch nichts gegeneinander aufrechnen, um zu sehen, dass gläubige Gruppierungen auch viel Menschen auf dem Gewissen haben – wenn man mehr als 100 Jahre zurückgeht.

  • Ambrosios

    |

    Mr. T, lassen Sie sich nicht von Christian Feldmann ins Bockshorn jagen. Bischof Voderholzer hat ganz unsäglich gegen Schwule und Lesben gehetzt und schwer gesündigt. Vor allem stellt er sich damit gegen den Papst. Widerlich.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Mr. T: Wenn die „Katholiban“ so schlimm wären, wie Sie beschreiben, hätten die
    mich schon längst erschlagen müssen. Die wüten höchstens und schreiben mir böse Briefe. Und wenn ich mal einen solchen bekomme, antworte ich wie folgt: „Ich sitze im kleinsten Raum meiner Wohnung und habe Ihren Brief noch vor mir, bald werde ich ihn hinter mir haben.“ Der schreibt mir n i e w i e d e r .
    Im übrigen teile ich voll und ganz die Meinung von Christian Feldmann.

  • Luna

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    Bitte zeigt diesen Bischof an!!

  • Hans Dampf

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    Warum die Aufregung? Austreten (falls noch nicht geschehen) und fortan ignorieren. Hokuspokus und Monstranz was soll der ganze Mummenschanz…

  • dugout

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    Was für eine elende Reinwaschung Christian Feldmann!
    Ohne das Schweigen der Kirchen und die Unterstützung der Kirchenmänner währe das NS Regime weit weniger „Rund“ gelaufen.
    Hier die kath. Kirche als Hort des Widerstands verkaufen zu wollen ist unverschämt.

  • Kerstin Lange

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    Verglichen mit anderen religiösen Fundamentalisten ist dieser Bischof doch recht gemäßigt, verglichen mit der Praxis in islamischen Ländern fast schon tolerant. Ach ja, ich vergaß: der Islam gehört zu Deutschland, wovon schwule Flüchtlinge in deutschen Einrichtungen ein trauriges Lied zu singen wissen.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zur Dugout: Erstens einmal hat Christian Feldmann die Kirche nicht „reingewaschen“
    und zweitens glaube ich kaum, daß diese verblendete und verblödete Nazibande
    sich etwas dazum geschert hätte, wenn die Kirche sich in ihre Poltik eingemischt
    hätte. Diese Nazis waren doch so in ihrer Herrenmenschen-Ideologie gefangen,
    daß sie jeden Widerstand, egal, wo er herkam, niedergebügelt hätten.

  • HutzlWutzl

    |

    @Angelika Oetken:

    „Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche… “ Da sieht man es mal wieder: Auch Sie glauben also (Ironie!!!), dass welche von Homosexualität geheilt werden können.

    @dugout:

    Der Schnurrbart hätte ja nicht einmal seinen Krampf ohne Fehler hinbekommen, hätten ihm nicht zwei Jesuiten redigierend und korrigierend !!! geholfen.

    Jetzt hättet Ihr in R doch eine Riesenchance eines Gottesurteils gehabt: Den Bischof auf die Bombe, und mit ihm aus dem Loch rausziehen. Hätte jede Menge Kosten erspart.

  • Ronald McDings

    |

    @ HutzlWutzl 01.11.2015, 17:22h

    Potz, Blitz, was für eine zeithistorische Aufschlußgabe; waren Sie der Textschreiber von Doktor Guido Knopp in ZDF-History?
    Haben „die zwei den Krampf redigierenden und korrigierenden Jesuiten“ auch Namen?
    Waren das etwa die H. H. Patres Anonymus Hutzl SJ und Praenomen-Nescio Wutzl SJ? Wurden diese Dunkelmänner zu ihrem Tun angestachelt von dem kopfgeborenen H. H. Pater Wilhelm Filucius-Busch SJ?
    Jedenfalls dürfte die „den Krampf redigierende und korrigierende Tätigkeit“ der beiden Jesuita – deren Namen Sie uns sicher noch liefern werden, nicht war, denn im Besucherbuch der Festungshaftabteilung des seinerzeitigen Zuchthauses Landsberg am Lech sind sie nicht verzeichnet (ist ja klar: fascho-jesuito-katholische Ganz-geheim-Verschwörung!) – den Korrekturlese-Auftraggeber nicht erfreut haben: „… hätte bei Poitiers nicht Karl Martell gesiegt … – das Christentum ist so etwas Fades – hätten wir viel eher noch den Mohammedanismus übernommen, diese Lehre der Belohnung des Heldentums: der Kämpfer allein hat den siebenten Himmel! Die Germanen hätten die Welt damit erobert, nur durch das Christentum sind wir davon abgehalten worden“.

    Also liefern Sie, schreiben und erhellen Sie das staunende Blog-Publikum.
    Noch ein Tipp zur weiteren Ausschmückung Ihrer Enthüllungsgeschichte: was haben zwei oder vielleicht auch drei Jesuitenpatres so ganz allein mit „dem Schnurrbart“ in dessen Festungshaftunterkunft wohl noch so g-e-t-r-i-e-b-e-n zu dritt oder viert, das interessiert hier immer …

  • Mr. T

    |

    HutzlWutzl meint hier wohl unter anderem Pater Stempfle, über dessen Beitrag an diesem Blödsinn die Meinungen auseinandergehen – vom reinen Lektor bis zum heimlichen Hauptautor.

  • Mathilde Vietze

    |

    Austreten hilft gar nichts! Es macht viel mehr Spaß,
    den Verantwortlichen so lange auf die Zehen zu
    treten, bis sie irgendwann doch mal das Nachdenken
    lernen. Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.

  • Sahra Knag

    |

    Im Grund muss man festhalten: Nirgendwo im katholischen Deutschland wie eine solche Ratzinger-Götzen-Verehrung betrieben wie in Regensburg. Nirgendwo werden die Grundanliegen von Papst Franziskus so ignoriert und sogar desavouiert wie in Regensburg. Nirgends gibt es einen so dem Papst ungehorsamen Bischof wie in Regensburg, der Schwule und Lesben beschimpft statt sie zu lieben.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Sahra Knag: Als gläubige, aber sehr kritische Katholikin
    kann ich Ihre Aussagen v o l l unterschreiben.

  • joey

    |

    @Mathilde Vietze
    Auch Zehen treten (hier) hilft nichts. Ein Hardliner interessiert sich nicht für die Meinung von uns. Das liegt an der sakramentalen Verfassung der Kirche: nur von Oben kommt Relevantes. Na dann soll er seinen Glauben behalten, das denken übrigens fast alle Katholiken in sexuellen Fragen. Kath. Autorität ist nur noch ein BlaBla, der festliche Rahmen für Weihnachten und Hochzeit.

    Austreten hilft schon was, ist aber für viele Berufe (meinen) praktisch schwierig, weil wir immer noch ein diskriminierendes Berufs- und Steuerrecht haben. Das sollte man mit politischen Mitteln ändern, z.B. Demonstrationen, Petitionen, … Wahlen.

    Wie ich schon vorher gepostet habe: was die Kirche vorher schon erledigt ist der Priestermangel. Voderholzer und Konsorten sind bald allein zu Haus, unterstützt nur noch von einigen letzten Importpriestern. Man erregt sich hier also über eine eher historische Frage.

  • Angelika Oetken

    |

    „Der Schnurrbart hätte ja nicht einmal seinen Krampf ohne Fehler hinbekommen, hätten ihm nicht zwei Jesuiten redigierend und korrigierend !!! geholfen.“

    @HutzelWutzel,

    ach: ausgerechnet zwei Jesuiten? Falls es nicht nur um einfache Rechtschreibregeln, sondern inhaltliche Fragen ging, werden die beiden Brüder bestimmt ihren Spaß gehabt haben :) Elchexpertise garantiert.

    Apropos Elche: eigentlich bezog sich mein Spruch auf den Teil der Kampfschrift des Herrn Bischof, der Gendertheorien betrifft. Speziell die zu marginalisierten sexuellen Identitäten wie zum Beispiel der der Transsexuellen.

    Vielleicht können Sie mir das beantworten: wieso tragen diese Priester an Festtagen eigentlich so bunte Kleidchen? Nicht dass ich es denen neiden würde, sich so fein machen zu dürfen. Aber in der Hinsicht bin ich konservativ: Männer, mit Ausnahme von Transen und Highländern sollten in der Öffentlichkeit Hosen tragen :)

  • Angelika Oetken

    |

    „Voderholzer und Konsorten sind bald allein zu Haus, unterstützt nur noch von einigen letzten Importpriestern. Man erregt sich hier also über eine eher historische Frage.“

    @joey,

    ja, was passiert dann? Wie weit muss die Kopfzahl der Priester in Deutschland sinken, bis die Katholische Kirche auch in unserem Land ihre Privilegien verliert? Und falls die Zahl der klerikalen Mannen gen „Null“ sinken sollte: an wen geht dann eigentlich das beachtliche Vermögen der Katholischen Kirche Deutschlands?

    Bekommen wir dann die weibliche Weihe? Auf mittlerer Führungsebene, da wo wirklich gearbeitet wird, sind in der RKK doch sowieso fast nur noch Frauen beschäftigt. Von wegen „Gender“ ;-)

  • Mathilde Vietze

    |

    Der Volksmund sagt „Steter Tropfen höhlt den Stein“
    und genauso ist es auch mit dem „Zehentreten“. Man
    muß nur die richtigen Schuhe anhaben!!!

  • joey

    |

    @Angelika Oetken
    die christlichen Kirchen betreiben einen hohlen Kult. „Katholitaliban“ wie hier von anderen genannt habe ich in nun vielen Jahren nie welche erlebt, Eifer eher in Form von Vereinsmeiern. Die würden auch Baal anbeten, wenn sie dabei vorne sitzen dürfen. Es gibt dann noch Traditionsexperten, aber…

    Historische Vergleiche hinken immer, aber der Niedergang von großen Kultsystemen geht manchmal sehr schnell – obwohl diese Kulte oft den Staat und beträchtliche Vermögen auf ihrer Seite hatten. Mal viele Beispiele der Religionsgeschichte durchgehen: z.B. die Ausbreitung des Christentums und des Islam in Antike und Kolonialismus.

    Entscheidend ist: was kommt als nächstes? Gemessen an anderen Religionen und Kulten sind die Christen ja geradezu frauenfreundlich – im Pfarrhaus dürfen Frauen ohne Kopftuch ins Sekretariat und dürfen beim Gottesdienst auch was vorsingen. Meine Befürchtung ist, daß man sich oft beim (verständlichen) Feindbild Katholizismus nicht gewärtig ist, welcher Ersatz droht. Denn (bei allen historischen Beispielen): nie konnte Religion durch Vernunft ersetzt werden. Nicht mit guten Worten, nicht mit Gewalt. Die Menschheit ist einfach gläubig (an irgendwas). Religionsmacht kann aber durch Vernunft (Recht) begrenzt werden. Das ist bei Bismarck ganz gut gelungen – vielleicht gelingt es ja einem geschickten und mutigen (!) Politiker (den wir noch nicht haben…)

  • Angelika Oetken

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    @joey,

    Spiritualität ist ein menschliches Bedürfnis. Auf jeden Fall. Ob es unbedingt durch Religion befriedigt werden muss, eine interessante Frage.

    Dass beim Domspatzenklüngel vor Allem wirtschaftliche Aspekte und gegenseitige Begünstigung im Vordergrund stand – und steht – liegt doch auf der Hand. Wäre auch nichts Besonderes. Besonders an den Tatorten Domspatzenschulen ist aber, dass ein späterer Papst und sein Bruder involviert sind. Sowie deren Adlaten.

    Die beiden Herren sind hoch betagt. Ich hoffe, dass die dringend notwendige unabhängige Aufklärung unter Beteiligung von Behörden rechtzeitig einsetzt.

    Und frage mich um so mehr: nehmen wir mal an und im Zuge der Aufklärung und Aufarbeitung gehen da einige Kirchenfunktionäre hoch. Was passiert dann mit dem Vermögen des Bistums? Wem gehört es eigentlich?

  • Mr. T

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    Joey, das ist richtig, dass wie schon seit Urzeiten eine Religion nach ihrem Niedergang nur von einer anderen ersetzt werden wird. So lange die Menschen zum Aberglauben neigen, wird es immer wieder Gläubige geben, die solchen Glaubenssystemen hinterherrennen. Glauben ist eben einfacher, als selbst zu denken und vor allem zu erkennen, dass das auch nicht zum Ziel führen wird. Religionen sind so eine Art metaphysischer Fugenkitt, der sämtliche Erkenntnislücken füllen kann, damit Menschen ein geschlossenes Weltbild finden, das einfache Antworten auf schwierige Fragen bieten kann.
    Trotzdem muss man etwas dagegen tun. Jeder einzelne Mensch, der vom Glauben abfällt, ist ein Gewinn für die Menschheit. Deswegen muss man hier auch nicht nur gegen das Christentum, den Islam oder sonst eine Ausprägung eines Glaubenssystems vorgehen, sondern das Übel bei der Wurzel packen. So lange Menschen lieber an irgendetwas unbelegbares glauben, ohne dies kritisch zu hinterfargen, ist es fast schon egal, an was. Da hilft nur Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung …
    Was aber ein Käse ist, ist es, darauf zu warten, dass sich der Niedergang des Christentums irgendwann mal einstellt. Was hilt es denjenigen, die im Moment von Voderholzer und Konsorten beleidigt und beschimpft werden (um zum Thema zurückzukehren), wenn auch deren biologisches Ablaufdatum absehbar ist? Soll man denen deswegen noch jahrelang erlauben, bestimmte Menschen, die nicht in ihr geschlossenes Weltbild passen, zu verhetzen? Soll man der Bild-Zeitung weiter beim Hetzen zusehen weil es bei deren Auflagenverlauf eh in 10-12 Jahren aus ist? Soll man den Pegidioten und „besorgten Bürgern“ weiter zusehen weil die auch nicht das ewige Leben haben? Nein!

  • Mathilde Vietze

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    Was mir an der ganzen Debatte etwas seltsam vorkommt ist die
    Meinung, unbelehrbare Hackstöcke gäbe es nur in der katholischen
    Kirche. Man schaue sich doch mal die politische Landschaft an.
    Gibt es da – vor allem in den Führungsgremien – wohl lauter brave
    Schäfchen, die nur begierig darauf warten das tun zu dürfen, was
    ihnen die Basis vorsagt. Nein, auch da gibt es Böcke und Hammel,
    denen die Meinung der Basis scheißegal ist und die jeden, der
    dagegenredet, am liebsten auf den Mond schießen würden.

  • olli

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    ich glaube, dass das eigentliche Problem viel tiefer liegt. Erklär mal einem Franzosen, dass der Staat bei uns Kirchensteuer einzieht und dass das Arbeitsrecht nicht da nicht gilt…
    Im Endeffekt bräuchte es eine Neuauflage einer radikalen Säkularisation; das wird allerdings nicht durchführbar sein.

  • joey

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    @Angelika Oetken
    Das Kirchenvermögen ist komplex auf zahlreiche Stiftungen und Körperschaften verteilt. Der bischöfliche Stuhl ist da nur ein kleiner Teil… bis hin zu extremen Beispielen wie eine Priesterbruderschaft aus dem Mittelalter, die noch Immobilien besitzt, aber längst keine Priester mehr enthält.
    Der Fall TvE zeigte ja, daß zum Bau des Palastes eine Stiftung für soziales Wohnen geplündert wurde. Untreue ist aber hier offenbar nicht strafbar.

    Versuche, Kirchenvermögen zu beschlagnahmen gab es ja unzählige. Ich wüßte aber nicht, wo sich dabei die Hoffnungen der Beschlagnehmer erfüllt haben – in der Regel gab es nur sinnlose Verluste an Kulturgütern und Finanzwerten.

    @Mr.T.
    mir wäre die Beschimpfung des Voderholzer nicht aufgefallen, ich lese seine Verlautbarungen einfach nicht. Vielleicht gibts ja noch einen Seltsamen in irgendeinem Keller, der irgendwas denkt und schreibt. Wie schon geschrieben: die Sexualmoral der Kirchenoberen hat ja noch nie jemanden interessiert, nicht einmal im Vatikan lebt man getreu.

    @Olli
    Eine Säkularisation kann es schon geben – man braucht eigentlich nur etwas Vernunft und Druck. In meiner Gemeinde hier hat man (CSU!) die Kirche aus dem Kindergarten geschmissen, weil man die zusätzliche Einflußnahme und Bürokratie damit spart. Zwar muß die Gemeinde dann auf 30% der staatlichen (!) Zuschüsse verzichten, kann aber die Baumaßnahmen deutlich effizienter abwickeln.
    Radikal muß es nicht sein, es reicht einfach nur eine gewisse Tiefe, die heutige Überschriftenpolitiker (Seehofer) nicht haben. Damit man keinem auf die Zehen… Recht machen kann man es niemandem, also macht Angela Gabriel lieber nix. In der Geschichte der Bundesrepublik gab es da aber auch schon gute Beispiele – in mehreren Parteien.

  • hans

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    Also ich bin ja schon lange ausgetreten aus dem Verein und kann mir das Kasperltheater mit etwas mehr Abstand anschauen. Nur schade dass ich aus dem Rundfunkstaatsvertrag nicht austreten kann…

  • menschenskind

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    Die Spezialistin vom Dienst (Mathilde Vietze, 1. November 2015 um 16:59) meint:

    „… glaube ich kaum, daß diese verblendete und verblödete Nazibande
    sich etwas dazum geschert hätte, wenn die Kirche sich in ihre Poltik eingemischt
    hätte.“

    Zu glauben ist typisch für Leute, die in die Kirche gehen (oder unkritisch an der Kirche hängen) und eine tiefe innere Abneigung gegen Geschichtsbücher hegen.

    Hätte unsere Spezialistin sich nur ein wenig schlau gemacht, wüsste sie, dass genau das einer der Hauptvorwürfe gegen den unseligen Kriegspapst Pius XII. (Eugenio Pacelli) war. Dass er nämlich sehr wohl etwas hätte bewirken können, wenn er den deutschen Vebrechern in Uniform und Partei eines schönen Tages die kollektive Exkommunikation angedroht hätte, für den Fall, dass sie nicht mit dem Judenmord endlich Schluss machten.
    Der Papst aber zog es vor zu schweigen. – Er schwieg nicht, als es paar Jahre später galt, sich gegen den Kommunismus zu erheben. Da verhängte er anstandslos und umgehend gegen alle Kommunisten den Kirchenbann.

    Was war es nur, was ihn davon abhielt, zum Beispiel 1938 (Reichspogromnacht), sämtliche Deutschen zu Kirchenfeinden zu erklären und zu outen, was nur, hm, Frau Vietze?
    Vielleicht die Treue der bayerischen Katholiken, oder die Kirchensteuern aus dem reichen Deutschland, oder des Papstes persönliche Freundschaft zum bayerischen Klerus und zur Dynastie der Wittelsbacher?

    Sie schreiben ferner, werte Spezialistin, „diese verblendete und verblödete Nazibande“.
    Würden Sie die deutsche Geschichte besser kennen, wüssten sie, dass extreme Menschenfeindlichkeit nicht nur auf die Nazis beschränkt war, sondern, zum Beispiel in Bayern auch bei der Königsfamilie der Wittelsbacher gepflegt wurde, sogar ganz oben:
    http://www.hagalil.com/archiv/2012/11/04/rupprecht-von-bayern/

    Ebenso bei so illustren Landsleuten wie Ludwig Thoma, Karl Valentin, Beppo Brem und vielen mehr, alles keine erklärten Nazis, und doch Rassisten, für die wir uns heute schämen.

    Warum lesen Sie so wenig Frau Vietze?

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Menschenskind: Für den Fall, daß Sie mal in konservativen
    katholischen Kirchenkreisen die Meinung vertreten, daß ich
    eine „brave Kirchgängerin“ sei, die „unkritisch an der Kirche
    hängt“, muß ich Sie vorwarnen: Die werden wütend auf Sie los-
    gehen, bin ich doch in diesen Kreisen als „kirchenfeindlich“
    verschrien, weil ich denen gegenüber ungeniert meine harsche
    Kritik zum Ausdruck bringe. Schade, daß Sie meine scharfen Leser-
    briefe in der MZ nicht gelesen haben. Ich nehme meinen Glauben
    sehr ernst, lasse mir aber nicht jede klerikale Willkür als göttliches
    Gesetz andrehen.

  • menschenskind

    |

    @Spezialistin
    Meine Fragen haben Sie trotz, oder wegen, Ihrer Kirchentreue unbeantwortet gelassen.

    Tatsache ist, dass bayerische Katholiken extrem bildungsfeindlich sind. Gerade noch Bücher von kircheneigenen oder staatstreuen Historikern werden zur Hand genommen, solche unabhängiger Wissenschaftler oder Autoren außen vor gelassen, denn man möchte sich ja sein schönes bayerisch-katholisches Weltbild nicht zerstören lassen. Die „anderen“ könnten ja mit ihrer Kritik recht haben und das darf nicht sein, in unserm „schönen“ Bayern.
    Ist’s nicht so Frau Vietze?

    „diese verblendete und verblödete Nazibande“, wie Sie sie nennen, Frau Vietze, konnte nur deshalb so perfekt morden und so lange herrschen, weil sie von so naiven, unpolitischen und uninformierten Menschen wie Ihnen getragen wurde!

    Der bayerische Schriftsteller von Weltruf, Lion Feuchtwanger, beschrieb in seinem Roman „Erfolg“ (1929) wie dämlich unkritisch seine Landsleute doch waren, wie leicht man sie daher mit simplen Parolen verführen konnte. Daran hat sich offensichtlich nicht viel geändert.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Menschenskind: Als die Nazis an die Macht kamen, war ich
    ein Baby. Und – Zeit meines Lebens habe ich mir von der Kirche
    noch nie vorschreiben lassen, welche Bücher ich lese. Das
    entscheide ich ganz alleine!

  • menschenskind

    |

    „Als die Nazis an die Macht kamen, war ich
    ein Baby.“
    Vollkommen irrelevant!

    Als katholischer Bayer (oder Bayerin) unternehme ich doch alles nur Mögliche, um meine Identität endlich kennen zu lernen, egal wie alt ich bin, und ich lese Bücher, die mich weiter bringen.

    Ihre Entscheidungen, was Sie lesen (oder nicht lesen), waren ganz offensichtlich bisher die falschen Entscheidungen, denn Sie wissen ja gar nichts über die kath. Kirche und die Nazis und die Juden.

    Ein guter Rat, wenn Sie mitreden wollen: Bei Karlheinz Deschner und bei Danny Goldhagen erfahren Sie, was Sie noch nicht wissen. Auch David Clay Large wäre eine gute Adresse.

    Denken Sie, wenn Sie sich ordentlich eingelesen haben, auch mal ernstlich darüber nach, warum Pius XII. die judenmordenden Deutschen nicht, die Kommunisten hingegen sofort exkommuniziert hat!
    Noch hat kein kath. Kirchenmann eine befriedigende Antwort auf diese Frage geben können.
    Vielleicht finden Sie ja die Antwort.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Menschenskind: Ich kann Sie beruhigen: Wir wurden bereits in der Klosterschule
    (damals war ich 15 Jahre alt) über die Sauereien der Nazis aufgeklärt. Und das hat
    sich in den folgenden Jahren fortgesetzt. Ich würde gerne wissen, warum Sie so
    gut über mich Bescheid wissen, wo Sie mich doch gar nicht kennen. Ich würde mir
    wünschen, daß Sie meine diversen Kommentare lesen, dann wissen Sie, wie „unbe-
    darft kirchentreu“ „uninformiert“ und „unpolitisch“ ich bin. Und – wer an einer echten,
    konstruktiven Kritik interessiert ist, nennt seinen richtigen Namen.

  • Ralf Bart

    |

    „Homosexualität, Pädosexualität in den Kirchen darf also kritisiert werden und die Kritik ist noch keine Diskriminierung.“

    Als wohl weltweit größter Schwulen und Pädoclub sollte die katholische Kirche über öffentliches Auftreten überdenken.

  • Kanonikus2L

    |

    @menschenskind:

    Danke für Ihre historischen Ausführungen! Das mit den Wittelsbachern wußte ich auch nicht.
    Lionel Feuchtwanger ist zuzustimmen, uneingeschränkt bis heute.

    Weiß jetzt nicht wer es geschrieben hatte, aber irgendwie gibt es doch einen Spruch, dass der Politiker den Bischof in den Arm nimmt und zu ihm „Halt du sie dumm, ich halt sie arm!“ sagt.

    In Bayern gibt es das Problem mit Adel und Geistlichkeit seit Urzeiten. Manchmal kommen – wenn es Demokratie heißen soll – ein paar Unterbelichtete aus dem Volk mit hinein, dann gehts wieder wie eh und je.

  • Angelika Oetken

    |

    @Kanonikus,

    es gibt einen sehr klugen Song von Reinhard Mey dazu: „Sei wachsam!“
    https://www.youtube.com/watch?v=BU9w9ZtiO8I

    Achtsamkeit reicht eben in einigen Fällen nicht.

  • menschenskind

    |

    @Kanonikus2L
    „In Bayern gibt es das Problem mit Adel und Geistlichkeit seit Urzeiten.“

    Wenn es doch nur beim „Problem“ „Adel und Geistlichkeit“ geblieben wäre!
    Aber, schlimmer noch, bei uns ergab sich ein ganz neues, ultrascheußliches Gespann, eines namens „Geistlichkeit und Führer“.

    So wird bis heute am liebsten verheimlicht, dass unserer bayerischer Kardinal Michael von Faulhaber, Gott hab‘ ihn selig, Dankesgebete für die wundersame Errettung unseres Führers vor Meuchlers Hand (Elsers Attentat von 1939) veranlasste. http://www.hagalil.com/archiv/2009/03/05/faulhaber/

    Wir Bayern werden durch unsere CSU seit Jahren systematisch für dumm verkauft und uns die eigene Geschichte vorenthalten. In den bayerischen Geschichtsbüchern der letzten 60 Jahre, egal von wem sie stammen, ob von Bosl, Prinz, Volkert, Hubensteiner et alteri, nirgends finden sich die kritischen Themen, die wirklich interessanten Hintergründe, die historische Wahrheit.
    Hier das traurige Beispiel des Oberpfälzers Karl Bosl: http://www.hagalil.com/archiv/2009/03/08/bayern-ns/comment-page-1/
    Zitat Anfang:
    Den hier interessierenden Zeitraum, die Jahre ab der Jahrhundertwende, ‚verwebt‘ der Historiker zu einem bunten Teppich aus Informationen zu Kultur, Religion, Politik, illustren Namen, Einblicken in soziale und ideologiegebundene Denkweisen und Verhaltensmuster. Angaben zu NSDAP, Hitler und dem Nationalsozialismus tauchen kometengleich darin auf, um ebenso rasch wieder zu verschwinden. Bosl, der die Jahre 1890 bis 1933 auf zehn Seiten (von insgesamt 265 Textseiten) abhandelt und jedwede Hintergründe oder Hinweise zum Entstehens des NS übergeht, vollbringt zudem das Kunststück die Jahre 1933 bis 1945 vollständig auszublenden, mit der fragwürdigen Begründung: „Seit dem Jahre 1933 aber hatte Bayern aufgehört eine eigene Staatspersönlichkeit zu sein, es hatte keine Geschichte mehr.“
    Der Genozid an den Juden ist Bosl gerade einen Satz wert („In Nürnberg und München ging man unmenschlich gegen die Juden vor“). Etwas ausführlicher schildert er hingegen den bayerischen Widerstand und besonders erwähnenswert erscheint ihm: „Dieser letzte Papst (Pius XII.) alter, absolutistischer Kirchenautorität war durch alle Zeiten ein besonderer Freund der Deutschen.“ Zitat Ende.

    Warum nur protestiert niemand von uns gegen eine solche Volksverdummung, warum nur?

    Erst allmählich, und sozusagen durch die Hintertür, erfahren wir wie unsere Volkshelden, Idole, Vorbilder wirklich waren. So erschien soeben ein Beitrag zum Inbegriff von Bergsteiger, bevor es Reinhold Messner gab, ein Beitrag zum Erzlumpen und Erzgauner Luis Trenker:
    http://www.hagalil.com/archiv/2015/11/22/luis-trenker/
    Zitat Anfang:
    In diesen Jahren der ideologischen Formierung des westdeutschen Staates kam unser Luis Trenker ins Spiel. Der ehrgeizige und sehr materiell ausgerichtete Trenker saß mit seiner NSDAP- Mitgliedsnummer die letzten beiden großdeutschen Jahre bei den schwarzen Freunden in Rom, (was ihm die Südtiroler Volkspartei bis in die 90er Jahre nicht verziehen hat) dann abwechselnd in Venedig und Kitzbühel. Die Beschreibung dieser Periode in der Biographie des „Antinazis“ Trenker klingt wie ein Hohn, wenn man sich klarmacht, was die Hitlergegner, die Soldaten an der Front, die KZler, die Arbeitssklaven und Kriegsgefangen durchmachen mussten: Trenker sitzt seelenruhig in seinem Arbeitszimmer in Kitzbühel und „sein Blick hinaus durchs Fenster, der Blick über sanfte Wiesen und hin zu dramatischen Bergen, kündet vom Frieden“. Zitat Ende.

    Zahlreiche weitere, echt böse Überraschungen in Bezug auf heimische Geschichtsmythen und Helden warten noch auf uns bisher so gutgläubigen und naiven Bayern.

  • Mathilde Vietze

    |

    Gott sei Dank wurde die Ikone Luis Trenker inzwischen von aufgeklärten
    Zeitgenossen vom Stockel geholt.

  • Fg68at

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    @Lothgaßler (31. Oktober 2015 um 13:54)

    Was ist bitte eine „Transgender-Sexualität“? Und das, wo doch im Wort Transgender schon „gender“, also Geschlecht vorkommt. Bei Transgender, ebenso wie bei Transsexualität, geht es nicht um die Sexualität, sondern um das Geschlecht. Auch ein transgender Mensch ist Hetero-, Homo-, Bi-, oder Pansexuell.

  • Lothgaßler

    |

    @Fg68at:
    Schon ein bisserl her, dass ich diese Sätze formulierte. Natürlich geht es bei Transgender wie Transsexualität auch um Sexualität, als Erleben des eigenen Körpers (und seiner Geschlechtsteile) im Zusammenwirken mit anderen Körpern (und derer Geschlechtsteile). Wenn nun eine Transgender-Person Sexualität erleben möchte, dann als Vertreter(in) desjenigen Geschlechts, dass ihr/ihm biologisch nicht gegeben ist. Ein Beispiel: Der biologische-Mann mit transgender-Orientierung wird sich in seinem sexuellen Eigenbild nicht als klassischen Mann begreifen, ist aus seiner Sicht also nicht homosexuell, ggf. auch nicht bi- bzw. pansexuell (ist faktisch bi). Vielleicht bezeichnet sich diese Persönlichkeit als heterosexuell. Die Mehrheit der Gesellschaft wir in ihm aber nur einen homosexuellen Mann mit geschlechtlicher Desorientierung sehen. Ich kann auch nicht anders. Wenn ich diese Geschlechtlichkeit akzeptieren will, dann tue ich das auch mit der Sexualität. Von mir aus kann der Mann gerne als Frau leben, aber er wird für mich dadurch nicht zur Frau. Hätte ich mit ihm sexuellen Kontakt (ich würde mich dann als bisexuell bezeichnen), dann wäre das für mich eine homoerotische Erfahrung. Für den Transgender-Mann wären die sexuellen Erlebnisse entweder bi- oder heterosexueller Natur. Es passt also nicht zusammen und damit passt auch nicht die herkömmliche Begriffswelt.

  • Kleine Wochenschau » Regensburg Digital

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    […] nicht um die englische Vokabel, die Scharf als bedrohlich ansieht, sondern um jene „Ideologie“, die in katholischen Kreisen gern auch liebevoll als „Gender-Wahnsinn“, „Perversion“ oder „… und bei der es um die Unterscheidung von biologischem („sex“) und soziale geprägtem Geschlecht […]

  • Anmerkungen zum Domspatzen-Abschlussbericht » Regensburg Digital

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    […] fehlt im Bericht die Problematisierung der im katholischen Leitbild implizit enthaltenen (und auch von Bischof Voderholzer vorgetragenen) homophoben Haltung, die laut eigenen Kriterien als Diskriminierung und sexualisierte Gewalt […]

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