JU-Vergangenheit holt Schlegl ein

Unschöne Erinnerungen

Unangenehme Geschichten aus der Vergangenheit holen OB-Kandidat Christian Schlegl derzeit auf Facebook ein. Es geht um braune Saufpartys Anfang der 90er. Für aufmerksame Beobachter sind das alte Geschichten, die im letzten Kommunalwahlkampf ein bestimmendes Thema waren. Die Initiatorin sagt: „ Ich glaube, dass viele Bürger damals und heute das Ganze gar nicht auf dem Schirm haben. In meinem Umfeld sind sehr viele Menschen über Herrn Schlegl empört.“

"Der kann's." Mit über 350.000 Euro Budget steigt Schlegl in den Kampf um den OB-Sessel. Foto: as

„Der kann’s.“ Mit über 350.000 Euro Budget kämpft Christian Schlegl um den OB-Sessel. Foto: as

„Dass alle Parteien und die Lokalpresse sich einig waren, dass zu diesem Thema nichts gesagt werden darf, kann ich ja nicht wissen.“ Jessica Nopper ist ziemlich aufgebracht. Eine Grafik mit einem Zitat von CSU-Oberbürgermeister-Kandidat Christian Schlegl, die sie selbst erstellt und anschließend auf Facebook geteilt hat, stieß nicht nur auf breite Resonanz. Zwischenzeitlich wird dahinter eine gezielte Kampagne der SPD im Kommunalwahlkampf vermutet.

Und das stößt Jessica Nopper sauer auf. „Unterste Schublade“, sagt sie dazu. Sie gehöre keiner Partei an, sondern sei eine politisch interessierte Regensburgerin, die für Aufklärung sorgen wolle.

Sind das nicht olle Kamellen?

Das, worauf Jessica Nopper gestoßen ist, ist indes für Journalisten, Lokalpolitiker und jenen, die den Kommunalwahlkampf 2007/ 08 verfolgt haben nicht unbedingt etwas Neues: Es geht um die rechtsradikale, oder wie man es in der CSU ausdrückt: „rechtslastige“ Vergangenheit der Regensburger Jungen Union im Allgemeinen und des aktuellen CSU-Oberbürgermeister-Kandidaten Christian Schlegl im Speziellen.

Rauschende Feste der Jungen Union, deren stellvertretender Vorsitzender Schlegl damals war, im Partykeller des berühmt-berüchtigten Thomas Fürst, begleitet von Pornos und einschlägigem Liedgut. 23 Jahre sind diese Feierlichkeiten her und als die mittlerweile eingestellte „Regensburger Woche“ 1997 unter der Überschrift „Schluckspecht unter Naziflagge“ darüber berichtete, war die Regensburger CSU-Prominenz in ihrer sprichwörtlichen Geschlossenheit darauf bedacht, die Zeitung in Grund und Boden zu klagen. Letztlich erfolglos (mehr dazu unten).

2007: Schaidinger öffnet die Büchse der Pandora

Ein Thema wäre das alles schon lange nicht mehr, hätte nicht die CSU selbst es – in Person von Hans Schaidinger – im Jahr 2007 erneut ausgegraben. Und es wäre äußerst übertrieben, zu behaupten, dass Antifaschismus die Triebfeder all dessen war. Fürst war seinerzeit Stadtrat, hatte – entgegen der Weisung von oben – den Vorsitz im Ortsverein Altstadt übernommen und eine gehörige Mehrheit der Partei auf seiner Seite. Und so entschied Schaidinger, unter der vorgeblichen Behauptung „Aufklärung“, eben jene Partys und damit einhergehende Äußerungen zum Thema zu machen und medial zu positionieren.

Die Grafik von Jessica Nopper wurde hunderte Male bei Facebook geteilt.

Die Grafik von Jessica Nopper wurde hunderte Male bei Facebook geteilt. Das Veröffentlichungsdatum wurde von der SZ falsch angegeben. Tatsächlich stammt das Interview aus dem Jahr 2008.

Das erwünschte Ziel, Thomas Fürst und neben ihm Gero Kollmer aus der Partei zu bekommen („Rechtslastigkeit“), wurde erreicht. Aufklärung brachte das Ganze nicht. Dafür einige Kollateralschäden: Die CSU ihre Mehrheit im Stadtrat. Der Stuhl des Oberbürgermeisters geriet bedenklich ins Wackeln – Schaidinger musste in die Stichwahl. Am Ende war die CSU, zu deren Vorsitzenden sich mit Fürsts Unterstützung der mittlerweile zum zweiten Mal in den Landtag eingezogene Franz Rieger aufschwingen konnte, über Jahre hinweg gespalten und bekämpfte sich auf zum Teil unterirdischem Niveau (zum Beispiel hier, hier und hier).

Schlegl: „Zitat bewusst aus dem Zusammenhang gerissen.“

Just ein SZ-Interview von Christian Schlegl aus jenen dunklen Tagen der Zerstrittenheit ist es, aus dem Jessica Nopper zitiert und aus dem sich ihre Empörung speist:

„Ich kann mich erinnern, öfter die erste Strophe des Deutschlandliedes gesungen zu haben. Auch dass ich rechtsradikale Gesten gemacht habe, kann ich nicht ausschließen.“

Für Schlegl ist der Fall klar: „Hier wurde bewusst ein Zitat aus dem Zusammenhang gerissen, um mich zu diskreditieren. Ich habe einerseits diese Vorwürfe eingeräumt und mich andererseits deutlich davon distanziert – in einer der größten Tageszeitungen Deutschlands. Transparenter und ehrlicher geht es ja wohl nicht.“ Schlegl geht von einer konzertierten Aktion aus. „Das Foto wurde insbesondere in SPD-Kreisen sehr häufig geteilt.“ Außerdem gebe es in diesem Dunstkreis auch andere Foto- und Zitat-Collagen, die bei Facebook aufgetaucht seien.

Alte Zitate der nun befriedeten Feinde

Tatsächlich liegen unserer Redaktion Screenshots von der Facebook-Seite des SPD-Ortsverbands Kumpfmühl vor. Dort teilt ein SPD-Stadtratskandidat „Unterstützer-Plakate“ mit allerlei Erinnerlichem an die Tage vor der großen CSU-Befriedung. Joachim Wolbergs soll zwischenzeitlich die Anweisung an SPD-Mitarbeiter gegeben haben, die „böse“ Zitat-Grafik nicht mehr auf Facebook weiter zu verbreiten.

Saturische Unterstützer-Plakate machen derzeit bei der SPD auf Facebook die Runde. Die Zitate sind echt.

Satirische Unterstützer-Plakate machen derzeit bei der SPD auf Facebook die Runde. Die Zitate sind echt.

„Ich glaube auch nicht, dass die Sache von Joachim Wolbergs ausgegangen ist“, sagt Schlegl. „Dann müsste ich mich schon arg in ihm getäuscht haben.“ Er werde seinen Wahlkampf „nicht auf diesem Niveau“ führen. Beschädigen könnten ihn solche Aktionen, „auch wenn sie ärgerlich sind“, ohnehin nicht, glaubt er. „Und Außenminister könnte ich sowieso nicht werden. Ich hab ja keine Steine geschmissen.“

GruppeJessica Nopper indes weist jeden parteipolitischen Zusammenhang zurück. Sie hält ihre Aktion für richtig und wichtig. „Es ist tatsächlich so, dass für sehr viele Menschen mit denen ich gesprochen habe diese Tatsache etwas völlig Neues war. Ich glaube, dass viele Bürger damals und heute das Ganze gar nicht auf dem Schirm haben. In meinem Umfeld sind sehr viele Menschen über Herrn Schlegl empört.“

Hintergrund: „Teresa Orlowski und Bomben auf England“

„Schluckspecht unter Naziflagge?“, lautete am 24. Juli 1997 die Schlagzeile der Regensburger Zeitung „Die Woche“, die die Frage aufwarf: „Säuft sich die JU nach ganz rechts außen?“ Von einer Party im Keller von Thomas Fürst unter dem Motto »Trinken, trinken, trinken« war die Rede. Rechtsextreme Musik sei dort gespielt, das „Horst-Wessel-Lied“ gegrölt worden. In einem Nebenraum hingen den Aussagen zweier Zeugen zufolge die Reichskriegs- und die Hakenkreuzfahne. Stattgefunden haben soll das Ganze im Jahr 1994, damals war Thomas Fürst 23 Jahre alt und JU-Ortsvorsitzender Konradsiedlung. Auch die SZ berichtete, unter anderem unter der Schlagzeile »’Porno satt‘ und ‚Bomben auf England’«.

Ein knappes Jahr vor Veröffentlichung der Geschichte war er zum JU-Kreisvorsitzenden für Regensburg gewählt worden. Thomas Fürst und die JU zogen gegen „Die Woche“ vor Gericht, klagten auf Unterlassung. Vor dem Landgericht Regensburg gewannen sie in Glanz und Gloria. Obwohl „Die Woche“ mehrere eidesstattliche Zeugenaussagen aufbot, wurden ihr die Behauptungen untersagt.

Pikantes Detail: Der zuständige Richter Gerhard Sichler war der Schwager von Peter Welnhofer, damals CSU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter. Öffentlich wurde die Verwandtschaft durch die Aussage eines Polizisten und früheren CSU-Mitglieds, dem Welnhofer am Telefon versichert haben soll: „Ich und mein Verwandter haben die Sache im Griff. Da kann nichts hochkommen.“ Welnhofer erwirkte daraufhin eine Verfügung gegen den Polizisten.

„Die Woche“ bemühte die nächsthöhere Instanz, das Oberlandesgericht Nürnberg. Dort entschieden die Richter 1998 auf Basis presserechtlicher Erwägungen zugunsten der Zeitung. Diese habe „ihre pressemäßige Sorgfaltspflicht beachtet (…) unabhängig davon, ob der Bericht inhaltlich richtig ist oder nicht“. Der Antrag der JU hätte nur dann Erfolg haben können, wenn sie die Unwahrheit der Behauptungen hätte beweisen können. Ein Hauptsacheverfahren, in dem die Vorwürfe konkret hätten geklärt werden können, wurde weder von der JU noch von Thomas Fürst angestrebt. Unter anderem, so berichtete damals „Die Woche“, auf Empfehlung von Peter Welnhofer. Fürsts damaliger Stellvertreter Christian Schlegl hielt das Urteil „presserechtlich für bedauerlich“.

Laut Schlegl soll es 1998 zum Zerwürfnis zwischen ihm und Fürst gekommen sein. Zitat: „Nachdem Fürst einen Prozess wegen rechtsradikaler Umtriebe hinter sich hatte, erzählt er mir in einem Vier-Augen-Gespräch wehmütig, seine Mutter habe seine Hakenkreuzfahne weggeschmissen. Ich dachte, das kann doch nicht wahr sein, der wird ja nie gescheiter. Seit diesem Zeitpunkt bekämpfe ich ihn.“

In der CSU machten indes sowohl Schlegl wie auch Fürst Karriere, wurden mit besten Listenplätzen bedacht und kümmerten sich führend um Schaidinger-Wahlkämpfe.

2007 veröffentlichte Schlegl gemeinsam mit weiteren CSU-Ortsvorsitzenden ein Dossier über „Rechte Umtriebe in der Regensburger CSU“. Die gesammelte Berichterstattung zu dem Thema in den Jahren 2007 und 2008 in zahlreichen Medien füllt in unserer Redaktion drei Aktenordner.

Eine wirkliche Aufklärung der darin enthaltenen Vorwürfe fand nie statt. Nachdem Fürst und Kollmer die CSU verlassen hatten, wurde das Thema zu den Akten gelegt. 

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Kommentare (40)

  • Immanuel K. Anti

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    „Ich kann aber für mich feststellen, dass ich im Gegensatz zu Fürst und einigen seiner Freunde nie rechtsradikal gesinnt war. Stattdessen würde ich mich als Mitläufer einstufen, der die Dimensionen leider nicht erkannt hat.“

    Das gesamte Interview ist nachzulesen unter http://www.sueddeutsche.de/bayern/regensburger-csu-stadtrat-schlegl-im-moment-bin-ich-der-feind-nummer-eins-1.427402

    Schuld war also das Alter, der Alkohol und der große Verführer. Sich selber einfach so als Mitläufer zu klassifizieren und damit selbst zu entnazifieren, das hat was.

    Er würde es auch nicht als Jugendsünde abtun. Da sind wir alle sehr beruhigt, dass er immerhin einsieht, dass man mit 20 Jahren schon wissen sollte, dass Nazilieder und Hitlergruß – ja was eigentlich? Straftaten darstellen? Waren es ja nicht, denn die Vorfälle fanden ja im privaten Kreis statt. Oder gar, dass das per se Unrecht, ja eklig ist?

    Ach, er kriegt die Kurve mit: „Es war keine Gesinnung, es war Dummheit, und ich beanspruche für mich, dass ich gescheiter geworden bin.“

    Da sind wir auch alle sehr beruhigt.

  • rausgeschmissener regensburger

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    ja, wie hat der herr mit der sonnenbrille schon gesungen: schwarzbraun ist die haselnuß…
    nachdem ja der verbotsantrag für die npd jetzt fertig ist, sollte man schon mal darüber nachdenken, ob man das ganze nicht auch gleich mit der csu veranstaltet—-
    von unseren steuergeldern treten die sozialen gotteskämpfer den bürgern noch so richtig in den arsch, wie in der ganghofersiedlung damals live gesehen. und das richtig traurige an der sache: die NPD wollte tatkräftig den leuten da oben helfen, das wollten wir aber dann nicht.
    fazit: ausser leeren worthülsen für die bürger und klientelpolitik für die reichen hat die csu meiner meinung nach nichts drauf. und dass man die npd als sozialer als die csu darstellen kann, hey ich könnte alleine bei dem gedanken fast kotzen (entschuldigt), macht die csu alleine schon verbotswürdig.

    EIN WAHLZETTELUNGÜLTIGMACHER

  • Taxifahrer

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    Wenn Politiker mit ihren eigenen Aussagen konfrontiert werden und diese als „Kampagne“ gegen sie bezeichnen, sind sie entweder schizophren oder in ihrer ganz eigenen Art lustig.

  • Weltscherbe

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    Aha…..
    Die zwei eröffnen jetzt also einen Schlecker Markt gegenüber vom Dom!
    Ein Auslaufmodell mit Getriebeschaden und defekter Elektronik wirbt für ein Auslaufmodell mit 6 Liter Hubraum und Stollenreifen, und das auch noch für den Stadtverkehr!
    Das ist alles, was Ihr zu bieten habt?

    Deshalb is der Hansi mit auf dem Plakat:
    Weil er´s halt doch am Besten kann,
    obwohl er nicht mehr kann,
    und der Christian kann,
    darf aber nur symbolisch ran!

    Korrekte Slogans wären:
    „Regensburg schafft sich ab!“
    „Arbeiten, einkaufen, sterben: CSU Regensburg!“
    „Brust oder Keule?…….Frust und Schlegl!“

    Der Photoshop Künstler hat ganze Arbeit geleistet, zumindest beim Schlegl:
    Großes Facelift, neuer Lack und Politur.
    Is ja auch kein Ausstellungsstück, so ganz unrestauriert.
    Beim Dahinschaidinger hilft nur noch „alt“ + „Entfernen“.

  • Mr. T

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    Schlegl muss man zumindest zu Gute halten, dass er sich mit den Bescheuertheiten seiner Vergangenheit kritisch auseinander setzt. Das macht ihn sicher nicht zu einem Helden, setzt ihn aber noch vor einigen anderen seiner Couleur.

  • Kuno Küfer

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    Nur einmal kurz abgesehen von den „ollen Kamellen“:

    „Nach seinem Ingenieurstudium an der TU München betreut er bei BMW ein Budget in der Größenordnung des Haushalts der Stadt Regensburg.“

    Das ist so ungefähr das Erste, was mich Christian Schlegl auf seiner Homepage wissen lässt.

    Ich will aber von keinem Bürgermeister regiert werden, der schon wieder glaubt, so ein Vertreter der Bürger müsse eine Stadt nach den selben Grundsätzen „betreuen“, wie sie für große Konzerne „gelten“. Und ausgerechnet die Automobilkonzerne! Ich hab nicht vergessen, wie sich die deutschen Autobauer gerade gegen alles wehren, was der Reduzierung der CO2 Werte dienen würde, und damit uns allen. Und auch nicht, welche Prioritäten gerade in dieser Industrie gesetzt werden: Tonnenschwere Premiumkarossen mit Überbreite, statt ökologisch wenigstens ein wenig vernünftigere Fahrzeuge. Und wie sich die deutsche Autoindustrie mit ihren Panzern gerade an die gewünschten Kunden aus den finanzkräftigsten Schichten andient.
    Das wäre schon wieder so ein Bürgermeister, wieder einer fürs Premiumvolk der Stadt. Nein, Danke!

    Und außerdem, wo ist denn in seinem platten Hinweis das Argument, das ihn mir als künftigen Oberbürgermeister empfehlen soll?

    Die „Größenordnung“ des Budgets, ähnlich dem Haushalt der Stadt? Glaubt der Schlegl, ein ähnlicher Betrag bei BMW muss doch auch irgendwie für die Stadt Regensburg „reichen“, oder so…? Wird der Schlegl dann mit dem Haushaltsgeld der Stadt die Rechnungen von BMW begleichen, ohne in die Miesen zu rutschen?

    Oder wäre es für die CSU nicht besser, sie fände einfach einen Kandidaten, der ein noch größeres Budget in der freien Wirtschaft „betreut“ hat? Der müsste ja dann noch mehr „können“?

    Aber was, wenn der Schlegl nur etwa das halbe Haushaltsbudget der Stadt bei „seiner“ Firma „betreut“ hätte? Dann wäre der Schlegel sicher schon deswegen für das Amt disqualifiziert? Ein halber Kandidat?

    Was der Schlegl da gleich ganz oben zu seinem Bild auf seiner Webseite schreibt, das finde ich ziemlich mies durchdacht. Gerade von einem, der einmal der Oberbürgermeister sein will. Vom Geld jedenfalls, das er für eine private Unternehmung „betreut“, da lasse ich mich nicht blenden. Und wählen werde ich ihn auch nicht!

  • Ratzfatz

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    Interessant dürfte sein, dass ‚Die Woche‘ mit Ausgabe 31.1998 von der MZ-Group eingestellt wurde.
    Kurz vorher wurde der langjährige Chef J. Titz ausgewechselt. ‚Grund: „unüberbrückbare Gegensätze in der Auffassung über die Entwicklung und die Neugestaltung der Zeitung „, zitiert dpa eine zwischen Titz und dem Verlag abgestimmte Erklärung‘
    http://kress.de/alle/detail/beitrag/2291.html

  • Bernhard Segerer

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    Selbst im Vollrausch käme ich nicht auf die Idee Nazilieder zu singen etc. Es muss einem schon irgendwie naheliegen denke ich, solche Entgleisungen kommen nicht aus heiterem Himmel. Daher ist Gesinnung das richtige Wort (Dummheit natürlich auch, wird aber hier benutzt um die ganze Sache als Dummer-Jungen-Streich abzubügeln). Ehrlich wäre was anderes, nämlich z.B. zu sagen: „Ja, ich habe damals so gedacht und schäme mich heute dafür. Inzwischen denke ich nicht mehr so.“ Das wäre das mindeste und würde dem Ernst der Vorfälle auch entsprechen. Wenn es denn stimmt. Denn klar, selbst WENN es so wäre dass der Herr in Wirklichkeit Einstellungsmäßig gar keinen so großen Wandel vollzogen hätte, öffentlich werben würde er heute nicht damit. Entsprechend stimmt das mit der Dummheit auch wieder – da ist wirklich einer klüger geworden – im Sinne von schlauer.

  • Fauxpas

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    „Wo man singt, da laß‘ dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“
    Irrte Johann Gottfried Seume?

  • Capital-Soziale Union

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    Christian Schlegl disqualifiziert sich als Kommunalpolitiker im allgemeinen und als OB-Bewerber im besonderen selbst durch seine nun wieder in die Öffentlichkeit gezogene Aussage im „SZ-Interview vom 17.05.2010 ‚Im Moment bin ich der Feind Nr. eins'“.
    Schlaglichternd für seine politische Konsequenz ist dort z. B. die Aussage „ich kann aber für mich feststellen, daß ich … nie rechtsradikal gesinnt war. Stattdessen würde ich mich als Mitläufer einstufen, der die Dimensionen leider nicht erkannt hat. Es war keine Gesinnung, es war Dummheit, und ich beanspruche für mich, daß ich gescheiter geworden bin.“
    Herr Christian Schlegl hat(te) demzufolge keine eigenen politischen Überzeugungen, er irrlichtert(e) die Dimensionen nicht erkennend in Mitläufergefilden: damals in jenen, heute in denen, die ihm heute opportun erscheinen, um an ein an politischen Gestaltungsmöglichkeiten überschätztes, aber gut saturiertes Beamtenpöstchen auf Zeit im öffentlichen Dienst zu kommen. Ein Blick in die Bayerische Gemeindeordnung zeigt, welche politischen(!) Führungsberechtigungen ein Oberbürgermeister hat, er darf die Stadtratssitzungen leiten und mit einer Stimme mitabstimmen. Na, toll; da hätte Herr Christian Schlegl als Fraktionsführer z. B. einer Mehrheitsfraktion ganz andere kommunalpolitische Gestaltungsmöglichkeiten als politischer Führer der Entscheidungsmehrheit.
    Aber Herr Christian Schlegl hatte nach eigenem Bekennen „keine Gesinnung“ politischer Art, er hatte anstelle einer politischen Gesinnung eine „die Dimensionen nicht erkennende Dummheit“ politischer Art, damals.
    Wie ist das nun heute mit der politischen „Gesinnung“ und der politischen „Dummheit“?
    Er beanspruchte damals ja, „daß er gescheiter geworden ist“. Dieses Gescheiter-geworden-sein politischer Gesinnungsevolution von Schleglscher Art ließ sich z. B. bei stattgehabten Schlesiertagen (absterbender Altenklub mit Rübezahl-Nostalgie) im Antoniushaus beobachten, da saß er herum, dick und stumm, aber die Nationalhymne sang er mit, dann, wenn er’s bis zum Ende überhaupt aushielt, die 3. Strophe selbstredend, abgelesen vom Blatt. Wenn jedoch in der katholischen Pfarrei Mater-Dolorosa von einem protestantischen Kirchenfunktionär eine Lobrede auf den Islam und dessen kulturbereichernde Leistungsträger in diesem Lande gehalten wird, dann sitzt er auch herum, dick und nicht stumm, denn er ist ganz offensichtlich nicht mehr politisch „dumm“: Wählerstimmen müssen dort gefischt werden, wo der Bevölkerungszuwachs stattfindet, denn es heißt „die Dimensionen zu erkennen“.
    Herr Christian Schlegl ist ein würdiger OB-Nachfolger, so er denn gewählt werden sollte, seines OB-Vorgängers Hans Herrmann: beide sind/waren nie politisch „radikal“ gesinnt, sie sind/waren „als Mitläufer einzustufen“, dorthin laufend wo der zeitgeistige Wind die Wählerschaft jeweils treibt; wenngleich Hans Hermann mit Sicherheit die erste Strophe unserer Nationalhymne öfter als sein möglicher Epigone Christian Schlegl gesungen hatte, und sicherlich auch mehr „rechtsradikale Gesten gemacht“ hatte als Christian-Schlegl-immer-adabei-„keine-Gesinnung“-sondern-die-„Dimensionen-der-Dummheit-leider-nicht-erkennend“-aber-„gescheiter-geworden“.

  • Matthias Beth

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    Der OB Kandidat der CSU ist ein bekannter Dossierschreiber, für den es gängige Praxis ist, über Parteifreunde und ehemalige Mitstreiter Dossiers anzulegen und diese bei Gelegenheit zu veröffentlichen.
    Entweder direkt, wie er es bei dem Dossier „Rechte Umtriebe in der Regensburger CSU Parteischädigendes Verhalten“ vom 3. Mai 2007 getan ha, oder indirekt durch Zuspielung an Pressevertreter, hauptsächlich der MZ und SZ, die dies gerne aufnahmen und hierüber Artikel schrieben.
    Die Vergangenheit wird den OB-Kandidaten einholen!

  • CSU-Mitglied

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    Der CSU-Ortsvorsitzende Herr Tobias Fritz und nun auch stv. Kreisvorsitzender der CSU, nannte Herrn Christian Schlegl auch „Fettislaus“ in seiner Facebookkorrespondenz. Wahrscheinlich kann er sich nun heut daran nicht mehr erinnern!

  • Gustl

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    @ CSU-Mitglied:

    Herr Fritz nannte Schlegl nicht nur „Fetislaus“, sondern „fiesen Fetislaus“, das Wochenblatt berichtete ausführlich.

    Schon erschreckend, wie schnell man sich um Posten Willen um 180 Grad wenden kann. Das gilt für Fritz wie für Schlegl.

  • Braunseher

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    „Beschädigen könnten ihn solche Aktionen, „auch wenn sie ärgerlich sind“, ohnehin nicht, glaubt er.“ – Da hat er recht, mein ich: Die paar Stamm-CSU-Wähler und potentielle Neu-CSU-Wähler, die durch dieses Zitat abgeschreckt werden, werden auf alle Fälle wettgemacht durch die neuen Fans, die er gerade dadurch dazugewinnt.

  • Capital-Soziale-Union

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    @ Gustl 24.11.2013, 17:03h
    @ CSU-Mitglied 24.10.2013, 15:10h

    Gibt es für das angebliche Christian Schleglsche Diktum aus früheren Jahren „Kleriker seien Kuttenbrunzer“ auch eine zitierfähige Belegstelle?

  • Geronimo

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    Tatsächlich hat Schlegl „rechte Eskapaden“ eingestanden:

    SZ: Sie waren ein Fürst-Freund, und Sie haben eingeräumt, dass Sie sich mit ihm rechte Eskapaden erlaubten.

    Schlegl: Ja. Das war 1990…

    Ob mit „rechte Eskapaden“ wohl auch gemeit ist, was in der MZ vom 13.06.2007 berichtet wurde, nämlich dass Schlegl vorgeworfen werde „dass ich (CSU-OB-Kandidat Christian Schlegl) zum Frühstück gerne einen Juden auf Brot verspeisen würde“.

    Interessant auch, dass Rieger den Schlegl 2007 aus diesem Grund nicht auf die Stadtratsliste lassen wollte und sich 2013 für ihn als OB-Kandidat ausgesprochen hat. Hans Spitzners (Ex-CSU-Bezirkschef und Ex-CSU-Staatssekretär) Weisheit „Gesinnung verjährt nie“ scheint für die aktuelle CSU nicht zu gelten. Der Wähler wird daraus hoffentlich seine Konsequenzen ziehen.

  • Gustl

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    @ Udo:

    Den Artikel findet man eben, wenn man „Schlegl Kuttenbrunzer“ googelt. Sollte man den Bericht unterschlagen, weil die Quelle „grenzwertig“ ist?

    Ich sehe das so: Welche Quelle könnte wohl über die mögliche „Rechtslastigkeit“ einer Person besser informieren als eine solche, die selbst in diesem Ruf steht und daher die betreffende Person wohl eher schützen würde?

  • Twix Raider

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    Schon wieder temporaler kalter Krieg… jetzt wissen wir auch, warum auf Wahlplakaten immer nur von der Zukunft die Rede ist, die sprichwörtliche Flucht nach vorn, nur eben in der 4.Dimension.

  • Capital-Soziale-Union

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    @ Gustl 24.11.2013, 21:47h
    Dank für den Link-Hinweis

    @ Gustl 25.11.2013, 21:47h
    Gute Replik

  • Wähler

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    Wer Herrn Schlegl bei einer Veranstaltung gehört hat, kann ihm nur sein umfangreiches Fachwissen in den unterschiedlichsten Bereichen bestätigen. Weil man in der Gegenwart aber nichts findet, was er falsch macht, muss man immer wieder in den alten Geschichten wühlen. Rechts geht gar nicht. Aber wer kann von sich sagen, dass seine Jugend komplett frei von Fehlern war und nichts aus dieser Zeit bereut? Würden Sie alle Fehler die Sie früher begangen haben, jetzt über 20 Jahre später wieder genauso begehen? Es zählt das hier und jetzt. Jetzt sehen wir einen gefestigen Familienmenschen vor uns, der seit vielen Jahr für die Stadt und die Zukunft von Regensburg arbeitet. Ist es Neid auf seinen Erfolg, wenn diese alten Geschichten immer wieder aufgewärmt werden?

  • Weltscherbe

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    Liegt wahrscheinlich an der als Journalismus getarnten Hofberichterstattung der hiesigen „Medien“, dass man da „nichts“ findet!
    Regensburg leidet irgendwie schon kollektiv am
    Stockholm- Syndrom!

  • Geronimo

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    @ Wähler:

    Das „Wühlen in alten Geschichten“ halte ich für essentiell. Fachwissen kann sich jeder aneignen und es wäre enttäuschend, wenn Schlegl dies in seiner langen Zeit als Politiker nicht geschafft hätte. Viel wichtiger ist aber, welchens Charakter ein OB-Kandidat aufweist. Wir wählen keinen Technokraten, sondern eine Person, die uns Regensburger repräsentieren soll und die bei Entscheidungen nicht nur technokratisch, sondern auch menschlich entscheiden soll. Daher sind Moral und Charakter eines OB-Kandidaten für mich die wesentlichen Entscheidungsmerkmale bei der Wahl.

    Leider kann Herr Schlegl in diesen Dingen nicht punkten. Spontan fällt mir ein:
    – Er legte über Parteifreunde Dossiers an (http://www.regensburg-digital.de/nach-%E2%80%9Edossier-rieger%E2%80%9D-%E2%80%93-schlegl-unter-druck/);
    – Er mißachtete die Regeln seiner Religion (nach ca. einem Jahr Ehe geschieden und wiederverheiratet; also darf ihm seine Kirche nicht einmal die Kommunion erteilen; da die Hochzeit kurz vor der letzten Wahl stattfand könnte es sogar sein, dass diese der Hauptgrund für seine Heirat war, was umso verwerflicher wäre);
    – Ihm wurde vorgeworfen, die Amtsträger seiner Religion als „Kuttenbrunzer“ zur bezeichnen;
    – Er umgab sich mit Rechten und machte wohl bei deren Symbolik (Lieder und Gesten) mit; angeblich nur als Mitläufer;
    – Ihm wurde vorgeworfen, einen „halben Juden auf Brot“ bestellt zu haben.
    – Glaubt man seiner Beschwichtigung hinsichtlich seiner Vergangenheit, so war er „nur“ ein Mitläufer. Wollen Sie einen Mitläufer als OB?

    Richtig, was zählt ist das hier und jetzt. Aber wie schon Hans Spitzner (CSU) sagt: „Gesinnung verjährt nicht“ (http://www.sueddeutsche.de/bayern/regensburger-csu-stadtrat-schlegl-im-moment-bin-ich-der-feind-nummer-eins-1.427402). Somit muss auch heute noch Schlegls Vergangenheit geprüft und diskutiert werden. Andernfalls riskieren wir alle plötzlich einen verkappten Braunen als höchsten Repräsentanten der Stadt und ihrer Bürger einzusetzen. Mir wird bei dieser Vorstellung Angst und Bange und das sollte Ihnen genauso gehen.

    Abgesehen davon scheiden sich selbst bei seinen Untersützern die Geister, ob er zunmindest als Technokrat als OB taugt: „Er ist nun in der Parteihirarchie an einer Position angekommen, die seine Fähigkeiten offensichtlich überseigt“, beschrieb Herr Fritz Schlegls Können. Wenn aber schon ein regionales Parteiamt Schlegls Fähigkeiten übersteigt, wie wenig muss er dann als OB geeignet sein?!

  • blauäugig

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    @geronimo
    Was Sie an Kritikpunkten nennen, so kann weder die CSU noch eine andere Gruppierung jemanden ins Rennen schicken, der all das erfüllen würde.
    Das Dossier, welches Sie ihm ankreiden, halte ich für lobenswert und bin Ihnen dankbar, dass Sie die Erinnerung daran erhalten.

    Zu Ihrer verklemmten Vorstellung von Religion und Ehe mag ich mich nicht weiter äußern.
    Dass Sie zusätzlich die Aussage von Herrn Fritz zu einer Tatsache stilisieren, zeigt, wie wenig Sie reflektieren, Argumenten sind Sie kaum zugänglich.

  • Superman

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    Die Spitzen gegen Schlegl halte ich für eine miese Kampagne; Ich persönlich halte ihn für kompetent und auch ehrlich. Ich glaube, er wäre ein guter OB. Was aber die “ Wahrheitsfindung“ im Allgemeinen angeht, so ist es doch interessant, wie flexibel die Stadtratskandidaten anscheinend mit der Wahrheit umgehen. Sieht man sich die offizielle Webseite an, so ist dort der arbeitslose Studienabbrecher als “ Freiberufler“ gemeldet die Nageldesignerin nennt sich plötzlich “ Unternehmerin“. Macht auch mehr her. Alles in Allem ein seltsamer Haufen…

  • Mr. T

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    „Gesinnung verjährt nicht!“ So ein Blödsinn! Es gibt genug Beispiele von ehemaligen (richtig aktiven) Nazis, die jetzt – nachdem irgendwann mal das Hirn eingeschaltet hat – von Schule zu Schule reisen und wertvolle Aufklärungsarbeit leisten. Die tun wohl mehr gegen das Problem mit der rechten Brut wie die meisten der Salonlinken hier. Ich hoffe nicht, dass so einer mal so einen bescheuerten Spruch hören muss. Da wird er wohl sein wertvolles Engagement sofort hinschmeissen. Es ist schon ein Unterschied, ob jemand jahrelang überzeugter Nazi war oder in jungen Jahren da in irgendeiner Gruppe besoffen mitgelaufen ist. Ich möchte für mich im Nachhinein nicht beanspruchen, dass mir das nicht hätte auch passieren können, wenn da mal was blöd gelaufen wäre – dumm und unbewusst genug war ich sicher auch. Schlegl hat zumindest das Beste draus gemacht, indem er das Ganze öffentlich gemacht und sich deutlich davon distanziert hat. Da können sich einige eine Scheibe davon abschneiden. Als einer der wenigen hat er bewiesen, dass er wenigstens dazu lernen kann – für einen Politiker fast schon ein Alleinstellungsmerkmal. So einer wär mir lieber als einer, der weiter alles abstreitet. Gerne auch einer, der sich um die Regeln und Respektspersonen seiner Religion recht wenig scheißt.
    Nur zum Verständnis: Ich bin alles andere als ein Fan von Schlegl, aber zumindest sollte er fair behandelt werden. Es gibt genug andere Kritikpunkte, die man gegen ihn anführen kann. Dies gilt analog zur fehlenden Berufsausbildung seines Konkurrenten.

  • JUler

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    Ein Dossierschreiber war Hr. Christian Schlegl mehr als einmal! Wer meint es wird nicht wieder vorkammen, der wird irren!

  • Kein JUler

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    @JUler
    Ein Dossier ist eine Sammlung von Dokumenten. Jeder gute Journalist legt sich sowas an, um Belege für seine Artikel zu haben. Können Sie bei Wikipedia und anderswo nachlesen. Wo ist dabei das Problem? Schwierig ist doch nur, wenn jemand einfach was schreibt, ohne ein Dossier, also entsprechende Dokumente vorliegen zu haben.

  • JUler

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    An kein JUler,
    Danke für die Erklärung. Aus diesem von ihnen beschriebenen Grund gibt es mehrere Dossiers über Hr. Christian Schlegl über seine rechtslastige Vergangenheit in der in der Zukunft berichtet werden wird, basierend auf gesammelten Fakten.

  • Der Reinknier | WilliLeaks

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    […] übrigens: Schlegi steht auf seiner Facebook-Seite zu seiner Vergangenheit. Gibt’s aus seiner braunen Phase keine Bilder […]

  • Taxifahrer

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    Die BürgerInnen haben ein Recht darauf zu wissen, aus welchem Holz die Kandidaten geschnitzt sind. Dass Schlegl die Wahrheit nicht hören kann ist nachvollziehbar. Dass BürgerInnen die Wahrheit nicht hören wollen ist bedenklich.

  • Ludwig Bruckbeck

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    In einer Stadt, in der es halbwegs zivilisiert zuginge, in der sich nicht die Mehrheit liebend gern für dumm verkaufen ließe und in der es zur selbstverständlichen Grundvoraussetzung gehörte, daß Nazis absolut indiskutabel sind – in einer solchen Stadt wäre von vornherein klar, daß jeder, der es in jungen Jahren aufregend fand, „Deutschland, Deutschland über alles“ zu gröhlen und „rechtsradikale Gesten zu machen“, sprich: den rechten Arm zum Hitlergruß zu erheben, für den Rest seines Lebens beschämt den Schnabel hält. In Regensburg dagegen bedeutet so eine Beinahe-Neonazi-Karriere in der JU, daß man die besten Voraussetzungen hat, OB-Kandidat der CSU zu werden.
    Selbst die Bayerische Staatszeitung geht in ihrer aktuellen Nummer auf die „gruseligen“ JU-Parties ein, „zu deren special effects die Hakenkreuzfahne und das Horst-Wessel-Lied gehört haben sollen“. (Der Zoff in der CSU, S.13) Als „einflußreiche Protegés“ von Thomas Fürst werden dort Prälat Heinrich Wachter und der langjährige Bischof Gerhard Ludwig Müller genannt. Nur leider vergißt die Staatszeitung zu erwähnen, wer bei den Nazi-Parties der JU laut eigenem Eingeständnis mittenmang dabei war: der jetzige OB-Kandidat der CSU, Christian „Der kann’s“ Schlegl.

  • Goth

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    Wenn der widererwartend gewinnen sollte kann man sagen „Auf nach Rechts“ – sollten sie sich dann aber auch CS-R-U nennen – Christlich soziale Rechts Union ……

    Ja der Schlegl „Der Kanns“ – den rechten Arm heben, verbotenes Liedgut gröhlen und einen auf Saubermann machen ……. ich kotz gleich auf den Wahlzettel ….. ABER hatte ja eh ned vor diesen A**** zu wählen …… Goth sei Dank ……

    Und absolut indiskutables, menschenverachtendes Verhalten als „Dummheit“ ab zu tun ist ja wohl die aller größte Frechheit ……. absolut unwählbar solch ein „Gesinnungsgenosse“ …..

    Man möge sich mal vorstellen Herr Wolbergs hätte gesagt,er habe als junger Mensch auf Demos gegen Rechts teilgenommen und durchaus mal ne faule Tomate geworfen – na was ging dann da für Aufschrei durch die Region – Abdankung und weiß der Geier noch alles würde gefordert werden ….. aber das war ja nur „Dummheit“ vom Herrn Schlegl …..

  • Capital-Soziale-Union

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    @ Goth 27.02.2014, 15:34h

    „Auf nach Rechts“ – schön wär’s.
    Die von der CSU im landesweiten Wahlk(r)ampf aufgestellten KandidatInnen sind genau so rechts und/oder christlich wie die Redaktionsmitglieder dieses Blogs.
    Es ist kein Geheimnisverrat, hier offenzulegen, daß der von Ihnen als Rechter Verdächtigte bei den von der Kandidatur durch die die Wahlstimmen-Zeichen der Zeit erkennenden Parteioberen, den Hans-Herrmanns-von heute, Ausgegrenzten vorgeblich nicht mehr den Necknamen „fieser Fettislaus“ führt, sondern als „Christdulrachman Schleglü“ gehandelt wird.
    Gerade für Sie besteht demnach kein Grund, „gleich auf den Wahlzettel zu kotzen“, den können Sie unbesehen wählen.

  • Barnim Wolff

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    „Außenminister kann ich sowieso nicht werden, ich habe ja keine Steine geschmissen.“
    Naja. Das zeugt von erschreckender Naivität in der Beurteilung gesellschaftlicher und politischer Ereignisse.

    Während der gesellschaftliche Konsens heutzutage eher dahin geht, daß z.B. die Frankfurter heute heilfroh sind, daß eben jene Hausbesetzer damals diese Häuser, die heute zum großen Teil als Schmuckstücke angesehen werden, vor der Abrißbirne bewahrt haben, war sicher schon zu den Sauf- und Partyzeiten des Herrn Schlegl eindeutig klar, daß der von ihm dümmlich verherrlichte Nazionalsozialismus die verbrecherischste Verirrung in der Geschichte unseres Volkes war.
    Zeugt die Unbekümmertheit dieser Äußerung von Unfähigkeit zu dieser Erkenntnis, Dreistigkeit oder ist es einfach die Überzeugung Mehrheiten findet man unter jenen, die heute noch meinen die Hausbesetzer hätte man alle nach Moskau schicken sollen und so schlimm ist der Hitlergruß doch gar nicht?

  • Eine Medaille für Sitzfleisch » Regensburg Digital

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    […] Als CSU-Kreisvorsitzender blieb Welnhofer in den 90ern konsequent untätig, wenn rechtslastige Umtri… Ein früherer CSU-Ortsvorsitzender über jene Zeit: „Welnhofer hat immer abgeblockt.“ Die Zeitung „Die Woche“ war es, die schließlich 1997 über braune Saufpartys der Jungen Union berichtete. Dafür wurde sie von der JU mit Klagen und Unterlassungsforderungen überzogen. Vor dem Landgericht Regensburg gewannen die JU in Glanz und Gloria. Obwohl „Die Woche“ mehrere eidesstattliche Zeugenaussagen aufbot, wurden ihr die Behauptungen untersagt. Pikantes Detail: Der zuständige Richter Gerhard Sichler war der Schwager von Peter Welnhofer. Öffentlich wurde die Verwandtschaft durch die Aussage eines Polizisten und früheren CSU-Mitglieds, dem Welnhofer am Telefon versichert haben soll: „Ich und mein Verwandter haben die Sache im Griff. Da kann nichts hochkommen.“ Welnhofer erwirkte daraufhin eine Verfügung gegen den Polizisten. In der nächsthöherem Instanz bekam „Die Woche“ weitgehend recht. Ein Hauptsacheverfahren, in dem die Vorwürfe der „Rechtslastigkeit“ hätten aufgeklärt werden können, strengte die JU nicht an – unter anderem, so berichtete „Die Woche“, auf Empfehlung Welnhofers. Zehn Jahre später, als die alten Vorwürfe von der Schaidinger-CSU dazu benutzt wurden, um parteiinterne Gegner loszuwerden, kritisierte der damalige CSU-Ministerpräsident Günther Beckstein in diesem Zusammenhang, dass eine Aufklärung „jahrelang verschleppt“ worden sei. Der Verantwortliche: Peter Welnhofer. […]

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