"Durcheinander, übertrieben, falsch"

Wissenschaftler kritisiert Schieders „Kampfansage“ gegen Crystal Meth

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Eine Pressemitteilung der Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder zur Droge Crystal Meth klingt erschreckend. Ein Wissenschaftler des Centre for Drug Research (CDR), widerspricht nun heftig, moniert Fehler und mahnt zur Versachlichung. Peinlich für Schieder: Sie beruft sich just auf eine Studie des CDR.

„Deutlich übertrieben, vieles durcheinander geworfen.“ Ein Wissenschaftler über Marianne Schieders Pressemitteilung zum Thema Crystal Speed. Foto: pm

„Bayern und vor allem die grenznahen Bezirke zu Tschechien werden zunehmend von dem Methamphetamin Crystal überschwemmt. Die Rauschgiftkriminalität nimmt zu, die Symptome sind verheerend, die Anzahl der Drogentoten steigt.“ Es hört sich beängstigend, fast schon apokalyptisch an, was die Schwandorfer Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder (SPD) in einer aktuellen Pressemitteilung schreibt. Hintergrund ist ein Antrag, den die SPD-Fraktion in den Bundestag eingebracht hat, um den Kampf gegen Crystal Speed oder Crystal Meth, wie es auch genannt wird, zu verstärken. Das mag gut gemeint sein, allerdings: Ein Wissenschaftler, auf dessen Untersuchung Schieder sich bezieht, um ihre Aussagen zu untermauern, hat der Abgeordneten nun vernehmlich widersprochen. Einige Aussagen seien „deutlich übertrieben“, zum Teil sogar falsch, schreibt Dr. Bernd Werse vom Centre for Drug Research an der Goethe Universität Frankfurt in einem offenen Brief an Schieder und die SPD-Bundestagsfraktion.

Tote? Dazu gibt es keine Zahlen

Ein schlagendes Beispiel: Auch im aktuellen Drogenbericht der Bundesregierung gibt es keine Zahlen zu Drogentoten durch Crystal Meth. Die Steigerung der Crystal-Meth-Funde führt Werse, der bereits mehrere Studien zu Verbreitung und Konsum illegaler Drogen durchgeführt hat, insbesondere auf die verstärkte polizeiliche Aufmerksamkeit zurück. Was den Wissenschaftler aber besonders ärgert ist, „wie man auf Basis unserer Studie zu solchen Aussagen kommen kann“, sagt er uns am Telefon. Tatsächlich hatten sich Werse und sein Team in besagter Untersuchung für das Bundesgesundheitsministerium mit so genannte „Legal Highs“ beschäftigt. Das sind chemische oder pflanzliche Rauschmittel, die noch nicht illegalisiert wurden und früher zum Teil in Headshops, mittlerweile über das Internet vertrieben werden. „Crystal Meth ist schon seit langem illegal“, sagt Werse. „Da wurde wohl einiges durcheinander geworfen.“

„Behauptungen ohne Anhaltspunkte“

Dass Schieder die liberale Drogenpolitik Tschechiens (seit 2010 gilt der Besitz von zwei Gramm Crystal nur noch als Ordnungswidrigkeit) für die Zunahme von Crystal Meth in Deutschland verantwortlich macht, widerspreche schlicht der Realität. „Für eine solche Behauptung gibt es keinerlei Anhaltspunkte.“ Es sei bedauerlich, dass sich Schieders Pressemitteilung damit „ein weiteres Mal in das in den letzten Jahren aufgekommene Bild der SPD als ‚Verbotspartei‘ im Hinblick auf Drogenpolitik“ einfüge. „Und das, wo sich andernorts auf der Welt zunehmend der Gedanke durchsetzt, dass strikte Repression vor allem massive Folgeprobleme mit sich bringt, den Betroffenen kaum hilft, sowie dass liberalere Bedingungen eben nicht zu erhöhten Konsumentenzahlen führen.“

„Ich denke mir doch so etwas nicht aus.“

Marianne Schieder ist über Werses Brief etwas verschnupft. „Es ist völlig normal, dass man einer Studie Teile entnimmt und diese entsprechend interpretiert.“ Außerdem solle „der Herr Professor“ doch mal mit den Polizeibeamten vor Ort reden und mal auf einen dieser Vietnamesenmärkte gehen. „Ich denke mir doch so etwas nicht aus.“ Dass sowohl die beschlagnahmte Menge wie auch die gefasste Schmuggler und (Erst)konsumenten von Crystal Meth erheblich zugenommen hätten, belege auch der Drogenbericht der Bundesregierung. Etwas zurück rudert Schieder in ihrer Aussage zur liberalen Drogenpolitik Tschechiens. Die Quasi-Legalisierung von geringen Mengen Crystal sei zwar nicht die Ursache für die Zunahme der Drogen in Deutschland, aber doch ein Zeichen dafür, dass sich die Verantwortlichen in Tschechien nicht mit dem Problem befassen wollten. Ursache dafür sei die „ausufernde Korruption“ im Nachbarland.

Extensive Berichterstattung = Werbung

Tatsächlich räumt Werse ein, dass die Probleme mit Crystal Meth zugenommen habe. „Allerdings geht es dabei um eine vergleichsweise kleine Personengruppe, die meist schon eine problematische Vorgeschichte haben.“ Und eines gibt er zu bedenken: „Es ist kontraproduktiv, immer wieder eine vermeintliche ‚anrollende‘ Meth-Welle zu beschwören.“ Unter anderem eine unter seiner Leitung durchgeführte Studie zur Cannabis-Ersatz-Droge „Spice“ habe gezeigt, „dass extensive Medienberichterstattung über bestimmte Drogen – sei sie auch noch so abschreckend – erst eine (zusätzliche) Nachfrage dafür auslösen kann.“ Auf den Internetseiten der SPD-Bundestagsfraktion findet man nur eine etwas entschärfte Version der kritisierten Pressemitteilung. Von „Überschwemmung“, Zunahme von Drogentoten oder Kritik an der liberalen Drogenpolitik Tschechiens ist dort keine Rede mehr. Marianne Schieder sieht dafür offenbar keinen Grund. Antworten werde sie auf Werses Brief nicht. „Solche E-Mails bekommen wir hier jeden Tag.“ Werse tue den jungen Menschen mit seinen Ausführungen keinen Gefallen. „Er verharmlost das Problem.“

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Kommentare (33)

  • Christian

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    Herrn Dr. Bernd Werse ist wohl der aktuelle Drogen- und Suchtbericht vom Mai 2012 noch nicht bekannt.

    http://www.drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/Presse/Downloads/12-05-22_DrogensuchtBericht_2012.pdf

    Aber vielleicht sollte er sich mal für eine Woche in das Grenzgebiet rund um Furth i.W. begeben, dann würde dieser vielleicht anders und vor allem objektiver urteilen. Fakt ist, dass auf den Vietnamesenmärkten hinter der Grenze offen mit Drogen aller Art gedealt wird und diese Dank des “tollen” Abkommens von Schengen tatsächlich den Ostbayerischen Raum überschwemmen. Ich bin kein Freund der SPD und Frau Schieder, aber in diesem Punkt hat sie vollkommen recht.

  • Hank

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    Wir müssen Heisenberg endlich schnappen!

  • Student

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    Bei allem Verständnis für seinen Unmut darüber, dass sich sinnverzerrend auf seine Forschungsarbeit berufen worden sein soll, empfinde ich Herrn Dr. Werses Positionen – zumindest so, wie sie hier wiedergegeben wurden – ebenfalls als etwas befremdlich.

    In diesem Artikel heißt es, die Behauptung gestiegener Zahlen von Drogentoten sei an den Haaren herbeigezogen, da hierzu keine Zahlen vorlägen; ich empfinde die Behauptung, dass die Entwicklungen der Drogenproblematik im Ostbayerischen Raum mit „verstärkter polizeilicher Aufmerksamkeit“ zu erklären bzw. relativieren seien, mangels hierzu vorliegender Zahlen/Untersuchungen/Belge für mindestens genauso an den Haaren herbeigezogen. Allerdings für eher noch etwas weltfremder als die Äußerungen von Fr. Schieder.

  • schorsch

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    wer crystal nimmt, muss einen an der waffel haben, oder hat sich von jemand anders in den allergrössten scheiss reinquatschen lassen.
    wenn irgendjemand von den beteiligten -sowohl im artikel -wie auch in den kommentaren, sich mit akutem drogenmissbrauch befassen möchte, sei ihm / ihr ein besuch des umfeldes des regensburger bahnhofs nahegelegt.

    bitte keine phanthomdiskussionen eröffnen, wenn der zaunphfal mitten im auge steckt

  • Mathilde Vietze

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    Ich stelle mich voll und ganz hinter meine Genossin
    Marianne Schieder und möchte in diesem Zusammen-
    hang d i e Frage stellen, auf welchem Stern dieser
    sog. Wissenschaftler lebt und von welchen Lobbyisten
    er unterstützt wird.

  • Wolfram Heinrich

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    @Mathilde Vietze
    …und möchte in diesem Zusammenhang d i e Frage stellen, auf welchem Stern dieser
    sog. Wissenschaftler lebt und von welchen Lobbyisten er unterstützt wird.

    Wahrscheinlich ist es nicht notwendig, die Freunde einer restriktiven Drogenpolitik zu bestechen, die machen das vermutlich freiwillig. Sollte aber eines Tages der Wegfall des Betäubungsmittelgesetzes drohen, so würde ich, wäre ich Chef eines Drogenkartells, viel Geld an jene Parteien spenden, welche das Betäubungsmittelgesetz aufrechterhalten wollen.
    Ich darf daran erinnern, daß es noch keine hundert Jahre her ist, daß Drogen in ganz Europa frei gehandelt werden durften, sie waren in Apotheken (Kokain, Morphium etc.), Tabakshandlungen (Cannabis, der sogenannte „Knaster“) und Wirtshäusern (Alkohol) problemlos erhältlich.
    Nach dem Ersten Weltkrieg kam das Drogenverbot (in den USA sogar die Alkohol-Prohibition). Der Drogenkonsum wurde dadurch – wir wissen es inzwischen – keineswegs eingedämmt, er nahm zu, mehr und mehr, für kriminelle Banden ergab sich eine neue, sehr, sehr lukrative Erwerbsquelle. Die „Lösung“ war, die Gesetze zu verschärfen. Das funktionierte nicht, also verschärfte man die Gesetze weiter, usw. usf. Der Psychologe Paul Watzlawick nennt dies die Methode „Mehr desselben“, was ein Denken in andere Richtungen verhindert.
    Bewußtseinsverändernde Drogen sind schädlich, gar keine Frage. Das Verbot dieser Drogen als Lösung funktioniert aber ganz offensichtlich nicht, wir stellen fest, daß durch das Verbot der Zugang zu diesen Drogen mitnichten versperrt ist. Dadurch daß sie über komplizierte und aufwendige Schwarzmarktwege produziert, verarbeitet und transportiert werden müssen, sind sie unangemessen teuer. Diejenigen, die Bedarf an solchen Drogen haben, weil sie anders ihr beschissenes, perspektivloses Leben gar nicht ertragen könnten und, einmal süchtig geworden, gar nicht mehr damit aufhören können, müssen den Preis aber bezahlen. Um ihn zu bezahlen sind sie gezwungen, selber mit dem Zeug zu handeln, anderweitig kriminell zu werden oder sich sexuell zu prostituieren. Weil das Zeug illegal ist gibt es keine Qualitätskontrollen, die eh schon gefährliche Droge wird dadurch noch gefährlicher. Die Heroinfixer sterben nur zum Teil an der Droge, sie sterben in erster Linie am Betäubungsmittelgesetz.
    Das Betäubungsmittelgesetz ist das Problem, dessen Lösung zu sein es vorgibt.

    Ciao
    Wolfram

  • F.R.

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    @Wolfram Heinrich:
    Vielen Dank! Sie sprechen mir aus der Seele.
    Am Beispiel Cannabis ist sehr klar zu erkennen dass die gefährlichste Nebenwirkung die Prohibition des Cannabis ist. Es gibt dutzende Studien die belegen dass die gebetsmühlenartig propagierte Gefahr von Cannabis so nicht existiert. Viel schlimmer, der von so vielen geschätzte Alkohol gehört zu den gefährlichsten Drogen überhaupt. Das ist unserer doppelmoraligen Gesellschaft und Politik aber leider nicht klarzumachen. Der Alkoholkonsument ist ein gern gesehener Gast auf dem Oktoberfest, der Heroinkonsument ist abschaum aus der Gosse.
    Der machtsüchtige Geschäftsmann steht oben in der Gesellschaft, der Kokainsüchtige steht ganz unten.
    Mein größter Wunsch ist es das dieser Irrglaube in unserer Gesellschaft einmal aufgelöst wird und wir das Thema sinnvoll angehen können.
    Süchtigen helfen, anstatt sie zu stigmatisieren.
    Kinder aufklären anstatt sie zu verklären.
    Eine Gesellschaft schaffen die Mündig mit Drogen und Sucht umgeht.

  • Oje...

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    Prinzipiell liegen Wolfgang Heinrich und F.R. ja nicht so weit daneben. Allerdings, wenn wir schon über erlaubte und verbotene Drogen reden und mit dem Hintergrund des Beitrags von F.R.:

    Wie passt es zusammen, dass aus der gleichen Ecke einerseits die Freigabe von derzeit verbotenen Drogen gefordert wird – und gleichzeitig auf die – ohne Frage – schlimmen Auswirkungen des Alkohols als mit Abstand gefährlichste und verbreitetste Droge hingewiesen wird? Immerhin ist ja Alkohol nicht verboten – und trotzdem haben wir je nach Zählung 2 bis 4 Millionen Alkoholkranke im Land.

    So einfach (Schieder: Strenges Verbot!! – Heinrich/FR: Alles erlauben!!) ist die Sache nicht.

  • Wolfram Heinrich

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    @Oje…
    „Wie passt es zusammen, dass aus der gleichen Ecke einerseits die Freigabe von derzeit verbotenen Drogen gefordert wird – und gleichzeitig auf die – ohne Frage – schlimmen Auswirkungen des Alkohols als mit Abstand gefährlichste und verbreitetste Droge hingewiesen wird?“

    Das paßt sehr gut zusammen. Der springende Punkt ist der Unterschied zwischen „Verbot“ einerseits und „Hinweis auf die Gefahren“. Kein Mensch, der seine fünf Sinne noch beinander hat, wird ein Verbot von Alkohol fordern, in den USA hat die Prohibition die Herren Gangster salonfähig gemacht.
    Und natürlich kann eine Aufhebung oder drastische Modifizierung des Betäubungsmittelgesetzes nicht mit der Harmlosigkeit dieser Drogen begründet werden. Diese Dinger sind hochgefährlich (Cannabis lasse ich mal außen vor), gar keine Frage. Nur: Die Erfahrung hat uns gelehrt, daß mit Verboten der Konsum nicht unterbunden wird, daß durch das Verbot vielmehr der Konsum gefährlicher wird (ich weiß nicht, welches Zeug ich mir gerade einwerfe, ich muß dem Dealer, einem doch eher zweifelhaften Menschen blind vertrauen). Die sozialen Nebenwirkungen (Ausstoß aus der Gesellschaft, Abrutschen in die Kriminalität) hatte ich ja bereits erwähnt.

    „So einfach (Schieder: Strenges Verbot!! – Heinrich/FR: Alles erlauben!!) ist die Sache nicht.“

    Natürlich ist die Sache nicht so einfach, natürlich kann die Lösung nicht darin bestehen, Heroin in die Supermarktregale zu stellen. Nur mal so ins Unreine gedacht: Wer bereits mehr oder weniger regelmäßiger Konsument von Betäubungsmitteln ist, kann sich vom Gesundheitsamt einen Schein ausstellen lassen. Damit geht er in die Apotheke und holt sich dort seine Ration ab. Die Drogenmafia würde schäumen vor Wut, erst fixt man einen Menschen an, gibt ihm kostenlose Pröbchen und wenn er dann drauf ist wechselt er zur staatlichen, wesentlich preisgünstigeren Konkurrenz.
    Drogen werden erzeugt, gehandelt und konsumiert, solange ein gesellschaftliches Bedürfnis nach Dröhnung besteht. Punkt. Da beißt keine Maus einen Faden ab. Es gibt immer Wege, auch im Knast sind Drogen erhältlich, es mache sich keiner was vor.

    Ciao
    Wolfram

  • F.R.

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    @Oje…:
    Ich bin mir nicht sicher ob Sie mich richtig verstanden haben. Ich bin auf keinen Fall für die Freigabe sämtlicher Drogen, ganz im Gegenteil. Ich bin auch nicht für ein sofortiges Verbot von Alkohol. Ich trete nur für eine gesellschaftliche Diskussion ein, die endlich mit wissenschaftlich fundierten Erkentnissen und nicht mit Stammtischargumenten geführt wird. Es ist leider auch im Jahr 2012 so, dass der Großteil unserer Bürger denkt Alkohol sei vollkommen normal und ungefährlich – der „kleine“ darf schonmal ein Bierchen trinken. Wenn der „kleine“ dann aber beim Kiffen oder Koksen erwischt wird schlägt der Staat und die Gesellschaft von allen Seiten auf ihn ein. Das ganze wird befeuert von hetzerischen Medienkampagnen (wie erst vor wenigen Wochen) bei denen Studienergebnisse verdreht wiedergegeben werden. Der Spiegel titelte „Kiffen macht dumm“, in wirklichkeit stand in der Studie das Cannabis bei Volljährigen keinerlei negative Auswirkungen hat. Lediglich bei denjenigen die in ihrer Jugend bereits Cannabisabhängig waren konnte Signifikantes im Sinne des Spiegel-Titels nachgewiesen werden. Zum selben Ergebnis kommt man übrigens – wär hätte es auch anders erwartet – beim Alkohol und allen anderen Drogen.

    Abschliessend möchte ich nochmal meinen Standpunkt verdeutlichen. Ich bin lediglich für eine kontrollierte, entkriminalisierte Freigabe von Cannabis an ERWACHSENE mit gleichzeitiger Aufklärung über die Gefahren und Folgen des Konsums. Desweiteren bin ich für ein striktes Alkoholverbot für Jugendliche (unter 18 Jahre) ebenso mit Aufklärung über Gefahren und Folgen. Wichtiger ist aber das umdenken in der Gesellschaft und das kann nur geschehen wenn man weg von all den populistischen Diskussionen hin zu wissenschaftlich fundiertem Dialog kommt.

  • Oje...

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    @FR:
    „Desweiteren bin ich für ein striktes Alkoholverbot für Jugendliche (unter 18 Jahre) ebenso mit Aufklärung über Gefahren und Folgen. “

    => Das haben wir doch schon (für Jugendliche unter 16 bzw. 14, je nach An/Abwesenheit der Eltern). Und jetzt gehen Sie mal in die Albertstraße und schauen mal nach, wie viele Kids unter 14/16/18 sich dort die Birne zuknallen, auch gerne mit Hochprozentigem.

    Genauso: „…der Konsum von Tabakwaren darf unter 18-Jährigen nicht gestattet werden.“ (Jugendschutzgesetz)

    Und jetzt gehen Sie mal in die Albertstraße…

    Das klappt alles genausowenig wie die Prohibition in den 1920ern. Für einen fundierten, wissenschaftlichen Dialog bin ich genauso wie Sie. Letztlich hängt’s aber beinahe ausschließlich am Elternhaus. Wenn die eltern nix taugen, haben die Kids keine Chance. Und das lässt sich durch Gesetze leider kaum regeln.

  • thomas r.

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    ich finde es eigentlich nur lächerlich, wenn leute über drogen reden und keinen blassen dunst von irgendwas, maximal dem alk haben. es ist leicht zu verurteilen wenn man keinerlei fakten kennt und nur diesem populistischen gestammel der politik glauben mag. durch die legalisierung in der cz, die wohlbemerkt auch auf aufklärung setzen, sind wenigstens reine stoffe im umlauf und man kann sich drauf verlassen, dass das drin ist, was man will. hier in deutschland wird aufgrund der gesetzlichen lage mit jedem dreck noch versucht geld zu machen. genau aber dass erzeugt die krankenhaus aufenthalte und beinahe tode. ich will wirklich nichts verharmlosen aber ich bin der meinung wenn man die heranwachsenden zu persönlichkeiten erzieht, ihnen selbstbewusstsein mit auf den weg gibt und den glauben an sich selber würde sich diese diskussion von selbst erledigen, da jeder verantwortungsbewusst für sich selber handeln würde und aufgeklärt würde gar nichts mehr passieren, selbst wenn man konsumiert. nur die illegalisierung selbst macht das ganze interessant und man macht fehler. ich persönlich finde das system der cz einen richtigen schritt. wenn irgendwer verlangen hat mit solchen sachen zu experimentieren, dann ist das die richtige basis. ganz anders bayern: drakonisch alles illegalisieren, was nicht mit alkohol zu tun hat. habt ihr gewusst, dass vor dem reinheitsgebot bilsenkraut in eurem bier war? wer da in einem glashaus sitzt sollte da nicht mit steinen werfen. hier geht es nur darum zu zeigen: „volk, wir machen ja was gegen diese bösen drogenabhängigen! wir schützen sie vor sich selber, am besten mit knast! und natürlich gibt es krasse fälle, keine frage, aber der alk ist hier zweifellos die schlimmere sache. auf die masse gesehen und auf die kosten genauso gesehen. aber das ist ja gesellschaftlich aktzeptiert… der drinkt hald gern…. aber die kiffer von nebenan! die fressen kleine kinder und spritzen sich jeden tag haschisch!
    fazit: ich finde man sollte mal die kirche im dorf lassen und eine sachliche debatte führen. was von den parteien kommt ist nur populistischer f…ck. und es ist egal welche partei.

    AMEN

  • Wolfram Heinrich

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    @Oje…
    „Letztlich hängt’s aber beinahe ausschließlich am Elternhaus. Wenn die eltern nix taugen, haben die Kids keine Chance. Und das lässt sich durch Gesetze leider kaum regeln.“

    Es ist nicht nur das Elternhaus, der Bogen geht weiter, viel weiter. Es ist nicht die Droge, welche die Menschen zum Konsum verführt. Es ist das Leben, welches das Bedürfnis nach der Droge weckt. Ist dieses Bedürfnis vorhanden, so findet sich auch immer jemand, der dieses Bedürfnis befriedigt. Verbote helfen da nichts, das hat uns die Zeit seit 1921 (als Cannabis, Morphium, Kokain etc. pp. verboten wurden) gelehrt. Das Verbot bekämpft nicht die Droge, sondern die Drogenkonsumenten.

    In Italien habe ich mal ein Plakat gesehen: „Die Droge braucht sie (die Jugendlichen) schwach. Macht sie stark!“

    Ciao
    Wolfram

  • Oje...

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    Ok, zugestanden – es hängt auch an der jeweiligen Persönlichkeit (von Ihnen „Bedürfnis nach der Droge“ genannt).

    Aber ich bleibe dabei: die Persönlichkeit jedes Einzelnen wird a) im Elternhaus und b) bei der Befruchtung/Rekombination des Erbguts gebildet. Und da wir auf b) (glücklicherweise) keinen Einfluss haben, bleibt nur a), um die Kids gegen Drogen zu schützen. Mit 12 oder 14 ist’s da eh zu spät, da lassen die sich eh nichts mehr sagen. Nennt sich Pubertät. Der individuelle Schutzschirm gegen Drogen bildet sich aber viel früher.

  • Student

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    @thomas r.

    „ich will wirklich nichts verharmlosen aber ich bin der meinung wenn man die heranwachsenden zu persönlichkeiten erzieht, ihnen selbstbewusstsein mit auf den weg gibt und den glauben an sich selber würde sich diese diskussion von selbst erledigen, da jeder verantwortungsbewusst für sich selber handeln würde und aufgeklärt würde gar nichts mehr passieren, selbst wenn man konsumiert“

    Ihre Ansicht halte ich ehrlich gesagt für etwas zu optimistisch. Alle Menschen zu „Persönlichkeiten zu erziehen“ und ihnen „Selbstbewusstsein mitzugeben“ – das ist vielleicht ein frommer Wunsch, aber eine gesellschaftliche Aufgabe, die realistisch weder in einem, noch in zehn, noch in fünfzig Jahren erfüllt sein wird. In jedem Fall ist es keine Lösung, die zwar schön wäre, aber mit der Praxis, mit der Realität nicht in Einklang zu bringt ist.
    Im übrigen habe ich auch stärkste Zweifel, dass Aufklärung sehr viel dazu beitragen könnte, das Problem wirklich zu beheben: dass Rauchen ausgesprochen gesundheitsschädlich ist, das Lungenkrebsrisiko massiv erhöht etc. – das weiß vermutlich inzwischen so ziemlich jeder, oder? Hat das zur Folge, dass alle mit dem Rauchen aufhören? Nein. Weil viel zu viele Menschen nicht reif genug sind, die langfristigen Konsequenzen ihres Handelns mit einzuplanen und einfach nur für den Moment denken. Und diese Unreife wird es immer auch bei einem erheblichen Teil der Bevölkerun geben.
    Dass Drogen Psychosen auslösen können ist genauso bekannt. Das Risiko der Suchtentwicklung dürfte ebenso etwas sein, was dem Normalbürger auch ohne intensive Aufklärungskampagnen bereits bekannt sein dürfte. Glauben Sie wirklich, dass das reicht, dass besonders Gefährdete ihre Finger davon lassen würde? Vielleicht nach dem Motto „ach, ich bin psychisch nicht so stabil wie andere, ich lass‘ das lieber mal“?
    Ich sage nicht, dass ich die momentane gesetzliche Regelung für optimal halte.
    Aber ihren Standpunkt empfinde ich als naiv und realitätsfern.

  • thomas r.

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    @student: ich habe seit jahrzehnten mit leuten zu tun, die solche problematiken haben. von a-z was drogen angeht und sie sind aus allen schichten der bevölkerung. es wird grundsätzlich wenn man über so eine problematik spricht über alles mit der dampfwalze drübergebügelt: der nimmt drogen, also ist der süchtig, vielleicht krank, wenn man es nett meint und keine ahnung hat. es gibt grundsätzliche unterschiede, die aber der gesetzgeber nicht vorsieht, eben der gebrauch und der mißbrauch. wenn man eben aufgeklärt ist, dann weiß man was man machen kann und was nicht und was man sich zutrauen kann oder auch nicht. der gesetzgeber sagt: illegale substanz, dem muss geholfen werden (wie auch immer), wenn es aufkommt. dieser ganze populistische rotz, den manche von sich geben zeugt von absoluter unfähigkeit und unerfahrenheit. und dann das beispiel mit dem nikotin… eines der stärksten suchterregenden gifte (und das will keiner glauben, aber es ist so) hier so an zu führen ist auch am thema vorbei. sogar die wenigsten drogen machen richtig körperlich abhängig, aber das muss man wissen! psychisch kann man sehr wohl aber was mit erziehung beeinflussen um eine psychische abhängikeit zu vermeiden. und nur weil alkohol freigegeben ist und der gesetzgeber dran verdient ist es nun gut für die bevölkerung? ich sehe natürlich auch im crystal eine gefahr, aber die ist lange nicht so groß wie alle behaupten und sich damit profilieren wollen. mündige und aufgeklärte menschen sind das zauberwort. ich finde das beste beispiel für sowas ist der daum (dieser fußballfuzzi) schaut ihn an und überlegt, wenn ihr ihn nicht kennen würdet, was ihr für ein vorurteil über ihn haben würdet. jetzt ein bischen koks dazu und der mann IST WER. jede line ein großer schluck selbstbewusstsein. ein mensch der von haus aus selbstbewusst ist wird niemals süchtig nach so einer droge werden. es gibt aber viele menschen ohne selbstbewusstsein, also sind das potentielle süchtige. und es mag weltfremd klingen in so einer welt wo eltern keine zeit mehr für ihren nachwuchs haben, aber das ist meiner meinung nach der dreh und angelpunkt. die opfer einer schlechten erziehung oder eines kranken systems, bei dem mittlerweile beide elternteile arbeiten gehen müssen um über die runden zu kommen dann noch zu verurteilen weil sie keine perspektive sehen und ihnen es rein zu drücken ist definitiv der falsche weg. ich kenne einen fall, der hatten ein geregeltes leben, ging arbeiten, zahlte steuern, baute sich ein haus und zahlte es brav ab, gebrauchte hi und wieder crystal und hatte leider ein paar gramm zu viel daheim: dummer zufall, verurteilung, drogenklinik parsberg statt knast, haus weg, arbeit weg, frau weg, leben kaputt, schulden. und das einem menschen der der gesellschaft nichts getan hatte und auch niemals zur last gefallen ist. ist das gerechtigkeit?
    anderer fall: jahrelang alkoholiker, kann nach einigen jahren nicht mehr arbeiten, fällt ca ab 40 der gesellschaft zur last bis er stirbt, was sich in dem fall dann trotzdem noch 24 jahre dahingezogen hat mit operationen und lebenserhaltenden maßnahmen (ja so nenne ich das). das ist dann besser?
    oder dass man irgendwas gehört hat (in regensburg passiert), dass man diese engelstrompeten irgendwie mißbrauchen kann.(das sind die, die der bürgermeister im sommer zu hunderten in der stadt in töpfen rumstehen lässt). da war also das gerücht, da waren dann jugendliche, die ohne ahnung das ganze dann ausprobiert habe. natürlich landeten einige in der psychiatrie, teilweise dauerdachschaden. das sind sachen, die ein kundiger nicht mal mit der kneifzange anfassen würde, also die aufgeklärten leute. ist also aufklärung über solche gifte besser, oder das verschweigen?

  • frage

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    @thomas r.

    drogen (zumindest die meisten davon) sind bei uns illegal. der alkohol oder das rauchen ist nicht illegal. ich kann nicht darüber disuktieren ob das richtig oder falsch ist, ich muss vom ist-zustand ausgehen. wenn ich etwas illegales tue, dann darf ich mich nicht beschweren wenn ich job, haus, ehefrau etc. verliere. es ist eine straftat. jeder ist für sein tun und handeln selbst verantwortlich. es sind nicht die anderen schuld. darauf bauen auch die therapien auf. erst wenn diese einsicht vorhanden ist, kann man helfen. das gilt wiederrum auch für die raucher und alkoholiker.

  • Dubh

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    Stimmt, in Regensburg holt man sich richtig – viel zu – starken Stoff einfach aus dem städtischen Blumenkübel – oder vom heimischen Garten, Balkon, von Aldi, jedem Bau- und Gartenmarkt……………….

    Das ist um so verwunderlicher, weil ich Kommunen kenne, die das Zeug schon vor über 20 Jahren wenigstens aus ihrem „Stadtverschönerungsprogramm“ verbannt haben, eben weil es jährlich etliche üble Zwischenfälle mit Jugendlichen gab, sehr häufig mit lebenslangen Folgen.
    Da stand das allerdings groß in der Zeitung!

    Es ist auch außerordentlich erstaunlich, was sich alles so in Gärten oder auf Balkonen befindet, wo es kleine Kinder gibt, es sind ja keineswegs nur Engelstrompeten, die hochgiftig sind, bzw. hohe Drogenkonzentrationen enthalten.
    Spricht man die Leute, auch in den Geschäften, hier drauf an, dann gucken die einen an, als ob man vom Mars stammen würde – Drogen, kann nicht sein – gefährliche sind bei uns doch alle verboten, nicht wahr.

    Aufklärung täte allerdings Not, bei dieser verlogenen und dümmlichen Drogenpolitik, die nichts verhindert, aber immerhin Milliardengewinne für die Organisierte Kriminalität garantiert.

  • Roberto sacchi

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    Also eine Meinungsäußerung in diesem Bereich muss immer erstmal damit beginnen, dass man nichts verharmlosen will… nein, natürlich: das will man nicht!!!.
    und dann muss man erstmal den Drogenexperten heraushängen lassen, weil einfach so, als Mensch , hat man ja schließlich keine Ahnung und muss sich sowieso nicht einbilden, dass man von irgendjemand ernst genommen wird.
    Schließlich geht es ja immer nur um die Volksgesundheit, die Gefahren, die den jungen Leuten drohen …

    ums Geld? Geht es natürlich nicht…

    Liebeleute:
    das ist alles gelogen schon vor Jahren war zu lesen, dass der Drogenmarkt ein Volumen von >800 Milliarden $ hat, kürzlich wurde veröffentlicht dass der Umsatz, den die italienische Mafia nur mit Drogen macht, im Bereich von 150 Milliarden € liegt .

    Wären die Drogen legal, dann wäre der Umsatz ein Bruchteil davon. Daran ist die Mafia überhaupt nicht interessiert.

    Und alle Gutmenschen, denen es ja nur um die Jugend geht … betreiben in Wahrheit das Geschäft der Mafia

    Jedes Kind kennt heute noch den Namen Al Capone.
    Der hat sein Vermögen durch das Verbot von Alkohol gemacht. Aber lernen tun wir daraus nichts.

    Und jetzt kommen wieder die ganzen Neunmalklugen und quatschen daher,

    Glaubt eigentlich irgendjemand dass so viel Geld nur in gewissen Ländern, die weit, weit, weit von uns weg sind, die Politik beeinflussen?
    Träumt weiter!!!

    Und wenn die Bundestagsmutti Drogentote beklagt, dann muss man schon mit aller Deutlichkeit sagen, dass auf den Straßen in Deutschland wesentlich mehr Menschen ihr Leben lassen, als beim Umgang mit Drogen.
    Deswegen auf die Idee zu kommen, alle Autos zu verbieten…???
    Nein, da sind die Herren Mercedes, BMW und Audi schon schwer dagegen. Also damit wir klar sehen:
    auch in diesem Bereich geht es ums Geld, um sonst nichts.
    Umsonst ist nichts.

  • Student

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    @thomas r.

    Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole (aber es scheint bislang nicht angekommen zu sein):

    Das Konzept „wenn alle Menschen selbstbewußt, reif und informiert wären, dann bräuchten sie keine Drogen (und wenn sie welche wollten, könnten sie sie gefahrlos konsumieren)“ klingt zwar ganz nett. Aber es ist VÖLLIG UTOPISCH. Und damit kein Lösungsweg.
    Oder wie wollen sie – und hier bitte eine realistische, praktikable Antwort! – denn dieses Ziel erreichen?

    Und ein Schulfach „Drogenkunde“ einzuführen, indem man dann lernen soll, dass man Drogen besser in der Apotheke kauft statt sich Tee aus Engelstrompeten zu machen – ist das dann tatsächlich ihre Vorstellung der Problemlösung? Und sie glauben ernsthaft, dass dann kein pubertierender Halbstarker das noch machen würde?

    Und weiter: dass Krankenhausaufenthalte nur von „verunreinigten“ Drogen herrühren würden – wer hat Ihnen denn bitte dieses Märchen erzählt!?

    Dass „nur die Illegalisierung die Sache interessant macht“ darf auch ins Reich ihrer Phantasie verwiesen werden, oder wie erklären sie sich das große Interesse an Alkohol und Tabak?

    Und wie kommen Sie darauf, dass Aufklärung vor Mißbrauch oder Sucht schützen soll? Alkoholiker – um bei diesem Beispiel zu bleiben – finden sie in allen Bildungsschichten. Sie glauben doch wohl nicht ernsthaft, dass der Großteil von denen in die Sucht gerutscht ist, weil sie mangels Aufklärung nicht wussten, was sie da tun?!

    Und das Beispiel ihres „Falles“ mit dem „gelegentlichen Kokser“: das beweist doch geradezu, dass Aufklärung nicht vor Dummheit schützt. Der WUSSTE doch wohl, dass er diese paar Gramm zuviel nicht daheim haben darf. Der WUSSTE doch wohl, welche Konsequenzen ihm drohen könnten. Reizte ihn das Spiel mit dem Feuer nicht trotzdem zu sehr? Sie belegen geradezu mit diesem Beispiel, dass Drogen die Urteilsfähigkeit so sehr einschränken können, dass Gefahren nicht mehr richtig beurteilt werden können!

    Wenn Sie in ihrer nächsten Antwort bitte inhaltlich auf die o.g. Punkte eingehen würden, statt erneut an ihnen vorbeizureden wäre ich ihnen verbunden.

  • thomas r.

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    @student: da sie ja meinen die ahnung zu haben brauche ich ja auch nicht weiter zu argumetieren. ein schulfach, das völlig vorurteilsfrei in solchen sachen unterrichtet wäre schon ein guter weg, zweifelsfrei. die aidshilfe macht das ja z.b. auch und versucht über gefahren auf zu klären, finde ich nicht schlecht.
    wenn einem pubertierender halbstarken (um bei ihren worten zu bleiben) so eine aufklärung gegeben würde, dann würde er nicht irgendwelchen gerüchen aufsitzen und sich derart in gefahr begeben. da gibts ganz andere sachen, die lange nicht so gefährlich sind in der natur, also bitte. wenn das potential da ist sowas aus zu probieren, dann kann man zumindest versuchen das in halbwegs gelenkte bahnen zu bringen, verhindern wird sowas das sicher nicht, das ist klar. aber es kann leben retten. und das mit den krankenhaus aufenthalten: lesen bildet, was manchmal drin ist in manchen sachen, das ist einfach nur gefährlich bei uns in bayern. in der cz sind es zumindest dann reine stoffe, das hat der gesetzgeber dort zumindest erreicht. nun zur legalität: nachdem spice noch nicht verboten, hat sich nur jeder gedacht: ach das kann man legal kaufen, das kann gar nicht so toll wirken…. pustekuchen, reiheweise sind die leute ins krankenhaus eingeliefert worden, weil es eben doch so stark war und keiner drüber aufgeklärt war. der alkohol dagegen ist doch gar nicht so schlimm, das ist alleine schon gesellschaftlich legitimiert, wie ich schon geschrieben habe. der wird völlig verharmlost, obwohl es eine sehr harte droge ist und dass ist hier das problem. das problem ist grundsätzlicherweise einfach nur der vergleichsmaßstab. kennt man ein gewisses spektrum, dann kann man vergleichen und sich dem problem von einer ganz anderen seite nähern um zu einer lösung zu kommen. kennt man nur 2 punkte auf der skala dann tut es mir leid, da hat man keine chance irgend ein maß an zu legen. alleine rechnerisch betrachtet kann man aus 2 punkten nur wenig herleiten, vielleicht kann man es ihnen so erklären. und nur weil jemand irgendwas für illegal erklärt heißt das noch lange nicht, dass dieser mensch die ahnung und die kompetenz dazu hat. ich finde alleine die argumentation von roberto sehr gut und interessantdieser satz stammt von einem ehem. mitarbeiter der drogenklinik parsberg: jeder der mit solchen leuten zu hat, sollte zumindest mal gekifft haben, um zu wissen, worum es überhaupt geht. laut sagen darf man sowas natürlich nicht als mitarbeiter. ich denke also ich brauche nicht mehr zu schreiben, das verfehlt hier den sinn. noch eine frage an student: studieren sie jura oder bwl?

  • Bernd Lauert

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    Nein, so nicht:
    frage sagte am 17. September 2012 um 13:23 Uhr :

    @thomas r.

    drogen (zumindest die meisten davon) sind bei uns illegal. der alkohol oder das rauchen ist nicht illegal. ich kann nicht darüber disuktieren ob das richtig oder falsch ist, ich muss vom ist-zustand ausgehen. wenn ich etwas illegales tue, dann darf ich mich nicht beschweren wenn ich job, haus, ehefrau etc. verliere. es ist eine straftat. jeder ist für sein tun und handeln selbst verantwortlich. es sind nicht die anderen schuld. darauf bauen auch die therapien auf. erst wenn diese einsicht vorhanden ist, kann man helfen. das gilt wiederrum auch für die raucher und alkoholiker.

    Herr/Frau frage:Stellen Sie sich bitte vor in einer lupenreinen Demokratie wie z.B in Russland dürften sie ihre Meinung wie hier nicht frei kundtun und verlieren ebenso Arbeit, Frau, Kinder, evtl. das Leben.
    Das ist dort auch der IST-Zustand…aber sinnvoll?Erstrebenswert? Einfach zu machen was Andere wollen?Gleichschaltung?
    Tut mir leid, ich kann sowas nicht nachvollziehen.
    Ausserdem:Wo kein Kläger, in meinen eigenen vier Wänden, da kein Richter.
    Rauche ich ab und an mal einen Joint in meiner Küche und gehe einer geregelten Arbeit nach…ist das schlimmer als wenn ich besoffen meine Frau verdresche und die Polizei nichts machen kann?
    Wer mit Drogen, gleich welcher Art, Probleme hat hat auch mit seinem Leben ein Problem.
    Man kann Drogen sinnvoll gebrauchen aber wenn man zum Dealer ins Bahnhofsviertel muss um an Cannabis zu kommen stimmt hier gewaltig was nicht.
    Und:Wer etwas haben will bekommt es auch, egal wie. Zu glauben mit Verboten hören alle Menschen auf zu saufen, kiffen,fixen etx ist utopisch und ignorant.Die Politik hat es sich halt bisher mit Verboten sehr einfach gemacht.

  • Veronika

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    Ach sooooo, es sind bald wieder Wahlen!!!
    Wenn man dann auch noch die Dinge richtig lesen und deren Sinn begreifen könnte, wäre man als Politikerin klar im Vorteil. Scheint aber ein Problem sehr vieler PolitikerInnen zu sein, und was aus Tschechien kommt, scheint nun wieder „schlechtgemacht“ zu werden, jetzt da die Restitution für lange Zeit abgeblasen ist.

  • Veronika

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    Ergänzung: Ich war letztens „auf einem dieser Vietnamesenmärkte“, und mir hat niemand so Zeugs angeboten. Es müssen also schon erkennbare Nasen sein, die hier was angeboten bekommen.
    …. und kaufen muss man das Zeugs auch nicht, auch wenn man es angeboten bekommen würde. Als ich noch geraucht habe, habe ich mir vor über 10 Jahren auch nicht die 08/15-Glimmstengel, sondern gute „amerikanische Ware“ (War, wie ich erst vor kurzem hörte, aber illegal, weil ohne tschechische Steuerbanderole) mitbringen lassen. Immer die Tschechen, oder die Vietnamesen verantwortlich machen, ist hier zu plump, und zu kurz gegriffen.

  • frage

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    @Bernd Lauert

    mag ja alles sein. es muss aber klar sein, dass wenn ich etwas illegales tue, dies konsequenzen nach sich ziehen kann. wenn sie drauf stehen drogen zu konsumieren machen sie das. solange es nur für sie folgen hat, ist es mir egal. aber bitte nicht jammern und um verständnis betteln.

    und ihr vergleich hinkt: was haben menschenrechte in einem anderen staat mit drogenkonsum zu tun?

  • Student

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    @thomas r.

    Ich studiere nicht mehr, ich bin Arzt. Und habe in dieser Eigenschaft auch mit Drogenabhängigen zu tun. Und ach ja, falls sie auch das noch interessiert: ich habe auch schon mehrfach gekifft. Und? Das passt jetzt nicht mehr in ihr Weltbild, oder wie?

    Ich bleibe dabei: ihre „Lösung“ halte ich für eine Scheinlösung, da sie realistisch nicht umsetzbar ist: weniger pathologische Familienverhältnisse, in denen Kinder aufwachsen sollten – das ist freilich wünschenswert. Aber nicht in Sicht. Sie nennen auch keinen glaubwürdig gangbaren Weg hierzu.
    Und die Hoffnungen, die sie mit verstärkter Aufklärung verbinden halte ich ebenfalls für viel zu optimistisch.

    Die Risiken, die mit einem einfacheren Zugang zu Drogen möglicherweise auch verbunden sind, vernachlässigen sie dagegen ebenso.

  • Robert

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    Wer sich mit ein wenig Hintergrundwissen mal die Pressemitteilung zu Gemüte führt wird schnell feststellen: Der Genossin ist vollkommen egal welche Sau hier durchs Dorf getrieben wird. Letztes Jahr RC’s, hier mal Methamphetamine, nächstes Jahr dann Crackoin o.ä.

    Austauschbar und polemisch wirksam, aber ohne jeden Ansatz der zur effektiven Eindämmung der Suchtproblematik und allem voran, zur Senkung der Zahl von Drogentoten führen könnte.

    Diese repressive Politik zu unterstützen ist menschenverachtend und eine Beleidigung für jeden Demokraten. Prohibition tötet Menschen. Jeden Tag, überall – nicht nur in Bayern.

    Der Schildower Kreis in welchem Herr Werse sich betätigt ist aktuell der einzige Aktionskreis in ganz Deutschland, der die Ergebnisse der Forschung der letzten zehn Jahre einzuordnen weiß. Diese Arbeit derart zu pervertieren wie Frau Schieder es sich erlaubt ist nicht nur peinlich, sondern unverantwortlich. Rücktritt, sofort!

  • thomas r.

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    @student: 1.nehm ich ihnen nicht ab 2. nehme ich ihnen auch nicht ab 3.wenn sich wer was beschaffen will, dann kriegt er es auch.

  • Dr. Roland Weisser/Student

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    @thomas r.

    Da machen Sie sich es jetzt aber wirklich sehr einfach. Weil Ihnen etwas nicht gefällt, weil etwas in ihre Vorstellungen nicht passt, verweigern sie die Auseinandersetzung damit und unterstellen ihrem Gegenüber Lüge.
    Bei diesem Diskussionsstil erübrigt sich der Sinn jeder weiteren Auseinandersetzung, da sie offenbar nicht einmal die Minimalstandards einer ernsthaften Diskussion einhalten können.
    Soviel zu 1. und 2.

    Und zu 3. : das geht an meinen Argumenten ebenso vorbei und tut nichts zur Sache, wie das meiste andere, was sie von sich gegeben haben.

  • thomas r.

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    @student oder was auch immer: sie sind doch der, der keine andere meinung zu lässt. sie haben recht und ich habe meine ruhe, ist das besser?

  • Student

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    Wie kommen Sie darauf, dass ich keine andere Meinung zulassen würde? Ich selbst vertrete lediglich eine andere Meinung als Sie und halte die ihre für ziemlich einfältig. Aber Sie dürfen sie gerne weiterhin haben, das ist doch ihre Sache. Ernsthaft zu glauben, dass ich Ihre Meinung beeinflussen könnte… also so naiv bin ich dann doch nicht.

    Im übrigen denke ich dass es genug sagt, dass Sie mir Dinge unterstellen, die nicht stimmen, mir umgekehrt aber bei Dingen, die stimmen, Lüge unterstellen – nur weil Sie Ihnen nicht in den Kram passen. Wie gesagt: eine sinnhafte Diskussion mit Ihnen scheint absurd.

    Und ob Sie ihre Ruhe haben oder nicht ist mir ziemlich schnurz.

  • Nur keine Panik | Hanfjournal

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