SPD feiert 100. Geburtstag von Hans Weber

Regensburg. Die SPD kommt aus den Geburtstagsfeiern nicht mehr heraus. War es am 30. September der 120. Geburtstag der BayernSPD in Reinhausen, so ist es am kommenden Montag, 8. Oktober 2012, der 100. Geburtstag eines ihrer bedeutendsten Regensburger Mitglieder. Die Rede ist von Altbürgermeister Hans Weber. Um 15:00 Uhr findet im BRK-Altenheim in der Rilkestraße, Hans und Martha Weber’s letzte Wohnstätte bis zu ihrem Tod im Jahr 2003, eine Geburtstagsfeier statt, zu der die Arbeitsgemeinschaft 60plus Regensburg-Stadt und Land, der SPD-Unterbezirk, der SPD-Stadtverband und der SPD-Ortsverein Innerer Westen gemeinsam einladen. Nach der Begrüßung durch die kommissarische 60plus-Unterbezirksvorsitzende Brigitte Wilhelm würdigen Bürgermeister Joachim Wolbergs, der BR-Journalist Thomas Muggenthaler und Stadträtin Gertrud Maltz-Schwarzfischer den Lebensweg von Hans Weber vom gelernten Elektriker zum Widerstandskämpfer gegen die Naziherrschaft und zum geschätzten Bürgermeister und hochgeachteten langjährigen Stadtrat von Regensburg, dessen Leben bis zum Schluss geprägt war vom unbeugsamen Einsatz für Freiheit, Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Solidarität. Lebensstationen von Hans Weber: 08.Oktober 1912 in Regensburg geboren, Kind einer Eisenbahnerfamilie 1926 Lehre zum Elektriker Eintritt in die SPD; Gründung der Arbeiterjugend und der Falken; Ab 1. Mai 1933 als hauptamtlicher Jugendsekretär der SPD Niederbayern/Oberpfalz vorgesehen; stattdessen Kampf und Widerstand gegen den Nationalsozialismus durch den Schmuggel von Parteizeitungen per Rad, Motorrad und zu Fuß von der böhmischen Grenze bis Regensburg, Nürnberg und München. 1934 zusammen mit seiner Braut und späteren Ehefrau Martha und späteren Schwiegereltern, Lina und Alfons Bayerer, Landtagsabgeordneter 1919-1933 und SPD-Bezirkssekretär, von den Nazis verhaftet und 1935 zusammen mit Alfons Bayerer und weiteren Widerstandskämpfern zu einer langjährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Der Leidensweg führte Hans Weber von den Zuchthäusern Straubing und Amberg ins berüchtigte Emsland-Konzentrationslager Aschendorfermoor, wo er bis zu seiner Entlassung 1939 als „Moorsoldat“ schwerste Sklavenarbeit leisten musste. 1942 wurde er nach Nordafrika in die Strafdivision 999 geschickt. Vier Jahre von 1943 bis 1947 verbrachte er dort in französische Gefangenschaft. Zurück in Regensburg wurde Hans Weber der persönliche Sekretär von Hans Esser, dem Gründer der Mittelbayerischen Zeitung und früheren Regensburger SPD-Vorsitzenden. Viele Jahre folgten ab 1952 als ÖTV-Gewerkschaftssekretär und Vorsitzender der Regensburger SPD. Stadtrat von 1952 bis 1990, Bürgermeister der Stadt Regensburg von 1991 bis 1972. In der Arbeitsgemeinschaft verfolgter Sozialdemokraten (AvS) war Hans Weber viele Jahrzehnte auf der Bundes- und Landesebene aktiv, vor allem nach seinem Rückzug aus den kommunalen Ämtern, ebenso in der Seniorenarbeit in der SPD. Besonders gerne war er als Zeitzeuge in den Schulen unterwegs, um den jungen Menschen mit dem Bericht über den Widerstand und die NS-Zeit die Mahnung für die Gegenwart und Zukunft zu vermitteln, die Gefahr des Rechtsradikalismus nicht zu unterschätzen.

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