Unbotmäßige Untertanen

Erinnern Sie sich? An Campa? So hieß die Firma, die sich vor knapp zwei Jahren in Regensburg ansiedeln wollte, um im Hafen Biodiesel zu produzieren. Aus Raps. Doch die Bürger waren böse. Sie beäugten das Vorhaben kritisch. Sehr zum Unwillen der Stadtspitze. Die knappste zunächst mit Informationen, handelte im Eiltempo 900 Einwendungen an einem Tag ab und bekräftige gegenüber der Firma immer wieder das „nachhaltige Interesse der Stadt“. Zu der gehört eben nicht jeder. Da will man am liebsten lauter Jubelperser. Die „Stadtkultur“ sei „noch verbesserungsbedürftig“. So befand schließlich der Oberbürgermeister. „Lautstark begrüßen“ hätte man so eine Ansiedlung müssen, forderte er. Aber ach. Die Untertanen waren nicht untertänig und so ging Campa, lautstark begrüßt, nach Straubing. Dort gab’s Verzögerungen, Beschwerden wegen Gestank, Produktionspausen und heute ist Campa insolvent. Der Raps: zu teuer. Die Energiesteuer: zu hoch. Die Technologie: nicht auf dem neusten Stand. Unbotmäßige Untertanen hatten in Regensburg schon vor zwei Jahren an der Zukunftsfähigkeit der Zukunftstechnologie gezweifelt. Und wurden abgebügelt. Als Verhinderer und „ewige Nein-Sager“. Ob sich die vermeintliche Obrigkeit daran noch erinnert? Das könnte die Stadtkultur verbessern. (Ent)spannende Lektüre

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